Freitag, 19. Dezember 2014

2014.12.19: Newsletter Bildung

Morgenjournal, 19.12.2014

 

Weiter Diskussion um Zentralmatura

Regina Pöll

Nicht einmal mehr ein halbes Jahr bis zur neuen Matura, und Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek von der SPÖ ist weiter unter Druck: Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter verlangen eine bessere Vorbereitung auf die mündliche Matura, heute wird es dazu eine Sitzung der Bundesreifeprüfungs-Kommission mit allen Beteiligten geben. Und auch die neue schriftliche Zentral-Matura wird Thema sein: Jüngste Probe-Schularbeiten für ebendiese Matura im Mai in Mathematik sind je nach Bundesland teilweise sehr schlecht ausgefallen.

Knackpunkt Mathematik

Ein Drittel Fünfer, zum Beispiel in der Steiermark: Das ist zu viel, sagen nach den vorläufigen Ergebnissen der Probe-Schularbeiten Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter. In der Krisensitzung ab Mittag wollen sie bei der Unterrichtsministerin eine bessere Vorbereitung auf die schriftliche Matura durchsetzen - und auch ein lockereres Benotungsschema. In Mathematik müssten Schüler nämlich bei den Basis-Kompetenzen zwei Drittel schaffen, sonst fallen sie durch. Und zwar egal, wie gut oder schlecht sie im zweiten Prüfungsteil sind, beim vernetzten Arbeiten.

Vorbereitung vorverlegen

Änderungen verlangen die Schulpartner auch bei der mündlichen Matura. SPÖ-Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek will bisher ja die Vorbereitungsstunden von bis zu sechzehn pro Fach auf vier kürzen - vor allem aus Kostengründen. Pro Fach soll auch nur noch ein Lehrer die Vorbereitungsstunden für ALLE Maturanten an einer Schule halten. Das muss also nicht der eigene Lehrer sein, der dann aber die mündliche Prüfung abhält. Als möglicher Kompromiss gilt jetzt, dass die Vorbereitung schon vor der schriftlichen Matura beginnt - in der eigenen Klasse statt klassenübergreifend und ohne Zusatzkosten.

 

 

Morgenjournal, 19.12.2014

 

Heinisch-Hosek kompromissbereit

Ministerin Heinisch-Hosek im Gespräch mit Andrea Maiwald

Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter verlangen eine bessere Vorbereitung auf die mündliche Matura. Heute soll es dazu eine Sitzung der Bundesreifeprüfungskommission mit allen Beteiligten und Ministerin Heinisch-Hosek geben. Als möglicher Kompromiss gilt, dass die Vorbereitung auf die mündliche Matura schon vor der schriftlichen Matura beginnt: in der eigenen Klasse statt wie geplant klassenübergreifend. Die Ministerin zeigt sich im Vorfeld kompromissbereit, wie sie im Ö1-Morgenjournal erklärt.

Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek geht mit Optimismus in die heutige Sitzung und kann sich nach eigenen Angaben einen Kompromiss vorstellen. Vier Stunden als Vorbereitungszeit auf die mündliche Matura sind nach Angaben von Schülern, Eltern und Lehrervertreter viel zu wenig.

 

 

Die Presse – 19. Dezember 2014

 

 

Zentralmatura: Verunsicherung nach Schularbeit

Eine Mathematikarbeit, die das Bildungsinstitut BIFIE als Maturavorbereitung zur Verfügung gestellt hat, soll „extrem uneinheitlich“ ausgefallen sein.

Wien. Wieder einmal herrscht Verunsicherung wegen der Zentralmatura. Erste kolportierte Ergebnisse einer Modellschularbeit in Mathematik sorgen bei Eltern und Schülern für Besorgnis: Die Klausur, die das Bildungsinstitut BIFIE als Maturavorbereitung zur Verfügung gestellt hat, soll „extrem uneinheitlich“ ausgefallen sein, wie es heißt.

In der Steiermark soll laut Berichten der „Kleinen Zeitung“ ein Drittel der Arbeiten negativ ausgefallen sein. In Wiens Stadtschulrat spricht man von stark variierenden Resultaten: So gebe es sogar innerhalb einzelner Schulen gute Klassen und solche, bei denen die Arbeit sehr schlecht ausgefallen sei. Ähnliches beobachtet AHS-Direktorensprecher Wilhelm Zillner. Aus dem Bildungsressort heißt es: Da die Korrekturfrist noch laufe, gebe es noch keine Auswertung. Schülervertreter protestierten schon gestern mit einem Flashmob. Der grüne Bildungssprecher Harald Walser fordert eine Krisenhotline.

Die Modellklausur – die als echte oder als Probeschularbeit verwendet werden konnte – wird beim heutigen Treffen der Bundesreifeprüfungskommission Thema sein. Ebenfalls diskutiert werden die gekürzten Vorbereitungsstunden vor der mündlichen Matura. Eine mögliche Lösung steht im Raum: Die Zeit zwischen Notenkonferenz und schriftlicher Matura könnte umorganisiert werden.

 

 

"Die Presse" vom 19.12.2014                                Seite: 5

Ressort: Inland

 

Niederösterreich, Morgen

 

Verunsicherung bei Zentralmatura

 

   Mathematikarbeit soll "extrem uneinheitlich" ausgefallen sein.

 

   Wien. Wieder einmal herrscht Verunsicherung wegen der Zentralmatura. Erste kolportierte Ergebnisse einer Modellschularbeit in Mathematik sorgen bei Eltern und Schülern für Besorgnis: Die Klausur, die das Bildungsinstitut BIFIE als Maturavorbereitung zur Verfügung gestellt hat, soll "extrem uneinheitlich" ausgefallen sein, wie es heißt.

 

   In der Steiermark soll laut Berichten der "Kleinen Zeitung" ein Drittel der Arbeiten negativ ausgefallen sein. In Wiens Stadtschulrat spricht man von stark variierenden Resultaten: So gebe es sogar innerhalb einzelner Schulen gute Klassen und solche, bei denen die Arbeit sehr schlecht ausgefallen sei. Ähnliches beobachtet AHS-Direktorensprecher Wilhelm Zillner. Aus dem Bildungsressort heißt es, es noch keine Auswertung. Schülervertreter protestierten schon mit einem Flashmob.

 

 

"Österreich" vom 19.12.2014                                   Seite 7

Ressort: Politik

 

Wien, Niederösterreich, Burgenland

 

Schulreform: Lehrer gehen an die Länder

 

Widerstand in SPÖ erlahmt

 

Landeshauptleute sind wild entschlossen, die Verwaltung aller Lehrer an sich zu ziehen.

 

Wien. Die bildungsverhandlungen starten offiziell zwar erst am 16. Jänner - doch es hat bereits Vorberatungen gegeben. Wie der mächtige burgenländische SPÖ-Landeshauptmann

 

Hans Niessl betonte, "kommen die Verhandlungen jetzt auf Touren". Er werde dafür eintreten, die Verwaltung aller Lehrer -also auch die der rund 45.000 bundeslehrer -den Ländern zu übertragen (siehe Interview).

 

Tatsächlich dürfte der Widerstand in der SPÖ erlahmen, wie ÖSTERREICH aus Koalitionskreisen erfuhr. Nur noch bildungsministerin gabriele Heinisch-Hosek ist noch dagegen. Sie soll mit aufgewerteten aufsichtskompetenzen ins boot geholt werden. Und so könnte das Paket dann aussehen:

 

Bildungsdirektionen: Sie werden in jedem bundesland eingerichtet und wären für alle Schulen zuständig, hätten also die Verwaltung aller 125.000 Lehrer.

 

Direktoren aufgewertet: Schuldirektoren würden stark aufgewertet und sollen sich die Lehrer künftig selbst aussuchen können.

 

Ganztagsschulen: Die zahl der ganztagsschulen wird nochmals ausgebaut.

 

Aufsicht: Das bildungsministerium würde dann das Controlling übernehmen und wäre zudem für die Lehrpläne usw. zuständig.

 

 

"Österreich" vom 19.12.2014                                  Seite 13

 

Steiermark

 

Kritik an zentraler Mathematik-Matura

 

Graz. Wolfgang Erlitz, Vizepräsident des Landesschulrats, appelliert angesichts von 32 Prozent "Fünfern" bei der Mathematik-Zentralmatura an 38 steirischen Schulen an das Bifie, die Formulierungen nicht "extra kompliziert" zu gestalten. "Sieht man sich manche der Aufgabenstellungen an, hat man fast das Gefühl, dass es sich zu 80 Prozent um Deutsch und Leseverständnis und nur zu 20 Prozent um Mathematik handelt."

 

 

"Kleine Zeitung" vom 19.12.2014                             Seite: 30

Ressort: Bundesland

 

Kärnten

 

Schülerprotest gegen Ministerin

 

Wollen Kürzungen bei Vorbereitung verhindern.

 

   KLAGENFURT. Verunsicherung und Ärger bei Kärntens Schülern. „Wir wollen gut vorbereitet in die mündliche Matura gehen. Es wird Zeit, dass die Unterrichtsministerin dieses Anliegen ernst nimmt“, sagt der Obmann der Kärntner Schülerunion, Philipp Kappler. Geplant ist, dass die Vorbereitungsstunden für die mündliche Reifeprüfung gekürzt werden sollen. Statt vier Vorbereitungsstunden pro Wochenstunde im jeweiligen Fach sollen es in Zukunft in jedem Fach nur mehr vier Vorbereitungsstunden insgesamt sein. Die Bundesschülervertretung hat vergangene Woche eine parlamentarische Bürgerinitiative gegen die Kürzung gestartet. Heute tagt auch in dieser Angelegenheit die Bundes-Reifeprüfungskommission mit Ministerin Heinisch-Hosek. Die Kürzungen gehören zu den größten Kritikpunkten an der neuen Zentralmatura.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 19.12.2014                             Seite: 30

Ressort: Ennstal

 

Ennstal

 

Wenn Verunsicherung Schule macht

 

Die Themen Zentralmatura und Modell-Schularbeiten als Vorbereitung für die Maturaprüfungen lassen auch die Gymnasial-Lehrer und Schüler im Bezirk Liezen nicht kalt.

 

   MARTIN MANDL

 

   Seit Tagen gehen an den steirischen Gymnasien die Wogen hoch. Grund dafür ist eine Modell-Mathematik-Schularbeit, deren Beispiele vom Bifie ausgearbeitet und so wie die Zentralmatura standardisiert bewertet wurde. Das Ergebnis: 32 Prozent Nicht Genügend.

 

   Auch die Lehrerschaft der Mittelschulen im Bezirk Liezen sieht der Zentralmatura, die ab 2015 verpflichtend ist, alles andere als beruhigt entgegen, auch wenn die zentralisierte Schularbeit nur in einer der sieben Maturaklassen wegen mehr als 50 Prozent Fünfer wiederholt werden muss. Hierbei handelt es sich um das BG/BRG Stainach. „Die betroffenen Schüler wissen aber, was zu tun ist, damit die Wiederholung erfreulicher verläuft“, erklärt Direktorin Ulrike Pieslinger. Das Ergebnis in den anderen beiden Maturaklassen der Schule sei hingegen zufriedenstellend. „Besser kann es immer sein, aber es ist in Ordnung. Die Arbeit war jedenfalls sehr umfangreich.“

 

  Eva Spielmann, Schulleiterin des BORG Bad Aussee, schließt sich ihrer Kollegin aus Stainach an. „Das waren insgesamt 21 Seiten Angabe“, erklärt sie. „Das ist sowohl für die Schüler als auch für die Lehrer eine wahnsinnige Arbeit, denn die Schularbeiten werden auch künftig von Lehrern zusammengestellt.“ Wiederholt muss in Aussee nicht werden. Sehr Gut schaute keines heraus.

 

   Am Stiftsgymnasium in Admont gab es sehr wohl sehr gute Leistungen, auch wenn die Schulleitung mit den Ergebnissen trotzdem keine Freude hat. „Die schulinterne Vorbereitung war groß. Wenn ich daran denke, ist die Ausbeute nicht besonders“, sagt Direktor Anton Wolfram.

 

   Panik ist seit Bekanntwerden der Noten dennoch nicht ausgebrochen. „Aber die Schüler fragen nach und sind logischerweise unsicher“, sagt Wolfram. „Das war aber auch schon vorher so. Zum Beispiel war das Verschieben der Zentralmatura von 2014 auf 2015 sicher nicht zweckdienlich.“

 

   Unterstützung

 

   An der Bewertung selbst gefällt dem Admonter Direktor nicht, dass eine negative Note beim Basisteil eine positive Benotung insgesamt unmöglich macht. „Dadurch gibt es nur noch Schwarz oder Weiß, aber wir werden uns gemeinsam mit den Schülern dieser Herausforderung stellen.“

 

   In der Oberstufe in Bad Aussee ist die Nachfrage für Förderunterricht übrigens deutlich gestiegen. „Wichtig ist jetzt aber auch, dass in Medien nicht noch mehr Panik geschürt wird. Das wäre kontraproduktiv“, meint Schulleiterin Spielmann.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 19.12.2014                             Seite: 20

Ressort: Bundesland

 

Steiermark

 

Auf Fünfer-Flut folgt Gipfel

 

Kein Ende der Kritik nach Fleck-Orgie in Mathe. Landesschulratspräsidentin Meixner beruft im Jänner Gipfel ein: „Wir tun alles, damit Schüler gut maturieren können.“

 

   BERND HECKE

 

   Die Telefone hören nicht mehr auf zu läuten. Nicht in unserer Redaktion, nicht beim Landesschulrat. Überall melden sich Eltern und konsternierte Lehrer zu Wort, die sich nach der Fünfer-Flut bei der Modellschularbeit für die AHS-Achtklassler in Mathematik Luft machen. Wie berichtet, sind fast ein Drittel der an vielen Schulen in der Steiermark absolvierten Testarbeiten negativ. Unzählige Klassen müssen die Schularbeit wiederholen, weil mehr als die Hälfte der Schüler ein Nicht genügend ausgefasst hat.

 

   Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner hat gestern ihre Experten zu einem Krisengespräch zusammengetrommelt und erste Schritte gesetzt, um ein Fiasko bei der Zentralmatura im Frühjahr 2015, für die die Modellschularbeit ja der standardisierte Testlauf war, noch abzuwenden: „Wir werden im Jänner bei einem Gipfel alle Möglichkeiten erarbeiten, wie wir den Schülern helfen können. Das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie, Anm.) und das Ministerium werden von uns nach genauer Analyse der Notenbilanz entsprechende Rückmeldungen bekommen.“

 

   „Auch gute Ergebnisse“

 

   Landesschulinspektorin Gerda Lichtberger will die Situation nicht verharmlosen, legt aber Wert darauf, „dass es ja an vielen Schulen gut ausgegangen ist“. Dennoch sei bei den insgesamt 21 Seiten umfassenden Angaben die Textlastigkeit nicht in Ordnung gewesen: „Wir werden über die pädagogischen Hochschulen jetzt noch einmal Förderkurse organisieren, Lehrer müssen nachjustieren und die Schüler so vorbereiten, dass sie bei der Matura gut aufgestellt sind.“

 

   Wolfgang Erlitz, Vizepräsident des Landesschulrats, schlägt in dieselbe Kerbe. „Die Mathematik darf nicht zur Deutschprüfung werden“, fordert er das Bifie auf, die Textangaben klar und verständlich zu formulieren, statt geradezu Fallen zu stellen. Selbst Mathematiklehrer gestehen im Gespräch mit der Kleinen Zeitung, dass sie bei den ausufernden Texten Probleme hätten, die mathematische Aufgabenstellung zu erkennen.

 

   Von Lehrerseite gibt es auch Kritik an der Umsetzung, erzählt die oberste Personalvertreterin der AHS-Lehrer, Maria Schönegger: „Wir stehen ja prinzipiell zur Zentralmatura, aber bei dieser Schularbeit hat es vor allem für den zweiten Teil im Vorfeld vom Bifie viel zu wenig Übungsbeispiele gegeben.“ Ja ein Beispiel war überhaupt nicht zu erwarten, deshalb wären die Schüler von den Lehrern auch nicht darauf vorbereitet worden.

 

   Für den Direktor des Grazer Borg Monsbergergasse, Hans Adam, ist es ein Fehler, nicht mehr Lehrer aus der Praxis für die Aufgabenstellungen heranzuziehen: „Wir fordern, dass man uns jetzt deutlich mehr Fördermöglichkeiten von Bifie und Ministerium gibt.“ Man könne seine Jugend- und Schulzeit nicht rückaufrollen. Deshalb sollte man mit solchen Experimenten vorsichtiger umgehen, sagt der Direktor: „Dieser Maturajahrgang darf nicht als Versuchskaninchen missbraucht werden!“

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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