Montag, 22. Dezember 2014

2014.12.20: Newsletter Bildung

Die Presse – 20. Dezember 2014

 

 

Reifeprüfung für die Zentralmatura

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) macht den verunsicherten Lehrern, Eltern und Schülern Zugeständnisse. Bis der Matura ein gutes Zeugnis ausgestellt werden kann, dauert es aber noch.

 

Wien. Es ist der Versuch der Beruhigung: Der Tag, an dem die Zentralmatura starte, werde ein guter werden, verspricht Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Die angeblich schlechten Ergebnisse bei einer Mathematikschularbeit zur Vorbereitung auf die Matura haben bei Schülern, Eltern und Lehrern für Verunsicherung gesorgt. „Alle Schüler werden ihre Klausurarbeit schreiben und gute Ergebnisse einfahren", sagte die Ministerin im ORF-Hörfunk. Schon die Generalprobe im Mai habe gezeigt, „dass der Notenschnitt genau so war wie bei der alten Matura – und nicht schlechter".

Gute Ergebnisse wünschen sich also nicht nur Schüler, Lehrer und Eltern, sondern auch die Politik. Immerhin steht mit der Zentralmatura eine der größten bildungspolitischen Reformen vor der Reifeprüfung. Gestern, Freitag, versuchte die Ministerin, die Betroffenen mit einem Zugeständnis zu kalmieren. Nach Kritik an der Kürzung der Vorbereitungsstunden für die mündliche Matura werden diese erweitert. Künftig soll auch die Zeit zwischen Notenkonferenz und dem Ende der achten Klasse zum Üben genützt werden.

Trotzdem bleibt einiges offen. „Die Presse" hat der Zentralmatura ein erstes Zeugnis ausgestellt.

Idee. Note 1 – 2

Die Idee ist an sich eine gute: Eine vergleichbare Prüfung zum Schulabschluss ist nicht nur fairer und transparenter als die bisherige Maturapraxis, die mitunter mit Mauscheleien einherging. Zentrale Reifeprüfungen sind auch international längst üblich: In den meisten europäischen Ländern gibt es zum Schulabschluss irgendeine Art von einheitlicher Prüfung. Mehr noch: Auch die stets geforderte Schulautonomie verlangt nach einer gewissen Standardisierung. Woran sich die Geister scheiden, ist die Frage, ob wirklich der gesamte schriftliche Prüfungsteil zentral vorgegeben werden sollte – oder ob nicht eher lediglich die Basiskompetenzen geprüft werden sollen.

Kommunikation. Note 4

Der jüngste Streit um die gekürzten Vorbereitungsstunden ist symptomatisch: Wochenlang hat die Bildungsministerin Eltern und Schülern erklärt, dass ihre Sorgen unbegründet seien – um nach medialer Eskalation dann doch einzulenken. Wobei: In diesem Fall wurde immerhin kommuniziert. Anders als etwa bei dem geänderten Notenschlüssel der Englischmatura im Frühjahr, den das verantwortliche Bildungsinstitut BIFIE den Betroffenen nicht wirklich kommuniziert hat. Immerhin hat – mit erheblicher Verspätung – inzwischen die Bundesreifeprüfungskommission ihre Arbeit aufgenommen, in der Eltern, Lehrer und Schüler die Bildungsministerin beraten.

Rückhalt. Note 4 – 5

Inzwischen ist trotz des holprigen Verlaufs Eltern, Lehrern und Schülern klar, dass an der Zentralmatura wohl kein sinnvoller Weg mehr vorbeiführt. Was nicht bedeutet, dass sie sie mit Begeisterung erwarten. Tatsächlich haben es die Verantwortlichen über Jahre nicht geschafft, die Betroffenen ins Boot zu holen – bei einer Reform dieses Ausmaßes entscheidend. Schwere Patzer und Pannen verstärken die Aufregung: Schüler fühlen sich als Versuchskaninchen, Eltern fürchten um die Zukunft ihrer Kinder und manche Lehrer – die womöglich selbst unter Prüfungsangst leiden –, haben lang heftig gegen die Reform mobilisiert, statt sich konstruktiv einzubringen.

Ausgestaltung. Note 3

Selbst Befürworter einer zentralen Matura übten Kritik – und zwar an der konkreten Umsetzung. Im Fach Deutsch wurde moniert, dass die Literatur deutlich zu kurz komme. Hier zeigte sich das Ministerium am Freitag angeblich gesprächsbereit. In Mathematik stößt die Unterteilung in Grundkompetenzen und erweiterte Kompetenzen teils auf Unverständnis. Denn wer Erstere nicht besteht, dem nützt auch ein brillanter zweiter Teil nichts. In Englisch sorgte für Unmut, dass die Prozenthürde für ein Genügend je nach Schwierigkeitsgrad der Aufgaben variierte. Hier wurde bereits eine Lösung gefunden.

Vorbereitung. Note 4

Die Vorbereitungen der Zentralmatura liefen nur schleppend an – und gingen zum Teil dilettantisch weiter: Lang gab es keine geeigneten Schulbücher, kein Unterrichtsmaterial und zu wenige bzw. widersprüchliche Informationen. Das führte dazu, dass der Start der Zentralmatura um ein Jahr verschoben wurde. Dass bei der Generalprobe im vergangenen Mai dann auch noch Fehler passierten – der peinlichste: in Mathematik fehlten Prüfungsbögen – erhärtete die Zweifel. Die angeblich teils schlechten Ergebnisse bei der jüngsten Mathematik-Modellschularbeit verunsicherten weiter.

 

 

Der Standard – 20. Dezember 2014

 

 

Zentralmatura: Schüler bekommen mehr Zeit zur Vorbereitung

Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek einigt sich mit Eltern, Lehrern und Schülern auf Kompromiss

Wien - Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat sich am Freitag mit Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern auf mehr Vorbereitungszeit für die Zentralmatura geeinigt. Bei einer Sitzung der Bundesreifeprüfungskommission wurde beschlossen, dass die Zeit zwischen der Notenkonferenz und dem Ende der achten Klasse für die Vorbereitung auf die mündliche Matura genutzt werden kann. In diesen etwa zehn Tagen findet derzeit normaler Unterricht statt, der aber keinen Einfluss mehr auf die Noten hat.

Die Kürzung der eigentlichen Vorbereitungsstunden bleibt aber aufrecht. Schülervertreter hatten in den vergangenen Tagen scharf kritisiert, dass bei der neuen Matura nur mehr vier Vorbereitungsstunden vorgesehen waren. Bisher waren in Nebenfächern meist bis zu acht Vorbereitungsstunden möglich, in Hauptfächern bis zu zwölf oder 16.

Künftig können die Schüler in der Zeit nach Ende der achten Klasse statt des stundenplanmäßigen Unterrichts entweder in der eigenen Klasse und auch in den Parallelklassen jene Fächer und Wahlpflichtfächer besuchen, in denen sie schriftlich oder mündlich maturieren werden. "Ich verstehe die Sorgen und Ängste der SchülerInnen, und mit dieser Lösung wird die Vorbereitungszeit erweitert", sagte Heinisch-Hosek laut einer Aussendung. "Damit haben die Schülerinnen und Schüler mehr Betreuungszeit und können sich bestmöglich vorbereiten."

Schüler sehen nur Soforthilfemaßnahme

Bundesschulsprecher Lukas Faymann sieht in der Lösung nur eine Soforthilfemaßnahme für den kommenden Maturajahrgang, wie er in einer Aussendung mitteilte.

Vor dem Treffen hatte Heinisch-Hosek im Ö1-"Morgenjournal" noch darauf gepocht, dass die Stundenanzahl für die Vorbereitung bereits 2012 mit Gewerkschafts- und Schülervertretern vereinbart worden sei. Die jetzt geäußerten Bedenken schrieb sie den "neuen Personen" in der Schülervertretung zu. Mit der neu eingeführten vorwissenschaftlichen Arbeit, die Teil der mündlichen Prüfung ist, hätten die Schüler bereits ab jetzt sechs Monate Zeit, sich mit "guter Begleitung" vorzubereiten. "Die Aufstockung der Vorbereitungsstunden zwischen mündlicher und schriftlicher Matura ist weiterhin unbedingt notwendig", sagte Faymann. Er wünscht sich eine Behandlung des Themas im Unterrichtsausschuss im Jänner.

Moderne Matura

Grundsätzlich sieht Heinisch-Hosek die neue Reifeprüfung so: "Früher hat es Vierteltelefone gegeben, dann hat es die C64er-Computer gegeben, heute arbeiten alle mit Tablets. Und so modern wollen wir auch die neue Matura gestalten." Und für die gelte es eben auch, sich anders, nämlich umfassender vorzubereiten.

Dass die Ergebnisse der schriftlichen Probeschularbeiten in Mathematik vielerorts schlecht ausgefallen sind, beunruhigt die Ministerin nicht: "Ich bin froh, dass dieser Gradmesser stattgefunden hat – und als das sehe ich es. Ich sehe mein Glas halb voll und sage: 70 Prozent der Schülerinnen und Schüler sind in Mathematik maturareif, und jetzt ist genug Zeit, sich gut vorzubereiten auf die eigentliche Klausur."

Folgerichtig rechnet sie auch damit, dass der 4. Mai – Starttermin der Zentalmatura – "ein guter Tag" werden wird. Ganz ungetrübt ist aber auch die ministerielle Zuversicht nicht: "Wir haben acht Sicherheitsstufen eingeplant – auch das Bifie (Bundesinstitut für Bildungsforschung, Anm.) bei der Auslieferung der Arbeiten."

 

 

Heute – 20. Dezember 2014

 

Zentralmatura: Streit bei Krisensitzung beigelegt

Die Kürzung der Vorbereitungsstunden vor der mündlichen Matura soll durch zusätzliche Übungsangebote zwischen Notenkonferenz und schriftlicher Reifeprüfung kompensiert werden. Diesen "Kompromissvorschlag" hat SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek am Freitag unterbreitet. Für die Schüler ist das eine "gangbare Soforthilfemaßnahme, aber keine langfristige Lösung".

Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter hatten Kritik an der Kürzung der Vorbereitungsstunden geübt. Das sind jene Stunden, die zwischen schriftlicher und mündlicher Matura zur Vorbereitung auf letztere zur Verfügung stehen. Bisher wurden den Lehrern in Nebenfächern pro Klasse in der Regel acht Stunden bezahlt, in Hauptfächern zwölf oder 16. Künftig sind es nur mehr vier, außerdem werden alle Kandidaten eines Prüfungsfachs klassenübergreifend in einer Gruppe zusammengefasst.

Kritik an Bifie

Zentralmatura: Schüler protestieren nach "Fleck-Orgie"

Die Kürzung der Vorbereitungsstunden bleibt zwar aufrecht: Dafür wird die Zeit zwischen Notenkonferenz der Maturaklasse und der schriftlichen Reifeprüfung umorganisiert, so die Ministerin. In diesen etwa zehn Tagen findet derzeit normaler Unterricht statt, der aber keinen Einfluss mehr auf die Noten hat. Die Lehrer werden dafür noch innerhalb ihrer Lehrverpflichtung entlohnt.

200 Schüler am Minoritenplatz

Ministerin muss über "Bildungsleichen" gehen

Künftig können die Schüler in dieser Zeit statt des stundenplanmäßigen Unterrichts entweder in der eigenen Klasse und auch in den Parallelklassen jene Fächer und Wahlpflichtfächer besuchen, in denen sie schriftlich oder mündlich maturieren werden. Für Heinisch-Hosek ist das eine "praktikable Lösung im Sinne der Schülerinnen und Schüler". Damit hätten sie mehr Betreuungszeit und könnten sich bestmöglich vorbereiten.

"Soforthilfemaßnahme"
Bundesschulsprecher Lukas Faymann sah den Vorschlag gemischt: Dabei handle es sich zwar um eine "gangbare Soforthilfemaßnahme, aber keine langfristige Lösung". Die Forderung der Schüler nach einer Aufstockung der regulären Vorbereitungsstunden bleibe aufrecht. Diese Lösung könne nur für dieses Schuljahr gelten, nachher müsse sie evaluiert werden.

Kontrolle der Aufgaben entfällt
Auch für die schriftliche Zentralmatura gab es Klarstellungen: Die vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) gelieferten Aufgaben müssen von den Lehrern nicht vorab kontrolliert werden. Die Materialien würden an eine dazu berechtigte Person an der Schule zugestellt, die nur den Erhalt bestätige und die Anzahl der gelieferten Kuverts pro Fach mit der Zahl der Maturanten vergleiche. Das Zählen einzelner Blätter ist natürlich nicht notwendig.

Lehrer zufrieden

Zentralmatura: Kontrolle der Aufgaben vom Tisch

Die Bundes-Reifeprüfungskommission soll die zentralen Elemente der Matura begleitend evaluieren sowie Bildungsministerin Heinisch-Hosek bezüglich der Abwicklung der Prüfung strategisch beraten. Das 13-köpfige Gremium besteht neben Heinisch-Hosek noch aus zwei Landesschulratspräsidenten, Fachdidaktikern, Vertretern von Bildungs- und Wissenschaftsministerium bzw. Universitätenkonferenz sowie Personal-, Schüler- und Elternvertretern.

Ab nächstem Mal für AHS schlagend
Die neue Matura ist ab dem Haupttermin im Mai 2015 an den AHS verpflichtend. Die berufsbildenden höheren Schulen (BHS) folgen erst ein Jahr später, sie können aber im Rahmen von Schulversuchen einzelne Teile der neuen Reifeprüfung, die etwas anders als an den AHS konzipiert ist, erproben.

 

 

SN – 20. Dezember 2014

 

 

Schriftliche Matura mit mehr Vorbereitung

 

WIEN. Die Kürzung der Vorbereitungsstunden vor der mündlichen Matura soll durch zusätzliche Übungsangebote zwischen Notenkonferenz und schriftlicher Reifeprüfung ausgeglichen werden.

 

Diesen Kompromissvorschlag machte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP) am Freitag.

 

Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter hatten die Kürzung kritisiert. Es geht um jene Stunden, die zwischen schriftlicher und mündlicher Matura zur Vorbereitung zur Verfügung stehen. Bisher wurden den Lehrern in Nebenfächern pro Klasse acht Stunden bezahlt, in Hauptfächern zwölf oder 16. Künftig sind es nur noch vier.

 

Schulbetrieb wird umorganisiert

 

Die Verringerung bleibt aufrecht, dafür wird die Zeit zwischen der Notenkonferenz und der schriftlichen Reifeprüfung umorganisiert. In diesen zehn Tagen findet derzeit normaler Unterricht statt, der keinen Einfluss mehr auf die Noten hat. Die Lehrer werden innerhalb ihrer Lehrverpflichtung entlohnt.

 

Künftig können Schüler in dieser Zeit statt des stundenplanmäßigen Unterrichts entweder in der eigenen Klasse oder in den Parallelklassen jene Fächer und Wahlpflichtfächer besuchen, in denen sie maturieren werden.

 

Für die Schüler ist das eine "gangbare Soforthilfemaßnahme, aber keine langfristige Lösung".

 

AHS-Lehrergewerkschafter Eckehard Quin sieht die Lösung als "die heuer einzig machbare". Ob sie auch langfristig sinnvoll sei, könne er nicht sagen: "Das muss eine Evaluierung zeigen".

 

 

Österreich – 20. Dezember 2014

 

Matura: Mehr Vorbereitung für die Schüler

Maturanten können in den Parallel-Klassen mitlernen.

Ein Aufschrei der Lehrergewerkschafter und Flashmobs der Maturanten – die bereits paktierte Kürzung der Vorbereitungsstunden vor der mündlichen Matura hat Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek nochmals Proteste eingebrockt.

Heinisch-Hosek präsentierte in der Sitzung der Maturakommission am Freitag nun einen Kompromiss, der angenommen wurde: Es bleibt bei den vier Vorbereitungsstunden. Dafür wird die Zeit zwischen Notenkonferenz der Maturaklasse und der schriftlichen Reife­prüfung umorganisiert. Die Schüler können in dieser Zeit Unterricht anderer Klassen in jenen Fächern besuchen, in denen sie mündlich maturieren wollen. „Damit haben die Schüler mehr Betreuungszeit und können sich bestmöglich vorbereiten", wird betont.

 

 

TT – 20. Dezember 2014

 

Zentralmatura

Zusätzliche Vorbereitung vor der schriftlichen Matura

Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter wehrten sich gegen die Kürzung der Vorbereitungsstunden bei der mündlichen Matura. Am Freitag präsentiere Bildungsministerin Heinisch-Hosek einen Kompromissvorschlag.

Wien - Die Kürzung der Vorbereitungsstunden vor der mündlichen Matura soll durch zusätzliche Übungsangebote zwischen Notenkonferenz und schriftlicher Reifeprüfung kompensiert werden. Diesen „Kompromissvorschlag" hat Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) am Freitag unterbreitet. Für die Schüler ist das eine „gangbare Soforthilfemaßnahme, aber keine langfristige Lösung".

Im Vorfeld hatten Eltern-, Lehrer- und Schülervertreter Kritik an der Kürzung der Vorbereitungsstunden geübt. Dabei geht es um jene Stunden, die zwischen schriftlicher und mündlicher Matura zur Vorbereitung auf letztere zur Verfügung stehen. Bisher wurden den Lehrern in Nebenfächern pro Klasse in der Regel acht Stunden bezahlt, in Hauptfächern zwölf oder 16. Künftig sind es nur mehr vier, außerdem werden alle Kandidaten eines Prüfungsfachs klassenübergreifend in einer Gruppe zusammengefasst.

Die Kürzung der eigentlichen Vorbereitungsstunden bleibt nun zwar aufrecht: Dafür wird die Zeit zwischen Notenkonferenz der Maturaklasse und der schriftlichen Reifeprüfung umorganisiert, so die Ministerin im Zuge der Sitzung der Bundes-Reifeprüfungskommission. In diesen etwa zehn Tagen findet derzeit normaler Unterricht statt, der aber keinen Einfluss mehr auf die Noten hat. Die Lehrer werden dafür noch innerhalb ihrer Lehrverpflichtung entlohnt.

Künftig können die Schüler in dieser Zeit statt des stundenplanmäßigen Unterrichts entweder in der eigenen Klasse und auch in den Parallelklassen jene Fächer und Wahlpflichtfächer besuchen, in denen sie schriftlich oder mündlich maturieren werden. Für Heinisch-Hosek ist das eine „praktikable Lösung im Sinne der Schülerinnen und Schüler", hieß es in einer Aussendung. Damit hätten sie mehr Betreuungszeit und könnten sich bestmöglich vorbereiten.

Schüler sehen nur „Soforthilfemaßnahme"

Bundesschulsprecher Lukas Faymann sah den Vorschlag gegenüber gemischt: Dabei handle es sich zwar um eine „gangbare Soforthilfemaßnahme , aber keine langfristige Lösung". Die Forderung der Schüler nach einer Aufstockung der regulären Vorbereitungsstunden bleibe aufrecht. Diese Lösung könne nur für dieses Schuljahr gelten, nachher müsse sie evaluiert werden.

Auch für die schriftliche Zentralmatura gab es Klarstellungen: Die vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) gelieferten Aufgaben müssen von den Lehrern nicht vorab kontrolliert werden. Die Materialien würden an eine dazu berechtigte Person an der Schule zugestellt, die ́nur den Erhalt bestätige und die Anzahl der gelieferten Kuverts pro Fach mit der Zahl der Maturanten vergleiche. Das Zählen einzelner Blätter sei „natürlich nicht notwendig", so die Ministerin.

Die Bundes-Reifeprüfungskommission soll die zentralen Elemente der Matura begleitend evaluieren sowie Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) bezüglich der Abwicklung der Prüfung strategisch beraten. Das 13-köpfige Gremium besteht neben Heinisch-Hosek noch aus zwei Landesschulratspräsidenten, Fachdidaktikern, Vertretern von Bildungs- und Wissenschaftsministerium bzw. Universitätenkonferenz sowie Personal-, Schüler- und Elternvertretern.

Die neue Matura ist ab dem Haupttermin im Mai 2015 an den AHS verpflichtend. Die berufsbildenden höheren Schulen (BHS) folgen erst ein Jahr später, sie können aber im Rahmen von Schulversuchen einzelne Teile der neuen Reifeprüfung, die etwas anders als an den AHS konzipiert ist, erproben.

 

 

Wiener Zeitung – 20. Dezember 2014

 

Kompromiss

Heuer keine Alternative zu geplantem Matura-Ablauf

 

 

 

 

·         Kritik der Opposition: Um die Zentralmatura sei es "nicht gut bestellt".

 

Wien. Der Kompromiss zu den Vorbereitungsstunden bei der neuen mündlichen Matura ist für den Vorsitzenden der AHS-Lehrergewerkschaft, Eckehard Quin, die "für heuer einzig machbare und realistische Lösung, die auch im Sinn der Schüler ist". Ob sie auch langfristig sinnvoll sei, könne er jetzt noch nicht sagen: "Man muss sowieso die ganze Matura evaluieren", so Quin zur APA.

Die nun erarbeitete Lösung bedeute keine zusätzliche Belastung für das Budget. Die Lehrer würden den Unterricht noch innerhalb ihrer Lehrverpflichtung leisten - "es ist aber auch keine Mehrbelastung für die Lehrer", so Quin.

Für den Bildungssprecher der NEOS, Matthias Strolz, ist trotz des Kompromisses, mit dem "Unterrichtseinheiten nach Notenschluss zweckentfremdet" würden, "keine langfristige Lösung in Sicht". Vor dem Hintegrund der teils schlechten Noten bei der vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) zur Matura-Vorbereitung zur Verfügung gestellten Modellschularbeit in Mathematik fordert er in einer Aussendung mehr Vorbereitung.

Um die Zentralmatura sei es "nicht gut bestellt", so der Bildungssprecher der Grünen, Harald Walser. Das äußere sich "an den dürftigen Ergebnissen der Probe-Schularbeiten von vor einer Woche". Heinisch-Hosek solle das "Chaos" möglichst schnell in Ordnung bringen. Scheitere die Zentralmatura, dann sei die Ministerin "rücktrittsreif", so Walser.

FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz forderte noch vor Bekanntwerden des Kompromisses in einer Aussendung mehr Vorbereitungsstunden. "Die Kinder der unmittelbar betroffenen Jahrgänge dürfen keine Versuchskaninchen sein", so Rosenkranz. Ebenfalls noch vor der Einigung ortete auch Team Stronach-Bildungssprecher Robert Lugar "Chaos".

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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