Montag, 12. Januar 2015

2015.01.12: Bildung

APA0224 II, CI, XI 12.01.2015 12:00:02

 

Elternvertreter gegen gegenderte Schulbücher

Utl.: Lesbarkeit leide unter "Zerhacken durch Schrägstriche" - Elternvertreter sollen bei Beschlussfassung über Schulbücher auf Lesbarkeit achten

Schule/Frauen und Männer/Sprache/Österreich

Der Bundesverband der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen spricht sich gegen gegenderte Schulbücher aus. "Ein Schulbuch ist dazu da, um von Schülern verstanden und gebraucht zu werden sowie Lehrinhalte zu vermitteln", so der Verbands-Vorsitzende Theodor Saverschel bei einer Pressekonferenz am Montag. Das Gendern führe dagegen zu zunehmender Unleserlichkeit der Texte.

"Arbeitet nun zu zweit. Lest den rechts stehenden Text (S.7) folgendermaßen: Eine/r ist Zuhörer/in, der /die andere ist Vorleser/in. Eine/r liest den Abschnitt vor, der/die Zuhörer/in fasst das Gehörte zusammen. Der/die Vorleser/in muss angeben, ob die Zusammenfassung richtig war. Wechselt euch nach jedem Textabschnitt in der Rolle ab". Solche Passagen wie in diesem Deutsch-Lehrbuch sind für die Elternvertreter wenig hilfreich. Seit 2012 werden auch nur mehr Schulbücher approbiert, deren Inhalt geschlechtsneutral verfasst ist.

"Lesen ist ein sehr komplexer Vorgang", argumentierte Saverschel. "Beim Lernen und Üben ist es wichtig, dass die Worte rasch erfasst werden. Durch das Zerhacken mit Schrägstrichen wird das so gut wie unmöglich gemacht." Gerade für Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache müsse man darauf Bedacht nehmen, dass sowohl Form als auch Inhalt der Texte gut verständlich seien, so seine Stellvertreterin Susanne Schmid.

Seit 2012 gibt es einen Leitfaden des Bildungsministeriums, wie Schulbücher verfasst sein sollen. Darin heißt es, dass in Sprachlehrbüchern grundsätzlich die "vollständigen Paarformen" gelehrt werden sollen (männliche und weibliche Form - entweder durch "und" oder durch Schrägstrich verbunden z.B.: Schüler und Schülerinnen bzw. Schüler/Schülerinnen), ab der Oberstufe sollen dann auch die "Sparschreibungen" thematisiert werden (Schrägstrich innerhalb eines Wortes: "Schüler/innen" oder etwa Binnen-I: "SchülerInnen"). In anderen Schulbüchern "können die in der Öffentlichkeit üblichen Formen der geschlechtergerechten Schreibweise verwendet werden, wobei auf Verständlichkeit, Lesbarkeit und Sprachrichtigkeit zu achten ist".

"Was hier unter Verständlichkeit verstanden wird, verstehe ich ehrlich gesagt nicht", meinte Saverschel. Diese Vorgangsweise habe auch kein anderes deutschsprachiges Land gewählt. "Das ist ein österreichisches Schulbuchproblem", meinte Schmid. Sie appellierte an die Elternvertreter an den Schulen, bei der Beschlussfassung im Schulgemeinschaftsausschuss über die zu verwendenden Schulbücher auf die Lesbarkeit zu achten. Derzeit gebe es noch durchaus ungegenderte Schulbücher - erst Neuauflagen würden gegendert.

Die Elternvertreter sind aber nicht grundsätzlich gegen geschlechterneutrales Formulieren: "In öffentlichen Papieren, im rechtlichen Bereich - etwa bei Ausschreibungen - ist das durchaus notwendig. Aber Schulbücher sollten von der Vernunft getragen sein", so Schmid. "Zeitungen oder Theaterstücke werden ja auch nicht gegendert."

"Entscheidend ist immer die Lesbarkeit", meinte Saverschel: "Wenn man allgemeine Formen findet wie etwa 'Studierende' - von mir aus, dann ist das auch in Ordnung." Problem für ihn: "Political Correctness wird oft als Feigenblatt verwendet, um Aktionen umzusetzen, die bar jedes Hausverstandes sind. Das schadet dem Bildungsstandort und erweist der Frauenförderung einen Bärendienst."

Frauenförderung besteht für Schmid vielmehr in der Schaffung gleicher Chancen. So müsse man sich etwa fragen, warum Mädchen sich oft weniger für naturwissenschaftliche Fächer interessieren oder bei Mathe-Schularbeiten wie zuletzt bei der Modell-Schularbeit für die Zentralmatura schlechtere Ergebnisse erzielen. Hier müsse stärker gefördert werden: "Da reicht ein Tag der offenen Tür mit 15 nicht."

Weitere Befürchtung der Elternvertreter: "Es ist ja schon abzusehen, dass sich das Gendern auf Aufgabenstellungen bei Schularbeiten oder Matura ausweiten wird", so Schmid. So stelle sich die Frage, ob künftig Schüler schlechter benotet werden, die nicht gendern - etwa bei der vorwissenschaftlichen Arbeit bei der Matura oder der schriftlichen Matura selbst.

(schluss) aku;hac

OTS0071 II 12.01.2015 11:54:18

 

Elternvertretung kritisiert die „Gender“-Politik bei Schulbüchern

Utl.: Steigende Unlesbarkeit von Schulbüchern durch Gendern

Schulbuch/Bildung/Schule/Gesellschaft/Politik

Vertreter des Bundeselternverbandes haben heute, Montag, bei einer Pressekonferenz die aktuelle Entwicklung der Genderpolitik in Österreichs Schulbüchern durch das Bildungsministerium aufgezeigt und kritisiert. Eine Beibehaltung dieser Strategie wird zu einem weiteren Rückgang der Bildungsqualität in Österreich führen. Frauenförderung wird damit nicht erreicht

Um Schulbücher im Unterricht einsetzen zu dürfen, sind diese vom Unterrichtsministerium zuzulassen. Das Zulassungsverfahren wird Approbation genannt. Als unabdingbare Voraussetzung für eine Approbation wird nun vom Ministerium gefordert, dass der Inhalt geschlechtsneutral verfasst ist. Dies führt zu steigender Unlesbarkeit.

"Ein Schulbuch ist dazu da um von Schülern verstanden und gebraucht zu werden sowie Lehrinhalte zu vermitteln." so Elternvertreter Theodor Saverschel, "Der Vorgang des Lesens ist sehr komplex und beim Erlernen und Üben ist es einfach auch wichtig, dass die Worte rasch erfasst werden können. Das wird durch das Zerhacken mit Schrägstrichen unmöglich gemacht".

Elternvertreterin Susanne Schmid betont "Es handelt sich noch immer um Kinder. Daher ist es unabdingbar dass die Lesbarkeit und Verständlichkeit höchste Priorität besitzen. Es muss eine Sprache gewählt werden, die Kinder lesen und erfassen können. So wird zwar in den Approbationsrichtlinien des Ministeriums auf Einhaltung der Lesbarkeit hingewiesen, doch scheint sich niemand sonderlich darum zu kümmern. Hauptsache gegendert!"

"Wir sehen uns mit einem immer weiter steigenden Anteil von Schülern mit nicht deutscher Muttersprache konfrontiert. Alle Testungen haben ergeben, dass es schon jetzt Probleme beim sinnerfassenden Lesen gibt.", kritisiert Saverschel, "da sind gegenderte Lehrbücher vollkommen kontraproduktiv."

"Es ist ja schon abzusehen, dass sich das Gendern auch auf Aufgabenstellung bei Schularbeiten und Matura ausweiten wird", so Schmid. "Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass sich der Bildungsstandort Österreich im internationalen Vergleich weiter verschlechtern wird."

"Die Schulbuchverlage, Ministerium und Lehrer sollen an die Schüler denken und mit hoher Priorität auf die Lesbarkeit der Schulbücher achten." fordert Saverschel, "daher keine Sparform mittels Schrägstrich und auch kein Binnen-I"

"Eltern von AHS und BMHS haben gesetzlich die Möglichkeit, über den Schulgemeinschaftsausschuss (SGA) in der Schule bei der Schulbuchauswahl mit zu bestimmen. Bestehen Sie auf dieses Recht." informiert und fordert Schmid.

Saverschel weiter, "Political corrrectness ist dort notwendig wo es um offizielle Schreiben, Gesetze, Verordnungen, öffentliche Aushänge oder ähnliches geht." und fügt hinzu " Political correctness wird jedoch sehr gerne als Grund für fragwürdige ideologisch motivierte Aktionen herangezogen und der Hausverstand abgeschalten."

"Frauenförderung ja, aber dort wo sie notwendig ist.", so Schmid weiter, "So sollten alle Pädagogen und Bildungspolitiker ganz rasch nachdenken, warum die Modellschularbeit in Mathematik bei Mädchen so schlecht ausgefallen ist und was da getan werden kann. Wer Frauen in technischen Berufen will, muss Ihnen ja auch das Rüstzeug dafür mitgeben - da gehört Mathematik einfach dazu." fordert Schmid.

Saverschel abschließend, " Allen unverbesserlichen Befürwortern der aktuellen Handhabung gegenderter Schulbücher sei ins Stammbuch geschrieben, dass Sie damit dem Bildungsstandort Österreich und der Idee der Frauenförderung einen Bärendienst erweisen."

Rückfragehinweis:
Ing. Theodor Saverschel, MBA
Präsident des Bundesverbandes
der Elternvereine an mittleren und
höheren Schulen Österreichs
office@bundeselternverband.at

Dr. Susanne Schmid
Vize-Präsidentin des Bundesverbandes
der Elternvereine an mittleren und
höheren Schulen Österreichs
office@bundeselternverband.at


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Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
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