Donnerstag, 15. Januar 2015

2015.01.15: Bildung

OTS0178 II 15.01.2015 13:41:57

 

LR Schwarz: "Zentralismus am Reißbrett ohne Rücksicht auf regionale Gegebenheiten"

Utl.: NÖ Bildungs-Landesrätin zu Plänen für österreichweite Mindestgrößen für Schulen

Politik/VPNÖ/Niederösterreich/Bildung/Schulen

Niederösterreichs Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz übt Kritik an den Plänen von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek zur Festlegung von Mindestgrößen für Schulen: "Die Aussagen der Bildungsministerin beweisen einmal mehr, dass die Schulverwaltung in den Händen der Länder besser aufgehoben wäre. Als Flächenbundesland hat Niederösterreich einen Versorgungsauftrag zu leisten, sowohl im Sozial- und Familienbereich, aber natürlich auch in der Bildung. Die ersten Bildungseinrichtungen müssen den Kindern in den Gemeinden vor Ort zur Verfügung stehen. Daher ist für mich klar: In Niederösterreich soll es keine Schließungswellen von Kleinschulen und Kleinstschulen wie in anderen Bundesländern geben, wo den Kindern weite Wege zugemutet werden. Wir gehen in unserem Bundesland den Weg, dass in den ersten Bildungsjahren die PädagogInnen zu den Kindern kommen und nicht umgekehrt."

Schulzusammenlegungen würden auch für die Kommunen in ihrer Funktion als Schulerhalter finanzielle Belastungen mit sich bringen, so Schwarz: "Diese wiennahe Bildungspolitik entspringt dem Zentralismus am Reißbrett, ohne Rücksicht auf die regionalen Gegebenheiten in Österreich und vergisst die Wichtigkeit von Kindern und SchülerInnen in kleinen Gemeinden. Kinder müssen in ihren Heimatkommunen verwurzelt und eingebunden sein und die eigene Gemeinde kennen lernen, um die kulturellen Angebote und das Vereinsleben vor Ort aufrecht zu erhalten."

Zu den über den Stellenplan des Bundes hinweg benötigten LehrerInnen merkt Schwarz an, dass "damit nicht nur die notwendigen Klein- und Kleinstschulen aufrecht erhalten werden, sondern auch die Klassenschülerhöchstzahl von 25 umgesetzt und der sonderpädagogische Förderbedarf abgedeckt wird, um die hohe Qualität des Unterrichts in allen Regionen Niederösterreichs aufrecht zu erhalten".

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APA0363 II, XI 15.01.2015 13:40:22

 

Kleinschulen: Gemeindebund gegen Mindestgrößen

Utl.: Länder wollen sich nichts vorschreiben lassen

Schule/Gemeindebund/Österreich

Gemeindebundchef Helmut Mödlhammer (ÖVP) hält "überhaupt nichts" von einer österreichweiten Festlegung von Mindestschülerzahlen für Schulen. "Es kann nicht im fernen Wien entschieden werden, was im Kleinen Walsertal oder in Osttirol passiert", so Mödlhammer im Online-"Standard". Auch Länder-Vertreterinnen warnten vor "Zentralbürokratie" und "wiennaher Bildungspolitik".

"Die Schulerhalter sind die Gemeinden, deshalb hat die Ministerin damit eigentlich überhaupt nichts zu tun. Sie sollte sich mehr um die Bundesschulen kümmern", meinte Mödlhammer. Kleinschulen seien nicht die Kostentreiber. "Sie wirtschaften sehr kostengünstig und gut." In der Reduktion der Schulverwaltung sei viel mehr Geld drinnen als bei "den paar Lehrern, die man so einsparen könnte und die sehr gute Arbeit in Kleinschulen leisten".

Auch die Tiroler Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) sprach sich gegenüber der APA vehement gegen die Pläne der Bildungsministerin aus. "Pflichtschulen sind Landessache. Tirol wird sich nicht die Zahl der Schüler vorschreiben lassen", erklärte die Landesrätin. Man könne Wiener Verhältnisse nicht auf die topografische Situation des Bundeslandes übertragen. Dies gelte auch für die angedachte Mindestanzahl von rund 300 Schülern pro Schule in der Sekundarstufe. Diese würden derzeit nur drei NMS in Tirol erfüllen.

Ähnlich ihr oberösterreichisches Pendant: "Es ist erschreckend, wie weit sich die Wiener Zentralbürokratie bereits von den Menschen entfernt hat", so Doris Hummer (ÖVP) in einer Aussendung. Eine Mindestgröße von 300 Schülern würde bedeuten, dass im Bundesland "sage und schreibe 90 Prozent aller Haupt- und Neuen Mittelschulen betroffen wären". Hummer sprach sich erneut dafür aus, dass Wien alle Bildungsinhalte und -standards festlege und die Länder Fragen der Organisation, des Personals und des Schulbaues regeln sollten. Der Vorschlag der Ministerin hingegen würde zu einer "Massenschließung" und einer Errichtung von Großkomplexen führen, kritisierte sie.

"Die Aussagen der Bildungsministerin beweisen einmal mehr, dass die Schulverwaltung in den Händen der Länder besser aufgehoben wäre", meinte auch die niederösterreichische Bildungslandesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) in einer Aussendung. Schulzusammenlegungen würden auch für die Kommunen in ihrer Funktion als Schulerhalter finanzielle Belastungen mit sich bringen: "Diese wiennahe Bildungspolitik entspringt dem Zentralismus am Reißbrett, ohne Rücksicht auf die regionalen Gegebenheiten in Österreich und vergisst die Wichtigkeit von Kindern und SchülerInnen in kleinen Gemeinden."

(schluss) aku;ede;tob;cm;spu

APA0355 II, XI 15.01.2015 13:31:08

 

Kleinschulen: Je nach Bundesland verschiedene Vorgaben

Utl.: Mindestschülerzahl variiert stark

Schule/Österreich/Hintergrund

Die Vorgaben der Bundesländer zu den Mindestgrößen von Schulen variieren stark. Das zeigt ein Rundruf der APA in den Landesschulräten bzw. -regierungen. Im Regelfall gibt es eine zahlenmäßige Mindestgröße, die etwa bei Volksschulen von drei bis 100 Schülern reicht.

Das heißt aber nicht unbedingt, dass bei einem Daruntersinken die Schule auch tatsächlich geschlossen wird - dafür gibt es oft noch zusätzliche Kriterien wie etwa die zu erwartende Schülerzahlentwicklung oder die Entfernung zum nächsten Schulstandort. Auch für den oft verwendeten Begriff "Kleinschule" oder "Kleinstschule" gibt es keine gesetzliche Definition - meist werden darunter Schulen verstanden, in denen zwei- oder dreiklassig (Kleinschule) bzw. sogar nur einklassig (Kleinstschule) unterrichtet wird.

In Tirol beträgt die Mindestgröße einer Volksschule drei Schüler, erklärte Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP). Derzeit gebe es aber keine Schule in dieser Größe. Von den 48 einklassigen Volksschulen in Tirol würden 37 weniger als 15 Kinder aufweisen. Bei den Neuen Mittelschulen (NMS) gebe es dagegen keine entsprechende Mindestgröße.

In der Steiermark liegt die erforderliche Mindestgröße bei einklassigen Volksschulen bei 20 Schülern. Bei Hauptschulen/NMS sind es 70 Schüler. Zusätzliche Kriterien für die Entscheidung, ob geschlossen wird oder nicht, sind auch die mittelfristig absehbare Schülerzahlentwicklung, der bauliche Zustand der Schule, die Entfernung zum nächsten Schulstandort und dortige Kapazitäten sowie Rücksicht auf Kinder mit besonderen Bedürfnissen, hieß es aus dem Büro von Bildungslandesrat Michael Schickhofer (SPÖ).

Wesentlich höher liegen die Grenzen in Oberösterreich: Für die Einrichtung einer Volksschule sind 100 Schüler nötig, für eine Hauptschule/NMS 120.

In Niederösterreich liegt die Mindestgröße für die Errichtung einer Volksschule bei 30 Schülern, wobei zusätzlich keine Klasse unter zehn Schülern haben darf, hieß es aus dem Landesschulrat. Sinkt die Zahl darunter, wird geschlossen. Im Bereich der NMS beträgt die Mindestzahl 167 Schüler.

Laut dem Burgenländischen Pflichtschulgesetz hat die Landesregierung die Auflassung von Volksschulen mit weniger als zehn Schülern zu verfügen. Eine NMS ist ab dem Schuljahr 2016/2017 zu schließen, wenn die Schülerzahl im vorangegangenen Unterrichtsjahr unter 80 lag. Ausnahmen gibt es in beiden Fällen bei Schulen, in denen in kroatischer oder ungarischer Sprache unterrichtet wird.

In Vorarlberg werden Volksschulen zugesperrt, wenn die Anzahl der Schüler "längerfristig unter zehn" liegt. Konkret heißt das, dass auch Schulen mit sieben oder acht Schülern noch so lange wie möglich betrieben werden - in der Hoffnung, dass die Schülerzahl vielleicht auch wieder steigt. Zuletzt wurde etwa die Volksschule Ebnit (Bergparzelle von Dornbirn) zugesperrt - dort gab es zuletzt nur noch vier Schüler. Für den Sekundarstufenbereich gibt es in Vorarlberg keine Mindestzahl.

Die Bandbreite der Schulgrößen zeigt übrigens eine Aufstellung der Statistik Austria: Die größte Schule Österreichs ist die HTL Mödling mit über 3.500 Schülern, gefolgt von der HTL Graz-Gösting und dem TGM Wien-Wexstraße mit je 2.300. Umgekehrt gibt es österreichweit aber auch 58 öffentliche Kleinstschulen (alles Volks- und Sonderschulen) mit weniger als zehn Schülern, die meisten davon in Tirol.

(fortsetzung-moeglich) ede;hcg;tob;dw;ha;jh;aku;nt;spu

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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