Donnerstag, 15. Januar 2015

2015.01.15: Bildung

APA0419 II, XI 15.01.2015 14:40:15

 

Kleinschulen: 202 Volksschulen mit 20 oder weniger Schülern

Utl.: Zeigt eine Auswertung des Bildungsministeriums - Geringer Anteil sehr kleiner Schulen bei Haupt- und Neuen Mittelschulen - GRAFIK

Schule/Österreich/Hintergrund

Vor allem unter den insgesamt etwas mehr als 3.000 Volksschulen gibt es mehrere Klein- und Kleinstschulen. Eine Auswertung des Bildungsministeriums weist für 202 oder 6,6 Prozent aller Volksschulen Schülerzahlen bis 20 Kindern aus. In 48 davon werden höchstens zehn Schüler unterrichtet. Auch in zwei privaten Haupt- bzw. Neuen Mittelschulen (NMS) saßen 2013/14 nicht mehr als 10 Schüler.

Zwischen 21 und 50 Schüler werden immerhin in 726 Volksschulen unterrichtet, was einem Anteil von fast 24 Prozent entspricht. Private Erhalter von Klein- und Kleinstvolksschulen sind rar: Vier privaten Schulen mit bis zehn Schülern stehen 44 öffentliche gegenüber. 151 öffentlichen Volksschulen mit zwischen elf und 20 Schülern stehen wiederum nur drei private gegenüber. Im Bereich zwischen 21 bis 50 Schülern liegen immerhin 708 öffentliche und nur 18 private Volksschulen.

Lediglich je eine Hauptschule und NMS mit nur 11 bis 20 Schüler weist die Statistik aus. 12 NMS und 2 Hauptschulen liegen im Bereich zwischen 21 und 50 Schülern. Der Löwenanteil unter den insgesamt 1.110 NMS und Hauptschulen verzeichnete 50 Schüler oder mehr.

In allen anderen Schulformen außer Sonderschulen und den nur einjährigen Polytechnischen Schulen gibt es praktisch kaum Schulen mit weniger als 50 Kindern bzw. Jugendlichen.

(Grafik 0069-15)

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ORF – 15. Jänner 2015

 

Niessl lehnt Mindestschülerzahl 300 ab

Eine Mindestanzahl von rund 300 Schülern pro Schule in der Sekundarstufe, wie das Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) vorschlägt, ist für den burgenländischen Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) „überhaupt kein Thema“.

Im Burgenland würden von 41 Neuen Mittelschulen nur fünf diese Voraussetzung erfüllen, so Niessl zur APA: „Das werde ich mit Sicherheit nicht akzeptieren.“

Er werde sich massiv dafür einsetzen, dass solche Vorschläge nicht umgesetzt werden, betonte Niessl, der auch Mitglied der Bildungsreformarbeitsgruppe der Regierung bzw. der Länder ist. Diese zeigten, dass die Länder mehr Verantwortung in der Bildung bekommen sollten - dann würden solche Ideen gar nicht erst auf den Tisch kommen.

Burgenland zahlt 70 Lehrer

Der ländliche Raum müsse „anders bewertet“ werden als der städtische, sagte der Landeshauptmann. Das Burgenland nehme seine Verantwortung „selbstverständlich“ wahr und zahle jährlich etwa 70 Lehrer, um die kleineren Schulen aufrechterhalten zu können.

„Das kostet uns jedes Jahr in etwa 2,5 Millionen Euro, die wir sehr gerne investieren, um den ländlichen Raum zu stärken“, so Niessl. Dafür habe man in der Verwaltung gespart und 20 Prozent der Posten im Landesschulrat abgebaut.

Auch Gemeindebund gegen Mindestgrößen

Gemeindebund-Chef Helmut Mödlhammer (ÖVP) hält „überhaupt nichts“ von einer österreichweiten Festlegung von Mindestschülerzahlen für Schulen. „Es kann nicht im fernen Wien entschieden werden, was im Kleinen Walsertal oder in Osttirol passiert“, so Mödlhammer im „Standard“ (Onlineausgabe). Auch Ländervertreterinnen warnten vor „Zentralbürokratie“ und „wiennaher Bildungspolitik“.

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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