Sonntag, 18. Januar 2015

2015.01.17-19.: Newsletter Bildung

"profil" Nr. 04/2015 vom 19.01.2015                    Seite: 38,39

Ressort: Österreich

 

Von Herbert Lackner

 

 

Weg mit dem Fleck

 

   Ab Februar bezahlt die Stadt Wien AHS-Schülern den Nachhilfeunterricht. Den Lehrern gefällt das gar nicht.

 

   Bisweilen kann Politik noch überraschen: Völlig ansatzlos beschloss die Wiener SPÖ im März vergangenen Jahres auf ihrer Klubtagung, ab Herbst 2014 kostenlose Nachhilfestunden für Volksschüler anzubieten; ab Feb-ruar 2015, so der damalige Beschluss, sollen auch Neue Mittelschulen und die AHS-Unterstufe in das Wiener Gratis-Nachhilfeprogramm einbezogen werden. 20 Millionen Euro will die Stadt für die Maßnahme lockermachen.

 

   Während das Projekt beim Publikum erwartungsgemäß positiv aufgenommen wurde - 75 Prozent der Befragten sprachen sich in einer Erhebung des Unique-Research-Instituts dafür aus -, waren die Lehrer wenig begeistert.

 

   Man solle lieber mehr Planstellen an den Schulen einrichten, mäkelten die einen; das Geld sei besser in mehr Zusatzstunden am Vormittag angelegt, meinten andere. An den Volksschulen, wo das Projekt im September mit zwei Nachhilfestunden pro Woche gestartet wurde, wird der Unterricht von Lehrern der jeweiligen Schule abgehalten - zusätzlich honoriert natürlich. Dennoch war die Freude dar-über begrenzt: Sie habe um zwölf Uhr Schulschluss, die beiden Nachhilfestunden beginnen aber erst um 14 Uhr, klagte eine Volksschulpädagogin dem "Kurier“ ihr schreckliches Arbeitsleid.

 

   Die Kritik der AHS-Lehrergewerkschaft am ab Februar verfügbaren Gratis-Nachhilfeunterricht für die AHS-Unterstufe entzündet sich am Gegenteil: Weil die Nachhilfe nicht an der Schule, sondern an Wiener Volkshochschulen abgehalten wird, fürchtet AHS-Lehrergewerkschaftschef Eckehard Quin um das Niveau der Nachhilfe (siehe Interview rechts).

 

   Der für das Projekt zuständige Stadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) weist diese Vermutung zurück: "Für die zusätzlichen Nachhilfestunden werden Lehrer, ehemalige Lehrer und Studenten engagiert. Die können das.“

 

   Der Bedarf für eine derartige Maßnahme ist jedenfalls beträchtlich: Hochgerechnet geben Familien in Österreich pro Jahr rund 120 Millionen Euro für Nachhilfestunden aus, ergab eine 2012 durchgeführte Ifes-Studie im Auftrag der Arbeiterkammer. Die Nachhilfe für einen AHS-Unterstufenschüler beläuft sich im Schnitt auf 800 Euro im Jahr, für Oberstufen-Nachhilfe müssen rund 950 Euro an Kosten veranschlagt werden. Leben in einer Familie zwei Kinder mit Förderbedarf, geht das schwer ins Geld.

 

   Dazu kommt die unbezahlte "Nachhilfe“ durch die Eltern: Vier von fünf Müttern oder Vätern lernen am Abend nach der Arbeit mit ihren Kindern oder kontrollieren deren Hausarbeiten. Das entspricht der Tätigkeit von 48.000 Vollzeitbeschäftigten, hat die Arbeiterkammer errechnet.

 

   In jeder vierten Familie genügt die elterliche Unterstützung nicht, dann muss Nachhilfe von außen zugekauft werden. Die "meistgebuchten“ Fächer sind Mathematik, Fremdsprachen und Deutsch. Die Arbeiterkammer-Studie ortet dabei Bedrohliches: Die Ausgaben für Nachhilfe sind in den vergangenen beiden Jahren gesunken; da dies kaum auf plötzlich brillante Schulleistungen zurückzuführen ist, scheinen sich viele Familien diese Ausgaben einfach nicht mehr leisten zu können.

 

   Die Nachfrage nach der kostenlosen Förderung ist jedenfalls beträchtlich: An den Wiener Volksschulen wurden bisher 8600 Kinder an 370 Schulen für die Gratis-Nachhilfe angemeldet.

 

   Derzeit läuft in Wien die Anmeldefrist für die Förderkurse von Schülern der AHS-Unterstufe und der Neuen Mittelschule, also für die Zehn- bis 14-Jährigen (www.vhs.at oder persönlich an jedem Standort einer Volkshochschule). In den insgesamt 900 Kursen in Englisch, Deutsch und Mathematik werden jeweils maximal zehn Schüler zwei Stunden pro Wochen unterrichtet.

 

   Nachhilfe wirkt: Laut IFES-Studie bringt sie in 80 Prozent der Fälle den gewünschten Erfolg, der meist darin besteht, dass es keine Nachprüfung im Herbst oder gar ein Wiederholen der Klasse gibt.

 

   Gratis-Nachhilfe-Erfinder Oxonitsch: "Es geht uns um die Schüler, die Hilfe brauchen, die sich deren Eltern nicht leisten können - nicht um jene, die sich von einem Zweier auf einen Einser verbessern wollen. Die können das selbst zu Hause machen.“

 

   Die Vermutung, den Lehrern gehe es vor allem um das Körberlgeld, das sie durch die Gratis-Nachhilfe verlieren, will der Stadtrat nicht kommentieren. Ganz von der Hand zu weisen ist der Verdacht allerdings nicht: Immerhin ein Drittel aller Nachhilfestunden in Österreich wird von noch aktiv im Berufsleben stehendem Lehrpersonal gegeben.

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"profil" Nr. 04/2015 vom 19.01.2015                    Seite: 38,39

Ressort: Österreich

 

Interview: Herbert Lackner

 

 

"Das ist nur die zweitbeste Lösung“

 

   Eckehard Quin, Chef der Lehrergewerkschaft, kritisiert die Gratis-Nachhilfe.

 

   profil: In einem Radio-Interview haben Sie die von der Stadt Wien geplante Gratis-Nachhilfe für AHS-Schüler kritisiert. Was haben Sie gegen kostenlose Bildungsmaßnahmen?

 

   Eckehard Quin: Grundsätzlich begrüße ich jedes zusätzliche Angebot, aber in Wien wird nur die zweitbeste Lösung gewählt, wenn in den Volkshochschulen nicht entsprechend qualifiziertes Personal zum Einsatz kommt. Es wäre besser gewesen, das in den Schulen selbst die Fachlehrer machen zu lassen, die die Kinder kennen beziehungsweise jederzeit mit deren Lehrern kommunizieren können.

 

   profil: Sie haben es aber schon bisher nicht geschafft, sie entsprechend zu unterrichten. Sonst gäbe es ja nicht diesen großen Nachhilfe-Bedarf.

 

   Quin: Der ist geringer als in anderen Ländern. In Japan bekommen laut PISA 70 Prozent der Schüler Mathematik-Nachhilfe, bei uns sind es nur 23 Prozent.

 

   profil: Betroffene Familien kostet die Nachhilfe bis zu 950 Euro pro Kind und Jahr. Die haben nichts davon, dass es in Japan noch teurer ist.

 

   Quin: Ich habe ja überhaupt nichts dagegen, dass die öffentliche Hand die Nachhilfe für Schüler bezahlt, deren Eltern es finanziell schwer haben. Ich sage nur: Es wäre besser gewesen, das in den Schulen zu machen.

 

   profil: In Form von bezahlten Überstunden, nehme ich an.

 

   Quin: Wenn der Staat eine Leistung verlangt, dann muss er sie auch bezahlen.

 

   profil: Der Staat verlangt von den Lehrern die Leistung, den Schülern Mathematik beizubringen. Bei einem Viertel der Schüler erbringen die Lehrer diese Leistung in ihrer Dienstzeit nicht.

 

   Quin: Das ist jetzt aber so, als würde ich von einem Fitnesstrainer erwarten, dass er mich zu einem Kurzstreckenläufer macht, der die 100 Meter in zwölf Sekunden schafft. Das wird ihm nie gelingen, so wie es nicht gelingen wird, alle Schüler auf einen wünschenswerten Stand zu bringen.

 

   profil: Könnte Ihre Skepsis gegen die Gratis-Nachhilfe auch damit zusammenhängen, dass viele Lehrer Bezahl-Nachhilfe geben und ihnen jetzt ein Körberlgeld entgeht?

 

   Quin: Es ist nicht meine Aufgabe, mich für Nachhilfemöglichkeiten von Lehrern starkzumachen.

 

   profil: Uns sind durchaus Fälle bekannt, in denen ein Lehrer seine scheiternden Schülern an einen befreundeten Kollegen zur Nachhilfe weiterreicht - und umgekehrt.

 

   Quin: Das sollte wirklich nicht sein.

 

Die Presse – 19. Jänner 2015

 

 

Elternabende: Jetzt spricht Frau Müller!

Elternabende lassen sich leicht verblödeln, wie die neue Komödie »Frau Müller muss weg!« mit Anke Engelke zeigt. Hier erzählen Lehrer über ihre Erfahrungen mit Eltern und sagen, wann der Austausch mit den Eltern doch wichtig ist.

von Rosa Schmidt-Vierthaler, Anna-Maria Wallner und Bernadette Bayrhammer

Irgendwann landet sie im Schulschwimmbad. Die sonst so kontrollierte Mutter, gespielt von Anke Engelke, hat spätestens da völlig die Fassung verloren. Dabei wollte die Gruppe besorgter Eltern ihr Problem ganz sachlich lösen und die Klassenlehrerin Frau Müller höflich, aber bestimmt überzeugen, dass sie die Klasse ihrer Kinder abgeben muss. Doch Frau Müller hat Erfahrung mit dieser Sorte von Eltern und lässt sich nicht einschüchtern. Ein Elternabend, der aus dem Ruder läuft – darum geht es in der neuen Komödie „Frau Müller muss weg!“. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich ein Film diesem Phänomen im Schul- und Erziehungsalltag von Familien und Lehrern widmet.

Denn rund um den Elternabend ranken sich seit Jahren Mythen und Horrorgeschichten. Eltern fühlen sich an ihre eigene Schulzeit erinnert, Lehrer von den (vor allem Akademiker-)Eltern belehrt, alle wollen zwar dasselbe, nämlich das Wohl der Kinder, aber die Eltern in erster Linie eben doch das des eigenen. Elternabende sind in Österreichs Schulen gesetzlich verpflichtet, im Gymnasium, in der Haupt- oder Berufsschule gibt es zusätzlich Elternsprechtage. An Elternabenden werden dort vor allem organisatorische Dinge wie Skikurse oder Projektwochen beschlossen und die Elternvertreter gewählt. Wir haben Lehrer aus vier unterschiedlichen Schultypen nach ihren Erfahrungen mit Elternabenden/ -sprechtagen befragt – und ganz unterschiedliche Antworten bekommen.

Volksschule:

„Kann mein Kind ins Gymnasium gehen? Das ist der Satz, den ich bei Elterngesprächen am häufigsten höre“, erzählt der Wiener Volksschullehrer Markus Hauptmann, der nebenbei den Schulalltag als Kabarettist verarbeitet. „Das ist natürlich logisch. Spannend wird es, wenn es sich um Eltern handelt, die die Leistungen ihres Kindes nicht wirklich realitätsnah einschätzen können.“ Dass man ihn dafür verantwortlich mache – so wie die Eltern die Lehrerin in der Komödie „Frau Müller muss weg“ –, hat er noch nicht erlebt. Was er aber mitbekommt: Vor allem junge Kolleginnen haben oft Schwierigkeiten. „Es gibt Eltern, die glauben, dass sie alles besser wissen. Wenn sie sich zusammentun, kann das durchaus zum Problem werden. Wenn man diese Tür einmal geöffnet hat, kommt das in allen Belangen: Warum man beim Wandertag nicht dahin-, sondern dorthingehe. Warum man das Multiplizieren so lerne und nicht so.“ Das bedeute natürlich nicht, dass Eltern nicht das Recht hätten nachzufragen, wenn sie den Eindruck haben, Lehrer würden massive Fehler machen. „Ich sehe uns als Team, das für das Kind die bestmögliche Arbeit liefert“, so Hauptmann. Das Geheimnis sei, den Eltern „auf Augenhöhe zu begegnen, nicht überheblich zu sein und sie dort abzuholen, wo sie sind“. Klar sei aber dennoch: „Wenn es um schulische Belange geht, ist der Lehrer der Profi. Er hat es gelernt.“

Neue Mittelschule:

Herwig A.* ist Lehrer für Sport und Mathematik an einer privaten Neuen Mittelschule in Wien, und er hat das Gefühl, dass Eltern, wenn sie zu ihm kommen, „wieder automatisch Schüler sind. Was mich wundert, denn das Lehrerbild hat sich doch gewandelt. Aber für die meisten bin ich die Autorität, und sie sind in Verteidigungsposition – auch wenn ich versuche, das aufzubrechen“, erzählt er. Zu problematischen Situationen komme es aber selten, die Eltern würden akzeptieren, was er sage. Besonders, da es (fast) kein Durchfallen bei den Schülern mehr gebe. Generell hat er den Eindruck, dass die Eltern sich ihm gegenüber als niedriger gestellt fühlen. An der Schule in Wien Simmering, an der er zuvor arbeitete, sei das viel extremer gewesen. Hier kamen manche Eltern schon alkoholisiert zu Elternabenden oder Sprechtagen. „Da mussten sich manche vorher Mut antrinken. Sie haben so viel Negatives mit der Schule verbunden, dass sie kaum hereinkommen wollten.“ An der jetzigen Schule sei das anders. Die Eltern als Meute, die ihm kritisch gegenüberstehe, kenne er in der Form nicht.

Gymnasium:

„Der Elternabend ist eine schreckliche Situation, wenn man jung ist. Darauf wird man auch nicht vorbereitet. Bei meinem ersten Elternabend fragte mich ein Vater, welches pädagogische Konzept ich verfolgen würde“, erzählt die AHS-Lehrerin Barbara A.*. Diese Frage ist an höheren Schulen eher untypisch und sollte wohl aussagen: „Wir schauen uns Ihre Haltung genau an.“ In dem Gymnasium im Wiener Speckgürtel ist es üblich, dass Eltern viel Energie in die schulische Laufbahn ihrer Kinder stecken: „Da passiert es schon, dass Mütter nur wenige Minuten nach einem Anruf schon perfekt gestylt mit ihrem SUV auf dem Schulhof vorfahren.“ Den Elternsprechtag lassen sich nur wenige Mütter und Väter entgehen: „Die Termine sind auf Fünf-Minuten-Gespräche getimt, damit ich alle unterbringe“, erzählt die Lehrerin. Fast wie beim Speed-Dating sitze sie im Zimmer und empfange Väter, die mit ihren Tablets Näheres zur Performance ihrer Kinder erfahren wollen. „Sie erwarten, dass ich ihnen punktgenau aufliste, wie ihr Kind eine bessere Note bekommt.“ Probleme würden sie allerdings durchaus überhören. Ihr Ratschlag bei Elternabenden in der ersten Klasse Unterstufe: „Die Kinder brauchen im ersten Jahr sehr viel Unterstützung von zu Hause, denn der Sprung von der Volksschule ins Gymnasium ist nicht leicht für sie.“

Sonderschule:

Belehrungen von Eltern kennt Gabriele A.* kaum. Sie ist Lehrerin an einer Wiener Sonderschule und sagt: „Ich halte Elternabende für überaus wichtig. Dadurch entsteht eine Gemeinschaft zwischen den Eltern, man kann die Eltern über den Schulalltag informieren.“ Gerade in einer Sonderschule mit Schwerpunkt auf körperbehinderte oder lernschwache Kinder sei es wichtig, „ganz viel mit den Eltern zusammenzuarbeiten, denn im Sonderschulbereich müssen Lehrer viele erzieherische Aufgaben übernehmen“.
Aus ihrem Schulalltag kennt sie eigentlich nur Eltern, die sich sehr viel kümmern – „sie hätten am liebsten, dass man sich wöchentlich trifft“ –, und solche, die sich sehr wenig oder gar nicht kümmern. Dabei sind es oft diejenigen, die dringend wissen sollten, wie es ihrem Kind im Alltag ergeht. Für Gabriele ist klar, dass „ein Lehrer, der die Eltern nicht einbezieht, nie das Kind erreichen wird“. Zu dem in der Komödie beschriebenen Machtkampf zwischen Eltern und Lehrern kommt es ihrer Meinung nach eher bei Akademikereltern, die sich gebildeter als Lehrer fühlen.
* Alle Nachnamen der Redaktion bekannt.

Der Film

„Frau Müller muss weg“, so heißt die neue Komödie von Sönke Wortmann, die seit Freitag in den Kinos zu sehen ist.
Darin versucht eine Gruppe besorgter Eltern, die Klassenlehrerin Frau Müller (gespielt von Gabriela Maria Schmeide) zur Absetzung zu bewegen. Da die Noten schlecht sind und am Schuljahresende die Entscheidung fällt, ob die Kinder den Sprung aufs Gymnasium schaffen, sind die Eltern (Justus von Dohnányi, Anke Engelke, Ken Duken, Mina Tander, Alwara Höfels) davon überzeugt, dass die Lehrerin ihrer Kinder die falsche ist.

 

 

KLZ – 19. Jänner 2015

 

 

Proteste gegen Mindestgröße für Kleinschulen

 

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) schwebt vor, Schulen in der Sekundarstufe mit weniger als 300 Schülern zu schließen. In Vorarlberg müssten demnach drei von vier zusperren, wettert Landshauptmann Wallner.

 

Die von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) vorgeschlagene Mindestanzahl von rund 300 Schülern pro Schule in der Sekundarstufe ist für den Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) nicht akzeptabel. In Vorarlberg müssten demnach drei Viertel der Haupt- und Mittelschulen geschlossen werden. Einen derartigen Vorschlag könne er nicht ernst nehmen, betonte Wallner.

           

Drei von vier Schulen wären betroffen

 

Es sei erstaunlich, welche Unkenntnis über die Situation von Kleinschulen in Vorarlberg herrsche, so der Landeshauptmann. Er betrachte den Erhalt dieser Schulen als wichtige Investitionen in die Zukunft der Kinder auf dem Land und den Erhalt des ländlichen Raums insgesamt. Die Frage nur aus dem Blickwinkel der Kosten zu betrachten, zeuge von einem sehr kurzsichtigen Ansatz. Man müsse jede Schule einzeln betrachten und keine "willkürliche Grenze" einführen.

 

Platter für mehr Schul-Föderalismus

 

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) hat der von Heinisch-Hosek vorgeschlagenen Maßnahme ebenfalls eine Absage erteilt. Dieser "fragwürdige zentralistische Vorschlag" wäre ein "Kahlschlag für den ländlichen Raum", erklärte Platter am Sonntag in einer Stellungnahme.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 19.01.2015                              Seite: 4

Ressort: Politik

 

Steiermark

 

Schulen: Länder sind gegen Mindestgröße

 

   BREGENZ/INNSBRUCK. Vorarlberg und Tirol wehren sich massiv gegen den Vorschlag von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), Schulen der Sekundarstufe sollten künftig eine Mindestgröße von 300 Schülern haben. Dann müsste Vorarlberg drei Viertel seiner Haupt-und Mittelschulen schließen, ärgert sich Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP), der sich über die Unkenntnis der Ministerin wundert. Sein Tiroler Kollege Günther Platter (ÖVP) wehrt sich auch dagegen und spricht von einem „Kahlschlag für den ländlichen Raum“.

 

 

SN – 19. Jänner 2015

 

Wallner und Platter gegen Kleinschulen-Mindestgröße

Die von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) vorgeschlagene Mindestanzahl von rund 300 Schülern pro Schule in der Sekundarstufe ist für die ÖVP-Landeshauptleute von Tirol und Vorarlberg nicht akzeptabel. Sowohl Vorarlbergs Landeschef Markus Wallner als auch sein Tiroler Kollege Günther Platter sprachen sich dagegen aus.

Dieser "fragwürdige zentralistische Vorschlag" wäre ein "Kahlschlag für den ländlichen Raum", erklärte Platter am Sonntag in einer Stellungnahme. Die aktuelle Debatte ist laut Platter einmal mehr Beweis dafür, dass Lehrerverwaltung und Schulinfrastruktur bei den Ländern besser aufgehoben sind.

In Vorarlberg müssten drei Viertel der Haupt- und Mittelschulen geschlossen werden, sagte Wallner. Einen derartigen Vorschlag könne er daher nicht ernst nehmen.

Der Bund solle sich nurmehr auf die bildungspolitischen Ziele konzentrieren, argumentierte Platter. "Wenn das Zusperren beinahe aller Neuen Mittelschulen in Tirol das einzige ist, was der zuständigen Ministerin angesichts sinkender Schülerzahlen einfällt, dann ist es höchste Zeit, dass die Länder die Sache selbst in die Hand nehmen."

Wallner meinte, es sei erstaunlich, welche Unkenntnis über die Situation von Kleinschulen in Vorarlberg herrsche. Er betrachte den Erhalt dieser Schulen als wichtige Investitionen in die Zukunft der Kinder auf dem Land und den Erhalt des ländlichen Raums insgesamt. Die Frage nur aus dem Blickwinkel der Kosten zu betrachten, zeuge von einem sehr kurzsichtigen Ansatz. Man müsse jede Schule einzeln betrachten und keine "willkürliche Grenze" einführen.

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 14 vom 19.01.2015              Seite: 11

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

Polizisten unterrichten Lehrer zu Extremismus

 

   An den Hochschulen bilden Exekutivbeamte angehende Pädagogen aus. Wie erkennen sie frühzeitig, dass sich Jugendliche radikalisieren?

 

   Fritz Pessl Wien. Prävention statt Repression lautet die Devise im Innenministerium. Fälle wie der des 14-jährigen Dschihad-Anhängers, der seit Freitag in St. Pölten in Untersuchungshaft sitzt, sollen künftig frühzeitig erkannt werden, um entsprechend gegensteuern zu können. Auch deshalb, weil Jugendliche im Gefängnis zumeist nur weiter radikalisiert werden. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) kündigte am Wochenende in einem Ö1-Interview an, sie werde die „Präventionsbeamten“ des Ministeriums auch für die Lehrerausbildung an den Pädagogischen Hochschulen zur Verfügung stellen.

 

   Unabhängig vom Fach, das sie künftig unterrichten werden, sollen alle angehenden Lehrer von Exekutivbeamten geschult werden. Es gehe nicht nur um Dschihadismus, sondern um alle Formen von Extremismus, sagt Andreas Wallner, Sprecher der Innenministerin. Wie erkennt man als Lehrer, wenn sich Jugendliche verändern? „Es sind immer wieder dieselben Anzeichen“, heißt es dazu im Innenministerium. Das beginne im Elternhaus: Die Kinder verbringen viel Zeit im Internet, kapseln sich ab, brechen ihre sozialen Kontakte ab. „Der Freundeskreis verändert sich und die Jugendlichen äußern plötzlich extreme Ansichten“, betont Wallner. Wichtig sei, alle Leute zu sensibilisieren, die mit jungen Menschen zu tun haben. Lehrer hätten viele Möglichkeiten, auf die Alarmsignale zu reagieren. Ziel sei es, die auffälligen Jugendlichen zu integrieren und nicht gleich mit Repression, wie dem Einschalten der Polizei, zu drohen.

 

    Warum erst jetzt mit Prävention auf Dschihadismus und IS-Terror reagiert werde? „Wir haben unsere Beamten dahingehend auch erst schulen müssen. Jetzt sind sie bereit, ihr Wissen weiterzugeben“, sagt Wallner. Laut Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums, halten Beamte des Amtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) bereits Vorträge für Justizwachebeamte, um diese zu sensibilisieren. Nun soll das Projekt auf die Pädagogischen Hochschulen ausgedehnt werden, um entsprechende Multiplikationseffekte zu erzielen.

 

    Insgesamt stünden mehrere Hundert Beamte zur Verfügung, die in Präventionsarbeit geschult seien. Im Kampf gegen die steigende Jugendkriminalität existieren schon diverse Projekte, wie „OUT – Die Außenseiter“ oder „Jugend OK“.

 

 

Kurier – 19. Jänner 2015

 

 

"Von einer Frau lass’ ich mir nix sagen".

Schulbehörden und Lehrer schildern ihre Schwierigkeiten mit muslimischen Rollenbildern.

 

 

 

 

Schüler, die keinen Respekt vor Lehrerinnen haben und das auch artikulieren: "Von einer Frau lass’ ich mir doch nix sagen." Buben, die sich weigern, einen Holzmast für ein Schiff zu bauen, weil dieser ein christliches Kreuz darstelle. Eltern, die ihr Kind vom Musikunterricht abmelden wollen, weil es im Singbuch christliche Lieder gibt.

Es sind Fälle, wie diese, mit denen Lehrer in Schulen zunehmend konfrontiert werden. Die Religion mische sich bei Buben oft mit rambohaftem Verhalten, berichtet eine Bezirksschulrätin, die namentlich nicht genannt werden will: "Die Dschihadisten werden für Schüler zum Vorbild. Sie bewundern zum Beispiel die Pariser Terroristen."

Der Wiener Jugendanwalt Ercan Nik Nafs meint, dass "ein solches Verhalten meist mit dem Umfeld zu tun hat, in dem die Kinder aufwachsen". Er engagiert sich seit 1995 in der Wiener Jugendarbeit und versucht immer wieder bei Problemen mit der zweiten und dritten Zuwanderer-Generation zu vermitteln. Macho-Gehabe unter Burschen, so seine Beobachtungen, resultiere aus falschen Rollenbildern, die ihnen daheim und in ihrem Umfeld vermittelt würden.

Macho-Gehabe

Das Verhalten habe viel mit Unsicherheit zu tun. Nik Nafs: "Die Kinder wollen akzeptiert werden. Wie alle anderen wollen sie erfolgreich sein und keine Anst vor der Zukunft haben. Doch mit so einem Macho-Gehabe wird man ja niemals glücklich werden."

Ein Hauptschullehrer sieht die Eltern in der Pflicht: "Einige erziehen ihre Söhne noch so, als ob diese etwas Besonderes wären. Die glauben dann, sie müssten nichts tun." Für Pädagogen sei es da oft eine Herkulesaufgabe, einfache Fertigkeiten zu vermitteln. "Das große Erwachen kommt für Schüler und Eltern meist am Ende der vierten Klasse. Sie kommen dann mit der Vorstellung zu uns, dass ihr Sohn auf eine HTL wechseln soll, was natürlich völlig unrealistisch ist." Der Bub spüre, dass er kein Held sei, sondern käme sich wie ein Versager vor. "Dann fühlt er sich leicht zu Gruppen hingezogen, die ihm ein Gefühl der Stärke geben."

Auch dem KURIER-Kolumnisten und Lehrer Niki Glattauer sind diese Probleme nicht fremd. "Vor allem in der Pubertät und wenn sich diese Buben benachteiligt fühlen, antworten sie oft mit Widerstand und ziehen sich auf das zurück, wo sie Identität und Stärke spüren." Werden unsere Werte und Regeln für diese Schüler zum Problem, helfe nur der Dialog. "Wir haben gute Gründe, unser Wertesystem zu verteidigen. Ich mache dann den Eltern immer klar, was bei uns üblich und nötig ist."

Immerhin – so stellt Jugendanwalt Nik Nafs fest – widmen sich die Schulen derzeit vermehrt diesen Problemen. "Aber es muss mehr passieren. Wir müssen aktiver sein – gegen Radikalisierungen, Sexismus und auch Islamfeindlichkeit."

Zudem müssten die Bildungsinstitutionen ihren Bildungsauftrag stärker wahrnehmen. "Denn die Kids können nur mit einer guten Bildung aus diesem System herauskommen."

Kein Respekt

Nicht nur den Kopf, auch das Herz der "Rambos" müsse man gewinnen, sagt ein Lehrer: "Häufig höre ich von Tschetschenen, dass sie sich hier nicht respektiert fühlen und in der Heimat alles besser sei." Da helfe nur das Gespräch und eine Gegenfrage: "Respektiert ihr Österreich? Fragt euch, warum eure Eltern nach Europa geflüchtet sind. Hier dürft ihr alles sagen – auch gegen den christlichen Gott – ohne, dass ihr eingesperrt oder gefoltert werdet. Das sind die Vorzüge der Demokratie, die euch nutzen."


Strategie

"Diese Buben brauchen Vorbilder"

Pädagogin Heidi Schrodt über den Umgang mit jungen Muslimen.

"Es sind Ich-schwache Personen, die für Extremismus anfällig sind. Mit Religion hat das nicht primär zu tun", ist Heidi Schrodt überzeugt. Im Umgang mit jungen Menschen rät die Pädagogin und Buchautorin ("Migration und Schule") zu einem Bündel an Maßnahmen.

Persönlichkeit stärken Damit sich Kinder zu gefestigten Erwachsenen entwickeln, brauchen sie einen Ansprechpartner, der jederzeit für sie da ist. Und zwar vom Kindergarten an. Diese Person soll dem jungen Menschen positive Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen und ihn dabei unterstützen, ihren Weg zu gehen. Das kann nicht der Lehrer allein schaffen – dazu braucht es Unterstützungssysteme. Doch die Zahl der Schulsozialarbeiter und -psychologen ist derzeit erschreckend gering.

Vorbilder Junge Menschen brauchen Erwachsene, an denen sie sich orientieren können. Den Burschen fehlen männliche Vorbilder: Viel mehr Lehrer – besonders türkische und arabische – sollten in die Klassenzimmer.

Ganztagsschulen Oft sind Kinder und Jugendliche am Nachmittag allein gelassen. Eine kostengünstige bzw. Gratis-Betreuung am Nachmittag mit verschiedenen Angeboten wäre das Gebot der Stunde.

Klare Regeln Diese müssen klar kommuniziert und auch durchgesetzt werden. Schulschwänzen oder Beleidigungen von Mitschülern sind nicht hinzunehmen, sondern müssen Konsequenzen haben.

Eltern einbeziehen Erziehung gelingt am besten, wenn Väter und Mütter mit der Schule zusammenarbeiten. Das gilt natürlich auch für Migranten. Eltern sollten in die Schule eingeladen werden – nicht als Bittsteller, sondern als Partner. Info-Abende sollen über unser Schulsystem aufklären.

Wertschätzung der Erstsprache Es muss nicht an jeder Schule Türkisch-Unterricht geben. Dass Kindergärten und Schule die Erstsprache aber anerkennen und wertschätzen, ist wichtig, wie Studien zeigen. Wer sich respektiert fühlt, ist selbstbewusster.

 

 

Kurier – 19. Jänner 2015

 

 

Widerstand gegen Mindestgröße von Schulen.

Folgt man der Ministerin, müssten in Vorarlberg drei Viertel der Haupt- und Mittelschulen geschlossen werden.

 

 

 

 

Die von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek vorgeschlagene Mindestanzahl von rund 300 Schülern pro Schule in der Sekundarstufe stößt auf heftige Gegenwehr aus den Ländern. Für den Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner ist der Vorstoß nicht akzeptabel. In Vorarlberg müssten demnach drei Viertel der Haupt- und Mittelschulen geschlossen werden. Einen derartigen Vorschlag könne er nicht ernst nehmen, so Wallner in einer Aussendung.

Es sei erstaunlich, welche Unkenntnis über die Situation von Kleinschulen in Vorarlberg herrsche, so der Landeshauptmann. Er betrachte den Erhalt dieser Schulen als wichtige Investitionen in die Zukunft der Kinder auf dem Land und den Erhalt des ländlichen Raums insgesamt. Die Frage nur aus dem Blickwinkel der Kosten zu betrachten, zeuge von einem sehr kurzsichtigen Ansatz. Man müsse jede Schule einzeln betrachten und keine "willkürliche Grenze" einführen.

Auch Tirols Landeshauptmann Günther Platter hat der Mindestanzahl eine Absage erteilt. Dieser "fragwürdige zentralistische Vorschlag" wäre ein "Kahlschlag für den ländlichen Raum", erklärte Platter am Sonntag in einer Stellungnahme. Die aktuelle Debatte ist laut Platter einmal mehr Beweis dafür, dass Lehrerverwaltung und Schulinfrastruktur bei den Ländern besser aufgehoben sind. Der Bund solle sich nur noch auf die bildungspolitischen Ziele konzentrieren, argumentierte der Tiroler Landes-Chef: "Wenn das Zusperren beinahe aller Neuen Mittelschulen (NMS) in Tirol das einzige ist, was der zuständigen Ministerin angesichts sinkender Schülerzahlen einfällt, dann ist es höchste Zeit, dass die Länder die Sache selbst in die Hand nehmen." Vor allem die VP-geführten Länder hatten in der Vergangenheit wiederholt die Kompetenz in Fragen der Schulverwaltung gefordert, also beispielsweise die Übernahme der Bundeslehrer. Tirol sei dazu bereit, so Platter, denn bereits jetzt finanziert das Land beispielsweise 100 zusätzliche Lehrer, weil der Bund seiner Verpflichtung nicht nachkomme. Würde in Tirol dem Vorschlag Heinisch-Hoseks Folge geleistet, dann könnten nach aktuellem Stand lediglich drei NMS diese Hürde nehmen.

 

 

"Vorarlberger Nachrichten" vom 19.01.2015

Ressort: VN-A

 

 

Lehreramtsstudium und Kleinschulen-Äußerung erregen Gemüter.

 

Aufregung um Heinisch-Hosek

 

   Bregenz. Viel Aufregung in Vorarlberg über Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (52). Ihr Vorschlag, Kleinschulen unter 300 Schüler zu schließen, stieß bei Landeshauptmann Markus Wallner (47) auf scharfe Kritik. „Einen Vorschlag, der dazu führen würde, dass mehr als drei Viertel aller Schulen im Sekundarbereich zusperren müssen, kann ich nicht ernst nehmen“, wurde Wallner deutlich. 

 

   An der Pädagogischen Hochschule war man über Heinisch-Hoseks Äußerungen irritiert, wonach Sekundarlehrerstudenten Deutsch, Englisch, Mathematik und Sport nicht ausschließlich in Vorarlberg studieren können. /A8

 

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"Vorarlberger Nachrichten" vom 19.01.2015

Ressort: VN-A

 

 

PH-Rektor Brauchle versichert: Vier Sekundarfächer zur Gänze in Vorarlberg studierbar.

 

Korrektur für Heinisch-Hosek

 

   Feldkirch. (VN-hk) Für große Verwirrung hat das vorwöchige VN-Interview mit Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (52) gesorgt. Darin sagte die Ressortchefin dezidiert: Es seien nur Teile der Hauptfächer wie Deutsch und Englisch im Rahmen der Sekundarlehrerausbildung neu in Vorarlberg studierbar.

 

   Für die anderen Teile müssten die Studenten nach Innsbruck an die Universität. Dies widersprach den zuvor getätigten Aussagen der Ausbildungsverantwortlichen in Innsbruck und Vorarlberg völlig. Sie hatten stets versichert: Deutsch, Mathematik, Englisch und Sport können vollumfänglich am Standort Feldkirch studiert werden. In einem ausführlichen Gespräch mit den VN stellte nun Gernot Brauchle, neuer Rektor der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg, klar: „Da gab es, wie uns aus dem Ministerium mitgeteilt wurde, eine Verwechslung. Tatsache ist: Es werden diese Fächer in Vorarlberg zur Gänze studierbar sein.“

 

   Planungssicherheit

 

   Dazu brauche es natürlich einen Ressourcenzuzug von Innsbruck nach Feldkirch. „Im Gegenzug schicken wir Lehrpersonal nach Innsbruck. Bis Februar kommenden Jahres sollen die Lehramtsstudenten generell wissen, wie das künftige Lehramtsstudium ausschaut. Sie brauchen schließlich Planungssicherheit“, hält Gernot Brauchle fest.

 

   Bis Ende Mai soll laut dem Rektor die Finanzierung stehen. „Bildungsministerin Heinisch-Hosek wird sich dann beim Finanzministerium um die notwendigen Mittel bemühen. Ich mache mir da keine Sorgen. Es werden keine großen Kosten sein. Dass die Sekundarausbildung mehr kostet als bisher, ist ja bekannt.“

 

   Umstiegsmöglichkeit

 

   Dass das Finanzministerium ein Standort-Splitting beim Studium genannter Fächer möglicherweise als billiger entlarvt und so die Pläne des Entwicklungsverbundes West vereitelt, glaubt Brauchle nicht. „Der Bildungsbereich ist keine Firma, bei der die Kostenoptimierung im Vordergrund steht. Es muss natürlich alles vernünftig sein, ja. Aber ginge es ausschließlich um Wirtschaftlichkeit, müsste man auch bereits vorhandene Universitätsstandorte in Frage stellen.“In Feldkirch fällt der Startschuss der „Sekundarlehrerausbildung neu“ erst im Studienjahr 2016/2017. Studenten, die heuer noch nach der alten Studienordnung beginnen, würde man Umstiegsmöglichkeiten auf das neue System ermöglichen. Brauchle ist überzeugt davon, dass dies angenommen wird. „Es geht hier ja um Qualität. Wer mit der Lehrerausbildung neu vielleicht einmal nach Deutschland geht, kann dort den höchsten Ausbildungsstandard belegen und tut sich bei der Jobsuche sicher leichter.“

 

   Die Pädagogische Universität Vorarlberg möchte Brauchle mit „meinem sehr guten Team“ in den kommenden Jahren nicht nur zu einer guten Ausbildungsstätte weiterentwickeln, sondern vor allem auch zu einem attraktiven Forschungsstandort machen. „So eine Entwicklung dauert in der Regel zehn Jahre. Aber wir wollen hier eine Forschungskultur schaffen, die namhafte Persönlichkeiten anzieht. Schon jetzt gelingt es uns, Drittmittel für Forschungsprojekte zu rekrutieren. Das sind gute Zeichen.“

 

   Auch LH schimpft über Ministerin

 

   Bregenz. (VN) Kopfschütteln löste bei Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (47) der Vorschlag von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek aus, Haupt- und Neue Mittelschulen unter einer Mindestgröße von 300 Schülerinnen und Schülern zu schließen. „Unsere bildungspolitischen Zugänge unterscheiden sich doch erheblich von jenen der Ministerin“, hielt Wallner fest. Es sei erstaunlich, welche Unkenntnis über die Situation von Kleinschulen in Vorarlberg herrsche.

 

   „Einen Vorschlag, der dazu führen würde, dass mehr als drei Viertel aller Schulen im Sekundarbereich zusperren müssen, kann ich nicht ernst nehmen“, wettert Wallner gegen Heinisch-Hosek. Er betrachte den Erhalt von Kleinschulen weniger als Kosten, als vielmehr wichtige Investition in die Zukunft der Kinder am Land und den Erhalt des ländlichen Raums insgesamt. Man müsse jede Schule einzeln betrachten.

 

 

"Tiroler Tageszeitung" Nr. 19 vom 19.01.2015                 Seite: 4

Ressort: Tirol1u2

 

 

Protest gegen Mindestgröße für Schulen

 

   Innsbruck - LH Günther Platter (VP) hat am Sonntag der von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) vorgeschlagenen Mindestanzahl von rund 300 Schülern pro Schule in der Sekundarstufe ebenfalls eine Absage erteilt. Dieser ?fragwürdige zentralistische Vorschlag" wäre ein ?Kahlschlag für den ländlichen Raum", erklärte Platter.

 

   Bildungslandesrätin Beate Palfrader (VP) sagte, Heinisch-Hosek kenne offenbar die Strukturen in den Ländern nicht. Wenn sie eine Schulgröße von 300 Schülern für die Neuen Mittelschulen vorschlage, dann blieben in Tirol gerade einmal drei Schulen übrig.

 

   Die aktuelle Debatte ist laut Platter einmal mehr Beweis dafür, dass Lehrerverwaltung und Schulinfrastruktur bei den Ländern besser aufgehoben sind. Der Bund solle sich nur noch auf die bildungspolitischen Ziele konzentrieren. Vor allem die VP-geführten Länder wünschen sich eine Verländerung der Schulen und beispielsweise die Personalhoheit auch für die Bundeslehrer. Tirol sei dazu bereit, so Platter, denn bereits jetzt finanziert das Land beispielsweise 100 zusätzliche Lehrer, weil der Bund seiner Verpflichtung nicht nachkomme.

 

   Die Idee der Bildungsministerin geht auf die jährlich sinkenden Schülerzahlen und auf den Rechnungshof zurück. Dieser kritisierte die hohen Kosten von Kleinschulen. Kritik kommt auch aus Vorarlberg. ?Die Frage nur aus dem Blickwinkel der Kosten zu betrachten, zeugt von einem sehr kurzsichtigen Ansatz", meint Vorarlbergs LH Markus Wallner. Im Ländle müssten drei Viertel der Haupt- und Mittelschulen nach Heinisch-Hoseks Vorschlag geschlossen werden. Widerstand kam auch aus dem Burgenland. Auch der rote LH Hans Niessl erteilte seiner Parteikollegin eine Absage. (TT, APA)

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 13 vom 17.01.2015              Seite: L4

Ressort: Lokal

 

 

In Salzburg blieben nur sechs von 70 Schulen

 

   Anton Kaindl Bramberg. Kopfschütteln löste der Vorschlag von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), dass Neue Mittelschulen mindestens 300 Schüler haben sollten, am Freitag in Bramberg aus. Dort trafen sich die Landesspitze der ÖVP und Vertreter aus fast allen Salzburger Gemeinden bei der alljährlichen ÖVP-Bürgermeisterkonferenz.

 

   Der Salzburger Gemeindeverbandspräsident und Bürgermeister von St. Johann, Günther Mitterer, sagte: „Ich frage mich, wie das außerhalb der Stadt Salzburg funktionieren soll. Keine Schule hat Platz, die Schüler aus geschlossenen Kleinschulen aufzunehmen. Die Gemeinden als Schulerhalter müssten investieren. Und die Schüler würden zu Pendlern. Das sind plakative Aussagen, wo am Schluss wieder die Gemeinden die Rechnung zahlen.“

 

   LH Wilfried Haslauer sprach von einer erschreckenden Ahnungslosigkeit im Unterrichtsministerium, wie in einem Flächenbundesland das Schulwesen zu organisieren sei. „Von 70 Neuen Mittelschulen und Hauptschulen im Land Salzburg blieben nur sechs übrig.“ Und würden diese Kriterien auch auf die Salzburger Volksschulen angewandt, blieben nur drei von 180 übrig. Haslauer: „Dieser Vorschlag ist nicht ernst zu nehmen. Ich sage lieber nichts Weiteres dazu.“

 

   Neben dem Kurs des Schweizer Frankens war auch die Suche nach Asylquartieren ein weiteres Thema in Bramberg. Mitterer sagte: „Ich denke, die Bereitschaft in den Gemeinden, Flüchtlinge aufzunehmen, ist da. Es hat ein Umdenken in der Bevölkerung stattgefunden. Jede Gemeinde bemüht sich, wenn die Gebäude da sind, und ich denke, wir schaffen es, die Quote zu erfüllen.“ Den Vorschlag, dass jede Gemeinde, wie im Oberpinzgau geplant, eine gewisse Zahl an Flüchtlingen aufnimmt, hält Mitterer aus logistischen Gründen für nicht durchführbar.

 

 

"Österreich" vom 17.01.2015                                  Seite 18

 

Oberösterreich

 

Mindestgröße von 300 Schülern:

 

Reformidee bedroht 90 % der oö. Schulen

 

Scharfe Kritik aus OÖ am Vorschlag einer Mindestgröße für Schulen.

 

Linz/Wien. Die Schulverwaltung gehöre reformiert, das sei unbestritten. "Der aktuelle Vorschlag zeigt aber, wie weit sich die Wiener Zentralbürokratie von den Menschen entfernt hat", kritisiert Bildungslandesrätin Doris Hummer (ÖVP) ihre Kollegin auf Bundesebene, Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Diese schlägt vor, in der Sekundarstufe nur noch Schulen mit mindestens 300 Schülern zu führen. "Damit wären in OÖ sage und schreibe 90 %aller Haupt-und Neuen Mittelschulen betroffen", so Hummer. Es sei sinnvoll, dass der Bund zentral die Bildungsstandards festlegt. Die organisatorische Umsetzung sei jedoch bei den Ländern besser aufgehoben.

 

 

"Österreich" vom 19.01.2015                                  Seite 17

 

Tirol, Vorarlberg, Salzburg

 

Platter: »Länder sollen die Schulen verwalten«

 

Landeschef ist über die Bildungsministerin verärgert

 

Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) möchte in Tirol fast alle NMS schließen.

 

Innsbruck. "Dieser fragwürdige zentralistische Vorschlag wäre ein Kahlschlag für den ländlichen Raum", meldete sich Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) am Sonntag in der Bildungsdebatte zu Wort.

 

Ländersache. Wie berichtet hatte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) erklärt, alle Schulen mit weniger als 300 Schulen sollten geschlossen werden. In Tirol würde das bis auf drei alle Neuen Mittelschulen (NMS) betreffen. Platter: "Wenn das Zusperren beinahe aller Neuen Mittelschulen das Einzige ist, was der zuständigen Ministerin angesichts sinkender Schülerzahlen einfällt, dann ist es höchste Zeit, dass die Länder die Sache selbst in die Hand nehmen."

 

Einigung. Wie berichtet, deutet alles darauf hin, dass Platters Forderung bald umgesetzt wird: SPÖ und ÖVP sollen sich auf Bundesebene bereits darauf geeinigt haben, dass alle Lehrer von den Ländern verwaltet werden. Das Bildungsministerium soll nur mehr die Oberaufsicht und ein Weisungsrecht behalten.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 19.01.2015                           Seite: 19

Ressort: Lokal

 

N.Ö., Morgen

 

Länder gegen Schul-Pläne

 

   Heinisch-Hosek, Niessl, Renner: Debatte um die Schulen

 

   Zu den bewährten politischen Spielchen gehört auch jenes: Ein heikles Thema wird medial ins Fenster gestellt, dann schaut man, wie die Leute darauf reagieren. Und hat dann einen Anhaltspunkt, wie man weitergehen könnte. Möglicherweise ging das auch Bildungsministerin Heinisch-Hosek (SP) durch den Kopf, als sie die Schließung kleinerer Schulen ins Auge fasste. Das Nein von Parteifreunden wie Niederösterreichs Landesvize Karin Renner oder Burgenlands Landeschef Hans Niessl war sofort da. Was Heinisch-Hosek nicht überrascht haben dürfte: Schließlich war sie Landesrätin in Niederösterreich, die Probleme des ländlichen Raums sind ihr vermutlich vertraut.

 

   Eine Mindestanzahl von 300 Kindern pro Schule - das wäre ein Kahlschlag für das Bildungssystem auf dem Lande. Polizei, Nahversorgung, Bezirksgerichte und jetzt noch die kleinen Schulen - sie sind oft die letzte verbliebene kommunale Einrichtung in der Gemeinde. Nicht nur Renner ist überzeugt: Auch Schüler auf dem Lande sind keine Schüler zweiter Klasse und haben das Recht auf beste Qualität im Unterricht und die notwendige Infrastruktur.

 

   Niessl will nicht hinnehmen, dass von 41 Neuen Mittelschulen im Burgenland nur fünf weiter bestehen - das würde Heinisch-Hoseks Vorschlag bewirken. Sollen Kinder wirklich schon mit sechs Jahren zu Pendlern werden? Der ländliche Raum ist auch bei den Schulen anders zu bewerten als der städtische.

 

   HAROLD PEARSON

 

 

"Österreich" vom 17.01.2015                                  Seite 17

 

Tirol, Vorarlberg, Salzburg

 

Kritik wegen kuriosem Vorschlag

 

Ministerin will 241 Schulen dicht machen

 

Heinisch-Hosek will in jeder Schule 300 Schüler sehen. Nur 9 von 250 erfüllen das.

 

Salzburg. 180 Volksschulen und 70 Neue Mittelschulen gibt es im Land Salzburg. Ginge es nach Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) würden nur mehr sechs Neue Mittelschulen und drei Volksschulen übrig bleiben -ergo: fast alle Schulen in Salzburg müssten zusperren, aus Spar-Gründen. Die Bildungsministerin schlug nämlich eine Mindestanzahl von 300 Schülern für jede Pf lichtschule vor.

 

Viel Kritik. "Nicht sinnvoll und nicht durchführbar", heißt es von Landeschef Wilfried Haslauer (ÖVP) auf ÖSTERREICH-Nachfrage. "Schüler würden dadurch zu Pendlern gemacht werden." Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer (ÖVP) warnt zugleich vor einer "Ausdünnung des ländlichen Raumes" und betont: "Die Ministerin sollte sich um andere Dinge kümmern. Und sie soll nicht Dinge regeln, die aus dem fernen Wien kaum zu beurteilen sind." Selbst die Salzburger SPÖ stellt sich gegen die Pläne der eigenen Ministerin. (loa)

 

 

ORF – 19. Jänner 2015

„Kann ich nicht ernst nehmen“

Heftiger Gegenwind bläst Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) aus den Ländern ins Gesicht. Der aktuelle Anlass: Offenbar aus Spargründen hatte sie vorgeschlagen, dass nur jene Schulen der Sekundarstufe weitergeführt werden sollen, die mindestens 300 Schüler haben.

Für den Vorarlberger Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) ist dies schlichtweg nicht akzeptabel. In Vorarlberg müssten in diesem Fall drei Viertel der Haupt- und Mittelschulen geschlossen werden. Einen derartigen Vorschlag könne er nicht ernst nehmen, so Wallner in einer Aussendung.

Es sei erstaunlich, welche Unkenntnis über die Situation von Kleinschulen in Vorarlberg herrsche, so der Landeshauptmann. Er betrachte den Erhalt dieser Schulen als wichtige Investitionen in die Zukunft der Kinder auf dem Land und den Erhalt des ländlichen Raums insgesamt. Die Frage nur aus dem Blickwinkel der Kosten zu betrachten zeuge von einem sehr kurzsichtigen Ansatz. Man müsse jede Schule einzeln betrachten und keine „willkürliche Grenze“ einführen.

Platter kontert mit Gegenvorstoß

Auch Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) erteilte am Sonntag Heinisch-Hoseks Vorstoß eine Absage. Dieser „fragwürdige zentralistische Vorschlag“ wäre ein „Kahlschlag für den ländlichen Raum“, so Platter am Sonntag in einer Stellungnahme.

Die aktuelle Debatte ist laut Platter einmal mehr Beweis dafür, dass Lehrerverwaltung und Schulinfrastruktur bei den Ländern besser aufgehoben sind. Der Bund solle sich nur mehr auf die bildungspolitischen Ziele konzentrieren, argumentierte der Tiroler Landeschef: „Wenn das Zusperren beinahe aller Neuen Mittelschulen (NMS) in Tirol das Einzige ist, was der zuständigen Ministerin angesichts sinkender Schülerzahlen einfällt, dann ist es höchste Zeit, dass die Länder die Sache selbst in die Hand nehmen.“

„Tirol bereit“

Vor allem die ÖVP-geführten Länder hatten in der Vergangenheit wiederholt die Kompetenz in Fragen der Schulverwaltung gefordert, also beispielsweise die Übernahme der Bundeslehrer. Tirol sei dazu bereit, so Platter, denn bereits jetzt finanziert das Land beispielsweise 100 zusätzliche Lehrer, weil der Bund seiner Verpflichtung nicht nachkomme.

Würde in Tirol dem Vorschlag Heinisch-Hoseks Folge geleistet, dann könnten nach aktuellem Stand lediglich drei NMS diese Hürde nehmen. „Angesichts dieser Zahlen kann ich den Vorschlag gar nicht ernst nehmen“, sagte Platter. Die Voraussetzungen in Wien und Tirol seien nicht zu vergleichen. Wohnortnahe Schulen seien nicht nur ein Vorteil für die Kinder, sondern auch für viele Eltern wesentlicher Entscheidungsgrund bei der Wohnortwahl.

Niessl: „Mit Sicherheit nicht“

Bereits am Donnerstag hatte der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl seiner Parteikollegin eine Abfuhr erteilt. Für ihn sei das „überhaupt kein Thema“, so Niessl, der heuer auch Landtagswahlen zu schlagen hat. Im Burgenland würden von 41 Neuen Mittelschulen nur fünf diese Voraussetzung erfüllen, so Niessl. „Das werde ich mit Sicherheit nicht akzeptieren.“

Er werde sich massiv dafür einsetzen, dass solche Vorschläge sicher nicht umgesetzt werden, betonte Niessl, der auch Mitglied der Bildungsreform-Arbeitsgruppe der Regierung bzw. der Länder ist. Diese zeigten, dass die Länder mehr Verantwortung in der Bildung bekommen sollten - dann würden solche Ideen gar nicht erst auf den Tisch kommen.

„Kleinschulen wirtschaften gut“

Auch Gemeindebund-Chef Helmut Mödlhammer (ÖVP) hält „überhaupt nichts“ von Heinisch-Hoseks Vorschlag. „Es kann nicht im fernen Wien entschieden werden, was im Kleinen Walsertal oder in Osttirol passiert“, so Mödlhammer im „Standard“ (Onlineausgabe). „Die Schulerhalter sind die Gemeinden, deshalb hat die Ministerin damit eigentlich überhaupt nichts zu tun. Sie sollte sich mehr um die Bundesschulen kümmern“, sagte Mödlhammer.

Kleinschulen seien nicht die Kostentreiber. „Sie wirtschaften sehr kostengünstig und gut.“ In der Reduktion der Schulverwaltung sei viel mehr Geld drinnen als bei „den paar Lehrern, die man so einsparen könnte und die sehr gute Arbeit in Kleinschulen leisten“.

Schülerzahlen gehen zurück

Die Bildungsministerin hatte gegenüber dem „Standard“ (Donnerstag-Ausgabe) gemeint, sie halte österreichweit geltende Mindestgrößen für Schulen - und somit die Schließung von Kleinschulen - für sinnvoll. Im sekundären Bereich sprach sie sich eben für eine Mindestgröße von 300 Schülern aus. Für Volksschulen will sie sich noch nicht festlegen, sondern sich vorher mit Ländern und ÖVP koordinieren. Unklar ist, ob ihr Vorschlag bezüglich Mittelschulen in der Koalition akkordiert ist.

Der Rechnungshof hatte im Vorjahr kritisiert, Kleinschulen würden hohen Kosten verursachen. Sie verbrauchen mehr Ressourcen, als Bund und Länder in ihrer Stellenplanrichtlinie festgelegt haben. Laut Statistik Austria gab es im Schuljahr 2013/14 242 Volksschulen mit nur einer Klasse. Das sind acht Prozent aller Volksschulen. Außerdem geht die Zahl der Schüler - aufgrund sinkender Geburtenzahlen - kontinuierlich zurück, in den vergangenen zehn Jahren nahm sie um zwölf Prozent ab.

„Je größer, desto besser“

Heinisch-Hosek argumentiert, dass die Schließung von Kleinschulen nicht nur finanzielle, sondern auch pädagogische Vorteile hätte: „Je größer die Schule, umso besser sind die Angebote.“ Außerdem betonte sie, dass die Mindestgrößen den regionalen Gegebenheiten angepasst werden müssten.

Unterstützung erhielt Heinisch-Hosek dagegen von der Industriellenvereinigung (IV). „Schule soll ein lebendiger Ort sein, an dem Bildung mit hoher Qualität stattfindet und es genügend pädagogisches Angebot gibt. Dafür bedarf es aus unserer Sicht auch einer kritischen Größe. Diese ist vor allem auch notwendig, um eine echte, moderne Schulautonomie in Österreich umzusetzen“, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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