Montag, 19. Januar 2015

2015.01.19: Bildung

APA0361 II, XI 19.01.2015 14:28:42

 

Mehrsprachiger Unterricht: Umgang in Klassen als Unbekannte

Utl.: Expertin: Zu wenige Studien über Umgang mit Mehrsprachigkeit in Schulen - Symposium zu Bildungsbenachteiligung und Schulabbruch an PH Salzburg

Schule/Migration/Sprache/Salzburg/Österreich

Mehrsprachigkeit im Unterricht ist vor allem in Österreichs Städten bereits seit langem gelebte Praxis. Man wisse aber sehr wenig über den Umgang mit dem Phänomen in den Klassen, erklärte die Bildungsforscherin Barbara Herzog-Punzenberger der APA. In den vergangenen Jahren sei einiges aufgebaut worden, was nun in mehr Aus- und Weiterbildungsangebote übersetzt werden sollte.

Über die Leistungen, die von Schülern erbracht werden, wisse man durch diverse Testungen und Bildungsstudien relativ viel. "Wir wissen aber relativ wenig über die Lehrer und Lehrerinnen und ihre Leistungen", so die Forscherin, die heute, Montag, im Rahmen eines Symposiums zum Thema Bildungsbenachteiligung und Schulabbruch an der Pädagogischen Hochschule (PH) Salzburg über Bildungslaufbahnen von Kindern von Migranten ("Zweite Generation") spricht. Vor dem Hintergrund, dass in Wien und wahrscheinlich bald auch in Linz und Salzburg die Mehrheit der Volksschüler mehrsprachig sei, werde klar, dass hier viel in Bewegung sei.

"Das heißt: Ich brauche eigentlich nur noch Lehrer und Lehrerinnen, die im Umgang mit mehrsprachigen Klassen äußerst kompetent sind. Darüber haben wir aber so gut wie keine Informationen", so Herzog-Punzenberger. Es gebe allerdings eine ältere Befragung, die von Forschern der PH Wien unter Volksschullehrern durchgeführt wurde. Dabei kam heraus, dass sich die Pädagogen über interkulturelles Lernen gut informiert einschätzten, wurde allerdings konkretes Wissen abgefragt, "war dann relativ wenig da. Da gab es eine große Differenz", zitierte Herzog-Punzenberger die Ergebnisse einer Kollegin.

Im Zuge der neuen Ausrichtung der Lehrerausbildung werde auf diesen Bereich nun speziell Rücksicht genommen - es gehe aber vor allem auch um die Weiterbildung von Lehrern, die den Beruf bereits ausüben. Wie diese Weiterbildung ausgestaltet wird, sei eine offene Frage, vor allem weil Pädagogen nicht zur Teilnahme an solchen Angeboten verpflichtet werden können. Mit dem Thema sprachsensibler Unterricht seien jedenfalls Lehrer aller Fachrichtungen konfrontiert. "Das ist eine Kernaufgabe des System, die zu lösen ist", erklärte die Forscherin vom Institut für Pädagogik und Psychologie der Universität Linz.

In den vergangenen zwei bis drei Jahren seien allerdings eine Reihe von Maßnahmen dahin gehend gesetzt worden, Strukturen zu schaffen, wo diese Ausbildung stattfindet. Hervorzuheben sei hier etwa das Bundeszentrum Interkulturalität, Migration und Mehrsprachigkeit an der PH Steiermark oder das Österreichische-Sprachen-Kompetenz-Zentrum (ÖSZ). Die neu entwickelten Angebote seien auch im internationalen Vergleich "vorbildlich, wenn sie angenommen und implementiert werden".

(schluss) nt;aku;mk

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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