Montag, 19. Januar 2015

2015.01.20: Newsletter Bildung

Die Presse – 20. Jänner 2015

 

 

Kleinschulen: Heinisch-Hosek rudert zurück

Die Ministerin spricht von einem „Missverständnis“ - sie habe nicht vor, kleine Schulstandorte zuzusperren. Das bemerkt sie recht spät.

Wien. Sollen kleine Schulen geschlossen werden – oder doch nicht? Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ist nun offenbar doch für Zweiteres. Nachdem die Ministerin vor fast einer Woche eine Mindestgröße für Schulen gefordert hatte, hieß es gestern: Es habe sich um ein „Missverständnis“ gehandelt. Sie wolle keine Klein- und Kleinstschulen schließen. Es gehe nur um die Zusammenlegung von Verwaltungsstandorten und damit um mehr Effizienz in der Schulverwaltung.

Konkret habe sie etwa gemeint, dass eine Schuldirektorin für mehrere Standorte – sozusagen „Filialen“ – zuständig sein könnte. Wie das konkret aussehen solle, liege in der Hand der Bundesländer: Welche Einheiten möglich seien, müsse von den Ländern regional beurteilt werden, so die Ministerin. Sicher sei: Nicht jede Kleinschule brauche ihre eigene Leitung.

Mit der Aufklärung dieses „Missverständnisses“ hatte sich die Ressortchefin allerdings Zeit gelassen. Seit dem vergangenen Mittwoch waren die Wogen wegen ihrer nun zurückgezogenen Forderung hochgegangen. Bereits tags darauf meldete sich Parteikollege Hans Niessl (SPÖ) zu Wort: Eine Mindestanzahl von 300 Schülern pro Schule in der Sekundarstufe werde er keinesfalls akzeptieren, so der burgenländische Landeschef.

Zeichen für Verländerung?

Tirols Landeschef Günther Platter (ÖVP) sah den „fragwürdigen zentralistischen Vorschlag“ als Zeichen: Es sei „höchste Zeit, dass die Länder die Sache selbst in die Hand nehmen“. Die Ministerin will die Sache nun beim ersten Termin der Bildungsreformgruppe diesen Donnerstag klarstellen. Auch, wenn über die heikle Kompetenzfrage eigentlich erst später gesprochen werden soll.

 

 

KLZ – 20. Jänner 2015

 

 

Heinisch-Hosek will Kleinschulen nicht schließen

 

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat am Montag festgehalten, dass sie keine Klein- und Kleinstschulen schließen will. Gegenüber Journalisten sprach sie von einem "Missverständnis", es gehe lediglich um die Zusammenlegung von Verwaltungsstandorten und damit mehr Effizienz in der Verwaltung.

 

Sie habe nicht vor, kleine Schulstandorte zuzusperren. In einem Hintergrundgespräch sei es jedoch darum gegangen, welche Verwaltungsstrukturen diese umsetzen können, um die Effizienz zu steigern. So könnte etwa eine Schuldirektorin für mehrere Standorte - "Filialen" - zuständig sein. Welche Einheiten möglich sind, haben Bundesländer regional zu beurteilen, so die Ministerin. Nicht jede Kleinschule brauche eine eigene Leitung, meinte sie.

 

Bei dem Termin mit den Bundesländern diese Woche will sie das Thema gleich zu Beginn klarstellen, kündigte Heinisch-Hosek an. Grundsätzlich geht es ihr in der Bildungsreform aber darum, zunächst zu klären, was an einem Schulstandort für die Kinder wichtig sei. Erst gegen Ende der Gespräche soll die Verwaltungsfrage geklärt werden.

 

 

Kurier – 20. Jänner 2015

 

 

Heinisch doch für kleinste Schulen.

"Missverständnis": Die Bildungsministerin will die kleinen Schulen nicht schließen.

 

 

 

 

Der Aufschrei war laut, nachdem Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek darüber nachdachte, eine Mindestanzahl von rund 300 Schülern pro Schule in der Sekundarstufe festzulegen. Die Länder legten sich prompt quer: Wenn man den Vorstoß verwirkliche, müsste mancherorts der Großteil der Schulen zugesperrt werden.

Am Montag hörte sich Heinischs Vorschlag dann anders an als zuvor: Die Ministerin hielt fest, dass sie keine Klein- und Kleinstschulen schließen will. Gegenüber Journalisten sprach sie von einem "Missverständnis", es gehe lediglich um die Zusammenlegung von Verwaltungsstandorten und damit mehr Effizienz in der Verwaltung.

Sie habe nicht vor, kleine Schulstandorte zuzusperren. In einem Hintergrundgespräch sei es jedoch darum gegangen, welche Verwaltungsstrukturen diese umsetzen können, um die Effizienz zu steigern. So könnte etwa eine Schuldirektorin für mehrere Standorte - "Filialen" - zuständig sein. Welche Einheiten möglich sind, haben Bundesländer regional zu beurteilen, so die Ministerin. Nicht jede Kleinschule brauche eine eigene Leitung, meinte sie.

Bei dem Termin mit den Bundesländern diese Woche will sie das Thema gleich zu Beginn klarstellen, kündigte Heinisch-Hosek an. Grundsätzlich geht es ihr in der Bildungsreform aber darum, zunächst zu klären, was an einem Schulstandort für die Kinder wichtig sei. Erst gegen Ende der Gespräche soll die Verwaltungsfrage geklärt werden.

 

 

ORF – 20. Jänner 2015

 

Eine Direktorin für mehrere „Filialen“

Die Zahl der Schüler geht kontinuierlich zurück, in den Klassenzimmern wird es immer leerer. Mit ihrem Vorschlag, österreichweite Mindestgrößen für Schulen einzuführen, holte sich SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek jedoch eine deutliche Abfuhr aus den Ländern. Am Montag ruderte sie zurück.

Heinisch-Hosek sagte am Montag, dass sie keine Klein- und Kleinstschulen schließen will. Gegenüber Journalisten sprach sie von einem „Missverständnis“, es gehe lediglich um die Zusammenlegung von Verwaltungsstandorten und damit mehr Effizienz in der Verwaltung.

Sie habe nicht vor, kleine Schulstandorte zuzusperren. In einem Hintergrundgespräch sei es jedoch darum gegangen, welche Verwaltungsstrukturen diese umsetzen können, um die Effizienz zu steigern. So könnte etwa eine Schuldirektorin für mehrere Standorte - „Filialen“ - zuständig sein. Welche Einheiten möglich sind, haben Bundesländer regional zu beurteilen, so die Ministerin. Nicht jede Kleinschule brauche eine eigene Leitung, meinte sie.

Treffen mit Ländern

Bei dem Termin mit den Bundesländern diese Woche will sie das Thema gleich zu Beginn klarstellen, kündigte Heinisch-Hosek an. Grundsätzlich geht es ihr in der Bildungsreform aber darum, zunächst zu klären, was an einem Schulstandort für die Kinder wichtig sei. Erst gegen Ende der Gespräche soll die Verwaltungsfrage geklärt werden.

Heinisch-Hosek hatte davor gegenüber dem „Standard“ (Donnerstag-Ausgabe) gesagt, dass sie sich im sekundären Bereich eine Mindestgröße von 300 Schülern vorstellen könne. Für Volksschulen wollte sie sich nicht festlegen, der Vorschlag müsse erst mit Ländern und ÖVP koordiniert werden. Die Schließung von Kleinschulen brächte nicht nur finanzielle, sondern auch pädagogische Vorteile: „Je größer die Schule, umso besser sind die Angebote.“ Außerdem betonte sie, dass die Mindestgrößen den regionalen Gegebenheiten angepasst werden müssten.

RH kritisiert teure Kleinschulen

Kleinschulen verursachen hohe Kosten, hat der Rechnungshof im Vorjahr kritisiert. Sie verbrauchen mehr Ressourcen, als Bund und Länder in ihrer Stellenplanrichtlinie festgelegt haben. Laut Statistik Austria gab es im Schuljahr 2013/14 242 Volksschulen mit nur einer Klasse. Das sind acht Prozent aller Volksschulen. Außerdem geht die Zahl der Schüler - aufgrund sinkender Geburtenzahlen - kontinuierlich zurück, in den vergangenen zehn Jahren nahm sie um zwölf Prozent ab.

Die Länder hielten von Heinisch-Hoseks Vorstoß wenig, wie sie umgehend klarmachten: Als „Kahlschlag für den ländlichen Raum“, bezeichnete etwa Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) den Vorschlag. Auch aus der eigenen Partei erntet der Vorstoß wenig Gegenliebe: Für ihn sei das „überhaupt kein Thema“, so Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), der heuer auch Landtagswahlen zu schlagen hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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