Donnerstag, 22. Januar 2015

2015.01.23: Newsletter Bildung

 

Die Presse – 23. Jänner 2015

 

 

Bildungsreform: "Ständiges Herumdoktern soll ein Ende haben"

Bei der ersten Sitzung haben die Bildungsreformer vor allem über die Schnittstellen - also auch über die Trennung mit zehn Jahren - gesprochen.

Nach dem ersten Treffen der so genannten Bildungsreformkommission demonstrierte man vor allem einmal eines: Harmonie. "Man hat niemanden schreien gehört und der Boden hat nicht gebebt", sagte Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) am Donnerstagnachmittag. Die acht Verhandler - vier Vertreter des Bundes und vier der Länder - haben sich in der zweistündigen Verhandlung zuallererst einmal darauf verständigt, "gemeinsam an einem Strang zu ziehen". Das ist angesichts des ersten Verhandlungsthemas gar nicht so selbstverständlich.

Denn heute wurde vor allem über die Schnittstellen - also über den Übergang zwischen Kindergarten und Volksschule bzw. der Volksschule und der Neuen Mittelschule oder des Gymnasiums - gesprochen. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) wurde ein wenig konkreter: "Es wurde thematisiert, dass die Trennung mit zehn Jahren nicht für alle die ideale Lösung ist." Was man sich da überlegen will – und vor allem: wie man die sehr konträren Meinungen von SPÖ und ÖVP hier unter einen Hut bringt -, ist aber weiter offen. In den nächsten Wochen solle es zum Thema Schnittstellen eine "Defizitanalyse" geben. Darauf aufbauend wolle man politische Entscheidungen treffen.

Nächster Termin erst Anfang März

Angesprochen wurde auch der Übergang vom Kindergarten in die Volksschule. Dass man die Schuleingangsphase verbessern will, paktierte die Regierung ja bereits bei der Klausur in Schladming im Herbst. Und: Auch die 15-Jährigen sind Thema. Hier könnte womöglich die Idee einer mittleren Reife (auch als Mini-Matura bezeichnet) wieder zum Vorschein kommen.

Generell einigten sich die Verhandler darauf, zuerst über die Inhalte und die Pädagogik zu sprechen und sich erst dann mit den Strukturfragen auseinanderzusetzen. "Das ständige Herumdoktern soll ein Ende haben", sagt Staatssekretär Mahrer. Lösungen sollen neben der Schnittstellenproblematik auch für die Themen Ganztagsschule, Sprachförderung und Bildungsdefizite gefunden werden. Die Frage, ob die Lehrer künftig von den Ländern oder dem Bund verwaltet werden sollen, war bislang kein Thema. In welche Richtung es in puncto Strukturen gehen soll, ist schon jetzt klar: Die Schulen sollten künftig mehr Dinge autonom entscheiden können. 

Der nächste Verhandlungstermin ist erst für Anfang März geplant. Einen genauen Zeitplan gibt es aber ebenso wenig wie einen fixen Endpunkt. Man wolle noch in diesem Jahr so weit wie möglich kommen, sagte die Bildungsministerin.

Die Kommission

SPÖ und ÖVP haben je vier Vertreter nominiert, die über Bildungsfragen diskutieren sollen, je zwei Bundes- und zwei Ländervertreter.

SPÖ: Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, Kanzleramtsminister Josef Ostermayer, der Kärntner Landeschef Peter Kaiser und der burgenländische Landeschef Hans Niessl.

ÖVP: Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, Staatssekretär Harald Mahrer, der niederösterreichische Landeschef Erwin Pröll und der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

 

 

Die Presse – 23. Jänner 2015

 

 

Schule: Mädchen sind in 70 Prozent der Länder besser

Eine Studie zeigt, dass besonders am untersten Rand der Leistungen die Buben zurückliegen - unabhängig von der Gleichberechtigung in einem Land.

In sieben von zehn Ländern liefern Mädchen bessere schulische Leistungen ab als Buben. Selbst in Staaten, in denen die Rechte der Frauen stark eingeschränkt sind, schneiden Mädchen besser ab. Das zeigt eine am Donnerstag veröffentlichte Studie: Psychologen der Universitäten Glasgow und Missouri untersuchten dafür die Schulleistungen von 1,5 Millionen 15-Jährigen weltweit.

Hierbei ging es nicht um die Noten der Schüler. Die Forscher stützten sich auf PISA-Daten aus den Jahren 2000 bis 2010. Werden die Leistungen in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften zusammengefasst betrachtet, schneiden Buben laut der Studie in 70 Prozent der Länder schlechter ab als Mädchen. Lediglich in Kolumbien, Costa Rica und im indischen Staat Himachal Pradesh überflügeln sie die Mädchen.

Unterschiede unabhängig von Gleichstellung

Das Fazit der Forscher: Es gibt keinen Zusammenhang zwischen den Unterschieden bei den Schulleistungen zwischen Buben und Mädchen und der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Gleichberechtigung in einem Land. Auch Länder mit einem hohen Maß an Gleichberechtigung hätten bei Schulleistungen noch immer einen Geschlechtergraben, schreiben die Psychologen.

Besonders groß sind die Unterschiede laut der im Magazin "Intelligence" veröffentlichten Studie paradoxerweise in einigen Ländern, in denen die Frauen stark benachteiligt sind: In Katar, Jordanien und den Vereinigten Arabischen Emiraten beispielsweise seien die Schulleistungen der Mädchen deutlich besser als diejenigen der Buben.

Durch die Medien könnte man leicht den Eindruck gewinnen, dass Mädchen weltweit hinter die Burschen zurückfallen, besonders in Ländern mit wenig Gleichberechtigung. Das sei aber nicht so, sagt Gijsbert Stoet von der University of Glasgow, der die Studie leitete.

Viele Buben am untersten Rand

Am größten waren die Unterschiede im Bereich der untersten Leistungen. Das schlechte Abschneiden wirft für die Forscher auch die Frage nach den Langzeitfolgen für Nationen auf, wenn viele Männer in der modernen Wirtschaft nicht wettbewersfähig sind. 

Im Bereich der Höchstleistungen ging die Schere übrigens zusammen - und das Muster kehrte sich teilweise sogar um. Hier waren die besten Buben teils besser als die besten Mädchen. Großbritannien und die USA gehören zu den Ländern, in denen sich keine statistisch relevanten Geschlechterunterschiede zeigten.

Warum sind die Buben schlechter?

Buben hätten schlechtere Leistungen in der Schule - Dazu komme, dass sich die Schere auch nicht schließen würde, sagt Studienleiter Gijsbert Stoet. Wenn die Politik sich wirklich für Geschlechtergerechtigkeit in der Bildung interessieren würde, müsste das ihre Priorität sein.

"Wir müssen wir auch sicherstellen, dass wir mehr dafür tun zu verstehen, warum dieses schlechten Leistungen der Buben bestehen und welche anderen Strategien wir anwenden können, um die Schere zu schließen." Und: "Die Resultate der Studie zeigen, dass Engagement für mehr Gleichberechtigung alleine nicht ausreicht, um die Leistungsunterschiede bei der Bildung verschwinden zu lassen", so Stoet.

Natürlich gebe es viele andere Gründe, um nach mehr Gleichstellung der Geschlechter zu streben, die in der Studie nicht berücksichtigt würden, schreiben die Forscher.

 

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 18 vom 23.01.2015               Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

Große Streitfragen bleiben

 

   Die Regierung versucht wieder einmal eine Bildungsreform. Noch sind die Beteiligten guter Dinge. Die Frage ist nur, wie lang noch.

 

   Wien. SPÖ und ÖVP starten einen neuen Anlauf für eine Reform des österreichischen Bildungssystems. Und diesmal soll es ein Erfolg werden. So sprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Bildungsministerin Heinisch-Hosek, Kanzleramtsminister Josef Ostermayer sowie die Landeshauptleute Hans Niessl (Burgenland) und Peter Kaiser (Kärnten) auf SPÖ-Seite sowie Innenministerin und ÖAAB-Chefin Johanna Mikl-Leitner, Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer und die Landeshauptleute Erwin Pröll (Niederösterreich) und Wilfried Haslauer (Salzburg) auf ÖVP-Seite, von einer extrem freundschaftlichen Atmosphäre. Was daran liegen könnte, dass über konkrete Punkte noch nicht verhandelt wurde. Und dass Heinisch-Hosek gleich zu Beginn ein potenzielles Streitthema aus der Diskussion genommen hat. Sie strebe keine Schließung von kleineren Schulstandorten an, sagte sie. Vor einigen Tagen hatte das noch anders geklungen: Heinisch-Hosek hatte angekündigt, dass Standorte von Neuen Mittelschulen und Hauptschulen mit weniger als 300 Kindern aufgelassen werden sollten. Die Proteste folgten auf dem Fuß.

 

    Heinisch-Hoseks Parteifreund, der burgenländische LH Hans Niessl, zeigte sich erfreut, dass die Schließung von Kleinschulen vom Tisch sei. Es sei gut, dass die Ministerin gleich zu Beginn klargemacht habe, Kinder nicht zu Pendlern machen zu wollen.

 

   Die Arbeitsgruppe hat sich jedenfalls vorgenommen, das österreichische Bildungssystem von der frühkindlichen Förderung bis zur AHS-Oberstufe unter die Lupe zu nehmen und zu verbessern. Expertenpapiere liegen bereits vor, diese müssten nun politisch bewertet werden.

 

   Wobei: Bei den großen Fragen sind SPÖ und ÖVP immer noch meilenweit voneinander entfernt, etwa bei der Frage der Gesamtschule. Die SPÖ will diese haben, die ÖVP ist strikt dagegen. Keine Partei wird so schnell von ihrem Standpunkt abrücken. Obwohl es inzwischen auch in der Volkspartei Befürworter einer gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen gibt. Es gab sogar bereits einmal einen mit der SPÖ vereinbarten Kompromiss in dieser Frage. Bei den vergangenen Regierungsverhandlungen haben sich Heinisch-Hosek und der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP), der für die Volkspartei die Verhandlungen führte, geeinigt. Die Parteichefs Michael Spindelegger und Werner Faymann haben diesen Vorschlag aber dann nicht ins Regierungsprogramm übernommen.

 

   Aus ÖVP-Kreisen heißt es inzwischen wieder, dass das „differenzierte Schulsystem“ nur schwer verhandelbar sei.

 

   Ein anderer Kompromiss stand bei den Regierungsverhandlungen ebenfalls kurz vor dem Abschluss. Und zwar die Vereinheitlichung der Bildungsverwaltung. Damals war im Gespräch, dass in den Bundesländern Bildungsdirektionen eingerichtet werden sollen. Wer für diese zuständig sein sollte, darüber gab es keine Einigung. Die Bundesländer, egal ob ÖVP- oder SPÖ-geführt, wollen die Kompetenzen haben. Die Ministerin will hingegen eine zentrale Verwaltung in Wien.

 

   Der Druck auf die Verhandler ist jedenfalls enorm. Zum einen, weil die Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens, das von Hunderttausenden Österreichern unterschrieben wurde, darauf warten, dass ihre Forderung nach einer besseren Schule endlich eingelöst wird. Zum anderen, weil auch die Wirtschaft eine rasche Reform des Bildungssystems verlangt.

 

   Die Industriellenvereinigung hat inzwischen sogar ein eigenes Reformpapier vorgestellt, in dem eine gemeinsame Schule der Sechs-bis 14-Jährigen vorgeschlagen wird.alf

 

 

"Österreich" vom 23.01.2015                                   Seite 6

Ressort: Politik

 

Wien, Steiermark, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich, Kärnten, Tirol, Vorarlberg, Salzburg

 

Schul-Reform gestartet

 

Mehr Rechte für Direktoren

 

Intensive erste Runde der Koalitions-Verhandlungen

 

Etwas mehr als zwei Stunden dauerte am Donnerstag die erste Runde der Schulreform.

 

Wien. Startschuss für die Bildungsreform: Am Donnerstag trat die zuständige Verhandlungsgruppe der Regierung zusammen. Neben einem konkreten Fahrplan für die Reform wurde vor allem ein heißes Eisen besprochen: die Schulautonomie.

 

Dass über die Verteilung der Entscheidungskompetenz neu nachgedacht werden muss, darüber schien Einigkeit bei den Verhandlern zu herrschen. "Das war ein großes Thema bei unserem ersten Zusammentreffen. Es muss aber so gemacht werden, dass die Qualität der Schulen dadurch angehoben wird", sagt Burgenlands LH Hans Niessl (s. Interview), der gemeinsam mit Bildungsministerin Heinisch-Hosek, Kulturminister Ostermayer und Kärntens LH Kaiser für die SPÖ am Verhandlungstisch saß. Ihnen gegenüber von der ÖVP: Innenministerin Mikl-Leitner, Staatssekretär Mahrer sowie die LHs Pröll (NÖ) und Haslauer (Salzburg).

 

Schulen sollen sich Lehrer aussuchen

 

Geklärt werden soll in der Bildungsreformgruppe u. a. die Frage der Lehrpläne. Schulen hätten gerne mehr Mitspracherecht bei Unterrichtszeiten und in Personalangelegenheiten. Bis dato können sie lediglich Lehrer ablehnen, die ihnen von den Landesschulräten geschickt werden. Bei der Auswahl haben Direktoren aber kein Mitspracherecht. (fis)

 

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"Österreich" vom 23.01.2015                                   Seite 6

Ressort: Politik

 

Wien, Steiermark, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich, Kärnten, Tirol, Vorarlberg, Salzburg

 

Niessl: »Mehr Kompetenzen für Schulen«

 

ÖSTERREICH: Wurde am ersten Tag gleich über das Thema Schulautonomie gesprochen? HanS nIESSL: Es war ein großes Thema beim ersten Treffen. Wir werden in den nächsten Monaten genauer darüber sprechen, mehr Kompetenzen in die Schulen zu verlagern.

 

ÖSTERREICH: Wie könnte sich das genau gestalten? nIESSL: Fürs Erste haben wir uns einmal auf einen Fahrplan geeinigt. Eines ist aber klar: Das muss so gemacht werden, dass die Qualität der Schulen dadurch angehoben wird.

 

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"Österreich" vom 23.01.2015                                   Seite 6

Ressort: Politik

 

Wien, Steiermark, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich, Kärnten, Tirol, Vorarlberg, Salzburg

 

Das sollen Schulen entscheiden

 

Lehrplan

 

n aLT: Die Lehrpläne sind für alle Schultypen vorgegeben. Lehrer haben kleinen Spielraum, was sie weglassen können. n nEU: Schulen sollen freier über Schwerpunktsetzungen entscheiden können - etwa wenn es an einer Schule Spezialisten gibt. Das betrifft auch Lehrmethoden und Förderungen von Schülern.

 

Personal

 

n aLT: Braucht eine Schule einen Lehrer, läuft die Stellenbesetzung über den jeweils zuständigen Landesschulrat. n nEU: Als unwahrscheinlich gilt, dass den Schulen völlige Personalhoheit zugesprochen wird. Aber die Bildungsdirektion könnte für die Nachbesetzung einer Stelle dem Direktor mehrere Kandidaten anbieten.

 

Unterrichtszeiten

 

n aLT: Bereits jetzt gibt es einen kleinen Rahmen, innerhalb dessen Schulen den Unterrichtsbeginn individuell festlegen können. n nEU: Künftig könnten Unterrichtszeiten besser an den jeweiligen Schulstandort angepasst werden - Stichwort: Öffis. Diskutiert wird vor allem auch die Auflösung der 50-Minuten-Schulstunden.

 

 

"Der Standard" vom 23.01.2015                                Seite: 6

Ressort: Inland

 

Karin Riss

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

„Der Boden hat nicht gebebt, weil jemand gehupft ist“

 

Harmonie bei Auftakttreffen der Bildungsreformer – Personalrochaden im Unterrichtsministerium

 

   Wien – Auch wenn die Sitzplätze im Audienzsaal des Unterrichtsministeriums streng nach Parteizugehörigkeit eingenommen wurden, „Farbenlehre gab es keine“ beim ersten Treffen der politischen Reformkräfte am Wiener Minoritenplatz, ließ Hausherrin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) im Anschluss wissen. Auf der schwarzen Seite des Verhandlungstisches reihten sich Staatssekretär Harald Mahrer, Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll sowie Innenministerin Johanna Mikl-Leitner aneinander. Die Ministerin scharte Kanzleramtsminister Josef Ostermayer sowie die Landeschefs von Burgenland und Kärnten, Hans Niessl und Peter Kaiser, um sich.

 

   Angeblich verlief die Trennlinie auch nicht zwischen Bund und Ländern, wo es ja durchaus Auffassungsunterschiede gibt, wie das Bildungssystem künftig organisiert sein soll. Stichwort Zuständigkeit für das Lehrpersonal, Schließen von Kleinschulen.

 

   Beim zweistündigen Austausch am Donnerstag wurden laut Mahrer alle Differenzen hintangestellt: „Der Boden hat nicht gebebt, weil jemand gehupft ist.“ Vielmehr wolle man diverse Expertenpapiere „gemeinsam politisch bewerten“. Und „Tempo machen“, etwa bei der Sprachförderung, erklärte Heinisch-Hosek. Da man Strukturfragen als „unterstützende Nachfolgefragen“ definiert, werden die auch beim nächsten Treffen Anfang März nicht im Vordergrund stehen. Ministerielle Zeitvorgabe für die AG: „Wir wollen heuer sehr viel weiterbringen.“

 

   Im Unterrichtsministerium selbst geht zumindest personell einiges weiter: Romana Rotschopf, früher Frauenbeauftragte der Salzburger Landesregierung, wird neue Kabinettschefin. Auch die erst seit kurzem aktive Pressesprecherin Heinisch-Hoseks, Veronika Maria, bekommt ab Mitte Februar Unterstützung: Johanna Griessmayr, bislang Assistentin im Verkehrsministerium, wechselt ins Team. Und mit Andreas Thaller übernimmt der bisherige Sektionschef für Personal und Budget im Sozialministerium die wichtige Sektion für Personal-und Schulmanagement.

 

 

"Kurier" vom 23.01.2015                                    Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Wi, Abend

 

Vier Landeshauptleute gegen die Ministerin: Schulreform startet

 

   von Bernhard Gaul. Bildung. Die Regierung steht unter Reformdruck, die Länder wittern ihre Chance auf mehr Macht. Am Donnerstag startete wieder einmal eine Bildungsreformgruppe - doch dieses Mal spricht vieles dafür, dass dieser Reformgruppe tatsächlich ein großer Wurf gelingen könnte.

 

   Zwei Gründe sprechen dafür: Es sitzt kein Gewerkschafter mit am Tisch, der große Reformen vorab bremsen könnte. Dafür aber vier einflussreiche Landeshauptleute. Diese können es sich in einem wichtigen Wahljahr kaum leisten, eine Schulreform zu verhandeln, und am Ende völlig zu scheitern.

 

   Dazu kommt, dass Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) schon seit Monaten der Reform-Mut verlassen hat, weil sie mit ihren Forderungen bisher auf zu viel Widerstand gestoßen ist. Zuletzt mit der Idee, Kleinschulen aus Gründen der Effizienz schließen zu wollen. Das habe sie so nicht gemeint, machte sie am Donnerstag erneut klar.

 

   Vier Landeschefs. Am Verhandlungstisch sitzen neben Heinisch: Die Landeshauptleute Niessl (SPÖ, Burgenland), Kaiser (SPÖ, Kärnten), Pröll (ÖVP, Niederösterreich) und Haslauer (ÖVP, Salzburg). Und die Regierungsmitglieder Mikl-Leitner (ÖVP), Ostermayer (SPÖ) und Staatssekretär Mahrer (ÖVP).

 

   Heinisch sagte vor der ersten Verhandlungsrunde, dass sie sich sowohl inhaltliche als auch strukturelle Reformen erwarte. Doch die Landespolitiker haben schon längst ihre Wünsche deponiert: Entscheidend wird etwa sein, ob die Länder künftig die Kompetenzen über alle Lehrer bekommen werden. Derzeit haben sie das nur bei den Pflichtschullehrern (Volksschule, Neue Mittelschule), nicht aber bei den Bundeslehrern (z. B. AHS). Der Bund soll weiterhin die Bildungsziele festlegen (damit es nicht neun unterschiedliche Schulsysteme gibt) und künftig auch alle Schulen und Lehrer überprüfen dürfen. Die Länder übernehmen dafür die Schulverwaltung. "Wir wollen uns die Aufsplittung zwischen Bund-, Länder- und Gemeindekompetenzen genau anschauen. Wir sind der Meinung, dass das die Länder effizienter machen können", sagte Niessl zum KURIER.

 

   Weiterer wichtiger Punkt dürfte der Schritt hin zu mehr Schulautonomie sein. Die Bestellung der Direktoren - derzeit über ein proporzmäßig besetztes Gremium der Landesschulräte - soll entparteipolitisiert werden, hatte Staatssekretär Mahrer angekündigt. Möglich ist zudem, dass Direktoren nur mehr auf fünf Jahre bestellt werden - mit der Möglichkeit auf Wiederbestellung.

 

   Konkrete Inhalte wurden beim ersten Treffen am Donnerstag noch nicht besprochen. Nach dem Treffen hob Heinisch-Hosek das "sehr angenehme Gesprächsklima" hervor, die Vertreter von Bund und Ländern würden "an einem Strang ziehen". Ziel seien sowohl eine "Strukturreform" als auch "ständige inhaltliche Verbesserungen des laufenden Systems". Geredet werde zudem über "Schnittstellen zwischen den einzelnen Schultypen". Staatssekretär Mahrer erklärte, verhandelt werde nun "Schritt für Schritt im Sinne eines Treppchenkonzepts".

 

   Parteipolitik. Mahrer erneuerte zudem, wie wichtig ihm eine Entparteipolitisierung der Schulen - Stichwort Direktorenbesetzung - sei. "Da wäre ich schon ganz froh, wenn wir die Parteipolitik aus den Schulen heraushalten, etwa durch ein Ende des Proporz", sagte Mahrer.

 

   Fortsetzung der Gespräche: Anfang März.

 

 

"Tiroler Tageszeitung" Nr. 23 vom 23.01.2015                Seite: 13

Ressort: Nachrichten1u2

 

 

Neuer Start für eine Bildungsreform

 

   Wien - Zumindest reden sie miteinander über Reformen des Bildungssystems: Je vier Verhandlerinnen und Verhandler von SPÖ und ÖVP sind gestern zum ersten Treffen der Bildungs-Arbeitsgruppe zusammengetroffen. Ergebnisse oder ein Zeitplan wurden gestern nicht bekannt. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) meinte lediglich, man wolle noch heuer ?sehr viel weiterbringen".

 

   Die Schließung von Kleinschulen solle jedenfalls kein Thema sein, berichtete die Ministerin. Sehr wohl strebe sie aber Vereinfachungen bei der Verwaltung an.

 

   Das nächste Treffen soll Anfang März stattfinden. Bei der Regierungsklausur im September 2014 hat sich die Koalition u. a. eine Verbesserung des Übergangs zwischen den Schultypen und einen Ausbau der Schulautonomie vorgenommen.

 

 

"Vorarlberger Nachrichten" vom 23.01.2015

Ressort: VN-A

 

 

Bildungsreformgruppe lässt Ergebnisse offen

 

   Wien. „Freundschaftlich“ ist nach Angaben von Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) das erste Treffen der Bildungsreform-Arbeitsgruppe verlaufen. Konkrete inhaltliche Verhandlungen habe es aber noch nicht gegeben. Ein potenzielles Streitthema sei aber gleich ausgeräumt worden, erklärt Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Sie habe klargestellt, dass sie keine Schließung von Kleinschulen anstrebe, sondern lediglich Verwaltungsvereinfachungen andenke. Der Komplex der Bundes- oder Länderzuständigkeiten sei heute ebenfalls kein Thema gewesen.

 

 

ORF – 23. Jänner 2015

 

 

Erstes Bildungsreformtreffen ohne Ergebnisse

„Extrem freundschaftlich“ ist nach Angaben von Wissenschaftsstaatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) das erste Treffen der aus Bundes- und Ländervertretern zusammengesetzten Bildungsreformarbeitsgruppe verlaufen.

„Wir sind in dem einen oder anderen Punkt aufeinander zugegangen“, sagte auch Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) nach dem gestrigen Treffen.

Ohne Zeitplan „viel weiterbringen“

Konkrete inhaltliche Verhandlungen habe es noch nicht gegeben, betonten beide Regierungsvertreter. Ziel seien sowohl eine Strukturreform als auch ständige inhaltliche Verbesserungen des laufenden Systems, so Heinisch-Hosek.

Das nächste Treffen der Gruppe soll Anfang März stattfinden, einen zeitlichen Rahmen habe man sich nicht gegeben: „Wir wollen aber heuer sehr viel weiterbringen.“ Geredet werde etwa über die Schnittstellen zwischen den einzelnen Schultypen bzw. zwischen Kindergarten und Volksschule.

Kleinschulenstreit ausgeräumt

Ein potenzielles Streitthema sei gleich ganz am Anfang ausgeräumt worden, so Heinisch-Hosek. Sie habe klargestellt, dass sie keine Schließung von Kleinschulen anstrebe, sondern lediglich Verwaltungsvereinfachungen angedacht seien.

Der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) zeigte sich erfreut, dass die Schließung von Kleinschulen vom Tisch sei. Es sei gut, dass die Ministerin gleich zu Beginn klargemacht habe, dass Kinder nicht zu Pendlern gemacht werden sollen.

Die Verhandler der Bildungsreform

In der Arbeitsgruppe sind auf SPÖ-Seite Heinisch-Hosek und Kanzleramtsminister Josef Ostermayer sowie die Landeshauptleute Niessl und Peter Kaiser (Kärnten) sowie auf ÖVP-Seite Innenministerin und ÖAAB-Chefin Johanna Mikl-Leitner, Mahrer und die Landeshauptleute Erwin Pröll (Niederösterreich) und Wilfried Haslauer (Salzburg) vertreten.

Opposition will mehr Ernsthaftigkeit

Grüne und NEOS übten Kritik an dem Treffen. Die Koalition bleibe in Sachen Bildungspolitik eine „gefährliche Drohung“ für Schüler und Eltern, erklärte NEOS und mahnte zu mehr Verbindlichkeit. Das „Treppchenkonzept ist ein Treppenwitz“, hieß es bei den Grünen. Sie verlangten in einer Aussendung ebenfalls „Ernsthaftigkeit“.

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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