Montag, 26. Januar 2015

2015.01.26: Bildung

OTS0136 II, CI 26.01.2015 14:09:48

 

Heinisch-Hosek: Selbstbewusste Jugendliche brauchen keine destruktiven Ideologien

Utl.: ExpertInnengipfel "Bildung gegen Extremismus" Auftakt für multiprofessionelle Vernetzung

Bildung/Heinisch-Hosek/Prävention/Integration/Religion/Extremismus

Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek lud heute unter dem Titel "Bildung gegen Extremismus" zu einem ExpertInnengipfel. Im Anschluss an die zweistündige Beratung mit rund 70 Expertinnen und Experten, die Jugendliche und ihre Angehörigen beraten und unterstützen, präsentierte sie gemeinsam mit Dr.in Edit Schlaffer (Frauen ohne Grenzen), Dr. Kenan Güngör (Soziologe und Experte für Integrations- und Diversitätsfragen) und Ercan Nik Nafs (Kinder- und Jugendanwalt) Maßnahmen, die direkt in den Schulen ankommen und sowohl zur langfristigen Prävention beitragen, als auch konkrete Handlungsanweisungen für akute Fälle bereitstellen.

"Handeln ist das Gebot der Stunde", erklärt die Bildungsministerin den Hintergrund des heutigen Gipfels, der auch der Start für eine multiprofessionelle Plattform ist, um die österreichweite Vernetzung zwischen den handelnden Personen zu fördern. "Wir müssen Jugendliche in ihrer Identität stärken, damit sie immun sind gegen destruktive Ideologien. Hier müssen alle - Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen, Unterstützungspersonal, aber auch die außerschulische Jugendarbeit - an einem Strang ziehen."

Schlaffer sieht den Schritt heraus aus der "privaten Beunruhigung" als große Herausforderung für die Eltern, bei dem die Schule als Schnittstelle eine wichtige Rolle spielt. Ähnlich äußerte sich auch Güngör, der die Stärke der Schule vor allem darin sieht, dass sich über die Jahre eine Beziehungsqualität zwischen SchülerInnen, Lehrpersonen und auch den Eltern entwickle, die ein wichtiger Ankerpunkt für Präventionsarbeit sei. Nik Nafs betonte vor allem die Chancen, die sich ergeben, wenn man alle Beteiligten an einen Tisch holt um gemeinsame Lösungsansätze zu finden.

Zwtl.: 300 Workshops für Schulen als Sofortmaßnahme

Als Reaktion auf die aktuellen Radikalisierungstendenzen stellt die Bildungsministerin 300 zusätzliche Workshops für Schulen zur Verfügung. "Pädagogische Präventionsarbeit wirkt langfristig und muss laufend in den Schulen Platz finden", so die Ministerin. Durchgeführt werden die Workshops von verschiedenen NGOs und können von den Schulen unkompliziert über das Zentrum Polis beantragt werden. "Selbstbewusste Kinder und Jugendliche brauchen keine destruktiven Ideologien. Wir sehen Präventionsarbeit deshalb in der ganzen Breite." Die Schwerpunkte der Workshops reichen von Demokratie, De-Radikalisierung, Antidiskriminierung, Rassismus, Gewaltprävention Diversität, Inklusion und Interkulturalität bis hin zu Sozialem Lernen."

In Kooperation mit dem Innenministerium werden außerdem rund 50 Präventionsbeamte eng mit den Pädagogischen Hochschulen zusammenarbeiten, um die Fortbildungsangebote für Lehrpersonen in diesem Bereich noch weiter auszubauen. "Bei der PädagogInnenausbildung Neu haben wir hier schon einen Schwerpunkt gesetzt, um angehende Lehrpersonen bestmöglich auf die Herausforderungen im Klassenzimmer vorzubereiten", erklärt die Ministerin die Einführung von verpflichtenden Lehrveranstaltungen zu Konflikt-Prävention, Persönlichkeitsbildung, Soziales Lernen, Interkulturalität und Interreligiosität. Die Zusammenarbeit mit psychosozialen Unterstützungssystemen und Präventionsprogrammen wird ebenso Eingang in den Lehrplan finden. Ergänzend werden auch Wahlpflichtfächer im Zusammenhang mit Gewalt-Prävention und Radikalisierung angeboten.

Zwtl.: Erste Maßnahmen bereits nach ExpertInnengruppe im Oktober 2014

Für akute Fälle wurde den Schulleitungen bereits im Oktober ein Leitfaden zur Verfügung gestellt, der beim Umgang mit auftauchenden "leisen Signalen" unterstützen soll. "Ich habe im Herbst auch schon den PHs den Auftrag gegeben ihr Fortbildungsprogramm zu adaptieren. Das Spektrum ist vielfältig und wurde bereits gut angenommen", erklärt Heinisch-Hosek. (Schluss)

Rückfragehinweis:
Mag.a Veronika MARIA, Pressesprecherin
Büro der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel.: +43 1 53120-5011, Mobil: +43 664 612 47 29
veronika.maria@bmbf.gv.at


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APA0340 II, XI 26.01.2015 14:03:15

 

Integration - Heinisch-Hosek: In Extremfällen über Strafe diskutieren

Utl.: Bei Verweigern von Kontaktaufnahme durch Eltern - Keine Bestrafung von Schülern mit Sozialdienst

Integration/Schule/Wien

Bei hartnäckiger Kontaktverweigerung mit der Schule durch Eltern kann sich Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) in Extremfällen auch Verwaltungsstrafen vorstellen. Einen strafweisen Sozialdienst für vermeintlich integrationsunwillige Schüler lehnte sie bei einer Pressekonferenz am Montag aber ab.

Eltern könnten sich ihrer Verantwortung "nicht ständig entziehen", so Heinisch-Hosek nach einem Expertengespräch zum Thema "Bildung gegen Extremismus" im Bildungsministerium. In der Expertenrunde habe sich zwar keine der beteiligten Gruppen für die von Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) am Wochenende ins Spiel gebrachten Verwaltungsstrafen erwärmen können. "Ich denke, dass wir trotzdem darüber diskutieren müssen, wenn es partout nicht funktioniert", sagte die Ministerin.

Ähnlich wie beim Schulschwänzen könne man hier theoretisch einen "weiteren Weg beschreiten". Sie werde das Thema aber im Laufe der Woche mit den Schulpartnern besprechen.

Dass Schüler strafweise zum Ableisten von Sozialdienst in der Schule verpflichtet werden, kann sich Heinisch-Hosek nicht vorstellen. Auch der Soziologe Kenan Güngör sieht das sehr kritisch: Man dürfe Schüler nicht in der Schule vorführen.

Mit dem Terminus "integrationsunwillig" haben sowohl Heinisch-Hosek als auch Güngör Probleme: Es sei nämlich nicht klar, was darunter zu verstehen sei. Man müsse zudem festhalten, dass es sich nur um sehr wenige Fälle handle, auf die eine solche, wie immer geartete Definition auch tatsächlich zutreffe. Güngor plädierte dafür, "die Kirche im Dorf lassen". Der Soziologe zeigte sich entsprechend verwundert, dass dem Thema in Österreich aktuell so viel Aufmerksamkeit geschenkt werde.

(schluss) nt;aku;has

 

 

 

OTS0098 II 26.01.2015 12:13:40

 

Am 3.2. streiken Salzburgs Schüler_innen - Nein zur Kürzung der Vorbereitungsstunden für die Matura!

Utl.: Plattform gegen Bildungskürzungen mit Aktivist_innen an zahlreichen Salzburger Schulen organisiert Streik am 03.02.2015 inklusive Demonstration, Beginn ist um 9:00 beim Kongresshaus

Bildung/Zentralmatura/Streik/Schule/Vorbereitungsstunden

Im Rahmen der neuen Reifeprüfung wurden die Vorbereitungsstunden für Maturant_innen auf vier Stunden gekürzt. Dies stellt eine massive Verschlechterung für Schüler_innen dar. Ausgehend vom BRG Akademiestraße hat sich die Plattform gegen Bildungskürzungen gebildet. In Aktionskomitees laufen die Vorbereitungen zum Schulstreik an mehreren Salzburger Schulen auf Hochtouren.

"Wir sind nicht bereit, diese weiteren Kürzungen hinzunehmen. Statt Geld für Aufrüstung und Banken fordern wir Geld für Bildung! Wir akzeptieren auch nicht, dass Pseudo-Expertinnen und -Experten und Politikerinnen und Politiker über unsere Zukunft entscheiden. Die Entscheidungen über Bildung müssen v.a. bei Schülerinnen, Schülern, Lehrerinnen und Lehrern liegen. Dafür streiken wir am 3.2.", erklärt Stefan Reifberger, Schulsprecher am BRG und Aktivist der SLP.

Die primäre Forderung der Schüler_innen bei ihrem Streik ist die vollständige Rücknahme der Kürzung der Vorbereitungsstunden. Den zuletzt von Bundesministerin Heinisch-Hosek eingebrachten Vorschlag die Zeit zwischen Notenschluss und letztem Schultag als Vorbereitung für die mündliche Matura zu verwenden lehnen sie ab. "Die meisten Schülerinnen und Schüler benötigen jede Minute in der kurzen prüfungsfreien Zeit, um sich auf ihre schriftliche Matura vorbereiten zu können. Ihnen diese wenigen Stunden wegzunehmen, in denen Lehrpersonen noch letzte Tipps geben können, ist unerhört.", so Hannah Gehmacher, Vorsitzende der Aktion Kritischer Schüler_innen (AKS) Salzburg, selbst Maturantin am Musischen Gymnasium.

Ein weiteres Problem sehen die Schüler_innen darin, dass sie in den wenigen Vorbereitungsstunden, die ihnen zustehen, wahrscheinlich nicht einmal von ihrer eigenen Lehrperson vorbereitet werden. So kann es geschehen, dass Schüler_innen infolge von Kostengründen von einer Lehrperson auf ihre Matura vorbereitet werden, die möglicherweise in einer anderen Klasse einen ganz anderen Stoff vermittelt hat. Bei der mündlichen Reifeprüfung, haben Lehrkräfte nämlich noch die Möglichkeit, die Prüfung für jede Klasse anders zu gestalten. Eine weitere Kürzungsmaßnahme auf Kosten der Schüler_innen.

Die Plattform gegen Bildungskürzungen setzt sich aus Schüler_innen ganz Salzburgs zusammen und wird von den Organisationen Aktion Kritischer Schüler_innen (AKS) und Sozialistische Linkspartei (SLP) unterstützt.

Demoroute: Kongresshaus, Rainerstraße, Mirabellplatz, Dreifaltigkeitsgasse, Makartplatz, Schwarzstraße, Staatsbrücke, Rudolfskai, - Endkundgebung am Mozartplatz vor dem Gebäude des Landesschulrats

Rückfragehinweis:
Hannah Gehmacher (Vorsitzende AKS Salzburg), Tel: 06604762110, Email: hannah.gehmacher@aks.at

Stefan Reifberger (Sprecher der Plattform), Tel: 06604825592, Email: sterei@outlook.com


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Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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