Montag, 26. Januar 2015

2015.01.26: Bildung

APA0412 II, XI 26.01.2015 15:19:09

 

300 Gratis-Workshops zur Extremismus-Prävention an Schulen

Utl.: Bildungsministerin auch für Ausbau der Schulpsychologie - Expertenrunde tagte zum Thema "Bildung gegen Extremismus" im Bildungsministerium

Extremismus/Schule/Wien

Ab sofort werden zusätzliche 300 Workshops zum Thema Extremismus-Prävention an Schulen angeboten, gab Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) heute, Montag, nach einem Expertengespräch zum Thema "Bildung gegen Extremismus" bekannt. Um dem für Schulen neuen Phänomen der Radikalisierung besser begegnen zu können, wünscht sich die Ministerin auch den Ausbau der Schulpsychologie.

An Schulen sei "kein Platz für destruktive Ideologien", daher brauche es neben Sofortmaßnahmen auch langfristige Strategien und mehrere Möglichkeiten zur Reaktion auf verschiedenen Ebenen, wenn Jugendliche in Richtung religiös motivierten Extremismus abzudriften drohen, so Heinisch-Hosek vor Journalisten. Wenn konkrete Befürchtungen vorliegen, brauche es kurze Reaktionszeiten. Langfristig müsse man Präventionsmaßnahmen setzen, so die Ministerin nach der Gesprächsrunde mit 70 Experten, die auch als Start für eine Plattform gedacht ist, um die landesweite Vernetzung zwischen in dem Bereich arbeitenden Personen zu fördern.

Der finanzielle Spielraum für Akutmaßnahmen sei im Ministerium angesichts des laut Heinisch-Hosek "angespannten Budgets" jedenfalls gering: Die für die zusätzlichen 300 Workshops benötigten Mittel in der Höhe von ungefähr 150.000 Euro kommen aus Förderungen, die noch nicht ausgezahlt wurden. Durchgeführt werden die Workshops von Experten von NGOs, wie dem Verein "Zara".

Der Ministerin schwebt auch eine Stärkung der Schulpsychologie vor. Eine Aufstockung des Personals von derzeit etwa 180 um zusätzliche 100 Personen wäre sinnvoll. Das würde laut Heinisch-Hosek ungefähr fünf bis sechs Millionen Euro kosten. In Kooperation mit dem Innenministerium werden außerdem rund 50 Präventionsbeamte eng mit den Pädagogischen Hochschulen (PH) zusammen arbeiten. Bereits bestehende Maßnahmen, wie die "De-Radikalierungs-Hotline" oder die Schulinfo-Hotline würden fortgeführt, hieß es.

Die Schule sei ein geeigneter Orte, um mit Jugendlichen in Verbindung zu treten, die potenziell gefährdet sind. Sie könne aber nicht alles übernehmen, gab die Sozialwissenschafterin und Obfrau des Vereins "Frauen ohne Grenzen", Edit Schlaffer, zu bedenken und forderte bei Anlassfällen eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten inklusive der Eltern ein. Vor dem Hintegrund des Auftretens dieses Phänomens müssten Bildungsinstitutionen jedenfalls langfristig "in das Sicherheitsparadigma integriert werden".

Auch der Soziologe Kenan Güngör wies darauf hin, dass es sich hier um ein relativ neues Problem handle. Momentan gehe es vor allem darum, Strategien zu entwickeln und zu erproben. Wenn die Beziehungsqualität gut ist, könne in der Schule vermutlich etwas bewegt werden. Dazu brauche es vor allem in Ballungsräumen allerdings zumindest einzelne, gut ausgebildete Personen an den Schulstandorten. Wichtig sei, aufgrund der momentanen Brisanz des Themas nicht vorschnell Schüler als potenzielle Jihadisten auszumachen.

(S E R V I C E - "De-Radikalisierungs-Hotline": 0800/20 20 44; Schulinfo-Hotline: 08 10/20 52 20; Weitere Informationen zum Thema "Jugend und Extremismus" unter http://go.apa.at/OmxUpH5z)

(schluss) nt;cm;ham

 

OTS0147 II 26.01.2015 14:46:01

 

SP Tanja Wehsely: Prävention statt Strafe: Wien schützt seine Jugendlichen vor Extremismus

Utl.: Wiener Deradikalisierungsnetzwerk auf Bundesebene ausweiten

Kommunales/SPÖ/Wien/Klub/Wehsely/Deradikalisierung

"Jugendliche und Schüler zu bestrafen, ist der falsche Weg", stellt SP-Gemeinderätin Tanja Wehsely klar. Das "Wiener Netzwerk zur Deradikalisierung und Prävention" arbeitet schon seit Monaten unter der Leitung der Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft und sensibilisiert Bezugspersonen gefährdeter Jugendlicher, "damit diese auch die richtigen Maßnahmen ergreifen. Strafen sind hier garantiert der falsche Weg. Dadurch drängt man gefährdete Jugendliche nur weiter an den Rand der Gesellschaft - Prävention ist das Schlüsselwort", stellt Tanja Wehsely klar.

Das Wiener Netzwerk zur Deradikalisierung hat schon hunderte PädagogInnen und JugendarbeiterInnen dahingehend weitergebildet, dass diese frühzeitig erkennen können, ob Jugendliche Gefahr laufen, extremistischen Ideologien nachzueifern. "Ziel des Netzwerkes ist es, gefährdete Jugendliche und Kinder wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Sie durch Strafen ins Abseits zu stellen, ist kontraproduktiv", sagt Tanja Wehsely.

Der Bund hat die Forderung der Wiener SPÖ nach einer österreichweiten Deradikalisierungshotline bereits im Dezember umgesetzt. Diese ist im Jugendministerium und bei 'boja' (Kompetenzzentrum für Offene Jugendarbeit in Österreich) angesiedelt. "Die Arbeit, die die offene Jugendarbeit hier leistet, ist ein Kernstück unseres Netzwerks", so Tanja Wehsely. "Die Reaktion von Bildungsministerin Heinisch-Hosek, 300 zusätzliche Workshops für Schulen zur Verfügung zu stellen, ist ein wichtiger Schritt. Jetzt gilt es, weitere Maßnahmen zur Deradikalisierung landesweit umzusetzen und dafür stellen wir gerne weiterhin unser Know-how zur Verfügung, denn das Problem der Radikalisiserung besteht nicht nur in Wien. PädagogInnen, die Handlungskompetenz zeigen und ihre Schüler und Schülerinnen einbinden, sich mit ihnen auseinandersetzen, sind der Schlüssel zu gelungener Prävention", schließt Tanja Wehsely.

Rückfragehinweis:
SPÖ Wien Rathausklub
David Millmann
Kommunikation
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Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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