Dienstag, 27. Januar 2015

2015.01.27: Bildung

APA0324 II, CI 27.01.2015 12:47:36

 

Integration: Opposition zerpflückt Regierungs-Ideen

Utl.: Kickl will Konzentration auf allgemeine Migrationspolitik - Korun sieht Problem nicht nur bei Zuwanderern - NEOS gegen "Bloßstellen" von Schülern

Integration/Innenpolitik/Österreich

Kritik an der Integrationsdebatte kommt aus der Opposition - wenn auch mit unterschiedlicher Stoßrichtung. So forderte FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl am Dienstag via Aussendung einen strengeren Blick auf die Zuwanderungspolitik. Die Grüne Alev Korun sieht hingegen das Problem nicht nur bei Familien mit Migrationshintergrund. Gegen das "Bloßstellen" von Schülern sind die NEOS.

Die derzeit von Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) geführte Integrationsdebatte "zäumt das Pferd von hinten auf, weil man nur auf Folgen unorganisierter Zuwanderung blickt und sich nicht auf diese Zuwanderung selbst konzentriert", meinte Kickl. Strafen bei "Integrationsverweigerung", wozu auch die "nachhaltige Unkenntnis der deutschen Sprache" gehöre, sind für ihn der richtige Ansatz "und sicher effektiver als die Tafelwisch-Ideen eines Herrn Kurz".

Korun will auch die fehlende Kooperation nicht zugewanderter Eltern thematisiert sehen. "Strafminister Kurz geht immer nach demselben Muster vor: Er thematisiert etwas ohne Zahlen auf den Tisch zu legen und macht es gleichzeitig zum 'Ausländerproblem'", kritisierte die Grüne und weiter: "Das ist keine Integrationspolitik, das ist ständiges Anpatzen einer ganzen Bevölkerungsgruppe mit der immerwährenden Forderung der Bestrafung." Wollte sich Kurz für den Erfolg mehrsprachiger Kinder wirklich einsetzen, solle dieser mehr Sozialarbeiter in Schulen durchsetzen und auf Schließung von Sonderschulen drängen, in die viele solche Schüler "abgeschoben" werden.

Der Vorschlag von Kurz, "integrationsunwillige" Schüler die Tafel putzen und Strafdienste für die Allgemeinheit leisten zu lassen, trifft für NEOS-Chef Matthias Strolz das Ziel der Sache nicht einmal ansatzweise. "Ein "öffentliches Bloßstellen" unter Mitschülern führe in der Regel zu einer Beschämung. "Und genau solche Erfahrungen sind der Nährboden, auf dem sich Wut, Hass und Entfremdung entwickeln", so Strolz, der gleichzeitig einen verpflichtenden Ethik- und Religionsunterricht für alle Schüler forderte.

(schluss) cts;mk

OTS0153 II 27.01.2015 12:33:23

 

Strolz: Integration ist mit Bildung eher zu erreichen als mit Tafelwischen

Utl.: NEOS fordert verpflichtenden Ethik- und Religionenunterricht

Innenpolitik/NEOS/Bildung/Integration/Kurz

Die Vorschläge von Integrationsminister Sebastian Kurz im heutigen Ö1-Journal, integrationsunwillige Schülerinnen und Schüler die Tafel putzen und Strafdienste für die Allgemeinheit leisten zu lassen, treffe das Ziel der Sache nicht einmal ansatzweise, kritisiert NEOS-Bildungssprecher Matthias Strolz: "Wir sind im vergangenen Jahrhundert völlig zurecht von dieser Art des Bestrafens abgewichen. Ein öffentliches Bloßstellen unter Mitschülern führt in der Regel zu einer Beschämung. Und genau solche Erfahrungen sind der Nährboden, auf dem sich Wut, Hass und Entfremdung entwickeln."

Gleichzeitig reklamiert Strolz einen klareren Handlungsrahmen für die Jugendlichen: "Ja, wir müssen mit den Kindern und Jugendlichen in den Diskurs darüber einsteigen, was uns als liberale Gesellschaft auszeichnet und was das mit jedem einzelnen Menschen zu tun hat. Dort wo Identität heranreift, müssen wir die Fragen stellen: Wo kommen wir her? Wo wollen wir hin? Was macht uns aus? Was macht Österreich aus? Was macht Europa aus? Was ist uns gemeinsam wichtig? Was heißt das für mein konkretes Leben, für mein alltägliches Tun und Lassen? Daher treten wir für einen verpflichtenden Ethik- und Religionen-Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler ein. Jungen Menschen suchen nach Orientierung. Und damit nach Werten. Steigen wir werteorientiert in diese Diskussion ein und immunisieren wir die jungen Menschen dagegen, sich die einfachen Antworten extremistischer Verführer anzueignen", so NEOS-Chef Matthias Strolz.

Rückfragehinweis:
NEOS - Presseteam im Parlament
Tel.: 01 40 110 9091
mailto:presse@neos.eu
presse.neos.eu


Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/16170/aom

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen