Freitag, 30. Januar 2015

Bildungs-Newsletter vom 30. Jänner 2015

OTS0243 II, CI 29.01.2015 16:19:35

 

Heinisch-Hosek: Pädagogische Hochschulen leisten wichtige Arbeit

Utl.: Enger Kontakt mit Schulen ist Alleinstellungsmerkmal der PHs

 

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek kann der Forderung der Industriellenvereinigung, die Pädagogischen Hochschulen in die Universitäten einzugliedern nichts abgewinnen. "Die PHs leisten einen wichtigen und unabdingbaren Beitrag, den Universitäten auf Grund ihrer Struktur in dieser Art nicht leisten können", so die Ministerin. "Für die Wissensgesellschaft brauchen wir spezialisierte Einrichtungen, die moderne Forschungsergebnisse der Pädagogik direkt mit der Praxis in den Schulen rückkoppeln können.****

Der unmittelbare Kontakt mit den Schulen ist ein Alleinstellungsmerkmal der Pädagogischen Hochschulen, wodurch ein reger Austausch zwischen Forschung und Praxis, zwischen Ausbildung und Fortbildung, ermöglicht wird. "Nur so ist es möglich, dass aktuelle Forschungsergebnisse genauso wie Erfahrungen aus der Praxis laufend in die Aus- und Weiterbildungsangebote einfließen können."

Über 100.000 LehrerInnen besuchen jährlich Fort- und Weiterbildungsangebote an Pädagogischen Hochschulen. Jedes Jahr schließen über 3.500 Personen ein Lehramtsstudium an einer PH ab. "Ohne Pädagogische Hochschulen könnten wir den Bedarf an LehrerInnen in Österreich nicht decken", so die Ministerin. Durch die PädagogInnenbildung Neu wird eine enge Kooperation zwischen den Universitäten und den Pädagogischen Hochschulen ermöglicht. "Die Stärken beider Institutionen können so bestmöglich zusammenwirken. Der dadurch gestartete Qualitätsschub beginnt bereits zu wirken." Aus Sicht der Ministerin besteht kein Anlass, während eines anlaufenden Reformprozesses, in die Organisationsstruktur eingreifen zu wollen: "Gerade bei der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern muss die Qualität im Zentrum stehen." (Schluss)

Rückfragehinweis: Mag.a Veronika MARIA, Pressesprecherin Büro der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel.: +43 1 53120-5011, Mobil: +43 664 612 47 29 veronika.maria@bmbf.gv.at


Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/4920/aom

 


 

APA0519 II, XI 29.01.2015 16:34:01

 

IV-Hochschulkonzept: Heinisch-Hosek gegen PH-Auflösung

Utl.: Töchterle "Eigenwert wissenschaftlicher Erkenntnisse nicht übersehen" - ÖH-Vizechef: Hochschulpolitik darf sich nicht rein an den Interessen der Wirtschaft orientieren

 

Nichts abgewinnen kann Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) der Forderung der Industriellenvereinigung (IV) nach einer Eingliederung der Pädagogischen Hochschulen (PH) in die Universitäten. "Die PHs leisten einen wichtigen und unabdingbaren Beitrag, den Universitäten auf Grund ihrer Struktur in dieser Art nicht leisten können", so die Ministerin in einer Aussendung.

Alleinstellungsmerkmal der PH sei "der unmittelbare Kontakt mit den Schulen", betonte Heinisch-Hosek. Dadurch werde ein reger Austausch zwischen Forschung und Praxis bzw. zwischen Ausbildung und Fortbildung ermöglicht.

Die Industriellenvereinigung (IV) spreche in ihrem Hochschulkonzept "zentrale Anliegen im Hochschulsektor" an, meinte dagegen ÖVP-Wissenschaftssprecher Karlheinz Töchterle. Er mahnt aber auch ein, "den Eigenwert wissenschaftlicher Erkenntnisse nicht zu übersehen". Für Töchterle deckt sich vieles im Konzept mit im Regierungsprogramm formulierten Vorhaben und bereits in Angriff genommenen Maßnahmen. Wermutstropfen: Manches sei "zwar grundvernünftig, notwendig und international Usus, aber in der derzeitigen Regierungskonstellation leider nicht umsetzbar", bedauert er in einer Aussendung.

Für die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) ist die IV-Forderung nach Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren der "falsche Weg". "Hochschulen verkommen immer mehr zu Institutionen, die junge Menschen für den Arbeitsmarkt zurecht biegen und keine kritische Auseinandersetzung mehr mit der Gesellschaft fördern. Ich finde nicht, dass Hochschulpolitik sich rein an den Interessen der Wirtschaft orientieren darf", so ÖH-Vizechef Bernhard Lahner (Fraktion Engagierter Studierender/FEST).

 


 

"Österreich" vom 30.01.2015                                   Seite 8

 

Industrielle auch für Studiengebühren und Zugangsregeln

IV will die Lehrer-Schulen abschaffen

Am Donnerstag präsentierte die Industriellenvereinigung ihr Hochschulkonzept.

 

Wien. Die Industriellenvereinigung (IV) will das Aus für pädagogische Hochschulen. Das kündigte IV-Präsident Georg Kapsch bei der Präsentation seines Hochschulkonzepts an: Demnach sollen sie künftig in Unis eingegliedert werden. Er sehe keinen Grund für separate pädagogische Hochschulen.

 

Zudem spricht sich die IV in ihrem Konzept für Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen aus.

IV-Präsident Georg Kapsch.

 

 


 

"Österreich" vom 30.01.2015                                  Seite 19

 

Ferienstart für 220.000 Schüler

Rund 13.000 Schüler haben 5er im Zeugnis

Tag der Wahrheit an 670 Schulen der Stadt: Heute gibt es das Zeugnis.

 

Schule. Heute starten für 220.000 Schüler die wohlverdienten Semesterferien. Des einen Freud, des anderen Leid, denn mit dem Semesterende kommt auch das Zeugnis. in den höheren Schulen wird ein Großteil der Schüler - nämlich 83 Prozent - aber keine negativen Noten bekommen.

 

Mädchen sind besser als Burschen

 

neun Prozent aller Wiener Schüler werden zwei oder mehr "nicht genügend" im Zeugnis stehen haben. Dabei schneiden Burschen schlechter ab als Mädchen. insgesamt werden heute 13.000 Schüler einen "Fleck" in der Schulnachricht stehen haben. Dabei stehen Mathematik, die zweite Fremdsprache und Deutsch ganz oben in der rangliste der am häufigsten negativ beurteilten Fächer.

 

Schülern mit negativem Zeugnis rät Wiens Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl: "Keep cool! noch ist das Schuljahr nicht gelaufen. jetzt sollten zunächst alle Kinder die Möglichkeit nutzen, sich einige tage zu erholen. Dann aber ist es höchst an der Zeit, dass die Kinder mit negativen noten individuelle Lernpläne erstellen." Bis zum juni können negative Beurteilungen dann im zweiten Semester doch noch aufgeholt und das Schuljahr positiv beendet werden.

 

Nachhilfeangebot: 5.200 Anmeldungen

 

an der Volkshochschule Wien (VHS) gibt es für Zehn-bis 14-jährige an den aHS-Unterstufen und den neuen Mittelschulen gratis-nachhilfe. ab 16. Februar starten 994 Kursen, um Lerndefizite in den Fächern Deutsch, englisch und Mathematik aufzuholen. 5.200 haben sich schon angemeldet. (fil)

 

Stadtschulrätin Brandsteidl.

Jetzt für Nachhilfe anmelden.

 


 

"Der Standard" vom 30.01.2015                                Seite: 7 David Krutzler, Karin Riss

 

Häupl: „Schulpflichtverstöße stärker sanktionieren“

 

   Bürgermeister Michael Häupl kann mit dem Wort „Integrationsverweigerer“ nichts anfangen. Strafen müssten für alle gelten. Seine Anregung, Schulpflichtverstöße stärker zu ahnden, gefällt Integrationsminister Kurz.

 

   Wien – Die wahlkämpfenden roten Landeschefs Hans Niessl (Burgenland) und Franz Voves (Steiermark) haben mit ihrer Forderung nach Verwaltungsstrafen für „Integrationsunwillige“ auch in der eigenen Partei eine breite Debatte vom Zaun gebrochen. Wiens Bürgermeister Michael Häupl, der sich mit seiner Landes-SPÖ ebenfalls für die kommende Wahl in diesem Jahr rüstet, stimmt dem Vorstoß der Genossen im Gespräch mit dem Standard vorerst aber nicht zu.

 

   „Jetzt reicht’s“

 

   Zunächst müsse geklärt werden, was Integrationsunwilligkeit überhaupt heißt. Das sei bisher nicht passiert. „Ich kann damit nichts anfangen“, sagt Häupl. Erst nach einer genauen Definition könne man über Verwaltungsstrafen nachdenken. „Diese müssen dann aber für alle gelten.“ Dem Ruf nach Sanktionen im Strafrechtsbereich erteilt er eine deutliche Absage. Häupl hält die Debatte für wichtig, warnt aber vor einer Zuspitzung. „Wenn die Forderung kommt, dass Zuwanderer in ihren Familien nur noch Deutsch sprechen sollen, sage ich ganz klar: ‚Jetzt reicht’s.‘“

 

   Nachbessern könne man aber bei der Kontrolle der Einhaltung der Schulpflicht sowie Schulordnung. „Man sollte darüber reden, Schulpflichtverstöße stärker als bisher zu sanktionieren“, sagt Häupl. Aktuell geltende Regelungen und Sanktionsmöglichkeiten seien zu schwach. „Aber auch hier gilt: Es geht um alle.“

 

   Das sieht Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) bekanntlich anders, an Häupls Idee einer Strafverschärfung bei Schulpflichtverletzungen findet er im Standard-Gespräch aber Gefallen: „Wir wollten immer schon eine Erhöhung der Strafen für Schulpflichtverweigerer. Für mich sind 1500 Euro vorstellbar, das entspricht in etwa der Familienbeihilfe.“ Damit erhofft man sich bei der ÖVP, auch verfassungsrechtliche Bedenken gegen ein Streichen dieser Sozialleistung zu umschiffen.

 

   Erst im Jahr 2013 hat der Bund die Höchststrafe für die Verletzung der Schulpflicht von 220 Euro auf das Doppelte erhöht. Für Kurz ist ein Effekt dieser Anhebung, dass das Problem „auch bei den Behörden“ viel bewusster und die Exekution der Verwaltungsstrafen „effizienter“ geworden sei. Bis es zu einem Strafverfahren kommt, muss freilich ein fünfstufiges Verfahren inklusive Gesprächen mit Pädagogen, Eltern, Schülern, Schulpsychologen sowie auch Kinder- und Jugendhilfe absolviert werden. Für Kurz nichts anderes als „bürokratische Hürden, die abgebaut gehören“. Auch Staatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) kann sich höhere Verwaltungsstrafen bei Schulpflichtverletzungen vorstellen. Im Gespräch mit dem Standard fordert er trotzdem, die Debatte „feinfühliger“ zu führen, da Strafen ja „nichts an der Geisteshaltung der Menschen“ ändern würden.

 

   Für Bürgermeister Häupl ist es zudem „nicht akzeptierbar“, wenn ein Vater eine Lehrerin nicht als Autoritätsperson anerkennen könne. Dafür müssten Sanktionsmöglichkeiten geschaffen werden. „Welche, weiß ich aber nicht“, sagt Häupl. Zu drastischen Mitteln wollte er einst bei einem türkischen Vater greifen, der seine Tochter nicht in eine Wiener Schule schicken wollte. Häupl drohte ihm öffentlich, das „Ohrwaschl abzureißen“. Zu dieser Aussage „stehe ich weiter absolut“, sagt Wiens Bürgermeister. Weniger hält Häupl vom Kurz-Vorschlag, Eltern mit einer 1000-Euro-Geldstrafe zu belegen, wenn diese einer Schulvorladung nicht nachkommen. „Das ist ein bisschen fern der Realität.“

 

   In puncto Deradikalisierung müsse Wien weitere Akzente setzen. Vor allem Jugendzentren sollen stärker in den Fokus rücken. Häupl: „Wir schauen nicht weg, wir wollen uns dem stellen. Wenn Maßnahmen ausgearbeitet werden, wird auch Geld folgen.“

 

Bild: Bürgermeister Michael Häupls Aktion scharf bei

      Schulpflichtverletzung kommt bei Minister Kurz gut an. Bild: Foto: APA / Herbert Pfarrhofer

 


 

"Die Presse" vom 30.01.2015                                Seite: 6

 

Die Methode Hans Niessl

 

   Analyse. Die SPÖ Burgenland greift nach der Absoluten und könnte zum Vorbild in der Partei werden. Doch ihre Positionen sind umstritten.

 

   VON THOMAS PRIOR

 

   Eisenstadt/Wien. Es soll, sagt man, eher selten vorkommen, dass der Wiener gespannt ins Burgenland blickt, um eine Entwicklung abzuwarten, die auch für ihn bedeutsam sein könnte. In diesem Fall aber, in diesem politischen oder - genauer noch - sozialdemokratischen Fall ist es anders. Nicht nur, weil das Burgenland heuer noch vor Wien, nämlich am 31. Mai, einen neuen Landtag wählt.

 

   Dieses Mal sind die Umstände besonders. SPÖ-Chef Werner Faymann bangt um seine berufliche Zukunft. Wenn es schlecht für den Kanzler läuft und die Steuerreform ein Flop wird, könnte er seine Jobs verlieren. Und auch der Wiener Bürgermeister, Michael Häupl, hat allen Grund, besorgt zu sein. Die Wiener SPÖ könnte bei der Gemeinderatswahl unter 40 Prozent fallen, was wohl Häupls sofortigen Pensionsantritt bedeuten würde.

 

   Im Burgenland hingegen macht sich Landeshauptmann Hans Niessl - durchaus berechtigt, wenn man den Umfragen Glauben schenkt - Hoffnungen, die absolute Mehrheit zurückzugewinnen. Und deshalb schauen jetzt alle, die in der SPÖ etwas zu sagen oder zu verlieren haben, nach Eisenstadt. Und warten ab, was dort passiert.

 

   Häupl überlegt sogar, im Windschatten des Burgenlandes (und des Song-Contests, der am 23. Mai stattfindet) wählen zu lassen. Dem Vernehmen nach hat er den 14. Juni ins Auge gefasst. Und sollte Niessl tatsächlich das Gegenstück zum allgemeinen Abwärtstrend der SPÖ gelingen, könnte seine Methode Schule machen in der österreichischen Sozialdemokratie.

 

   All-inclusive-Bewegung

 

   Die anderen Parteien tun sich im Burgenland vor allem deshalb schwer, weil sich die SPÖ als All-inclusive-Bewegung begreift. Mit ihren fast 48 Prozent regiert sie selbstbewusst bis autoritär. Und vereinnahmt die Konkurrenz, indem sie deren Positionen vorwegnimmt oder, wenn es denn sein muss, sich recht ungeniert zu eigen macht.

 

   Am Beispiel Integrationspolitik ließ sich das diese Woche schön beobachten. Die Forderung, den Tatbestand Integrationsunwilligkeit - wie auch immer der gemessen werden soll - zu sanktionieren, könnte genauso gut von der FPÖ stammen. Niessl war hier schneller. In einem anderen Punkt stimmt der Landeshauptmann nicht nur mit den Freiheitlichen, sondern auch mit Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) überein: Österreichern, die im Jihad kämpfen, soll die Staatsbürgerschaft entzogen werden.

 

   Für unterstützenswert befand Niessl auch den Kurz-Vorschlag, Verwaltungsstrafen von etwa 1000 Euro für Eltern zu verhängen, die Sprechtage in der Schule mehrmals ignorieren. Der burgenländischen ÖVP blieb also gar nichts anderes übrig, als dem Maßnahmenpakt des Koalitionspartners zumindest punktuell ihren Sanktus zu erteilen.

 

   Niessl/Voves-Pakt in der Kritik

 

   Mit Ideologien oder der Bundesparteilinie halten sich Niessl und seine Partei für gewöhnlich nicht lange auf. Auch Berührungsängste mit der Stammtischmeinung hatte der Landeshauptmann noch nie, weshalb er sich von der SPÖ-Linken regelmäßig den Vorwurf einhandelt, dem Populismus anheimzufallen.

 

   Es ist noch nicht vergessen, dass Niessl vor der Landtagswahl 2010 gegen ein Asyl-Erstaufnahmezentrum im südburgenländischen Eberau mobilgemacht hat. Dass er im Vorjahr die Kasernen in Oberwart und Pinkafeld kaufen ließ, damit sie nicht als Asylquartiere Verwendung finden. Und dass er sich - ebenfalls im Wahlkampf 2010 - für eine Verlängerung des Bundesheer-Assistenzeinsatzes eingesetzt hat, obwohl das Burgenland längst nicht mehr Außengrenze der EU war.

 

   Mit seinen integrationspolitischen Vorschlägen steht Niessl jedoch nicht allein da. In seinem steirischen Amtskollegen Franz Voves, der im Herbst zur Wahl steht, hat er einen prominenten Mitstreiter gefunden. Am heutigen Freitag, wenn die SPÖ-Gremien - Präsidium und Vorstand - erstmals seit dem Parteitag im November zusammentreffen, wird der Niessl/Voves-Pakt das bestimmende Thema sein. Zumal er auch in der Bundespartei nicht mehrheitsfähig ist.

 

   "Populismus heißt, die Bedürfnisse der Leute zu kennen und die Politik danach auszurichten", hat Niessl einmal in einem "Falter"-Interview gemeint. "Man kann das Populismus nennen, ich nenne es pragmatische Politik."

 

   Seine Methode hat sich auch anderswo bewährt, nicht zuletzt im benachbarten Niederösterreich, dem mittlerweile einzigen Bundesland, in dem eine Partei - in diesem Fall aber die ÖVP - über die absolute Mehrheit verfügt. Dort firmiert sie allerdings unter einem anderen Namen. Unter Methode Pröll.

 


 

"Kleine Zeitung" vom 30.01.2015                              Seite: 4

„Strafe bei Fernbleiben vom Turnunterricht“

Landesschulratspräsidentin für Sanktionen gegen integrationsunwillige Eltern.

 

   WIEN. In der vom steirischen Landeschef Franz Voves angestoßenen und von der Bundespolitik aufgegriffenen Debatte über den Umgang mit „integrationsunwilligen“ Bürgern melden sich nun auch die Landesschulratspräsidenten zu Wort. Während in Wien der Verfassungsschutz an gewissen Schulen nur noch ein- und ausgeht, genießt das Thema in der Steiermark und in Kärnten beim Landesschulrat derzeit höchste Priorität.

 

   „Ich bin froh, dass die Politik das Thema aufgegriffen hat“, erklärt die steirische Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner im Gespräch mit der Kleinen Zeitung. „Wenn es bei den Kleinen und den Jugendlichen nicht funktioniert, wie soll dann der Zusammenhalt in einer multikulturellen Gesellschaft funktionieren? Die Lehrer sollen und dürfen in dieser Frage nicht alleingelassen werden.“

 

   Meixner kann durchaus der Idee etwas abgewinnen, dass bei fortschreitender Integrationsunwilligkeit Sanktionen verhängt werden können – nicht gegen die Kinder, sondern die Eltern. „Die Schule muss die Möglichkeit haben, bei integrationsunwilligen Eltern Maßnahmen zu setzen“, so Meixner zur Kleinen Zeitung – etwa dann, wenn Mädchen nicht am Turn- oder am Schwimmunterricht teilnehmen.

 

   Ungleich größeres Kopfzerbrechen bereitet der Steirerin, dass viele Schüler mit Migrationshintergrund nach Ende der Schulpflicht mit 15 Jahren offenbar keine weitere Ausbildung absolvieren. „Sie sprechen steirischen Dialekt, leben bei uns, besuchen die Pflichtschule und verschwinden dann plötzlich aus den Statistiken. Ich frage mich oft: Wo sind sie alle nach dem neunten Schulpflichtjahr hin?“

 

   Einige besuchen Berufsschulen, andere wechseln in mittlere oder höhere Schulen. „Wohin verschwinden jene, die wir nicht erfassen?“ Meixner plädiert deshalb für die rasche Einführung einer Ausbildungspflicht.

 

   Gegen Strafen spricht sich der Kärntner Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger aus, meint aber: „Wir müssen aus den Fehlern, die in Wien passiert sind, lernen. Wenn Probleme auftauchen, dürfen wir nicht wegschauen, sondern müssen ganz klar und deutlich hinschauen.“ MICHAEL JUNGWIRTH

 


 

"Kurier" vom 30.01.2015                                    Seite: 2

SP-Steidl: "Familienbeihilfe aussetzen, wenn Eltern integrationsunwillig sind"

SPÖ-gremien tagen

 

   Rote Linie gesucht. Sollen Migranten, die sich nicht integrieren wollen, bestraft werden? Sollen Eltern, die nicht mit den Schulen kooperieren, eine Verwaltungsstrafe aufgebrummt bekommen? Und soll es Konsequenzen für Burschen geben, die ihre Lehrerin nicht akzeptieren wollen, weil sie eine Frau ist?

 

   In der SPÖ gehen die Meinungen dazu auseinander. Während der steirische Landeshauptmann Franz Voves und sein burgenländischer Kollege Hans Niessl für Strafen plädieren, steht Parteichef Werner Faymann auf der Bremse. Heute, Freitag, haben die Roten Gelegenheit, eine einheitliche Linie zu suchen. Da tagen erstmals die Ende November neu gewählten Parteigremien (Präsidium und Vorstand). "Es werden die inhaltlichen Schwerpunkte für 2015 festgelegt", heißt es in der Parteizentrale.

 

   "Da bin ich bei Voves" Der Salzburger SP-Chef Walter Steidl, der im SPÖ-Präsidium sitzt, lässt schon vorab mit einem neuen Vorschlag zur Integrationsdebatte aufhorchen. Er ist zwar gegen Verwaltungsstrafen. "Man darf aber nicht gleich ins rechte Eck gestellt werden, wenn man die Probleme offen anspricht. Da bin ich bei Franz Voves." Sanktionen für integrationsunwillige Schüler lehnt Steidl ab. Wenn aber beispielsweise Eltern trotz mehrfacher Aufforderungen nicht bereit seien, in die Schule zu kommen, "könnte man die Familienbeihilfe eine Zeit lang aussetzen", sagt Steidl zum KURIER.

 

   Das geht dem Tiroler SP-Obmann Ingo Mayr zu weit: "Die derzeitigen Gesetze sind ausreichend." Voves und Niessl, die sich heuer der Wiederwahl stellen, richtet er via KURIER aus: "Ich halte nichts davon, wegen bevorstehender Wahlen populistische Forderungen zu stellen. Wir sollten nicht Randthemen zu Wahlkampfthemen machen", betont Mayr.

 

   Maria Kern

 


 

Mit freundschaftlichen Grüßen

 

Kurt Schober

Klubsekretär

SPÖ-Parlamentsklub

01/40110-3569

0664 / 44 45 005

kurt.schober@spoe.at

 

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