Freitag, 30. Januar 2015

Bildungs-Newsletter vom 30. Jänner 2015, 3.Teil


 

Ö1 Mittagsjournal 12:00 vom 30.01.2015 12.00 Uhr

 

Initiative "AusBildung bis 18"

 

Arnim-Ellissen Hubert (ORF)

   Pflichtschulausbildung reicht heutzutage kaum zur beruflichen Entwicklung.

   Wer nicht ständig von Arbeitslosigkeit bedroht sein will, muss sich

   weiterbilden. Diese Botschaft will die Regierung jungen Menschen klarmachen

   und hat deshalb heute gemeinsam mit den Sozialpartnern die Initiative

   "AusBildung bis 18" ins Leben gerufen - wobei das Binnen-B wichtig ist:

   Ausbildung und Bildung sind zwei Schuhe für ein Paar, mit dem man durchs

   Leben geht. Ellen Lemberger war für uns bei der Auftaktveranstaltung in

   einem Wiener Hotel dabei:

 

Lemberger Ellen (ORF)

   Arbeiterkammerpräsident Rudolf Kaske bringt das Problem von jungen Menschen

   auf den Punkt. Eine Ausbildung über die Pflichtschule hinaus sei notwendig:

 

Kaske Rudolf (Arbeiterkammer Wien)

   Weil die Arbeitslosenquote bei jenen, die maximal Pflichtabschluss haben,

   rund 23 Prozent ausmachen von der Gesamtarbeitsquote, währenddessen jene

   Jugendliche, die weiterführende Schulen besuchen beziehungsweise eine

   weiterführende Ausbildung haben, die Arbeitslosenquote maximal drei bis

   sieben Prozent ist.

 

Lemberger Ellen (ORF)

   Die Regierung und die Sozialpartner haben deshalb heute die Initiative

   "AusBildung bis 18" ins Leben gerufen. Sie will ein Bewusstsein bei

   Jugendlichen schaffen, wie wichtig eine weiterführende Ausbildung ist, sagt

   Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Für Familienministerin Sophie

   Karmasin geht es auch um so genannte Soft Skills:

 

Karmasin Sophie (parteilos)

   Motivation von jungen Menschen, die in der Jugendarbeit sehr vieles

   nonformales Lernen - wie Kreativität, aber ganz besonders wichtig auch die

   Eigeninitiative und die Wirksamkeit ihrer Handlungen und ihrer Aktivitäten.

   Das ist ein wichtiger Kompetenzfaktor im Laufe eines Ausbildungs- und

   Berufseinstiegs.

 

Lemberger Ellen (ORF)

   Sozialminister Rudolf Hundstorfer richtet sich direkt an die Jugendlichen:

 

Hundstorfer Rudolf (SPÖ)

   Nur mit Pflichtschule alleine ist es zu wenig in die Zukunft gerichtet und

   darum - wissend dass natürlich die Lebenswege dann wie immer gestaltet sein

   werden. Aber wenn der Startschuss mit einer Ausbildung versehen ist, ist es

   immer noch besser als ohne Ausbildung.

 

Lemberger Ellen (ORF)

   Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner kündigt Schulungen

   und Modul-Ausbildungen an, die insbesondere für Niedrig-Qualifizierte und

   Schulabbrecher gedacht sind.

 

Mitterlehner Reinhold (ÖVP)

   Das sind diejenigen, die bis jetzt eher eine Hilfsarbeitertätigkeit oder gar

   keine Ausbildung gemacht haben. Da müssen wir entsprechende Angebote

   machen, die modulartig dann in der Lage sind, eine Weiterentwicklung zu

   gewährleisten.

 

Lemberger Ellen (ORF)

   Eine bessere Ausbildung komme nicht nur den Jugendlichen selbst zugute,

   sondern auch der Wirtschaft, sagt die Generalsekretärin der

   Wirtschaftskammer, Anna Maria Hochhauser.

 

Hochhauser Anna-Maria (WKO - Wirtschaftskammer Österreich)

   Unsere größte Herausforderung ist der Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und

   die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Das heißt, unsere Ressourcen und

   unsere Initiativen müssen gehen hin in Richtung Produktivität und in

   Richtung Innovationskraft und damit ist die Kreativität und die

   Qualifikation unserer Menschen die größte Ressource, die wir haben.

 

Lemberger Ellen (ORF)

   Das Arbeitsmarktservice werde dabei behilflich sein, Ausbildungsmodule und

   Schulungen zu entwickeln und sie anbieten, sagt AMS-Chef Johannes Kopf.

 


 

OTS0159 II 30.01.2015 13:54:54

 

"AusBildung bis 18" - Heinisch-Hosek/Hundstorfer: Wer gut ausgebildet ist, hat die besseren Chancen

Utl.: Weiterführende Bildung nach der Pflichtschule für alle Jugendlichen

 

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Sozialminister Rudolf Hundstorfer nahmen am Freitag an der Auftaktveranstaltung "AusBildung bis 18" im Austria Trend Hotel Park Royal Palace teil, um das neue Modell der Ausbildung bis 18 vorzustellen. "Wer gut ausgebildet ist, hat einfach bessere Chancen. Diese Chancen wollen wir allen jungen Menschen in Österreich ermöglichen", betonte Hundstorfer. Ab dem Schuljahr 2016/2017 soll jeder Jugendliche nach der Pflichtschule eine weiterführende Bildung oder Ausbildung, wie eine mittlere oder höhere Schule oder eine Lehrausbildung absolvieren. "93 Prozent der Jugendlichen wählen nach der Pflichtschule bereits den weiterführenden Weg. Um die sieben Prozent, die hier nicht erfasst sind, geht es heute", sagte Heinisch-Hosek. ****

Ein Pflichtschulabschluss alleine sei oft zu wenig, betonte der Sozialminister: "Von den Menschen, die lediglich einen Pflichtschulabschluss haben, war letztes Jahr jeder vierte arbeitslos." Beim Modell "AusBildung bis 18" gehe es nicht um Zwang und Sanktionen, sondern um "Angebot, Unterstützung, Beratung und Hilfestellung", so Hundstorfer. "Wir müssen den Menschen zuerst den Weg aufzeigen, erst ganz am Schluss kann man über Sanktionen reden." Weiters sei das Thema wichtig für die Integration: "Wenn wir junge Menschen, die zu uns gekommen sind, nicht der Perspektivlosigkeit überlassen, ist das ein wesentlicher Beitrag zur Integration", ist Hundstorfer überzeugt. Auch benachteiligten Jugendlichen stünden die bewährten Programme wie Produktionsschulen und die überbetriebliche Lehrausbildung zur Verfügung.

Heinisch-Hosek forderte den Ausbau von Berufsorientierungsangeboten. "Berufsorientierung muss so zeitig wie möglich stattfinden. In den neuen Mittelschulen ist sie schon verpflichtend. Wir müssen die Jugendlichen auf die Schnittstellen so gut vorbereiten, dass sie den für sie richtigen Weg finden." Man müsse hier mit den Sozialpartnern gute Programme hervorbringen und an die Schulen bringen. Heinisch-Hosek betonte außerdem, dass man bei der Ausbildung nach der Pflichtschule neue, kompetenzorientierte Modelle entwickeln müsse: "Ich möchte die Praxishandelsschule hervorheben, die als Schulversuch angefangen hat und jetzt im Regelschulwesen ist." Davor gab es in der normalen Handelsschule Abbruchquoten von über 50 Prozent, mit der Praxishandelsschule sind es nur noch ca. 17 Prozent. Wichtig sei auch die Initiative Erwachsenenbildung, im Rahmen derer auch viele unter 18-jährige ihren Pflichtschulabschluss nachholen und Basisbildung erwerben.

Die Bildungsministerin betonte auch die Wichtigkeit der Zusammenarbeit von Bund, Ländern und den verschiedenen Ressorts. Das Bildungsministerium werde sich in Zukunft vermehrt der Polytechnischen Schule, die eine gute Orientierung darstellt, und der Erwachsenenbildung widmen und außerdem gerade jungen Mädchen mit der demnächst online gehenden Internetplattform "Mädchen formen die Technik" die Auswahl an Ausbildungsmöglichkeiten aufzeigen. (Schluss) ve/eg

Rückfragehinweis: SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien  Tel.: 01/53427-275 http://www.spoe.at/impressum

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/195/aom

 


 

Ö1 Mittagsjournal 12:00 vom 30.01.2015 12.00 Uhr

 

Pflichtfach Politische Bildung an Schulen

 

Arnim-Ellissen Hubert (ORF)

   Wie umgehen mit Schülerinnen und Schülern, die sich nicht ausreichend in das

   österreichische Schulsystem integrieren wollen? Auch das ein Teilaspekt des

   Integrationsproblems in Österreich. Von Verwaltungsstrafen und mehr oder

   minder sanftem Druck ist in diesen Tagen da jetzt schon viel die Rede, aber

   auch von Unterstützung. Die Regierungsparteien erneuern ihr Bekenntnis zu

   mehr politischer Bildung an den Schulen. Im Regierungsprogramm aus dem Jahr

   2013 steht der Ausbau dieses Faches ja noch recht vorsichtig formuliert -

   aber immerhin - drinnen, jetzt soll der Ausbau, so zumindest die Aussagen

   der Regierung, beschleunigt werden. Wolfgang Werth berichtet:

 

Werth Wolfgang (ORF)

   Im Regierungsprogramm steht zu lesen, dass Poltische Bildung zumindest ein

   sogenanntes Pflichtmodul des Geschichte- und Sozialkundeunterrichts werden

   soll, und zwar ab der 6. Schulstufe, soll heißen, zweite Klasse Haupt-,

   beziehungsweise Mittelschule oder Gymnasium. Jetzt, ein gutes Jahr später,

   legen sowohl Rot als auch Schwarz nach: Erstens schon ab der 5. Schulstufe

   und zweitens als eigenes Pflichtfach. Integrationsminister Sebastian Kurz,

   ÖVP, hat das vor kurzem - unter anderem - im Ö1-Morgenjournal verlangt, und

   auch Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, SPÖ, ist dafür. Sie

   kündigt auf Anfrage auch gleich Verhandlungen an.

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Der nächste Schritt wäre natürlich, dass ich an den Herrn Finanzminister

   herantrete - das werde ich demnächst tun - und einmal abklopfe und

   sondiere, wie es mit einer Sonderdotierung ausschaut. Politische Bildung

   wird ja für das kommende Schuljahr als Pflichtmodul ohnehin vorbereitet,

   und wenn wir es noch erweitern könnten, dann wäre ich froh - also demnächst

  beginnen zu verhandeln.

 

Werth Wolfgang (ORF)

   Eine Stunde Politische Bildung für einen ganzen Schülerinnen- und

   Schülerjahrgang kostet 100 Millionen Euro, sagt Ministerin Heinisch-Hosek.

   Und wer soll unterrichten?

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Die Pädagoginnen/Pädagogen sind in den Schulen, und dann müsste man

   natürlich nachdenken, das ist ja auch der Wunsch, von außen sich

   Expertinnen/Experten für politische Bildung einzuladen. Und diese Kosten

   müssten dann getragen werden. Aber ansonsten, das Personal ist da. Aber die

   Experten/Expertinnen von außen, die gibt es ja jetzt schon, und die könnte

   man dann dazu holen - keine Frage.

 

Werth Wolfgang (ORF)

   Zu besprechen sei auch noch, sagt die Unterrichtsministerin, ob die

   "Politische Bildung"-Stunden für die Schülerinnen und Schüler zusätzlich

   zum bisherigen Unterricht gehalten werden, oder ob, und welche anderen

   Unterrichtsfächer reduziert werden.

 


 

APA0321 II, WI, XI 30.01.2015 12:59:41

 

Regierung will reinen Pflichtschulabschluss zum Auslaufmodell machen

Utl.: Alle Unter-18-jährigen sollen über Pflichtschule hinausgehenden Abschluss machen - Reform des Ausbildungssystems bis 2016 - Auftaktveranstaltung in Wien

 

"Der Pflichtschulabschluss alleine ist zu wenig." Das sehe man daran, dass die Arbeitslosenquote unter Menschen ohne weitere Ausbildung deutlich erhöht ist, so Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) anlässlich der Auftaktveranstaltung der Regierungsinitiative "AusBildung bis 18" heute, Freitag, in Wien. Momentan absolvieren rund 5.300 Schüler pro Jahrgang nur die Pflichtschule.

Im kommenden Jahr soll es eine Reform des Ausbildungssystems geben. Dazu bekannten sich neben Hundstorfer auch Vizekanzler und Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP). Man wolle mit einem Bündel an Angeboten auf die Jugendlichen zugehen, die "drohen, aus dem System zu kippen oder bereits gekippt sind", hieß es.

Zwang sollte jedenfalls keiner hinter den Maßnahmen stehen. Man rede über Angebote, Unterstützung und Hilfeleistung und "erst ganz am Schluss" über mögliche Sanktionen, so Hundstorfer. Man dürfe "Jugendliche nicht in der Perspektivlosigkeit lassen". Dabei gehe es auch - aber bei weitem nicht nur - um Integration.

Laut Mitterlehner gilt es zwei Gruppen zu erreichen: Diejenigen, die aus körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen Ausbildungen nicht oder nur eingeschränkt bewältigen können und solche, die das zwar könnten, sich aber aus dem System herausnehmen oder herausgenommen werden. Hier brauche es "niederschwellige Angebote", die einen Ein- oder Wiedereinstieg ermöglichen, so der Vizekanzler.

An den Schulen gehe es darum, Schnittstellen besser vorzubereiten. Im Zentrum stehe jener Übergang um die 8. und 9. Schulstufe, erklärte Heinsch-Hosek. An den Neuen Mittelschulen (NMS) sei die Berufsorientierung bereits Pflicht, an AHS gebe es in dieser Richtung noch Verbesserungspotenzial. Die Bildungsministerin erhofft sich, durch die im kommenden Jahr starteten Initiativen die Drop-out-Quote von aktuell etwa sieben Prozent zu halbieren.

Um das zu erreichen, gelte es auch "die Jugendarbeit stärker mit den Schulen zu vernetzen", zeigte sich Karmasin überzeugt. Auch ein in Irland im Schulsystem integriertes sogenanntes "Transition-Year" oder "Zwischenjahr", in dem Schüler sich ohne Prüfungsstress der Berufsorientierung widmen, "könnte man diskutieren", sagte sie.

 


 

Mit freundschaftlichen Grüßen

 

Kurt Schober

Klubsekretär

SPÖ-Parlamentsklub

01/40110-3569

0664 / 44 45 005

kurt.schober@spoe.at

 

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