Freitag, 30. Januar 2015

Bildungs-Newsletter vom 30. Jänner 2015 2.Teil


 

APA0207 II, XI 30.01.2015 11:21:27

 

Integration: Heinisch-Hosek offen für "Nachschärfungen"

Utl.: "Derzeit sehr emotionale Debatte sachlicher führen"

 

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) kann sich bei einer Verweigerung der Mitwirkung von Eltern im Schulbereich "Nachschärfungen" vorstellen. Sie lasse sich konkret auch gerade die in den Bundesländern gesammelten Zahlen zum Schulschwänzen für das Jahr 2014 und vor allem die "Extremfälle" ausheben, hieß es aus dem Ministerium gegenüber der APA.

Seit dem Schuljahr 2013/14 gibt es ein neues Verfahren bei Schulpflichtverletzungen, das "im Fall des nicht regelmäßigen Schulbesuchs im Ausmaß von fünf Tagen, 30 Unterrichtsstunden in einem Semester oder drei aufeinander folgenden Tagen unentschuldigten Fernbleibens vom Unterricht" in Gang gesetzt wird. Ein fünfteiliger Stufenplan sieht dann zunächst verpflichtende Gespräche mit Eltern und Schülern sowie die Einschaltung von Direktor, Schulpsychologen, Schulaufsicht und eventuell Jugendwohlfahrt vor. Hilft das alles nicht, können Verwaltungsstrafen bis 440 Euro verhängt werden.

Ob es konkret im Bereich der Schulpflichtverletzungen zu Änderungen komme, will Heinisch-Hosek aber noch offenlassen. Schon jetzt sei die Mitwirkungspflicht von Eltern durchaus in den Schulgesetzen geregelt. Für weitere Gespräche sei sie bereit - mit Landesschulrats-Präsidenten und Schulpartnern habe sie solche auch bereits geführt. Wichtig sei es aber auch, "die derzeit sehr emotionale Debatte sachlicher zu führen".

In absoluten Zahlen wurden übrigens 2013 im schülerstärksten Bundesland Wien auch die meisten Strafen wegen Schulpflichtverletzungen ausgesprochen: Insgesamt gab es in der Bundeshauptstadt 880 Straferkenntnisse bzw- -verfügungen. Bereits auf Platz zwei folgte überraschend das wesentlich schülerärmere Bundesland Salzburg mit 449 Strafen, gefolgt von Oberösterreich (399) und dem ebenfalls eher kleinen Vorarlberg (182). Niederösterreich kam auf 150 Strafen, Kärnten auf 119, Tirol auf 112, die Steiermark auf 57 und das Burgenland auf lediglich fünf.

 


 

OTS0059 II, WI 30.01.2015 10:29:51

 

Auftaktveranstaltung: "AusBildung bis 18" - alle gemeinsam für die Zukunft unserer Jugend - BILD

Utl.: Gemeinsamer Reformprozess von Ressorts, Bundesländern und Sozialpartnern gestartet - Auftakt mit Hundstorfer, Mitterlehner, Heinisch-Hosek und Karmasin

 

Die österreichische Bundesregierung will jungen Menschen bessere berufliche Chancen eröffnen und setzt daher auf die Initiative "AusBildung bis 18". Einerseits wird dadurch die Jugendarbeitslosigkeit bekämpft, andererseits dem Wunsch der Unternehmen nach gut ausgebildeten jungen Menschen entsprochen. "Wer gut ausgebildet ist, hat einfach bessere Chancen; diese Chancen wollen wir allen jungen Menschen in Österreich ermöglichen. Eine Ausbildungspflicht für 15- bis 18-Jährige ist daher ein ganz entscheidender Punkt auch für die Zukunft unseres Landes", sagte Sozialminister Rudolf Hundstorfer bei der Auftaktveranstaltung "AusBildung bis 18". "Mit der Ausbildungspflicht für 15- bis 19-Jährige sichern wir Wachstum und Beschäftigung. Denn der Wirtschaftsstandort Österreich ist von gut ausgebildeten Fachkräften abhängig. Eine Lehre, mit der man zum Meister, oder über das Programm Lehre mit Matura zum Akademiker wird, schafft die Basis für eine gute Karriere ", sagt Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek setzt vor allem auf Information: "Wir haben ein vielseitiges Bildungs- und Ausbildungsangebot, das für alle etwas zu bieten hat. Die große Herausforderung ist aber Jugendlichen bei der Entscheidung über ihre weiterführende Bildungs- oder Berufslaufbahn bestmöglich zu unterstützen und zu informieren. Mein Ziel ist, dass alle, entsprechend ihrer individuellen Interessen und Stärken, den für sie besten Weg finden." Jugendministerin Karmasin strich die wichtige Rolle der Jugendarbeit bei diesem Reformprozess heraus: "In der Phase des Erwachsenwerdens spielt die Jugendarbeit eine zentrale Rolle. Sie kann insbesondere in den Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung und der Aneignung von sozialen Kompetenzen qualitätsvolle Unterstützung leisten. Das Empowerment der jugendlichen Interessen wird durch nicht-formales und informelles Lernen in den familiären und jugendlichen Lebenswelten ermöglicht". ****

Beginnend mit dem Schuljahr 2016/2017 muss jede/r Jugendliche nach der Pflichtschule eine weiterführende Bildung oder Ausbildung absolvieren. Dies kann der Besuch einer mittleren oder höheren Schule oder eine Lehrausbildung sein. Benachteiligten Jugendlichen stehen die bewährten Programme wie Produktionsschulen und überbetriebliche Lehrausbildung zur Verfügung. Mit der Ausbildungspflicht geht es der Bundesregierung darum, vielfältige Angebote, notwendige Unterstützungen und die richtigen Anreize zu schaffen und die Verbindlichkeit der Wahrnehmung von Bildungs- und Ausbildungsangeboten zu erhöhen. Mit einer Schulpflicht von lediglich neun Jahren befindet sich Österreich derzeit international am unteren Ende der Skala; eine Verlängerung der Mindestausbildungsdauer junger Menschen ist vor dem Hintergrund steigender beruflicher und gesellschaftlicher Anforderungen erforderlich.

Während die meisten Jugendlichen nach dem Ende der neunjährigen Schulpflicht ohnehin den Schulbesuch fortsetzen oder eine Lehre absolvieren, trifft dies für eine kleine Gruppe nicht zu. Sie brechen die Schule oder die Ausbildung ab, nehmen Hilfstätigkeiten an oder ziehen sich phasenweise ganz aus den Systemen Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt zurück. Ein solch schlechter Start in das Berufsleben zieht lebenslange schwerwiegende Folgen für den Betroffenen nach sich. Rund 7.000 der 15 bis 17-Jährigen finden derzeit auch nach mehreren Monaten nicht wieder den Anschluss. Insbesondere diese Jugendlichen, die bisher nicht den nachhaltigen Zugang zu weiterführender Bildung gefunden haben, sollen im Rahmen der "AusBildung bis 18" durch bedarfsgerechte Angebote darin unterstützt werden. Dies wird dadurch gewährleistet werden, dass einerseits die bereits vielfältige Angebotslandschaft besser koordiniert und effizienter genutzt wird und andererseits Angebotslücken geschlossen werden. Die dazu erforderlichen (Weiter-)Entwicklungen betreffen die Unterstützung bei der Ausbildungswahl, die Vermeidung von Bildungs- und Ausbildungsabbrüchen, die Vorbereitung auf weiterführende Ausbildungen für benachteiligte Jugendliche sowie die betriebliche und überbetriebliche Lehrausbildung.

Um das Vorhaben "Ausbildung bis 18" erfolgreich umzusetzen, gibt es daher einen Schulterschluss mehrerer Ressorts und Institutionen, die diese weitreichenden Reformen anstreben. Damit arbeitet die österreichische Bundesregierung schon jetzt an einer ressortübergreifenden Gesamtstrategie für eine zukunftsorientiere Ausbildung und Verbesserung der beruflichen Chancen unserer Jugend. Die heutige Auftaktveranstaltung ist für die federführenden Ressorts daher eher ein Etappenziel als ein Startschuss, da die Bundesministerien für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, für Bildung und Frauen, sowie jenes für Familien und Jugend bereits seit dem Frühjahr 2014 an den Vorbereitungen dieser umfassenden Reform arbeiten. Durch die enge Zusammenarbeit der verantwortlichen Ressorts und Institutionen an der "AusBildung bis 18" werden insbesondere bildungs- und arbeitsmarktpolitische Initiativen so weiterentwickelt, dass sie sinnvoll ineinandergreifen. Die gemeinsamen Anstrengungen zielen auf ein System, in dem jeder Jugendliche das seinen Interessen und Bedürfnissen passende Bildungs- oder Ausbildungsangebot findet und die entsprechende Unterstützung, um dieses erfolgreich zu absolvieren. Die Bundesregierung ist überzeugt, mit dem Vorhaben der "AusBildung bis 18" einen Meilenstein in der Verbesserung des Ausbildungsniveaus und der Arbeitsmarktchancen junger Menschen ebenso wie für die Deckung des zukünftigen FacharbeiterInnenbedarfs der österreichischen Unternehmen zu setzen. (Schluss)

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis: Sozialministerium Abteilung Kommunikation und Service (AKS)
Tel.: 01-71100-2199 mailto:kommunikation@sozialministerium.at www.sozialministerium.at www.facebook.com/sozialministerium

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OTS0098 II, WI 30.01.2015 11:22:53

 

Kaske: "Ausbildung bis 18" muss Recht auf Ausbildung werden

Utl.: In der Wirtschaft sind ausreichend Lehrstellen, in den Schulen ausreichend Plätze nötig - SchulabbrecherInnen müssen weiter betreut werden

 

Der Plan der Bundesregierung, wonach alle Jugendlichen "Ausbildung bis 18" machen sollen, muss als Recht auf Ausbildung umgesetzt werden. Das verlangte AK Präsident Rudi Kaske heute in Wien auf der Auftaktveranstaltung des Sozialministeriums zum Thema. Die Wirtschaft müsse ausreichend Lehrstellen bieten, in den Schulen müsse für ausreichend Plätze gesorgt werden. Für Jugendliche, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung sind, seien spezielle Angebote nötig. Nicht zuletzt müssten die Schulen sich darum bemühen, dass SchulabbrecherInnen weiter betreut werden. Und, so Kaske, das bedeute, dass zusätzlich budgetäre Mittel eingesetzt werden müssen. Dafür sei der Finanzminister zuständig.

Fast die Hälfte der beim Arbeitsmarktservice vorgemerkten Arbeitslosen hat lediglich einen Pflichtschulabschluss, erinnerte Kaske. Die "Ausbildung bis 18" könne "ein wichtiger Hebel" sein, um die Chancen aller jungen Leute auf gute Arbeit zu verbessern. Dafür müssten "alle Akteurinnen und Akteure ihre Verantwortung übernehmen. Das sind vor allem die Schulen und die Betriebe, ergänzend auch die Arbeitsmarktpolitik."

Ein Schlüssel sei gute Berufsorientierung in den Schulen, sagte Kaske. Sie ist zwar in den Neuen Mittelschulen ein eigenes Pflichtfach, aber nicht im Gymnasium. Der zweite Schlüssel sei ein ausreichendes Lehrstellenangebot. Derzeit wird die Hälfte der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Lehrstellen in nur drei Bereichen geboten - im Handel, im Tourismus und bei FrisörInnen. Kaske fordert ein breiter gefächertes Angebot. Überdies sei ein Qualitätssicherungssystem in der Lehrausbildung nötig, damit weniger Jugendliche eine Lehre abbrechen (derzeit 16 Prozent) und weniger Lehrlinge nicht bei der Lehrabschlussprüfung antreten oder beim ersten Antritt durchfallen (derzeit 25 Prozent).

Überdies müssen alle Jugendlichen, die in Gefahr sind, aus dem Ausbildungssystem herauszufallen, betreut werden. Kaske fordert an den Schulen Maßnahmen, um dem Bildungsabbruch vorzubeugen - von Früherkennung bis hin zum Jugendcoaching. Und wenn Jugendliche trotzdem eine Ausbildung abbrechen, soll dafür gesorgt werden, dass sie ein Anschlussangebot für weitere Ausbildung bekommen. Das gelte übrigens auch für Lehrbetriebe, deren Lehrlinge die Ausbildung abbrechen.

Schließlich sei die spezielle Lage zu berücksichtigen, in der sich Jugendliche ohne Ausbildung befinden können: Sie können in Warteposition auf einen Ausbildungsplatz sein, in ländlichen Regionen keinen Ausbildungsplatz in der Nähe finden oder psychisch erkrankt sein. Für sie müssen besondere Angebote entwickelt werden, ebenso für jene Jugendlichen, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung sind.

Rückfragehinweis: AK Wien Kommunikation Peter Mitterhuber
Tel.: (+43-1) 501 65-2347 mailto:peter.mitterhuber@akwien.at http://wien.arbeiterkammer.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/26/aom

 


 

OTS0026 II, CI 30.01.2015 09:17:37

Schulpartnerforum: Heinisch-Hosek und Schulpartner wollen an einem Strang ziehen

Utl.: Gemeinsam für politische Bildung und mehr Unterstützungspersonal

 

Bildungsministerin Heinisch-Hosek lud gestern die Vertreterinnen und Vertreter der Schulpartner zum ersten Treffen im neuen Jahr. "Mir ist ein wertschätzender und konstruktiver Dialog mit allen Beteiligten ein großes Anliegen", so die Ministerin, die sich für 2015 auf eine gute Zusammenarbeit freut und aktuelle Themen gemeinsam in Angriff nehmen möchte. Beim heutigen Treffen standen neben dem gestern im Unterrichtsausschuss beschlossenen Paket "Ganztägige Schulformen" und der neuen Reifeprüfung vor allem die aktuellen Maßnahmen zur De-Radikalisierung im Mittelpunkt.****

Heinisch-Hosek präsentierte die Vorhaben des Ministeriums im Kampf gegen Extremismus, wie etwa 300 Gratisworkshops im Bereich De-Radikalisierung für die Schulen, Präventionsbeamte in der LehrerInnenausbildung und Schwerpunkte bei Fortbildungsangeboten an den Pädagogischen Hochschulen. "Es freut mich, dass diese Maßnahmen auch von den Schulpartnern sehr positiv aufgenommen wurden", so die Ministerin, zeigte aber auch Verständnis für den Wunsch nach mehr: Es braucht mehr politische Bildung und mehr Unterstützungspersonal an Schulen, wie etwa SchulsozialarbeiterInnen und SchulpsychologInnen - Für die Zukunft der Jugendlichen muss es mehr Geld geben, sind sich Schulpartner und Ministerin einig.

Auch zum Thema Schulautonomie haben sich Ministerin und VertreterInnen von Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen ausgetauscht. "Im Rahmen der Bildungsreformkommission werden wir uns ansehen, in welchen Bereichen der Schulautonomie Anpassungen und Verbesserungen möglich und gut sind und wo auch eine Stärkung sinnvoll ist", so Heinisch-Hosek. In der derzeitigen Debatte besteht häufig die Vorstellung, mit Schulautonomie könnten alle Probleme unseres Bildungssystems gelöst werden. "Ganz so einfach ist das aber nicht. Mehr Schulautonomie erfordert auch bestimmte Rahmenbedingungen", erklärt die Ministerin. "Die Erfahrungen und Ideen der Schulpartner sind dafür eine wertvolle Grundlage." (Schluss)

Rückfragehinweis:
Mag.a Veronika MARIA, Pressesprecherin Büro der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek

Tel.: +43 1 53120-5011, Mobil: +43 664 612 47 29 veronika.maria@bmbf.gv.at


Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/4920/aom

 


 

Mit freundschaftlichen Grüßen

 

Kurt Schober

Klubsekretär

SPÖ-Parlamentsklub

01/40110-3569

0664 / 44 45 005

kurt.schober@spoe.at

 

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