Montag, 23. Februar 2015

2015.02.24: Newsletter Bildung

Die Presse – 24. Februar 2015

 

 

Nachhilfe der Stadt Wien: 9000 Anmeldungen an AHS und NMS

Bei den Zehn- bis 14-Jährigen ist die Nachhilfe nun angelaufen - etwas anders als an den Volksschulen. Es gibt auch Kritik - Stichwort "Wahlkampfzuckerl".

Wird sich die Gratis-Nachhilfe der Stadt Wien bald positiv auf die Noten der Pflichtschüler auswirken? Vor einer solchen Annahme warnte am Montag Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ), als er eine erste Bilanz zog. Er hoffe aber, dass man in den nächsten Jahren einen Trend zu mehr positiven Schulabschlüssen sehen werde können.

An den Volksschulen, wo die "Förderung 2.0" bereits im vergangenen Herbst startete, wird das Angebot stark nachgefragt: An allen 220 öffentlichen Schulen finden Kurse statt, konkret in 2462 Klassen. Die meisten Defizite gibt es offenbar in  Deutsch/ Lesen, hier werden 600 Kurse angeboten. In Mathematik sind es 360, in Deutsch als Zweitsprache rund 200 Kurse. In weiteren 400 Kursen gibt es allgemeine Lernhilfe und Aufgabenbetreuung. Insgesamt nehmen rund 15.000 Schüler teil.

In den Volksschulen entscheiden die Lehrer darüber, welche Kinder die Kurse belegen sollten, wie Oxonitsch erklärte. Gedacht sei das Angebot für all jene, denen eine negative Note drohe, und nicht für Schüler, "wo die Eltern glauben, es muss unbedingt ein Einser statt einem Zweier sein".

9000 Anmeldungen an AHS und NMS

Neu dazugekommen mit 9000 Anmeldungen ist im Februar die Nachhilfe für die zehn- bis 14-Jährigen Schüler: Derzeit halten rund 300 Lernbetreuer an 130 Mittelschulen und AHS-Unterstufen mehr als 1000 Kurse in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch ab.

Dieser Förderunterricht ist schon vom Konzept her völlig anders: Für die Volksschulen ist der Stadtschulrat zuständig, für die Kurse an den NMS und AHS die Wiener Volkshochschulen. Sie organisieren die Förderung und stellen das Personal dafür.

Personal "von außen"

Während also an den Volksschulen tatsächlich Lehrer unterrichten, die ihre Stunden aufstocken oder zusätzlich angestellt werden, sind für die älteren Schüler vielfach Lernbetreuer im Einsatz, die zum Beispiel vorher in der Erwachsenenbildung tätig waren - oder überhaupt einfach "Personen mit Fachwissen". Darunter fallen Studenten, aber auch Techniker, da von diesen gute Mathematik-Kenntnisse erwartet werden. Qualifiziertes Personal wird weiterhin gesucht, die Kurse seien aber gesichert.

Dass diese Nachhilfelehrer sozusagen "schulfremd" sind, sieht Stadtrat Oxonitsch sogar als Vorteil. Denn wenn die Stammlehrer etwas im Unterricht nicht richtig vermitteln könnten, würde das vielleicht auch am Nachmittag auch nicht funktionieren.

Probleme mit zu wenig Räumen

Die Volkshochschulen sehen derzeit als größtes Problem, dass es zu wenig verfügbare Räume an den Schulen gibt. Manche Schulen könnten gar keine oder kaum Klassenzimmer zur Verfügung stellen können, sagt Mario Rieder, der Geschäftsführer der VHS Wien. Somit müssen manche Schüler zur Nachhilfe auch zu einem anderen Standort fahren.

Sehr erfreulich sei, dass man die Zielgruppe erreiche, sagt Rieder: "Wir erreichen auch jene Familien, die bildungs-benachteiligt sind. Das zeigt sich bei den Anmeldungen." Die Schüler an den AHS-Unterstufen und den Neuen Mittelschulen werden am Nachmittag jeweils von 14 bis 16 Uhr oder von 16 bis 18 Uhr in Kleingruppen unterrichtet.

Parallel zu den Kursen an den Schulen werden nun auch Lernstationen an den VHS-Standorten eingerichtet. Dorthin können Kinder am Nachmittag kommen, wenn sie punktuelle Fragen haben oder mit der Hausübung nicht zurechtkommen. 17 Stationen in verschiedenen Bezirken sind schon eingerichtet.

Besser "in Regelunterricht investieren"

Die ÖVP Wien ragiert auf die neuen Zahlen zur "Förderung 2.0" mehr als skeptisch. Die Mittel würden falsch eingesetzt, heißt es: "SPÖ und Grüne sollten das Geld nicht für Schlagworte und Wahlkampfzuckerl verwenden, die sich gut plakatieren lassen, sondern direkt in die Wiener Schulen und somit in den Regelunterricht investieren", sagt die Bildungssprecherin der ÖVP Wien, Isabelle Leeb. Eine Kritik, die auch schon von einzelnen Schulen und Lehrern zu hören war.

Tatsächlich macht die Auslagerung der Organisation an die Volkshochschulen die Nachhilfe nicht unbedingt unkomplizierter, aber eine Änderung scheint aber unwahrscheinlich. Denn erstens sei der Bund für den Regelunterricht zuständig, wie Oxonitsch sagt. Und zweitens soll die Förderung "klar und deutlich als Leistung der Stadt" präsentiert werden.

Diese Leistung lässt sich die Stadt auch einiges kosten: 20 Millionen Euro werden dafür jährlich in die Hand genommen. Das Vorhaben ist erst einmal auf drei bis vier Jahre ausgelegt, wie Oxonitsch sagt. Als nächsten Schritt kündigt die Stadt eine Evaluierung der Förderung 2.0. an, die sie selbst durchführen wird. Vor allem im Gespräch mit Direktoren sollen Maßnahmen zur Verbesserung gefunden werden.

 

 

Die Presse – 24. Februar 2015

 

 

Burgenland: Schüler wollen Zugang zum Budget

Die Landesschülervertretung kritisiert den Landesschulrat: Sie wollen unter anderem ein Büro und eine funktionierende Homepage.

Im Burgenland gärt es zwischen der Landesschülervertretung und dem Landesschulrat. In einem offenen Brief an Landesschulratspräsident Heinz Josef Zitz (SPÖ) erhoben Schülervertreter den Vorwurf, man habe "das Gefühl, dass der Landesschulrat bewusst gegen uns arbeitet". Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (ÖVP) erklärte am Montag, er unterstütze alle Forderungen der Landesschülervertretung "zu 100 Prozent".

Der Schülervertretung stehe aufgrund der gesetzlichen Regelungen die Möglichkeit zu, sich über den Landesschulrat einzubringen, etwa bei der Durchführung von Veranstaltungen, bei der Benützung von Räumlichkeiten oder wenn es darum gehe, budgetäre Unterstützung zu erhalten. "All diese Dinge sind derzeit nicht möglich, weil es hier angeblich eine klare Weisung gibt von ganz oben, dass hier blockiert wird", sagte Steindl vor Journalisten.

Schüler fordern Budgetzugang

Im Brief an den Landesschulratspräsidenten fordern die Schülervertreter unter anderem direkten Zugang zu ihrem Budget, ein unabhängig zugängliches Büro im Landesschulrat und eine funktionierende Homepage, die man selbst betreuen wolle.

"In acht anderen Bundesländern funktioniert das, nur bei uns nicht", erklärte der Obmann der Schülerunion Burgenland, Dominik Reiter: "In acht anderen Bundesländern ist es selbstverständlich, dass man Zugang zum Budget hat. Wir wissen teilweise nicht einmal, wo unser Budget überhaupt steht."

"Wir erfüllen wirklich alle Forderungen, die man uns dort (im Landesschulrat, Anm.) stellt, sei es ein Konzept, Kostenvoranschläge oder sonst was. Es mangelt einfach daran, dass man uns nicht zuhört oder unsere Anliegen nicht ernst nimmt", sagte Reiter. Er hoffe, dass der Landeshauptmann als Präsident des Landesschulrates die Schülervertretung im Burgenland stärke und ihr die Rechte gebe, die ihr zustünden. Man werde das auch im Gremium des Landesschulrats thematisieren, kündigte Steindl an.

SPÖ kritisiert ÖVP und Schüler

Der eigentlich nötige Schub für mehr Demokratie in der Schule werde von der ÖVP und der Schülerunion seit Jahren blockiert, erklärte am Montag SPÖ-Bildungssprecherin Doris Prohaska zur Kritik der Landesschülervertretung und der Schülerunion am Landesschulrat. Von inhaltlichen Positionen, wie man Schülern den Rücken stärken könnte, sei weit und breit keine Spur.

"Mit einer objektiven Vertretung von Schülerinteressen hat das leider wenig zu tun", so Prohaska in einer Aussendung. "Wir brauchen eine Direktwahl zur Landes- und Bundesschülervertretung. Es kann nicht sein, dass nur eine Handvoll Schulsprecher entscheidet, wer die Schüler auf Landes- und Bundesebene vertritt. Da sollen in Zukunft alle Schülerinnen und Schüler mitentscheiden können", forderte die SPÖ-Landtagsabgeordnete.

„Macht, Geld und Politik zählen"

Der burgenländische Landesschulratspräsident Zitz selbst weist die Forderungen der Schüler zurück. "Bei keiner einzigen Forderung handelt es sich um Interessen von Schülerinnen und Schülern. Macht, Geld und Politik sind anscheinend das einzige, was zählt", erklärte Zitz in einer Aussendung.

Zum Wunsch der Schülervertreter nach direktem Zugang zu ihrem Budget meinte Zitz, im Landesschulrat gebe es ein Gesamtbudget. Mit Steuergeld müsse sinnvoll und zielgerichtet umgegangen werden.

Kein Büro wegen Umbai

Bis vor Beginn des Umbaus sei der Landesschülervertretung zu Bürozeiten ein Büro zur Verfügung gestanden. Die Forderung nach einem Büroraum im Landesschulrat zu Zeiten zu stellen, in denen ein Umbau stattfinde und Mitarbeiter deshalb "enorme Abstriche" machen müssten, sei "vermessen", so Zitz.

Was die Forderung nach einer Homepage betreffe, sei die alte auf Wunsch der Landesschülervertretung aus dem Jahr 2013/14 gekündigt worden, da die LSV eine neue Homepage haben wollte, argumentierte der Landesschulratspräsident. Seit einem Gespräch mit einer Firma im Juni des Vorjahres habe es seitens der Schülervertretung "keine Rückmeldung mehr" gegeben.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 24.02.2015                             Seite: 26,27

Ressort: Lokal

 

Vbg, Wi

 

Deutsch stark gefragt  Stadt stellt 20

 

Kostenlos: 24.000 Schüler bekommen bereits Nachhilfe

 

ALEX SCHÖNHERR

 

Seit Herbst 2014 läuft die Wiener Gratis-Nachhilfe an den Volksschulen. Mit Februar ziehen auch die Gymnasien (Unterstufe) und Neuen Mittelschulen mit. Insgesamt 24.000 Schüler nehmen das Angebot bisher in Anspruch. „Die Nachfrage ist sehr groß", bilanziert Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ).

 

   Die Volkshochschulen organisieren die Gratis-Nachhilfe an Gymnasien und Neuen Mittelschulen.

 

   Konkret finden an 2462 Volksschulklassen Förderkurse statt. 600 Kurse gib es im Bereich Deutsch/Lesen, 360 in Mathematik und 200 in Deutsch als Fremdsprache. Wer Nachhilfe erhält, entscheidet der Lehrer. Gedacht sei das Angebot für all jene, denen eine negative Note drohe, so Oxonitsch. „Und nicht für Schüler, wo deren Eltern glauben, es muss unbedingt ein Einser statt eines Zweiers sein."

 

   Für die 10- bis 14-Jährigen wiederum organisieren die Volkshochschulen die Kurse. 300 Lernbetreuer gehen in die Schulen, um versäumten Stoff nachzuholen. Kostenlos ist die Nachhilfe für die Jugendlichen, nicht für die Stadt Wien. Sie stellt pro Jahr 20 Millionen Euro bereit – ein Nachhilfeschüler schlägt sich demnach mit 833 € zu Buche.

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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