Donnerstag, 12. Februar 2015

Bildungs-Newsletter 12. Februar 2015 2. Teil


 

Ö3 Mittagsjournal 12:00 vom 12.02.2015 12.00 Uhr

 

Zentralmatura verärgert mit Computerpanne

 

Srb Thomas (ORF)

   Grund zur Aufregung über die neue Matura bietet auch heute noch eine

   Computerpanne, die gestern bekannt geworden ist. Konkret geht es darum,

   dass die vorwissenschaftlichen Arbeiten teilweise nicht auf die dafür

   vorgesehene Internetplattform hochgeladen werden können, weil die

   überlastet ist. Wir haben gestern ausführlich berichtet. Jetzt ist wie

   gesagt die Aufregung groß. Ö3-Reporterin Regina Pöll - und viele scheinen

   sich auch sehr verunsichert und verärgert zu fühlen?

 

Pöll Regina (ORF)

   Ja tatsächlich schreiben jetzt auch Schüler zum Teil direkt ans Ministerium

   Protestmails, die auch uns erreichen und da heißt es zum Beispiel: Von den

   Schülern würden zwar Höchstleistungen erwartet, aber gut bezahlte

   Erwachsene hätten diese neue Matura nicht gut vorbereitet. Oder eine

   Schülerin schreibt da wörtlich: Gehen Sie nicht derart leichtfertig mit

   meiner Zukunft um. Und etwa auch Elternvertreter Theodor Saverschel hat mir

   folgendes zur vorwissenschaftlichen Arbeit gesagt:

 

Saverschel Theodor (Bundesverband der Elternvereine)

   Ja, das ist wieder diese typisch österreichische Lösung, wo nichts

   durchgedacht worden ist und man versucht jetzt, irgendwelche Notszenarien

   zu entwickeln.

 

Pöll Regina (ORF)

   Da gibts also Verunsicherung auf mehreren Seiten.

 

Srb Thomas (ORF)

   Und wie schlimm wäre es denn tatsächlich, wenn man es nicht schafft, die

   Arbeit hochzuladen?

 

Pöll Regina (ORF)

   Da gibt es eine klare Ansage von Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek von

   der SPÖ. Nämlich, es ist nicht Pflicht, dass die Schüler ihre Arbeiten auf

   dieser bestimmten Plattform hochladen, es reicht also auch, wenn Schüler

   ihre vorwissenschaftlichen Arbeiten an die Schule mailen oder per Stick

   mitbringen und dort hochladen. Oder aber wenn sie vorläufig nur zwei

   gebundene Ausgaben einreichen, eben bis morgen in Wien und Niederösterreich

   und elektronisch können sie die Arbeiten dann auch nachreichen.

 

Srb Thomas (ORF)

   Ö3-Reporterin Regina Pöll.

 


 

OTS0113 II 12.02.2015 12:20:03

 

Chaotische Zustände rund um Zentralmatura nicht mehr tragbar

Utl.: Weitere Turbulenzen bringen Verunsicherung und Ängste

 

Kritik übt Niederösterreichs Bildungs-Landesrätin Mag. Barbara Schwarz abermals an der Vorgehensweise des Bundesministeriums für Bildung und Frauen in Sachen Einführung der Zentralmatura: "Es ist für mich vollkommen unverständlich und nicht nachzuvollziehen, wie eine derart wichtige und umfassende Reform der Matura nur so halbherzig vorbereitet sein und chaotisch ablaufen kann. Die Pannenserie rund um die Zentralmatura lässt vermuten, dass gute Planung und Koordinierung offenbar nicht zu den Umsetzungsplänen des Ministeriums gehören dürften. Die überlastete Upload-Möglichkeit der vorwissenschaftlichen Arbeiten reiht sich nahtlos in eine große Reihe von Pannen und Problemen ein."

"Es ist ja erfrischend zu sehen, dass die Bildungsministerin auch Fehler eingesteht. Ihre Verärgerung hilft den Schülerinnen und Schülern in der aktuellen Situation jedoch keineswegs weiter. Gute Ratschläge und Tipps zur Komprimierung der Datenmengen hätten bereits bei der Vorbereitung kommuniziert werden müssen. Schülerinnen und Schülern legt man nahe, gewissenhaft und ordentlich zu arbeiten. Die Vorbildwirkung des Bildungsministeriums ist hier jedoch katastrophal. Ich appelliere an die Ministerin, jetzt alles dafür zu tun, um den Schulklassen und dem Lehrpersonal noch den bestmöglichsten Ablauf der Zentralmatura zu ermöglichen", so Schwarz zur gestrigen Reaktion von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek.

"Erst diese Woche hatte ich wieder die Möglichkeit, mit künftigen Maturantinnen und Maturanten über die Vorbereitungen zur wichtigsten Prüfung ihrer Schullaufbahn zu sprechen und eines ist klar: Die Verunsicherung rund um die Zentralmatura in der Schüler- und Lehrerschaft ist erschreckend groß."

Rückfragehinweis: Volkspartei Niederösterreich, Presse  Tel.: 02742/9020 DW 1400  www.vpnoe.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/167/aom

 


 

APA0298 II, XI 12.02.2015 12:09:17

 

Matura: Lehrer verärgert

Utl.: Auch über Informationspolitik - Seite derzeit problemlos erreichbar - BILD

 

Verärgert über die Probleme beim Hochladen der vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWA) im Zuge der Matura sind die AHS-Lehrer. "Das war völlig unnötig und hat zu enormer Unruhe geführt", meinte der Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Eckehard Quin, zur APA. Natürlich seien diverse kleine Probleme bei der neuen Matura unvermeidlich - eine Überlastung des Servers dürfe aber nicht passieren.

 

Anders als vom Bildungsministerium zunächst kommuniziert hätten nicht nur Schüler, die zu große Datenmengen auf die Genehmigungs-Datenbank des Ministeriums hochladen wollten, Probleme gehabt, zeigen zahlreiche der APA vorliegende Mails von Lehrern und Direktoren. Auch die Pädagogen selbst hatten Dienstag und Mittwoch keinen Zugriff. Zum Teil sei nicht einmal die Seite https://genehmigung.ahs-vwa.at/ erreichbar gewesen.

 

Andere Lehrer scheiterten dann beim Einloggen in die Datenbank, weitere beim Abrufen der Plagiatsscan-Ergebnisse der VWA. Die Plagiatsüberprüfung ist auch der Hauptgrund, warum die Arbeiten hochgeladen werden müssen. Damit die Schulen die nötige Software nicht selbst organisieren müssen, läuft der Plagiats-Check über die Online-Plattform. Die Lehrer erhalten dann die Ergebnisse und lassen diese Resultate in ihre Beschreibung der Arbeit einfließen (die Benotung erfolgt erst nach der Präsentation und Diskussion der VWA, Anm.).

 

Die insgesamt rund 20.000 AHS-Maturanten müssen ihre VWA bis zum Ende der ersten Schulwoche nach den Semesterferien abgeben. Das ist für die knapp 9.000 Matura-Kandidaten in Wien und Niederösterreich morgen, Freitag, der Fall. Die anderen Bundesländer folgen entsprechend ihrer Semesterferien-Staffelung. Am Mittwoch Abend waren laut Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) knapp 3.000 VWA hochgeladen. Für die Wahrung der Frist reicht nun auch die Abgabe in gedruckter und elektronischer Form (etwa per Mail oder USB-Stick) direkt an der Schule aus. Beim Hochladen gibt es außerdem Infos, wie die Daten komprimiert werden können.

 

Am Donnerstag Vormittag war zumindest die Seite der Genehmigungs-Datenbank problemlos erreichbar.

 


"Oberösterreichische Nachrichten" vom 12.02.2015         Seite: LIR14 Diana Weidlinger

 

Bildungsberatung im Gym: Maturant trifft Student

Das Gymnasium Schärding lädt ehemalige Schüler zum Begegnungsnachmittag mit angehenden Studenten ein

 

   SCHÄRDING. "Und - was wirst du dann nach der Matura studieren?" Was zu einer der Lieblingsfragen von Oma und Opa gehört, ist wohl eine der am meist gehassten unter angehenden Studenten - hauptsächlich daher, weil man sich mit seinen 18 Jahren von der Entscheidung überfordert fühlt, was man denn mit dem Rest seines Lebens anfangen will.

 

   Um dieser Ratlosigkeit entgegenzuwirken, veranstaltet das Gymnasium Schärding seit dem letzten Jahr einen Informationsnachmittag, zu dem ehemalige Schüler eingeladen werden. Sie sollen den Oberstuflern von ihren Studienerfahrungen berichten, Tipps geben und Fragen beantworten. "Man kann mit Bildungsunterricht nicht früh genug anfangen. Ab der sechsten Klasse stellen wir unseren Schülern daher Informationsmaterial zur Verfügung, fahren mit ihnen zu Bildungsmessen oder weisen sie auf lokale Angebote hin. Durch die Begegnung mit Studierenden geben wir ihnen zusätzlich die Chance, sich konkret mit der momentanen Studiensituation auseinanderzusetzen", erklärt Direktorin Brigitte Reisinger.

 

   Resonanz: "total positiv"

 

   Dass diese Möglichkeit sowohl auf Seiten der angehenden Maturanten als auch der Gym-Absolventen auf große Zustimmung stößt, zeigt sich an den positiven Äußerungen. Sophie, Lukas und Johanna, die momentan die achte Klasse besuchen, heben dabei vor allem einen Punkt hervor: Authentizität. "Man fühlt sich einfach nicht wie in einer Werbesendung, bei der ein Studium angepriesen wird, sondern bekommt ein realistisches Bild geliefert", so der 18-jährige Lukas aus Esternberg. Aus diesem Grund hat auch Michael Schlager, der 2011 maturiert hat, letztes Jahr als einer von rund 20 Studenten mitgemacht. Der Pharmazie-Student will den Schülern bewusst nicht nur die Schokoladenseiten eines Studiums präsentieren, da sie wissen sollen, worauf sie sich einlassen. "Diese Möglichkeit hatten wir leider noch nicht, als wir maturiert haben. Vielfach wird der Stoffumfang und Aufwand auch unterschätzt, daher erzählen wir gerne von unseren Erfahrungen", ergänzen Klara Stumvoll und Alessa Part, Maturantinnen von 2013 bzw. 2012.

 

   Ausbildung vs. Bildung

 

   In zwei Durchgängen mit je 50 Minuten bekommen die Siebt- und Achtklässler jene Studienfächer präsentiert, für die sie sich im Vorhinein nach dem jeweiligen Interesse angemeldet haben. Dabei können sie nicht nur fachspezifische Fragen stellen, sondern auch generelle Ängste ansprechen. "Wo kann ich wohnen, wie sieht der Kontakt zu den Professoren aus, welche Aufnahmekriterien gibt es zu berücksichtigen - die ehrlichen Antworten der Studenten sind wirklich eine gute Hilfestellung", betont die 17-jährige BORG-Schülerin Sophie. Im Gegensatz zu vielen von ihren Mitschülern weiß sie schon genau, in welche Richtung sie später gehen will - Jus soll es werden. Wichtig ist ihr dabei nicht nur das Interesse an diesem Fach, sondern auch die guten Berufschancen. "Natürlich will ich nichts studieren, was mir keinen Spaß macht, aber mögliche Berufsaussichten sollte man auch berücksichtigen."

 

   Bildungsdebatte: unnötig

 

   Unbeeindruckt zeigen sich die Schüler von der kürzlich entbrannten Bildungsdebatte in Deutschland, der eine Aussage einer 17-jährigen Schülerin zugrunde liegt. Kritisiert wird, zwar ein Gedicht in mehreren Sprachen analysieren zu können, aber keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen zu haben. "Meiner Meinung nach ist die Vermittlung solcher Kompetenzen nicht die Aufgabe der Schule, sondern der Eltern. Außerdem wächst man in solche Felder hinein, wenn man sich damit beschäftigen muss", erklären alle drei zuversichtlich. Und da wäre schließlich auch noch Google, dein Freund und Helfer ...

 

   Ohne Engagement und Feuer hat ein Studium keinen Sinn."

 

   Brigitte Reisinger, Direktorin

 

Angehende Maturanten der achten Klassen: Sophie, Lukas,Johanna

Infonachmittag 2014 am Schärdinger Gymnasium: Magdalena Kohlbauer im Gespräch mit den Schülern otos:

 


 

"Kleine Zeitung" vom 12.02.2015                             Seite: 10 THOMAS GÖTZ

 

DENKZETTEL

Warum nur?

 

   Es kann in jeder Firma vorkommen, dass einmal ein Großprojekt Startschwierigkeiten hat. Wenn aber ein Plan auch nach Monaten, ja Jahren nicht abheben will, steckt offenbar ein größerer Wurm drin.

 

   Das Projekt Zentralmatura scheint in diese Kategorie zu gehören. Da müssen einmal Schüler über dem Text eines Nazi-Mitläufers brüten, ohne dass das jemandem aufgefallen wäre. Da muss die gesamte Führungsriege des Instituts, das mit der Vorbereitung betraut war, den Hut nehmen. Da scheitern auch unter der neuen Führung ganze Schulklassen an den Probedurchgängen für diese neue Maturaform, als hätte es keine gründliche Vorbereitung gegeben. Die Liste der Kollateralschäden wird täglich länger. Schüler-, Lehrer- und Elternvertreter schieben einander und dem Ministerium die Schuld am drohenden Debakel zu.

 

   Als Außenstehender fragt man sich, wieso eine so tief gestaffelte, personalreiche Organisation wie die Schulverwaltung dieses Projekt nicht halbwegs reibungslos ans Ziel bringen kann. Es sind schon kompliziertere Aufgaben auf Anhieb geglückt.

 


 

Mit freundschaftlichen Grüßen

 

Kurt Schober

Klubsekretär

SPÖ-Parlamentsklub

01/40110-3569

0664 / 44 45 005

kurt.schober@spoe.at

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