Mittwoch, 4. Februar 2015

Bildungsnewsletter 5. Februar 2015

"Die Presse" vom 05.02.2015                                Seite: 6 Von Bernadette Bayrhammer

 

Die Schule wird's schon richten

Analyse. Pflegende Kinder erkennen, Extremismus verhindern und Bewegungsmuffel zu Olympiasiegern machen: Von der Schule wird viel verlangt. Kann sie das leisten?

 

   Und wieder einmal bleibt ein Problem an der Schule hängen: Lehrerinnen und Lehrer sollten erkennen, wenn Schüler ihre Angehörigen pflegen müssen. Das geht aus einer aktuellen Studie zu Hilfsmaßnahmen für pflegende Kinder und Jugendliche hervor (siehe Artikel unten). Im Vorreiterland England sei das bereits Usus: Pädagogen würden sogar speziell geschult, um pflegende Kinder als solche zu erkennen.

 

   Die Forderung ist bezeichnend - weil sie sich in eine ganze Menge an Appellen einreiht. Tenor: Die Schule soll es richten. Zuletzt hörte man das vor allem in Bezug auf Integration und islamistischen Extremismus. Die Pädagogen sollten Grundwerte vermitteln, sie sollten die europäische Werteskala einüben, sie sollten potenzielle Extremisten identifizieren und notfalls melden. Forderungen, die mit Beifall bedacht wurden: Wo, wenn nicht in der Schule, könne, ja müsse man solchen Problemen begegnen?

 

   "Wenn ein Problem in der Gesellschaft auftaucht, das nicht gelöst ist, wird das reflexhaft sofort in die Schule geschoben", sagt der oberste Lehrergewerkschafter, Paul Kimberger. "Das ist einerseits positiv, weil der Schule und den Lehrern eine hohe Problemlösekompetenz zugestanden wird. Andererseits ist das aber natürlich auch negativ, weil die Erwartungshaltung an die Schule enorm in die Höhe geschraubt wird. Schule wird gefordert und manchmal auch überfordert."

 

   Olympia-Flop bringt tägliches Turnen

 

   Ein besonders anschauliches Beispiel ist die Bewegung: Dass die heimischen Sportler bei den Olympischen Sommerspielen vor zweieinhalb Jahren ohne eine einzige Medaille nach Hause kamen, führte zu einer heftigen politischen Debatte inklusive mehr als hunderttausend Unterschriften: Man möge mehr Sport in den Schulunterricht integrieren. Mit Herbst wird die tägliche Turnstunde (offiziell heißt sie Bewegungseinheit) zumindest an ganztägigen Schulen tatsächlich Realität.

 

   Bisweilen kommen die Forderungen sogar von den Schülern selbst. Eine deutsche Gymnasiastin brach jüngst via Twitter eine Debatte über den Lehrplan vom Zaun, die dann auch nach Österreich überschwappte: Sie könne zwar in vier Sprachen Gedichte analysieren, habe aber keine Ahnung von Steuern, Mieten und Versicherungen. Die Schule bereite nicht genügend aufs echte Leben vor. Die Reaktionen auf den Tweet waren bisweilen scharf. "Hast du keine Eltern?", fragte jemand zurück. Frei übersetzt: Muss das wirklich die Schule übernehmen?

 

   Tatsächlich sollen Lehrer - wenn es nach den immer wieder geäußerten Forderungen geht - nicht nur allerhand erzieherische Lücken stopfen, die die Schüler mitbringen, vom Binden der Schuhbänder bis zum Grüßen. Sie sollen den Kindern auch gesunde Ernährung und den richtigen Umgang mit dem Internet beibringen. Pädagogen sollen Missbrauch, Gewalt und Extremismus aufdecken und jetzt auch pflegende Kinder erkennen.

 

   Nun ist die Pflichtschule tatsächlich der einzige Ort in unserer Gesellschaft, den jeder besuchen muss und dementsprechend auch der einzige, an dem man jeden erreicht. Insofern ist es auch weder ganz abwegig noch neu, dass sie für Probleme aller Art herhalten muss. "Dass man von Schule eine gewisse soziale Kultivierungsleistung erwartet, ist kein neuer Gedanke", sagt Bildungswissenschaftler Stefan Hopmann. "Ein Hauptgrund für die Einführung der Massenbeschulung war, dass man via Schule Haltung und Tun der Untertanen beeinflussen kann." Forderungen wie die nach Extremismusprävention seien aber ein Ausdruck der Hilflosigkeit der Gesellschaft. "Probleme, bei denen man nicht weiß, wie man sie in den Griff bekommen soll, werden da an die Schule delegiert."

 

   Wirksamkeit von Schule überschätzt

 

   Die Wirksamkeit von schulischen Maßnahmen werde dabei völlig überschätzt, so Hopmann. "Nicht, dass die Schule bedeutungslos wäre, aber gemessen an der Gesellschaft und der Herkunft ist ihr Effekt in solchen Dingen nicht sehr stark. Da wäre Bescheidenheit angesagt." Übrigens auch bei den Pädagogen: Diese nähmen den Mund bisweilen selbst recht voll, wenn es darum ginge, was Schule alles leisten könnte - wenn man sie nur ließe.

 

   Es ist höchst an der Zeit, sich ernsthaft darüber Gedanken zu machen, was Schule leisten kann und muss - und was nicht. Jugendliche auf den Führerschein vorbereiten (wie ebenfalls schon jemand forderte) muss sie mit Sicherheit nicht. Und ob die tägliche Turnstunde Österreich in Zukunft mehr Medaillen bringt, sei dahingestellt.

 


 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 05.02.2015             Seite: 2

Ressort: Politik

 

Der Weg zur Neuen Mittelschule...

 

   Der Weg zur Neuen Mittelschule

 

   2008 starteten unter der damaligen Bildungsministerin Claudia Schmied (SP) die ersten Schulversuche zur Neuen Mittelschule.

 

   Im Unterschied zu den Hauptschulen gab es an den NMS keine Leistungsgruppen, dafür sollten in den Hauptfächern zwei Lehrer den Unterricht führen. Für den Schulversuch meldeten sich fast ausschließlich Hauptschulen.

 

   2012 beschlossen SPÖ und ÖVP die flächendeckende Einführung der Neuen Mittelschule: Bis zum Schuljahr 2018/19 sollte sie die Hauptschulen ersetzen. Die SPÖ sah sich auf einem Zwischenschritt zur gemeinsamen Schule, die ÖVP dagegen sah das Gymnasium gerettet.

 

   2013 veröffentlichte der Rechnungshof einen vernichtenden Bericht über den Umstieg, der hohe Kosten verschlinge, aber ohne Evaluierung und damit "ohne Entscheidungsgrundlage" fixiert worden war.

 

   Im Vorjahr beauftragte Bildungsministerin Heinisch-Hosek den Evaluierungsbericht. Leiter des Experten-Konsortiums ist Ferdinand Eder, von der Uni Linz war etwa Dekan Johann Bacher vertreten.

 


 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 05.02.2015             Seite: 2 Von Jasmin Bürger

 

Neue Mittelschule: Ministerium hält Experten-Bericht noch unter Verschluss

 

Evaluierung seit Ende Dezember abgeschlossen, erste NMS-Ergebnisse waren mittelmäßig

 

   WIEN. Hat sich die Neue Mittelschule (NMS) bewährt? Bei SPÖ und ÖVP fällt die Antwort auf diese Frage unterschiedlich aus. Während SP-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek den neuen Schultyp verteidigt, regen sich in der ÖVP zunehmend Zweifel am 2012 mitbeschlossenen Projekt.

 

   Entscheidend für die Zukunft der NMS ist deren Evaluierung, mit der Heinisch-Hosek im Vorjahr mehrere Experten betraut hat. Deren Bericht hätte eigentlich im Jänner vorgelegt werden sollen.

 

   Geliefert Ende Dezember

 

   "Wir haben unseren Bericht am 30. Dezember abgeliefert", sagt Ferdinand Eder, Leiter des Experten-Konsortiums, auf OÖNachrichten-Anfrage. 300 Seiten umfasst der Bericht, den der Erziehungswissenschafter mit Kollegen von der Uni Salzburg und der Johannes-Kepler-Uni Linz verfasst hat.

 

   Details dürfen Eder und seine Kollegen nicht verraten. Einen ersten Hinweis auf die bisherige Entwicklung der NMS lieferten aber die Bildungsstandards-Tests im Vorjahr: In Englisch waren NMS-Schüler mit Hauptschülern gleichauf gelegen, weit voraus landeten die AHS-Schüler.

 

   Zwar blickt der Evaluationsbericht weiter in die Tiefe, so haben die Experten für ihren Vergleich die unterschiedliche Schülerzusammensetzung an den Schulen berücksichtigt. Auch Befragungen von Schulleitern und eine Studie zum Schul- und Klassenklima an den NMS umfasst der Bericht.

 

   Allein die Tatsache, dass Heinisch-Hosek mit der Veröffentlichung keine Eile hat, bestätigt aber die Erwartung, dass nicht mit Jubelmeldungen über die NMS zu rechnen ist. In Heinisch-Hoseks Büro wiegelt man ab: Noch sei der Bericht gar nicht eingelangt.

 

   Das stimmt formal: Er liegt im - dem Ministerium unterstellten - Institut für Bildungsforschung (Bifie) und "durchläuft eine abschließende Reviewphase", wie ein Bifie-Sprecher sagt.

 

   Ministerin unter Druck

 

   Fällt der Bericht tatsächlich negativ aus, ist Heinisch-Hosek unter Druck: Ihr VP-Gegenüber in den Bildungsreform-Verhandlungen, Staatssekretär Harald Mahrer, pocht zwar vorerst nur darauf, die Evaluierung "endlich auf den Tisch zu legen". VP-Klubchef Reinhold Lopatka hatte aber schon vor einiger Zeit angeregt, bei schlechten Ergebnissen die Entscheidung für die NMS zu überdenken.

 

Experten haben nicht nur Schülerleistungen, sondern auch das Klassenklima an Neuen Mittelschulen untersucht.

 


 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 05.02.2015             Seite: 2 Kommentar

 

Erwartungsdruck

   Bildungsministerin Heinisch-Hosek solle den Expertenbericht zur Neuen Mittelschule "endlich auf den Tisch legen": Seit Tagen macht die ÖVP Druck auf den Koalitionspartner - und das Thema Schule damit wieder zum Streitfall der Koalition.

 

   Die Ministerin wiederum zögert mit der Vorlage des Berichts - wohl auch, weil die NMS kein Vorzugszeugnis bekommt.

 

  Das ist freilich auch kaum möglich. Selbst an den Pionierschulen der NMS gibt es erst einen Absolventen-Jahrgang. Von heute auf morgen lässt sich der Unterricht - Teamteaching hin oder her - nicht völlig umkrempeln. Auch Lehrer müssen lernen, mit dem Neuen umzugehen.

 

   Was funktioniert und was nicht, das haben Schulexperten in ihrem Evaluierungsbericht untersucht. Es bringt wenig, heute noch darüber zu sinnieren, ob die Entscheidung für die NMS vorschnell war. Den Schulen und Schülern bringt es viel mehr, wenn die Expertenanalyse ernst genommen wird. Und Anfangsfehler der neuen Schule ausgebessert werden.

 

   Neue Mittelschule - was funktioniert, was nicht

 


 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 05.02.2015             Seite: 2

 

Bildung: Von Neugier und "Unkultur"

Landes-VP lud im Rahmen des Projekts "Freiraum" zum Expertendialog

 

   LINZ. Mit dem Thema Bildung befasste sich gestern auch die oberösterreichische ÖVP intensiv. Es war der dritte Expertendialog im Rahmen des VP-Projekts "Freiraum", für das die Landes-VP rund 30.000 Anregungen von Bürgern eingeholt hat. "Nach dem Thema Arbeit hat es für den Bereich Bildung die meisten Anregungen gegeben", sagte VP-Klubobmann Thomas Stelzer. Wobei er die beiden Themen nicht strikt trennen wolle: "Alle Untersuchungen zeigen: Gute Bildung ist eine Versicherung gegen Arbeitslosigkeit."

 

   Zur gestrigen Expertenrunde hatte die ÖVP die an der Uni Wien lehrende Bildungs-Psychologin Christiane Spiel sowie den Deutschen Klaus Zierer von der Uni Oldenburg eingeladen.

 

   "Strukturdebatten haben nicht den entscheidenden Effekt", kritisierte Zierer die Dauer-Diskussion über Schulformen in der Bildungspolitik. Vielmehr müsse es inhaltlich darum gehen, die jungen Menschen auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten, sagte Zierer: "Die heutigen Lehrpläne sind die Lehrpläne von gestern." Verstärkt werden müsse die Kooperation der Beteiligten - Lehrer, Eltern und Schüler.

 

   Aufgabe der Schule müsse sein, die Neugier nach Bildung zu fördern und zu erhalten, sagte Spiel, "und da sieht es manchmal trist aus". Es brauche auch eine hohe Individualisierung des Unterrichts für die Schüler. Spiel sah eine "Unkultur der Freiwilligkeit in Österreich": Nur Schulen, die freiwillig kreatives Lernen fördern, würden darin unterstützt. "Die Schere geht auseinander, wir bräuchten Mindeststandards", so Spiel. Bildungslandesrätin Doris Hummer sah in der Einführung ganztägiger Schulformen "eine der größten Reformen, die es zu nützen gilt".

 


 

"Der Standard" vom 05.02.2015                               Seite: 31 Ressort: Kommentar der anderen BARBARA COUDENHOVE-KALERGI

 

Blockadebrecher

 

   Ich gehe so gern in die Schule, sagte die fünfzehnjährige Evi. Und ihre Freundin Pauline fügte hinzu: Meine Tutorin habe ich richtig lieb. Die beiden Berliner Schülerinnen waren gemeinsam mit ihrer Direktorin Margret Rasfeld zu Besuch in Wien, um zu berichten, wie eine Schule im 21. Jahrhundert auch funktionieren kann. Nämlich ganz anders als gewohnt. Margret Rasfeld ist eine kleine, quirlige Person, Leiterin einer evangelischen Gemeinschaftsschule und Mitbegründerin einer Initiative namens „Schule im Aufbruch“. Ihr Credo: Wenn Kinder und Jugendliche mit Begeisterung lernen, entfaltet sich ihr Potenzial ungleich besser als mit Angst und Druck. Überflüssig zu sagen, dass ihre Schüler hervorragende Ergebnisse bringen.

 

   Und wie machen das die Berliner? In Rasfelds Schule gibt es keine Noten, zu den Prüfungen treten die Schüler an, wenn sie nach eigener Einschätzung dazu bereit sind. Der Stoff wird eigenständig erarbeitet, die Lehrer treten nur in Aktion, wenn etwas unklar ist. Jeder hat einen Tutor, den er oder sie jede Woche zu einem Gespräch trifft. Jeder Donnerstag ist Projekttag. „Verantwortung“ und „Herausforderung“ sind Pflichtfächer. Evi hat im Fach „Verantwortung“ im Kindergarten einen Tanzkurs organisiert, Pauline in „Herausforderung“ eine Fußwanderung nach Hamburg absolviert, mit 150 Euro in der Tasche. Beide sagen, sie hätten dabei mehr gelernt als im ganzen Schuljahr. Und in der Oberstufe gibt es jeweils einen dreimonatigen Auslandsaufenthalt. Der versäumte Stoff wird, sagen Direktorin und Schülerinnen, im Restjahr „locker“ aufgeholt.

 

   Umgang mit Vielfalt, ethnischer wie sozialer, ist ein Schlüsselthema. Wenn Einheimische und Migranten, Hochbegabte und weniger Begabte, Gesunde und Behinderte zusammen lernen, hilft das beiden. Ein Starker, der einem Schwachen etwas erklärt, profitiert selber. Dabei sinkt das Niveau laut Rasfeld nicht, sondern es steigt.

 

   Ginge so etwas auch in Österreich? Hierzulande klagen alle über die Bildungsmisere. Dass Reformen nötig sind, sieht mittlerweile jeder. Aber Ministerium und Lehrergewerkschaft stehen einander unversöhnlich gegenüber. Blockade, und das seit Jahrzehnten. Der Wiener Mathematik- und Musiklehrer Daniel Landau, Sprecher der Initiative „Jedes Kind“, meint, das müsste nicht sein. Statt sich in den ewigen Ideologiestreit Gymnasium oder Gesamtschule zu verbeißen, könnte man sich auch zusammensetzen und gemeinsam überlegen: Was ist am besten für die Kinder? Auch Margret Rasfeld sagt, man könne ein gewachsenes System nicht von heute auf morgen von Grund auf reformieren. Aber kleine Schritte machen, Best-Practice-Modelle in die Auslage stellen, immer das Gesamtziel vor Augen. Die Berlinerin ist oft in Österreich, sie hat hier nach eigener Aussage eine Menge engagierter Lehrer getroffen und gute Schulen gesehen.

 

   Der Abend vergangener Woche in der Wiener Albertina gibt ihr recht. Im überquellend vollen Saal drängten sich Lehrer aus ganz Österreich und applaudierten enthusiastisch. An ihnen scheint es jedenfalls nicht zu liegen, wenn in Sachen Bildungsreform hierzulande nichts weitergeht. Inzwischen machen auch zivilgesellschaftliche Gruppen wie „Jedes Kind“ und „Bildung grenzenlos“ Druck auf die Offiziellen. Irgendwann, darf man hoffen, werden sie Erfolg haben.

 


 

"Der Standard" vom 05.02.2015                                Seite: 8 Lisa Nimmervoll

 

Experte fordert „Notfallaktion“ für Zentralmatura

 

   Werner Peschek, einer der „Väter“ der Zentralmatura, fordert für Klassen mit mehr als 25 Prozent Fünfern zeitlich begrenzt „Notfallpläne“: Dann sollten die Lösungsquoten herabgesetzt werden – Ziel maximal ein Viertel Fünfer.

 

   Wien – Werner Peschek versteht die Aufregung um die Zentralmatura in Mathematik „überhaupt nicht“. Der Professor für Didaktik der Mathematik an der Uni Klagenfurt ist einer der „Väter“ der neuen standardisierten Reifeprüfung und konnte an der Probeschularbeit dafür nichts Problematisches finden, im Gegenteil: „Die Beispiele waren absolut in Ordnung, da war nichts dabei, was nicht seit 2009 bekannt ist, dass es kommen kann“, sagt Peschek im Standard-Gespräch. Sein Institut entwickelte 2008 ein Konzept für die Zentralmatura, 2011 hat das Bildungsforschungsinstitut Bifie das Projekt übernommen.

 

   Die Aufregung schwappte hoch, als bei der Probematura an den AHS Anfang Jänner 28 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen Fünfer bekamen. Je nach Schule schwankten die Ergebnisse stark. Zudem wurde ein Drittel der Mädchen mit Nicht genügend beurteilt, bei den Buben ein Viertel.

 

   Das müssen sie können

 

   Und jetzt? Ursachenforschung und nachdenken, was noch zu tun ist, um im Frühjahr plangemäß in den AHS eine gute neue Matura über die Bühne zu bringen, fordert Peschek. „Denn“, betont der langjährige Leiter des Österreichischen Kompetenzzentrums für Mathematikdidaktik, „die Aufgaben waren angemessen. Das müssen Maturanten können, sonst brauchen wir gar keine neue Matura machen.“ Die, die sich jetzt am meisten aufregen, seien oft jene, „die nach wie vor nicht so weit sind, dass ihre Schüler die Sachen schaffen – aus welchen Gründen auch immer“. In vielen dieser Fälle hätten sich die Lehrer „nicht oder nicht rechtzeitig darauf eingestellt“. Es gebe auch Klassen, „die verweigern“.

 

   Manchmal sei eine Erklärung für Fünferquoten, „dass es Schulen gibt, die sehr großzügig sind mit der Aufnahme von Schülern“, sagt Peschek. Also AHS, die versuchen, auch viele Schüler aus Neuen Mittelschulen zu holen, um ihren Standort zu sichern. „Die Lehrer mühen sich dort oft sehr ab, aber sie schaffen es dann doch nicht im erwünschten Maße, weil die Schüler zum Beispiel weniger motiviert sind, einen schwierigen sozialen Hintergrund haben oder weil die Schulen von der technologischen Ausstattung her benachteiligt sind. Es gibt einfach Klassen, da sind die Schüler bei den Leistungen hintennach.“

 

   Und da wird es Probleme geben, ist sich Peschek sicher. Das hätten die Experten aber auch schon vor sechs Jahren in der Planungsphase gewusst: „Was ist der Plan B in solchen Schulen? Mir ist nicht bekannt, dass da etwas passiert ist“, kritisiert Peschek: „Man müsste differenzierte Maßnahmen setzen.“ Denn ausbaden müssen es in jedem Fall die Schüler. Müssen? Da würde der Mathematiker Einspruch erheben. Man könne nicht „Probleme in jedem Fall und zur Gänze den Schülern anlasten“.

 

   Es müssten produktive Exitstrategien entwickelt werden, ohne das ganze Projekt zu kippen oder ins Bodenlose zu nivellieren, „um lokale Katastrophen zu verhindern“. Peschek beschreibt als realistisches Szenario, mit dem er rechnet, österreichweit mehrere Klassen, in der mehr als 25 Prozent der Maturanten einen Fünfer schreiben. Was dann?

 

   Ein Viertel Fünfer als Grenze

 

   Es gibt natürlich kein Recht darauf, bei der Matura durchzukommen, aber es gibt Größen, die nachvollziehbar und vertretbar sind. Ein Drittel Fünfer ist es nicht. Derzeit, bei der „alten“ Matura, kassieren im Schnitt rund 20 Prozent bei der schriftlichen Arbeit ein Nicht genügend, mit der mündlichen Matura zusammen scheitern bei der Matura alt in Mathematik im Endeffekt im Schnitt 15 Prozent. „Alles, was über 20 Prozent ist, ist bedenklich“, sagt Peschek und fordert bei mehr als einem Viertel Fünfer Maßnahmen für die betroffene Klasse: „Dann sollte man für diese Klasse die Lösungsquote, die derzeit etwas über 50 Prozent liegt, so herabsetzen, dass es nicht mehr als 25 Prozent Fünfer gibt.“ Die Mathelehrer der jeweiligen Schule müssten dann gemeinsam mit der Schulleitung und der Schulaufsicht versuchen zu „klären, warum es dazu gekommen ist und welche Möglichkeiten es gibt, das in Zukunft zu verbessern“.

 

   Maximal fünf Jahre Not

 

   Ausdrücklich betont der Didaktiker: „Man muss es deklarieren als ausnahmsweise Notfallaktion auf dem Weg zum allgemein verpflichtenden Niveau.“ Nach drei, maximal fünf Jahren sollte dieser Feuerwehrmechanismus nicht mehr notwendig sein, meint Peschek. Dann müssten alle Schulen fit für eine richtige Zentralmatura mit einem „Mindestlevel“ sein.

 

   Auf den Einwand „Wie kommen denn die anderen dazu?“ entgegnet Peschek: „Ich weiß nicht, ob die betroffenen Schüler wirklich einen Vorteil haben, wenn sie nach acht Jahren Mathematikunterricht nicht das können, was notwendig ist. Die scheinen mir eher acht Jahre lang durch einen nicht entsprechenden Unterricht benachteiligt zu sein.“

 

   „Lustig“ sei die Sache für niemanden, darum rechnet Peschek „mit österreichischen Lösungen“ statt der von ihm geforderten transparenten Intervention: „Man wird vertuschen, nachkorrigieren, nachhelfen. Das halte ich für viel schlimmer, denn dann wird es in den kommenden Jahren dieselben Probleme wieder geben.“

 

   Über die Geschlechterunterschiede bei der Mathe-Testmatura war Peschek übrigens „etwas verwundert“. Genau dazu habe das Bifie ja umfassende und sehr teure Feldtests gemacht, mit denen etwaige „genderdiskriminierende“ Beispiele aufgedeckt werden sollten. „Haben die Feldtests das nicht geleistet oder wurden deren Ergebnisse bei der Zusammenstellung der Probeschularbeit nicht beachtet?“, fragt sich Peschek.

 

„Man wird vertuschen, nachkorrigieren, nachhelfen. Dann wird es in den nächsten Jahren dieselben Probleme bei der Matura wieder geben. Werner Peschek, Mathematikdidaktiker“

 

Es wird Probleme geben und Klassen mit hohen, zu hohen Fünferquoten, ist sich Werner Peschek, der die neue Maturamitentwickelt hat, sicher. Er vermisst einen „Plan B und differenzierte Maßnahmen“.

 


 

"Kronen Zeitung" vom 05.02.2015                           Seite: 22

 

Langjähriger AHS-Pädagoge zeigt in Buch auf, was Österreich von PISA-Sieger

Woran Schule leidet: Ein Lehrer spricht Klartext!

 

Jahrzehnte war der Aldranser Karl Schmutzhard Lehrer am Reithmanngymnasium in Innsbruck. In seinem Buch "Die Schule, ein weites Land" erzählt er vom Alltag im Klassenzimmer und zeigt auf, woran unser Schulsystem leidet. Von der Ausbildung der Lehrer bis zur Diskussion um die Gesamtschule - Schmutzhard zeigt Lösungen auf und verweist oft auf PISA-Sieger Finnland.

 

   Der Aldranser Karl Schmutzhard mit seinem Buch, in dem er offen über den Schulalltag als Lehrer und die Probleme des Österreichischen Schulsystems berichtet.

 

   Die meisten AHS-Lehrer sprechen sich gegen die Gesamtschule aus. Nicht so Karl Schmutzhard. Der pensionierte Lehrer kann dem gemeinsamen Unterricht der 10- bis 14-Jährigen viel abgewinnen. "Aber nur, wenn gute und schwache Schüler individuell betreut werden können. Das ist die Bedingung, sonst funktioniert Gesamtschule nicht", ist Schmutzhard überzeugt. "Das Modell hat aber viele Vorteile, und die Hysterie um die Gymnasiumplätze würde endlich aufhören."

 

   In seinem Buch erzählt der Pädagoge von einer Austauschschülerin aus Finnland, wo die Gesamtschule Realität ist und dessen Schüler einst Sieger beim PISA-Test waren.

 

   Vorbild Finnland

 

   Was Österreich von Finnland lernen kann? "Einiges", meint Schmutzhard, "zu allererst die Einstellung zu Bildung. In Finnland genießen Schule und Lehrer viel Anerkennung. Das führt dazu, dass auch die Kinder Schule positiv sehen und nicht nur als lästiges Muss."

 

   Die strenge Auswahl der Lehramtskandidaten nennt der Aldranser als weiteren entscheidenden Vorteil gegenüber Österreich. "Nur die besten zehn Prozent der Bewerber dürfen studieren. Wer gute Schüler haben will, braucht die besten Lehrer."

 

   Zu viele Aufgaben

 

   Noch einen wesentlichen Unterschied zwischen Österreich und Finnland hat der pensionierte Pädagoge ausgemacht: "Bei uns hat Schule zu viele Aufgaben.CLAUDIA THURNER Die Lehrer sind Ernährungsberater, Psychologen, Sozialarbeiter. Für ihre eigentliche Aufgabe, das Vermitteln von Wissen, bleibt oft zu wenig Zeit. In Finnland sind die Klassen kleiner und für Kinder mit sozialen oder psychischen Problemen stehen in allen Schulen geschulte Mitarbeiter zur Verfügung. Die Lehrer stehen nicht alleine da, wenn beispielsweise ein Schüler ein Drogenproblem hat."

 

   Wäre er noch einmal jung, würde er sich wieder für den Lehrerberuf entscheiden, sagt Schmutzhard. Kindern Wissen zu vermitteln, sei eine spannende Aufgabe. Wie spannend, das schildert der Pädagoge in seinem Buch, erschienen im Novum pro-Verlag.


 

"Kronen Zeitung" vom 05.02.2015                           Seite: 22

 

Heute Fortbildung für die Lehrer in Innsbruck

Noch mehr Orientierungshilfe in den Polytechnischen Schulen

 

Rund 1600 Jugendliche besuchen in Tirol eine Polytechnische Schule. Die Unterrichtsinhalte haben sich in den vergangenen zehn Jahren stark gewandelt. Berufs- und Bildungsorientierung stehen heute im Mittelpunkt. Um dabei noch besser helfen zu können, findet heute in Innsbruck eine Fortbildung für die Lehrer statt.

 

   32 Polytechnische Schulen gibt es in Tirol. "Die Stärke des Schultyps liegt darin, dass die Kinder Schwerpunkte wählen können, die ihnen auf dem Weg ins Berufsleben helfen. Sie können auch fehlendes Wissen aus der Pflichtschule nachholen, um eine weiterführende Schule besuchen zu können", erklärt Landesschulinspektor Werner Mayr. Er sieht die Polytechnische Schule nicht als Auslaufmodell, sondern als unverzichtbares Angebot.

 


 

"Kronen Zeitung" vom 05.02.2015                           Seite: 20

 

Das Projekt "Freiraum" wird bis Juni abgeschlossen sein:

In Oberösterreich soll Autonomie der Schulen ausgebaut werden

 

Das Schulsystem steht heutzutage permanent auf dem Prüfstand. Die Landes-VP versucht mit dem Projekt "Freiraum", hochkarätigen Expertendialogen und 18 Bezirkskonferenzen einen oberösterreichischen Weg. Vor allem soll die Autonomie der Schulen gestärkt werden, Direktoren sich die Lehrer selbst auswählen.

 

   "Zu unserem Projekt ,Freiraum‘ wurden 5000 Ideen eingereicht, die deutlich zeigen: Kaum ein Themenbereich hat so viele Facetten wie Bildung", erklärt VP-Klubobmann Thomas Stelzer: "Kinder mit individuellen Stärken und Talenten brauchen einen breiten Mix an Angeboten, damit jedes den für sich passenden Bildungsweg einschlagen kann. Bildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit, etwa die Hälfte der 50.000 Arbeitslosen in Oberösterreich hat keinen oder nur einen Pflichtschulabschluss."

 

   Bildungslandesrätin Doris Hummer ergänzt: "Schulen sollen eigenverantwortlich Qualitätssicherung und Schulentwicklung am Standort durchführen können. Dazu benötigen die Schulen Kompetenzmessungen wie Bildungsstandards."

 

   Zum 3. Expertendialog wurde der bayrische Erziehungswissenschaftler Klaus Zierer eingeladen, der ganz andere Positionen vertritt - siehe unser Interview.

 

   Für Fragen zu Schulsystemen, aber auch bei Schulproblemen, stehen morgen, Freitag, Experten an unserem Zeugnistelefon zur Verfügung - siehe Kasten unten.

 


 

"Kronen Zeitung" vom 05.02.2015                           Seite: 20

 

"Strukturreformen bringen zu wenig"

Schulische Strukturreformen, wie sie die ÖVP fordert, hält der bayrische Erziehungswissenschaftler Klaus Zierer für sinnlos.

 

   Erziehungswissenschaftler Klaus Zierer unterrichtet in Oldenburg (D).

 

   Seit 15 Jahren wird ständig über Reformen des Schulwesens diskutiert.

 

   Die Erziehungswissenschaft sagt, dass der Hauptfaktor für Verbesserungen im Bildungsbereich der Unterricht ist. Strukturelle Maßnahmen sind nicht entscheidend.

 

   Sie kritisieren, dass die Kinder mit Lehrplänen von gestern nicht zukunftsfit gemacht werden.

 

   In Zukunft wird interdisziplinäres Denken immer wichtiger werden.

 

   Sie fordern ein allgemeines Nachdenken über die heutigen Bildungswerte.

 

   Bildung lässt sich nicht nur auf Wissen und Können reduzieren, es geht auch um das Wollen und Werte, darum, wie man ein erfülltes Leben führt. Leistung allein genügt bei weitem nicht. CG

 


 

"Österreich" vom 05.02.2015                                  Seite 14

 

Start am 16. Februar in ganz Wien

6.608 Anmeldungen für Gratis-Nachhilfe

Schüler können Defizite in Deutsch, Englisch und Mathematik aufholen.

 

Bildung. Ansturm auf die Gratis-Nachhilfe: Bereits 6.608 Schüler haben sich für insgesamt 990 Kurse in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik angemeldet. Am Montag, 16. Februar startet in ganz Wien der zweite Teil der "Nachhilfe 2.0" für Kids von 10 bis 14 Jahren. Noch gibt es freie Plätze - Eltern können ihre Kinder jederzeit auf www.vhs.at oder unter der Tel. 01/8930083 anmelden.

 

Die Anmeldung läuft noch.

 


 

"Kurier" vom 05.02.2015                                    Seite: 4

 

"Ich bin gegen ein Verbot. Ein Kopftuch zu tragen, ist eine...

Gabriele Heinisch-Hosek SPÖ-Frauenministerin

 

   "Ich bin gegen ein Verbot. Ein Kopftuch zu tragen, ist eine individuelle Entscheidung."

 


 

"Kurier" vom 05.02.2015                                   Seite: 22

 

Integration

Dialog mit dem Islam für ein friedliches Miteinander

 

   Gespräch. Mattersburg mit seinen 7200 Einwohnern ist im Burgenland wahrscheinlich die Gemeinde mit dem höchsten Anteil an muslimischer Bevölkerung. Etwa 500 Muslime, großteils mit türkischen Wurzeln, leben in der Stadt - konzentriert in Wohnhausanlagen an der Wiener Straße. Auch wenn manche Einheimische etwas abschätzig von "Klein-Istanbul" sprechen, verläuft das Zusammenleben reibungslos.

 

   Durch aktuelle Ereignisse (Attentate in Frankreich, Dschihadisten, etc.) habe sich daran nichts geändert, betont Mattersburgs Bürgermeisterin Ingrid Salamon: "Wir wollen, dass es so bleibt. Dafür ist der Dialog zwischen den Konfessionen ganz wichtig." Deswegen unterstützt die Gemeinde auch eine Veranstaltung von Stadtpfarre (und dem Verein Savio) zum Thema Islam, heute, Donnerstag, in der Bauermühle.

 

   Der Religionswissenschaftler Ednan Aslan, Leiter der Abteilung islamische Religionspädagogik in Wien, referiert, wie der Islam europäisch geprägt werden kann. Gesprächspartner ist der katholische Religionspädagoge Harry Mandl (Pädagogische Hochschule Eisenstadt).

 

   Ednan Aslan ist seit 2008 Professor für islamische Religionspädagogik an der Uni Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind unter anderem der Islam in Europa, die Theorie der islamischen Erziehung in Europa und muslimische Migrantenkinder an öffentlichen Schulen.

 

   "Der interreligiöse Dialog ist wichtiger denn je", ist Mattersburgs Stadtpfarrer Günther Kroiss überzeugt: "Es geht darum, Gewalt aus der Religion rauszunehmen, um ein friedliches Miteinander vor Ort zu leben."

 

   Beginn der Veranstaltung ist um 19 Uhr in der Bauermühle, der Eintritt ist frei.

 


 

"Kurier" vom 05.02.2015                                    Seite: 6 von Katharina Wendl

 

Meinung

Tiefer bohren und nicht nur die Symptome behandeln

Extremismus.Sicherheitspakete sind gut und schön, reichen aber nicht, um Integration attraktiv zu machen

 

   Vor den Kopf gestoßen - so fühlte ich mich, als ich zum ersten Mal von französischen Jugendlichen hörte, die die Schweigeminute in Gedenken an die Opfer der Terroranschläge von Paris störten.

 

   Sie meinten, die Medien würden einseitig berichten, gar lügen. Viele von ihnen stammen aus den Vororten, den Banlieues. An den Rand der Gesellschaft gedrängt und perspektivlos suchen sie nach Abenteuern, nach Anerkennung und werden fündig. Banlieues - die optimalen Nährböden für islamistisches Gedankengut.

 

   Wir kennen die Folgen dieser Aufhetzung. Gesellschaft und Politik haben schmerzlich erkennen müssen, dass religiöser Fanatismus, der nichts mit der eigentlichen Religion zu tun hat, nicht nur ein Problem anderer ist, sondern jeden Staat betrifft.

 

   Was nun folgt, sind Konferenzen hochrangiger Politiker aus allen Ecken der Welt. Sicherheitspakete sollen geschnürt werden, die Justiz mehr Durchgriffsrechte erhalten. Renitente Schüler und Schülerinnen, die sich als "integrationsunwillig" erweisen, sollen bestraft werden. Was getan wird, ist, lediglich die Symptome zu behandeln. Das ist einfacher, als unter die Oberfläche zu blicken. Tiefer zu bohren ist schwierig, und das nicht, weil es keine Ideen oder Vorschläge gäbe, etwas zu verändern, sondern weil die Resultate nicht klar definiert sein können. Die Einführung des Schulfachs Politische Bildung, ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr, Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit sind nur erste Schritte, die dringend gesetzt werden müssen.

 


 

"Kurier" vom 05.02.2015                                   Seite: 23

 

Gastkommentar

Wer nicht teilhat, wird kein Teil

 

   Sie heißen Marco, Ahmad, Mehmet, sind 14 Jahre alt, besuchen eine Neue Mittelschule in Wien-Favoriten. Deutsch können sie nicht wirklich gut und brauchen sie auch nicht können. Denn in ihrer Klasse können nur vier von 24 wirklich gut Deutsch.

 

   Mit "Türkisch-Serbisch-Tschetschnisch-Wienerisch-Deutsch" kommen sie bestens durch den Tag, aber nicht durch die Schule, zu Hause wird nicht Deutsch gesprochen.

 

   Nach der Schule gehen sie nicht heim, sondern treffen ihre Freunde. Aufgaben machen sie nie, ihre Eltern achten nicht darauf, können sie nicht unterstützen. Sie lieben die Gruppe, in der sie den Nachmittag und Abend verbringen. Und einer bringt da neulich eine Idee mit, wie sie aus der Langeweile rauskommen ...

 

   RealitätFiktion für Sie? Falsch. Das Beispiel entspricht einer Realität in dieser Stadt. Nicht der ganzen, klar. Aber einer, der wir uns auch stellen müssen. Noch immer haben wir zu wenig Strukturen, um diese jungen Menschen aus dem gesellschaftlichen, sozialen Abseits zu holen, ihnen Perspektiven für ihr Leben zu geben, die Chance auf umfassende Bildung. Betroffen sind mehrheitlich - aber nicht nur - junge Menschen, die zugewandert sind, aus unterschiedlichen Ländern, mit unterschiedlicher Religion.

 

   Wer nicht dazugehört, wer nicht gefordert und gefördert wird, der duckt sich. Lehnt das kapitalistische System ab. Findet die Pubertät in Permanenz und sucht sich seinesgleichen. Nicht er selbst, der Jugendliche, glaubt, er scheitert, sondern das System ist schuld. Es ist fundamental wertlos, da finden viele keine Heimat. Jeder sucht Identität, auch diese Jugendlichen. Wenn die Familie auslässt, dann werden die Freunde noch wichtiger. Und es gibt kein Regulativ, keine Korrektur, nicht einmal Feedback. Das ist der Boden für Entfremdung, für Einsamkeit, für Rempeleien und Anpöbelungen auf der Straße, für Kleinkriminalität, für Gewalt.

 

   Bildung als SchlüsselÖsterreich ist eine Insel der Seligen - wenn wir sie weiterentwickeln. Wir können das Vorzeigeland des Miteinander werden. Die besten Voraussetzungen haben wir. Und der Schlüssel für Marco und seine Freunde ist die Bildung, ist die Ganztagsschule, ist die Förderung, die Anerkennung und Wertschätzung, die er von uns, der sogenannten Mehrheitsgesellschaft, nicht bekommt. Seine Zukunft muss uns etwas wert sein, darum geht es.

 

   Noch immer sind die Eliten "migrantenfreie Zone", teilen sich die "AltösterreicherInnen" die Republik auf. Wer nicht teilhat, wird kein Teil und kann wenig teilen. Wir fürchten uns vor Islamismus und wollen nicht sehen, wie er entsteht: auch durch unsere Ignoranz. Wir wollen eine diverse Welt nicht verstehen, weil sie uns überfordert. Aber die Welt ist so.

 

   Jasmin wird gerade im SMZ Ost geboren, sie wiegt 3 kg 55 g und ist 51 cm groß. Ihre Eltern sind aus der Türkei nach Österreich gekommen. Jasmin ist Türkin und Muslimin.

 

   Sie und wir alle bestimmen heute, ob sie in 14 Jahren sagen wird: I am from Austria.

 


 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 05.02.2015            Seite: 23 Von Herbert Schorn

 

Heinisch-Hosek: Bereits 180 Anfragen wegen radikalisierter Jugendlicher

Mit 300 Schüler-Workshops und 50 Polizisten, die Lehramtsstudenten schulen, will die Unterrichtsministerin Aufklärungsarbeit leisten - Auch bei Lehrern "große Unsicherheit"

 

   linz. Zwei Mädchen, die sich als Bräute für den "Islamischen Staat" anbieten, ein 14-Jähriger, der Terroranschläge geplant haben soll: Mit einem Maßnahmenpaket will Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP) den aktuellen Radikalisierungstendenzen von Jugendlichen entgegentreten.

 

   "Die Unsicherheit bei den Lehrern ist groß", sagte sie den OÖN bei einem Hintergrundgespräch. "Viele fragen sich, ob sie die leisen Signale bemerken, wie sie damit umgehen sollen, aber auch, ob sie Schüler nicht zu schnell verdächtigen." Bei der DeradikalisierungsHotline des Familienministeriums, die Anfang Dezember eingerichtet wurde, gab es bisher 100 Anfragen, die Experten der Schulpsychologie berieten mehr als 80 Mal. Wie viele radikalisierte Schüler bereits gemeldet wurden, lässt die Ministerin derzeit von den Landesschulräten erheben. Ihr sind aktuell zwei Fälle von Jugendlichen in Salzburg bekannt. "Die Zahlen explodieren nicht", sagte sie. "Aber wir wollen uns wappnen."

 

   Leitfaden für 6000 Schulen

 

   Das Phänomen der Radikalisierung von Jugendlichen ist laut der Ministerin in Österreich noch neu: "Es hat im vergangenen Sommer begonnen." Nachdem im Oktober ein mit dem Verfassungsschutz erarbeiteter Leitfaden an 6000 Schulen verschickt wurde und eine breite Information für Schulleiter erfolgt ist, setzt die Ministerin nach einem Expertengipfel Ende Jänner nun weitere Maßnahmen. Sie stellt 300 Workshops für Schüler im Wert von 150.000 Euro zur Verfügung. In den zweistündigen Einheiten arbeiten Experten zu den Themen Rassismus, Gewaltprävention und Demokratie. Damit sollen auch die Kinder und Jugendlichen für das Thema sensibilisiert werden. Weiters ist geplant, dass 50 Polizisten ("Präventionsbeamte" des Innenministeriums) an alle 14 Pädagogischen Hochschulen Österreichs kommen, um die zukünftigen Lehrer vorzubereiten. Außerdem kündigte Heinisch-Hosek an: "Themen wie Interkulturalität und Umgang mit Konflikten ab Herbst fixer Bestandteil der neuen Lehrerausbildung."

 

   Großes Interesse bei Lehrern

 

   Bei den Lehrern sei der Bedarf nach Weiterbildung zu diesem Thema groß, sagte Herbert Gimpl, Rektor der Pädagogischen Hochschule Oberösterreich: "Im vorigen Studienjahr nahmen 4500 Lehrer in Oberösterreich an Kursen zu Deradikalisierung und Friedenserziehung teil." In der Ausbildung werde in diesem Zusammenhang gelehrt, wie die Entwicklung von stabilen Persönlichkeitsstrukturen bei Mädchen mit Migrationshintergrund gefördert werden könne: "Laut Experten haben junge Mädchen mit derartigen Tendenzen eines gemeinsam: eine schwach ausgeprägte Persönlichkeit."

 

   Vize-Rektor Josef Oberneder zeigte auf, wie wertvoll auch außerschulische Erfahrungen für angehende Lehrer seien. So gibt es etwa ein Projekt, bei dem Studenten jugendliche Migranten in der Freizeit begleiten. Trotz vieler Maßnahmen merkte aber Gimpel selbstkritisch an: "Beim Erkennen, wenn Jugendliche abdriften, haben wir noch Luft nach oben."

 

   Informationen zu den 300 Workshops gibt es im Zentrum Polis unter Tel. 01/4277-27444

 

Bild: Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Rektor Herbert Gimpl

      beim Hintergrundgespräch im Linzer Traxlmayr (Schwarzl)

 


 

"Kurier" vom 05.02.2015                                    Seite: 4 von Karin leitner

 

Kopftuch-Verbot löst Kopfschütteln aus

Integrationsdebatte.ÖVP, SPÖ, Neos und Lehrervertreter halten nichts vom Begehren von ÖVP-Ex-Politikern

  

Angestoßen hat die Debatte über "Integrationsunwilligkeit" ein Roter, der steirische Landeshauptmann Franz Voves - zum Unbehagen seiner Partei, die wegen des Begehrens nach Ahndung geziehen wird, auf FPÖ-Kurs zu sein.

 

   Nun rufen immer mehr Schwarze nach Konsequenzen für Zuwanderer, die Integration verweigern. Minister Sebastian Kurz will Verwaltungsstrafen, der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl einen "Integrationspass" (Gemeindeleistungen wie die Wohnungsvergabe sollen an "Immigrantenpflichten" wie den Besuch von Deutsch-Unterricht gekoppelt werden). Und die einstigen Spitzenpolitiker Heinrich Neisser und Josef Riegler wollen nicht nur ein Bußgeld von 1000 Euro oder den Entzug der Familienbeihilfe. Sie drängen auch darauf, dass verboten wird, im Staatsdienst und an Schulen ein Kopftuch zu tragen; detto, sich in der Öffentlichkeit voll zu verschleiern.

 

   "Kopftuch-Ideologie" "Wir brauchen endlich einen verpflichtenden Ethikunterricht an den Schulen, in welchem die europäischen Werte vermittelt und die Kinder und Jugendlichen in diesem Wertesystem sozialisiert werden. Da hat das Kopftuch als Ausdruck der Ideologie der Ungleichheit von Mann und Frau keinen Platz", befindet Riegler, einst ÖVP-Vizekanzler der Republik. "Und natürlich kann nicht akzeptiert werden, wenn Schülerinnen nicht am Schwimmunterricht teilnehmen, aber auch hier muss gelten - normale Schwimmbekleidung und kein Burkini".

 

   Neisser, ehemals Zweiter Nationalratspräsident der ÖVP, ergänzt: "Für die Haltungen, die hinter der Kopftuch-Ideologie stehen, kann es in Europa keine Toleranz geben - weil sie mit Menschenrechten und Gleichberechtigung der Geschlechter unvereinbar sind."

 

   Schon 2010 hat eine aktive ÖVP-Politikerin Derartiges verlangt: Die damalige Wiener ÖVP-Chefin Christine Marek wollte untersagen, im "öffentlichen Raum" eine Burka zu tragen. Von der FPÖ wurde ihr dafür applaudiert. Von der jetzigen ÖVP-Spitze kommt kein Beifall für Riegler und Neisser. Im Gegenteil. "Schnellschüsse sind in aufgeheizter Stimmung absolut nicht angebracht - und bringen nichts", heißt es aus der Parteizentrale gegenüber dem KURIER.

 

   Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek sagt via KURIER ebenfalls Nein: "Ich bin gegen ein Verbot. Ein Kopftuch zu tragen, ist eine individuelle Entscheidung. Mir ist wichtig, dass Frauen diese Entscheidung selbstbestimmt treffen können. Anstelle der Verbotsdebatte braucht es eine Diskussion darüber, wie man Frauen durch Information und Beratung zu einem selbstbestimmten Leben verhelfen kann."

 

   Die roten Schülervertreter orten "Neisser und Riegler auf rechten Irrwegen".

 

   Wie sehen die Vertreter der Pädagogen die Angelegenheit? "Ich halte nichts von einem Verbot, weil das Kopftuch eine Form der Tradition und Privatangelegenheit ist", sagt Pflichtschullehrergewerkschaftschef Paul Kimberger zum KURIER.

 

   Für Neos-Vormann Matthias Strolz ist gar "Topfen", was Neisser und Riegler, die zu den Liberalen in der ÖVP zählen, wollen. "Da stellt sich nämlich die Frage: Wo hören wir auf? Nehmen wir dann auch Kindern das Halsketterl mit einem Kreuz ab?" Wer es mit einer liberalen Gesellschaft ernst meine, müsse "vorsichtig sein mit Kleidungsvorschriften und Verboten", urteilt Strolz im KURIER-Gespräch. "Ich kann an diesem Beitrag keine liberale Haltung erkennen."

 

   Für gut hielte er den von den beiden geforderten Ethikunterricht, den er um "Religionenunterricht" ergänzen würde - "auch im Respekt gegenüber Religionen, weil sie ein wichtiger gesellschaftlicher Faktor sind".

 

   In Österreich ist die islamische Glaubensgemeinschaft seit 1912 anerkannt - und anderen Religionsgemeinschaften gleichgestellt. Ein Kopftuch zu tragen, gilt als Inanspruchnahme des Rechtes auf Religionsfreiheit, das im Staatsgrundgesetz 1867 und in Artikel 9 der Europäischen Menschenrechtskonvention verbrieft ist. In Frankreich ist nicht erlaubt, Kopftuch zu tragen. In Deutschland ist das Lehrkräften an Schulen und Hochschulen in einigen Bundesländern wie Bayern und Niedersachsen untersagt.


 

"Kurier" vom 05.02.2015                                    Seite: 4 GASTKommentar

 

Warum Kopftücher an Schulen tabu sein sollten

 

   Verbot.Soll Schülerinnen verboten werden, ein Kopftuch zu tragen? Ich bin für ein solches Verbot, da es klar die Integration muslimischer Mädchen an Schulen fördern würde.Ich kann mich noch gut an ein Mädchen in meiner ehemaligen Klasse erinnern, das hat sich für ein paar Wochen die Haare grün gefärbt, dann wieder kam es mit schwarzen Lippen und schwarz überschminkten Augen in die Schule. Es kam irgendwie unter Druck, Lehrer sprachen es darauf an, Mitschüler mieden es - ein wenig zumindest. Das Mädchen war eine Außenseiterin, so wie man auch mit einem Kopftuch zur Außenseiterin werden kann.

 

   Der gravierende Unterschied: Während meine Freundin sich bewusst dazu entschieden hatte, besonders auszusehen, und sich später wieder ganz anders präsentieren konnte (und das auch tat), ist die Situation für muslimische Mädchen völlig anders: Sie haben diese Möglichkeit nicht. Sie können nicht selbst bestimmen, ob sie ein Kopftuch tragen oder nicht. Und genau deshalb sollte der Staat zum Wohl der Schülerinnen hier mit einem Verbot eingreifen.

 

   Maximilian Bauer, 14, ist Unterstufensprecher im Gymnasium Sachsenbrunn, NÖ.

 


 

"Der Standard" vom 05.02.2015                                Seite: 1

 

„Ich bin gegen ein Verbot. Ein Kopftuch zu tragen ist eine individuelle Entscheidung.“

 

   Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek über die Forderung zweier Ex-VP-Politiker nach einem Kopftuchverbot in den Schulen

 

   ZITAT DES TAGES

 


 

"Der Standard" vom 05.02.2015                                Seite: 7

 

Heinisch-Hosek gegen Kopftuchverbot

 

   Die Forderung der ehemaligen ÖVP-Spitzenpolitiker Heinrich Neisser und Josef Riegler nach einem Kopftuchverbot an Schulen stößt bei der SPÖ und den Grünen auf einhellige Ablehnung.

 

   Wien – Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat eine dezidierte Meinung: „Ich bin gegen ein Verbot. Ein Kopftuch zu tragen ist eine individuelle Entscheidung. Mir ist hier wichtig, dass Frauen diese Entscheidung selbstbestimmt treffen können. Anstelle der Verbotsdebatte braucht es vielmehr eine Diskussion darüber, wie man Frauen durch Information und Beratung zu einem selbstbestimmten Leben verhelfen kann.“

 

   Bei den Grünen sorgt der Vorstoß der ehemaligen ÖVP-Spitzenpolitiker Heinrich Neisser und Josef Riegler rundum für Empörung. Berivan Aslan hält die Forderung nach einem Kopftuchverbot an Schulen für „lächerlich“ und kontraproduktiv, damit würden Mädchen und Frauen nur noch mehr in die Isolation getrieben. „Damit erreicht man das Gegenteil von Integration“, meint die Frauensprecherin der Grünen.

 

   Ihr Kollege Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, sieht im Kopftuch nicht unbedingt ein Symbol der Unterdrückung, wie Neisser und Riegler ihren Vorstoß argumentierten, sondern auch ein Zeichen gestiegenen Selbstbewusstseins. „Ich bin für einen laizistischen Staat“, sagt Walser, „aber da sollte sich der Staat so wenig wie möglich einmischen.“ Außerdem müsste es dann auch Ordensschwestern an Schulen verboten werden, Kopftuch zu tragen. Der grüne Kultursprecher Wolfgang Zinggl begrüßt erst einmal den Vorstoß von Neisser und Riegler, was die Einrichtung eines allgemeinen Ethikunterrichts betrifft. Zinggl meint aber: „Nicht Verbote, sondern Aufklärungsangebote sind das wirksamste Mittel gegen Fanatismus.“ Er verweist zudem auf die Anbringung religiöser Symbole in der Öffentlichkeit. „Immer noch steht das Kreuz im Gerichtssaal, als würde die Rechtsprechung im Namen Gottes stattfinden. Oder in Klassenräumen der öffentlichen Schulen. Religiöse Symbole müssen im öffentlichen Raum entweder von allen Religionen angebracht werden dürfen oder von keiner.“

 

   Ob ein Verbot des Kopftuchs an Schulen in Österreich verfassungsrechtlich halten würde, ist fraglich, da Muslime in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt würden. „Damit ein Verbot rechtlich hält, müsste diese Einschränkung das Ziel rechtfertigen, das mit dem Verbot erreicht werden soll“, erklärt Katharina Pabel, Verfassungsrechtlerin und Expertin für Staatskirchenrecht an der Universität Linz, im Gespräch mit dem Standard. Pabel bezweifelt, dass die Probleme, die durch Kopftücher in der Schule entstehen können, ein Verbot legitimieren würden. Viele Frauen würden ihr Kopftuch freiwillig tragen.

 

   Die Rechtswissenschafterin verweist auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, der das Kopftuchverbot an Universitäten in der Türkei für zulässig befunden hat. Der große Unterschied zu Österreich sei aber, dass der Laizismus in der türkischen Verfassung verankert sei, was in Österreich nicht der Fall ist. (koli, völ)

 

Ein Kopftuchverbot an Schulen sei in Österreich rechtlich kaumdurchzusetzen, sagt die Verfassungsrechtlerin Katharina Pabel.

Der Laizismus sei in der Verfassung nicht verankert. Bild: Foto: Corn

 


 

Mit freundschaftlichen Grüßen

 

Kurt Schober

Klubsekretär

SPÖ-Parlamentsklub

01/40110-3569

0664 / 44 45 005

kurt.schober@spoe.at

 

 

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