Freitag, 6. Februar 2015

Bildungsnewsletter 6. Februar 2015 2. Teil


 

APA0266 II, XI 06.02.2015 12:31:05

 

Integration: ÖVP will Paket bis Regierungsklausur vorlegen

Utl.: Brandsteidl sieht bereits gute Möglichkeiten zum Einschreiten bei Kontaktverweigerung durch Eltern

 

Die ÖVP will bis zur Regierungsklausur ein Paket zu Integration und Bildung vorlegen. Darin enthalten sein sollen etwa Maßnahmen wie ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für Kinder mit Sprachdefiziten, eine Bildungs- anstelle der Schulpflicht sowie die Verpflichtung von Eltern zur Mitwirkung bei der Schulbildung, so Integrationsminister Sebastian Kurz (ÖVP) im "Ö1-Morgenjournal".

Laut der Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) gibt es aber bereits eine gute Handhabe für Schulen und Behörden, um in solchen Fällen einzuschreiten. Wenn Eltern den Kontakt zur Schule verweigern oder es Versuche gibt, die Schulpflicht zu umgehen, müsse man diese bestehenden Möglichkeiten aber auch exekutieren, so Brandsteidl bei einer Pressekonferenz am Freitag.

Dass in Wien etwa ein Kind nicht Schwimmen lernt oder dem Musikunterricht fern bleibt, weil es die Eltern so wollen, dürfe nicht sein. Die Spielregeln müssten von allen eingehalten werden, betonte Brandsteidl. Insgesamt gebe es sehr wenige solche Fälle, und das Phänomen sei nicht unbedingt bei Menschen mit Migrationshintergrund stärker verbreitet. Ob wie zuletzt diskutiert eine Verwaltungsstrafe bzw. die Erhöhung der Strafdrohung Verbesserungen bringen würde, müsse man sich laut Brandsteidl "gut anschauen".

Sie könne den Diskussionen über diese Themen in den vergangenen Jahren aber auch einiges abgewinnen: So habe sich in Wien die Zusammenarbeit der Schulen und des Stadtschulrates mit Jugendämtern und Polizei deutlich intensiviert und laufe nun strukturierter ab.

Es gebe zwar Fälle, wo etwa Väter das Gespräch mit Lehrerinnen oder Schulleiterinnen verweigern, eine solche Weigerung würde aber im Regelfall "nur einmal" ausgesprochen, wie Brandsteidl betonte. Die Schulen hätten im Umgang damit "das entsprechende Auftreten und Pouvoir", erklärte Wolfgang Gröpel vom Stadtschulrat.

 


 

OTS0032 II 06.02.2015 09:51:24

 

Niessl-Integrationspaket wird zum ÖVP Standpunkt

Utl.: LH Niessl begrüßt, dass der zuständige Integrationsminister Kurz seine Forderungen übernimmt

 

Eisenstadt, 6. Februar 2015. Fördern, fordern und Chancengleichheit garantieren. Mit diesen zentralen Begriffen lässt sich das österreichweit diskutierte Integrationspaket von LH Hans Niessl beschreiben. "Das Thema Integration wird nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa diskutiert. Ja, es passiert in Österreich einiges in diesem Bereich. Das hindert uns aber nicht, dass wir uns noch intensiver mit der Integrationsthematik beschäftigen. Mein Integrationspaket ist klar definiert und liegt auf dem Tisch: Frühkindpädagogik durch ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr stärken, Ausbildungspflicht bis zum 18. Lebensjahr, Einführung eines neuen verpflichtenden Unterrichtsfaches Demokratiebildung (Ethik, Politische Bildung und Demokratiekunde), zudem flächendeckende Elternbildung über die Volkshochschulen und schlussendlich eine Modifizierung des Staatsbürgerschaftstests. Nicht die Geschichte des Landes soll hier im Mittelpunkt stehen, sondern ob sich jemand mit unseren gesellschaftlichen europäischen Grundwerten identifizieren kann. Bei aller Übereinstimmung mit Integrationsminister Kurz muss ich jedoch von ihm verlangen, dass der Österreichische Integrationsfonds, für den BM Kurz zuständig ist, zielorientierter und nachhaltiger gelebt wird. Vor allem über den Integrationsfonds müssen auch Kurse der Elternbildung finanziert werden und zudem muss der Fonds unbürokratischer, verständlicher und zielorientierter aufgestellt werden, um eine bestmögliche Integration aller Menschen in Österreich gewährleisten zu können", unterstreicht Landeshauptmann Hans Niessl sein Integrationspaket.

 

Demokratiebildung, Demokratieverständnis und natürlich Demokratieakzeptanz müssen im Mittelpunkt der österreichischen Integrationspolitik stehen. Fördern, Fordern und Chancengerechtigkeit für alle muss das gelebte Leitbild in dieser Debatte sein. LH Hans Niessl zeigt sich erfreut, dass sein Integrationspaket von der ÖVP vollinhaltlich übernommen werden soll. Die SPÖ Burgenland habe diese Vorschläge bereits in Form eines Entschließungsantrages in den Landtag eingebracht.

 

Das Niessl-Integrationspaket im Detail

 

2. verpflichtendes Kindergartenjahr Dadurch wird die Frühkindpädagogik weiter gestärkt.

 

Ausbildungspflicht bis 18 Hier besteht bereits Einigung seit der LH-Konferenz unter dem Vorsitz von LH Niessl.

 

Demokratiebildung an Schulen Verpflichtendes Unterrichtsfach bestehend aus politischer Bildung, Ethikunterricht und Demokratiekunde.

 

Demokratiebildung für Erwachsene über VHS Flächendeckendes Angebot über die Volkshochschulen auch für Erwachsene.

 

Modifizierung des Staatsbürgerschaftstests Nicht die Geschichte eines Landes soll im Mittelpunkt stehen, sondern das europäische Werteverständnis.

 

Österreichischer Integrationsfonds muss nachhaltiger werden Abbau der bürokratischen Hürden und zusätzliche Schwerpunktsetzung für Eltern.

 

Verwaltungsstrafen als letzte Konsequenz Ein Gesetz ist nur so gut, wie es gehandhabt wird. Als letzte Konsequenz müssen Strafen ausgesprochen werden können. Verwaltungsstrafen für Eltern müssen möglich sein.

 

Staatsbürgerschaftsentzug für IS-Kämpfer Wenn sich jemand bedauerlicherweise dafür entscheidet beispielsweise an der Seite der Mörderbanden der IS in den Krieg zieht, dann muss man in Österreich rechtliche Rahmenbedingungen für einen Staatsbürgerschaftsentzug schaffen.

 

Rückfragehinweis:  Mag. Herbert Oschep  Pressesprecher LH Hans Niessl  herbert.oschep@bgld.gv.at

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/11962/aom

 


 

"Der Standard" vom 06.02.2015                               Seite: 31 Kommentar der anderen GÜNTER TRAXLER

 

Kopftuchideologen

 

   Ideologien sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Früher einmal hat man sich mit dem Begriff an Handfestes gehalten wie etwa Marxismus oder Faschismus oder Kapitalismus. Die emeritierten ÖVP-Politiker Heinrich Neisser und Josef Riegler haben nun nach Voves und Niessl aus der Tiefe ihrer politischen Ehemaligkeit und ohne einen Grund für ihr überraschendes Auferstehen aus derselben zu nennen, eine Kopftuchideologie dingfest gemacht. Materielles Substrat dieser Ideologie ist ein Stück Stoff, von dem, auf bestimmten, nur weiblichen Köpfen getragen, der Glaube an die natürliche Ungleichheit von Mann und Frau ausgehen soll.

 

   Diese Ideologie sei aber reaktionär, befinden die beiden Herren, weshalb sie fordern, mit einem Verbot des Kopftuches auch gleich besagte Ungleichheit der Geschlechter mit Stumpf und Stiel auszurotten, mit der interessanten Begründung, derlei sei mit dem Wertekanon Europas nicht vereinbar. Bis vor nicht allzu langer Zeit war noch die Ungleichheit von Mann und Frau ein fester Bestandteil dieses Kanons, ohne dass es außer Feministinnen jemanden gestört hätte, und wie schwer vielen Landsleuten, deren Häupter nie Kopftücher geziert haben, die Umstellung fällt, war zuletzt in der Debatte um die Änderung der Bundeshymne in Spuren zu erkennen.

 

   Es ist natürlich edel, an dieser Ideologie zu rütteln, und wenn das Kopftuch der späte Anlass dazu sein sollte – warum nicht? Aber es ist der falsche. Gelegenheiten, dies früher zu tun, hätte es viele gegeben, etwa indem man die übernatürliche Ungleichheit von Mann und Frau in der katholischen Kirche als Rechtfertigung für die angeblich natürliche in der Gesellschaft thematisiert hätte, was einer christlichen Volkspartei nicht leichtgefallen, aber seit langem wohl angestanden wäre. Dort aber darf sie unangetastet andauern, ja beruhigend, dass es auch unter dem jetzigen Papst keine Anzeichen für Priesterinnen gibt, Europas Wertekanon hin oder her.

 

   Frauen, die Kopftuch tragen, ohne Bäuerinnen oder Klosterschwestern zu sein, müssen kommen, um den feministischen Tiger im heimischen Populisten zu wecken. Für diesen Integrationszweck sollen Verbote her, mögen Betroffene, Pädagogen und Integrationsexperten auch nichts davon halten, schließlich stehen auch Wahlen an. Zu viele Österreicherinnen und Österreicher verbinden mit dem Begriff Integration vor allem die Chance, sich vor Migranten in nationale Einfalt zu retten, statt bessere Chancen für jene zu schaffen, die mit Zuwanderung nicht nur zu kultureller Vielfalt beitragen, sondern – auch ökonomisch bedeutsam – der Überalterung unserer Gesellschaft entgegenwirken.

 

   Die Kopftuchideologen, egal in welcher Partei, kommen jenen Politikern entgegen, die mit Fremdenfeindlichkeit ihr Geschäft betreiben. Ginge es ihnen ernsthaft um die Beseitigung aller noch bestehenden Ungleichheiten zwischen Mann und Frau, fänden sie in Österreich ein weites Betätigungsfeld, ohne ein Stück Stoff mit Verbot belegen zu müssen. Geht es ihnen darüber hinaus auch um eine Trennung von Religion und Staat, dann aber bitte einmal ernsthaft. Bisher hat man davon nichts gesehen.

 


 

OTS0074 II, CI 06.02.2015 11:15:21

 

Juraczka: Integrations- und Bildungspaket wäre wesentlicher Schritt für Wien

Utl.: Volle Unterstützung für Integrationsminister Kurz

 

"Wir begrüßen den heutigen Vorstoß von Minister Sebastian Kurz für ein Integrations- und Bildungspaket. Er hat unsere volle Unterstützung. Gerade für Wien wäre ein derartiges Paket, das essentielle Punkte festschreibt und gezielte Maßnahmen setzt, ein wesentlicher Schritt", so ÖVP Wien Landesparteiobmann Stadtrat Manfred Juraczka in einer ersten Reaktion zum heutigen Bericht im Ö1-Morgenjournal.

 

"Die Maxime dieses Pakets, nämlich "Früher zu investieren statt später teuer zu reparieren" geht genau in die richtige Richtung. Vor allem in Wien, wo der Anteil von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache sehr hoch ist, muss sichergestellt werden, dass mögliche Sprachdefizite so früh wie möglich ausgemerzt werden. Auch Rot-Grün sollte die Zeichen der Zeit erkennen sowie die Anstrengungen in diesem Bereich unterstützen, als sich weiterhin linken Tagträumen hinzugeben, die von der Realität sehr weit entfernt sind", so Juraczka abschließend.

 

Rückfragehinweis:  ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien   Tel.: (+43-1) 4000 /81 913  mailto:  presse.klub@oevp-wien.at

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/10164/aom

 


 

ÖVP will eigenes Integrationspaket vorlegen

 

Die ÖVP macht einmal mehr Druck in Sachen Integration. Sie erarbeitet derzeit ein eigenes Maßnahmenpaket zu Integration und Bildung, das sie Ende März der SPÖ vorlegen will. Einige der Vorschläge hat man in den vergangenen Jahren schon in der einen und anderen Form gehört. Jetzt sollen sie auch umgesetzt werden, wünscht sich zumindest die ÖVP.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

 


 

Ö1  Morgenjournal, 6.2.2015, Eva Haslinger

 

ÖVP erarbeitet Integrationspaket

 

Die ÖVP macht einmal mehr Druck in Sachen Integration. Sie erarbeitet derzeit ein eigenes Maßnahmenpaket zu Integration und Bildung, das sie Ende März Regierungspartner SPÖ vorlegen will. Einige der Vorschläge hat man in den vergangenen Jahren schon in der einen und anderen Form gehört. Jetzt sollen sie auch umgesetzt werden, wünscht sich zumindest die ÖVP.

 

Defizite in eigenem Vorschuljahr ausgleichen

Das Hauptziel des ÖVP-Integrationspaketes ist laut Integrationsminister Sebastian Kurz: "Früher zu investieren statt später teuer zu reparieren." Das bedeutet: Schon möglichst früh soll darauf geachtet werden, dass Kinder Deutsch lernen. Dazu will Kurz ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr für alle, die Sprachdefizite haben. Etwas, das sich auch schon im Regierungsprogramm findet. Ob der Kindergartenbesuch in diesem Fall gratis sein wird oder nicht, lässt der Minister offen.

Sollten die Sprachkenntnisse bei Schuleintritt doch noch nicht ausreichen, dann sei ein eigenes Vorschuljahr notwendig - ein Punkt, der kontrovers diskutiert wurde. Gegner sprachen davon, dass die Kinder in Ghetto-Klassen abgeschoben werden. Ein Einwand, den Integrationsminister Kurz nicht gelten lässt: "Die schlimmste Ghettoisierung, die man einem Kind antun kann, ist, dass es in Österreich lebt, aber die deutsche Sprache nicht beherrscht. All jenen, die hier vor Ghetto-Klassen warnen, muss auch gesagt sein, dass das derzeitige Modell, nämlich Kinder, die kein Deutsch können, in die Sonderschule abzuschieben, ein wirklich problematisches ist."

Außerdem wünscht sich die ÖVP eine Bildungspflicht anstelle einer Schulpflicht - soll heißen: Wer nach Ablauf der 9-jährigen Schulpflicht noch immer nicht ordentlich Rechnen, Schreiben und Lesen kann, soll die Schule noch nicht verlassen dürfen. Auch das ein Vorschlag, der nicht neu ist, und dessen Sinnhaftigkeit von manchen angezweifelt wird.

Eltern in die Pflicht nehmen

Ansetzen will die ÖVP zudem bei den Eltern. Ihre Mitwirkung sei wichtig für die Schulbildung der Kinder, findet Integrationsminister Kurz: "Dieses Mitwirken sollte ein Staat, der gratis Schulen anbietet und Familienbeihilfe zur Verfügung stellt, durchaus einfordern können."

Konkret fordert die ÖVP, dass Lehrer die Eltern bei Problemen verpflichtend zu Gesprächen in die Schule vorladen können. Wenn sich die Eltern weigern zu kommen, kann sich die Volkspartei als letztes Mittel empfindliche Geldstrafen von bis zu 1.000 Euro vorstellen. Eine Sanktion, die im Extremfall auch jenen Eltern drohen soll, die nicht dafür sorgen, dass ihre schulpflichtigen Kinder in die Schule gehen: "Wir dürfen in Österreich, in einem Land, in dem es Schulpflicht gibt, nicht zusehen, dass Eltern ihre Kinder aus der Schule herausnehmen und somit Bildungsraub an ihren Kindern begehen."

In einigen Wochen soll das Integrationspaket der ÖVP fertig geschnürt sein, damit es dann Ende März bei einer Regierungsklausur mit Koalitionspartner SPÖ diskutiert werden kann.

 

http://oe1.orf.at/artikel/398861#

 


 

Ö1 Morgenjournal 08:00 vom 06.02.2015 08.00 Uhr

 

ÖVP will eigenes Integrationspaket vorlegen

 

Arnim-Ellissen Hubert (ORF)

   Die ÖVP macht einmal mehr Druck in Sachen Integration. Sie erarbeitet

   derzeit ein eigenes Maßnahmenpaket zu Integration und Bildung, das sie Ende

   März Regierungspartner SPÖ vorlegen will. Einige der Vorschläge hat man in

   den vergangenen Jahren schon in der einen und anderen Form gehört. Jetzt

   sollen sie auch umgesetzt werden, das wünscht sich zumindest die ÖVP. Eva

   Haslinger:

 

Haslinger Eva (ORF)

   Das Hauptziel des ÖVP-Integrationspaketes ist laut Integrationsminister

   Sebastian Kurz:

 

Kurz Sebastian (ÖVP)

   Früher zu investieren statt später teuer zu reparieren.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Das bedeutet: Schon möglichst früh soll darauf geachtet werden, dass Kinder

   Deutsch lernen. Dazu will Kurz ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr

   für alle, die Sprachdefizite haben. Etwas, das sich auch schon im

   Regierungsprogramm findet. Ob der Kindergartenbesuch in diesem Fall gratis

  sein wird oder nicht, lässt der Minister offen:

 

Kurz Sebastian (ÖVP)

   Es wird hier zu prüfen sein, ob es die Möglichkeit gibt, ein solches

   Kindergartenjahr kostenlos zu finanzieren.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Und sollten die Sprachkenntnisse bei Schuleintritt doch noch nicht

   ausreichen, dann sei ein eigenes Vorschuljahr notwendig - ein Punkt, der

   kontrovers diskutiert wurde. Gegner sprachen davon, dass die Kinder in

   Ghetto-Klassen abgeschoben werden. Ein Einwand, den Integrationsminister

   Kurz nicht gelten lässt.

 

Kurz Sebastian (ÖVP)

   Die schlimmste Ghettoisierung, die man einem Kind antun kann, ist, dass es

   in Österreich lebt, aber die deutsche Sprache nicht beherrscht. All jenen,

   die hier vor Ghettoklassen warnen, muss auch gesagt sein, dass das

   derzeitige Modell, nämlich Kinder, die kein Deutsch können, oft einmal

   einfach in die Sonderschule abzuschieben, ein wirklich problematisches ist.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Außerdem wünscht sich die ÖVP eine Bildungspflicht anstelle einer

   Schulpflicht. Soll heißen: Wer nach Ablauf der neunjährigen Schulpflicht

   noch immer nicht ordentlich rechnen, schreiben und lesen kann, soll die

   Schule noch nicht verlassen dürfen. Auch das ein Vorschlag, der nicht neu

   ist, und dessen Sinnhaftigkeit von manchen angezweifelt wird. Ansetzen will

   die ÖVP zudem bei den Eltern. Ihre Mitwirkung sei wichtig für die

   Schulbildung der Kinder, findet Integrationsminister Sebastian Kurz:

 

Kurz Sebastian (ÖVP)

   Und dieses Mitwirken sollte ein Staat, der Gratisschulen anbietet und auch

   Familienbeihilfe zu Verfügung stellt, durchaus einfordern können.

 

Haslinger Eva (ORF)

   Konkret fordert die ÖVP, dass Lehrerinnen und Lehrer die Eltern bei

   Problemen verpflichtend zu Gesprächen in die Schule vorladen können. Wenn

   sich die Eltern weigern zu kommen, kann sich die Volkspartei als letztes

   Mittel empfindliche Geldstrafen von bis zu 1 000 Euro vorstellen - eine

   Sanktion, die im Extremfall auch jenen Eltern drohen soll, die nicht dafür

   sorgen, dass ihre schulpflichtigen Kinder in die Schule gehen:

 

Kurz Sebastian (ÖVP)

   Wir dürfen in Österreich, in einem Land, in dem es Schulpflicht gibt, nicht

   zusehen, dass Eltern ihre Kinder aus der Schule herausnehmen und somit

   Bildungsraub an ihren Kindern begehen.

 

Haslinger Eva (ORF)

   In einigen Wochen soll das Integrationspaket der ÖVP fertig geschnürt sein,

   damit es dann Ende März bei einer Regierungsklausur mit Koalitionspartner

   SPÖ diskutiert werden kann.

 


 

OTS0081 II 06.02.2015 11:28:13

 

Bilanz der Volksschuleinschreibung in Wien: Kindergarten wirkt

Utl.: Appell an Eltern, ausstehende Schuleinschreibungen sofort nachzuholen!

 

Die Zahlen der Einschreibung für Wiens insgesamt 269 Volksschulen für das Schuljahr 2015/16 liegen nun vor. So wurden zwischen 12. und 23. Jänner dieses Jahres von insgesamt 16.875 schulpflichtigen Kindern (Vgl. Vorjahr: 16.649) 15.502 für das kommende Schuljahr angemeldet. Dies sind somit 1.373 Kinder weniger als laut Schulpflichtmatrik tatsächlich eine Volksschule in Wien besuchen werden. Wiens Amtsführende Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl nahm dies heute in einer Pressekonferenz zum Anlass für einen dringenden Appell an alle Eltern, die ihre Kinder nicht innerhalb der vorgesehenen Anmeldewochen für die Volksschule angemeldet haben: "Ich fordere alle jene Eltern auf, sich auf schnellstem Wege mit dem Pflichtschulinspektor ihres Wohnbezirkes in Verbindung zu setzen und ihre Kinder für die Volksschule anzumelden. Eltern tragen hier eine Bildungsverantwortung für ihre Kinder, die sie nicht ignorieren können."

 

Als positives Ergebnis der ersten Bilanz der Volksschuleinschreibung bezeichnete Brandsteidl die Tatsache, dass die Zahl der Kinder mit mangelnder Schulreife (bei leicht steigender Gesamtschülerzahl) gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen ist. Waren es bei der vorjährigen Anmeldung noch 1.759 Kinder, die mangels Schulreife einer Vorschulklasse zugeteilt wurden, werden es im kommenden Schuljahr nur 1.602 Kinder sein.

 

Brandsteidl: "Diese Entwicklung haben wir vor allem der guten Arbeit in den Kindergärten zu verdanken. Dank des verpflichtenden letzten Kindergartenjahres kommen nun alle Kinder in den Genuss einer pädagogischen (Sprach-)Förderung bereits vor Schulbeginn. Mit anderen Worten: Die Maßnahmen, die Wien gesetzt hat, wirken. Das deckt sich auch mit dem Feedback zahlreicher Schulleiter, die berichten, dass es zu einer deutlichen Verbesserung der Deutschkenntnisse der Schulneulinge gekommen ist."

 

Zwtl.: Definition der Schulreife

 

So heißt es im Schulpflichtgesetzt § 6, Absatz 2b: "Schulreif ist ein Kind, wenn angenommen werden kann, daß es dem Unterricht in der ersten Schulstufe zu folgen vermag, ohne körperlich oder geistig überfordert zu werden." Schulreife konstituiert sich somit aus sozialen, emotionalen, kognitiven, sprachlichen und auch motorischen Kompetenzen.

 

Zwtl.: Inhalte und Methodik der Vorschulklasse

 

Jene Kinder, die nicht schulreif sind, bekommen in den Vorschulklassen die Chance auf ein Jahr besonders intensiver Förderung. Die Aufgabe der Vorschulklasse ist dabei die Förderung der umfassenden Schulreife, wodurch sich auch die Schwerpunkte der konkreten Pädagogik definieren. So sind folgende Lerninhalte vorgesehen:

 

o Sprache und Sprechen, Vorbereitung auf Lesen und Schreiben

o mathematische Früherziehung

o Sachbegegnung

o Verkehrserziehung

o Bildnerisches Gestalten und Werkerziehung

o Singen und Musizieren, Rhythmisch-musikalische Erziehung

o Werkerziehung

o Bewegung und Sport

 

Neben diesem formalen Lerninhaltsmuster sind es in der Vorschulklasse insbesondere die individuell auf die einzelnen Schüler abgestimmten Lerneinheiten, die die besondere Förderung ausmachen. (schluss) ssr

 

Rückfragehinweis:  Matias Meißner und Dragana Lichtner   Medien- und Pressereferat des Stadtschulrates  Telefon: 01 525 25-77015  E-Mail: matias.meissner@ssr-wien.gv.at

 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/174/aom

 


 

OTS0024 II 06.02.2015 09:29:09

 

Nachmittagsbetreuung ist Mangelware: AK pocht auf versprochenen Ausbau der Ganztagesschulen

 

Februar ist Anmeldezeit an Hauptschulen, Neuen Mittelschulen und Gymnasien. Bei der Wahl der Schule stehen gerade berufstätige Eltern vor dem Problem: "Wohin mit meinem Kind am Nachmittag?" Denn nach wie vor gibt es für 10- bis 14-jährige Kinder zu wenig qualitätsvolle Betreuungsangebote. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert daher, dass der zugesagte Ausbau der Ganztagesschule endlich umgesetzt wird.

Tausende Schüler/-innen melden sich für das Schuljahr 2015/2016 in einer neuen Schule an. Die Frage ist nur, in welcher? Viele berufstätige Eltern sind auf Nachmittagsbetreuung für ihre Kinder angewiesen - entsprechende Angebote an Schulen sind aber nach wie vor mehr als dürftig. Unser Bundesland liegt deutlich unter dem Bundesschnitt.

Die Arbeiterkammer fordert vor allem mehr "echte" - also "verschränkte" - Ganztagesschulen, von denen es derzeit in ganz Oberösterreich nur 13 gibt (elf öffentliche Hauptschulen bzw. Neue Mittelschulen und zwei öffentliche Gymnasien). Die Vorteile dieser Schulform liegen auf der Hand: Lern- und Freizeitangebote wechseln über den Tag verteilt ab und sind aufeinander abgestimmt. Hausübungen und Lernaufgaben werden in der Schule erledigt. So werden die Kinder ganzheitlich gefördert: sowohl in ihrer schulischen, als auch in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung. Lernschwächere Kinder erhalten die professionelle Förderung, die sie brauchen, während jene Kinder, die sich schulisch leichter tun, den anderen helfen können. Die Eltern wiederum wissen ihre Kinder gut aufgehoben und sinnvoll betreut und sind in schulischen Fragen entlastet, weil diese Aufgaben während des Tages erledigt werden. Einige Vorzeigeschulen haben die verschränkte Schulform bereits umgesetzt und positiven Erfahrungen damit gemacht.

AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer: "Der Ausbau der echten Ganztagesschule ist im Regierungsübereinkommen festgelegt worden. Jetzt muss es zur Umsetzung kommen. Jede Familie, die für ihr Kind einen Platz an einer Ganztagesschule will, muss auch einen bekommen. An Schulen, in denen es mehr als eine Klasse pro Jahrgang gibt, soll zumindest eine Klasse in verschränkter Form ganztägig angeboten werden, außerdem müssen die Eltern über die pädagogischen Vorteile besser informiert werden."

Je mehr Eltern ihren Wunsch nach einer Ganztagesschule für ihre Kinder kundtun, desto eher wird der Bedarf auch erkannt und desto eher wird sich etwas bewegen. Die AK rät daher allen Familien, an den Info-Abenden in den Schulen, am Tag der offenen Tür oder bei der Schulanmeldung nach einer Nachmittagsbetreuung zu fragen und den eigenen Bedarf auch bekannt zu geben.

Rückfragehinweis: Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation Ulrike Etlinger 0664 8500510 ulrike.etlinger@akooe.at  ooe.arbeiterkammer.at

 


 

OTS0038 II, CI 06.02.2015 09:59:48

 

Schulautonomie: Heinisch-Hosek hat das Hinhören verlernt!

 

Obwohl Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek jetzt einen Schwung in Richtung Schulautonomie angekündigt hat, ist der bildungspolitische Bereich noch immer stark stagnierend. "Seit den Schulorganisationsrechts-Novellen der 90er Jahre ist wenig außer der Durchführung von zahlreichen Schulversuchen und Stundenkürzungen passiert. Es ist nicht nur ein Mehr an Autonomie, sondern auch eine klare Kommunikation seitens des Bundesministeriums nötig", fordern Dominik Stracke und die Junge ÖVP Wien.

Zwtl.: Ebenenkompetenz neu ausverhandeln

"Das System ist insgesamt viel zu inkonsequent. Die Kompetenzen wurden bis dato zumeist von der Bundes- zur Landesebene weitergegeben. Da sind sie jedoch stecken geblieben", so Stracke weiter. Das Ziel muss es sein, wichtige Entscheidungen des sekundären Handlungsvollzugs, etwa die Unterrichtsorganisation, zu Personal und Finanzen den Schulen zu überlassen. Momentan ist der Gestaltungspielraum der Schulen gerade im Hinblick auf die Finanzen oder pädagogische Entscheidungen, wie die Einteilung von Schulstunden und Fächerkombinationen zu gering. "Weder Schmied noch Heinisch-Hosek haben es geschafft da Klarheit und Ordnung hineinzubringen. Offengestanden: Es macht nicht den Eindruck, als hätte sich eine der beiden Ministerinnen jemals wirklich dafür interessiert", so Stracke.

Oft wird von Seiten des Ministeriums mit den Protagonisten auch fahrlässig bis gar nicht kommuniziert. Bei der Modularisierung der Oberstufe, die in zwei Jahren Realität werden soll, ist vielen nicht klar, wie diese Neuerung in den Schulbetrieb einfließen soll. Die entsprechenden Papiere dafür liegen in der Schublade der Ministerin. "Das ist so, als ob ich Ärzte von einer Sekunde auf die andere mit einem neuen Lasergerät operieren lasse, ohne sie darauf vorzubereiten", wundert sich Stracke weiter.

Die Junge ÖVP Wien warnt jedoch auch davor, Autonomie und Wettbewerb als uneingeschränktes Allheilmittel zu sehen: "Damit können Schulleiter zwar neue Anreize schaffen, die müssen allerdings auch in einem Gesamtkonzept akkordiert werden. Dieses vermissen wir zurzeit komplett!" Schul- und Unterrichtsqualität werden vor Ort erreicht, brauchen aber einen passenden gesetzlichen Rahmen und eine verlässliche politische Umsetzung, die auf die Expertinnen und Experten an den Schulen hört.

Rückfragehinweis: Oliver Himmel  Landesgeschäftsführer Junge ÖVP Wien Oliver.Himmel@jvpwien.at Rathausplatz 9, 1010 Wien +43 676 705 48 47  


Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/251/aom

 


 

"Kronen Zeitung" vom 06.02.2015                           Seite: 27

 

Offener Brief an Bildungsministerin

"Wollen Direktoren selber aussuchen"

 

Im September verabschiedete SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek ein 6-Punkte-Programm für Schulen. Die Schülerunion Wien fordert mehr Autonomie für die Bildungsanstalten, etwa bei der Wahl von Direktoren und Lehrern. Ein offener Brief soll der Politik nun Druck machen.

 

   Landesobmann der Schülerunion Wien Ahmed Hemeada (19).

 

   Das 6-Punkte-Programm verspricht Schulen mehr Mitspracherechte, die Schülerunion WienALEXANDRA HALOUSKAhat dazu bereits konkrete Vorstellungen. So soll ein Direktor künftig - in Absprache mit dem Schulgemeinschaftsausschuss - über das Budget der Einrichtung frei bestimmen können. Eine ähnliche Entscheidungskompetenz ist auch in Personalfragen erwünscht. "Die Schulpartner wissen am besten, wer für den Direktorenposten am ehesten geeignet ist und zum Schulprofil passt", heißt es. Anstatt einer Zentralisierung soll ein gesunder Wettbewerb zwischen den Schulen die Vielfalt sichern.

 

   Die Schülerunion hat nun eine Petition gestartet. "Wir sammeln Unterschriften, die wir der Bildungsministerin übergeben", so Landesobmann Ahmed Hemeada.

 


 

Mit freundschaftlichen Grüßen

 

Kurt Schober

Klubsekretär

SPÖ-Parlamentsklub

01/40110-3569

0664 / 44 45 005

kurt.schober@spoe.at

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen