Dienstag, 3. März 2015

2015.03.03: Bildung

OTS0105 II 03.03.2015 11:34:13

 

Schülerunion ad Lehrerdebatte: Schulen sollen selbst über Lehrpersonal entscheiden

Utl.: Schülerunion fordert mit Kampagne "Planlos" weitgehende Schulautonomie

Bildung/Schule/Lehrer/Schülerunion/Felix Wagner

Bezüglich der Lehrerdebatte fordert die Schülerunion, dass die Schulen autonom über ihre Lehrerinnen und Lehrer entscheiden können. Im Zuge ihrer gestern, Montag, gestarteten Kampagne "Planlos", fordert die Schülerunion außerdem eine weitergehende Schulautonomie. Schulen sollen damit nicht nur personelle, sondern auch pädagogische Autonomie bekommen. Von der heutigen Sitzung der Bildungsreformkommission wünscht sich Bundesobmann Felix Wagner zudem "lösungsorientierte Diskussionen, die vor allem im Interesse der Schülerinnen und Schüler geführt werden".

"Wir sind der Meinung, dass Schulen selbst über ihr Lehrpersonal entscheiden sollen. Die Schulen sind die Arbeitsplätze der Lehrerinnen und Lehrer. Sie sind die Orte, an denen sich die Qualitäten von Lehrerinnen und Lehrern zeigen. Somit muss die Entscheidung über diese auch bei den Schulen liegen", so Bundesobmann Felix Wagner.

Die Schülerunion startete gestern, Montag, außerdem ihre bildungspolitische Kampagne "Planlos". In dieser fordert sie eine weitgehende Autonomie der Schulen. So sollen die Schulen nicht nur eigenständig über ihre Lehrkräfte entscheiden können, sondern auch die Direktoren sollen von den Schulen - in Kooperation mit einem Assessmentcenter - selbst ausgesucht werden. Auch die Schülerinnen und Schüler sollen dabei durch eine Einbindung des Schulgemeinschaftsausschusses (SGA) ein Mitspracherecht erhalten. Weiters sollen Schulen auch pädagogische Autonomie - in Form von Schwerpunktsetzungen - bekommen.

"Wenn man eine Debatte über die Personalkompetenz bei den Lehrkräften führt, dann muss man diese auch bei den Schulleitungen führen. Großteils ist die Bestellung von Direktorinnen und Direktoren noch immer politisch motiviert. Was es braucht ist eine schulautonome Entscheidung, in der vor allem auch die Schulpartner - über den SGA - eingebunden werden", so Wagner weiters.

Abschließend fordert Wagner die Mitglieder der Bildungsreformkommission dazu auf, bei der heutigen Sitzung vor allem im Interesse der Schülerinnen und Schüler zu handeln.

"Unsere Schule braucht dringend einen Plan. Einen Plan, der gemeinsam mit uns Schülerinnen und Schülern gemacht wird. Schließlich sind wir diejenigen, die mit dem Schulsystem leben müssen", so Wagner.

Weitere Infos zur Kampagne "Planlos" sind unter www.planlos-neindanke.at zu finden.

Rückfragehinweis:
Joel Tölgyes
Pressesprecher Schülerunion
joel.toelgyes@schuelerunion.at
0699 173 66 505


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APA0211 II, XI 03.03.2015 11:32:29

 

Schulverwaltung - Faymann: Neuordnung der Kompetenzen möglich

Utl.: Bundeskanzler: "Geht nicht um Verländerung oder Zentralisierung" - Zu früh für abschließende Beurteilung - BILD

Schule/Gebietskörperschaft/Österreich

Von der SPÖ kommt kein kategorisches Nein zu einer Verländerung der Bundeslehrer mehr. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) betonte am Dienstag nach dem Ministerrat, auch Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) könne sich vorstellen, "die Kompetenzen neu zu ordnen". Es sei aber noch zu früh, diese Frage abschließend zu beurteilen.

"Da geht es nicht um Verländerung oder Zentralisierung", betonte Faymann. Vielmehr gehe es darum, ob man die Kompetenzen im Schulwesen auseinandertrennen und trotzdem die zentrale Kontrolle und Aufsicht über Bildung und Bildungsprojekte aufrechterhalten könne. Das sei "harte Arbeit in den Details" und es sei "zu früh, das abschließend zu beurteilen", betonte der Bundeskanzler.

Auch Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, dessen ÖVP die Verländerung der Bundeslehrer bereits seit Längerem unterstützt, sieht es nicht als "zentrale Frage", ob die Schulorganisation beim Bund oder auf Landesebene angesiedelt sei. Steuerung und Controlling müssten nach zentralen Qualitätsstandards organisiert werden, dann sei es egal, welche Regelung umgesetzt wird. Die konkrete Umsetzung müsse man aber auch mit dem Finanzminister klären.

Bei den Grünen stößt die Lehrer-Verländerung auf "sehr große Skepsis", wie Bundessprecherin Eva Glawischnig am Rande einer Pressekonferenz auf APA-Anfrage sagte. Die rechtliche und die finanzielle Verantwortung gehören aus ihrer Sicht zusammen, andernfalls drohe "Geldvernichtungsgefahr".

(schluss) has;ham;aku;bei

APA0208 II, XI 03.03.2015 11:30:06

 

Schulverwaltung: Landes- und Bundeslehrer seit 1948 getrennt GRAFIK

Utl.: Auch neues Dienstrecht beseitigte Unterschied nicht - GRAFIK

Lehrende/Schule/Österreich/Hintergrund/Schulen/Lehrer/Grafik

Bereits seit 1948 gibt es die Unterteilung in Bundes- und Landeslehrer. Ursprünglich nur als Provisorium gedacht, wurde die Unterteilung zum Quell ewigen Kompetenzstreits zwischen Bund und Ländern.

Landeslehrer (Pflichtschullehrer) sind vor allem die rund 76.000 Pädagogen an den Volks-, Haupt-, Sonder-, Polytechnischen- und Berufsschulen. Ihr Dienstgeber ist das jeweilige Land - finanziert werden sie allerdings fast vollständig vom Bund. Rein budgettechnisch sind sie "Sachaufwand".

Die Kosten für die Lehrer an den Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnischen Schulen werden den Ländern anhand eines im Finanzausgleich festgelegten Schlüssels voll ersetzt. Derzeit wird an Volksschulen eine Lehrer-Stelle pro 14,5 Schüler, an Hauptschulen eine Stelle pro zehn Schüler, an Polytechnischen Schulen eine pro neun Schüler und im sonderpädagogischen Bereich eine Stelle pro 3,2 Schüler vom Bund finanziert. Dazu kommen noch zweckgebundene Extras für Kleinschulen und die Förderung von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache. Bei den Berufsschullehrern erhalten die Länder die Hälfte der Kosten vom Bund ersetzt.

Lehrer, die die Länder über den vereinbarten Schlüssel hinaus anstellen, müssen sie großteils selbst bezahlen. Für überzogene Planstellen werden dem Bund allerdings nicht die tatsächlichen Kosten refundiert, sondern nur das Gehalt eines (billigeren, Anm.) Junglehrers - und auch das ohne Zinsen.

Bundeslehrer sind vor allem die rund 22.500 Pädagogen an den AHS und ihre ebenfalls rund 22.500 Kollegen an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS). Ihr Dienstgeber ist der Bund, der sie auch bezahlt und mittels einheitlicher Datensätze verwaltet.

Die beiden Lehrer-Typen haben nicht nur unterschiedliche Dienstgeber, sondern - derzeit noch - auch unterschiedliche Dienstrechte. Das Dienstrecht der Landeslehrer ist in einem eigenen Bundesgesetz geregelt (Landeslehrer-Dienstrechtsgesetz/LDG). Die Regelungen für das Dienstrecht der Bundeslehrer finden sich in mehreren Gesetzen, etwa im Bundeslehrer-Lehrverpflichtungsgesetz oder dem Beamtendienstrechts- bzw. Vertragsbedienstetengesetz. Unterschiede gibt es derzeit noch etwa im Ausmaß und der Ausgestaltung der Lehrverpflichtung, auch die Gehälter sind unterschiedlich hoch.

Seit kurzem gibt es zwar ein neues Lehrerdienstrecht, das die Differenzen bei der Lehrverpflichtung und beim Gehalt weitgehend beseitigt. Allerdings werden erst im kommenden Schuljahr die ersten Lehrer danach angestellt - und das neue Dienstrecht ist nur inhaltlich gleich: Die Festschreibung der weitgehend identischen Regelungen in unterschiedlichen Gesetzen bleibt aufrecht.

Auch der Ausbildungsweg ist unterschiedlich: Die AHS- und BMHS-Lehrer sind Uni-Absolventen, die Pflichtschullehrer haben zum größten Teil die ehemaligen Pädagogischen Akademien bzw. die seit 2007 daraus entstandenen Pädagogische Hochschulen absolviert. Die gerade in Umsetzung befindliche Reform der Lehrerausbildung beseitigt die unterschiedlichen Ausbildungswege ebenfalls nicht vollständig.

(GRAFIK 0271-15, Format 88 x 90 mm)

(schluss) aku;cm;bei

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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