Dienstag, 3. März 2015

2015.03.03.: Bildung

Mittagsjournal, 3.3.2015

 

Verländerung der Lehrer: Ministerin bremst

Aus dem Bundeskanzleramt, Katja Arthofer

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) dämpft die Vorfreude der Landeshauptleute in Sachen Verländerung der Bundeslehrer als "verfrüht". Sie halte es für unglücklich, was passiert ist, so Heinisch-Hosek zu Aussagen des niederösterreichischen Landeshauptmannes Erwin Pröll (ÖVP), der von einem bevorstehenden Durchbruch berichtet hatte.

 

 

Mittagsjournal, 3.3.2015

 

Bildungsexperten uneinig zu Lehrerplänen

Peter Daser

Heute nachmittag wird sich die Bildungsreform-Kommission der Regierung in Sachen Verländerung der Lehrer treffen. Ein alter Wunsch der Landeshauptleute könnte damit in Erfüllung gehen, nämlich die Zuständigkeit für alle Lehrerinnen und Lehrer, nicht für die an den Pflichtschulen so wie jetzt. Der frühere Widerstand der SPÖ in der Bundesregierung gegen diese Verländerung scheint aufgegeben. Bildungsexpertinnen haben dazu unterschiedliche Einschätzungen.

 

 

APA0348 II, XI 03.03.2015 13:40:28

 

Schulverwaltung: Große Skepsis gegenüber Verländerung

Utl.: Industriellenvereinigung und Gewerkschaft ablehnend

Schule/Gebietskörperschaft/Wien

Der Wunsch der Landeshauptleute, die Schulverwaltung und damit auch die Personalhoheit für alle Lehrer den Bundesländern zu überlassen, hat heute, Dienstag, von vielen Seiten skeptische Wortmeldungen geerntet. Sowohl aus der Industriellenvereinigung (IV), der Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD), Bundesjugendvertretung (BJV) als auch von Bildungsexperten kommt Ablehnung.

Der Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Eckehard Quin, bezeichnete die Verländerung als "absurd" und sieht mehrere Hemmnisse für die Umsetzung des Ansatzes: "So einfach einen anderen Dienstgeber wird's nicht spielen", so Quin im Online-"Standard". Auch für Johann Pauxberger, in der GÖD für Schulverwaltung zuständig, wäre eine Verschiebung der Kompetenzen in Richtung der Bundesländer der "gänzlich falsche Ansatz". Es sei zwar sinnvoll, die Verwaltung aller Lehrer in einer Hand zu vereinen, diese Stelle könne aber nur der Bund sein, hieß es in einer Aussendung.

IV-Generalsekretär Christoph Neumayer sprach sich in einer Aussendung gegen Verländerungstendenzen in der Schulverwaltung aus. "Die bekannten Verwaltungsscharmützel bringen uns nicht weiter", so sein Befund. Kritik kommt auch vom Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen (BSA): "Eine Verländerung unserer Schulen wird den Kindern in den Klassenzimmern sicher keine Verbesserungen bringen. Einmal mehr geht es der ÖVP nur um politische Zuständigkeiten und Ämter, statt um eine echte Verbesserung des Schulsystems", wird Stefan Wenka, Vorsitzender der BMHS-Lehrer im BSA, zitiert.

"Bereits jetzt gibt es einen Fleckerlteppich im Bildungsbereich. Eine weitere Verländerung ist absolut kontraproduktiv und ein Rückschritt", so die BJV-Vorsitzende Johanna Tradinik. Die Ankündigungen, dass Doppelgleisigkeiten abgebaut werden sollen, begrüße sie zwar, eine weitere Verländerung führe aber in die falsche Richtung. "Es besteht die Gefahr, dass jedes Bundesland sein eigenes Ding macht", so Tradinik.

Auch für die Bildungswissenschafterin Ilse Schrittesser (Universität Wien) ist die mögliche Länder-Zuständigkeit die falsche Richtung. Qualität könne eher gesichert werden, wenn der Bund zuständig ist, so die Bildungsforscherin im Ö1-"Mittagsjournal". Auch die ehemalige Wiener AHS-Direktorin Heidi Schrodt äußerte sich dort kritisch. Die Länder hätten bereits jetzt "zuviel Macht".

(schluss) nt;aku;bei

OTS0144 II, CI 03.03.2015 13:10:52

 

Schulverwaltung - Stronach/Lugar: Verländerung der Bundeslehrer absolut abzulehnen

Team Stronach/Lugar/Schulen/Gebietskörperschaft/Lehrer/Reformen

"Eine Verländerung der Bundeslehrer wäre ein Schritt in die komplett falsche Richtung!", warnt Team Stronach Bildungssprecher Robert Lugar. "Dies würde nur dazu führen, dass die Landesfürsten ihren politischen Einfluss in der Schule noch stärker einsetzen - und das ist absolut abzulehnen."

Das Team Stronach setzt sich daher weiterhin stark für eine Entpolitisierung und eine Autonomie der Schulen ein. "Wir hoffen, dass Frau Minister Heinisch-Hosek stark bleibt und die Kompetenzen von den Ländern abzieht, um sie den Schulen im Sinne von mehr Autonomie zu geben", so Lugar.

Rückfragehinweis:
Team Stronach Parlamentsklub/Presse
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Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
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