Dienstag, 10. März 2015

2015.03.10: Bildung

APA0249 II, XI 10.03.2015 12:09:46

 

Schulverwaltung: NEOS-Chef sieht "Strickfehler" in Reformvorschlägen

Utl.: Papier laut Strolz letztendlich "machtpolitisches Auftragwerk" im Geiste der Landeshauptleute - Schulautonomie geht nicht weit genug

Schule/Wien

"Gröbere Strickfehler" ortet NEOS-Obmann Matthias Strolz in den Reformvorschlägen der Expertengruppe Schulverwaltung. Trotz richtiger Analyse des Bildungssystems handle es sich letztendlich um ein "machtpolitisches Auftragwerk". Vor allem die laut Strolz noch gewichtigere Rolle der Länder und die nur halbherzigen Pläne zur Schulautonomie sind ihm ein Dorn im Auge, wie er heute, Dienstag, erklärte.

Das Konzept der Expertengruppe "Freiraum für Österreichs Schulen" wurde von Landesschulratspräsidenten sowie Spitzenbeamten aus dem Bundes- und Landesbereich und einem Vertreter der Industriellenvereinigung erstellt. Vergangene Woche haben sie es der aus Vertretern der Bundesregierung und der Länder zusammengesetzten Bildungsreformkommission übergeben. Für Strolz handelt es sich bei der Expertengruppe um "Schulbürokraten", die es trotz guter Analyse der Ausganglage nicht geschafft hätten, ihre Befangenheiten zu überwinden.

Das vorliegende Papier sei im Endeffekt "eine raffinierte Auftragsarbeit" im Sinne der Landeshauptleute. Dass die angedachten Bildungsdirektionen im Bereich der Länder angesiedelt und direkt den Landeshauptleuten unterstellt sein sollen, wertet Strolz als Hinweis, dass sich die Schulen dann in einem "noch eklatanteren Würgegriff" wiederfinden könnten, als bisher. Die Verantwortung für Direktorenbestellungen oder die Finanzverteilung den Ländern zu übertragen, sei falsch.

Dass die Schulen keine echte finanzielle Autonomie erhalten und auch Personalentscheidungen dann nur in Absprache mit den Bildungsdirektionen treffen könnten, sei "völlig unbefriedigend". Die in dem Papier angesprochene Teilrechtsfähigkeit für Schulen gehe nicht weit genug. Strolz: "Ein bisserl schwanger kann man ja auch nicht sein."

Mit diesem Papier sei der Auftakt zur anlaufenden Bildungsreform - laut Strolz die Chance für das Bildungssystems im 21. Jahrhundert anzukommen - "nicht geglückt". Das Prozessdesign sei ein weiteres Mal "stümperhaft". Es brauche nun breit aufgesetzte Dialoge, in die neben den Schulpartnern auch die Oppositionsparteien eingebunden werden sollten.

(schluss) nt;cm;mk

OTS0129 II 10.03.2015 12:07:55

 

NEOS: Expert_innenpapier zu Schulautonomie ist raffiniert und dumpf zugleich

Utl.: Matthias Strolz: „Es handelt sich bei diesem Papier um raffinierte Auftragsarbeit im Dienste der Landesfürsten“

NEOS/Bildung/Heinisch-Hosek/Bildungsreform

Bei der heutigen Pressekonferenz hat NEOS-Parteiobmann Matthias Strolz den Weg in die pädagogische, personelle und finanzielle Autonomie gezeichnet und Stärken sowie Schwächen des von Bildungsministerin Heinisch-Hosek beauftragten Expert_innenpapiers "Freiraum für Österreichs Schulen" aufgezeigt.

Das Papier "Expert/innengruppe Schulverwaltung" sei zwar mit Sachverstand und Engagement verfasst worden, bei genauem Studium zeige sich aber: "Die sogenannte "Expert/innengruppe" ist eigentlich eine Gruppe von Bildungsbürokraten. Und sie konnte ihre Befangenheit nicht überwinden. Es handelt sich um raffinierte Auftragsarbeit im Dienste der Landesfürsten", fasst Strolz zusammen.

"Im Detail verstecken sich dann echte Hämmer: Es ist ein Anschlag auf die nächsten Generationen von Schülerinnen und Schüler. Der machtpolitische Zugriff der Landeshauptleute soll mit diesem Papier weiter ausgebaut werden", kritisiert Strolz. Verfassungsrechtlich direkt dem Landeshauptmann unterstellte Bildungsdirektionen würden die bürokratische und parteipolitische Bevormundung der Schulen nur noch umfassender werden lassen. Das Parteibuch solle "als wichtigstes Buch in der österreichischen Schule" offensichtlich weiter aufgewertet werden.

Weiters verweigern die "Expert_innen" - anders als in vielen Ländern, die echte Autonomie umgesetzt hätten - den Schulen die Vollrechtsfähigkeit. Sie sollen mit Teilrechtsfähigkeit in der Abhängigkeit der Politik gehalten werden. "Auf diesem Kontinent sind wir in der parteipolitischen Durchdringung der Schulen ein Spezifikum, abgesehen vielleicht von einigen verbliebenen Halbdiktaturen", ärgert sich Strolz. Auch im Bereich der finanziellen und personellen Autonomie schimmert in diesem Konzept der politische Machtanspruch und die aktuell dominierende Misstrauenskultur durch. "Wer mündige Menschen will, braucht mündige Schulen. Ein bisschen Autonomie ist kein klares Bekenntnis zu Freiheit und Verantwortung", so Strolz weiter.

"Der Auftakt ist nicht geglückt. Das Prozessdesign ist wieder einmal wirklich stümperhaft. So kann man eine Reform nicht auf die Reise schicken, denn das bittere Ende ist damit vorprogrammiert. Es braucht einen breit aufgesetzten und professionell moderierten, klar strukturierten nationalen Dialogprozess, der innerhalb eines Jahres zu einer nationalen Umsetzungsstrategie zur Schulautonomie führt. Die Schulpartner und die Opposition müssen miteingebunden werden", so Strolz.

Unterlage zur Pressekonferenz: https://neos.eu/klub/PK_Schulautonomie-Expert_innenpapier.pdf

Das Konzept zur Mündigen Schule der von M. Strolz initiierten, überparteilichen Plattform "Talente blühen!": https://bit.ly/muendigeschule

Rückfragehinweis:
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Andrea Steiner
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