Dienstag, 10. März 2015

2015.03.10: Newsletter Bildung

Die Presse – 10. März 2015

 

 

Zentralmatura: Neuer Zwischenfall sorgt für mehr Einser

Einige Aufgaben, die zur zentralen Probeschularbeit kamen, waren bereits vorher als Übungsaufgaben auf der Bifie-Homepage. Der Effekt: Mehr Einser.

Die Serie an Missgeschicken rund um die Zentralmatura reißt nicht ab. Das neueste Beispiel sind Aufgaben zur Englisch-Probeschularbeit im Rahmen der Zentralmatura: Sie erschienen zu früh im Internet, was den Schülern diesmal keinen Nachteil, sondern einen Vorteil verschaffte.

Die letzte Schularbeit vor der Matura wird den Lehrern vom Bifie zentral zur Verfügung gestellt. Wiener Schüler fanden die Angaben für die dreistündige Schularbeit vorab im Internet, weshalb die Schularbeit dann mit viel mehr Einsern als sonst benotet wurde, wie die Zeitung "Österreich" berichtet.

"Der Schüler wird sich freuen"

"Das stärkt nicht unbedingt rasend das Vertrauen", meinte der Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Eckehard Quin. Die zur Verfügung gestellten Dateien für die Probeschularbeit konnten ab Montag entschlüsselt werden. Viele Lehrer hätten nach der Entschlüsselung festgestellt, dass manche der nunmehrigen Beispiele bereits als Übungsaufgaben auf der Bifie-Homepage vorhanden gewesen seien. "Der Schüler, der die vielleicht mit seinem Nachhilfe-Lehrer gemacht, wird sich natürlich freuen, wenn er sie dann zufällig zur Schularbeit kriegt. Das ist aber nicht ganz Sinn der Sache", so Quin.

Im Vorfeld musste außerdem eine "missverständlich interpretierbare" Angabe ergänzt werden, geht aus einem Schreiben des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie) an die Schulen hervor. ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel stellte in einer Aussendung fest, dass eine "professionelle Steuerung des Bildungsministeriums nötig" sei. 

Aufgaben

Für den Probelauf stellt das Bifie Aufgabensammlungen zur Verfügung. Diese stehen nicht nur als Gesamt-Paket, sondern auch als Einzelaufgaben bereit. Außerdem gibt es Vorschläge für Aufgabenkombinationen, die auch als dreistündige Schularbeit verwendet werden können. Die Lehrer können selbst entscheiden, ob und welche Aufgaben sie mit den Schülern entweder informell üben oder auch als "echte" Schularbeit geben wollen.

 

 

Krone – 10. März 2015

 

Androsch ortet "Missmanagement bei Zentralmatura"

Harsche Kritik

Die Zentralmatura, die eine Panne nach der anderen produziert, sei eine "Meisterleistung in Sachen Missmanagement", meint Hannes Androsch, der Initiator des Bildungsvolksbegehrens. Er fordert die Auflösung des zuständigen Bildungsinstituts bifie.

 

Die Gesamtschule sieht Androsch als "Streit um des Kaisers Bart". Der Ex- Minister plädiert für eine verschränkte Ganztagsschule - hier wechseln sich Unterrichts- , Lern- und Freizeit ab - und eine vereinfachte Verwaltung. Und zwar in der Hand des Bundes.

 

Bezüglich Zentralmatura hatte die wegen der zahlreichen Pannen unter Beschuss geratene Bildungsministerin Gabriele Heinisch- Hosek  am Sonntag in der ORF- "Pressestunde" erklärt, sie stehe weiterhin unumwunden zu dieser Reform. Freilich könne es bei solch großen Projekten zu der einen oder anderen Panne kommen - aber es sei auch so, dass "einige, die das Projekt nicht so gerne haben, viel Wind und negative Schlagzeilen machen".

Lehrer gegen Änderung des Kündigungsschutzes

Im Rahmen der Schulreform kündigt sich indes der nächste Streit an. Denn geplant ist eine Änderung des Kündigungsschutzes für Lehrer. Experten fordern, dass Pädagogen, die den Beruf verfehlt haben, vom Direktor entlassen werden können. Doch wie immer, wenn es um Neuerungen in der Schule geht, kommt postwendend die strikte Ablehnung von Seiten der Gewerkschaft.

Paul Kimberger, der Vorsitzende der ARGE Lehrer in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, erklärte am Montag, schon jetzt gebe es punkto Kündigung und Versetzung dienstrechtliche Möglichkeiten, "die man in Anspruch nehmen kann". Allerdings kämen diese derzeit kaum zur Anwendung. Sollte man den Kündigungsschutz tatsächlich lockern wollen, brauche es konkrete Angebote für Lehrer im Sinne von "Ausstiegsszenarien".

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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