Donnerstag, 12. März 2015

2015.03.12: Newsletter Bildung

Kurier – 12. März 2015

 

Haslauer fordert mehr Schulautonomie.

Salzburger Landeshauptmann hält Neue Mittelschule für „Fehler“ – er will mehr Länder-Kompetenz.

Die flächendeckende Einführung der Neuen Mittelschule war ein Fehler“, lautet der Befund von Salzburgs Landeshauptmann in puncto Bildung: Die neue Schulform habe nicht so wie gedacht funktioniert, sagt Wilfried Haslauer mit Verweis auf jenen Expertenbericht, der der Neuen Mittelschule kürzlich ein negatives Zeugnis ausgestellt hat (mehr dazu hier). Zurück könne man aber dennoch nicht: „Die Evaluierung läuft“, meint Haslauer, er wolle nun die Ergebnisse abwarten, sagt er im Ö1 Morgenjournal.

Eine Konsequenz daraus kann der VP-Politiker aber schon ziehen: „Die Antwort darauf lautet größere Autonomie“, meint Haslauer. „Schulen funktionieren dann, wenn sie sich selbst ein Profil geben.“ Den von der Expertengruppe vorgeschlagenen Bildungsdirektionen kann er demnach viel abgewinnen: Der Bund solle die grundsätzliche Bildungspolitik vorgeben, den Vollzug aber den Ländern überlassen. Die neu zu schaffenden Direktionen wären dafür das richtige Mittel; damit wären schließlich auch die Länder für die Lehrer zuständig.

 

Morgenjournal, 12.3.2015

 

Haslauer für mehr Schulautonomie

Peter Daser

Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer verlangt als einer der ÖVP-Verhandler der Bildungsreform mehr Autonomie für die Schulen. Er tritt auch für eine Zuständigkeit der Länder für alle Lehrer ein und nicht wie die derzeitige Aufteilung Länder/Bund.

Die Finanzlandesreferenten der Bundesländer kommen heute zu einem Krisentreffen in Sachen Hypo zusammen. Es geht um den Zahlungsausfall der Hypo-Abbaubank Heta und die damit verbundenen Haftungen der Länder - eine kostspielige Sache, die alle Länder -bis auf Wien- über die Pfandbriefstelle der Landes-Hypos trifft. Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer sagt im Ö1-Morgenjournal-Interview: sein Bundesland könne wegen der geringen Beteiligung nicht zur Haftung herangezogen werden. Und zum zweiten großen Streitthema der Länder mit dem Bund, der Bildung, sagt Haslauer als ÖVP-Verhandler: mehr Autonomie für die Schulen und eine Zuständigkeit der Länder für alle Lehrer.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 12.03.2015                             Seite: 24

Ressort: Reportagen

 

Steiermark

 

Die Praxis, die in Forschung mündet

 

Angehende Pflichtschullehrer erforschen systematisch, wie sich ihr eigener Unterricht verändert und wie die Kinder darauf reagieren.

 

   NORBERT SWOBODA

 

   Was tut sich bei den Kindern? Was tut sich bei mir? Fragestellungen wie diese beschäftigen angehende Pflichtschullehrer heute im Rahmen ihrer praktischen Ausbildung. Das Stichwort heißt Praxisforschung, wie Hochschulprofessorin Katharina Heissenberger erklärt: „Seit etwa eineinhalb Jahren haben wir die Praxisforschung in die Ausbildung der Pflichtschullehrer integriert. Es geht darum, dass man am besten etwas lernt, wenn man auch darüber reflektiert.“

 

   Wie muss man sich das vorstellen? Nicole Steiner etwa hat sich vorgenommen, mit den Kindern einer dritten Volksschulklasse die soziale Kompetenz zu verbessern, indem sie ihnen bestimmte Bücher vorliest. Mit verschiedenen Übungen findet sie heraus, ob die Kinder verzwickte Probleme der Buch-Protagonisten nachvollziehen können. „Ich frage die Kinder an bestimmten Stellen, wie sie sich fühlen würden, falls sie an der Stelle der Heldin wären“, erzählt Steiner.

 

   Tatsächlich zeigt sich, dass die Kinder dazulernen – allerdings nicht immer ganz so, wie die angehende Lehrerin sich das vorstellt. Steiner selbst erkennt daraus, welche Methoden erfolgreich sind.

 

   Rückmeldungen

 

   Ihre Kollegin Lilith Schellnegger hat sich ein anderes Thema für die Praxisforschung gewählt. Sie will herausfinden, mit welcher Methode man die beste Rückmeldung von Schülern bekommen kann, ob sie der Unterricht überfordert oder nicht. Verwendet man Smileys, die die Kinder hochhalten? Arbeitet man mit einem „Stimmungsbarometer“ am Boden? Oder lässt man die achtjährigen Schüler schriftlich etwas bewerten? Schellneggers Erfahrung nach einem Semester: „Am Anfang waren die Rückmeldungen der Kinder immer ganz positiv, weil Kinder einem gerne eine schöne Rückmeldung geben wollen. Aber dann haben die Schüler gemerkt, dass ihre Kritik, wenn es ihnen nicht so gefällt, auch sinnvoll ist, und haben sich das genauer überlegt.“ Auch für sich selber hat Schellnegger einiges mitgenommen. Sie wird künftig im Unterricht einen Mix an Bewertungsmethoden verwenden, denn jede Methode hat so ihre eigenen Vor- und Nachteile. Als am wenigsten brauchbar hat sich eine schriftliche Bewertung erwiesen.

 

   Damit das nicht im Ungefähren verpufft, müssen die angehenden Lehrer dies mit ihren Praxisbetreuern vor- und nachbesprechen, die einschlägige Literatur durcharbeiten und ihre Ergebnisse genau protokollieren. Jedes Semester wird eine andere Fragestellung wissenschaftlich auf diese Art bearbeitet, erklärt Heissenberger: „Die entscheidenden Fragen sind dann immer: Was tut sich bei den Kindern? Was tut sich bei mir?“

 

   Dass die Praxisforschung gerade in der Pädagogischen Hochschule Steiermark eine große Rolle spielt, hat auch mit Rektorin Elgrid Messner zu tun. Sie hat vor 20 Jahren die Methoden, die ursprünglich in den USA entwickelt wurden, nach Österreich gebracht und dann große Projekte in diesem Feld betreut und begleitet. Für Messner kommt es jetzt nach einer längeren Periode, in der man eher auf Evaluation gesetzt hat, sogar zu einer Art Renaissance der Praxisforschung. „Es geht darum, dass man nicht nur aus dem Bauch heraus sich selber und die Methoden beurteilt, sondern eine Reflexion im Rahmen wissenschaftlicher Standards vornimmt.“

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 59 vom 12.03.2015              Seite: 11

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

Frau Michaelas Hilfe ist gratis

 

   An allen Wiener Pflichtschulen wird seit Kurzem Gratisnachhilfe angeboten. Die Schüler erhoffen sich bessere Noten, ihre Helfer ein etwas gerechteres Bildungssystem.

 

   Alexandra Parragh Wien. Ayse, Peter und Viktoria haben nichts angestellt. Trotzdem sitzen die drei Schüler der ersten und zweiten Klassen der Neuen Mittelschule in der Viktor-Christ-Gasse im fünften Wiener Gemeindebezirk jeden Montag zwei Stunden länger in der Schule. Gemeinsam mit fünf anderen Mitschülern besuchen sie die Gratisnachhilfe, die seit Mitte Februar an allen Wiener Mittelschulen angeboten wird.

 

    Ayse, Peter und Viktoria brauchen Unterstützung in Deutsch. Ayse sagt, sie sei hier, weil sie sich mit dem Abwandeln von Verben schwertue. „Den Dreier im Halbjahreszeugnis hatte ich nur, weil ich immer jede Hausübung bringe“, erzählt die Zwölfjährige, die mit ihren Eltern, eingewanderten Türken, zu Hause Türkisch spricht. Bei Peter hat es wegen seiner schlechten Rechtschreibung nur für einen Vierer im Zeugnis gereicht. Er muss aber auch gleich vier Sprachen auseinanderhalten. Neben Deutsch kann er Italienisch und Chinesisch, weil sein Vater Italiener, die Mutter gebürtige Chinesin ist. Dazu kommt Englisch, das Peter als Fremdsprache in der Schule lernt. Viktoria ist zweisprachig mit Deutsch und Kroatisch aufgewachsen. Sie brauche die Deutschnachhilfe nicht wegen Sprachproblemen, sondern wegen Schlampigkeitsfehlern. Viktoria ist auch die Erste in der Gruppe, die mit der Übung zur Groß- und Kleinschreibung fertig ist, die Nachhilfelehrerin Michaela Rischka ausgeteilt hat.

 

    Die Gratisnachhilfe richtet sich aber nicht nur an Pflichtschüler mit Migrationshintergrund, sondern an alle, die Förderbedarf haben. Ihr Anteil liegt im Pflichtschulbereich in Wien bei über 50 Prozent. Deshalb wundert Lernbetreuerin Rischka auch nicht, dass so viele bei ihr am Montagnachmittag in der Deutschnachhilfe sitzen.

 

    Erfahrung mit Migranten hat die Erwachsenenbildnerin bereits. „Ich arbeite seit Jahren in der überbetrieblichen Lehrausbildung. Die meisten Lehrlinge dort haben Migrationshintergrund“, sagt sie. Neu sei für sie, mit Jüngeren, den Zehn-, Elf- und Zwölfjährigen, zu arbeiten.

 

    Die Stadt Wien lässt sich das Programm „Förderung 2.0“ einiges kosten. 20 Millionen Euro werden für die Gratisnachhilfe in die Hand genommen. Gestartet worden war mit der Idee bereits im September 2014 an allen 220 Wiener Volksschulen. Nun zogen die Mittelschulen nach. Seit eineinhalb Wochen sind zudem an 17 Volkshochschulen (VHS) Lernstationen eingerichtet, an die sich die Schüler ohne Voranmeldung wenden können, falls sie Fragen in Deutsch, Mathematik oder Englisch haben. Roman Lehnert, der Direktor der NMS Viktor-Christ-Gasse, ist begeistert. „Das ist ein Schritt zur Chancengleichheit. So bekommen Kinder Zugang zur Nachhilfe, deren Eltern sich das nicht leisten wollen oder können“, sagt er. Ähnlich sieht das Lernbetreuerin Rischka auch. „Mit der Gratisnachhilfe kann ich das Bildungssystem ein bisschen gerechter machen“, sagt sie.

 

    Es sind erfahrene Erwachsenenbildner wie Rischka, Lehramtsstudenten, aber auch pensionierte, karenzierte, ja sogar aktive Lehrer, die Gratisnachhilfe geben. Tina Csencsics zum Beispiel ist AHS-Lehrerin für Bosnisch-Kroatisch-Serbisch ohne volle Lehrverpflichtung, dafür ausgebildet in Deutsch als Fremdsprache bzw. Zweitsprache. Die 35-jährige Burgenlandkroatin ist selbst zweisprachig aufgewachsen. Sie kennt die Probleme, die auftreten können. „Es kommt weniger auf die Sprache an. Die Bildung der Eltern ist entscheidend“, sagt sie.

 

    Die Stadt Salzburg bietet während des Schuljahres keine Gratisnachhilfe an, dafür aber in den letzten zwei Wochen der Sommerferien. Zuletzt haben nicht ganz 200 NMS-Schüler vor Schulbeginn noch rasch Deutsch, Mathe, Englisch und „Lernen“ gelernt.

 

   Für Ayse, Peter und Viktoria, die drei Schüler der NMS Viktor-Christ-Gasse in Wien, käme das zu spät. Sie sagen, sie sitzen in der Gratisnachhilfe, um ihre Noten für das Jahreszeugnis zu verbessern. „Wenn ein Test schlecht war, kann ich den mit Frau Michaela durchgehen. Bei meiner Deutschlehrerin geht das nicht so“, sagt Peter.

 

 

"Österreich" vom 12.03.2015                                   Seite 6

Ressort: Politik

 

Isabelle Daniel

 

Wien, Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Oberösterreich, Burgenland, Niederösterreich, CityWien, CityNÖ

 

Das sagt Österreich

 

Und jetzt bitte die Bildung!

 

Steuerreform. Noch Freitagnacht könnte sich die Koalition -fünf Tage früher als vorgesehen - auf die Steuerreform einigen. Laut ÖSTERREICH-Informationen soll die Entlastung - im Schnitt mindestens 1.000 Euro netto mehr - bereits am Samstag präsentiert werden. Es wird ein Paket der Kompromisse sein -aber am Ende zählt, dass uns allen mehr Geld im Börsel bleiben soll.

 

Bildung. Wenn alles wie geplant über die Bühne geht, verdient die Regierung ein kleines Lob. Darauf darf sie sich freilich nicht ausruhen. Im Gegenteil. Nach der nötigen - für Konsumenten und Wirtschaft - steuerlichen Entlastung, muss endlich auch die Bildungsreform angegangen werden. Und da wäre es höchst an der Zeit, dass VP-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner zeigt, dass unter ihm in der ÖVP tatsächlich "neue" Zeiten ausgebrochen sind.

 

Die Koalition will sich ab 23. März zur Klausur versammeln. Dort muss sie endlich vernünftig eine Modernisierung unseres Schulwesens angehen. Falls SP-Kanzler Faymann und Mitterlehner das gelingt, werden auch jene friedlich gestimmt sein, die jetzt über "zu viele Kompromisse" bei der Steuerreform murren.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 12.03.2015                              Seite: 2

Ressort: Politik

 

Bgld, Ktn, N.Ö., O.Ö., Sbg, Stmk, Ti, Vbg, Wi

 

Expertengruppe arbeitet an weiterer Reform

 

Matura: Zu wenig Literatur

 

   Wien. – An der Zentralmatura wird weiter herumgebastelt. Nach der Kritik, dass die Reifeprüfung zu wenig Literatur vorsieht, arbeitet nun eine Expertengruppe an einer weiteren Reform. Bei der neuen Matura ist nur noch eine von sechs Aufgaben der Literatur gewidmet, davor war es üblicherweise eine von drei Aufgaben.

 

 

Heute – 12. März 2015

 

Matura: Expertengruppe prüft Aufwertung von Literatur

Experten prüfen am Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) die Aufwertung der Literatur im Rahmen der schriftlichen Zentralmatura. Empfehlen sie Änderungen, könnten diese aber frühestens in zwei bis drei Jahren umgesetzt werden, erklärte Jürgen Horschinegg, Leiter des Bifie-Standorts Wien, im "Ö1-Morgenjournal". Am Mittwoch stehen Deutsch-Probeklausuren an.


In der Vergangenheit gab es von Autoren-Vertretern immer wieder Kritik, dass Literatur in der AHS-Oberstufe zu kurz kommen könnte, da bei der Zentralmatura nur noch eine von sechs Aufgaben aus diesem Bereich kommt. Wählt ein Maturant jetzt die Literaturaufgabe, muss er auch noch eine zweite Aufgabe bearbeiten.

Im Rahmen der Expertengruppe soll nun diskutiert werden, ob das Auswirkungen auf den Unterricht hat. Von etwaigen Änderungsvorschlägen wäre die zwischen 5. und 13. Mai erstmals an AHS flächendeckend stattfindende schriftliche Zentralmatura jedenfalls nicht betroffen. Unabhängig davon können Schulen am Montag eine Schularbeit mit vom Bifie zentral vorgegebenen Angaben als Test für die anstehende Reifeprüfung abhalten. Das Herunterladen dieser Aufgaben funktionierte in der Früh laut der früheren SPÖ-Nationalratsabgeordneten und Direktorin der Wirtschaftsakademie Villach, Melitta Trunk, problemlos, wie es in einer Aussendung heißt. Beim Probelauf für die Englisch-Zentralmatura vergangene Woche war es zu kleineren Problemen gekommen.

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 12.03.2015            Seite: 22

Ressort: Land & Leute

 

 

"Befristung wäre eine Möglichkeit"

 

   Schuldirektoren auf Zeit sind für Landesschulratspräsident Enzenhofer vorstellbar

 

   Von Jasmin Bürger

 

   LINZ. Warum der Landesschulrat den umstrittenen Direktor der Biesenfeld-Volksschule nicht absetzen kann, erklärt Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer (VP) im OÖNachrichten-Gespräch. Eine Befristung für Schulleiter hält er für sinnvoll, vor zu viel Autonomie für die Schulen warnt er.

 

   OÖN: Der Streit um den Direktor der Biesenfeld-Volksschule ist mit der befristeten Versetzung nur vorläufig beendet. Ist das eine vernünftige Lösung?

 

   Fritz Enzenhofer: Es ist die einzige Lösung, weil rechtlich nichts anderes möglich ist. Wir werden aber versuchen, in diesem einen Jahr eine vernünftige, einvernehmliche Lösung zu finden.

 

   Ihnen wurde vorgeworfen, zu lange zugeschaut zu haben.

 

   Ich kann mich nur wiederholen, wir haben die einzig mögliche Lösung gefunden. Eine frühere Reaktion war aufgrund der Gesetzeslage nicht möglich.

 

   Wird der Direktor zurückkehren?

 

   Das kann ich nicht sagen. Ich hoffe auf eine einvernehmliche Lösung. Was ich nicht verstehe, ist, dass sich jemand, der mit einer solchen Sache konfrontiert ist, nicht von selbst etwas anderes sucht.

 

   Zeigt dieser Fall nicht auch, dass es beim Versetzungs- und Kündigungsschutz von Direktoren und auch Lehrern Lockerungen braucht?

 

   Was Direktoren betrifft, gibt es ja eine neue Gesetzeslage. In diesem Fall gab es nur die Möglichkeit, nach vier Jahren die Nicht-Eignung festzustellen, das geht nach der neuen Regelung schon früher. Generell wäre eine Befristung von Direktorenposten auf fünf Jahre eine Möglichkeit. Damit hätten 99 Prozent der Direktoren wahrscheinlich kein Problem - und das eine Prozent wollen wir ja erwischen.

 

   Und bei Lehrern?

 

   Wenn man sorgsam damit umgeht, und davon gehe ich bei der guten Lehrer-Personalvertretung aus, wäre eine leichtere Versetzbarkeit durchaus handhabbar.

 

   Bei der Bildungsreform ist "Schulautonomie" das neue Zauberwort. Ist mehr Autonomie der Schlüssel für eine bessere Schule?

 

   Das klingt bestechend, aber stellen Sie sich vor, ein Schulleiter, der nicht so kompetent ist, hat die Macht, Lehrer anzustellen und zu kündigen. Es wird immer eine Stelle brauchen, die regional steuert. Noch ein Beispiel: Es gibt eine Hauptschule, die ein modernes Chemielabor hat, zehn Chemielehrer, aber einen elften will, weil sich der Stundenplan dann besser einteilen lässt. Und es gibt eine Hauptschule mit nicht so schönem Labor und keinen Chemiker: Wo wird ein Lehrer hingehen? Das muss jemand steuern. Es macht auch einen Unterschied, ob sich eine HTL mit 2000 Schülern selbst Fachleute für den Unterricht sucht oder ob es um eine kleine Volksschule mit drei Klassen geht.

 

   Bund oder Länder - wer verwaltet die Lehrer besser?

 

   Ich halte eine eigenständige Behörde, wie sie von den Experten im Reformpapier vorgeschlagen wird, für richtig. Bundeslehrer wären dabei weiter beim Bund, Landeslehrer beim Land angestellt, aber die Behörde verwaltet beide. In Oberösterreich haben wir das Modell im Prinzip so: Da ist die Verantwortung für Pädagogik, Personal und Ressourcen beim Landesschulrat als Bundesbehörde in einer Hand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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