Freitag, 13. März 2015

2015.03.13: Bildung

ORF – 13. März 2015

 

Geteilte Meinung zu Neuer Mittelschule

Auch in Kärnten sorgt das Thema Neue Mittelschule für Diskussionen. Ein Bericht des Bundes zeigte eine durchwachsene Bilanz und nicht unbedingt Verbesserungen bei den Leistungen. Der Landesschulrat räumt ein, dass es Modellschulen gebe und solche, die nicht mithalten können.

In den neuen Mittelschulen gibt es im Gegensatz zu den Hauptschulen keine Leistungsgruppen mehr. Schüler mit Beeinträchtigung werden integriert, deshalb sollten in den Hauptgegenständen zwei Lehrer in den Klassen sein. In den meisten Schulen funktioniere dies gut, sagte Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger: „Dort wird gute pädagogische Arbeite geleistet, sonst würden die Schulen von 13.000 Schülern nicht gewählt werden. Es gebe für das Konzept der NMS über 20 Partnerschulen im Höheren Schulbereich, die 300 Lehrer in diese Schulen zum Unterrichten schicken.“

Fachliche Ausbildung von Lehrern

Das sehen Elternvertreter anders: Zweitlehrer in den Klassen würden oft fehlen, die Folge sei ein Leistungsabfall, sagt Evelyn Kometter, die oberste Elternvertreterin des Landes: „Wir sollen die Inklusionskinder integrieren, das ist ja auch richtig. Dann muss man aber schauen, ob man genug Lehrer habe, die fachlich dafür sehr gut ausgebildet sind.“

Landesschulratspräsident Altersberger räumte ein, dass es einige ausgezeichnete Modellschulen in Kärnten gebe, aber auch Mittelschulen, die da nicht mithalten können. Wichtig sei eine Teambildung unter den Lehrern: „Wenn das Team nicht gemeinsam plant und vorbereitet, wird man nicht zu einer Modellklasse werden. Das braucht Zeit.“

Eltern kritisieren Abschaffung von Noten

Elternvertreterin Kometter kritisierte auch, dass es keine Noten im klassischen Sinn mehr gebe, sondern „Vertiefend“ oder „Grundlegend“. Damit werde das Können eines Schülers nicht abgebildet. Michael Eder ist Direktor der Neuen Mittelschule Villach-Lind, die als Modellschule gilt. Er lehnt eine Rückkehr zu einem Leistungsgruppensystem ab: "Wenn ein Kind in die dritte Leistungsgruppe kommt und ein Jahr dort unterrichtet wird, hat es gegenüber der ersten und zweiten Gruppe solche Defizite gehabt, es war kaum möglich, nachzulernen, um einen Übertritt in eine höhere Leistungsgruppe zu schaffen.

Kometter: „Mehr Autonomie für Direktoren“

Für Kometter seien auch die Lehrer ins kalte Wasser geworfen worden. Die Neue Mittelschule müsse auf ganz neue Beine gestellt werden. Das gesamte System NMS sollte sich ändern, mehr Schulautonomie für die Direktoren, damit diese standortgerecht arbeiten können. Es sei ein Unterschied, ob es sich um eine urbane oder ländliche Schule handle, so Kometter. Direktoren sollten ihre Lehrer aussuchen können und selbst alle fünf Jahre in ihrer Leistung beurteilt werden, sagte Kometter.

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

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