Montag, 16. März 2015

2015.03.14/15./16.: Newsletter Bildung

"Österreich" vom 16.03.2015                                   Seite 7

Ressort: Politik

 

Isabelle Daniel

 

Wien, CitySteiermark, CityWien, CityNÖ, CityOÖ, CityKärnten, Kärnten, Niederösterreich, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Vorarlberg, Salzburg, Steiermark

 

Politik-Insider

 

Pensionen & Bildung sind jetzt Ziele der Regierung

 

Strategie. SPÖ- Kanzler Werner Faymann und VP-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner wollen demonstrieren, dass sich die Regierung nach der Steuerreform "nicht ausruhen" wird. Die Spitzen von SPÖ und ÖVP wollen noch in diesem Jahr zwei wichtige Reformen auf den Weg bringen.

 

Kanzler Faymann bestätigt im ÖSTERREICH-Gespräch, dass er eine Reform des Schulwesens "noch in diesem Jahr" auf den Weg bringen wolle. Auch die ÖVP arbeitet hier im Hintergrund Reformen aus. Bei der Regierungsklausur am 23./24. März in Krems wollen die Koalitionsparteien zumindest den Ausbau der Schulautonomie konkretisieren. Dafür sollen Schuldirektoren nach fünf Jahren abberuf bar sein. SPÖ-Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek will auch den Ausbau der Ganztagsschulen vorantreiben. Dafür müsste allerdings VP-Finanzminister Hans Jörg Schelling Gelder frei machen.

 

Mitterlehner wiederum bestätigt im ÖSTERREICH-Gespräch, dass er eine Pensionsreform angehen wolle und das bereits bei der Klausur in Krems einbringen werde. Ob SPÖ-Sozialminister Hundstorfer sein Bonus-Malus-System - das Unternehmen dazu bringen soll, ältere Arbeitnehmer länger zu beschäftigen - durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Die Wirtschaft rebelliert bereits wegen der Gegenfinanzierung der Steuerreform.

 

 

"Österreich" vom 14.03.2015                                   Seite 7

Ressort: Politik

 

Wien, Niederösterreich, Burgenland

 

Bildungs-Reform: Nur ein Treffen vor Sommer

 

ministerin will neue Schulen möglichst schnell realisieren

 

Bildung soll auch bei der Regierungsklausur in Krems ein Thema werden.

 

Wien. Nach der Steuerreform ist vor der Bildungsreform. Vor dem Sommer plant die Bildungsreformgruppe der Bundesregierung nur mehr eine Sitzung. aktuell werden Vorschläge von Experten durchgerechnet, hieß es am Freitag aus dem ministerium. Danach soll die gruppe -in der neben Bildungsministerin gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) auch Landeshauptleute sitzen - die Vorschläge nochmals besprechen -und vielleicht eine Einigung präsentieren.

 

Ein Hauptpunkt ist dabei eine verstärkte autonomie der Schulen, sie sollen ihre Lehrer und Schwerpunkte selbst bestimmen können, so die Pläne.

 

Klausur. Vor dem Treffen will die Regierung das Thema Bildung bei der Klausur am 24. und 25. märz behandeln.

 

 

"Kurier" vom 15.03.2015                                   Seite: 22

Ressort: Leben

 

Länder, Abend, Länder, Morgen

 

vonUte Brühl und Daniela Davidovits Bildungsstandards,...

 

   vonUte Brühl und Daniela Davidovits Bildungsstandards, Zentralmatura oder Neue Mittelschule: Die Schule wird dauerreformiert. Kaum scheint eine Neuerung halbwegs umgesetzt, wird schon die nächste angedacht. Derzeit steht die Schulverwaltung im Fokus der Bildungsreformkommission: Statt Landesschulräte soll es Bildungsdirektionen geben; Schulen sollen autonomer werden. So der Plan.

 

   Und ganz nebenbei soll Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek ca. 300 Mio. Euro einsparen. Ein Schelm wer denkt, dass Schulen in Zukunft vor allem den Mangel autonom verwalten dürfen.

 

   Doch sind die angedachten Reformen wirklich sinnvoll? Dieser Frage geht der KURIER in der Serie "Bildungsbaustellen" nach. Zum Start sagen ein Lehrer, eine Mutter, eine Schülerin (unten) und ein Wissenschaftler, wo Handlungsbedarf besteht.

 

   Kindergarten Bildungsforscher Stefan Hopmann vom Institut für Bildungswissenschaften der Uni Wien muss nicht lange überlegen, wo die größten Baustellen sind: "Wir müssen mehr in den vor- und frühschulischen Bereich - Kindergarten und Beginn der Volksschule - investieren." Das sei nicht nur eine Frage der Pädagogik, sondern auch der Ökonomie: "Es ist kaufmännisch idiotisch, was wir machen: Wir geben zu wenig für diesen Bereich aus. Dabei ist frühe Förderung besonders effektiv."

 

   Bedeutet dies, dass alle Kindergartenpädagogen Akademiker werden müssen? "Nein", sagt Hopmann. "Es sollte in den Kindergärten aber mehr Möglichkeiten geben, diagnostisch zu arbeiten und Kinder gezielt zu fördern." Er verweist auf PISA-Sieger Finnland: "Dort schauen sie sich die Kleinsten genau an und fördern sie." Anders ist das in Österreich, wo bei der Lehrerbildungsreform und auch sonst zu wenig getan worden sei, um die Qualität der Elementarpädagogik zu verbessern.

 

   Schulabbrecher. Je später man repariert, desto teurer wird es. Offensichtlich wird das oft nach Ende der Schulpflicht. Die Folge: "Zu viele junge Menschen werden es nie schaffen, ein Qualifikationsniveau zu erreichen, mit dem sie am ersten Arbeitsmarkt teilnehmen können." Heißt: Sie werden immer von der Gesellschaft alimentiert werden müssen." Bei sinkenden Geburtenraten sei das besonders dramatisch. Hopmann plädiert für eine Verlängerung der Schulpflicht bis 18 Jahre. "Das heißt nicht, Jugendliche ewig in der Hauptschule zu lassen. Es müssten gezielte Maßnahmen gesetzt werden, damit diese jungen Menschen Perspektiven haben."

 

   Meisterprüfung. Falsche Prioritäten setze Österreich bei Unis und nachschulischer Bildung: "Die Fixierung auf die Akademikerquote ist fatal, denn die Stärke der österreichischen Wirtschaft liegt im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe. Die brauchen eher Facharbeiter und FH-Ingenieure als Uniabsolventen. Das zeigt ein Blick in die Stellenausschreibungen. Zwei Drittel der gesuchten Ingenieure sind HTL-Absolventen." Absurd sei: die akademische Ausbildung ist gratis, die Ausbildung zum Meister kostenpflichtig. "Deshalb ja zu Studiengebühren bei gleichzeitiger Einführung eines Stipendiensystems."

 

   Kritik übt Hopmann auch an der Hochschulpolitik: "Wir spielen Asterix ohne Zaubertrank. Wir lassen die Unis volllaufen, ohne dass sie in der Lage sind, adäquate Angebote zu machen. Die Folgen: Wir haben zu wenig Geld für Forschung und können Studenten aus nichtakademischen Elternhäusern nicht so gezielt fördern, wie es wünschenswert wäre."

 

 

"Kronen Zeitung" vom 15.03.2015                              Seite: 8

Ressort: Krone-Bunt

 

Bunt

 

Nicht genügend!

 

Die Bildungspolitik der letzten Jahre kann man auch als „Herrschaft gegen die Vernunft“ bezeichnen. Das Desaster rund um das 230 Millionen Euro teure Projekt Neue Mittelschule (NMS) steht dafür. Wie retten wir nun unsere Kinder?

 

   Mit seiner Bildungsministerin hat Kanzler Faymann nicht viel zu lachen.

 

   Insgesamt gibt es keine Hinweise darauf, dass das Niveau im Durchschnitt über jenem vergleichbarer Hauptschulen liegt. Vielmehr bestehen Zweifel, ob dieses an allen Standorten tatsächlich erreicht wird.“ So lautet die Zusammenfassung des Expertenberichtes über die 230 Millionen Euro teure Neue Mittelschule (NMS), das bildungspolitische Großprojekt. Oder anders ausgedrückt: Danke, setzen, nicht genügend.

 

   230 Millionen Euro in den Sand gesetzt, dafür, dass 30% der 15-Jährigen in Mathematik, Lesen oder Naturwissenschaften „nicht einmal Mindeststandards“ erreichen. 230 Millionen für eine ideologisch verblendete Bildungspolitik, die lieber „alle Kinder gleich schlecht als unterschiedlich gut machen will“. 230 Millionen Euro für ein Schulsystem, das nicht einmal mehr garantieren kann, dass viele Schüler nach einem Schuljahr nicht dümmer geworden sind.

 

   Wer das Pech hat, unfreiwilliges Versuchskaninchen staatlich beauftragter Kuschel-, Erlebnis- und Wohlfühlpädagogen sein zu müssen, kann am Ende des Tages nicht lesen, schreiben oder rechnen und wird zum hoffnungslosen Verlierer einer globalisierten, hochtechnisierten Welt. Mit einem Wort: Mehr denn je entscheidet die soziale Herkunft über die künftigen Lebenschancen. Jeder, der es sich leisten kann, überlässt den Bildungserfolg seiner Kinder schon längst nicht mehr dem staatlichen „Bildungs(un)wesen“.

 

   Schon seit Jahren kommt es zur systematischen Absenkung der schulischen Anforderungen. Vorbei die Zeit, als man sich nicht zu schade war, ein paar Gedichte auswendig zu können. Vorbei die Zeit, als Kopfrechnen, Groß- und Kleinschreibung und die wichtigsten Werke des Universal-Genies Goethe zum Bildungskanon gehörten. In fast allen Fächern kam und kommt es zur Nivellierung nach unten. Und das ist für ein Land wie Österreich, dessen Reichtum nur zu 1% aus Rohstoffen, aber zu 84% aus dem Erfindergeist, den Anstrengungen und dem Können seiner Bürger besteht, eine zukunftsgefährdende Katastrophe.

 

   Katastrophal ist aber auch die Figur, die Frau Minister Heinisch-Hosek abgibt. Von den peinlichen Pannen bei der Zentralmatura dem Pisa-Desaster, den fehlenden Aufgaben bei der Testmatura, bis hin zur Früh-Sexualisierung im Kindergarten, den bis zur Unlesbarkeit „gegenderten“ Schulbüchern und den „Serverproblemen“ im Ministerium: Was die Schüler von ihrer Unterrichtsministerin in erster Linie mitbekommen, ist, dass man – offensichtlich ohne Konsequenzen für die eigene Person und auf Kosten Dritter – laufend schwere (peinliche) Fehler machen, am Wesentlichen zielsicher vorübergehen und unbelehrbar sein kann, die Forderungen der Mehrheit ignoriert, selbst aufgestellte Regeln laufend ändert und eine nur grobe Vorstellung von den eigenen Plänen zu haben braucht, weil die Umsetzung ohnehin nie hinhaut.

 

   So etwas für ein erfolgreiches Konzept zu halten wäre so falsch, wie sich bei einem Gewitter auf die Kirchturmspitze zu flüchten, nur weil es dort statistisch gesehen die wenigsten Blitzschlagopfer gibt.

 

   Wir brauchen wieder eine Anstrengungskultur. Wir brauchen Literaturunterricht, damit Kinder Ausdrucksfähigkeit erlernen, wir brauchen einen die Konzentration stärkenden Unterricht und klare Verhaltensregeln im Klassenzimmer. Am allerwenigsten brauchen wir die Fortführung der NMS in Form der Gesamtschule. Das mit Frau Heinisch-Hosek? Wohl kaum.

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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