Donnerstag, 5. März 2015

Bildungs-Newsletter 5. März 2015 2. Teil


 

Ö1 Mittagsjournal 12:00 vom 05.03.2015 12.00 Uhr

 

Mehr Freiheiten für Österreichs Schulen

 

Maiwald Andrea (ORF)

   Die Bildungsreform - ein Thema, wo die Politik noch viel langsamer

   vorankommt. Die Studie über die Neue Mittelschule zeigt, dass jeder das

   herausliest, was er herauslesen will. Vom völligen Scheitern über

   mangelhafte Umsetzung des neuen Schultyps bis zum Appell, Reformen doch

   mehr Zeit zu geben. Wie endlich etwas weitergehen könnte, wie die Schüler

   schneller profitieren könnten, darüber haben sich Experten Gedanken

   gemacht. Mehr Autonomie, wieder einmal das Schlagwort, aber mit ganz

   konkreten Auswirkungen. Klaus Webhofer hat sich das Expertenpapier

   angeschaut.

 

Webhofer Klaus (ORF)

   Die Schulautonomie, die Freiheit für die Schulen, ist das ganz große Thema

   im etwa 40-seitigen Expertenpapier. Denn, so die Feststellung, ein

   wesentliches Erfolgselement erfolgreicher Schulsysteme seien Schulen mit

   hoher Autonomie. Schulautonomie bezogen insbesondere auf

   Personalangelegenheit, Mittelverwendung, pädagogische Schwerpunkte und

   schulische Organisation. Bildungsdirektionen in den Ländern planen das

   regionale Bildungsangebot und verteilen die Ressourcen bedarfsgerecht an

   die Schulen, heißt es im Papier. Für Rahmen, Lehrpläne, Bildungsziele und

   Überprüfung von Bildungsstandards ist und bleibt der Bund zuständig.

 

OFF Sprecherin (ORF)

   Schulen sollen Schwerpunkte setzen dürfen, mit Abweichungen vom üblichen

   Lehrplan von bis zu einem Viertel. Empfohlen werden weiters alternative

   Beurteilungen. Künftig soll es den Schulen überlassen sein, wie sie die

   Unterrichtszeit über die Wochen und Monate des Schuljahres verteilen. Gilt

   selbstverständlich auch für die Länge der Unterrichtseinheiten, Stichwort

   Aufbrechen der starren 50-Minuten-Korsetts, womit der Blockunterricht und

   das Projektarbeiten erleichtert werden. Außerdem Abschaffen der

   schulautonomen Tage zugunsten von fünf individuellen Freitagen auf

   Elternantrag bei der Schulleitung.

 

Webhofer Klaus (ORF)

   Die Personal- also LehrerInnenauswahl soll künftig - Zitat - im Einvernehmen

   mit der Schulleitung erfolgen. Diese ist auch für die Weiter- und

   Fortbildung des Personals verantwortlich. Die komplette freie Lehrerauswahl

   wird also nicht vorgeschlagen, was vermutlich andere Probleme aufwerfen

   würde.

 

OFF Sprecherin (ORF)

   Schulen sollten ein Prämienbudget erhalten und die Möglichkeiten zur

   Drittmittelbeschaffung auch an Pflichtschulen sollen ausgeweitet werden.

   Und die Schulen sollen über ein Sachaufwandsbudget frei verfügen dürfen.

 

Webhofer Klaus (ORF)

   Stichwort Strukturen: Ansprechpartner für die autonomen Schulen werden die

   neu zu errichtenden Bildungsdirektionen in den Ländern sein. Übrigens, den

   Kompetenzstreit um die Lehrer - Stichwort Verländerung - klammert das

   Papier ziemlich aus.

 

OFF Sprecherin (ORF)

   Die Schulpflicht würden die Experten und Expertinnen durch eine

   Bildungsgarantie bis zu 18 Jahren ersetzen. Bedeutet, die Schülerinnen und

   Schüler dürfen das Bildungssystem erst verlassen, wenn sie die

   entsprechenden Kompetenzen erworben haben. Nicht mehr die Jahre zählen

   also.

 

Webhofer Klaus (ORF)

   Bei Umsetzung des Gesamtpaketes, wie es im Papier heißt, könnte in zehn

   Jahren die Regulierungsdichte um 50 Prozent reduziert, die Verwaltung um 20

   bis 30 Prozent zusammengespart und die Direktorenzahl im

   Pflichtschulbereich auf bis zu einem Drittel gesenkt werden. Diese

   freiwerdenden Potenziale und Ressourcen sollten in den stufenweisen Ausbau

   der autonomen Schule gesteckt werden, lautet die Empfehlung.

 


 

Ö1 Mittagsjournal 12:00 vom 05.03.2015 12.00 Uhr

 

OECD: Lernmisserfolge hausgemacht

 

Maiwald Andrea (ORF)

   Und wir bleiben noch in der Schule, da gibt es nicht nur soziale

   Unterschiede, in Österreich, sondern auch Unterschiede zwischen den

   Geschlechtern. Buben schneiden in Mathematik und naturwissenschaftlichen

   Fächern jedenfalls besser ab als Mädchen. Mädchen wiederum sind beim Lesen

   deutlich besser. Das bestätigt der erste Bericht der OECD, der Organisation

   für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, zum Thema

   Chancengleichheit. Mehr von Birgit Pointner:

 

Pointner Birgit (ORF)

   Die Leistungsunterschiede sind in Österreich größer als anderswo, sagt

   OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher:

 

Schleicher Andreas (OECD - Development Assistance Committee)

   Die Mädchen sind im Lesen deutlich stärker, die Jungen in der Mathematik und

   in Naturwissenschaften.

 

Pointner Birgit (ORF)

   2003 gab es bei den Leistungen noch keinen signifikanten Unterschied, nun

   sind es 22 Punkte, der OECD-Durchschnitt liegt bei elf. Ist es also der

   angeborene Unterschied zwischen Mädchen und Buben? Nein, sagt der

   Bildungsexperte. Es ist eine Frage der Einstellung. Es geht also darum, was

   man sich zutraut:

 

Schleicher Andreas (OECD - Development Assistance Committee)

   Mädchen sehen Naturwissenschaft oft als Schulfach, aber nicht als etwas, was

   Lebenschancen eröffnet.

 

Pointner Birgit (ORF)

   Was man sich zutraut oder was jemand einem zutraut, spielt also eine große

   Rolle:

 

Schleicher Andreas (OECD - Development Assistance Committee)

   Das spiegelt sich auch in der Einschätzung der Eltern wider. Wir sehen, dass

   zum Beispiel Eltern eher von ihren Söhnen erwarten, in die

   Naturwissenschaften zu gehen als von ihren Töchtern. Also das wird dann

   noch in der Gesellschaft durch andere Faktoren noch einmal verstärkt.

 

Pointner Birgit (ORF)

   Buben wiederum lesen wenig und nicht gerne, ihre Lesefähigkeit müsste

   dringend verbessert werden. Der Bericht macht gar kein Geheimnis draus, was

   das Ziel ist: Buben und Mädchen sollen zu hohen Leistungen angespornt

   werden, ihr Potential soll voll ausgeschöpft werden. Da helfe man Mädchen

   in der Schule oft nur kurzfristig, sagt Andreas Schleicher:

 

Schleicher Andreas (OECD - Development Assistance Committee)

   Das einzige, ja bestürzendes Ergebnis ist, dass Lehrer selbst bei gleichen

   Leistungen Mädchen tendenziell bessere Noten geben als den Jungen. Und das

   ist natürlich kurzfristig gut für die Mädchen, aber langfristig schafft es

   ihnen sicher keine Vorteile. Und es heißt, dass geringere Leistungen als

   gut befunden wurden.

 

Pointner Birgit (ORF)

   Unterschiede gibt es auch bei den Hausübungen. In Österreich verbringen

   Mädchen damit 72 Minuten mehr Zeit als Buben, auch da müssten Lehrer und

   Eltern darauf schauen, dass die Balance stimmt. Wenn sie außerdem die

   Kinder motivieren und ihnen deutlich machen, dass sie die gleichen Chancen

   haben, brauche man dafür gar nicht viel Zeit und Geld, meint der

   Bildungsexperte:

 

Schleicher Andreas (OECD - Development Assistance Committee)

   Ich denke, das sind Dinge, die können Eltern, Lehrer, <unverständlich> heute

   angehen, ohne Reform.

 

Pointner Birgit (ORF)

   Aus dem Bildungsministerium heißt es, der gendersensible Unterricht soll vor

   allem im Fach Mathematik ausgebaut werden. Außerdem seien standardisierte

   Tests wichtig, weil da das subjektive Bewerten ausfalle. Als Beispiel dafür

   nennt man die Zentralmatura.

 


 

Ö1 Mittagsjournal 12:00 vom 05.03.2015 12.00 Uhr

 

Schulreform: Opposition muss zustimmen

 

Maiwald Andrea (ORF)

   Freiheit für die Schulen, schlagen Experten vor. Aber Schulgesetze sind

   meistens Verfassungsgesetze und die Hürde einer Zweidrittelmehrheit im

   Parlament können die Regierungsparteien nur mit Hilfe der FPÖ oder der

   Grünen nehmen. Während sich die Freiheitlichen heute skeptisch zeigen,

   signalisieren die Grünen bereits Zustimmung - vorausgesetzt die Reformen

   kommen wirklich so, wie sie die Experten vorschlagen. Peter Daser:

 

Daser Peter (ORF)

   Der grüne Bildungssprecher Harald Walser lobt das Papier der Experten zu

   Schulreformen. Es enthalte vernünftige Vorschläge, von den

   Bildungsdirektionen über mehr Schulautonomie bis zur zentralen Kontrolle

   der Qualität der Schulen. Walser zeigt sich optimistisch, dass sich die

   Regierungsparteien tatsächlich auf solche Maßnahmen einigen, und stellt die

   Zustimmung der Grünen zu verfassungsrechtlich notwendigen

   Gesetzesänderungen in Aussicht:

 

Walser Harald (Die Grünen)

   In dieser Frage hat die Ministerin ganz eindeutig unsere Unterstützung und

   ich halte dieses Papier für Zukunftstauglich - ich halte es auch für

   kompromissfähig. Wir sind gerne bereit das jedenfalls, das was hier in den

   Grundzügen skizziert worden ist, auch wirklich umzusetzen.

 

Daser Peter (ORF)

   Allerdings nur, wenn das tatsächlich so geschieht, wie im Expertenpapier

   vorgeschlagen - sagt Walser und er fordert etwa parteipolitisch unabhängige

   Kontrollinstanzen.

 

Walser Harald (Die Grünen)

   Für uns ganz zentral ist, dass diese Qualitätssicherungseinrichtung,

   unabhängig agieren kann. Dass die Menschen die künftig für die

   Qualitätssicherung an unseren Schulen verantwortlich sind, nicht dem

   parteipolitischen Proporz unterworfen sind.

 

Daser Peter (ORF)

   Die Freiheitlichen halten sich eine etwaige Zustimmung offen.

   Bildungssprecher Walter Rosenkranz verweist auf widersprüchliche Aussagen

   von Ländern und Bund in den letzten Tagen.

 

Rosenkranz Walter (FPÖ)

   Wir haben noch keinen einzigen konkreten Vorschlag - Schwarz auf Weiß in

   irgendeiner Form am Papier. Derzeit ist die Stillstands-Koalition zwischen

   SPÖ und ÖVP wieder am Werk. Am Sonntag sagt der Landeshauptmann Pröll - es

   wird verländert, am Dienstag sagt die Ministerin, es wird nicht verländert

   - es ist nicht einmal die Rede davon - was sollen wir da jetzt. Also für

   eine Zweidrittelmehrheit für Chaos gibt die FPÖ nicht her.

 

Daser Peter (ORF)

   Bedingung der Freiheitlichen für eine Zustimmung zu Reformen in der

   Schulorganisation wäre jedenfalls mehr Transparenz, sagt Rosenkranz.

 

Rosenkranz Walter (FPÖ)

   Wir sind offen für jede Möglichkeit. Das einzige, was wir wollen und da sind

   wir bei der Kritik des Rechnungshofes - wir wollen eine Transparenz haben.

   Derzeit zahlt der Bund und die Länder schaffen ohne entsprechende

   Konsequenzen an. Das kann nicht so sein.

 

Daser Peter (ORF)

   Rosenkranz verweist auch darauf, dass das Expertenpapier den

   Parlamentsparteien bisher nicht übergeben worden sei.

 


 

Ö3 Mittagsjournal 12:00 vom 05.03.2015 12.00 Uhr

 

ExpertInnenpapier zu Schulreform liegt vor

 

Pieh Inka (ORF)

   Reformen, wenn auch keine teuren, fordert also die OECD in Sachen

   Ungleichbehandlung von Mädchen und Buben. Gedanken darüber, wie Österreichs

   Schulsystem reformiert werden kann, haben sich auch Landesschulräte und

   Schulexperten gemacht. Uns liegt ihr Expertenbericht mit dem Titel

   "Freiheit für Österreichs Schulen" vor. Klaus Webhofer berichtet:

 

Webhofer Klaus (ORF)

   Die Schulautonomie ist das ganz große Thema im etwa 40-seitigen

  Expertenpapier. Zum Beispiel sollen Schulen in der Pädagogik Schwerpunkte

   setzten dürfen, mit Abweichungen vom üblichen Lehrplan von bis zu einem

   Viertel. Empfohlen werden weiters alternative Beurteilungen und die

   flexible Gestaltung der Unterrichtszeit. Außerdem sollen die schulautonomen

   Tage durch fünf individuelle Urlaubstage ersetzt werden. Mehr Freiheiten

   sollen die Direktoren bei der LehrerInnen-Auswahl bekommen, außerdem ein

   Prämien-Budget für die Lehrer. Über die autonomen Schulen wachen sollen neu

   zu errichtende Bildungsdirektionen in den Ländern. Auch interessant: die

   Schuldpflicht will das ExpertInnenpapier durch eine Bildungsgarantie bis 18

   ersetzen. Bedeutet: die Schülerinnen und Schüler dürfen das Bildungssystem

   erst verlassen, wenn sie die entsprechenden Kompetenzen erworben haben.

   Nicht mehr die Jahre sollen also zählen.

 


 

Ö3 Mittagsjournal 12:00 vom 05.03.2015 12.00 Uhr

 

Schulreform: Grüne sehen in ExpertInnenpapier echte Chance

 

Pieh Inka (ORF)

   Einige im eben gehörten Expertenbericht vorgeschlagene Maßnahmen sind

   Verfassungsmaterie. Das heißt, um etwas zu verändern braucht es im

   Parlament einen Beschluss mit Zweidrittelmehrheit. Die bekommt die

   Regierung nur zusammen, wenn entweder die Freiheitlichen oder die Grünen

   mit im Boot sind. Während sich die Freiheitlichen heute skeptisch zeigen

   signalisieren die Grünen bereits Zustimmung, berichtet für Ö3 Peter Daser.

 

Daser Peter (ORF)

   Harald Walser von den Grünen sagt, das Papier der Experten zur Schulreform

   enthalte vernünftige Vorschläge. Von den Bildungsdirektionen bis zu mehr

   Schulautonomie.

 

Walser Harald (Die Grünen)

   In dieser Frage hat die Ministerin ganz eindeutig unsere Unterstützung und

   ich halte dieses Papier für zukunftstauglich. Ich halte es auch für

   kompromissfähig.

 

Daser Peter (ORF)

   Die Freiheitlichen halten sich eine etwaige Zustimmung offen. Walter

   Rosenkranz verweist auf bisher widersprüchliche Aussagen von Ländern und

   Bund.

 

Rosenkranz Walter (FPÖ)

   Am Sonntag sagt der Landeshauptmann Pröll es wird verländert, am Dienstag

   sagt die Ministerin es wird nicht verländert, es ist nicht einmal die Rede

   davon. Eine Zweidrittelmehrheit für Chaos gibt die FPÖ nicht her.

 

Daser Peter (ORF)

   Rosenkranz verweist auch darauf, dass das Expertenpapier den

   Parlamentsparteien bisher nicht übergeben worden sei.

 


 

Ö3 Mittagsjournal 12:00 vom 05.03.2015 12.00 Uhr

 

OECD-Studie: Buben rechnen, Mädchen lesen besser

 

Pieh Inka (ORF)

   Buben sind gut in Mathematik, Mädchen sind gut in Deutsch. Dieses sehr oft

   gehörte Vorurteil bestätigt sich in Österreich wie internationale

   Vergleiche immer wieder zeigen. Der Grund dafür ist, dass Buben eine ganz

   andere Einstellung zu Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern

   vermittelt bekommen. Das zeigt der erste Chancengleichheitsbericht der

   Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, kurz OECD.

   Birgit Pointner hat sich den Bericht für Ö3 angeschaut.

 

Pointner Birgit (ORF)

   Die Leistungsunterschiede sind in Österreich größer als anderswo, sagt

   OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher.

 

Schleicher Andreas (OECD - Development Assistance Committee)

   Die Mädchen sind im Lesen deutlich stärker, die Jungen in der Mathematik und

   in Naturwissenschaften.

 

Pointner Birgit (ORF)

   Ist es der angeborene Unterschied? Nein, sagt der Bildungsexperte. Man sieht

   es an anderen Ländern, in denen Mädchen und Buben gleich gut in Mathematik

   sind, sich die Mädchen aber viel weniger zutrauen. Es ist also eine Sache

   der Einstellung.

 

Schleicher Andreas (OECD - Development Assistance Committee)

   Mädchen sehen Naturwissenschaft oft als Schulfach, aber nicht als etwas, was

   wem Chancen eröffnet.

 

Pointner Birgit (ORF)

   Und damit würden sie sich Karrierechancen für später verbauen. Buben

   wiederum lesen zu wenig. Ihre Lesefähigkeit müsse dringend verbessert

   werden, heißt es in dem Bericht. Teure Reformen seien gar nicht notwendig.

   In erster Linie müssten Schulen und Eltern stärker auf die Kinder eingehen

   und sie motivieren.

 


 

APA0411 II, XI 05.03.2015 14:08:16

 

Schulautonomie im Zentrum des Reformpapiers zur Schul-Steuerung

Utl.: Mindestgröße für "autonome" Schule - Mehr Spielraum bei Lehrplan - Unterrichtszeit soll nicht mehr Öffnungszeit entsprechen

 

Unter dem Titel "Freiraum für Österreichs Schulen" arbeitete die Expertengruppe Schulverwaltung für die aus Vertretern der Bundesregierung und der Länder zusammengesetzte Bildungsreformkommission ein neues Modell zur Schul-Steuerung aus. Im Zentrum stehen Schulautonomie, die zentrale Steuerung durch das Bildungsministerium und die in den Ländern angesiedelten Bildungsdirektionen.

Als zentrale Problemstellen ortet das der APA vorliegende, von Landesschulratspräsidenten sowie Spitzenbeamten aus dem Bundes- und Landesbereich und einem Vertreter der Industriellenvereinigung erstellte Papier die "verflochtenen Zuständigkeiten zwischen Gemeinden, Bund und Ländern", die "getrennte Finanzierung des Schulsystems", die "hohe Verrechtlichung und die damit verbundene Detailsteuerung" und den "verfassungsrechtlich vorgegebenen Parteienproporz". Dem könne mit diversen Maßnahmen begegnet werden:

SCHULAUTONOMIE: Die Schulen sollen eine "deutliche Stärkung von Autonomie erfahren". Neue Gestaltungsspielräume sollen entstehen, indem den Schulen die Verantwortung für Pädagogik, Organisation, Personal und Finanzen überantwortet wird. Detailliertere Angaben dazu gibt es aber kaum. Das Schulmanagement obliegt einer "entsprechend qualifizierten Schulleitung, die administrativ unterstützt wird". Im Zentrum soll die Weiterentwicklung der Schule stehen, gleichzeitig sind externe Kontrollen durch eine einzurichtende "zentrale Qualitätssicherungsstelle" vorgesehen.

Die Schulen können eigene Schwerpunkte setzen, dabei inhaltlich bis 25 Prozent vom vorgegebenen Lehrplan abweichen und alternative Leistungsbeurteilungen (derzeit nur als Schulversuch möglich, Anm.) frei wählen. Künftig soll es zudem den Schulen überlassen sein, "wie sie die Unterrichtszeit über die Wochen bzw. Monate des Schuljahres verteilen". Außerdem ist eine Unterscheidung zwischen den Öffnungszeiten der Schule und der pädagogischen Arbeit und damit eine grundsätzliche Ausrichtung auf ganztägige Schulen angedacht. Auch über den Tagesablauf sollen die Standorte selbst entscheiden können. Die bis zu fünf schulautonomen Tage sollen zugunsten einer individuellen Freistellung auf Antrag der Eltern gestrichen werden.

SCHULGRÖSSE und -LEITUNG: Im Volksschul- und Neue Mittelschulbereich wird als "idealtypische Mindestgröße" einer autonomen Schule eine Schülerzahl von 200 angestrebt, in der Sekundarstufe II (Oberstufenbereich) liegt die Grenze bei 400 Schülern. Kleinere Standort würden aber nicht zugesperrt, sondern in einem "organisatorischen Verbund" zusammengefasst - etwa mit einem gemeinsamen Direktor.

ZENTRALE STEUERUNG DURCH DEN BUND: Damit die Schulen ihre Autonomie optimal nutzen können, brauche es klare Zielvorgaben und regelmäßige Ergebniskontrolle. Orientierung geben sollen hier bundesweit einheitliche Rahmen, die vom Bildungsministerium kommen sollen. Die Expertengruppe empfiehlt, die Gesetzgebungskompetenz beim Bund zu belassen, bei gleichzeitigem Wegfall der Ausführungsgesetzgebung. Im Rahmen eines "neuen Schulgesetzes" als Maßnahme zu Deregulierung sollten die verbindlichen Rechtsvorschriften reduziert werden. Der Bund wäre neben der Gesetzgebung dann für Lehrplangestaltung, das Dienstrecht oder die Pädagogenaus- und Weiterbildung allein zuständig.

OPERATIVE UMSETZUNG DURCH DIE LÄNDER: Durch die Übernahme von Kompetenzen durch die Schulen und klare Vorgaben von der Bundes-Ebene, könne die operative Umsetzung über bei den Ländern angesiedelte "Bildungsdirektionen" übernommen werden. Deren Aufgaben wäre dann unter anderem die Schulerhaltung, die Personalbewirtschaftung, die Unterstützung und Begleitung der autonomen Schulen oder die bedarfsgerechte Ressourcenzuweisung und die regionale Planung. Es sind etwa Leistungsvereinbarungen mit den Schulleitungen angedacht.

ZENTRALE QUALITÄTSSICHERUNGSSTELLE: Eine Schlüsselrolle scheint einer neu einzurichtenden Qualitätssicherungsstelle zuzukommen. Ihr obliegt demnach die Überprüfung der Schul- und Unterrichtsqualität, die risikobasierte Prüfung einzelner Schulen, sowie die Evaluierung der Effizienz des Bildungssystems und die Erstellung eines Schulqualitätsberichts ans Parlament.

FINANZIERUNG: Mittels eines "normkostenbasierten Ressourcenmodells" sollen die Kosten durch den Bund transparent berechnet werden. Berücksichtigt werden sollten dabei topografische, pädagogische sowie soziodemografische und sozioökonomische Faktoren. Zukünftig soll es mehrjährige Leistungsvereinbarungen zwischen Bund und Ländern geben.

Für die Umsetzung der Reformen wird im Papier ein Ausbauplan bis 2025 vorgeschlagen.

 


 

APA0377 II, XI 05.03.2015 13:42:51

 

Neue Mittelschule: Niessl will Länderergebnisse

Utl.: Haslauer: Schulen sollen Lehrer selbst aussuchen - Schwarz: Kein Zurück zur Hauptschule

 

Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) tritt dafür ein, im Rahmen der Evaluierung der NMS auch Länderergebnisse zu veröffentlichen. Er sei überzeugt, dass es im Burgenland "deutlich bessere Ergebnisse" gebe als in anderen Bundesländern und halte es "für nicht angebracht, dass die Pädagogen in einen Topf hinein kommen und diese Leistung nicht honoriert wird", sagte Niessl zur APA.

Im Burgenland gebe es mit Mattersburg, Markt Allhau und Oberwart Schulen mit "österreichweitem Vorbildcharakter", die anderen 38 Neuen Mittelschulen (im Burgenland, Anm.) hätten dieses System übernommen. Zur Verbesserung der Situation schlägt Niessl vor, die Schulautonomie zu erhöhen sowie die Aus- und Fortbildung der Pädagogen zu verbessern. Außerdem müsse es eine zentrale Stelle zur Überprüfung der Qualität und der Einhaltung der Bildungsziele geben.

Auch die Wiener Bildungspolitik ist sich sicher, dass "ihr" NMS-Modell zu den besseren zählt: "Wir haben in Wien mit der Wiener Mittelschule ein Modell entwickelt, das in der Evaluierung zu jenen Schulen zählt, die gut abschneiden", so der Wiener Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ). Erfreulich sei auch, dass dieses auch von der ÖVP unterstützt werde. Insgesamt zeige sich in Wien genauso wie in allen anderen Bundesländern, dass "die Mittelschule dann funktioniert, wenn sie wie ursprünglich geplant umgesetzt wird: Also mit individuellen Förder- und Unterstützungsangeboten und mehr Ressourcen. Jetzt gilt es von den Besten zu lernen!"

"Mehr als enttäuschend" ist für die oberösterreichische Bildungs-Landesrätin Doris Hummer (ÖVP) dagegen das Ergebnis der NMS-Evaluierung. "Es zeigt sich einmal mehr, dass Reformen scheitern, wenn sie nur von oben herab verordnet werden", so Hummer in einer Aussendung. Man müsse die Lehrer vor Ort einbinden: "Reformen, die am Papier funktionieren, müssen in der Praxis noch lange nicht richtig sein. Reformen kann man nur mit den Menschen und nicht über sie machen."

In der Salzburger Schulbehörde hält man die Neue Mittelschule dagegen für deutlich besser als es die aktuelle Evaluierung vermuten lässt. Der zuständige Landesschulinspektor Josef Thurner sagte zur APA: "Man darf jetzt die Nerven nicht wegschmeißen, sondern muss im Detail nachbessern. Von Scheitern der Neuen Mittelschule kann keine Rede sein. Derartige Schlüsse sind voreilig und überzogen. Und außerdem sind die positiven Aspekte wie 'weniger Gewalt' und 'besseres Lernklima' als Resultat zwar nicht ausreichend, aber sehr wertvoll. Ich sage nach wie vor, das Geld ist gut investiert."

Kritischer ist der auch für Bildung zuständige Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP): "Nach diesem ernüchternden Ergebnis kann man nicht zur Tagesordnung übergehen. Eine der Schlussfolgerungen muss sein, dass die Schulen endlich mehr Autonomie bekommen, denn das ist der Schlüssel zu einem besseren Unterricht. Die Schulen sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Mitarbeiter selbst auszusuchen", so Haslauer zur APA.

Niederösterreichs Bildungslandesrätin Barbara Schwarz (ÖVP) hält es angesichts des Evaluierungsberichts für einen großen Fehler, dass das NMS-System "viel zu schnell" implementiert worden sei, statt das Modell im Schulversuch langsam auszurollen und dabei aus Fehlern zu lernen. Den Lehrern sei nicht ausreichend Möglichkeit zu Schulungen bzw. Zeit zur Umstellung gegeben worden. Am Engagement fehle es sicher nicht - Schulen der ersten Generation hätten aber noch mehr Ressourcen und Begleitung bekommen als die folgenden.

Ein Zurück zur Hauptschule ist für Schwarz aber nicht zielführend. Wichtig sei vielmehr, eines der Ziele im Bildungspapier anzugehen: "Wir müssen mehr Autonomie in die Schulen geben", forderte sie. Schuldirektoren sollten die Werteinheiten nach dem jeweiligen Bedarf einteilen dürfen, verwies die Landesrätin auf regionale Unterschiede etwa bezüglich des Migrantenanteils in den Klassen.

 


 

APA0282 II, XI 05.03.2015 12:13:48

 

Schulautonomie: Grüne sehen in Reformpapier echte Chance

Utl.: Optimismus bezüglich Umsetzung

 

Die Chance auf einen "wirklichen Schritt vorwärts" sieht der Bildungssprecher der Grünen, Harald Walser, im für die Bildungsreformkommission erstellten Vorschläge der Expertengruppe Schulverwaltung. Die Grünen bieten sich als Verhandlungspartner für die Umsetzung der teils "vorwärtsweisenden" Ideen an. Die Grundlage der Diskussion müsse allerdings dieses Papier und nicht der "Pröll-Plan" sein.

Mit seinen Äußerungen in der "Pressestunde" am Wochenende habe der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) ein "falsches Bild" vom Inhalt des Papiers erzeugt, erklärte Walser am Donnerstag vor Journalisten in Wien. Die Frage der Verländerung stelle sich im Hinblick auf die teilweise erstaunlichen Vorschläge nicht, denn bei der Umsetzung würden sowohl Bund und Länder Macht abgeben.

Entscheidungshoheiten würden vor allem in Richtung der Schulstandorte im Sinne einer weitgehenden Schulautonomie verschoben, inklusive Teilrechtsfähigkeit für Schulen und der Möglichkeit, Personal anzustellen und zu kündigen. Neben der Autonomie sieht Walser die in dem Papier angedachte "Zentrale Qualitätssicherungsstelle", der nach niederländischem Vorbild vor allem die Überprüfung des Erreichens der Lernziele an den Schulstandorten zukäme, in einer Schlüsselposition. Diese müsse unbedingt frei von jeglichem "parteipolitischen Proporz" sein und Schulen bei der Weiterentwicklung helfen.

Geht es nach dem Reformpapier, sollte der Bund - respektive das Bildungsministerium - für die Gesetzgebung, Lehrplangestaltung, dienstrechtliche Fragen oder die Pädagogenausbildung allein zuständig sein, während den bei den Ländern angesiedelten Bildungsdirektionen die Schulerhaltung, Personalbewirtschaftung, Vollzug und Begleitung öffentlicher Schulen oder die Ressourcenzuweisung und regionale Planung zukäme. Einer solchen Aufteilung kann Walser einiges abgewinnen. Die Umschreibung der Rolle der Bildungsdirektionen und der künftigen Kompetenzaufteilung zwischen Bund und Ländern ist den Grünen allerdings noch zu vage: Für die Gesetzgebung müsse jedenfalls der Bund verantwortlich sein.

Dass auf Basis des Papiers "große Schritte nach vorne" gemacht werden könnten, zeige sich auch darin, dass dort von der Reduzierung der Schnittstellen im gesamten Schulsystem die Rede ist. Das ist für Walser ein Hinweis auf eine künftige gemeinsame Schule. Ebenfalls positiv sei, dass in dem Papier eine grundsätzliche Ausrichtung auf ganztägige Schulen enthalten ist.

Bezüglich der Chancen auf Umsetzung der Vorschläge zeigte sich Walser optimistisch: "Der Geist, den das Papier atmet" weise darauf hin, dass nun echte Diskussionen in der Regierung und in den Ländern stattfinden. Auch aus der ÖVP habe er Signale vernommen, "dass hier jetzt Nägel mit Köpfen gemacht werden". Ein wenig zweifelt der Grüne Bildungssprecher allerdings daran, das in der Sozialdemokratie genügend Mut vorhanden ist. Wenn Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) diese Reformen nun aber angehe, "hat sie unsere Unterstützung", so Walser.

 


 

APA0244 II, XI 05.03.2015 11:34:19

 

Neue Mittelschule - Lopatka gegen "krampfhafte" Weiterführung

Utl.: Bundesländer für Fortführung - "Kein Grund für ein Freudenfeuer, aber ein Grund, den Weg weiterzugehen"

ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka stellt die Weiterführung der Neuen Mittelschule (NMS) zumindest infrage: "Warum soll man krampfhaft etwas weiterführen, wenn die Ziele nicht erreicht werden?", so Lopatka in der "Krone" (Donnerstag-Ausgabe). In den Bundesländern plädiert man dagegen für eine Weiterführung.

Die Tiroler Bildungslandesrätin Beate Palfrader (ÖVP) zeigte sich gegenüber der APA "weder überrascht noch erfreut" über das Ergebnis der Evaluierung. Die Ergebnisse seien natürlich "nicht erfreulich", aber sie seien auch "nicht aussagekräftig genug". Sie halte es für bedauerlich, dass man bei der Evaluierung nur einen Blick auf die ersten beiden Generationen (G 1 und G 2) geworfen habe - also auf die Startphase -, aber nicht auf die folgenden Generationen.

Seit damals seien schließlich massive Änderungen passiert. Sie hätte sich "Zwischenevaluierungen" gewünscht, meinte Palfrader. "Jede Systemänderung braucht Zeit, bis sie wirkt", betonte die Landesrätin. Es gelte, dem Schultyp Neue Mittelschule Zeit zu lassen. Man wisse aber auch, dass einiges zu verbessern sei. Es brauche etwa Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen für Pädagogen. Zudem sprach sich Palfrader für einen verstärkten Personalressourceneinsatz aus, um besser auf Begabungen und Neigungen der Schüler eingehen zu können. Die Schulen sollten überdies vor Ort im Sinne einer stärkeren Autonomie über zusätzliche Ressourcen entscheiden können.

Der steirische Bildungslandesrat Michael Schickhofer (SPÖ) bescheinigt der NMS gute Chancen: "Das Modell der Neuen Mittelschule hat auf jeden Fall Erfolgspotenzial - das zeigen alle Schulen, an denen die pädagogischen Konzepte wie das Teamteaching und Übungsbeispiele mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad in die tägliche pädagogische Arbeit eingeflossen sind". In der Umsetzung habe sich aber herausgestellt, dass gerade Teamteaching die Pädagogen vor teilweise große Probleme stellt. Daher sei die Begleitung der Schulen im Qualitätsmanagement und die Fortbildung der Lehrer entscheidend für den Erfolg der NMS. "Da liegt noch viel Arbeit vor uns", so der Landesrat.

Für Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) sollte das Ergebnis des Evaluationsberichtes zur Neuen Mittelschule "ein Weckruf für alle Beteiligten" sein. Die Bemühungen seien zu intensivieren, ein Umbruch jahrzehntelang eingefahrener Strukturen sei nicht "per Fingerschnippen" erfolgreich umzusetzen, die Neue Mittelschule sei jedoch ein erster richtiger Schritt. "Langfristig muss es das Ziel einer verantwortungsbewussten Bildungspolitik sein, das Angebot von Ganztagsschulen mit verschränktem Unterricht flächendeckend auszubauen", erklärte Kaiser auf Anfrage der APA.

Für Christian Kompatscher, den Koordinator der Neuen Mittelschule in Vorarlberg, ist der Evaluationsbericht "kein Grund für ein Freudenfeuer, aber ein Grund, den Weg weiterzugehen". Er habe von allem Anfang an nicht "diese hohen Erwartungen" gehegt, dass sich die schulischen Leistungen gleich stark verbessern würden. Dazu seien auch die Rahmenbedingungen für den Schulversuch zu schnell verändert worden.

Die Richtung aber - die leichte Tendenz zu weniger Risiko-, dafür mehr Spitzenschülern - stimme, "auch wenn wir noch einen langen Weg vor uns haben", so Kompatscher gegenüber der APA. Nicht optimal gelöst sei mit Sicherheit die Frage der Beurteilung. Weiters gelte es Instrumente zu erarbeiten, mit deren Hilfe man rasch erkennen könne, "wo Kinder Defizite beim Lernen haben".


 

OTS0085 II 05.03.2015 10:40:59

 

NEOS: Wir müssen soziale Durchmischung und Chancengerechtigkeit durch konkrete Anreizfinanzierung gewährleisten

Utl.: Strolz fordert Heinisch-Hosek auf, in Sachen Schulautonomie jetzt rasch ins Tun zu kommen

 

Die NEOS sind erfreut, dass Bundesministerin Heinisch-Hosek nun bereit ist, die 6-Stunden Co-Teaching an den Neuen Mittelschulen (NMS) in ein frei verfügbares Qualitätsbudget umzuwandeln. Über den konkreten Einsatz dieser Mittel - 230 Millionen Euro im Vollausbau - soll autonom an den Schulen entschieden werden. NEOS-Chef Strolz dazu: "Damit wird ein erster Punkt unseres 6-Punkte-Sofortplans für eine gestärkte Schulautonomie umgesetzt. Frau Ministerin, bitte jetzt zügig auch unsere anderen Vorschläge aufgreifen."

Die Ministerin müsse entschlossen Konsequenzen aus der Evaluierung der NMS ziehen. Es zeigt sich insbesondere, dass trotz hohem Mitteleinsatz die soziale Durchmischung in den Neuen Mittelschulen nicht gelingt. Wenn wir wollen, dass die Talente blühen in Österreich, wenn wir wollen, dass wir mehr Chancengerechtigkeit für die jungen Menschen erreichen, dann brauchen wir neue Antworten", fordert Strolz. "Bildung soll nicht vererbt werden, sondern sie soll eben an den Talenten, Potenzialen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen anknüpfen. Daher müssen wir die soziale Durchmischung in den Schulen als gesellschaftspolitisches Ziel gesetzlich festschreiben. Und wir müssen dieses Ziel endlich mit einer Anreizfinanzierung hinterlegen."

Konkret reklamiert Strolz, die finanzielle Autonomie der Schulen umzusetzen. Die Schulen sollen ein Globalbudget erhalten, mit dem sie alle Aufwendungen bestreiten und innerhalb dessen sie frei entscheiden und Schwerpunkte setzen können. Die Finanzierung folgt dabei den Schülerinnen und Schülern und besteht aus einer schülerbezogenen und einer kriterienbezogenen Komponente. Je Schüler_in wird an die Schule ein fixer Betrag überwiesen. Dieser wird ergänzt durch kriterienbezogene Beträge, konkret für Sprachförderung pro Schüler_in mit nichtdeutscher Muttersprache, eine Bildungsaufstiegsförderung pro Schüler_in, bei dem/der kein Elternteil einen höheren Schulabschluss als die Pflichtschule hat und eine Regionalförderung pro Schüler_in für Schulen in ländlichen Gemeinden. Diese kriterienbezogene Finanzierung würde die gelingende soziale Durchmischung in den Schulen und die Chancengerechtigkeit massiv beschleunigen. Und das brauchen wir dringend, wenn wir nicht jährlich tausende Lebensläufe junger Menschen brutal verbiegen und deren Talente unterwegs verlieren wollen", so Strolz.

Link zu NEOS-Vorschlägen: http://www.strolz.eu/blog/die-muendige-schule-unser-6-punkte-sofortpl an-fuer-eine-gestaerkte-schulautonomie

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Mit freundschaftlichen Grüßen

 

Kurt Schober
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