Freitag, 6. März 2015

Bildungs-Newsletter 6. März 2015, 2. Teil


 

Ö1 Mittagsjournal 12:00 vom 06.03.2015 12.00 Uhr

 

 

Heinisch-Hosek: Skeptisch bei Bildungsdirektionen

 

Brandenberger Tom (ORF)

   Als gute Ausgangsbasis für weitere Gespräche sieht Bildungsministerin

   Gabriele Heinisch-Hosek von der SPÖ, das Reformpapier "Freiraum für

   Österreichs Schulen", das eine Expertengruppe zum Thema Schulverwaltung

   vorgelegt hat. Der Teufel stecke aber im Detail, so Heinisch-Hosek. Vor

   allem bei der Frage der Bildungsdirektionen ist sie skeptisch. Das Papier

   sieht vor, dass der Bund zentral steuert und die Umsetzung bei den Ländern

   liegt. Schneller gehen könnte es mit einer Neuregelung für die

   Zusatzstunden an den neuen Mittelschulen. Nach Angaben der Ministerin wird

   gerade eine Änderung vorbereitet, wonach die sechs Zusatzstunden nicht mehr

   nur für Deutsch, Mathematik und Englisch verwendet werden müssen.

 


 

Ö1 Mittagsjournal 12:00 vom 06.03.2015 12.00 Uhr

 

Heinisch-Hosek: Weniger Verwaltung für Schulen

 

Williwald Christian (ORF)

   Thema Schule. Da ist in dieser Woche der unerfreuliche Bericht über die Neue

   Mittelschule herausgekommen. Eine Schlussfolgerung, die die Experten daraus

   ziehen: man müsste die Schulen mehr selbst entscheiden lassen. In diese

   Richtung geht auch ein Reformpapier, das eine Expertengruppe vorgelegt hat.

   Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek findet die Vorschläge in

   Richtung Schulautonomie gut, sie umzusetzen mit den Ländern auf einen

   grünen Zweig zu kommen, das wird aber schwierig, meint sie. Leichter könnte

   es gehen, was Reformen bei der Neuen Mittelschule betrifft. Birgit

   Pointner.

 

Pointner Birgit (ORF)

   "Freiraum für Österreichs Schulen" heißt das Reformpapier, das vor allem den

   Schulen mehr Gestaltungsmöglichkeiten geben soll. Die Bildungsministerin

   hat es vor einem dreiviertel Jahr mit der neuen Bildungslandesrätin in

   Auftrag gegeben.

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Ich glaube, dass es eine wirklich gute Ausgangsbasis ist, wie wir das

   Bildungssystem neu organisieren können, damit weniger Verwaltungstätigkeit,

   aber mehr beim Kind ankommen kann.

 

Pointner Birgit (ORF)

   Ein wichtiger Punkt im Reformpapier ist das Thema Schulautonomie - mehr

   Verantwortung für Pädagogik, Organisation, Personal und Finanzen.

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Ich glaube, zu wissen, was der Standort braucht, was die Kinder brauchen,

   das ist das wirklich Revolutionäre an dem Papier und dann sind Fragen wie:

   wo wird gesteuert, wo wird organisiert - wichtige Fragen, aber die gilt es

   jetzt auszuloten zwischen Bund und Ländern.

 

Pointner Birgit (ORF)

   Vor allem bei der Frage der Bildungsdirektionen ist die Ministerin

   skeptisch. Das Reformpapier sieht ja vor, dass der Bund zentral steuert und

   die operative Umsetzung bei den Ländern liegt und zwar bei den sogenannten

   Bildungsdirektionen.

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Ich bin keine Freundin der Verländerung, dennoch muss man sich das genau

   anschauen, wie die Kräfte gut verteilt werden und wo das Beste für die

   Kinder auch am Ende des Tages herauskommt.

 

Pointner Birgit (ORF)

   Aber ist das eine Richtung, in die es gehen könnte?

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Das Papier schlägt quasi eine Schule, eine Behörde, klare Wege vor, klare

   Steuerung und Transparenz und Sanktionierungsmöglichkeiten für den Bund,

   ein Schulgesetz und auf dieser Basis wird jetzt in einer technischen

   Arbeitsgruppe gerechnet, verfassungstechnisch geschaut. Es braucht ja, wenn

   wir das wirklich das gesamte System umwälzen, eine Zweidrittelmehrheit im

   Parlament und daher muss die Zeit jetzt sein, das genau durchzuschauen. Der

   Teufel steckt im Detail und genau das wollen wir natürlich nicht, wenn wir

   das Endpapier, wenn es Gefallen findet, präsentieren.

 

Pointner Birgit (ORF)

   Mehr Freiraum an den Schulen, konkret an den Neuen Mittelschulen, könnte es

   hingegen schon bald geben. Derzeit sind dort sechs Zusatzstunden für

   Deutsch, Mathematik und Englisch vorgesehen und die könnte man freigeben,

   sagt die Ministerin.

 

Heinisch-Hosek Gabriele (SPÖ)

   Wenn wir schnell sind, wenn der Koalitionspartner hier auch dabei ist, dann

   kann die Planung für den Herbst sich auf jeden Fall ausgehen.

 

Pointner Birgit (ORF)

   Damit würde man auch auf einen der Kritikpunkte im jüngsten Bericht für die

   Neue Mittelschule reagieren, nämlich dass die Verteilung der finanziellen

   Mittel dort zu starr geregelt ist.

 


 

OTS0025 II, WI 06.03.2015 09:10:10

 

NMS als verhinderte Gesamtschule im Kreuzfeuer der Konservativen

Utl.: FSG-PflichtschullehrerInnen: „Die Welt ist nicht schwarz, sie ist bunt.“

 

Die FSG-PflichtschullehrerInnenvertretungen in Bund und Ländern fordern eine korrekte mediale Darstellung des Expertenberichtes zur Neuen Mittelschule. So wie Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek sehen sie die eindimensionale Kritik an der NMS als Affront gegenüber deren engagierten LehrerInnen.++++

"Das vorliegende Ergebnis der Evaluation der Neuen Mittelschule lässt sich von mehreren Seiten betrachten", stellt der Bundesvorsitzende der FSG in der PflichtschullehrerInnengewerkschaft Thomas Bulant fest.

o Der Forschungsbeauftragte Univ.-Prof. Dr. Ferdinand Eder (Universität Salzburg) konstatiert eine verbesserte Schul- und Lernumwelt und macht das an positiven Rückmeldungen zur Unterrichtsgestaltung und am Rückgang von Gewalt fest. o Es gibt teilweise Leistungsverbesserungen und eine bessere Förderung überfachlicher Kompetenzen, etwa im sozialen Zusammenleben. Das sind genau jene Bereiche, auf die die PflichtschullehrerInnen schon immer großen Wert gelegt haben. o Die verbesserte Lernumwelt wirke sich laut Bericht jedoch nicht durchgehend und nicht konsistent auf den Lernerfolg aus. Den Grund dafür sieht die FSG-PflichtschullehrerInnen in der Tatsache, dass die NMS nicht als Ersatz, sondern in Konkurrenz zu etablierten Schulformen eingeführt und sozial selektiv gewählt wurde. "Einige der im Expertenbericht aufgezeigten Kritikpunkte resultieren aus der Bildungspolitik der ÖVP, eine gemeinsame Schule zu verhindern", Bulant.

Die FSG-PflichtschullehrerInnen hat dem Bildungsministerium im Sinne einer erfolgreicheren Neuen Mittelschule unter anderem folgende Vorschläge unterbreitet:

o den schulautonomen Einsatz der sechs Bundesstunden, o die schulautonome Entscheidung über alle im Gesetz vorgesehenen Differenzierungsmöglichkeiten gemäß § 31 a SchuG (Teamteaching, Bildung temporärer Lerngruppen, Förder- bzw. Leistungskurse), o die schulautonome Entscheidung über den Einsatz von Landes- und/oder BundeslehrerInnen, o die schulautonome Auswahl der Mitteilungspflichten an die Eltern gemäß § 19 SchuG (Elternsprechtage oder KEL-Gespräche), o die Einführung der gemeinsamen Schule bis zum Ende der Schulpflicht.

Bulant: "Tatsächlich leisten die LehrerInnen in den Neuen Mittelschulen äußerst engagierte Arbeit mit zahlreichen neuen pädagogischen Ansätzen, jedoch oft unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen. Es darf nicht sein, dass auf deren Rücken durch eine negative mediale Darstellung politisches Kleingeld gewechselt wird."

Rückfragehinweis: MMag. Dr. Thomas Bulant  Bundesvorsitzender der FSG in der  PflichtschullehrerInnengewerkschaft 1010 Wien, Schenkenstraße 4 / 5. Stock Mail:  thomas.bulant@apsfsg.at Handy: 069919413999

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/88/aom

 


 

OTS0084 II 06.03.2015 10:44:17

 

UGöD: Keine Verländerung des Schulsystems – für eine bundesweit einheitliche Verwaltung

Utl.: Von Landespolitik bestellte DirektorInnen sind keine Garantie für autonom-demokratische Schulen. NMS ist keine sozial-integrative, fördernde Gesamtschule.

 

Die Unabhängige GewerkschafterInnen in der GÖD nehmen zur laufenden Schuldiskussion Stellung: sie sind dabei klar und unmissverständlich für eine einheitliche Bundeskompetenz für Schulen, Schulentwicklung und für LehrerInnen, für Bildungsdirektionen als nachgeordnete Bundesbehörden, sowie für eine gemeinsame, sozial-integrative Pflichtschule und für eine demokratische verfasste Schulautonomie.

Zwt: Projekt NMS scheitert am unveränderten Nebeneinander von Hauptschule und Gymnasium

Der Evaluationsbericht bestätigt für den unabhängigen APS-Gewerkschafter Wilfried Mayr, "dass die Neue Mittelschule trotz zusätzlicher Stunden und Dienstposten keine gemeinsame Schule geworden ist, denn am Auseinanderdividieren der 10-Jährigen in alte Hauptschule (aHS) und AHS-Unterstufe hat sich nichts geändert." Der Versuch der SPÖ-Unterrichtsministerin Schmied, mit verbesserten Ressourcen und Lernbedingungen der NMS auch AHS-Standorte für die gemeinsame Schule zu gewinnen, war kein Schritt in Richtung gemeinsame Schule, sondern eine Kapitulation vor dem reformresistenten Koalitionspartner ÖVP."

Für die Unabhängigen GewerkschafterInnen war die Zustimmung der ÖVP-Landeshauptleute zur flächendeckenden Einführung der NMS an "ihren" Landes-Hauptschulen kein Gesamtschulkompromiss, sondern eine gute Möglichkeit, zusätzliche, vom Bund bezahlte LandeslehrerInnen-Dienstposten zu bekommen. Die widmungsgemäße Verwendung konnte vom Bund nur im Nachhinein kontrolliert werden. Die Bundes-ÖVP hat diesem Deal 2012 zugestimmt und mit der SPÖ die landesparteipolitisch erwünschte NMS neuen Regel-Hauptschule gemacht.

Die von Schmied angestrebte personelle Kooperation von NMS-Hauptschulen mit AHS-Unterstufen konnte nicht funktionieren. Das Nebeneinander von neun Landesschulverwaltungen, die die NMS-Hauptschulen und LandeslehrerInnen regieren, und dem für AHS und BundeslehrerInnen zuständigen Bund hat das ebenso verhindert wie ideologische und standespolitische Vorbehalte von AHS-LehrerInnen und Eltern.

Zwt: Österreichs Schulen brauchen eine bundesweit einheitliche Verwaltung, keine Verländerung und kein "Föderalistan"

"Das Beenden der Mehrgleisigkeiten ist eine Voraussetzung für das Gelingen notwendiger Schulreformen. Nicht nur für die gemeinsame Pflichtschule müssen die Landesschulräte und Landesschulämter durch Bildungsdirektionen ersetzt werden, die für alle Schularten und alle LehrerInnen zuständig sind, die Schulen beraten und unterstützen, und die dem Bildungsministerium nachgeordnete Behörden sind", erklärt UGÖD-Gewerkschafter Reinhart Sellner: "Den Landeshauptleuten unterstellte Landes-Bildungsdirektionen sind kein Beitrag zur Überwindung der föderalistische Zersplitterung, im Gegenteil."

Die ÖVP-Landeshauptleute Pühringer und Pröll haben am Wochenende eine Kampagne für die Verländerung aller LehrerInnen, für noch mehr Föderalismus und eine von den Landesparteien gegängelte Schulautonomie gestartet. Der am 3. März veröffentlichte NMS-Evaluationsbericht kommt da ungelegen, denn er stellt nicht nur der Bundespolitik von SPÖ und ÖVP, sondern auch den für die NMS-Hauptschulen zuständigen Landesschulverwaltungen ein schlechtes Zeugnis aus.

Zwt: Schulautonomie braucht demokratische Mitbestimmung der LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen!

Als Ausweg und zur Ablenkung vom NMS-Desaster muss einmal mehr die Schulautonomie herhalten. "Für die ÖVP und für machtbewusste Landeshauptleute soll mehr Autonomie für SchuldirektorInnen auch in Zukunft den Landespartei-Einfluss auf die Bestellung der DirektorInnen und auf `ihre´ LandeslehrerInnen sichern, die Machtansprüche der Länder und das sozial benachteiligende Nebeneinander von NMS und AHS-Unterstufe werden davon nicht berührt," schließt der UGÖD-Vorsitzende, "und beim Fortschreiben des bildungsfeindlichen Budgetsparkurses sind sich beide Regierungsparteien immer noch einig."

"Die Unabhängigen GewerkschafterInnen der UGÖD halten dagegen", bringt es die Tiroler APS-Vertreterin der UGÖD auf den Punkt: Bildung kostet. Eine neue österreichische Schule braucht

- klare bundesgesetzliche Entscheidungen über die Schulorganisation, über Bildungs-, Lehr- und Lernziele,

- ausreichende und die soziale Lage der Lernenden berücksichtigende Ressourcen für alle Schulen,

- autonome Schulen mit demokratisch gewählte Schulleitungsteams, die Bildungsziele eigenverantwortlich, gemeinsam mit LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern umsetzen."

Für Gary Fuchsbauer, ÖLI-UG-Koordinator und stellvertretender Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft, zeigt die NMS-Evaluation einmal mehr, "dass verbesserte Ressourcen und motivierte, in ihrer Arbeit unterstützte LehrerInnenteams gemeinsam mit ihren SchülerInnen das Schulklima und damit auch die Lernsituation verbessern, Angst und Aggressionsbereitschaft abbauen können."

Der Kampf für eine bessere, menschenfreundlichere Schule geht weiter.

Rückfragehinweis: Reinhart Sellner, UGöD Vorsitzender Tel: 0676/343 75 21 Internet: www.oeli-ug.at Reinhart Sellner, ÖLI/UG AHS: reinhart.sellner@gmx.at Gary Fuchsbauer, ÖLI/UG BMHS:  fuchsbauer@oeli-ug.at  Barbara Gessmann, Wilfried Mary, ÖLI/UG APS: barbara@gessmann.at, mayr@oeli-ug.at Internet: www.oeli-ug.at, www.ugoed.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/3521/aom

 


 

OTS0176 KI 06.03.2015 13:42:50

 

"Bürgeranwalt" am 7. März: Kein Unterricht für Autisten

 

Klaus Unterberger präsentiert in der in HD produzierten Sendung "Bürgeranwalt" am Samstag, dem 7. März 2015, um 17.30 Uhr in ORF 2 folgende Fälle:

Kein Unterricht für Autisten

Der elfjährige Florian leidet unter Asperger-Autismus. Er neigt auch zu aggressivem Verhalten gegenüber Lehrern und Mitschülern, behauptet die Schulbehörde, weshalb er schon mehrmals die Schule wechseln musste. Seine Eltern sind verzweifelt, sie sehen den Grund für alle Probleme im Mangel an Assistenzlehrkräften. Kann Volksanwalt Dr. Peter Fichtenbauer helfen?

Schulbehörde: Nichtgenügend - setzen?

Das BRG Keimgasse in Mödling in Niederösterreich leidet unter akuter Platznot. Zahlreiche Wanderklassen, "dislozierter Unterricht" und Klassen in Containern sind schulischer Alltag. Landeschulrat und Ministerium würden das Platzproblem auf die lange Bank schieben, meinen Elternvertreter/innen, die sich vergangenes Jahr an die Volksanwaltschaft gewandt hatten. Hat sich seit dem Bericht im April des Vorjahres etwas verbessert?

Schlaganfall nicht erkannt?

Ein junger Kärntner erlitt einen Schlaganfall. Alle Symptome, meint er, hätten darauf hingedeutet, doch im Krankenhaus diagnostizierte man einen Hitzschlag. Deshalb hat der Mann das Krankenhaus auf Schadenersatz geklagt. Aber die Gerichte urteilten: Kein ärztlicher Kunstfehler. Der Anwalt des Mannes hat sich jetzt an den Obersten Gerichtshof gewandt.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

Das gesamte TV-Angebot des ORF - ORF eins, ORF 2, ORF III sowie ORF SPORT + - ist auch im HD-Standard zu empfangen. Alle Informationen zum ORF-HD-Empfang und zur Einstellung der neuen HD-Angebote finden sich auf der Website hd.ORF.at, die ORF-Service-Hotline 0800 / 090 010 gibt kostenfrei aus ganz Österreich persönliche Hilfestellung.

Rückfragehinweis: ORF-Pressestelle Karin Wögerer Tel.: (01) 87878 - DW 12913 http://presse.ORF.at


Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/248/aom

 


 

OTS0159 WI, CI 06.03.2015 12:53:52

 

Ausbildungsoffensive für Jugendliche: die Produktionsschule

 

Sozialminister Rudolf Hundstorfer stellte am Freitag bei einer Pressekonferenz während der BeSt-Messe in Wien eine neue Initiative zur Verbesserung der Einstiegschancen von Jugendlichen ins Berufsleben vor. Die sogenannte "Produktionsschule" ist bereits seit Jänner dieses Jahres ein weiteres Leistungsangebot des NEBA Netzwerk Berufliche Assistenz.

Österreich hat nach wie vor die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeitsquote innerhalb der EU. In Zahlen ausgedrückt sind das rund 75.000 Jugendliche. Besonders betroffen sind Jugendliche mit einer körperlichen oder sozialen Behinderung. "Wir müssen in jedem Einzelfall versuchen, die Potenziale dieser Jugendlichen zu stärken. Denn auch die Wirtschaft fordert eine bessere Vorbildung der Jugendlichen und mehr soziale Kompetenzen für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben", erklärte Sozialminister Hundstorfer. Seit Jahresbeginn bietet daher das Sozialministeriumservice innerhalb seiner NEBA-Leistungen wie Jugendcoaching, Berufsausbildungsassistenz, Arbeits- und Jobassistenz die Produktionsschule als weitere Möglichkeit an, bestehende Bildungsdefizite auszugleichen. "In der Produktionsschule geschieht dies auf der einen Seite durch praktisches Arbeiten für bestimmte Berufsbilder und andererseits durch Lernen in der Wissenswerkstatt sowie verschiedene persönlichkeitsbildende Angebote." Ziel sei es generell, so Mag. Charlotte Welzl von der Volkshilfe Jobfabrik, das Selbstwertgefühl der Jugendlichen zu stärken.

Vergleichbare Bemühungen setzte das Sozialministeriumservice auch im Vorjahr mit der Arbeitsmarktinitiative "NEBA-Schnuppertage", die 2014 bereits zum zweiten Mal österreichweit organisiert wurden. Insgesamt wurden 1.300 Schnuppertage für mehr als 300 Berufsbilder geboten. "Das starke Engagement der Wirtschaft lässt sich auch damit begründen", so der Leiter des Sozialministeriumservice Dr. Günther Schuster, "da der Mangel an Fachkräften evident ist und es nach wie vor in vielen Fällen Berührungsängste seitens der Unternehmen gibt, wenn es um die Beschäftigung von Menschen mit Benachteiligung geht."

Bei der Pressekonferenz begründeten Unternehmensvertreter aber auch, warum sie sich für das Thema engagieren. Der Vorstandsvorsitzende von Siemens Österreich, Wolfgang Hesoun, betonte in seinem Statement, dass man Jugendlichen Mut machen müsse, spannende, aber eben oft auch fordernde Berufe zu ergreifen. "Unabhängig von körperlichen Einschränkungen, oder auch Geschlecht, sollte alleine die Neugier, Motivation und das Interesse junger Menschen ausschlaggebend für den weiteren Berufsweg sein." Um dieses Potenzial zu heben, müssten die vielleicht noch bestehenden Berührungsängste auf beiden Seiten abgebaut werden. Ebenso wie die Siemens AG beschäftigt auch auch die ELK Fertighaus GmbH, die an den NEBA-Schnuppertagen im vergangenen Jahr teilgenommen hat, Menschen mit Behinderung. "Das betrifft nicht nur Lehrlinge, sondern auch Mitarbeiter, die durch Krankheit oder einen Unfall einen Schicksalsschlag erlitten haben. Sie bleiben entsprechend ihren Fähigkeiten und Stärken selbstverständlich weiterhin im Unternehmen", so Elk-Geschäftsführer Marcus Ramsauer.

Zwtl.: Über das NEBA Netzwerk Berufliche Assistenz

Im NEBA Netzwerk http://www.neba.at bieten rund 240 Organisationen in ganz Österreich insgesamt vier Beratungs-, Unterstützungs- und Serviceleistungen für Menschen mit Behinderung sowie für Jugendliche mit Benachteiligungen am Arbeitsmarkt an. Das gemeinsame Motto aller NEBA-Angebote Jugendcoaching, Berufsausbildungsassistenz, Jobcoaching und Arbeitsassistenz lautet: Erfolgreich am Arbeitsmarkt.

NEBA ist eine Initiative des Sozialministeriumservice http://www.sozialministeriumservice.at, das dem NEBA-Netzwerk 2013 insgesamt rund 54 Mio Euro zur Verfügung gestellt hat.

Fotos von Jugendlichen sowie Videomaterial übermitteln wir gerne auf Anfrage.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis: sowie Fotos/Videos:    NEBA-Medienbüro: www.neba.at Mag. Karina Tajmar (MSc,  A) Agentur CM Creative http://www.creative-ms.com E: ktajmar@creative-ms.com M: +43 (0) 699 814 974 34

Dr. Peter Tajmar E: ptajmar@creative-ms.com  M: +43 (0) 676 418 40 31 T: +43 (0) 1 293 47 19

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/16888/aom

 


 

OTS0157 II 06.03.2015 12:51:30

 

Hundstorfer bei BeSt: „Es muss für jeden Jugendlichen eine faire Chance auf gute und fundierte Ausbildung geben“

Utl.: Die sehr erfolgreichen NEBA-Schnuppertage werden künftig ganzjährig angeboten

 

"Eines der wichtigsten gesellschaftlichen Ziele ist, dass jeder Mensch in unserem Land eine faire Chance bekommt, um sein Potenzial nützen und um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Eine gute, fundierte Ausbildung ist dazu die wichtigste Voraussetzung", erklärte Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer am Freitag. Bei der Pressekonferenz anlässlich der vom Sozialministerium unterstützten "Messe für Beruf, Studium und Weiterbildung" (BeSt) nahmen neben dem Arbeitsminister auch Günther Schuster (Leiter des Sozialministeriumservice), Wolfgang Hesoun (Vorstandsvorsitzender der Siemens AG Österreich), Marcus Ramsauer (Geschäftsführer ELK Fertighaus GmbH), Charlotte Welzl (Stv. Leiterin der Produktionsschule Volkshilfe Beschäftigung Jobfabrik) und mehrere betroffene Jugendliche teil. "Die sehr erfolgreichen NEBA-Schnuppertage werden in das Regelprogramm übernommen und nun nicht mehr zu einer bestimmten Zeit, sondern ganzjährig angeboten", kündigte Hundstorfer an. ****

Mit den NEBA-Schnuppertagen (NEBA: Netzwerk Berufliche Assistenz)- die zwischen ein und drei Tagen dauern - können Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren mit Vermittlungseinschränkungen - erste berufliche Eindrücke gewinnen, etwa im Einzelhandel, in der Systemgastronomie oder im Restaurantbereich.

Dieses Projekt war äußerst erfolgreich. Im vergangenen Herbst haben an den NEBA-Schnuppertagen 300 Unternehmen teilgenommen, die insgesamt 1.300 Schnupperplätze angeboten haben. Das sind doppelt so viele wie im Jahr 2013, als diese Aktion gestartet ist. "Damit setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt, um benachteiligten Jugendlichen Möglichkeiten und Chancen für eine Berufsausbildung und damit für ein selbstbestimmtes Leben zu eröffnen", betonte Hundstorfer.

Zwtl.: Früher Schulabgang ist Hauptursache für Jugendarbeitslosigkeit

"Wir haben in Österreich zwar mit der zweitniedrigsten Jugendarbeitslosigkeit in Europa weiterhin einen Spitzenplatz", erklärte Hundstorfer. Dennoch sind im Durchschnitt rund 75.000 Jugendliche zwischen 15 und 24 weder in Ausbildung noch im Erwerbsleben. "Hauptursache ist ein früher Schulabgang. Um das zu verhindern, haben wir in den vergangenen Jahren eine Reihe von Maßnahmen gesetzt, wie die Ausbildungsgarantie, das Jugendcoaching, das Netzwerk Berufliche Assistenz oder auch das Angebot der Produktionsschulen", erklärte Hundstorfer.

Alle diese Programme laufen sehr erfolgreich, über das Jugendcoaching konnten vergangenes Jahr 35.000 Jugendliche angesprochen werden. Die Produktionsschulen, die bis letztes Jahr "AusbildungsFit" hießen, sollen zusammengeführt und in NEBA integriert werden. Derzeit gibt es bundesweit ca. 2.000 TeilnehmerInnen in 42 Projekten. Durch die Zusammenführung werden ab 2016 deutlich über 3.000 Jugendliche pro Jahr von diesem Angebot profitieren.

Hundstorfer verwies auch auf den "nächsten Entwicklungsschritt", die im Regierungsprogramm festgelegte Ausbildungspflicht bis zum 18. Lebensjahr ab dem Schuljahr 2016/17. "Denn eines ist bewiesen, nur mit der Pflichtschule allein gibt es ein sechsmal höheres Risiko der Arbeitslosigkeit, der Armutsgefährdung und der Altersarmutsgefährdung", betonte Hundstorfer. (Schluss) up/mb

Rückfragehinweis: SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien  01/53427-275 http://www.spoe.at/impressum

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/195/aom

 


 

APA0311 WI, II, XI 06.03.2015 12:45:03

 

Produktionsschulen sollen Übergang in Ausbildung erleichtern

Utl.: Nach Pilotjahr ab heuer bundesweites Angebot - Auf ein Jahr ausgelegte Überbrückungsmaßnahme - Sozialminister rechnet mit 2.000 Produktionsschülern

 

Jugendliche, die aus verschiedenen Gründen noch nicht bereit sind, nach Ende der Schulpflicht eine weiterführende Ausbildung oder Schule zu machen, sollen künftig in "Produktionsschulen" gezielt darauf vorbereitet werden. Das erklärte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) am Freitag vor Journalisten. Im Pilotjahr 2014 durchliefen fast 1.300 Jugendliche das Angebot, heuer sollen es 2.000 sein.

Bei einer Produktionsschule handelt es sich um eine auf ein Jahr ausgelegte Überbrückungsmaßnahme auf dem Weg in eine berufliche oder weitere schulische Ausbildung. Jugendliche werden auf mehreren Ebenen unterstützt: Praktisches Arbeiten wird in einem Trainingsmodul erlernt, in der "Wissenswerkstatt" versuche man auch schulische Defizite aufzuholen, außerdem gibt es verschiedene persönlichkeitsbildende sowie Sport- und Bewegungsangebote, erklärte Charlotte Welzl, die mit der "Volkshilfe Jobfabrik" eine solche Einrichtung stellvertretend leitet.

Die meisten Teilnehmer hätten "schlechte Startvoraussetzungen", viele schlechte Erfahrungen in der Schule gemacht und könnten nur dementsprechend durchwachsene Zeugnisse vorweisen. Wenn dann gleich die ersten Absagen auf der Suche nach Lehrstellen folgen, führe das zu Demotivation. Dem könne man gegensteuern, indem die Jugendlichen in Trainings fordernde, aber machbare Aufgaben bearbeiten. Oft müsse erst gelernt werden, dass ihre Arbeit auch etwas wert sein kann, so Welzl.

Solche Angebote seien wichtig, "auch wenn es da oder dort länger dauert und viel Unterstützung braucht", so Hundstorfer angesichts der Tatsache, dass Menschen mit lediglich einem Pflichtschulabschluss ein sechs Mal so großes Risiko haben, arbeitslos zu werden oder von Altersarmut betroffen zu sein. Integriert werden die Produktionsschulen - ob das Angebot dann flächendeckend auch so heißen wird, sei noch offen - in das "Netzwerk Berufliche Assistenz" (NEBA). Über diese Initiative, die österreichweit etwa 200 Anbieter repräsentiert, wurden im vergangen Jahr 48.800 behinderte, in irgendeiner Form benachteiligte oder ausgrenzungsgefährdete Jugendliche betreut, erklärte Günther Schuster vom Sozialministerium. 35.500 davon wurden im Rahmen des "Jugendcoachings" unterstützt. Hier zeige sich, wer eine intensivere Vorbereitung im Rahmen einer Produktionsschule brauche.

Neu ist das Konzept allerdings nicht: Die erste solche Einrichtung wurde bereits vor acht Jahren in Linz ins Leben gerufen, erklärte Hundstorfer. Mit der Integration in das im vergangenen Jahr mit 78,5 Mio. Euro vom Sozialministerium finanzierte NEBA-Netzwerk fasse man seit Beginn des Jahres nun bundesweit 42 Projekte an verschiedenen Einrichtungen unter einem Dach zusammen.

(S E R V I C E - Internet: http://www.neba.at/downloads/produktionsschule.html)

 

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Mit freundschaftlichen Grüßen

 

Kurt Schober
Klubsekretär

SPÖ-Parlamentsklub
01/40110-3569

0664 / 44 45 005
kurt.schober@spoe.at

 

SPÖ-Parlamentsklub

www.klub.spoe.at

 

 

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