Mittwoch, 8. April 2015

2015.04.08: Bildung

APA0163 II, XI 08.04.2015 11:04:36

 

Neue Mittelschule: Heinisch-Hosek froh über flexiblere Zusatzstunden

Utl.: Bildungsministerin geht nicht auf Mitterlehner-Kritik ein - BILD

Schule/Regierungspolitik/Österreich

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat sich am Mittwoch erfreut über die geplanten flexibleren Zusatzstunden für die Neue Mittelschule (NMS) gezeigt. Auf Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP), der sich zuletzt äußerst skeptisch zur NMS geäußert hatte, ging Heinisch-Hosek vor dem Ministerrat gegenüber Journalisten nicht direkt ein.

Sie freue sich sehr, dass die Regierung bei ihrer Klausur in Krems beschlossen habe, dass die sechs Zusatzstunden in den NMS flexibler eingesetzt werden können. Das soll am Mittwoch im Ministerrat formal beschlossen werden. Derzeit müssen diese vom Bund zusätzlich bezahlten Stunden in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch verwendet werden - etwa für einen zweiten Lehrer in der Klasse (Team Teaching). Künftig sollen sie auch für andere Schwerpunktfächer eingesetzt werden können.

Wenn man Veränderungen und Verbesserungen will, müsse man auch "ansetzen", so Heinisch-Hosek. Sie glaube, dass Mitterlehner das auch so gemeint habe. Nun müsse man schauen, was die Schüler brauchen. Sie möchte sich etwa die siebenteilige Notenskala an den NMS ansehen. "Es wird natürlich gut begleitet und kontrolliert, wie die sechs Stunden eingesetzt werden", so die Ressortchefin. Es sei wichtig, auf die Qualität zu achten.

Lediglich eine Umschichtung von den Hauptgegenständen weg sah sie auf Journalistenfrage nicht. "Das System der Neuen Mittelschule ist ein gutes. Das System der Trennung mit zehn (Jahren, Anm.) ist ein schlechtes." Sie halte es nach wie vor für nicht in Ordnung, die Kinder bereits in diesem Alter zu trennen. Mit 14 Jahren wäre es früh genug.

Auch aus der ÖVP höre sie immer wieder Stimmen, die für ganztägig verschränkte Schulformen plädierten. Mitterlehner spreche außerdem bei den Zehn- bis 14-jährigen von Modellregionen - und wenn dies der erste Schritt ist, sei sie dafür, meinte Heinisch-Hosek.

Wenig Freude mit der ÖVP-Kritik an der NMS haben die sozialdemokratischen Pflichtschullehrer-Gewerkschafter. Deren Vorsitzender Thomas Bulant forderte in einer Aussendung von Heinisch-Hosek einen "Stopp der Entwicklungsarbeit an den Neuen Mittelschulen" - "bis auch der Koalitionspartner das Engagement der LehrerInnen für die Unterrichtsentwicklung an Neuen Mittelschulen schätzt und anerkennt, dass der Unterricht von Kindern aus bildungsfernen Schichten ressourcenintensiver ist als der von SchülerInnen aus bildungsnahen Schichten!". Auch Bulant sprach sich für eine gemeinsame Schule aus, die er "Langform Pflichtschulzeit" bzw. "Schule für alle" nennt.

Vier Wochen vor Start der Zentralmatura zeigte sich Heinisch-Hosek außerdem überzeugt, dass diese "gut funktionieren" wird. Es stecke viel Logistik dahinter. Die Schüler seien aber gut gerüstet, das zeigten die (derzeit laufenden) Präsentation der vorwissenschaftlichen Arbeiten.

(schluss) jul;me;aku;ks

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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