Freitag, 10. April 2015

2015.04.10: Bildung

OTS0089 II, XI 10.04.2015 11:19:22

 

Walser: Sparen bei sündteurer Verwaltung statt Mehrarbeit für Lehrkräfte

Utl.: Heinisch-Hosek darf sich von Schelling nicht erpressen lassen

Bildung/Schule/Lehrerarbeitszeit/Grüne

"Bildungsministerin Heinisch-Hosek hat sich von Finanzminister Schelling erpressen lassen. Zum Handkuss kommen LehrerInnen und SchülerInnen", äußert sich Harald Walser, Bildungssprecher der Grünen, enttäuscht über das mangelnde Durchsetzungsvermögen der Bildungsministerin gegenüber dem Finanzminister. Statt entschiedener Schritte in Richtung Schul- und Bildungsreform zu setzen, sollen nun die Lehrkräfte das völlig aus dem Ruder gelaufenen Unterrichtsbudgets mit zwei Stunden Gratis-Mehrarbeit retten: "Wir warnen seit über einem Jahr mit sehr präzisen Zahlen zur budgetären Unterdotierung. Gegenmaßnahmen oder gar Strukturreformen? Fehlanzeige! Nun sollen die Lehrerinnen und Lehrer die Zeche bezahlen."

Walser sieht Alternativen: "Wir haben große Einsparungsmöglichkeiten, leisten wir uns in Österreich doch eine sündteure Schulverwaltung, das Nebeneinander von drei Schultypen und ein ineffizientes Inspektionssystem - keines dieser Probleme wurde auch nur annähernd angegangen. Das ist fahrlässig." Gleichzeitig warnt der Grüne Bildungssprecher vor weiteren Ho-Ruck-Aktionen, um aus der Finanzmisere zu entkommen: "Was kommt nächstes Jahr, wenn zu den jährlichen strukturellen Steigerungen noch die heuer gestundeten Mietzahlungen an die BIG fällig werden?"

Es brauche entschiedene Schritte zu einer Gesamtreform des Bildungswesens in Österreich. Walser: "Da ist auch die ÖVP gefordert, die endlich ihre Blockadehaltung aufgeben muss. Die Vorschläge für eine einheitliche Schulverwaltung liegen auf dem Tisch, die Vorteile einer Gemeinsamen Schule sind nicht von der Hand zu weisen, nur die Umsetzung muss nun endlich in Angriff genommen werden. Mit den Grünen wird es kein Kaputtsparprogramm im Bildungsbereich geben."

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APA0113 II, XI 10.04.2015 09:57:19

 

Lehrer-Arbeitszeit: Erhöhung würde "Kampfmaßnahmen garantieren"

Utl.: Lehrer-Gewerkschafter Kimberger aber "noch gelassen"

Schule/Lehrende/Österreich

Eine Erhöhung der Lehrverpflichtung würden die Lehrer nicht widerstandslos hinnehmen. So kommentierte der Chef der ARGE Lehrer in der GÖD, Paul Kimberger, eine Meldung der "Krone" (Freitag-Ausgabe), wonach die Pädagogen zwei Stunden länger in der Klasse stehen sollen. "Sollte sich das bestätigen, werden wir entsprechend reagieren. Dann kann ich Kampfmaßnahmen garantieren", so Kimberger zur APA.

Die "Krone" hatte berichtet, dass die Regierung plane, die wöchentliche Lehrverpflichtung um zwei Stunden zu erhöhen. Im Finanz- und Bildungsministerium wurde dies auf APA-Anfrage jedoch nicht bestätigt. Das Finanzressort verwies darauf, dass man erst mitten im Budgeterstellungsprozess sei.

Insgesamt soll die Maßnahme laut "Krone" rund 360 Mio. Euro pro Jahr bringen - das entspricht in etwa dem von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zuletzt genannten Sparbedarf in ihrem Ressort. Eine Erhöhung der Unterrichtszeit um eine Stunde bringt knapp 200 Mio. jährlich.

Noch sieht Kimberger die Sache zwar "gelassen": "Eine Meldung der 'Krone', die von keiner Seite bestätigt wird, ist einmal nur eine Meldung der 'Krone'. Sollte man aber eine verfehlte rote Ressortpolitik, wo man jetzt draufkommt, dass zu wenig Geld da ist, auf dem Rücken der Lehrer kaschieren wollen, dann wird das von uns in keiner Weise akzeptiert."

Für eine Gruppe kommt eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung übrigens garantiert: Im Herbst werden voraussichtlich die ersten Lehrer angestellt, für die das Ende 2013 beschlossene Lehrerdienstrecht gilt. Dieses bringt eine - allerdings nicht einheitliche - Erhöhung der Lehrverpflichtung mit höheren Anfangsgehältern bei später abgeflachter Gehaltskurve. Außerdem gilt es vorerst nur auf freiwilliger Basis für neu eintretende Pädagogen - für Neueinsteiger verpflichtend wird es erst 2019. Bereits im Dienst befindliche Lehrer sind davon nicht betroffen.

(schluss) aku;cm;bei

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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