Freitag, 10. April 2015

2015.04.10: Bildung

OTS0131 II 10.04.2015 12:21:25

 

Jank zur Sexualerziehung an den Schulen: BMBF muss den Erlass gemeinsam mit Schulpartnern und Eltern erarbeiten

Utl.: ÖVP-Bildungssprecherin appelliert an Heinisch-Hosek, breiten Konsens zu suchen

Parlament/ÖVP/Bildung/Jank

Der neue Grundsatzerlass "Sexualerziehung" des BMBF muss mit den Familien-Vertretern und den Schulpartnern einvernehmlich erarbeitet werden, sagte heute, Freitag, ÖVP-Bildungssprecherin Abg. Brigitte Jank anlässlich der mit heutigem Tag endenden Stellungnahmefrist und bemängelte den kurzen Zeitraum, welcher zur Stellungnahme eingeräumt wurde. Damit werde die Zusage der Bundesministerin in der entsprechenden Anfragebeantwortung vom 19. Jänner 2015 unterlaufen. "Sexualerziehung darf nicht von einer Zusammenarbeit mit den Eltern losgelöst erfolgen. Eltern haben ein Recht, die Werteorientierung ihrer Kinder maßgeblich zu gestalten und die Kinder vor Gefahren zu bewahren. Daher sind diese in jeder Phase einzubinden", sagte Jank.

Sexualerziehung muss altersgerecht sein und Werteorientierung sowie Themen wie Liebe oder Partnerschaft berücksichtigen, so die Abgeordnete weiter. "Ich appelliere an die Bundesministerin, ihre Verantwortung wahrzunehmen und erwarte, dass ein breiter gesellschaftlicher Konsens herstellt wird", sagte Jank unter Hinweis auf ihre diesbezügliche parlamentarische Anfrage vom November des Vorjahres abschließend. (Schluss)

Rückfragehinweis:
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APA0281 II, XI 10.04.2015 12:51:23

 

Lehrer-Arbeitszeit: Dauerthema der Innenpolitik

Utl.: Neues Dienstrecht bringt schon Erhöhung der Lehrverpflichtung - Gilt aber erst ab 2019 verpflichtend für Neo-Lehrer - Außerdem höhere Anfangsgehälter

Lehrende/Budget/Schule/Österreich/Hintergrund

Eine Erhöhung der Lehrer-Arbeitszeit ist eine Art Dauerthema der österreichischen Innenpolitik. 2009 scheiterte Ex-Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) mit diesem Vorschlag. 2013 wurde ein (allerdings erst ab 2019 verpflichtendes) neues Dienstrecht für neu eintretende Pädagogen beschlossen, das eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung (bei höheren Anfangsgehältern) beinhaltet.

Wenig Glück hatte Schmied im Februar 2009, als sie von den Lehrern forderte, als "Solidarbeitrag" in der Wirtschaftskrise zwei Stunden mehr in der Klasse zu stehen. Es folgen erboste Reaktionen der Gewerkschaft, mit der Schmied in den folgenden Wochen verhandelte. Schon im April folgte aufgrund mangelnder Unterstützung der Regierungsspitze dann der Verzicht Schmieds auf die Maßnahme - verbunden mit der Ankündigung, "gleich übermorgen" Verhandlungen über ein neues Dienstrecht zu beginnen.

Das kam dann mit etwas Verspätung Ende 2013 - maßgeblich verhandelt von Schmieds späterer Nachfolgerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Es gilt allerdings ausschließlich für neu eintretende Lehrer und ist erst ab 2019 verpflichtend - davor können die Neo-Lehrer ab kommendem Herbst aber dafür optieren.

Derzeit gelten für Bundeslehrer (AHS, BMHS) und Landeslehrer (Pflichtschulen) unterschiedliche Dienstrechte. Bundeslehrer haben dabei grundsätzlich eine Lehrverpflichtung von 20 Stunden pro Woche, wobei aber etwa Schularbeitsfächer höher bewertet werden und de facto zu einer niedrigeren Stundenbelastung führen, Fächer wie Turnen oder Musikerziehung zu einer höheren. Die Bandbreite reicht dabei von ca. 18 bis im Extremfall 24 Stunden. Tätigkeiten wie Vorbereitung, Korrekturarbeiten, Fortbildung usw. werden nicht näher geregelt und sind quasi inkludiert.

Pflichtschullehrern wird in ihrem Dienstrecht dagegen eine Jahresarbeitszeit von knapp 1.800 Stunden vorgegeben, die sich zahlenmäßig auf drei Töpfe (Unterricht, Vor-/Nachbereitung, Sonstiges) verteilen. "Umgerechnet" auf Wochen-Unterrichtsstunden entspricht dies etwa 20 bis 22 Stunden.

Das für beide Lehrergruppen geltende, 2013 beschlossene neue Lehrerdienstrecht bringt zwar eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung auf grundsätzlich 24 Stunden - allerdings gleichzeitig auch eine Erhöhung der Anfangsgehälter (bei späterer Abflachung der Gehaltskurve) und damit budgettechnisch kurzfristig keine dringend gesuchten Einsparungen. Außerdem gibt es zahlreiche Ausnahmen: Klassenvorstände (und damit praktisch alle Volksschullehrer), Mentoren bzw. Kustoden und Beratungslehrer können sich insgesamt bis zu zwei Stunden sparen, müssen also nur 22 Stunden in der Klasse stehen. Lehrer der Sekundarstufe 2 (v.a. AHS-Oberstufe, berufsbildende mittlere und höhere Schulen/BMHS), die Schularbeitsfächer unterrichten, müssen ebenfalls um bis zu zwei Stunden kürzer unterrichten.

(schluss) aku;nt;ham

APA0207 II, XI 10.04.2015 11:46:36

 

Lehrer-Arbeitszeit: Ministerin kann sich "Neubewertung" vorstellen

Utl.: Ministerin um Beruhigung bemüht - Kritik an erster Reaktion der Lehrergewerkschaft

Schule/Lehrende/Wien

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) kann sich prinzipiell eine Neubewertung des "alten Vorschlags" zur Anhebung der Unterrichtsverpflichtung für Pädagogen vorstellen. "Reden kann man über alles", sagte sie am Freitag vor Journalisten. Sie wolle aber in erster Linie beruhigen - von konkreten Gesprächen sei man weit entfernt. Für Gedanken an Kampfmaßnahmen sei es viel zu früh.

Eine Erhöhung der Lehrverpflichtung um zwei Stunden würde in der Tat rund 360 Millionen Euro an jährlichen Einsparungen bringen, so Heinisch-Hosek. Laut einer allerdings schon vor mehreren Jahren erstellten Berechnung ihres Ressorts spare eine Wochenstunde zusätzlicher Lehre eine Summe zwischen 150 und 180 Mio. Euro.

Man sei allerdings noch mit niemandem zu der Frage in Kontakt getreten. Es gelte erst zu klären, woher der Vorschlag überhaupt komme, so Heinisch-Hosek. Auch der öffentliche Dienst müsse seinen Beitrag zur Erfüllung des Finanzrahmens leisten. "Eine Gruppe hier jetzt herauszuziehen" hält die Ministerin aber für verfrüht.

Dass der Chef der ARGE Lehrer in der GÖD, Paul Kimberger, auf lediglich eine Zeitungsmeldung nun "ungestüm" reagiere und bereits Kampfmaßnahmen in Aussicht stellt, sollte sich eine Umsetzung dieser "Einzelmaßnahme" konkretisieren, hält die Ministerin ebenfalls für verfrüht.

(schluss) nt;aku;ham

APA0203 II, XI 10.04.2015 11:42:12

 

Spindmiete, Kopien, Reparaturen: Eltern fordern Schulgeldfreiheit ein

Utl.: Eltern-Verband ließ "versteckte Kosten" erheben

Schule/Elternvertretung/Wien

Im Paragraf fünf des Schulorganisationsgesetzes ist die grundsätzliche Schulgeldfreiheit an öffentlichen Schulen festgelegt. Durch Spindmieten, Kopiergelder, Vorschreibungen für Schulbücher oder Reparaturkosten sieht der Verband der Elternvereine an den höheren und mittleren Schulen Wiens (VEV) diese mittlerweile ausgehöhlt. In einer Umfrage hat der VEV diese "versteckten Kosten" erheben lassen.

Für die Umfrage wurden Fragebögen an die knapp über 100 Mitglieds-Elternvereine des Verbands verschickt, von denen mehr als die Hälfte auch antwortete. Diese vertreten knapp 32.000 der rund 97.000 Schüler an den 155 höheren und mittleren Schulen Wiens.

Bisher hätten Eltern vor allem Exkursionen, Skikurse, Sprachwochen oder Landschulwochen aus eigener Tasche finanzieren müssen, so VEV-Vorsitzende Elisabeth Rosenberger bei einer Pressekonferenz am Freitag. Immer öfter kämen nun aber Kosten für Leistungen dazu, für die eigentlich der Staat aufkommen müsse: Dazu zählten etwa der Kauf von Schulbüchern, die Miete von Spinden, die EDV-Ausstattung oder dringende Renovierungsarbeiten an Schulen.

Insgesamt würden die Eltern jährlich hochgerechnet 31 Mio. Euro für Leistungen aufbringen müssen, die eigentlich Aufgabe des Staates wären, so Rosenberger. Im Schnitt seien das 319 Euro pro Kind.

Dazu zählen etwa Kosten für Schulbücher. "Da geht es aber nicht ums Reclamheft oder die Formelsammlung in der Oberstufe", meinte Rosenberger. Grundsätzlich sind Schulbücher zwar gratis und werden vom Familienlastenausgleichsfonds finanziert. Allerdings seien die Limits, in deren Rahmen die Schulen Schulbücher bestellen dürfen, seit 2010 nicht erhöht worden. Mittlerweile seien aber zahlreiche Bücher für die Zentralmatura adaptiert worden. Folge: Einerseits würden Eltern immer wieder aufgefordert, bestimmte Bücher selbst zu finanzieren, andererseits würden die Schulen deshalb verstärkt auf Kopien zurückgreifen und dafür Geld verlangen - pro Kind bis zu 45 Euro jährlich.

"Emotionalstes Dauerthema" sind fehlende Garderoben vor allem an älteren Schulen und deshalb eingehobene Spindmieten, so Rosenberger. Mittlerweile würde an etwa einem Drittel der AHS Spindmieten eingehoben, die bis zu 45 Euro jährlich betragen. Deutlich teurer sind Kosten für Laptops, deren Verwendung in immer mehr Schulen ab der fünften Klasse verpflichtend werde. "Noch unverständlicher" sei die Einhebung von Geld für die schulinterne EDV-Ausstattung.

"Viele Ausgaben sind so normal geworden, dass Eltern schon gar nicht mehr hinterfragen, ob das rechtens ist", meinte Rosenberger. Etwa ein Drittel der Elternvertreter fühle sich von den Direktoren moralisch unter Druck gesetzt, mit Beiträgen für bestimmte Anliegen einzuspringen - das gehe vom Auffüllen der Seifenspender über die Finanzierung von Sprachwochen bis zur Übernahme von Reparaturkosten am Gebäude. Dabei könne man den Schulleitern kaum einen Vorwurf machen, diese würden meist nur die Kürzung ihrer eigenen Budgets weiterreichen.

Eine Familie mit zwei Kindern komme laut einem VEV-Rechenbeispiel insgesamt auf Zusatz-Kosten für die Schule von jährlich rund 3.000 Euro. Etwas mehr als zwei Drittel davon - etwa für Exkursionen, Skikurse, Sprachwochen und Nachmittagsbetreuung - seien rechtlich gedeckt. Dazu kämen aber auch noch Mittel für Spindmieten, Schulbücher, Kopiergelder, EDV-Ausstattung und Gebäude-Sanierung.

Der Verband fordert daher die kostenlose Bereitstellung aller für den Unterricht nötigen Schulbücher, kostenfreie Garderoben und versperrbare Spinde sowie zumindest einen verbilligten Zugang zu für den Unterricht geeigneten Laptops. Die Budgets der Schulen dürften nicht weiter gekürzt werden. "Bei der Kostenfreiheit muss sich der Staat an seine eigenen Gesetze halten", so Rosenberger.

(schluss) aku;cm;ham

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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