Mittwoch, 15. April 2015

2015.04.15: Bildung

OTS0023 II 15.04.2015 09:11:08

 

Regierung setzt für die Steuerreform bis zu 7.000 Arbeitsplätze im Pflichtschulbereich aufs Spiel

Utl.: FSG-Bulant: Gewerkschaftlicher Widerstand ist vorprogrammiert. Aussage des Wiener Bürgermeisters entsetzt viele LehrerInnen.

Bildung/LehrerInnen/FSG/Bulant

"Auch wenn es im Zusammenhang mit einer "Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung" noch keine klaren Aussagen der Ressortverantwortlichen gibt, muss die Gewerkschaft die fatalen Folgen einer solchen Maßnahme aufzeigen", bekundet Thomas Bulant, FSG-Vorsitzender in der Gewerkschaft der PflichtschullehrerInnen. "In unseren Schulen gibt es so gut wie keine dauernden Mehrdienstleistungen. Eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung um 2 Stunden würde daher dazu führen, dass 10 Prozent der LehrerInnen nicht mehr weiterverwendet werden können oder entlassen werden müssen."

Die "Entlastung" des Bildungsbudgets würde durch arbeitslose JunglehrerInnen zu einer Kostenverlagerung ins Sozialressort führen. Gleichzeitig würde die Belastung für die an den Schulen verbleibenden LehrerInnen steigen. "Schon heute suchen viele Lehrkräfte an den Pflichtschulen nach 20 und mehr Dienstjahren um Teilzeit an, weil zu ihrer Unterrichtsarbeit all jene gesellschaftlichen und administrativen Probleme hinzugekommen sind, vor denen die Politik kapituliert hat", so Bulant.

"Die Art, wie in Österreich über die Lehrerarbeitszeit diskutiert wird, ist symptomatisch dafür, wie die Politik fahrlässig mit der Zukunft der jungen Generation umgeht", sagt der sozialdemokratische Gewerkschafter. "Arbeitszeitdiskussionen werden nicht als ein Teil pädagogischer Offensiven geführt, sondern immer dann, wenn es Budgetlöcher zu stopfen gilt." Diese wenig kreativen und nicht wertschätzenden "Ideen" zur finanziellen Entlastung des Bildungsressorts und zur Gegenfinanzierung der Steuerreform werden laut Bulant zu einem gemeinsamen Widerstand aller Lehrergewerkschaften führen. Dieser würde umso heftiger ausfallen, je populistischer die Politik ihre Arbeitszeiterhöhung für LehrerInnen zu argumentieren versucht.

"Von einem Millionär Hans-Jörg Schelling erwarte ich mir als Gewerkschafter kein Verständnis für 7.000 arbeitslose JunglehrerInnen. Die lehrerverachtenden Wortspenden des Wiener Bürgermeisters zur Arbeitsleistung von LehrerInnen entsetzen mich hingegen zutiefst", sagt Thomas Bulant.

Rückfragehinweis:
MMag. Dr. Thomas Bulant
Bundesvorsitzender der FSG in der Pflichtschullehrer/innengewerkschaft
Schenkenstraße 4/5
1010 Wien
Mail: thomas.bulant@apsfsg.at
Mobil: 069919413999


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Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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