Mittwoch, 15. April 2015

2015.04.15: Bildung

OTS0178 II 15.04.2015 13:49:02

 

ÖH: Unterrichtszeit nicht anhand einer populistischen Debatte diskutieren

Utl.: Arbeitszeit muss fair bezahlt werden - dazu braucht es Konzepte

Schule/Bildung/Universität/Wien

Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) sieht in der aktuellen Debatte rund um Arbeitszeit der Lehrer_innen keine sinnvolle Diskussion gegeben. "Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Arbeitszeit und Unterrichtszeit werden einfach in einen Topf geworfen. Süffisante und beleidigende Kommentare aus der Politik tragen hier absolut nichts zur Diskussion bei, sondern ziehen sie viel mehr ins Lächerliche", so Florian Kraushofer vom Vorsitzteam der ÖH. "Es braucht eine ernsthafte Diskussion, in der die Problematik anhand von konkreten Konzepten besprochen werden muss. Nur wenn klar ist, wie sich zusätzliche Unterrichtszeit auf die gesamte Arbeitszeit auswirkt und wie viel Arbeitszeit Lehrende in Österreich tatsächlich haben, kann hier ernsthaft diskutiert werden. Immerhin geht es darum den Schüler_innen zukünftig eine bessere Bildung mitzugeben und das kann nur durch echte Reformen des Schulsystems in Form einer Gesamtschule geschehen ", so Kraushofer weiters.

Für die ÖH ist es außerdem wichtig, dass die Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern an den Schulen die nötige Wertschätzung findet. "Eine Berufsgruppe, die eine derart wichtige Aufgabe erfüllt und unsere Zukunft maßgeblich mit gestaltet, darf von der Politik nicht als faul oder unwichtig portraitiert werden", so Kraushofer. "Wir fordern eine ernsthafte und wertschätzende Diskussion, in die auch die betroffenen Lehrenden eingebunden werden und ihre Anliegen gehört werden. Außerdem sollte für Bürgermeister Häupl klar sein, welche negativen Konsequenzen seine Aussagen in dieser Diskussion haben. Wir fordern ihn daher auf, sich bei den Lehrerinnen und Lehrern zu entschuldigen", so Kraushofer noch abschließend.

Rückfragehinweis:
ÖH - Österreichische Hochschüler_innenschaft
Daniel Böhm
Pressesprecher
Tel.: +43/676/888522-17
daniel.boehm@oeh.ac.at
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APA0332 II, WI, XI 15.04.2015 13:43:20

 

Budget: Foglar will für Bildungsressort mehr Geld

Utl.: ÖGB-Chef: Man sollte Budgetierung überdenken - Gegen Personalkürzungen bei Lehrern - Lehrer-Vertreter erneuerte Kritik an Spar-Ideen

Budget/Staatsbudget/Öffentliche Finanzen/ÖGB/Österreich/Wien

ÖGB-Chef Erich Foglar fordert für das Bildungsressort mehr finanzielle Mittel. Man solle die Budgetierung einfach überdenken, sagte der Gewerkschafts-Präsident am Mittwoch im Ö1-"Mittagsjournal" zu den Spar-Vorschlägen bei der Lehrerschaft. Im Bildungsbereich Personal einzusparen wäre "katastrophal".

Der ÖGB-Chef sagte, man müsse in der Verwaltung sparen - "aber so geht das nicht". Die neuerlich aufgekommene Diskussion um die Idee, die Unterrichtsverpflichtung für Lehrer um zwei Stunden auszudehnen, lehnte er erneut ab: "Gerade für den Bildungsbereich wäre es katastrophal, wenn man dort Personal wegspart."

Gefragt, wo denn die Bildungsministerin einsparen sollte, wenn nicht beim Personal, meinte Foglar: "Erstens einmal sollte man die Budgetierung ganz einfach überdenken." Offensichtlich gebe es das Problem, "dass man in den vergangene Jahren in der Budgetierung nicht alles erfasst hat, was man erfassen hätte müssen", so der Präsident. Das Ressort sollte "selbstverständlich" ein höheres Budget bekommen. "Denn Bildung ist der Schlüsselbereich im Land für vieles - für Chancengleichheit der Menschen, für die Wirtschaft, für die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Volkswirtschaft."

Foglar regte im "Mittagsjournal" auch an, das System des Finanzrahmens überhaupt zu überdenken. Der Finanzrahmen wird vom Finanzministerium vorgegeben, er legt fest, wie viel Geld die Regierung in den kommenden vier Jahren maximal ausgeben darf und enthält die Ausgaben-Obergrenzen für die einzelnen Ministerien. "Eigentlich könnte man eh jedes Ministerium auslassen", kritisierte er diese Praxis. Dann könnten gleich die Finanzfachleute im Finanzministerium jedes Ressort führen, so Foglar. "Wenn das ohnehin das Maß aller Dinge ist, dann hört sich jede Art von Politik auf. Ich glaube, das sollte man nicht tun."

Kritisch äußerte sich der ÖGB-Chef erneut zu den Aussagen von Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) zur Lehrer-Arbeitszeit ("Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig."): "Es wäre gut, wenn mehr Sensibilität an den Tag gegelt werden würde. Ich denke, Bürgermeister Häupl würde heute diesen Satz so nicht mehr sprechen." Er wolle allerdings "keine Haltungsnoten" über die Medien verteilen, sagte er.

Scharfe Ablehnung zur Ausweitung der Unterrichtsverpflichtung kam am Mittwoch erneut von Paul Kimberger, Chef der ARGE Lehrer in der Beamtengewerkschaft. Zwei Stunden mehr Unterricht würden zehn Prozent Arbeitsverlängerung gleichkommen. Damit würden bei einem aktuellen Stand von 127.000 Lehrern gut 12.000 Lehrer arbeitslos werden, rechnete der Lehrer-Vertreter in der Mittags-"ZiB" des ORF vor. Er erwarte sich nun Gespräche mit den Verantwortlichen in der Regierung. Danach werde die Gewerkschaft "wichtige und geeignete Reaktionen" geben.

(schluss) hac;aku;jul

APA0317 II, XI 15.04.2015 13:29:56

 

Lehrer - Häupl erntet weiter schlechte Noten für Arbeitszeit-Sager

Utl.: Auch rote Vertreter wenig begeistert - SLÖ: Äußerung "nicht witzig"

Schule/Bildung/Öffentlich Bedienstete/Wien

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) hat auch einen Tag nach seiner Aussage über die diskutierte Erhöhung der Unterrichtszeiten für Lehrer Kritik dafür einstecken müssen. Sogar rote Lehrervertreter zeigten sich "bestürzt". Dem Bürgermeister wurde unter anderem ein Schulbesuch nahegelegt.

Eine derartige Meldung schmerze, weil Häupl prinzipiell als schul- und lehrerfreundlich gelte, befand der Vorsitzende des Sozialdemokratischen LehrerInnenvereins Österreichs (SLÖ), Patrick Wolf. Die Äußerung sei nicht witzig und stoße alle Lehrer vor den Kopf. Der SLÖ empfahl all jenen, die "ernsthaft der Meinung sind", dass Lehrer nur 22 Stunden arbeiten, einen Besuch in einer Schule oder Gespräche mit Pädagogen.

Die Wiener Fachgruppen der AHS- und BMHS-LehrerInnen im BSA (Bund sozialdemokratischer AkademikerInnen, Intellektueller und KünstlerInnen) distanzierten sich ebenfalls. Eingemahnt wurde ein wertschätzender und sachlicher Ton. "Darüber hinaus möchten wir festhalten, dass die Arbeitszeit der Lehrerinnen und Lehrer nicht nur aus der Anwesenheit in den Klassen besteht, sondern auch andere Tätigkeiten außerhalb des Unterrichts als Arbeitszeit veranschlagt werden müssen", wurde in einer Aussendung erläutert. Wenn der Bürgermeister bei Politikern die volle Arbeitszeit einberechne, müsse das auch für Lehrer gelten.

Dass Häupl Lehrern kollektiv Faulheit unterstelle, zeige seine geringe Wertschätzung für den "wichtigsten Rohstoff, den wir haben", rügten der Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka und die schwarze Landtagsabgeordnete Isabella Leeb: "Populistische Sager und die Desavouierung eines gesamten Berufsstandes bringen uns im Ringen um ein besseres Bildungssystem nicht weiter", hielten sie in einer Aussendung fest.

Häupls "Entgleisung" ist objektiv widerlegbar - davon ist die FPÖ überzeugt. Wiens FP-Bildungssprecher Dominik Nepp verwies in einer Aussendung ebenfalls auf das Gesamtpensum: "Unsere Pädagogen machen einen Knochen-Job. Nur die Zeit, die sie in der Klasse verbringen, als ihre Leistung zu werten, ist extrem unfair und purer Populismus. Das ist billiges Wahlkampf-Getöse auf dem Rücken einer Berufsgruppe."

(schluss) mac;rie;jul

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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