Donnerstag, 16. April 2015

2015.04.16: Bildung

APA0114 II, XI 16.04.2015 10:02:04

 

Lehrer-Arbeitszeit: Mit zwei Stunden mehr Unterricht im OECD-Schnitt

Utl.: Volksschullehrer unterrichten schon jetzt durchschnittlich lange, andere Lehrer-Gruppen kürzer - GRAFIK

Lehrende/Schule/OECD/Österreich/Hintergrund

Eine Erhöhung der Lehrverpflichtung um zwei Stunden würde über alle Lehrergruppen gerechnet Österreich in etwa auf den Schnitt der OECD-Staaten bringen. Das zeigt der im Vorjahr veröffentlichte jüngste OECD-Vergleich "Bildung auf einen Blick 2014". Allerdings: Volksschullehrer unterrichten schon jetzt so lang wie im OECD-Schnitt und würden nach einer Erhöhung weit drüber liegen.

Im Volksschulbereich kommen Österreichs Lehrer laut "Bildung auf einen Blick" derzeit auf eine Netto-Unterrichtszeit von 779 Stunden. Das liegt ziemlich genau im OECD-Schnitt (782), wobei die Berechnung dieser Zahl recht kompliziert ist. Die Lehrverpflichtung von 22 Wochenstunden (zu je 50 Minuten) wird dabei auf 60-Minuten-Einheiten umgelegt und zusammen mit der Pausenaufsicht auf eine wöchentliche Unterrichtszeit umgerechnet, dann auf einen Tag heruntergebrochen und mit der Zahl der Unterrichtstage pro Jahr (180) multipliziert.

Eine Erhöhung der Unterrichtspflicht um zwei Schulstunden pro Woche würde die Netto-Unterrichtszeit nach den OECD-Vorgaben auf 846 Stunden pushen, was schon recht weit über dem OECD-Mittelwert liegt. Ganz anders im Bereich der Sekundarstufe I (AHS-Unterstufe/Hauptschule/Neue Mittelschule): Hier liegt Österreich aktuell bei einer Netto-Unterrichtszeit von 607 Stunden - das ist weit unter dem OECD-Schnitt von 694 Stunden. Auch mit zwei Stunden mehr käme man erst auf 666 Stunden.

Im Bereich der AHS-Oberstufe kommen die österreichischen Lehrer auf einen Wert von 589 Stunden. Das ist unter dem OECD-Schnitt von 655 Stunden - ein zweistündiges Lehrverpflichtungs-Plus würde diesen Wert auf 648 und damit praktisch auf den OECD-Schnitt erhöhen.

Der EU-Schnitt liegt übrigens recht deutlich unter jenem der OECD-Staaten: Im Volksschulbereich beträgt die Netto-Unterrichtszeit in der EU 754 Stunden (derzeit in Österreich: 779), in der Sekundarstufe I 653 Stunden (607) und in der Oberstufe 622 Stunden (589).

(GRAFIK 0467-15)

(schluss) aku;cm;spu

APA0092 II, XI 16.04.2015 09:41:57

 

Auch "Freilerner" müssen Prüfungen machen

Utl.: VfGH-Beschwerde abgewiesen - Stadtschulrat darf von Teilnehmern am häuslichen Unterricht Prüfungen verlangen

Schule/Gericht/Verfassung/VfGH/Österreich

Schulbehörden können von Eltern, deren Kinder ihre Schulpflicht durch häuslichen Unterricht erfüllen, die Vorlage eines Zeugnisses über die Absolvierung einer Externistenprüfung verlangen. Eine entsprechende Beschwerde von "Freilernern" über die Verfassungsmäßigkeit des entsprechenden Gesetzes hat der Verfassungsgerichtshof (VfGH) abgewiesen.

In Österreich kann die Schulpflicht nicht nur durch den Besuch einer öffentlichen oder privaten Schule erfüllt werden, sondern auch durch die Erteilung von gleichwertigem "häuslichem Unterricht". Das Schulpflichtgesetz sieht allerdings vor, dass dies einerseits dem jeweiligen Landesschulrat anzuzeigen ist und andererseits der "Erfolg" jährlich vor Schulschluss durch eine Prüfung an einer öffentlichen bzw. mit Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Schule nachzuweisen ist. Geschieht das nicht, muss der Landesschulrat den Besuch solch einer Schule anordnen. "Freilerner" wehren sich gegen diese Jahresprüfung in der derzeitigen Form.

Im konkreten Fall legten die Eltern trotz wiederholter Aufforderung dem Wiener Stadtschulrat kein Jahreszeugnis ihrer Tochter über die erste Schulstufe vor. Argument: Die Familie stehe "im Kontakt mit dem Bundesministerium für Bildung und Frauen, um gemeinsam an der Anpassung der derzeitigen Form der Gleichwertigkeitsfeststellung für freilernende junge Menschen zu arbeiten". Stattdessen legten sie eine Bestätigung einer Volksschullehrerin vor und zeigten gleichzeitig die Abmeldung zum häuslichen Unterricht für das kommende Schuljahr an. Beides akzeptierte der Stadtschulrat nicht.

Mit ihrer Beschwerde blitzten die Eltern erst beim Bundesverwaltungsgericht und nun auch beim VfGH ab. Sie führten unter anderem an, dass die "Überwachungsmechanismen" im Schulpflichtgesetz in unzulässiger Weise in das Recht auf häuslichen Unterricht eingreife, da dessen Erfolg jährlich durch Prüfung an einer öffentlichen bzw. mit Öffentlichkeitsrecht ausgestatteten Schule nachzuweisen ist. Dies nehme jeglichen Raum für pädagogische Alternativen und für die Erziehungsbedürfnisse einzelner Gruppen und sei daher verfassungswidrig.

Der VfGH konnte dem nicht folgen: Mit diesem Vorbringen würden sich die Beschwerdeführer "im Ergebnis gegen das in der österreichischen Rechtsordnung verwirklichte System des öffentlichen Pflichtschulwesens wenden", heißt es in der der APA vorliegenden Entscheidung. "Diesen Beschwerdebehauptungen kann schon allein auf Grund der in Art. 14 Abs.7a B-VG verankerten Schulpflicht kein Erfolg beschieden sein." Auch sämtliche andere Argumente der Eltern wie etwa ein willkürliches Verhalten der Behörde verwarf der Gerichtshof.

(schluss) aku;cm;spu

OTS0012 II 16.04.2015 08:28:30

 

Christiane Spiel fordert ein Jahresarbeitszeitmodell, das die Regierung vor kurzem per Gesetz abgeschafft hat

Utl.: FSG-Bulant: PflichtschullehrerInnen dokumentieren seit 2002 ihre Gesamtarbeitszeit von 1776 Jahresstunden

Bildung/Arbeitszeit/Lehrer/FSG

"Ein Jahresarbeitszeitmodell, das Christiane Spiel in der aktuellen Diskussion rund um die Lehrerarbeitszeit heute gefordert hat, wird in den Pflichtschulen seit über einem Jahrzehnt gelebt", zeigt Thomas Bulant, Vorsitzender der FSG in der Gewerkschaft der PflichtschullehrerInnen, auf. "Die Regierung hat sich im Dezember 2013 jedoch mit dem Beschluss eines neuen Lehrerdienstrechts dagegen entschieden." +++

Im Jahresarbeitszeitmodell "Jahresnorm" werden in drei Bereichen Unterrichts-, Vorbereitungs- und Erziehungsarbeit genauso aufgeschlüsselt und mit Jahresstunden eingeplant wie Administration, Schulpartnerschafts- und Schulentwicklungstätigkeit. Die Gesamtarbeitszeit von 1776 Jahresstunden entspricht der Arbeitsleistung österreichischer ArbeitnehmerInnen. Laut Bulant hätte die Politik der Öffentlichkeit anhand der Jahresnorm die Leistung und das Engagement der LehrerInnen über die Unterrichtstätigkeit in der Klasse hinaus dokumentieren können. "Die Art, wie in Österreich über die Lehrerarbeitszeit hingegen diskutiert wird, ist symptomatisch dafür, wie die Politik fahrlässig mit der Zukunft der jungen Generation umgeht", sagt der sozialdemokratische Gewerkschafter. "Arbeitszeitdiskussionen werden nicht als ein Teil pädagogischer Offensiven geführt, sondern immer dann, wenn es Budgetlöcher zu stopfen gilt."

Rückfragehinweis:
MMag. Dr. Thomas Bulant
Vorsitzender der FSG PflichtschullehrerInnen
Mail: thomas.bulant@apsfsg.at
Tel: 069919413999


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Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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