Freitag, 17. April 2015

2015.04.17: Bildung

APA0115 II, XI 17.04.2015 10:00:29

 

Lehrer - Nach Häupl-Sager: Wiener Lehrer marschieren am 1. Mai nicht

Utl.: Zentralverein der Wiener LehrerInnen "schockiert" über "diffamierende Äußerungen" des Bürgermeisters

Schule/Lehrende/Wien

Der Zentralverein der Wiener LehrerInnen wird am 1. Mai nicht mit der restlichen SPÖ marschieren. Das teilte die Leitung des Verein am Freitag per Aussendung mit. Grund dafür: Man sei "schockiert" über die "diffamierenden Äußerungen", die Wiens Bürgermeisters Michael Häupl (SPÖ) im Zuge der Arbeitszeitdebatte getätigt hatte.

Man wolle sich von der "Polemik des Bürgermeisters der, nur um einen politischen Sager zu platzieren, den Einsatz und das Engagement der Lehrer negiert" distanzieren, hieß es weiter. Deshalb werde man "als Zeichen der Entrüstung" das erste Mal in der hundertjährigen Geschichte des Vereins nicht an den Feierlichkeiten zum 1. Mai teilnehmen.

(schluss) wak;mac;bei

OTS0034 II 17.04.2015 09:42:33

 

Schulpartner fordern mehr Geld für Schulen

Utl.: Offener Brief an die Regierungsspitze

Bildung/Gewerkschaften/Schule/Steuern/Innenpolitik

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr Vizekanzler!

Der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA), das höchste schulpartnerschaftlich besetzte Gremium im Bereich der Bundesschulen Österreichs, weist die medial kolportierten Einsparungspläne im Schulwesen mit aller Entschiedenheit zurück.

Allein das Lostreten dieser Diskussion halten wir für eine Zumutung und Verschwendung von Zeit- und Kraftressourcen, die im Klassenzimmer dringend gebraucht werden - auch angesichts der enormen Aufgaben, die Schulen - nicht zuletzt wegen zahlreicher, politisch schlecht vorbereiteter Reformmaßnahmen - derzeit zu meistern haben.

Statt weitere Sparmaßnahmen auf Kosten unseres Schulwesens medial kolportieren zu lassen, fordern wir die Regierung auf, dem österreichischen Schulwesen schnellstmöglich zumindest den Anteil am Brutto-Inlandsprodukt zur Verfügung zu stellen, der dem OECD-Mittel entspricht. Das würde eine etwa zehnprozentige Erhöhung der den Schulen zur Verfügung stehenden Ressourcen bedeuten. Diese zusätzlichen Mittel böten den Schulen Freiraum, um die von Ihnen in den letzten Monaten wiederholt erwähnte Schulautonomie zu leben. Gesetzliche Möglichkeiten dafür gibt es, die Ressourcen aber fehlen.

Die folgenden Daten belegen, welch umfangreichen Sparmaßnahmen Österreichs Schulwesen seit etwa zwei Jahrzehnten ausgesetzt ist:

Investitionen in das Schulwesen als Anteil am BIP (Stand 2011; Quelle: OECD (Hrsg.), Education at a Glance 2014 - OECD Indicators (2014), Table B2.2.): OECD-Mittel: 1995 3,6 %, 2011 3,9 % Österreich: 1995 4,2 %, 2011 3,6 %

Und der Anteil der Bildungsausgaben am BIP ist ein national und international anerkanntes Maß:

• "Die Ausgaben für Bildung in % des BIP sind ein Maß für die Priorität, die dem Bildungswesen im Rahmen der Ressourcenverteilung zukommt." (Statistik Austria (Hrsg.), Bildung in Zahlen 2012/13. Schlüsselindikatoren und Analysen (Wien 2014), S. 112.)

• "Public expenditure on education as a percentage of total public expenditure indicates the government’s priority to education compared to other public services …" (OECD (Hrsg.), Improving Schools in Wales (2014), S. 32.)

Es ist für ein so wohlhabendes Land wie Österreich eine Schande, dass dem Schulwesen und damit den Zukunftschancen unserer Jugend realpolitisch offensichtlich immer weniger Bedeutung beigemessen wird.

Von politischen Sonntagsreden haben wir genug, egal aus welchem Mund sie kommen! Wir fordern für Österreichs Schulen endlich wieder eine faire Ressourcenausstattung und ein Ende einer Reformpolitik, bei der an den Schulen in immer dichterer Abfolge das Versagen auf politischer Ebene ausgebadet werden muss.

Mit freundlichen Grüßen

Lukas Faymann Bundesschulsprecher

Ing. Theodor Saverschel, MBA Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs

Mag. Roland Gangl Vorsitzender-Stellvertreter der BMHS-Lehrergewerkschaft

Mag. Dr. Eckehard Quin Vorsitzender der AHS-Lehrergewerkschaft

Rückfragehinweis:
Lukas Faymann
Bundesschulsprecher
lukas.faymann@bsv.at
0664 588 64 71

Ing. Theodor Saverschel, MBA
Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs
office@bundeselternverband.at

Mag. Roland Gangl
Vorsitzender-Stellvertreter der BMHS-Lehrergewerkschaft
rgangl@hlabaden.at

Mag. Dr. Eckehard Quin
Vorsitzender der AHS-Lehrergewerkschaft
eckehard.quin@goed.at


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