Freitag, 17. April 2015

2015.04.17: Bildung

APA0281 II, XI, CI 17.04.2015 12:56:32

 

Sexualerziehung: Kirchen-Kritik an geplantem Erlass

Utl.: "Wertlose" Sexualpädagogik

Sexualität/Schule/Römisch-katholische Kirche/Österreich

"Scharfe Kritik" am vom Bildungsministerium vorgelegten Entwurf eines neuen Erlasses zur schulischen Sexualerziehung übt das Institut für Ehe und Familie. Dieser gebe eine "wertlose" Sexualpädagogik vor, konfrontiere Kinder auf nicht altersgemäße Weise mit Pornografie und gehe "auf leisen Sohlen vorbei an den Eltern" so der Direktor der Einrichtung der Bischofskonferenz, Johannes Reinprecht.

Der Erlass müsse "grundlegend überarbeitet" sowie dessen Inhalte und Hintergründe "breit und offen" debattiert werden, so Reinprecht laut "Kathpress". Der von einem Expertenbeirat erstellte Vorschlag soll den derzeit gültigen, rund 25 Jahre alten "Grundsatzerlass Sexualerziehung in den Schulen" ersetzen.

Im Entwurf für den neuen Erlass heißt es etwa: "Sexualität ist ein wertebesetztes Thema. Es ist nicht Aufgabe der Schule, bestimmte Werte vorzugeben. Vielmehr soll Schule dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche befähigt werden, eigene Wertvorstellungen zu entwickeln, wie auch zu erweitern und Respekt vor anderen Werten und Sichtweisen zeigen zu können." Dies müsse "hinterfragt" werden, so Reinprecht: Laut Schulorganisationsgesetz habe der Unterricht die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach sittlichen, religiösen und sozialen Werten mitzuwirken.

Einen "Paradigmenwechsel" stellt für Reinprecht die Definition der Sexualerziehung als "Form der schulischen Bildung" dar. Von Hauptverantwortungsträgern würden Eltern zu "bloßen Einflussfaktoren wie die Mitschüler oder andere Peers." Schließlich befürchtet er, dass unter Vorgabe des Missbrauchsschutzes die Kinder "eindeutig pornographischen Inhalten, die nichts mit einfühlsamer Sexualpädagogik zu tun haben und schon gar nicht altersgerecht sein können", ausgesetzt würden. Pornografie kommt in dem Entwurf im Zusammenhang mit Medienerziehung vor: So wird angeregt, dass Sexual- mit Medienerziehung verbunden werden kann, indem Sexualität in den Medien thematisiert wird.

(schluss) aku;bei

OTS0092 II 17.04.2015 11:04:53

 

Sexualerziehung: Heftige Kirchenkritik für Ministervorschlag

Österreich/Kirche/Bildung/Familie/Schule/Sexualerziehung

utl. Bischofskonferenz-Experte für Ehe und Familie, Reinprecht: Breite Debatte über Grundsatzerlass nötig - Vorschlag für "zeitgemäße Sexualerziehung" sei Paradigmenwechsel und Umgehung die Eltern =

Wien, 17.4.2015 (KAP) Scharfe Kritik an den Vorhaben des Bildungsministeriums für die schulische Sexualerziehung hat das Institut für Ehe und Familie geäußert: Der vorgelegte Entwurf eines Grunderlasses weise zahlreiche Schwächen auf und sei "wertlose" Sexualpädagogik, die Kinder auf nicht altersgemäße Weise mit Pornografie konfrontiere und "auf leisen Sohlen vorbei an den Eltern" gehe, erklärte der Direktor der Einrichtung der Bischofskonferenz, Johannes Reinprecht, am Freitag gegenüber "Kathpress". Der Familienexperte forderte eine grundlegende Überarbeitung des Erlasses sowie eine "breite und offene Debatte" über dessen Inhalte und Hintergründe.

Ende März hatte Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek den Entwurf eines neuen Grundsatzerlasses für "Zeitgemäße Sexualerziehung" in Österreich kommuniziert. Der von einem Expertenbeirat erstellte Vorschlag, der den derzeit gültigen Erlass von 1990 bzw. 1994 ersetzen soll, sieht u.a. Sexualerziehung als Bestandteil aller Unterrichtsfächer und schon ab dem Kindergarten vor. Rückmeldungen dazu konnten bis 10. April eingebracht werden.

Dass Sexualerziehung im neuen Entwurf nur noch als "Form der schulischen Bildung" definiert wird, ist laut Reinprecht ein "Paradigmenwechsel": Von Hauptverantwortungsträgern würden Eltern zu "bloßen Einflussfaktoren wie die Mitschüler oder andere Peers." Bildungspolitik müsse sich jedoch darum bemühen - besonders bei der Sexualpädagogik - die Eltern "zu stärken und nicht zu hintergehen", betonte der IEF-Direktor.

Laut Reinprecht wolle der Erlassentwurf unter Vorgabe des Missbrauchsschutzes die Kinder "eindeutig pornographischen Inhalten, die nichts mit einfühlsamer Sexualpädagogik zu tun haben und schon gar nicht altersgerecht sein können" aussetzen. Stark hinterfragte er zudem die Feststellung des Ministeriums, es sei "nicht Aufgabe der Schule, bestimmte Werte vorzugeben": Durchaus habe der Unterricht die Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach sittlichen, religiösen und sozialen Werten mitzuwirken, zitierte er das aktuelle Schulorganisationsgesetz.

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Andrea Steiner
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