Freitag, 17. April 2015

2015.04.17: Newsletter Bildung

Die Presse – 17. April 2015

 

 

Schule: Wofür das Geld fehlt

Würden alle Lehrer zwei Stunden mehr arbeiten, wären die Budgetprobleme des Bildungsressorts gelöst. Aber nur fürs Erste. Denn die nächsten (finanziellen) Herausforderungen stehen vor der Tür.

Wien. Über eine Idee, um das Budgetloch im Bildungsressort zu stopfen, wird derzeit erbittert diskutiert – Lehrermehrarbeit. Würden alle Lehrer pro Woche zwei Stunden mehr unterrichten, würden rund 360 Millionen Euro pro Jahr gespart – und die Budgetprobleme des Bildungsressorts wären gelöst. Aber auch nur fürs Erste. Denn wenn die österreichische Schule fit für die Zukunft werden soll, warten die nächsten Herausforderungen bereits. Und diese kosten Geld.

1 Es braucht Unterstützung durch Sozialarbeiter und Psychologen auf internationalem Niveau.

Die Schule muss immer mehr gesellschaftliche Aufgaben übernehmen: Es sollen erzieherische Lücken gestopft und die Integration vorangetrieben werden. Kümmern müssen sich darum meist die Lehrer – und zwar allein. Denn Sozialarbeiter, Schulpsychologen oder Logopäden sind an Österreichs Schulen rar. Auf 24 Lehrer kommt laut Talis-Studie eine pädagogische Hilfskraft. International liegt das Verhältnis bei 1:13. Ähnlich bei der Administration: In Österreich steht 23 Lehrern eine administrative Kraft gegenüber. International ist das Verhältnis eins zu acht. Dabei hätte mehr administratives Personal sogar Sparpotenzial: Würden die Lehrer durch günstigeres Verwaltungspersonal entlastet, könnten laut Rechnungshof jährlich 13 Millionen Euro gespart werden. Die Gewerkschaft fordert schon lang 13.500 Hilfskräfte, die Regierung wies das stets als illusorisch zurück. Selbst die versprochenen 2000 zusätzlichen Kräfte kamen nicht. Laut Ministerium würden allein 100 Psychologen fünf bis sechs Millionen Euro pro Jahr kosten.

2 Es braucht immer mehr Sprachförderung – und dafür mehr Personal und Geld.

Immer mehr Schüler haben nicht Deutsch als Muttersprache – in Wiens Volksschulen ist es schon mehr als die Hälfte –, und auch von jenen, die zu Hause Deutsch sprechen, haben viele Schwierigkeiten. Nicht umsonst wurden die Mittel für die Sprachförderung im Kindergarten zuletzt aufgestockt, für die kommenden drei Jahre gibt es 90 Millionen Euro. In der Schule wird es trotzdem zusätzlichen Bedarf geben. Die Grünen haben diesen in Anlehnung an das Hamburger Modell beziffert: Geht man davon aus, dass jedes dritte Kind pro Woche drei Stunden Förderung braucht, sind 1100 zusätzliche Lehrer nötig. Die Kosten für die Förderung außerordentlicher Schüler würden sich von 25 auf 50Millionen Euro verdoppeln.

3 Immer noch gibt es wenige Ganztagsplätze – von Schulessen ganz zu schweigen.

Inzwischen ist es auch politisch unstrittig: Es braucht mehr Ganztagsplätze. Von einem flächendeckenden Angebot ist man aber weit entfernt. Nur jeder fünfte Schüler zwischen sechs und 14 Jahren besucht eine ganztägige Schulform. Für den Ausbau gibt es pro Jahr schon jetzt 160 Millionen Euro. So sollten bis 2019 rund 200.000 Ganztagsplätze zur Verfügung stehen – auch das ist aber (bei mehr als 700.000 Schülern unter 14Jahren) noch immer weniger als ein Drittel. 50 der für das Vorjahr vorgesehenen 160Millionen hat die Ministerin überdies für Einsparungen herangezogen. Von Schulessen ist da noch gar nicht die Rede: Sogar in Wien bekommt nur ein Viertel der Schüler Mittagessen. Zahlen müssen das – pro Kind und Tag drei bis vier Euro – die Eltern. Das sieht international zum Teil ganz anders aus: In Finnland beispielsweise gibt es seit Jahrzehnten Gratis-Schulessen für alle Schüler.

4 Ganztägige Schule und neue Lernformen erfordern andere Schulgebäude.

Vor allem die ganztägige Schule bedeutet auch, dass sich baulich etwas tun muss. Viele Schulen sind derzeit nicht (oder nur bedingt) darauf eingestellt, dass Schüler dort einen kompletten Tag verbringen, inklusive Rückzugsräumen, diverser Freizeitmöglichkeiten und eben Mittagessen. Das kostet Geld: Die Gemeinden investieren derzeit etwa rund 200 Millionen Euro pro Jahr in Schulumbauten, Zubauten und Sanierungen. Generell wird häufig kritisiert, dass Schulbauten in Österreich alles andere als State of the Art sind und sich nur bedingt für modernes Lehren und Lernen eignen – vom individuellen Unterricht bis zum digitalen.

5 Die österreichischen Schulen müssen in das digitale Zeitalter eintreten.

Zwei Computer für das gesamte Lehrerkollegium und kein einziger in den Klassen: Das ist in vielen österreichischen Schulen noch immer Realität. Digitalisierung ist für viele Standorte noch ein Fremdwort. Dabei sehen viele das als die nächste große Herausforderung, Staatssekretär Harald Mahrer (ÖVP) etwa. Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) machte zuletzt einen Vorstoß in puncto digitaler Schulbücher. Andere Länder haben sich schon auf den Weg gemacht. Nur, um eine Vorstellung von den finanziellen Größenordnungen zu bekommen: In Polen stellte die EU für das Projekt „Digitale Schule" eine Milliarde Euro zur Verfügung.

 

 

Die Presse – 17. April 2015

 

 

Distanz zu Häupl: SPÖ fürchtet um Stimmen

Der Ärger über den Sager von Wiens Bürgermeister zur Lehrerarbeitszeit ist in der SPÖ allgegenwärtig. (Angedrohte) Austritte und Unverständnis, weil er ÖVP und Beamtengewerkschaft genützt hat, herrschen vor.

Wien/Linz. Die Feierlaune ließ sich Michael Häupl nicht verderben. Die Eröffnung des Steiermark-Dorfes, das bis zum Sonntag vor „seinem" Wiener Rathaus mit Speis, Trank und Musik wirbt, ließ sich der Wiener Bürgermeister am Donnerstagvormittag nicht entgehen. Da mochten sich SPÖ-Parteikollegen und rote Gewerkschafter noch so sehr grün und blau ärgern über dessen flapsigen Ausspruch zur Lehrerarbeitszeit: „Würde ich nur 22 Stunden arbeiten, wäre ich am Dienstag zu Mittag fertig."

Dem Lehrer Roman Eder an der Neuen Mittelschule in Perg im Mühlviertel reichte es: Nach 40 Jahren Parteimitgliedschaft trat der einstige Juso-Funktionär aus Bruno Kreiskys Zeiten nun aus der SPÖ aus. Aus Groll darüber, wie Eder der „Presse" mitteilte, dass sich Häupl „seine schmutzigen Schuhe auf dem Rücken des ,Klassengegners' Lehrer abputzt".

Erboste Anrufe von SPÖ-Lehrervertretern gab es seit Mittwoch in den Landesparteizentralen. Der Bundesvorsitzende der roten Pflichtschullehrergewerkschafter, Thomas Bulant, schilderte, es habe „natürlich einige Androhungen" von Austritten gegeben, wenn sich der Wiener Bürgermeister nicht entschuldige. Der rote Vizevorsitzende der Beamtengewerkschaft, Peter Korecky, hatte schon zuvor via „Presse" (Donnerstagsausgabe) den Delegierten des Wiener SPÖ-Parteitages am Samstag empfohlen zu überlegen, ob sie angesichts von Häupls „billigem Populismus" mit diesem an der Spitze in die Wien-Wahl am 11. Oktober gehen sollen.

Voves betont Wertschätzung für Lehrer

In der Bundes-SPÖ und in den Ländern, die wie Häupl heuer eine Landtagswahl zu schlagen haben, also in der Steiermark, im Burgenland und in Oberösterreich, ist man bemüht, die Wogen zu glätten. Allerdings gingen die SPÖ-Chefs in der Steiermark, im Burgenland und in Oberösterreich auf Distanz zu Häupls Äußerung. „In der Emotion kann so etwas durchaus auch einem Politiker passieren", ließ der steirische Landeshauptmann, Franz Voves (SPÖ), die „Presse" wissen. Auch ihm selbst sei das schon passiert. Er habe dazu aber eine eigene Meinung, denn er wisse, der „Großteil der Lehrer" leiste hervorragende Arbeit im Interesse der Schüler. Voves stellt daher fest: „Diese Arbeit gilt es wertzuschätzen."

Oberösterreichs SPÖ-Chef, Reinhold Entholzer, ist ein direkt Betroffener: „Meine Frau ist auch Lehrerin, und ich weiß, dass sie sich täglich bestmöglich auf den Unterricht vorbereitet." Als Parteichef, der vor dem Wahlkampf für die Landtags- und Gemeinderatswahlen am 27. September steht, ging er wie Voves auf Distanz zum Häupl-Ausspruch. Das sei „sicher nicht die Position der SPÖ Oberösterreich".

Burgenlands Landeshauptmann, Hans Niessl, der wie Voves am 31. Mai die SPÖ-Führungsrolle bei einer Landtagswahl verteidigen muss, war hörbar sauer. Es sei ein „nicht gelungener Scherz" des Wiener Bürgermeisters gewesen. Von positiven Reaktionen war zwischen Linz, Graz und der Wiener Bundesparteizentrale nichts zu hören. Häupls Dreh, er habe nur das ständige Njet der ÖVP-dominierten Beamtengewerkschaft zu Schulreformen launig aufs Korn nehmen wollen, wurde von den Genossen nicht so verstanden. Ein mögliches Kalkül, dass die Breitseite gegen die Lehrer(Gewerkschafter) bei der breiten Masse der Bevölkerung volle Unterstützung auslösen würde, ging offenbar so nicht auf.

Die Distanzierungen der SPÖ-Landesorganisationen signalisierten das Gegenteil, auch wenn Schaden für die Wahlen nur hinter vorgehaltener Hand befürchtet wurde. Der rote Lehrergewerkschafter Bulant („am meisten hat er sich selbst geschadet") hält diesen für die Wien-Wahl jedenfalls für möglich. Am größten ist sein Ärger aber aus zwei Gründen: Mit diesem Sager belebe man die einstige Politik eines Jörg Haider wieder, „der Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt hat". Außerdem hält Bulant eine längere Lehrerarbeitszeit besonders angesichts der ohnehin hohen Arbeitslosenrate für völlig falsch. Denn dies koste allein bei den Pflichtschullehrern 7000 Arbeitsplätze.

Faymann selbst im Schussfeld

Nicht umsonst hat ÖGB-Präsident Erich Foglar „mehr Sensibilität" gefordert. Er hat sich ausdrücklich dagegen verwahrt, dass die Regierung nach der Einigung über die Steuerreform nun mit den Plänen für Einsparungen bei den Beamten die Arbeitnehmer auseinanderdividieren wolle. Die Solidarität innerhalb der Gewerkschaft ist dem Präsidenten in diesem Fall wichtiger als parteipolitische Rücksichtnahmen in der SPÖ.

In dem Zusammenhang geriet Bundeskanzler SPÖ-Chef Werner Faymann nach der Freude der Genossen, dass bei der Steuerreform knapp fünf Milliarden für die Arbeitnehmer entfallen sollen, selbst ins Schussfeld. Ihm wird angekreidet, dass er sich bei der Ankündigung der Sparpläne bei Beamten nach dem Ministerrat so bereitwillig vor den Karren von Finanzminister Hans Jörg Schelling und der ÖVP hat spannen lassen.

Kanzleramtsminister Josef Ostermayer wird als SPÖ-Regierungskoordinator seither nicht müde, die Gemüter durch Präzisierungen zu beruhigen. So sei eine Nulllohnrunde für den öffentlichen Dienst eine „Fantasiediskussion" („Die Presse" berichtete online).

Die ÖVP lachte sich vor ihrer heutigen Feier zum 70. Geburtstag der Gründung im Wiener Schottenstift angesichts der SPÖ-Turbulenzen ins Fäustchen. Statt die Kluft zwischen Beamtengewerkschaft und ÖVP zu vergrößern, sorgte der Häupl-Sager für einen Schulterschluss. So nebenbei wurden damit die harten Bandagen zwischen Wirtschaft und Touristikern und Vizekanzler ÖVP-Chef Reinhold Mitterlehner überlagert.

 

 

KLZ – 17. April 2015

 

 

Voves geht auf Distanz zu Häupl

Steiermarks Landeshauptmann Franz Voves stellt sich hinter die Lehrer. "Ich weiß, dass die Lehrer hervorragende Arbeit leisten." Auch Oberösterreichs SPÖ-Vorsitzender übt Kritik.

Die Debatte über den umstrittenen Lehrer-Sager des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl zieht immer größere Kreise. Der Bürgermeister hatte in Anspielung auf die Debatte über die Lehrerarbeitszeit gemeint, wenn er nur 22 Stunden arbeiten würde, wäre er am Dienstag mittags bereits fertig.

           

Nun hat sich auch der steirische Landeshauptmann Franz Vobes zu Wort gemeldet. "In der Emotion kann so etwas durchaus auch einem Politiker passieren. Mir ist das auch schon einmal passiert", meint er gegenüber der Kleinen Zeitung. "Ich habe dazu aber eine eigene Meinung. Ich weiß, dass der Großteil der Lehrerinnen und Lehrer  hervorragende Arbeit im Interesse unserer Kinder und Jugendlichen leistet. Und diese Arbeit gilt es wertzuschätzen."

 

Distanziert hat such nun auch Oberösterreichs  SPÖ-Vorsitzende  Reinhold Entholzer.  Das sei "sicher nicht die Position der SPÖ Oberösterreich", die jegliche pauschale Verunglimpfung eines ganzen Berufsstandes ablehne, hieß es in einer Aussendung des roten Landeshauptmanns.

 

"Wir schätzen das große Engagement der Pädagoginnen und Pädagogen", betonte Entholzer. "Meine Frau ist auch Lehrerin und ich weiß, dass sie sich täglich bestmöglich auf den Unterricht vorbereitet." Der eigentliche Adressat von Häupls Aussagen sei aber wohl der schwarze Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer gewesen, an dessen sturer Haltung jegliche Reformwünsche scheitern würden.

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 89 vom 17.04.2015               Seite: 1

Ressort: Seite 1

 

Österreich

 

„Die Diskussion über die Lehrerarbeitszeit ist ein Irrweg"

 

   Der Initiator des Bildungsvolksbegehrens, Hannes Androsch, sagt, dass damit kein Problem des österreichischen Schulsystems gelöst wird. Auch andere Experten sind skeptisch.

 

   WIEN. Österreichs Lehrerinnen und Lehrer unterrichten im europaweiten Vergleich oft weniger lang in den Klassen als viele ihrer Kollegen. Diese Daten, die die OECD erhoben hat, sagen aber wenig über die tatsächliche Arbeitszeit und -belastung der Pädagogen aus, erklärt Bildungsexpertin Heidi Schrodt.

 

   Auch Hannes Androsch, Initiator des Bildungsvolksbegehrens, hält die Debatte über eine höhere Unterrichtsverpflichtung für einen Irrweg. Damit würde man weder das Bildungssystem verbessern noch ein Budget sanieren, sagt er.

 

   Es sei nur eine Ablenkung von den wirklichen Problemen, die Österreich habe. Und die seien etwa, dass es zu wenig Ganztagsschulen gebe oder dass die Lehrerschaft relativ alt sei. Dass die Regierung wirkliche Reformen nicht auf den Weg bringe, zeige sich auch daran, dass die Vorschläge für eine Bildungsreform wieder auf den Herbst dieses Jahres vertagt worden seien.

 

   Inzwischen gehen auch weitere SPÖ-Politiker auf Distanz zu dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl. Dieser hatte in Anspielung auf die Diskussion um die Lehrerarbeitszeit gesagt, dass er, würde er 22 Stunden arbeiten, bereits am Dienstagmittag mit seiner Arbeit fertig wäre. Seite 2, 3

 

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"Salzburger Nachrichten" Nr. 89 vom 17.04.2015               Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

„Es bleibt zu viel am Lehrer hängen"

 

   Die Gewerkschaft zweifelt die Studie der OECD an, die zeigt, dass Österreichs Lehrerschaft im Vergleich wenig unterrichtet. Eine Expertin warnt davor, Unterrichtszeit mit Arbeitszeit zu verwechseln.

 

   WIEN. Die Auseinandersetzung um eine höhere Lehrverpflichtung für Österreichs Pädagoginnen und Pädagogen nimmt an Härte zu. Eine OECD-Statistik (Bildung auf einen Blick 2014), die bereits vergangenes Jahr veröffentlicht wurde, zeigt, dass die heimischen Lehrerinnen und Lehrer zum Teil deutlich weniger in den Klassen stehen als viele ihrer Kollegen in anderen europäischen Staaten.

 

   Eine Erhöhung der Lehrverpflichtung um zwei Stunden, wie von der Regierung angedacht, würde über alle Lehrergruppen gerechnet Österreich annähernd auf den Schnitt der OECD-Staaten bringen. Allerdings: Volksschullehrer unterrichten schon jetzt so lang wie im OECD-Schnitt und würden nach einer Erhöhung weit darüber liegen.

 

   Die Lehrervertreter in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) haben inzwischen eine neue Protestaktion gestartet. Zielscheibe ist diesmal nicht primär die von der Regierung überlegte Erhöhung der Lehrverpflichtung, sondern der in diesem Zusammenhang getätigte Spruch des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl (SPÖ): „Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig." In dem Schreiben heißt es: „Gut, dass in unseren Schulen Lehrerinnen und Lehrer unterrichten – und nicht der Wiener Bürgermeister!"

 

   Die Gewerkschaft verwahrt sich auch gegen die OECD-Studie. „Daten, die das Bildungsministerium der OECD übermittelt, um sich danach auf die Quelle OECD zu stützen, sind problematische Daten", so Rainer. Wobei: Als die Studie veröffentlicht wurde, gab es keine Proteste der Gewerkschaft.

 

   Die Debatte über eine Erhöhung der Lehrerarbeitszeit sei überhaupt ein Irrweg. Das sagt der Initiator des Bildungsvolksbegehrens und Industrielle Hannes Androsch. Damit werde keines der Problem des Landes gelöst. Weder würden die Misere des Bildungssystems gemildert noch das Budget saniert. Wie ernst es der Regierung mit wirklichen Reformen sei, lasse sich daran erkennen, dass die Ideen für den Bildungsbereich auf den Herbst verschoben worden seien. Außerdem werde die Debatte eher seltsam geführt, konstatiert Androsch.

 

   Die Bildungsexpertin Heidi Schrodt verweist darauf, dass man Unterrichtszeit und Arbeitszeit nicht vermischen dürfe. Die Zeit, die Lehrerinnen und Lehrer in der Klasse stünden, sage nichts darüber aus, wie viel sie arbeiteten. „Wenn man die Unterrichtszeit um zwei Stunden hinaufsetzt, würde dies bedeuten, dass ein Lehrer eine zusätzliche Klasse unterrichten müsste", sagt Schrodt. Dies sei ein erheblicher Mehraufwand. Eine starke Arbeitsbelastung für die Pädagogen ergebe sich auch daraus, dass es in Österreichs Schulen kaum Unterstützungspersonal gebe, wie zum Beispiel Schulpsychologen oder Fachleute, die sich Kindern mit besonderen Lernproblemen, etwa Legasthenie, kümmerten. „In Österreich bleibt viel zu viel am Lehrer hängen", sagt Schrodt.

 

    Und sie merkt auch an, dass die Belastung der einzelnen Lehrer sehr unterschiedlich sei. Ob jemand zwei Haupt- oder zwei Nebenfächer unterrichte – insbesondere an AHS-Oberstufen oder an einer den BHS – macht einen großen Unterschied. Die Arbeitsbelastung sei nicht vergleichbar, sagt die ehemalige Schuldirektorin. Dies wisse sie aus eigener Erfahrung. Darüber wolle die Gewerkschaft aber nicht wirklich reden. alf

 

 

Österreich – 17. April 2015

 

66 % sagen: Lehrer sollen mehr arbeiten

Zwei Drittel der Österreicher sind dafür, dass Lehrer künftig länger in der Klasse stehen.

Sind zwei Stunden Mehrarbeit zumutbar? Der zugespitzte Sager des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl („Wenn ich 22 Stunden arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig") ärgert die Lehrer. Im Auftrag von ÖSTERREICH erhob Gallup (400 Befragte vom 14. bis 16.4.) die Stimmung. Es ist eine repräsentative Umfrage und kein leicht manipulierbares Online-Voting, auf das sich andere Medien berufen.

66% für Mehrarbeit: Die Frage Sind Sie dafür, dass Lehrer künftig zwei Stunden mehr in der Klasse unterrichten sollen?" beantworten 66% mit Ja. Nur 20% sagen dazu Nein.

Je älter, desto strenger. Während es bei den unter 30-Jährigen 48 zu 43 (für die Mehrarbeit) steht, sind die 30- bis 50-Jährigen zu 70% und die über 50-Jährigen zu 73% dafür, dass die Lehrer länger in der Klasse stehen.

Nur Schüler und Studenten dagegen. Nur Schüler und Studenten sind gegen die zwei Stunden mehr Unterricht (35% ja, 61 nein). Alle anderen Berufsgruppen wollen, dass die Lehrer länger in der Klasse stehen: auch Beamte und Angestellte (67% ja, 22% nein).

Lehrer unter OECD-Schnitt. Laut der OECD-Studie Education at a Glance 2014 stehen unsere Lehrer zwischen 589 (Oberstufe) und 779 Stunden (Volksschule) in der Klasse nur bei den Finnen ist es weniger. Dafür verdienen unsere Lehrer mehr. Zählt man zwei Stunden dazu, kämen nur die Volksschullehrer über den OECD-Schnitt.

 

 

Der Standard – 17. April 2015

 

 

Schulexpertin: Generell zwei Stunden mehr Unterricht wäre "fatal und ungerecht"

Lisa Nimmervoll

Fächer haben unterschiedlichen Arbeitsaufwand – Lehrergewerkschaften antworten nach Häupls 22-Stunden-Sager: "So nicht!"

Wien – "So nicht!" Mit diesem Slogan wehren sich die fünf Lehrergewerkschaften in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) nun mit einem am Donnerstag auch an Medien verschickten Plakat gegen den Sager des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl (SPÖ). Dieser hat die Debatte um eine Erhöhung der Lehrverpflichtung um zwei Wochenstunden mit dem Satz "Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig" kommentiert.

Dem halten die Vorsitzenden der Teilgewerkschaften der Lehrerinnen und Lehrer an Pflicht-, Landwirtschafts- und Berufsschulen sowie an AHS und BMHS entgegen: "Gut, dass in unseren Schulen Lehrerinnen und Lehrer unterrichten – und nicht der Wiener Bürgermeister!".

Kritik an Häupls 22-Stunden-Sager hatte übrigens auch seine Parteikollegin, die frühere Nationalratsabgeordnete und Chefin der SP-Frauen in Oberösterreich, Sonja Ablinger, geübt - via Twitter berichtete sie aus ihrem Alltag als Lehrerin an einer Neuen Mittelschule in Linz.

Doch nicht nur bei den Lehrerinnen und Lehrern kommt die wieder aufgeflammte Diskussion um eine Erhöhung der Lehrverpflichtung um zwei Stunden pro Woche nicht gut an. Auch Expertinnen kritisieren nicht nur den Ton der Debatte, sondern auch die inhaltliche Fokussierung auf zwei Stunden mehr Unterricht für alle Lehrerinnen und Lehrer.

"Wir sind nicht abgerückt von diesem Ziel", hatte Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), sekundiert von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (ÖVP), am Dienstag nach dem Ministerrat gesagt: "Wir sind der Meinung, dass die Lehrer mehr Zeit in den Klassen verbringen sollten."

Signal, dass Lehrkräfte zu wenig arbeiten

Das aber wäre "wirklich fatal und auch ungerecht", warnt Bildungsexpertin Heidi Schrodt im STANDARD-Gespräch. Als langjährige Direktorin der AHS Rahlgasse in Wien kennt sie die Stundenproblematik sehr genau und ist "ziemlich entsetzt" über diese Debatte, "denn es wird signalisiert, dass die Lehrerinnen und Lehrer zu wenig arbeiten".

Das sei eine plakative und ungerechtfertigte Aussage, kritisiert Schrodt, die auch Vorsitzende der Initiative "Bildung grenzenlos" ist: "Wenn man jetzt alle Lehrerinnen und Lehrern zu zwei zusätzlichen Stunden verdonnert, dann ist das unmöglich und vor allem auch ungerecht, weil der Arbeitsaufwand je nach Fach natürlich ungleich verteilt ist. Eine Englischlehrerin und ein Turnlehrer beispielsweise kommen niemals auf die gleiche Arbeitszeit. Das muss man mitbedenken."

Unterschiedliche Fächer unterschiedlich belastend

Unterschiedliche Fächer bedeuteten "unterschiedliche Belastungen und unterschiedlichen Arbeitsaufwand", betont Schrodt. Wen also würde, sollte sie wirklich kommen, eine generelle Erhöhung der Lehrverpflichtung um zwei Stunden besonders hart treffen? Vor allem Lehrerinnen und Lehrer, die die korrekturintensiven Fächer Deutsch und Fremdsprachen unterrichten, und da vor allem in der Oberstufe, sagt Schrodt. Diese seien schon jetzt durch die neue Zentralmatura besonders belastet. Auch Mathematik und Latein nennt Heidi Schrodt als Beispiele für Fächer, die "am meisten belastet würden".

Dieses Problem, das schulintern natürlich auch immer wieder ein Thema sei, sei auch mit dem neuen Lehrerdienstrecht, in dem eine höhere Lehrverpflichtung verankert ist, "nicht gescheit gelöst worden". (siehe WISSEN in der Infobox unten)

Schlicht ungerecht und sachlich nicht angemessen wäre eine Unterrichtszeiterhöhung auch für jene Lehrerinnen und Lehrer, "die zum Beispiel in einer Neuen Mittelschule in einem schwierigen städtischen Gebiet sehr viel mehr belastet sind als etwa in einem Gymnasium in einem Bundesland", sagt Schrodt.

Deutsch, Chorgesang, Kochen, Lackieren

Auch AHS-Lehrergewerkschaftsvorsitzender Eckehard Quin (FCG) betont im STANDARD-Gespräch: "Es ist natürlich etwas anderes, ob jemand eine unverbindliche Übung Chorgesang unterrichtet oder das Maturafach Deutsch." Daher gebe es im Bundeslehrerbereich, also in AHS und BMHS, unterschiedliche "Lehrverpflichtungsgruppen", mit denen der Unterschiedlichkeit der einzelnen Fächer durch eine unterschiedliche Gewichtung Rechnung getragen werden soll.

"Eine Deutschstunde ist anderswertig als eine Stunde Bewegung und Sport. Ein Deutschlehrer unterrichtet also auch weniger als ein Turnlehrer." Es gibt neun dieser Fächergruppen (sechs Übergruppen und drei Untergruppen) mit insgesamt 717 aufgelisteten Unterrichtsgegenständen. Im Bundeslehrer-Lehrverpflichtungsgesetz heißt es dazu: "Die Unterrichtsstunden in den einzelnen Unterrichtsgegenständen sind auf die Lehrverpflichtung mit folgenden Werteinheiten je Wochenstunde anzurechnen."

Neun Lehrverpflichtungsgruppen

In die Lehrverpflichtungsgruppe I etwa, die mit dem Faktor 1,167 gewichtet ist, fallen ganze 243 Fächer, von A wie Allgemeines chemisch-technologisches Praktikum an höheren Lehranstalten für Biochemie und Schädlingsbekämpfung über Deutsch und Latein bis zu W wie Werkzeug- und Maschinenkunde an höheren Lehranstalten für Möbelbau (Möbelbau und Innenausbau).

In Gruppe II findet sich zum Beispiel auch das Fach "Dekomposition und Warenkunde an höheren Lehranstalten für Weberei und Spinnerei" (Werteinheit), Geografie und Geschichte sind in Gruppe III (1,05 Werteinheiten), Lehrverpflichtungsgruppe IV kümmert sich unter anderem um "Akt an Meisterschulen für Bildhauerei und für Malerei" (0,13 bis 0,77 Werteinheiten), in Gruppe V findet sich zum Beispiel "Schreiben einschließlich Linkshandschreiben" an der Bundesfachschule für Technik" aber auch das Fach "Anstandslehre an Bundesförsterschulen" (0,875 bis 0,825 Werteinheiten).

Lehrverpflichtungsgruppe VI hat einen Werteinheitsfaktor von 0,75 und enthält neun Fächer von "Anstrich und Lackierung an Meisterschulen für das Malerhandwerk" über "Kochen an Familienhelferinnenschulen" bis hin zu "Nähen, Materialienkunde und Werken (ausgenommen Materialienkunde) an Hauswirtschaftsschulen".

Internationaler Arbeitszeitvergleich hinkt

Heidi Schrodt weist auch noch auf ein gern gebrachtes Argument hin, das sie für falsch hält: Internationale Vergleichszahlen, die für Österreich im Schnitt etwas weniger Unterrichtsstunden, die die Lehrerinnen und Lehrer in der Klasse abhalten, ausweisen, "hinken total", betont sie, "weil fast alle anderen Länder Supportpersonal in den Schulen haben. Da sind wir extrem schlecht ausgestattet", sagt Bildungsexpertin Schrodt: "Unsere Lehrerinnen und Lehrer machen zusätzlich zum Unterricht auch noch Tätigkeiten, die enorm belastend sind oder für die sie auch gar nicht ausgebildet sind. Da sind die Arbeitsplätze in den österreichischen Schulen einfach schlecht."

Während es in Skandinavien selbstverständlich sei, sich im Team mit Sozialarbeitern oder Sprachförderlehrkräften zusammenzusetzen und wöchentlich Unterrichtspläne und Strategien zu überlegen: "Wir haben all das nicht, darum kann man diese internationalen Unterrichtskennzahlen nicht seriös als Vergleich heranziehen".

Über und unter dem OECD-Schnitt

Eine Erhöhung der Lehrverpflichtung um zwei Stunden würde über alle Lehrergruppen gerechnet Österreich in etwa auf den Schnitt der OECD-Staaten bringen. Das zeigt der im Vorjahr veröffentlichte jüngste OECD-Vergleich "Bildung auf einen Blick 2014". Allerdings: Volksschullehrer (779 Netto-Stunden) unterrichten schon jetzt so lang wie im OECD-Schnitt (782 Stunden) und würden nach einer Erhöhung weit darüber liegen. Berechnet wird diese Zahl so: Die Lehrverpflichtung von 22 Wochenstunden (zu je 50 Minuten) wird auf 60-Minuten-Einheiten umgelegt und zusammen mit der Pausenaufsicht auf eine wöchentliche Unterrichtszeit umgerechnet, dann auf einen Tag heruntergebrochen und mit der Zahl der Unterrichtstage pro Jahr (180) multipliziert.

Eine Erhöhung der Unterrichtspflicht für Volksschulen um zwei Schulstunden pro Woche würde die Netto-Unterrichtszeit nach den OECD-Vorgaben auf 846 Stunden pushen, was schon recht weit über dem OECD-Mittelwert liegt. International wird jedoch die in der OECD verglichene Unterrichtszeit mit verschiedenen Methoden berechnet und berichtet. Das erschwert den Ländervergleich.

Ganz anders im Bereich der Sekundarstufe I (AHS-Unterstufe/Hauptschule/Neue Mittelschule): Hier liegt Österreich aktuell bei einer Netto-Unterrichtszeit von 607 Stunden – das ist weit unter dem OECD-Schnitt von 694 Stunden. Auch mit zwei Stunden mehr käme man erst auf 666 Stunden.

Im Bereich der AHS-Oberstufe kommen die österreichischen Lehrer auf einen Wert von 589 Stunden. Das ist unter dem OECD-Schnitt von 655 Stunden – ein zweistündiges Lehrverpflichtungs-Plus würde diesen Wert auf 648 und damit praktisch auf den OECD-Schnitt erhöhen.

Mehrarbeit für Budgetloch

Grundsätzlich kritisiert Schrodt den eigentlichen Motor für die neuerliche Debatte um eine Lehrverpflichtung, "weil es so offensichtlich darum geht, eine Budgetlücke zu stopfen, indem einfach die Arbeitszeit der Lehrerinnen und Lehrer erhöht wird. Der ganze Plan ist so durchsichtig und besonders ärgerlich, weil überhaupt kein Versuch einer Verwaltungsreform gemacht wurde, um Geld einzusparen. Dabei hätte eine ordentliche Reform der Schulverwaltung wohl mindestens den Betrag hereingebracht, der jetzt benötigt wird."

Auch Bildungspsychologin Christiane Spiel von der Universität Wien zeigte sich im Ö1-"Morgenjournal" "überhaupt nicht glücklich" mit dieser "sinnlosen Diskussion" um die Lehrverpflichtung. Heimische Lehrerinnen und Lehrer würde unheimlich viele Aufgaben erledigen, aber eigentlich nur am Unterricht gemessen werden. Es zähle vor allem die Anwesenheit im Klassenzimmer. Stattdessen müssten auch Karriereperspektiven für die Lehrkräfte entwickelt werden, die auch die Weiterentwicklung der Schulen mitbedenken.

Jahresarbeitszeitmodell fehlt

Auch Spiel hält das neue Lehrerdienstrecht für "reformbedürftig" und plädiert für ein Jahresarbeitszeitmodell mit Zeitfenstern für Stunden in der Klasse und sonstigen Aufgaben in der Schule: "Und je nachdem, welche Aufgaben man sonst übernimmt, desto weniger unterrichtet man dann."

Der Grund für die aktuelle Lehrerarbeitszeitdebatte lautet: Budgetnot. Konkret fehlen im Bildungsministerium von Ressortchefin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) heuer 340 Millionen Euro. 2016 würde es auf 548 Millionen Euro anwachsen, im Jahr darauf wird die Lücke derzeit mit 578 Millionen Euro prognostiziert, sagt AHS-Lehrergewerkschaftschef Eckehard Quin (FCG) zum STANDARD. Wenn mehr als 90 Prozent des Bildungsbudgets in Personalkosten fließen, "kann man nur im Personalbereich einsparen" – es sei denn, das Bildungsbudget wird aufgestockt. Das hat zumindest ÖGB-Präsident Erich Foglar (SPÖ) gefordert.

Gehrers Stundenstreichung

2003 war es die damalige Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer (ÖVP), die Geld auftreiben musste. Sie setzte auf eine Kürzung der Stundentafel, konkret eine Reduktion der Unterrichtsstunden um ein bis zwei Wochenstunden für Hauptschulen sowie den mittleren und höheren Schulen. Diese Maßnahme firmierte unter "Wochenstundenentlastungs- und Rechtsbereinigungsverordnung" und wurde von Gehrer mit den Worten angekündigt: "Niemand möge sich fürchten!"

Damals wurde die Zahl der Pflichtwochenstunden – jeweils über vier Jahre gerechnet – in der Volksschule von 92 auf 90, in der Hauptschule von 127 auf 120, in der AHS-Unterstufe von 126 auf 120 und in der AHS-Oberstufe von 138 auf 130 gesenkt.

Und Gehrer sagte auch ganz offen, mit der Stundenreduktion würde man die Personalkosten für die Bundeslehrer (AHS und BMHS) "etwas, ein kleines bisschen, in den Griff bekommen". Auf die Zahl der Landeslehrer (Volks-, Haupt-, Sonder- und Polytechnische Schule) hatte die verkürzte Stundentafel keinen Einfluss, da dort der Dienstpostenanteil durch den geltenden Finanzausgleich vorgegeben war.

Zulagen könnten nicht mehr viele gekürzt werden, sagt AHS-Gewerkschafter Quin: "Da gibt es nicht mehr viel, seit 2009 viele gestrichen oder reduziert wurden."

Bleiben noch die Überstunden, aber auch da betrage der Überstundenzuschlag für Lehrerinnen und Lehrer schon jetzt nur noch 13 Prozent: "Sie können natürlich sagen: Wir bezahlen Überstunden nicht – und genau das bedeutet eine höhere Lehrverpflichtung ja", sagt Quin.

Als letzte Maßnahme bliebe der Regierung dann eben noch, dass einfach weniger Personal, also weniger Lehrerinnen und Lehrer beschäftigt werde, "damit sie das Geld hereinbringen, das sie brauchen".

Wissen: Unterricht und Lehrerarbeit

Derzeit haben Bundeslehrer (AHS, BMHS) grundsätzlich eine Lehrverpflichtung von 20 Stunden pro Woche, wobei aber etwa Schularbeitsfächer höher bewertet werden und de facto zu einer niedrigeren Stundenbelastung führen, Fächer wie Turnen oder Musikerziehung zu einer höheren. Die Bandbreite reicht von circa 18 bis im Extremfall 24 Stunden. Tätigkeiten wie Vorbereitung, Korrekturarbeiten, Fortbildung werden nicht näher geregelt und sind quasi inkludiert.

Im Dienstrecht der Pflichtschullehrer ist derzeit eine Jahresarbeitszeit von knapp 1.800 Stunden vorgegeben, die sich zahlenmäßig auf drei Töpfe (Unterricht, Vor-/Nachbereitung, Sonstiges) verteilen. Das entspricht "umgerechnet" auf Wochenunterrichtsstunden 20 bis 22 Stunden.

Das für beide Lehrergruppen geltende, 2013 beschlossene und erst ab 2019 verpflichtende neue Lehrerdienstrecht bringt zwar eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung auf grundsätzlich 24 Stunden – gleichzeitig aber auch eine Erhöhung der Anfangsgehälter (bei späterer Abflachung der Gehaltskurve) und so budgettechnisch kurzfristig keine dringend gesuchten Einsparungen.

Außerdem gibt es zahlreiche Ausnahmen: Klassenvorstände (und damit praktisch alle Volksschullehrer), Mentoren beziehungsweise Kustoden und Beratungslehrer können sich insgesamt bis zu zwei Stunden sparen, müssen also nur 22 Stunden unterrichten. Lehrer der Sekundarstufe 2 (vor allem AHS-Oberstufe, BMHS), die Schularbeitsfächer unterrichten, müssen ebenfalls um bis zu zwei Stunden kürzer unterrichten.

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"Der Standard" vom 17.04.2015                               Seite: 32

Ressort: Kommentar

 

Karin Riss

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

Lehrerarbeitszeit

 

Was Häupl weglässt

 

   Der Wiener Bürgermeister formuliert gerne pointiert bis provokant. Sein böser „Da bin ich Dienstagmittag fertig"-Sager in Anspielung auf die Arbeitszeit heimischer Lehrkräfte fügt sich ins Bild und ist durch nichts zu entschuldigen. Nicht einmal durch ihn selbst. Will er auch gar nicht. Hat er doch mit purer Absicht das Klischee der ferienverwöhnten Pauker bedient, die mittags bereits Dienstschluss machen. Das ist falsch.

 

   Genauso falsch ist es, die Diskussion über die Lehrerarbeitszeit unter der Prämisse Sparzwang zu führen. Bildung ist ein Bereich, in den investiert werden muss. Nicht nur in Parteiprogrammen und vor Wahlen. Das Geld würde etwa dringend für Schulpsychologen und Sozialarbeiter gebraucht. Dass diese Arbeit zum Alltag österreichischer Lehrkräfte zählt, ohne dass sie dafür ausgebildet sind, hat der Mann im Wiener Rathaus weggelassen.

 

   Würde morgen der polemikfreie Tag ausgerufen, wäre den zwei zusätzlichen Stunden im Klassenzimmer vieles abzugewinnen. Ja, natürlich sollen Lehrende mehr Zeit am Lernort Schule verbringen. Natürlich soll Schule nicht mittags aufhören, und wer sich's leisten kann, lernt daheim mit Mama, Papa oder Nachhilfe. Wer sich's nicht leisten kann, hat Pech gehabt. Das bedeutet nicht zwei zusätzliche Unterrichtsstunden für alle. Das bedeutet Zeit für soziales Lernen, Freiarbeit, Beziehungsbildung. Nichts anderes würde am Tag der Polemikfreiheit gemeint sein.

 

 

"Der Standard" vom 17.04.2015                               Seite: 31

Ressort: Kommentar der anderen

 

GÜNTER TRAXLER

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

Im Rausch der Empörung

 

   Des Wiener Bürgermeisters Animationsversuch an der Professorenschaft, den pädagogischen Klassenkampf um zwei Wochenstunden zu verlängern, musste der Beifall versagt bleiben, das war von vornherein klar. Zum Teil mag das an der Präsentation seiner Redeübung gelegen sein, zum Teil vielleicht an der Sorge eines Teils der Betroffenen, mehr Kontakt zu den Schülern könnte die frühsommerliche Schulschwänzrate in die Höhe treiben. Wie das Genie so häufig in Österreich, wurde auch Michael Häupl in seinen Bemühungen total verkannt. Unter dem Vorwand, einer Regierung den Rücken zu stärken, die ihre Absichten zunächst als Gerücht unter die Leute bringt, um sie beim geringsten Gegenwind leichter preisgeben zu können, placierte er den Vergleich seiner Wochenarbeitszeit bis Dienstag mit der der Lehrer in der Gewissheit, damit den Pawlow'schen Empörungsreflex auszulösen, für den die hiesige Lehrerschaft bekannt ist und dessen Intensität der Bundesregierung klarmacht, sie möge eine Steigerung der Klassenpräsenz um zwei Stunden gar nicht erst anzudenken wagen.

 

   Einen größeren Gefallen hätte Häupl den Professorinnen und Professoren gar nicht machen können, die ohnehin schon unter ihrem pädagogischen Los schmachten und nun auch noch den Zumutungen einer Regierung ausgesetzt sein sollen, die wieder einmal nicht bedacht hat, dass Stéphane Hessel sich kein besseres Organ zur Empörungsvollstreckung hätte ausdenken können als Fritz Neugebauer, diesen Berufsrevolutionär auf den Barrikaden der Pragmatisierung. Mit ihm habe die Idee einer Ausweitung der Lehrerarbeitszeit um zwei Stunden keine Chance auf Realisierung, ließ er wissen – eine noch maßvolle Reaktion, wo AHS-Gewerkschaftern als erste Reaktion auf die Zumutung der Regierung in pazifistischer Vorbildlichkeit eingefallen war: Das bedeutet Krieg.

 

   Und wer diesen Krieg wieder einmal gewinnen wird, steht nach Häupls schnöde unbedankter Schützenhilfe außer Frage. Die Regierung jedenfalls nicht. Deren Versuch, die Vortäuschung einer Steuerreform en passant und unter anderem durch eine falsch aufgezogene Schulreform abzufedern, konnte nicht einmal einen Gewerkschaftspräsidenten überzeugen, der darüber wacht, dass sich die Arbeitnehmer die Steuerreform wenigstens nicht selber finanzieren, wenn sie ihnen schon nicht allzu viel bringt. Sich aus einer verlängerten Lehrerarbeitszeit 300 Millionen Euro für das Budget holen zu wollen, ohne ein Angebot zur Entlastung der Lehrer außerhalb des Unterrichts zu machen, konnte ihm nicht gefallen.

 

   Hier rächt sich eben, dass man es an Empörung fehlen ließ, wo sie besser angebracht gewesen wäre als nun, wahlkampfbedingt und künstlich aufgeheizt, an Michael Häupl. Wäre die Empörung darüber größer gewesen, eine Steuerreform ohne Vermögens-, Erbschafts- und Schenkungssteuern auch nur anzudenken, könnte man sich jetzt so peinliche – und erfolglose – Anläufe zu Gegenfinanzierungen sparen. In einem hat Häupl jedenfalls recht: Die Chancen auf eine sinnvolle Bildungsreform stehen schlecht. Und die erhöhte Lehrverpflichtung ab 2019 ist schon beschlossen.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 17.04.2015                              Seite: 2,3

Ressort: Politik

 

Bgld, Ktn, N.Ö., O.Ö., Sbg, Stmk, Ti, Vbg, Wi Mitte, Wi Nord, Wi Süd, Wi West

 

Wiens Bürgermeister Michael Häupl erwartet sich von Lehrergewerkschaftern

 

„Immer nur ,Nein' zu sagen gehteinfach nicht!"

 

Wien. – Ruppige Wahlkampftöne zwischen SPÖ und ÖVP überschatten die Debatte über Reformen des Beamtenapparats. Die SPÖ drängt auf Effizienz in der Verwaltung. Im Gegenzug verlangt die ÖVP eine Erhöhung des Pensionsalters. Und Wiens Bürgermeister Michael Häupl erwartet sich von den Lehrergewerkschaftern sozialpartnerschaftliche Verhandlungen.

 

   Beim Dinosaurier hinter Wiens Bürgermeister Michael Häupl handelt es sich NICHT um Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer.

 

   Niessl: „Mit einer Reichensteuer hätten wir uns die ganze Debatte ersparen können."

 

   Ostermayer: Einsparungen ergeben sich aus höherer Effizienz, nicht aus einer Null-Lohnrunde für Beamte.

 

   „Immer nur ,Nein' zu sagen geht einfach nicht", meint Bürgermeister Michael Häupl im Gespräch mit der „Krone" am DonnerstagCLAUS PÁNDI an die Adresse der Lehrergewerkschafter. Wenn sich einige „über meinen Spaßsager („Bei 22 Stunden Wochenarbeitszeit wäre ich Dienstagmittag schon fertig", Anm. d. Red.) so aufregen, liegt das wohl daran, dass die Botschaft beim Empfänger entsteht", sagt Häupl. Es wäre wohl klar, dass er damit nicht die jungen und engagierten Lehrer gemeint habe.

 

   „Melde mich bei großem inneren Druck wieder". Er, Häupl, wundere sich übrigens, dass der Ausspruch von Lehrergewerkschafter Eckehard Quin, der der Regierung vor einer Woche wörtlich mit Krieg gedroht hatte, „keine ähnliche Aufregung" ausgelöst habe. Es könne allerdings nicht sein, dass die Lehrergewerkschaft „einseitig die Sozialpartnerschaft aufkündigt". Er erwarte jetzt partnerschaftliche Verhandlungen, bei denen die Bundesländer mit Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl vertreten sind. Er, Häupl, werde sich in die Debatte aber nur wieder einbringen, „wenn ich einen großen inneren Druck in diese Richtung spüre".

 

   Unterdessen grassiert in der Koalition der wahlkampfbedingte Spaltpilz. Donnerstag kurz vor zehn Uhr richtete SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos der ÖVP aus, dass sie bei der Finanzierung der Steuerreform durch Einsparungen in der Verwaltung „auf Tauchstation gegangen" sei.

 

   Man müsse für diese Frage jetzt Lösungen finden. „Dass die ÖVP den Kopf in den Sand steckt, bringt uns auch nicht weiter. Von einer selbst ernannten Wirtschaftspartei erwarte ich konkrete Vorschläge, wo wir effizienter werden können", sagte SPÖ-Manager Darabos.

 

   Die Antwort von ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel ließ nicht lange auf sich warten. Die SPÖ würde sich nun mit „Forderungen, die bereits im letzten Jahrhundert von gestern waren", zu Wort melden, heißt es. Wirklicher Kostentreiber in Österreich seien unzweifelhaft die Pensionen. Hier brauche es eine „drastische" Erhöhung des faktischen Antrittsalters und eine frühere Anhebung des gesetzlichen Pensionsalters für Frauen, erklärt Blümel.

 

   Kanzleramtsminister Josef Ostermayer (SPÖ) findet die gesamte Debatte verfehlt. Es ginge nicht um Null-Lohnrunden für Beamte, sondern um Einsparungen durch Effizienzsteigerungen im Beamtenapparat.

 

   Und Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl ist der Meinung, dass man die gesamte aktuelle Einsparungsdebatte überhaupt nicht zu führen bräuchte, „wenn die ÖVP bei der in der Sache richtigen Steuerreform die Reichensteuer nicht verhindert hätte".

 

 

"Kronen Zeitung" vom 17.04.2015                              Seite: 1

Ressort: Seite1

 

Bgld, N.Ö., Stmk, Vbg, Wi Mitte, Wi Nord, Wi Süd, Wi West

 

Nachhilfe für Kinder kostet 110 Millionen €

 

   Wien. – Für private Nachhilfe müssen die Österreicher jährlich 110 Millionen Euro ausgeben. Eltern mit geringem Einkommen können sich die nötigen Stunden aber oft nicht leisten (Bericht Seite 8).

 

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"Kronen Zeitung" vom 17.04.2015                              Seite: 8

Ressort: Wirtschaft

 

Bgld, Ktn, N.Ö., O.Ö., Sbg, Stmk, Ti, Vbg, Wi Mitte, Wi Nord, Wi Süd, Wi West

 

Viele finanziell überfordert  Schulen sollten mehr anbieten

 

Nachhilfe für die Kinder kostet Österreicher 110 Millionen Euro

 

Wien. – Eltern müssen in Österreich viel Geld für die Nachhilfe ihrer Kinder ausgeben: 110 Millionen Euro fließen laut Ifes-Studie jährlich in private Förderstunden. Jeder dritte Haushalt würde wegen schlechter Noten des Kindes Nachhilfe benötigen. Doch leisten können es sich nur vier von zehn Eltern.

 

    Jährlich hohe Kosten für Nachhilfe in Wien, geringe in der Steiermark.

 

   Wer externe Nachhilfe, etwa für Mathe oder Fremdsprachen, in Anspruch nimmt, zahlt jährlich pro Kind im Durchschnitt 666 € (sie-VERGIL SIEGLhe Grafik). Am meisten geben Eltern in Wien aus, am wenigsten in der Steiermark. Die Kosten für eine Stunde Einzelnachhilfeunterricht liegen üblicherweise bei rund 32 €. Allerdings variieren die Preise zwischen 18 und 47 €. Nachhilfe in Kleingruppen kostet im Schnitt 15,70 € pro Stunde, kann aber zwischen 6,23 und 33,33 € schwanken.

 

   Ein Problem ist, dass sich einkommensschwache Familien das oft nicht leisten können. Nur 10% der bezahlten Nachhilfe entfallen auf Haushalte mit bis zu 1600 Euro Monatseinkommen. Experten fordern Subventionen für sozial Schwache. Zudem sollten Förderkurse in Schulen ausgebaut werden.

 

   Die AK gibt Tipps für das Auswählen der Nachhilfe:

 

    Preise immer vergleichen.

 

    Institute bieten manchmal günstigere Preise, wenn sich das Kind länger bindet.

 

    Einige geben Rabatte bei Barzahlung.

 

   Eine gute Idee in Wien, NÖ und dem Burgenland ist ein Besuch der neuen Webseite talentify.me. Sie vermittelt zwischen jüngeren Schülern und älteren, die Nachhilfe geben. Eine Stunde kostet maximal 10 €.

 

 

"Kurier" vom 17.04.2015                                    Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Wi, Abend, Länder, Morgen

 

Neue rote Rügen für Häupl, Wiens SPÖ-Chef kontert: "Unsinn"

 

   von Maria Kern. Lehrerarbeit-Sager. SP-Oberösterreich rügt Bürgermeister. Steirer Voves lobt Lehrer, versteht aber auch Häupl. Als Michael Häupl mit den steirischen Koalitionsspitzen Franz Voves (SPÖ) und Hermann Schützenhöfer (ÖVP) am Donnerstag das Steirerdorf auf dem Wiener Rathausplatz eröffnet, geht's ums Picknicken. Damit habe er es "nicht so", sagt der Bürgermeister: "Das Hinsetzen geht ja no, aber wie steh' i wieder auf?"

 

   Da hat Häupl die Lacher auf seiner Seite, der Schmäh kommt gut an - im Gegensatz zu jenem über die Lehrer. Der hat ja auch in roten Reihen für Aufruhr gesorgt. Beamtengewerkschaftsvize Peter Korecky hat Häupls Äußerung ("Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig") sogar als "intellektuellen Probelauf für eine rot-blaue Koalition", gewertet. Wenn der Bürgermeister "diesen populistischen Stil" beibehalte, "dann sollte sich die SPÖ überlegen, mit welchem Spitzenkandidaten sie in die Wien-Wahl" gehe.

 

   Was sagt das Stadtoberhaupt zu all dem? "Das ist ein vollkommener Unsinn. Ich kann auch nicht verstehen, dass ein Freund solche Sachen sagt", antwortet Häupl dem KURIER - und betont erneut, es sei ihm nur darum gegangen, die Lehrergewerkschaft zu kritisieren, nicht aber "die vielen engagierten Lehrer".

 

   Die verteidigt auch Oberösterreichs SP-Chef Reinhold Entholzer - und stellt klar, dass Häupls Sager "sicher nicht die Position der SPÖ-Oberösterreich" sei. Auch Voves betont in der Kleinen Zeitung, der Großteil der Lehrer leiste "hervorragende Arbeit", die es wertzuschätzen gelte. Der Landeschef meint aber auch: "In der Emotion" könne ein solcher Sager "passieren".

 

 

"Kurier" vom 17.04.2015                                    Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Wi, Abend, Länder, Morgen

 

"Lehrer von 8-16 Uhr anwesend"

 

22-Stunden-Streit.Experte Salcher drängt auf ein Ganztagsmodell

 

   Michael Häupl ist das neue Feindbild der Lehrergewerkschaft. Nach Häupls viel kritisiertem 22-Stunden-Sager affichiert die Gewerkschaft nun Anti-Häupl-Plakate (siehe Faksimile) an allen Schulen.

 

   Bildungsexperte Andreas Salcher ist über die aktuelle Diskussion, ob Lehrer zwei Stunden zusätzlich unterrichten sollen, oder nicht, in höchstem Maße verwundert. "Klar ist, dass wir die Diskussion jetzt nur haben, weil dem Bildungsressort das Geld ausgeht", meint Salcher. Dabei müsste die Debatte viel tiefer gehen:

 

   Totalreform. "Wir brauchen eine Totalreform des Lehrerdienstrechts, das auch in seiner neuen Form wesentliche Formen des Lernens mit seinem strengen Werteinheiten-System gar nicht oder nur mit explodierenden Kosten leisten kann", sagt Salcher.

 

   Er fordert, das System der Werteinheiten und die Abrechnung nach 50-Minuten Unterrichtsstunden ersatzlos zu streichen. Auch das neue Dienstrecht für Lehrer, das erst ab 2019 verpflichtend gilt und eine höhere Anwesenheit in den Klassen vorsieht, sei unbrauchbar für das, was das Schulsystem in Zukunft brauche. Sein Konzept, erklärt Salcher, habe er vergangenen Herbst auch dem ÖVP-Parteichef Reinhold Mitterlehner vorgetragen. Kern seines Vorschlags: Österreich gehe in Richtung ganztägiger Schulformen. Doch mit dem alten und neuen Dienstrecht, das in gewisser Weise auf Stundenzählen der Lehrer basiert, sei es unmöglich, das umzusetzen. Lehrern müssten dann nämlich jede einzelne zusätzliche Stunde an der Schule als Überstunde teuer abgegolten werden.

 

   Ganztagsmodell. Und wie soll das neue Modell aussehen? "Lehrer leisten ihre Arbeit von acht bis 16 Uhr pro Tag an ihrer Schule. Das lässt sich am besten durch ein faires Jahresarbeitszeitmodell umsetzen." Die gute Nachricht für Pädagogen sei, dass die Aufteilung ihrer Zeit zwischen Unterricht, regelmäßiger Fortbildung, Betreuung von Projekten, Teambesprechungen, individueller Vorbereitung und Elternarbeit nicht zentral vorgegeben wird, sondern autonom an der Schule durch den Direktor vorgegeben wird. Die Zeiteinteilung werde vom Lehrerteam in Absprache mit dem Direktor autonom festgelegt. Salcher: "Die Hausaufgaben fallen zum Großteil weg und für Schüler, Lehrer und Eltern endet die Schule im Normalfall um 16.00 bis 17.00 Uhr."

 

   Tatsächlich arbeitet derzeit eine Expertengruppe der Regierung an einem fast revolutionär klingenden Schulmodell, welches durchaus in die Richtung ganztägiger Schulformen und einer breiten Autonomie für Schulen geht. Die Ergebnisse sollen bis Juni vorliegen, bis November will die Regierung die Reform fixieren.

 

   Bernhard Gaul

 

 

Wiener Zeitung – 17. April 2015

 

Lehrer

Wie viele Stunden sind genug?

 

 

 

 

 

 

 

 

·         Lehrerarbeitszeit im Vergleich: zwei Stunden fehlen auf den OECD-Schnitt.Gewerkschaft protestiert gegen Häupl-Sager und OECD-Zahlen.

 

 

 

Wie groß ist die Arbeitslast im Klassenzimmer? Die Volksschullehrer arbeiten schon jetzt viel, im Bereich der Sekundarstufe liegen Österreichs Lehrer weit unter dem OECD-Schnitt.© contrastwerkstatt - Fotolia

 

Wien. Eine Erhöhung der Lehrverpflichtung um zwei Stunden würde über alle Lehrergruppen gerechnet Österreich in etwa auf den Schnitt der OECD-Staaten bringen. Das zeigt der im Vorjahr veröffentlichte jüngste OECD-Vergleich "Bildung auf einen Blick 2014". Allerdings: Die Unterrichtszeit der Volksschullehrer liegt schon jetzt im OECD-Schnitt und würde nach einer Erhöhung weit drüber liegen.

Viele Stunden in der Volkschule

Im Volksschulbereich kommen Österreichs Lehrer laut "Bildung auf einen Blick" derzeit auf eine Netto-Unterrichtszeit von 779 Stunden. Das liegt ziemlich genau im OECD-Schnitt (782), wobei die Berechnung dieser Zahl recht kompliziert ist. Die Lehrverpflichtung von 22 Wochenstunden (zu je 50 Minuten) wird dabei auf 60-Minuten-Einheiten umgelegt und zusammen mit der Pausenaufsicht auf eine wöchentliche Unterrichtszeit umgerechnet, dann auf einen Tag heruntergebrochen und mit der Zahl der Unterrichtstage pro Jahr (180) multipliziert.

Eine Erhöhung der Unterrichtspflicht um zwei Schulstunden pro Woche würde die Netto-Unterrichtszeit nach den OECD-Vorgaben auf 846 Stunden pushen, was schon recht weit über dem OECD-Mittelwert liegt.

Weniger Netto-Unterricht in AHS, Haupt- und Mittelschulen

Ganz anders ist die Lage im Bereich der Sekundarstufe I (AHS-Unterstufe/Hauptschule/Neue Mittelschule): Hier liegt Österreich aktuell bei einer Netto-Unterrichtszeit von 607 Stunden - das ist weit unter dem OECD-Schnitt von 694 Stunden. Auch mit zwei Stunden mehr käme man erst auf 666 Stunden.

Im Bereich der AHS-Oberstufe kommen die österreichischen Lehrer auf einen Wert von 589 Stunden. Auch das ist unter dem OECD-Schnitt von 655 Stunden - ein zweistündiges Lehrverpflichtungs-Plus würde diesen Wert auf 648 und damit praktisch auf den OECD-Schnitt erhöhen.

Gewerkschaft protestiert gegen OECD-Zahlen

Der Vorsitzende der Lehrer-Gewerkschaft an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS), Jürgen Rainer (FCG) verwehrt sich in einem der APA übermittelten Schreiben grundsätzlich gegen die Verwendung von OECD-Zahlen bei einem Vergleich von Lehrer-Arbeits- bzw. -Unterrichtszeit. "Daten, die das Bildungsministerium der OECD übermittelt, um danach sich auf die Quelle OECD zu stützen, sind problematische Daten", so Rainer.

Weiters richtet sich der Protest der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) gegen den vom Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) getätigten Sager "Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig." In dem von den Vorsitzenden der fünf Lehrersektionen in der GÖD gezeichneten Schreiben wird nach dem Häupl-Sager angemerkt: "Gut, dass in unseren Schulen Lehrerinnen und Lehrer unterrichten - und nicht der Wiener Bürgermeister!"

In der EU wird weniger als in anderen OECD-Staaten gearbeitet

Der EU-Schnitt liegt übrigens recht deutlich unter jenem der OECD-Staaten: Im Volksschulbereich beträgt die Netto-Unterrichtszeit in der EU 754 Stunden (derzeit in Österreich: 779), in der Sekundarstufe I 653 Stunden (607) und in der Oberstufe 622 Stunden (589).

 

 

"Tiroler Tageszeitung" Nr. 106 vom 17.04.2015               Seite: 14

Ressort: Nachrichten1u2

 

 

Verärgerung im Lehrerzimmer

 

   Wien - Der Streit um die Lehrerverpflichtung wird nicht zuletzt durch die umstrittene Aussage des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl (SPÖ) angefeuert. Rote wie schwarze Gewerkschafter werfen Häupl Populismus und Lehrer-Bashing vor. Auf Häupls Sager ?Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig" konterte die Lehrergewerkschaft: ?Gut, dass in unseren Schulen Lehrerinnen und Lehrer unterrichten - und nicht der Wiener Bürgermeister!"

 

   Eine Erhöhung der Lehrerverpflichtung um zwei Stunden würde über alle Lehrergruppen gerechnet Österreich in etwa auf den Schnitt der OECD-Staaten bringen. Das zeigt der im Vorjahr veröffentlichte jüngste OECD-Vergleich ?Bildung auf einen Blick 2014". Allerdings: Volksschullehrer unterrichten schon jetzt so lang wie im OECD-Schnitt und würden nach einer Erhöhung weit drüberliegen. Im Volksschulbereich kommen Österreichs Lehrer laut ?Bildung auf einen Blick" derzeit auf eine Netto-Unterrichtszeit von 779 Stunden. Im OECD-Schnitt unterrichten Lehrer 782 Stunden, wobei die Berechnung dieser Zahl recht kompliziert ist. Die Lehrverpflichtung von 22 Wochenstunden (zu je 50 Minuten) wird dabei auf 60-Minuten-Einheiten umgelegt und zusammen mit der Pausenaufsicht auf eine wöchentliche Unterrichtszeit umgerechnet, dann auf einen Tag heruntergebrochen und mit der Zahl der Unterrichtstage pro Jahr multipliziert.

 

   Der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft an den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen, Jürgen Rainer (FCG), verwehrt sich grundsätzlich gegen die Verwendung von OECD-Zahlen bei einem Vergleich von Lehrer-Arbeits bzw. -Unterrichtszeit. ?Daten, die das Bildungsministerium der OECD übermittelt, um danach sich auf die Quelle OECD zu stützen, sind problematische Daten", erklärte Rainer. (APA, TT)

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 17.04.2015             Seite: 6

Ressort: Meinung & Menschen

 

 

Endlich Schluss mit dem Lehrer-Bashing!

 

   Seit Jahren herrscht eine rege Diskussion darüber, wie Lehrerinnen und Lehrer zu arbeiten haben, mit immer dem gleichen Ergebnis die öffentliche Meinung betreffend: Pädagogen tun eigentlich nichts oder viel zu wenig. Wer korrigiert dann aber die Hausübungen, Tests, Schularbeiten und Vorwissenschaftlichen Arbeiten Ihrer Kinder? Wer bereitet ebendiese vor? Wer begleitet Ihre Kinder auf Klassenfahrt, Skikurs oder Sportwoche? Wer unterrichtet oder betreut denn Ihre Kinder, wenn sie nachmittags in der Schule sind?

 

   Wir Lehrer können das wohl nicht sein, denn wir liegen ab halb zwei Uhr ja kollektiv am See in der Sonne. Ich kann Ihnen sagen, ich habe den Vergleich. Ich habe jahrelang als Einrichtungsberaterin gearbeitet. Geregelte Dienstzeiten, geregelter Urlaub, geregelte Freizeit. Abends um sechs sperrte ich das Küchenstudio zu, und hinter mir die Sintflut. Samstags konnte ich ab halb zwei völlig entspannt ins Wochenende starten, ohne einen Stapel Arbeit mitzunehmen. Nie wurde mir vorgeworfen, ich würde den ganzen Tag die Füße hochlegen und meine Kunden im Studio nur halbherzig betreuen, weil ich an dem Tag einfach keine Lust hatte. Bei keiner anderen Berufsgruppe wird so viel diskutiert wie bei den Lehrern. Alle, die einmal eine Schule von innen gesehen haben, meinen sich eine fundierte Meinung erlauben zu können, basierend auf persönlichen Erlebnissen. Wenn z.B. die Metallindustrie wieder zwei Prozent mehr Lohn fordert, oder das Krankenhauspersonal für fairere Dienstzeiten kämpft, erhitzt das kaum die Gemüter, dabei waren doch die meisten von uns auch schon einmal in einem Spital und hätten sicher doch auch ein Mitspracherecht. Was die meisten übersehen, ist, dass sich in der Schule einiges verändert hat. Neue Regelungen, die Reifeprüfung und standardisierte Überprüfungen betreffend, ebenso wie kompetenzorientierter Unterricht haben die Tätigkeit verändert und vielfach erweitert.

 

   Es geht uns Lehrern nicht darum, Mitleid zu erregen, alle von uns machen diesen Beruf gerne, er ist abwechslungsreich, herausfordernd und sehr bereichernd. Wegen der Ferien und der Freizeit wird schon lange niemand mehr Lehrer. Was wir uns wünschen, ist mehr Toleranz und Verständnis für das, was wir tun. Das Lehrer-Bashing muss aufhören. Seit Jahren sind wir in Österreich die Buhmänner und -frauen der Nation. Wenn man sagt, man ist Lehrerin, erntet man schiefe Blicke. Geht Ihnen das auch so, wenn Sie sagen, Sie arbeiten in der Bank, im Verkauf, oder sind selbstständig? Wir ertragen dies, weil wir uns unserer Verantwortung bewusst sind.

 

   Wir wollen dafür keinen Orden, nur gerechten Lohn und geregelte Arbeitszeiten, entsprechende Arbeitsbedingungen, Respekt und Vertrauen in das, was wir tun (siehe skandinavische Länder).

 

   Mag. Julia Weißenböck, gebürtige Oberösterreicherin, hat in Salzburg das Lehramtsstudium absolviert.

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 17.04.2015             Seite: 1

Ressort: Seite 1

 

 

"So nicht": Lehrer plakatieren ihren Protest gegen Wiens...

 

   "So nicht": Lehrer plakatieren ihren Protest gegen Wiens Bürgermeister Häupl an Schulen »Seite 2

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 17.04.2015             Seite: 2

Ressort: Politik

 

 

ÖVP geht bei Spardebatte in Deckung, Lehrer weiten Protest gegen Häupl aus

 

   "So nicht": Lehrergewerkschaft plakatiert ihren Ärger über den Wiener Bürgermeister

 

   WIEN/LINZ. Applaus oder Ärger - wie die Wiener Genossen zum Lehrer-Sager ihres Landesparteichefs und Bürgermeisters Michael Häupl stehen, wird sich morgen, Samstag, zeigen. Da lässt sich Häupl beim Landesparteitag als Spitzenkandidat für die Wien-Wahl am 11. Oktober küren. Parteitagsmotto: "Für Wien brauchst a G'spür".

 

   Außerhalb Wiens sind Häupls Parteifreunde noch immer gram: Gestern meldete sich Oberösterreichs SP-Chef Reinhold Entholzer zu Wort: Er "distanziere sich klar" von Häupls Aussagen, sagte er, Oberösterreichs SP lehne "jegliche Pauschal-Verunglimpfung eines Berufsstandes ab".

 

   Die Lehrervertreter in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) haben ihren Ärger über Häupl nun auch plakatiert: "So nicht", heißt es auf dem Druckwerk an Schulen, und: "Gut, dass in unseren Schulen Lehrer unterrichten und nicht der Wiener Bürgermeister". Erzürnt ist die GÖD, wie berichtet, auch über Kanzler Werner Faymann (SP), der gesagt hatte, notwendige Budgeteinsparungen "werden auch Beamte treffen".

 

   Die Bundes-VP gibt trotz schwarzer Beamtenschaft den unbeteiligten Partner. Zwar hatte Vizekanzler Reinhold Mitterlehner Faymann beigepflichtet, als dieser eine höhere Arbeitszeit für Lehrer thematisierte - aber auch dem Standpunkt, dass dies "zur Stunde nicht aktuell sei". Dabei bleibt der VP-Chef: In seinem Büro verwies man darauf, dass am Dienstag mit dem Finanzrahmen erst einmal die Budget-Leitlinien fixiert werden. Danach müssen sich die Ressorts überlegen, wie sie diese erfüllen.

 

   Einen Zusammenhang zwischen Sparplan und Finanzrahmen stellte VP-Staatssekretär Harald Mahrer in Abrede: "Es wird leider alles in einen Topf geworfen." Häupls "Pauschalverurteilung" sei da nicht hilfreich, so Mahrer.

 

   "Reine Sparmaßnahme"

 

   Dass die Stunden-Frage "rein als Sparmaßnahme zu sehen ist", sagte dagegen Oberösterreichs Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer. Für Oberösterreich würde die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung zwischen 700 und 1000 Lehrerposten weniger bedeuten, sagt er. "Das heißt auch längere Wartezeiten für Junglehrer."

 

   Bildungslandesrätin Doris Hummer (VP) ist dafür, das Thema Arbeitszeit der Schulautonomie zu überlassen: "Der Direktor vor Ort soll festlegen können, wie lange er einen Lehrer direkt an der Schule braucht und was er zuhause erledigen kann." (bock/jabü)

 

   "Das ist sicher nicht die Position der SPÖ Oberösterreich. Wir lehnen jegliche, auch indirekte Pauschal- Verunglimpfung eines Berufsstandes ab." Reinhold Entholzer, oberösterreichischer SP-Vorsitzender

 

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"Oberösterreichische Nachrichten" vom 17.04.2015             Seite: 2

Ressort: Politik

 

 

Wer unterrichtet wie viel?

 

   OECD vergleicht regelmäßig Unterrichtszeit

 

   WIEN. 20 Stunden beträgt die reguläre Unterrichtsverpflichtung für Lehrer an höheren Schulen, durchschnittlich 22 Stunden jene für Pflichtschullehrer.

 

   Würde man diese Zeit in der Klasse um zwei Stunden pro Woche erhöhen, dann käme die Unterrichtszeit - über alle Lehrergruppen gerechnet - an den OECD-Schnitt heran, wie Zahlen aus dem OECD-Vergleich "Bildung auf einen Blick 2014" zeigen (Details siehe Grafik).

 

   Einzig Österreichs Volksschullehrer liegen mit einer Netto-Unterrichtszeit von 779 Stunden schon nahe am OECD-Schnitt. Für sie würde die Erhöhung eine Jahresunterrichtszeit von 846 Stunden bedeuten. Das wäre deutlich über dem OECD-Schnitt, alle anderen Lehrer würden auch mit einer Erhöhung den OECD-Schnitt nicht übertreffen.

 

   Pädagogen an AHS-Unterstufen, Neuen Mittelschulen und Hauptschulen kämen auf 666 Stunden, in der Oberstufe wären es 648 Stunden.

 

   Eine 24-stündige Unterrichtsverpflichtung sieht das neue Dienstrecht zwar bereits vor, noch ist dieses für neu einsteigende Pädagogen aber optional. Erst ab 2019 gilt es, und dann auch nur für die Neueinsteiger.

 

   Die BMHS-Lehrergewerkschaft kritisiert übrigens die OECD-Vergleichszahlen: "Daten, die das Bildungsministerium der OECD übermittelt, um sich danach auf diese Quelle zu stützen, sind problematische Daten", hieß es.

 

 

ORF / ZIB2 - 17. April 2015

 

Wachsende Empörung über Häupl-Sager

Wenn er 22 Stunden arbeiten würde, dann wäre er am Dienstag zu Mittag mit seiner Arbeitswoche fertig. Diese Aussage des vorwahlkämpfenden Wiener Bürgermeisters Michael Häupl hat die seit Jahrzehnten dahinköchelnde Debatte um die Lehrer-Arbeitszeit neu entfacht. Und: Nicht nur die Lehrer und ihre Vertreter bei der Gewerkschaft sind empört, auch Kollegen der eigenen Partei gehen auf Distanz zu Häupl. Fest steht schon nach wenigen Tagen der Debatte: Eine sachliche Diskussion ist jetzt kaum mehr möglich

http://tvthek.orf.at/program/ZIB-2/1211/ZIB-2/9595600/Wachsende-Empoerung-ueber-Haeupl-Sager/9595602

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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