Donnerstag, 23. April 2015

2015.04.22: Nationalrat - Dringliche

OTS0255 II 22.04.2015 20:16:56

 

Nationalrat: NEOS-Dringliche löst umfassende Bildungsdebatte aus

Utl.: Abgeordnete wegen Budgetlochs im Bildungsressort besorgt

Nationalrat/Dringliche Anfrage/Bildungspolitik/Heinisch-Hosek/NEOS

Die NEOS sehen den Bildungsstandort Österreich in Bedrängnis und konfrontierten Bildungsministerin Gabriele Heinisch- Hosek im Nationalratsplenum heute mit einer Dringlichen Anrage unter dem Titel "Zweifacher Bildungsnotstand in Österreich: Fehlende Bildungsstrategie und wachsendes Budgetloch". Die Elementarpädagogik werde nicht ernst genommen, die Volksschule vernachlässigt und die Neue Mittelschule durch den ideologischen Dauerkonflikt der Regierungsparteien blockiert, kritisierten Klubchef Matthias Strolz und seine FraktionskollegInnen. SPÖ und ÖVP fehle der Mut zu einer Reform des LehrerInnendienstrechts, freie Schulen würden nach wie vor diskriminiert, die Bildungsreformgruppe der Bundesregierung plane Neuerungen von oben nach unten und drohe LehrerInnen zu bloßen Erfüllungsgehilfen parteipolitisch motivierter Bürokraten zu machen. "Notstand" registrierten die NEOS vor allem auch im Bildungsbudget, wo aktuell ein Budgetloch von 343 Mio. € bestehe. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek informierte über ihre Absicht, finanzielle Probleme durch Stundung von Gebäudemieten und Gespräche mit dem Finanzminister zu lösen.

NEOS setzen auf Schulautonomie

Matthias Strolz (N) begründete die Dringliche Anfrage mit der Sorge seiner Fraktion, wohin das Bildungssystem angesichts des enormen Budgetlochs gehe. Für die NEOS sei Bildung ein zentraler Wert, weil Bildung den Menschen ermögliche, ein eigenes Leben zu gestalten und das Leben anderer zu bereichern. Es sei beklemmend zu sehen, dass die Schule in Österreich den gesellschaftlichen Wandel nicht bewältige. Wenn ein Fünftel der Jugendlichen die Schule verließen, ohne richtig lesen zu können, sei ein differenzierter Bildungsdiskurs notwendig. Es gelte die Misstrauenskultur in der Schulverwaltung abzubauen, den Schulen Autonomie zu geben und LehrerInnen aus ihrer Rolle als BefehlsempfängerInnen zu befreien, meinte Strolz. Der Verordnungsdschungel sei zu beseitigen. Die Elementarpädagogik brauche einen einheitlichen Qualitätsrahmen und beim Übergang zur Sekundarstufe sei es dringend notwendig, auf die Stigmatisierung der Kinder zu verzichten, die den Weg ins Gymnasium nicht schaffen.

Eine echte Schulautonomie, wie sie die NEOS vorschlagen, würde eine vielfältige Mittelschule entstehen lassen. Strolz verlangte Konsequenzen aus der Evaluierung der neuen Mittelschule zu ziehen und freie Privatschulen finanziell gleich zu behandeln wie konfessionelle Schulen.

Heinisch-Hosek sieht Neue Mittelschule auf gutem Weg

Bildungsministerin Gabriele Heinisch Hosek stellte Ihren Antworten auf die fünfzig an sie gerichteten Detailfragen die Feststellung voran, dass sich die Schule in einem Veränderungsprozess befinde und beachtliche Fortschritte in den Bereichen Integration und Inklusion vorzuweisen habe. Diese Schulen bieten mehr Vielfalt und fördern die Kinder individueller denn je. Die Neue Mittelschule habe keineswegs nur neue Türschilder gebracht, sondern verzeichne gute Erfolge.

Das Bildungssystem müsse weiterentwickelt werden, räumte die Ministerin ein und erläuterte das bildungspolitische Programm der Bundesregierung für die laufende Gesetzgebungsperiode. Heinisch-Hosek erinnerte an die Erfolge des beitragsfreien Kindergartenjahres und hielt ein zweites Gratiskindergartenjahr zur Förderung der Sprachkompetenz für wünschenswert. In den Volksschulen setze sie sich für alternative Leistungsbeurteilungen ein. Das Positionspapier zur Reform der Schulverwaltung werde derzeit geprüft, teilte die Ministerin mit, wobei sie um Verständnis dafür bat, dass es nicht leicht sei, ein 40 Jahre altes, unübersichtlich gewordenes Verwaltungssystem zu reformieren.

Grundsätzlich brach Heinisch-Hosek eine Lanze für das staatliche Bildungssystem, informierte über den Schwerpunkt lebenslanges Lernen im Programm der Regierung und sah besonderen Handlungsbedarf angesichts vieler SchulabgängerInnen, die wichtige Kulturtechniken nicht ausreichend gut beherrschen. Einmal mehr plädierte die Bildungsministerin dafür, Kinder nicht bereits mit 10 Jahren schulisch zu trennen und wies an dieser Stelle darauf hin, dass Bildung in Österreich nach wie vor in hohem Maße vererbt werde.

Die Bildungsausgaben pro SchülerIn sind in den letzten Jahren im Primär- und Sekundärbereich gestiegen, teilte die Ministerin mit. Lehrerbestellungen erfolgten nach objektiven Kriterien, zeigte sie sich überzeugt. Die Förderung freier Schulen wurde in den letzten Jahren erhöht, diese Schulen könnten auch auf mehr Förderung für die Nachmittagsbetreuung zurückgreifen, informierte Heinisch-Hosek.

Kindergärten sind Bildungseinrichtungen

Gegenüber der Aussage der Ministerin, aktuelle Budgetprobleme mit der Stundung von Mieten durch die BIG und im Wege von Gesprächen mit dem Finanzminister lösen zu wollen, zeigte sich Beate Meinl-Reisinger (N) skeptisch und vermisste überdies Antworten auf drängende Fragen im Bildungssystem. Schwere Mängel ortete die Rednerin bei der Elementarpädagogik. Da die Kindergärten die erste Bildungseinrichtung darstellten, brauche es einheitliche Qualitätsstandards und eine PädagogInnen-Ausbildung auf Hochschulniveau. Sie forderte überdies eine Übertragung der Zuständigkeit für Elementarpädagogik auf Bundesebene vom Familienressort an das Bildungsressort, um zu unterstreichen, dass Elementarpädagogik Bildungsmaterie ist.

Ein entsprechender Entschließungsantrag der NEOS wurde bei der Abstimmung jedoch ebenso abgelehnt wie ein weiterer von Meinl- Reisinger eingebrachter Antrag zum Thema Schulautonomie. Darin sprechen sich die NEOS für einen parteiübergreifenden Dialogprozess unter Einbindung von Eltern- und SchülervertreterInnen, der Lehrergewerkschaft, der Parlamentsparteien, der Bundesländer, der Sozialpartner und externer ExpterInnen aus.

SPÖ unterstreicht Bedeutung von sozialem Lernen

Das Bildungssystem sei ein großer Dampfer, der seinen Kurs nur langsam ändere, sagte Elmar Mayer (S). Auch wenn man Probleme einräumen müsse, sollte man die österreichische Schule nicht schlechtreden und erkennen, dass es gelungen sei, die Schulklassen zu verkleinern, die individuelle Betreuung zu verbessern, Bildungsstandards einzuführen und Weichen für eine neue PädagogInnen- Ausbildung zu stellen. Handlungsbedarf sah Mayer bei der Frühförderung und bei der Umsetzung neuer pädagogischer Erkenntnisse beim Thema soziales Lernen. Die Zersplitterung der Sekundarstufe mit vier Schultypen führe zu hohen Kosten und geringen Ergebnissen. Mayer bekannte sich dazu, Begabungen zu fördern und schwächere Schüler gezielt aufzufangen, weil es sich Österreich nicht leisten könne, auch nur ein Kind in seiner schulischen Entwicklung zurückzulassen.

ÖVP will vielfältige Angebote für unterschiedliche Begabungen

Für Änderungen in der Unterstufe, aber mit Differenzierung und einem vielfältigen Angebot, das den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder gerecht wird, plädierte Brigitte Jank (V). Sie will die Effizienz des Schulsystems erhöhen und die Zahl jener Jugendlichen senken, die ohne Schulabschluss bleiben und daher wenige Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt haben. Es gehe auch um einen guten Schulstart, sowie darum, den Veränderungen des digitalen Zeitalters auch in der Produktion Rechnung zu tragen. Die Bundesregierung wird dazu bis November ein Konzept ausarbeiten, das das Bildungssystem vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung umfasst. Die Autonomie der Schule soll schrittweise erweitert werden. Der Bund soll die pädagogischen Ziele vorgeben, ihre Umsetzung überprüfen und dem Parlament darüber berichten, sagte Jank.

FPÖ verlangt zeitgemäße Schulbauten

Walter Rosenkranz (F) meldete Zweifel an der Effizienz der Arbeitsgruppen zur Bildungsreform an und zeigte sich verwundert darüber, dass die Schulen noch funktionieren, obwohl in der Bildungspolitik nichts weitergehe. Rosenkranz bekannte sich zu öffentlichen Schulen und forderte zeitgemäße Schulbauten, wo LehrerInnen ihren Unterricht vorbereiten und Schularbeiten verbessern können. Der SPÖ warf Rosenkranz Scheinheiligkeit in der Bildungspolitik vor, weil sie zwar für die gemeinsame Schule der 10- 14-Jährigen eintrete, in Wien aber spezielle Volksschulklassen für Schüler mit Englisch- oder Spanischkenntnissen zulasse. Die anderen Kinder werden in einer Restklasse unterrichtet, hauptsächlich solche mit türkischer oder serbokroatischer Muttersprache, kritisierte Rosenkranz.

Grüne warnen vor Angriff des Finanzministers auf die Schulen

Traurige Zustände an den Schulen registrierte Harald Walser (G), der in erster Linie die ÖVP dafür kritisierte, auf den Baustellen Elemantarpädagogik und Reform der Schulverwaltung nichts weiterzubringen. Für dramatisch hielt Walser die strukturelle Unterdotierung des Bildungsbudgets, wobei er die Formulierungen im jüngsten Strategiebericht bis 2019 als Generalangriff des Finanzminister auf die Schulen wertete. Walsers Vorwurf an die SPÖ lautete, ihre Bildungsministerin budgetär im Regen stehen zu lassen. Schließlich wies Walser darauf hin, dass Südtirol in der Sekundarstufe mit seiner gemeinsamen Schule aller 10- bis 14-Jährigen bessere pädagogische Ergebnisse erziele als Nordtirol.

Team Stronach: Privatschulen zwingen öffentliche Schulen zu mehr Leistung

Robert Lugar (T) klagte über Schulen, in denen Kinder ihre Freude am Lernen verlieren und SchülerInnen, die beim Frontalunterricht nicht mitkommen, nach Hause geschickt werden, um ihre Lektionen nachzulernen. Handle es sich um Kinder, deren Eltern sich nicht um sie kümmerten, bleiben diese Kinder schulisch auf der Strecke. Daher sei es so wichtig, Ganztagsschulen mit verschränktem Unterricht zu schaffen, um Kinder in ihrer schulischen Laufbahn unabhängig von Elternhäusern zu machen. Es gehe nicht an, dass Jahr für Jahr 8.000 SchülerInnen ohne Pflichtschulabschluss und ohne Perspektive im Berufsleben das Bildungssystem verlassen. Außerdem verlangte Lugar, Privatschulen nach dem Vorbild der Niederlande zu fördern, weil dies auch die öffentlichen Schulen zwinge, die Qualität ihres Unterrichts zu verbessern.

Mehr Fokus auf SchülerInnen in der Bildungsdiskussion legen

In der weiteren Debatte wurde von den Abgeordneten immer wieder die Forderung erhoben, die Bedürfnisse von Schülerinnen und Schüler stärker in den Mittelpunkt der Bildungsdiskussion zu stellen. Derzeit sei viel zu viel von Verwaltung, LehrerInnen und Eltern die Rede, bemängelte etwa SPÖ-Abgeordnete Katharina Kucharowits und plädierte dafür, auch die SchülerInnen nach ihren Vorstellungen und Wünschen zu fragen, wenn man über mehr Schulautonomie nachdenke. Sie plädierte zudem für einen Ausbau der politischen Bildung.

Nikolaus Scherak (N) kritisierte vor allem, dass Schülerinnen und Schüler in der Schule nicht ausreichend gefördert und unterstützt würden und damit "verloren gehen". Er forderte außerdem mehr Investitionen in Bildung, Wissenschaft und Forschung und sprach in diesem Zusammenhang von "Zukunftsraub". Statt in Bildung fließen seiner Ansicht nach viel zu viele Budgetmittel in Pensionen.

Seitens der FPÖ schlug Gerald Hauser vor, in den Schulen mehr zu üben, um den ausufernden Nachhilfebedarf in Österreich zu reduzieren, und die Lehrpläne zu entrümpeln. Solche Maßnahmen wären seiner Meinung nach relativ einfach umzusetzen. Was die Budgetprobleme des Bildungsressorts betrifft, warnte Hauser davor zu glauben, diese könnten mit mehr Schulautonomie gelöst werden. Er fragt sich außerdem, wie die "Wünsche ohne Ende" im Bildungsgbereich finanziert werden sollen, wenn Bildungsministerin Heinisch-Hosek schon derzeit nicht in der Lage sei, ausgeglichen zu bilanzieren.

Karl: LehrerInnen allein können Budgetloch nicht stopfen

Auch von anderen Seiten wurde die prekäre Budgetsituation im Bildungsressort angesprochen. So betonte SPÖ-Abgeordnete Daniela Holzinger, dass eine weitere Budgetkürzung im Bildungsbereich für die SPÖ nicht in Frage komme. Sie forderte außerdem einen besseren Übergang vom Kindergarten in die Volksschule und plädierte wie ihr Faktionskollege Josef Cap dafür, weiter über die Einführung eine Gesamtschule zu diskutieren. Cap ist überzeugt, dass sowohl Ganztagsschulen als auch eine spätere schulische Trennung der Kinder im Sinne der SchülerInnen wäre.

Klar hinter die LehrerInnen stellte sich ÖVP-Abgeordnete Beatrix Karl. Es könne nicht sein, dass die LehrerInnen allein dafür herhalten müssten, das Budgetloch im Bildungsbereich zu stopfen, sagte sie und forderte "kreativere Lösungen". Auch ihr Fraktionskollege Manfred Hofinger brach eine Lanze für die LehrerInnen, er sieht keinen Anlass für "Lehrer-Bashing". Allgemein hob Karl die Bedeutung von Bildung hervor und urgierte faire Chancen für alle Kinder. Sie sieht aber auch die Eltern gefordert, diese seien dafür verantwortlich, den Kindern klar zu machen, wie wichtig Bildung sei.

Töchterle: Alarmismus ist nicht angebracht

Um eine Beruhigung der Diskussion bemühte sich der ehemalige Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V). Er hält Alarmismus für unangebracht. Das österreichische Bildungssystem sei "da und dort korrektur- und reformbedürftig", räumte er ein, es werde auf vielen Ebenen aber Hervorragendes geleistet. Töchterle machte zudem geltend, dass im Bereich der Lehrerausbildung die Weichen bereits neu gestellt wurden. Was die Lehrer betrifft, warf Töchterle den NEOS vor, das gleiche zu tun, wie der Wiener Bürgermeister Michael Häupl: die Berufsgruppe schlechtzureden.

NEOS-Klubchef Matthias Strolz hält die Warnungen seiner Faktion allerdings für berechtigt. Bildungsministerin Heinisch-Hosek habe eingeräumt, dass im Bildungsbudget heuer 343 Mio. € fehlten, hob er hervor. Selbst wenn es gelingen sollte, ab Herbst einer höhere Lehrverpflichtung durchzusetzen, sei dieser Fehlbetrag nicht aufzubringen, gab er zu bedenken und zeigte sich vor diesem Hintergrund verwundert über die Gelassenheit vieler MandatarInnen.

Sogar für eine "Katastrophe" hält Team-Stronach-Abgeordneter Marcus Franz die Situation im Bildungsbereich. Er berichtete unter anderem von Problemen eines Bekannten, einen brauchbaren Lehrling für eine offene Lehrstelle zu finden. Verantwortlich dafür ist seiner Meinung nach das Bildungssystem. Er forderte wieder mehr "Mut zur Leistung und zur Elite".

Schmid: Zentralmatura hat Lust auf Schule und Lernen nicht gefördert

Für wenig zukunftsfähig hält auch Grün-Abgeordneter Julian Schmid das österreichische Schulsystem. Kindern werde in der Schule die Lust am Lernen ausgetrieben, kritisierte er und forderte unter anderem mehr Projektunterricht. Die einzige große Bildungsreform in den letzten Jahren ist Schmid zufolge die Zentralmatura gewesen, aber auch diese hätte nichts dazu beigetragen, die Lust auf Schule und Lernen zu fördern.

Schmids Fraktionskollegin Daniela Musiol beklagte, dass man mit Reformvorschlägen im Bildungsbereich immer wieder auf "Beton" oder, fast noch schlimmer, auf "Schleim" stoße. Selbst wenn man Reformen wolle, sei es nicht einfach, diese umzusetzen, von irgendwo komme stets Widerstand her. Grün-Abgeordnete Helene Jarmer glaubt, dass an den falschen Stellen gespart und gekürzt werde. Sie machte sich für inklusiven Unterricht stark und forderte unter anderem einen Rechtsanspruch für gehörlose Kinder auf Unterricht in Gebärdensprache.

Einen nationalen Schulterschluss im Bildungsbereich mahnte Rouven Ertlschweiger (T) ein. Jede Fraktion habe gute Ideen, ist er überzeugt, man müsse die notwendigen Reformen aber endlich angehen, auch wenn es Widerstand von Ländern und Gewerkschaftern gebe. Ertlschweiger urgierte unter anderem mehr Schulautonomie, überdies hält er es für dringend erforderlich, die Politik an den Schulen zurückzudrängen.

FPÖ warnt vor "Reformitis"

Vor zu viel "Reformitis" warnte hingegen FPÖ-Abgeordnete Barbara Rosenkranz. Sie bezweifelt, dass es in den vergangenen Jahren im Bildungsbereich zu wenig Reformen gegeben hat, wie viele meinen. Man müsse vielmehr fragen, ob die Reformen nicht in die falsche Richtung gegangen seien. Rosenkranz ist überzeugt, dass es ein gegliedertes Schulsystem braucht, weil es unterschiedliche Talente gebe. Das habe nichts mit der Frage der Chancengleichheit zu tun, betonte sie. Ihr zufolge reicht es auch nicht aus, in der Schule Kompetenzen zu vermitteln, etwa Lebenskompetenz, es gehe vor allem auch um Wissen und Kenntnisse. Ihr Fraktionskollege Wendelin Mölzer machte sich für den Erhalt von Kleinschulen stark. (Fortsetzung Nationalrat) fru/gs

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OTS0245 II 22.04.2015 18:34:03

 

Nationalrat – Holzinger: Brücken statt Brüche im Bildungssystem

Utl.: SPÖ geht weiter den Weg eines langen gemeinsamen Bildungswegs für alle SchülerInnen

SPÖ/Nationalrat/Holzinger/Bildung/Schule/NMS

Die SPÖ-Abgeordnete Daniela Holzinger machte in ihrer Rede im Nationalrat einmal mehr klar, was ein gerechtes Bildungssystem aus sozialdemokratischer Sicht bedeute. "Wir wollen Brücken an den wichtigen Übergangsstellen, vom Kindergarten zur Volkschule und dann in weitere höhere Schulen bauen und die Brüche beseitigen", so Holzinger. Die SPÖ will einen langen, gemeinsamen Bildungsweg für alle SchülerInnen. ****

Es wird heute schon viel getan, um wirklich allen Kindern die bestmögliche Bildung zu ermöglichen. "Es werden etwa bis 2018 noch 90 Millionen Euro in die Frühforderung investiert. Das lässt sich nicht einfach vom Tisch wischen", sagte die Abgeordnete. Der Elementarbereich ist die erste Bildungseinrichtung. Gerade in diesem Bereich seien viele PädagogInnen mit Herzblut bei der Sache. "Wir dürfen sie hierbei nicht alleine lassen, sie brauchen Förderungen und Möglichkeiten zur Weiterbildung. Nur so können wir sie halten", wie Holzinger klar machte.

Die Neue Mittelschule bringt überall dort Erfolge, wo sie konzeptgetreu angewandt würde. Holzinger dazu: "Dort sehen wir die Erfolge, mehr SchülerInnen wechseln auf höhere Schulen. Das zeigt, dass wir am richtigen Weg sind. So können wir endlich das Paradigma der vererbten Bildung brechen". Kinder sind keine Maschinen, Kinder haben keinen Stichtag. Nur wenn wir ihnen wirklich die Zeit und die Möglichkeiten lassen, sich individuell zu entwickeln, haben alle Kinder die Chance auf die bestmögliche Bildung", so Holzinger abschließend.(Schluss) up/sn

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OTS0243 II 22.04.2015 17:55:47

 

Dringliche - Stronach/Lugar: Millionen für Bildung statt für Wahlkampfzuckerl

Utl.: Parallelförderung von privaten- und öffentlichen Schulen nach niederländischem Vorbild gefordert

Team Stronach/Lugar/Bildung/Nationalrat/Schule

"Wir brauchen einen verschränkten Ganztagesunterricht der es ermöglicht, Kinder spielerisch - vor allem in der Unterstufe - an die Lerninhalte heranzuführen", forderte Team Stronach Unterrichtssprecher Robert Lugar in seinem Redebeitrag zur Dringlichen. Der derzeitige "Frontalunterricht" zementiere meist nur die sozialen Unterschiede und füttere die Statistiken, wonach arme Kinder schlechte Bildungschancen haben. "Wenn wir es nicht schaffen, allen Kindern die Möglichkeit zu geben, unabhängig von ihrem Elternhaus zu werden, dann wird unser Schulsystem nicht besser werden", kritisierte Lugar.

Anstatt 4,9 Mrd. Euro "als Wahlkampfzuckerl zu verschenken", wäre es besser gewesen, "ein paar hundert Millionen in die Bildung zu stecken", so der Team Stronach Mandatar. Und weiter: "Frau Bildungsminister, stellen Sie sich einmal auf die Hinterbeine und vielleicht können Sie den Herrn Finanzminister motivieren, endlich dort Geld in die Hand zu nehmen, wo es wirklich was bringt!"

Lugar erinnerte auch an die gemeinsame Bildungsreise aller Parlaments-Unterrichtssprecher in die Niederlande. Dort werden seit Jahren sowohl private als auch öffentliche Schulen staatlich gefördert - mit überzeugendem Erfolg: "Es gibt 70 Prozent Privatschulen in den Niederlanden - doch auch die öffentlichen Schulen sind besser geworden. Das würde auch bei uns funktionieren!", wandte sich Lugar an die Unterrichtsministerin. "Es wird jedoch nicht passieren, weil sie werden der Politik nicht ihr Spielzeug wegnehmen wollen!", so Lugar.

Der Team Stronach Unterrichtssprecher sprach sich einmal mehr für die Autonomie der Schulen aus und forderte Heinisch-Hosek auf, Mut zu beweisen, eine Parallelstruktur wie in den Niederlanden auch bei uns in Österreich aufzubauen, den öffentlichen Schulen eine private Konkurrenz zur Seite zu stellen - "dann haben auch die Landesfürsten nichts mehr mitzureden", so Lugar.

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OTS0242 II 22.04.2015 17:54:13

 

Nationalrat – Kucharowits: SchülerInnen in den Mittelpunkt rücken

Utl.: Schulautonomie darf nicht für Wettbewerb zwischen Schulen missbraucht werden

SPÖ/Nationalrat/Kucharowits/Dringliche/Bildung/Schule

SPÖ-Jugendsprecherin Katharina Kucharowits betonte bei der Debatte zur Dringlichen Anfrage, heute Mittwoch im Nationalrat, dass viel zu wenig über die wichtigsten Personen in der Bildungsdebatte geredet wird - die Schülerinnen und Schüler. "Wir müssen sie in den Mittelpunkt des Bildungssystems rücken. Wir als SPÖ tun dies", machte Kucharowits klar. ****

Die Jugendsprecherin betonte, dass Kinder dieselben Chancen verdient hätten, unabhängig von ihrem Wohnort oder den finanziellen Möglichkeiten ihrer Eltern. Für weitere Reformen im Bildungssystem braucht es finanzielle Mittel, die etwa eine Vermögenssteuer bereitstellen könnte. Hier sei es wichtig auf das einzugehen, was Jugendliche und Kinder sich von ihren Bildungseinrichtungen erwarten. "Sport, Musik, Teilhabe an Kulturangeboten - all das wird zum Beispiel in ganztägigen Schulformen verwirklicht und es ist genau das, was sich viele SchülerInnen wünschen", zeigte die Jugendsprecherin auf.

Sie verwies darauf, dass am Montag das SchülerInnenparlament erstmals im österreichischen Parlament getagt habe. Auch das Jugendparlament nutzt diese Räumlichkeiten. Des Weiteren fand die Kinderrechte-Enquete ebenfalls im Hohen Haus statt. "All diese Veranstaltungen haben uns einen ganzen Rucksack an Ideen, Forderungen und Maßnahmen mitgegeben. Diese gilt es ernst zu nehmen", führte Kucharowits aus.

Der vielzitierte Begriff der "Schulautonomie" dürfe nicht dazu verwendet werden Schulen gegeneinander auszuspielen und in einen Wettbewerb zu setzen. "Es darf nicht darauf ankommen, ob ein Kind im Bezirk Wien Umgebung oder im Waldviertel zu Welt kommt, wenn es um Schulbildung geht", illustrierte die Abgeordnete. Es brauche vielmehr einen klaren Plan, der für alle gelte. Schulautonomie bedeute hingegen Mitsprache und Teilhabe am Schulleben und das vor allem für SchülerInnen. Dazu gehöre auch, dass SchülerInnen ihre Vertretungsorgane, die Landes- und BundesschülerInnenvertetung, direkt wählen dürfen. "Außerdem muss das Fach Politische Bildung weiter aufgewertet werden, denn dort wird kritisches Hinterfragen gelernt", so Kucharowits.(Schluss) up/sn

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OTS0241 II 22.04.2015 17:38:31

 

Jank: Bildung muss so vielfältig sein wie unsere Kinder

Utl.: ÖVP-Bildungssprecherin in der Dringlichen Debatte im Nationalrat

Parlament/ÖVP/Bildung/Jank

Bildung braucht Vielfalt, denn auch unsere Kinder sind unterschiedlich und vielfältig, erklärte ÖVP-Bildungssprecherin Abg. Brigitte Jank heute, Mittwoch, in der Debatte über die Dringliche Anfrage im Plenum des Nationalrates.

Jank: "Wir tragen die Verantwortung dafür, dass unsere Kinder in einem komplexen Wirtschaftssystem des Wandels und bei sich rasant verändernden politischen Entwicklungen - Stichwort Terror, Kriege, Flüchtlingskatastrophen - das beste Rüstzeug für ihr Leben mitbekommen. Die heutige Zeit braucht Menschen, die auf ihr Leben bestens vorbereitet sind. Schule, Bildung und Ausbildung sind dabei entscheidende Faktoren", sagte Jank und verwies darauf, dass die Arbeitslosenrate bei Schulabbrechern besonders hoch ist.

Die Wirtschaft befinde sich in einem Wandel - das digitale Zeitalter ist eingeläutet. Wir stehen in rasant zunehmendem Wettbewerb mit Ländern wie China, die schon lange nicht mehr die Werkbank Europas sind, sondern viel Geld in Forschung und Entwicklung investieren, betonte Jank und fuhr fort: "Wir tragen also Verantwortung dafür, wie wir diese Veränderung gestalten, wie wir sicherstellen, dass Österreich auch in den nächsten Jahrzehnten zu den wohlhabendsten Ländern gehört."

Und dazu habe sich die Bundesregierung auf den Weg gemacht und sich zu wesentlichen Änderungen im Schulsystem bekannt. Demnach soll unser Schulwesen - frei in der Gestaltung, - einheitlich in den Grundsätzen - und schlank in der Umsetzung werden.

Deadline zur Ausarbeitung dieses Konzeptes ist der 17. November 2015 "und ich gehe davon aus, dass dieser Zeitplan eingehalten werden kann", sagt Jank.

Das Sechs-Punkte-Programm, das die Bundesregierung bei ihrer Klausur in Schladming verabschiedet hat, geht von einer gesamthaften Betrachtung der Bildungslaufbahn, also vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung, aus. Dieses umfasst etwa:

- Bildung beginnt bei den Kleinsten, - Kinder sollen eine individuelle und ganzheitliche Förderung erfahren, - das letzte Kindergartenjahr soll in die Schuleingangsphase einbezogen werden, - Kinder mit Sprachförderbedarf sollen verpflichtende Intensivkurse erhalten, - 45 Millionen Euro werden in die Sprachförderung investiert, - gemeinsame Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Kindergarten und Volksschulpädagogen sollen implementiert werden.

"Damit setzen wir einen klaren Fokus auf die Unterstützung der Kinder vom Beginn an. Was am Anfang schlecht läuft und versäumt wird, kann später oftmals gar nicht mehr wettgemacht werden, oder nur mit einem erheblichen finanziellen Aufwand beim Staat und mit hohem Frustrationspotenzial bei Schülern, Lehrern und Eltern", gab Jank zu bedenken.

Viel Bedeutung misst die ÖVP-Bildungssprecherin der Initiative Freiraum für Österreichs Schulen zu. "Die Ergebnisse dieser Initiative werden in den drei Themengruppen Pädagogik und Qualitätssicherung, Finanzierung und Controlling sowie Legistik und Verwaltungsreform weiterbehandelt. Kernaufgabe: Schritt für Schritt zu einer autonomen Schule zu kommen: Der Bund gibt die Bildungsziele und Inhalte vor und überprüft die Erreichung dieser Ziele anhand eines einheitlichen Qualitätsrahmens und einheitlicher Qualitätsstandards mit entsprechenden Berichten an das Parlament. Die Schulen sind in pädagogischen, organisatorischen, aber auch in personellen und finanziellen Angelegenheiten autonom. Sie erhalten volle Verantwortung für das, was an der Schule passiert. Verantwortung übertragen heißt, dass die vielen demotivierenden Aufgaben, wo für jede auch noch so kleine Maßnahme nachgefragt werden muss, wegfallen können. Damit entsteht an der Schule eine neue Kultur, die sich aus dieser Verantwortung und diesem Selbstbestimmungsrecht entwickelt. So stelle ich mir echte Schulautonomie vor."

"Wenn wir dort hinkommen, ist der Turnaround geschafft. Dann haben unsere Kinder die Möglichkeit, ihre Zukunft gut zu gestalten, weil sie gut vorbereitet sind. Im Sinne unserer Kinder und unser aller Zukunft ist es mehr als an der Zeit, diese Maßnahmen zügig zu entwickeln und entschlossen umzusetzen", schloss Jank. (Schluss)

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01/40110/4436
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APA0496 II, XI 22.04.2015 17:22:10

 

Nationalrat: Heinisch-Hosek 2 - Grundsatzdebatte über die Schule

Utl.: NEOS "bestürzt" über Umgang der Ministerin mit ihrem Budgetloch

Nationalrat/Politische Bewegungen/Parlament/Schule/Österreich

Für eine ausführliche Grundsatzdebatte über Schule und Bildungsreform nützen die Abgeordneten die Dringliche Anfrage der NEOS an die Bildungsministerin. SPÖ und ÖVP zeigten einmal mehr ihre Differenz in Sachen gemeinsame Unterstufe. NEOS und Grüne drängten auf Lösung der strukturellen Budgetprobleme.

Das von Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) bestätigte Loch von 343 Millionen sei "dramatisch" - und der Umgang der Ministerin damit "bestürzend", konstatierte Beate Meinl-Rasinger von den NEOS. Es werde sich "nie und nimmer ausgehen", diese Budgetlücke 2016 zu stopfen, ist der Grüne Bildungssprecher Harald Walser überzeugt. "Hauptsächlich an die ÖVP gerichtet" drängte er, die seit Jahren bestehende strukturelle Unterdotierung zu beenden.

Ein paar hundert Millionen Euro für die Bildung anstelle der geplanten Steuerreform wäre das Rezept von Robert Lugar (Team Stronach) - der es generell ablehnt, angesichts von Wahlen ein paar "Steuerzuckerl" zu verteilen.

Die Bildung sei ein "riesiger Dampfer, der Kurs ändert sich nur sehr, sehr langsam", hielt SPÖ-Abg. Elmar Mayer dem Drängen der Opposition auf eine rasche Bildungsreform entgegen. Er hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die gemeinsame Schule - also "integrative Modelle" - bis 14 Jahre.

Die Antwort von ÖVP-Bildungssprecherin Brigitte Jank zeigte einmal mehr den Grund für die langsame Kursänderung: Sie sei zwar auch überzeugt, dass sich in der Unterstufe etwas ändern sollte - aber in Richtung mehr Differenzierung, nicht weniger - "wir brauchen Vielfalt", sagte sie.

FPÖ-Bildungssprechers Walter Rosenkranz glaubt denn auch nicht an die von der Regierung angekündigte Bildungsreform. Denn das von Heinisch-Hosek geschilderte Vorgehen - Papiere, Gespräche mit den Ländern und Stakeholdern etc. - habe es schon unter ihrer Vorgängerin gegeben, mit dem Ergebnis, dass jetzt "sinnlose Papiere" in Schubladen lägen.

(schluss) dru;hac

OTS0235 II 22.04.2015 17:00:40

 

Nationalrat - Heinisch-Hosek: „Bildungssystem ist auf richtigem Weg"

Utl.: Viele Reformen umgesetzt, weitere folgen – System braucht Zeit zur Umstellung – Machen Bildungssystem „kinderfit" – NMS punktet bei Übertrittsraten an höhere Schulen

SPÖ/Nationalrat/Heinisch-Hosek/Bildung/Schule

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat heute, Mittwoch, im Nationalrat im Rahmen einer Dringlichen Anfrage betont, dass das "österreichische Bildungssystem auf dem richtigen Weg ist". Mit Blick auf die zahlreichen bereits umgesetzten Schulreformen unterstrich Heinisch-Hosek, dass sich das "Bildungssystem längst auf den Weg gemacht hat". Klar sei aber auch, dass wir "dem System Zeit zur Umstellung geben müssen", sagte die Ministerin. Heinisch-Hosek betonte weiters, dass es Ziel sei, allen Kindern und Jugendlichen bestmögliche Bildung zu geben und das Bildungssystem "kinderfit" zu machen. Dass das heimische Bildungssystem auf dem richtigen Weg sei, zeigen u.a. auch die aktuellen Ergebnisse von "Bildung in Zahlen". So gebe es beispielsweise eine "schöne Steigerung" von jungen Menschen mit tertiären Bildungsabschlüssen. Erfreulich seien auch die Ergebnisse für die Neue Mittelschule (NMS): Laut "Bildung in Zahlen" schaffen deutlich mehr SchülerInnen aus den NMS den Übertritt in höhere Schulen als jene aus Hauptschulen. ****

Wesentliche Fortschritte gebe es auch im Bereich der Elementarpädagogik, verwies Heinisch-Hosek auf die im Regierungsprogramm fixierte Verbesserung des Übergangs zwischen Kindergarten und Volksschule, die Schuleingangsphase, das verpflichtende Gratis-Kindergartenjahr oder die alternative Leistungsbeurteilung in Volksschulen. Klares Ziel sei es, "dass Kinder von Anfang an bestmöglich begleitet werden", sagte Heinisch-Hosek. Handlungsbedarf ortete die Ministerin in Sachen Bildungsvererbung. Ein Grund dafür sei der Umstand, dass es zu wenig ganztägige Schulen gebe. Umso wichtiger sei daher der von Regierung Faymann vorangetriebene Ausbau, betonte die Ministerin, die klarstellte: "Ich bin überzeugt, dass eine verschränkte, ganztägige Schule, die im Optimalfall auch eine gemeinsame ist, bessere Ergebnisse bringen wird". Daher müsse man sich Gedanken darüber machen, ob die Trennung mit zehn Jahren nicht eine zu frühe Trennung ist.

In Sachen Schulverwaltung verwies Heinisch-Hosek auf das Positionspapier der ExpertInnengruppe. Klar sei, dass das System hier zu "mehrteilig" sei, so Heinisch-Hosek, die klarstellte, dass das Positionspapier derzeit im Detail geprüft werde. Im Fokus müsse freilich immer die Schulqualität stehen, ergänzte die Ministerin. Bis zum 17. November wolle man einen Weg zur Entflechtung der Schulverwaltung haben, parallel sei darüber zu reden, wie unsere Kinder bestmöglich vom Bildungssystem begleitet werden können, sagte Heinisch-Hosek. (Schluss) mb/ps

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OTS0232 II 22.04.2015 16:51:49

 

Nationalrat – Mayer: Begabte fordern, Schwächere fördern

Utl.: Kind muss im Mittelpunkt von Bildungspolitik stehen

SPÖ/Nationalrat/Mayer/Dringliche/Bildung

"Unser Ziel muss es sein, Begabte dort zu fordern, wo sie ihre Begabungen haben und Schwächere dort zu fördern, wo sie ihre Schwächen haben", betont SPÖ-Abgeordneter Elmar Mayer, Mittwoch, anlässlich der Dringlichen Anfrage an Bildungsministerin Heinisch-Hosek in der Sitzung des Nationalrats. ****

"Wir haben kleinere Klassen mit einer Höchstzahl von 25 SchülerInnen eingeführt. Wir haben Bildungsstandards und die Zentralmatura eingeführt, weil wir Kompetenzen fördern und diese vergleichbar machen wollen. Bei der neuen PädagogInnenausbildung haben wir die Weichen neu gestellt, um langfristig die Qualität der Lehre zu steigern", begrüßte Mayer die Leistungen von Bildungsministerin Heinisch-Hosek.

"Handlungsbedarf besteht bei der Frühförderung. Dies ist leider keine Bundeskompetenz, weshalb hier die Situation in den Bundesländern über 15a-Vereinbarungen verbessert werden muss. Die zentrale Herausforderung ist, auf der einen Seite die Frühförderung und auf der anderen die Volksschule zu stärken. Wir brauchen keinen Keil zwischen Gymnasium und Hauptschule, sondern integrative Förderung. Kinder lernen am besten von Kindern", regte Mayer an. (Schluss) up/ll

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APA0471 II, XI 22.04.2015 16:29:04

 

Nationalrat: Heinisch-Hosek muss 343-Millionen-Loch schließen

Utl.: Maßnahmen in Verhandlung - Strolz kritisiert "Gnackwatschen" für Lehrer

Nationalrat/Schule/Österreich

Bildungsminister Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat in der Beantwortung der "Dringlichen Anfrage" der NEOS bestätigt, dass ihr Ressort für heuer einen Fehlbetrag von 343 Millionen Euro aufweist. Wie dieser aufzuholen ist, werde derzeit erarbeitet.

Das Budgetloch aus dem Vorjahr, das mittels einer Stundung der Mieten an die Bundesimmobiliengesellschaft (BIP) vorübergehend gestopft wurde, soll 2016 bedeckt werden. Im Finanzrahmen sei dafür Vorsorge geleistet worden, erklärte die Ressortchefin.

Nicht festlegen wollte sich Heinisch-Hosek, was die künftige Organisation des Schulsystems angeht. Das heißt, sie tat nicht kund, ob die "Verländerung" der Bundeslehrer tatsächlich bevorsteht. Das Konzept soll - wie bei der Regierungsklausur in Krems vereinbart - am 17. November vorliegen.

Nicht bestätigen wollte die Ministerin den Vorwurf, dass Direktoren nach Parteibuch-Zugehörigkeit besetzt werden. Sie müsse als Ressortzuständige davon ausgehen, dass korrekt und nach Leistung vorgegangen werde.

Dass das Schulsystem am richtigen Weg ist, liest sie aus dem heute veröffentlichte Statistik-Austria-Bericht "Bildung in Zahlen" heraus. Es gebe eine schöne Steigerung an tertiären Abschlüssen. Die Neue Mittelschule zeige sich dabei in einem sehr guten Licht, sehr viele schafften den Übertritt in höhere Schulen. Als "wünschenswert" für die Zukunft nannte Heinisch-Hosek ein zweites kostenfreies Kindergarten-Jahr.

NEOS-Klubchef Matthias Strolz hatte in der Begründung der "Dringlichen" schwere budgetäre Sorgen geäußert. Er vermutet, dass sich das strukturelle Budgetloch in den kommenden Jahren bereits auf bis zu 600 Millionen belaufen werde. Gleichzeitig vermisse er Klarheit, mit welchen Maßnahmen man den Zustand ändern könnte.

Eindringlich warnte er vor einer weiteren "Verländerung" der Lehrer. Denn glaube wirklich jemand, dass ein besonders engagierter Kollege ohne Parteibuch Meter machen könne, kritisierte er eine "parteipolitische Verbrämung des österreichischen Bildungssystems".

Was die Neue Mittelschule angeht, glaubt Strolz, dass diese nie eine Chance zur Entfaltung gehabt habe: "Weil sie nicht sauber aufgesetzt war".

Geworben wurde vom NEOS-Chef dafür, die Lehrer (ebenso wie Schüler und Eltern) in den Reform-Prozess einzubeziehen. Auf diese nur loszugehen, wie dies zuletzt Wiens Bürgermeiser Michael Häupl (SPÖ) gemacht habe, sei kontraproduktiv. Der Verteidigungsminister werbe für die Soldaten, die Innenministerin für die Polizisten "und die Lehrer kriegen eine Gnackwatschen", ärgerte sich Strolz.

(fortsetzung) bei;hac

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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