Donnerstag, 23. April 2015

2015.04.23: Newsletter Bildung

ORF – 23. April 2015

 

Statistik Austria: Positiver Effekt der Neuen Mittelschule

Gestern hat die Statistik Austria ihre jährliche Studie „Bildung in Zahlen“ präsentiert. Dabei brach sie eine - zumindest kleine - Lanze für die Neue Mittelschule (NMS): Laut den aktuellen Daten wechseln prozentuell deutlich mehr NMS-Schüler in eine weiterführende Schule als Hauptschüler. Noch Anfang März hatte der vom Bildungsministerium in Auftrag gegebene NMS-Evaluierungsbericht ein pessimistischeres Bild gezeichnet. Die Statistik Austria erklärte die Diskrepanz mit einer „längeren Zeitreihe an Daten“. In anderen Punkten bestätigte die aktuelle Studie die Kritik des Evaluierungsberichts.

 

ORF / ZIB 2 – 23. April 2015

 

·         Heinisch-Hosek: Budgetloch "dramatisch"

Die Gewerkschaft fürchtet, dass Bildungsministerin Heinisch-Hosek (SPÖ) die fehlenden 343 Millionen Euro bei den Lehrern einsparen will - durch mehr Arbeit für das gleiche Gehalt. Was die Gewerkschaft aber keinesfalls hinnehmen will.

ORF / ZIB 2 – 23. April 2015

 

·         Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek im Studio (1)

Gabriele Heinisch-Hosek, Unterrichtsministerin, SPÖ, spricht im Studio über die fehlenden 343 Millionen Euro im Budget und die drohenden Streikmaßnahmen der Gewerkschaft.

http://tvthek.orf.at/program/ZIB-2/1211/ZIB-2/9632000/Unterrichtsministerin-Heinisch-Hosek-im-Studio-1/9632245

 

 

ORF / ZIB 2 – 23. April 2015

 

·         Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek im Studio (2)

Über das stark verbesserte Schulsystem in Polen spricht Gabriele Heinisch-Hosek, Unterrichtsministerin, SPÖ, im Studio.

http://tvthek.orf.at/program/ZIB-2/1211/ZIB-2/9632000/Unterrichtsministerin-Heinisch-Hosek-im-Studio-2/9632248

 

 

ORF / ZIB 2 – 23. April 2015

 

·         Neues Bildungssystem in Polen

In Polen gab es vor 15 Jahren eine grundlegende Bildungsreform - und seither schneiden die polnischen Schüler bei internationalen Vergleichstests deutlich besser ab.

http://tvthek.orf.at/program/ZIB-2/1211/ZIB-2/9632000/Neues-Bildungssystem-in-Polen/9632246

 

 

Die Presse – 23. April 2015

 

 

Neue Mittelschule kann doch punkten

Schüler der NMS wechseln deutlich öfter in eine höhere Schule als Hauptschüler. Ob das zur Bildungsgerechtigkeit beiträgt, wird sich weisen. Damit sieht es nach wie vor schlecht aus.

 

Wien. Die Bildungsministerin kann sich freuen – und das tut sie auch: Nachdem die enttäuschende Evaluierung der Neuen Mittelschule (NMS) zu einer heftigen Debatte über Sinn und Unsinn des Schultyps geführt hatte – und die ÖVP sogar ein Ultimatum stellte –, zeigt sich jetzt: Die NMS kann doch punkten. Schüler aus Neuen Mittelschulen schaffen es häufiger in AHS-Oberstufen oder in berufsbildende höhere Schulen (BHS) als Hauptschüler. Das belegen aktuelle Daten der Statistik Austria.

Für Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), die wegen der NMS zuletzt einiges an Kritik einstecken musste, ist das nun „ein klarer Beleg dafür, dass wir mit der Neuen Mittelschule auf dem richtigen Weg sind“.

Konkret sieht es bei den 14-Jährigen so aus: Während rund 39 Prozent der Hauptschüler in eine höhere Schule wechseln, sind es bei den NMS-Schülern knapp 46. Weit vorne liegen natürlich Schüler, die bereits die AHS-Unterstufe besuchen: Hier bleiben neun von zehn Schülern auch nach den ersten vier Jahren auf Kurs in Richtung Matura. Außerdem hat sich die Differenz zwischen Schülern mit deutscher bzw. nicht-deutscher Muttersprache verringert: In den NMS gehen auch zweitere deutlich eher in eine höhere Schule, in den Hauptschulen sind Migrantenkinder abgeschlagen (siehe Grafik).

„Erfolgsstory der AHS bleibt“

„Das sind sehr ermutigende Resultate“, sagt Statistik-Austria-Direktor Konrad Pesendorfer. Die neue Unterrichtsform spiele dabei eine wesentliche Rolle. Die Struktur – etwa eine stärkere Durchmischung der Schüler, mehr bessere Schüler an den AHS – könne es nämlich nicht sein: Fast keine Gymnasien sind zu Neuen Mittelschulen geworden. Und was die NMS nicht geschafft haben, ist, Schüler aus den AHS-Unterstufen abzuziehen: Weiterhin wechselt österreichweit rund ein Drittel der Volksschüler ins Gymnasium. „Die Erfolgsstory der AHS war von der Einführung der Neuen Mittelschule relativ unbeeindruckt“, sagt Pesendorfer. „Aber in der Sekundarstufe eins gab es eine Qualitätsverbesserung.“

Wie die relativ guten Ergebnisse zur Evaluierung passen, die zeigte, dass die Leistungen der NMS-Schüler nicht besser sind als die an den Hauptschulen? Man habe gegenüber der Evaluierung eine „längere Zeitreihe an Daten“ zur Verfügung gehabt und „etwas stärker abgesicherte Resultate“, sagt Pesendorfer. Über die Leistungen der Schüler sagen die Statistikdaten freilich nur indirekt etwas aus: Ob NMS-Schüler in eine höhere Schule wechseln dürfen, hängt vom Zeugnis ab. Die Evaluierung bezog sich auf die Leistungen in den Bildungsstandards. Ob die Schüler aus den Neuen Mittelschulen auch tatsächlich die Matura schaffen, kann man noch nicht sagen: Frühestens 2016 kommen die ersten zur Matura.

„Das Bildungs-Gen arbeitet“

Auch inwiefern die NMS etwas ändert, was die Chancen auf Bildungsaufstieg angeht, wird sich weisen. Nach wie vor sieht es hier nämlich ziemlich schlecht aus – oder, wie es Pesendorfer ausdrückt: „Das ,Bildungs-Gen‘ ist weiterhin sehr stark am Arbeiten.“ Da und dort gab es zwar Verschiebungen – etwas weniger Akademikerkinder als früher erreichen einen Hochschulabschluss –, im Grunde blieb die Struktur jedoch gleich: Während mehr als die Hälfte der 25- bis 44-jährigen aus Akademikerhaushalten einen tertiären Abschluss erreicht, gelingt das nur jedem Fünfzehnten, der aus einer Familie mit geringer Bildung kommt (siehe Grafik).

Was das Bildungsniveau der Bevölkerung angeht, so sieht es insgesamt gut aus: Der Anteil jener mit Hochschulabschluss hat sich seit 1981 mehr als verdreifacht und liegt nun laut Statistik bei knapp 16Prozent, weitere zwei Drittel haben einen Sekundarabschluss. Bedenklich ist aber der Anteil derer, die nur die Pflichtschule abgeschlossen haben: Dieser stagniert seit einigen Jahren bei knapp 20Prozent.

Die Zuwanderung könnte eine Erklärung dafür sein: Der Anteil derer, die maximal die Pflichtschule abgeschlossen haben, ist bei den Nicht-Österreichern deutlich höher. (beba/rovi)

 

 

Die Presse – 23. April 2015

 

 

Nationalrat: Neos mit Hirn, Ministerin mit 343-Millionen-Lücke

Oppositionspartei rief „Bildungsnotstand“ aus, Ressortchefin Heinisch-Hosek sucht weiter nach Geld.

Wien. Die Szene für die Fotografen ist gut vorbereitet: Der Neos-Chef greift nach der Nachbildung des Gehirns, das er neben das Mikrofon am Rednerpult im Nationalratsplenum gelegt hat. „Das ist die wichtigste Ressource dieses Landes“, schmettert Matthias Strolz und reckt das Hirn theatralisch mit seiner Linken in die Höhe. Auf die frühere oft als „Flügeln“ ausgestreckten Hände, die den Schülern Auftrieb verleihen sollen, verzichtet er diesmal. Aber das Wort Flügel kommt dennoch mehrmals vor.

Akute Finanzprobleme waren am Mittwoch Anlass für die Dringliche Anfrage der Neos an Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) im Parlament. Die jüngste Statistik „Bildung auf einen Blick“ (siehe Bericht oben) verlieh zusätzliche Aktualität.

Strolz sah einen „Bildungsnotstand“, das „Loch“ im Unterrichtsbudget werde heuer größer. Heinisch-Hosek bestätigte, dass dieses Loch 343 Millionen Euro groß ist. Allerdings, auf eine konkrete Antwort, wie die Lücke geschlossen wird, warteten Strolz, die anderen Abgeordneten und Zuhörer vergeblich. Die SPÖ-Politikerin versuchte aber, den Finanzminister mit in ihre Budgetprobleme einzubeziehen. Maßnahmen seien in Arbeit, müssten aber gemeinsam mit dem Finanzressort erfolgen.

Keine Noten in Volksschulen

Wenig Freude löste beim Koalitionspartner ÖVP eine andere Ankündigung der Bildungsministerin aus, auch wenn es ums Sparen ging. Heinisch-Hosek möchte sich die fast 2000 Schulversuche in Österreich zu alternativen Benotungssystemen bald ersparen. Noten in Ziffern sollen in Volksschulen abgeschafft werden. (ett)

 

 

"Kleine Zeitung" vom 23.04.2015                              Seite: 4

Ressort: Politik

 

Steiermark

 

NMS sind besser als ihr Ruf

 

Die Statistik Austria weist für die Neuen Mittelschulen bessere Daten aus als die jüngste NMS-Studie.

 

   Es ist nicht lange her, da hatte die NMS-Evaluierungsstudie der Neuen Mittelschule ein niederschmetterndes Zeugnis ausgestellt. Die investierten Millionen hätten zu keinen Verbesserungen geführt, war der Sukkus der Erhebung.

 

   Die Daten der Statistik Austria für das Jahr 2013/14 sagen Anderes. Schüler aus Neuen Mittelschulen wechseln häufiger an AHS-Oberstufen oder berufsbildende höhere Schulen (BHS) als Hauptschüler. 46 Prozent der Absolventen einer Neuen Mittelschule wechselten an eine maturaführende Schule (AHS oder BHS). Aus den Hauptschulen schlugen diesen Bildungsweg nur 39 Prozent der Schüler ein.

 

   Konrad Pesendorfer, der Generaldirektor der Statistik Austria, führt die anderen Daten auf die „längere Zeitreihe an Daten“ zurück, die seinem Institut zur Verfügung stand. Jedenfalls kann der Unterschied nicht an der veränderten Durchmischung an den Schulen liegen. Die Vergleichszahlen zeigen, dass die Einführung der Neuen Mittelschulen die Zahl der Schüler in der AHS-Unterstufe nicht verringert hat.

 

   „In der Sekundarstufe I gab es offensichtlich eine Qualitätsverbesserung“, sagte Pesendorfer, „wenn man es als Erfolg betrachtet, dass Schüler verstärkt in Schulen mit Maturaabschluss strömen.“ Aus den Zahlen seines Amtes schließt er, dass die neue Schulform das Potenzial an Schülern besser ausschöpfen kann als die alte.

 

   Ansonsten zeigen auch die Zahlen der Statistik Austria das traditionelle Bild. Ein Drittel der Kinder wechselt nach der Volksschule in eine AHS-Unterstufe, zwei Drittel in Hauptschulen oder NMS. 54 Prozent der Maturanten haben auch die Unterstufe in einer AHS absolviert, 42 Prozent eine Hauptschule. Ob Absolventen einer NMS eher die Matura schaffen als Hauptschüler wird sich erstmals 2016 zeigen, wenn die ersten NMS-Absolventen die Matura ablegen.

 

   Ungleiche Chancen

 

   Unverändert ungleich verteilt sind die Chancen auf höhere Bildung. 56 Prozent der 25- bis 44-Jährigen aus einem Akademikerhaushalt schaffen es bis zum tertiären Abschluss, aber nur sieben Prozent dieser Altersgruppe mit Eltern, die nur einen Pflichtschulabschluss vorweisen können. Pesendorfer spricht vom „Bildungsgen“, das hier am Werk sei. In den letzten Jahren habe sich an diesen Zahlen nämlich wenig verändert.

 

 

KLZ – 23. April 2015

 

Heinisch-Hosek muss 343-Millionen-Loch schließen

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat am Mittwoch im Nationalrat in der Beantwortung der "Dringlichen Anfrage" der NEOS bestätigt, dass ihr Ressort für heuer einen Fehlbetrag von 343 Millionen Euro aufweist. Wie dieser aufzuholen ist, werde derzeit erarbeitet.

Das Budgetloch aus dem Vorjahr, das mittels einer Stundung der Mieten an die Bundesimmobiliengesellschaft (BIP) vorübergehend gestopft wurde, soll 2016 bedeckt werden. Im Finanzrahmen sei dafür Vorsorge geleistet worden, erklärte die Ressortchefin.

Nicht festlegen wollte sich Heinisch-Hosek, was die künftige Organisation des Schulsystems angeht. Das heißt, sie tat nicht kund, ob die "Verländerung" der Bundeslehrer tatsächlich bevorsteht. Das Konzept soll - wie bei der Regierungsklausur in Krems vereinbart - am 17. November vorliegen.

Nicht bestätigen wollte die Ministerin den Vorwurf, dass Direktoren nach Parteibuch-Zugehörigkeit besetzt werden. Sie müsse als Ressortzuständige davon ausgehen, dass korrekt und nach Leistung vorgegangen werde.

Dass das Schulsystem am richtigen Weg ist, liest sie aus dem heute veröffentlichte Statistik-Austria-Bericht "Bildung in Zahlen" heraus. Es gebe eine schöne Steigerung an tertiären Abschlüssen. Die Neue Mittelschule zeige sich dabei in einem sehr guten Licht, sehr viele schafften den Übertritt in höhere Schulen. Als "wünschenswert" für die Zukunft nannte Heinisch-Hosek ein zweites kostenfreies Kindergarten-Jahr.

NEOS-Klubchef Matthias Strolz hatte in der Begründung der "Dringlichen" schwere budgetäre Sorgen geäußert. Er vermutet, dass sich das strukturelle Budgetloch in den kommenden Jahren bereits auf bis zu 600 Millionen belaufen werde. Gleichzeitig vermisse er Klarheit, mit welchen Maßnahmen man den Zustand ändern könnte.

Eindringlich warnte er vor einer weiteren "Verländerung" der Lehrer. Denn glaube wirklich jemand, dass ein besonders engagierter Kollege ohne Parteibuch Meter machen könne, kritisierte er eine "parteipolitische Verbrämung des österreichischen Bildungssystems".

Was die Neue Mittelschule angeht, glaubt Strolz, dass diese nie eine Chance zur Entfaltung gehabt habe: "Weil sie nicht sauber aufgesetzt war".

Geworben wurde vom NEOS-Chef dafür, die Lehrer (ebenso wie Schüler und Eltern) in den Reform-Prozess einzubeziehen. Auf diese nur loszugehen, wie dies zuletzt Wiens Bürgermeiser Michael Häupl (SPÖ) gemacht habe, sei kontraproduktiv. Der Verteidigungsminister werbe für die Soldaten, die Innenministerin für die Polizisten "und die Lehrer kriegen eine Gnackwatschen", ärgerte sich Strolz.

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 94 vom 23.04.2015               Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

Der Beruf des Lehrers muss hoch angesehen sein

 

   Der Name Michael Häupls wurde nicht erwähnt, aber deutlicher hätte die Kritik an seinem umstrittenen Lehrer-Sager nicht ausfallen können: „Der Lehrerberuf muss besonders attraktiv und angesehen sein“, forderte Professor Georg Brasseur von der Technischen Universität Graz am Mittwoch bei einer Buchpräsentation in Wien. „Das Motto muss lauten: Die Besten der Besten für den Lehrerberuf!“ Das gelte für die Schulen genauso wie für die Universitäten. „Gute Lehrer ziehen gute Studenten an“, sagte Brasseur. An den österreichischen Hochschulen sei leider die gegenteilige Entwicklung erkennbar. Die Spirale drehe sich nach unten.

 

   Der Grund sei die prekäre Finanzlage der heimischen Universitäten. Sie könnten Forschern daher nur mangelhafte Arbeitsmöglichkeiten bieten. Die Folge sei, dass Österreich kaum internationale Spitzenforscher nach Österreich locken könne und sogar viele einheimische Talente ins Ausland abwandern lassen müsse.

 

   Brasseurs Appell an die Politik: „Bildungssysteme baut man um Menschen herum. Und Menschen wollen sich entfalten können und anerkannt werden.“

 

 

SN – 23. April 2015

 

 

Zahlen belegen: Bildung wird in Österreich noch immer vererbt

Das Bildungsniveau ist gestiegen, die Chancengleichheit nicht. Bei der Neuen Mittelschule gibt es endlich einen Lichtblick.

Schüler aus Neuen Mittelschulen (NMS) wechseln häufiger an AHS-Oberstufen oder berufsbildende höhere Schulen (BHS) als Hauptschüler. Konkret wechselten 2013/14 rund 46 Prozent der Absolventen einer NMS an eine maturaführende Schule, aber nur 39 Prozent der Hauptschüler. Bei den Schülern einer AHS-Unterstufe beträgt die Übertrittsrate laut Statistik Austria sogar rund 93 Prozent.

"Kinder aus Neuen Mittelschulen schaffen es besser, in höherbildende Schulen überzusetzen als Hauptschüler", meinte der Generaldirektor der Statistik Austria, Konrad Pesendorfer. Gegenüber der Anfang März präsentierten NMS-Evaluierungsstudie habe man eine "längere Zeitreihe an Daten" zur Verfügung gehabt und damit "etwas stärker abgesicherte Ergebnisse".

"Deutliche Verbesserung" für NMS

Die NMS haben es aber nicht geschafft, Schüler aus den AHS-Unterstufen abzuziehen. Die Ergebnisse würden eine "teils deutliche Verbesserung" zeigen, so Pesendorfer. Das betreffe sowohl die Abstände zwischen Schülern mit deutscher bzw. nicht-deutscher Umgangssprache als auch generell die Fähigkeiten und den Willen der NMS-Schüler, in höhere Schulen zu wechseln. Inwiefern die ehemaligen NMS-Schüler tatsächlich die Matura schaffen oder ein Hochschulstudium absolvieren, kann allerdings noch nicht gesagt werden. Die ersten NMS-Jahrgänge kommen frühestens 2016 zur Matura.

"Bildungsgen weiter stark am Arbeiten"

Nach wie vor keine Verbesserung gibt es bei der Bildungsmobilität bzw. Bildungsgerechtigkeit: 56 Prozent der 25- bis 44-Jährigen aus einem Akademiker-Haushalt erreichen einen tertiären Abschluss, aber nur sieben Prozent in dieser Altersgruppe mit Eltern, die höchstens einen Pflichtschulabschluss haben. "Das Bildungsgen ist weiter sehr stark am Arbeiten", so Pesendorfer. Diese Korrelation habe sich in den vergangenen Jahren nicht sehr stark verändert.

Auch eine weitere Entwicklung gibt zu denken: Zwar steigt der Anteil der Personen mit Tertiärabschluss an - mittlerweile beträgt dieser bereits 16 Prozent (1981: 4,5 Prozent). Allerdings bleibt nach einem kontinuierlichen Absinken in den Jahren davor der Prozentsatz der 25- bis 64-Jährigen mit der Pflichtschule als höchstem Abschluss seit einigen Jahren relativ konstant bei 19 Prozent (1981: 46 Prozent).

Die Ergebnisse im Überblick

Die Statistik Austria widmet sich in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Bericht "Bildung in Zahlen 2013/14" zahlreichen Kenndaten des Bildungswesens. Im Anschluss eine Auswahl der wichtigsten Themen.

BILDUNGSMOBILITÄT: Diese ist nach wie vor gering, Bildung wird quasi vererbt. So erreichten etwa in der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen 55,8 Prozent der Kinder aus Akademikerhaushalten einen Hochschulabschluss, aber nur 6,6 Prozent jener Kinder, deren Eltern als höchste Ausbildung lediglich einen Pflichtschulabschluss aufweisen. Auch umgekehrt besteht dieser Zusammenhang: 27,3 Prozent der Kinder aus einem Elternhaus mit höchstens Pflichtschulabschluss in dieser Altersgruppe erreichen selbst lediglich einen Pflichtschulabschluss, aber nur 5,1 Prozent der Akademikerkinder bleiben auf der untersten Ausbildungsstufe. Über die Generationen hat es bei diesen Prozentsätzen nur eine leichte Verbesserung der Mobilität gegeben.

BILDUNGSNIVEAU: Dieses ist in den letzten 30 Jahren stark angestiegen: 15,9 Prozent der Österreicher weisen einen akademischen Abschluss auf (1981: 4,5 Prozent). 65 Prozent verfügen als höchste Ausbildung über einen Sekundarabschluss (1981: 49,5 Prozent), 19,1 Prozent höchstens über einen Pflichtschulabschluss (1981: 46 Prozent)

KLASSENGRÖSSE: Sieben Jahre nach Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen an Volksschulen, Hauptschulen, AHS-Unterstufe und Polytechnischen Schulen sind deutliche Auswirkungen zu sehen: Saßen im Schuljahr 2006/07 noch 16,1 Prozent der Volksschulkinder in Klassen mit mehr als 25 Schülern, waren es 2013/14 nur mehr 0,7 Prozent. In Hauptschulen bzw. Neuen Mittelschulen sank der Anteil von 35,3 (2006/07 nur Hauptschulen) auf 1,6 Prozent, in den AHS-Unterstufen von 77,3 auf 29,7 Prozent.

PRIVATSCHULEN: Der Anteil der Schüler an Privatschulen ist seit 1990 leicht gewachsen. An den Volksschulen stieg er von vier auf 5,1 Prozent, an den Hauptschulen bzw. später auch NMS von 4,1 auf 5,2 Prozent und an den AHS von 14,1 auf 15,5 Prozent.

SCHULWAHL: Seit 2007/08 (33,6 Prozent) praktisch unverändert ist der Anteil der Kinder, die nach der Volksschule in eine AHS-Unterstufe wechseln: Er betrug 2013/14 34,1 Prozent. 8,8 Prozent besuchen in der fünften Schulstufe eine Hauptschule, 53,1 Prozent eine Neue Mittelschule (NMS) und 1,9 Prozent eine Sonderschule. Nach der Sekundarstufe I wechselten 92,6 Prozent der Abgänger einer AHS-Unterstufe an eine maturaführende Schule (61,5 Prozent AHS-Oberstufe, 31,1 Prozent berufsbildende höhere Schule/BHS). Bei den Abgängern einer NMS sind es 45,9 Prozent (9,6 Prozent AHS-Oberstufe, 36,3 Prozent BHS), bei den Hauptschulabgängern 39,3 Prozent (AHS-Oberstufe: 7,6 Prozent, BHS: 31,7 Prozent)

STUDENTENZAHL: Die Zahl der Studenten wächst in allen Sektoren. An den öffentlichen Unis lag sie 2013/14 schon bei 299.000 Personen, an den Fachhochschulen bei 44.000 (ohne Weiterbildungs-Lehrgänge), an Pädagogischen Hochschulen (PH) bei 29.000 (ohne Fortbildungs-Lehrgänge unter 6 ECTS-Punkten) und an Privatunis bei rund 8.000.

STUDIENWAHL: An den Unis belegt nach wie vor der Löwenanteil der Studienanfänger ein geisteswissenschaftliches Studium (30 Prozent). Dahinter folgen die Naturwissenschaften (17 Prozent), die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (15 Prozent), die Technik (14 Prozent), die Rechtswissenschaften (zwölf Prozent), die Bodenkultur (vier Prozent) und die Medizin (drei Prozent).

 

 

SN – 23. April 2015

 

Heinisch-Hosek muss 343-Millionen-Loch schließen

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hat am Mittwoch im Nationalrat in der Beantwortung der "Dringlichen Anfrage" der NEOS bestätigt, dass ihr Ressort für heuer einen Fehlbetrag von 343 Millionen Euro aufweist. Wie dieser aufzuholen ist, werde derzeit erarbeitet.

Das Budgetloch aus dem Vorjahr, das mittels einer Stundung der Mieten an die Bundesimmobiliengesellschaft (BIP) vorübergehend gestopft wurde, soll 2016 bedeckt werden. Im Finanzrahmen sei dafür Vorsorge geleistet worden, erklärte die Ressortchefin.

Nicht festlegen wollte sich Heinisch-Hosek, was die künftige Organisation des Schulsystems angeht. Das heißt, sie tat nicht kund, ob die "Verländerung" der Bundeslehrer tatsächlich bevorsteht. Das Konzept soll - wie bei der Regierungsklausur in Krems vereinbart - am 17. November vorliegen.

Nicht bestätigen wollte die Ministerin den Vorwurf, dass Direktoren nach Parteibuch-Zugehörigkeit besetzt werden. Sie müsse als Ressortzuständige davon ausgehen, dass korrekt und nach Leistung vorgegangen werde.

Dass das Schulsystem am richtigen Weg ist, liest sie aus dem heute veröffentlichte Statistik-Austria-Bericht "Bildung in Zahlen" heraus. Es gebe eine schöne Steigerung an tertiären Abschlüssen. Die Neue Mittelschule zeige sich dabei in einem sehr guten Licht, sehr viele schafften den Übertritt in höhere Schulen. Als "wünschenswert" für die Zukunft nannte Heinisch-Hosek ein zweites kostenfreies Kindergarten-Jahr.

NEOS-Klubchef Matthias Strolz hatte in der Begründung der "Dringlichen" schwere budgetäre Sorgen geäußert. Er vermutet, dass sich das strukturelle Budgetloch in den kommenden Jahren bereits auf bis zu 600 Millionen belaufen werde. Gleichzeitig vermisse er Klarheit, mit welchen Maßnahmen man den Zustand ändern könnte.

Eindringlich warnte er vor einer weiteren "Verländerung" der Lehrer. Denn glaube wirklich jemand, dass ein besonders engagierter Kollege ohne Parteibuch Meter machen könne, kritisierte er eine "parteipolitische Verbrämung des österreichischen Bildungssystems".

Was die Neue Mittelschule angeht, glaubt Strolz, dass diese nie eine Chance zur Entfaltung gehabt habe: "Weil sie nicht sauber aufgesetzt war".

Geworben wurde vom NEOS-Chef dafür, die Lehrer (ebenso wie Schüler und Eltern) in den Reform-Prozess einzubeziehen. Auf diese nur loszugehen, wie dies zuletzt Wiens Bürgermeiser Michael Häupl (SPÖ) gemacht habe, sei kontraproduktiv. Der Verteidigungsminister werbe für die Soldaten, die Innenministerin für die Polizisten "und die Lehrer kriegen eine Gnackwatschen", ärgerte sich Strolz.

Das von Heinisch-Hosek bestätigte Loch von 343 Millionen sei "dramatisch" - und der Umgang der Ministerin damit "bestürzend", konstatierte Beate Meinl-Rasinger von den NEOS. Es werde sich "nie und nimmer ausgehen", diese Budgetlücke 2016 zu stopfen, ist der Grüne Bildungssprecher Harald Walser überzeugt. "Hauptsächlich an die ÖVP gerichtet" drängte er, die seit Jahren bestehende strukturelle Unterdotierung zu beenden.

Ein paar hundert Millionen Euro für die Bildung anstelle der geplanten Steuerreform wäre das Rezept von Robert Lugar (Team Stronach) - der es generell ablehnt, angesichts von Wahlen ein paar "Steuerzuckerl" zu verteilen.

Die Bildung sei ein "riesiger Dampfer, der Kurs ändert sich nur sehr, sehr langsam", hielt SPÖ-Abg. Elmar Mayer dem Drängen der Opposition auf eine rasche Bildungsreform entgegen. Er hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die gemeinsame Schule - also "integrative Modelle" - bis 14 Jahre.

Die Antwort von ÖVP-Bildungssprecherin Brigitte Jank zeigte einmal mehr den Grund für die langsame Kursänderung: Sie sei zwar auch überzeugt, dass sich in der Unterstufe etwas ändern sollte - aber in Richtung mehr Differenzierung, nicht weniger - "wir brauchen Vielfalt", sagte sie.

FPÖ-Bildungssprechers Walter Rosenkranz glaubt denn auch nicht an die von der Regierung angekündigte Bildungsreform. Denn das von Heinisch-Hosek geschilderte Vorgehen - Papiere, Gespräche mit den Ländern und Stakeholdern etc. - habe es schon unter ihrer Vorgängerin gegeben, mit dem Ergebnis, dass jetzt "sinnlose Papiere" in Schubladen lägen.

 

 

"Österreich" vom 23.04.2015                                  Seite 10

Ressort: Politik

 

Wien, CityWien

 

NMS-Schüler wechseln öfter in die AHS

 

Studie: Gutes Zeugnis für Neue Mittelschule

 

Der Übertritt in höher bildende Schulen fällt NMS-Schülern laut aktueller Zahlen leichter.

 

Wien. Nach all der Kritik, die die Neue Mittelschule (NMS) die letzten Monate einstecken musste, rücken neue Daten der Statistik Austria das Projekt nun wieder in besseres Licht. Demnach wechseln Schüler aus NMS häufiger an AHS-Oberstufen (9,6 %) oder berufsbildende höhere Schulen (36,3 %). Insgesamt entscheiden sich also 46 %der NMS-Absolventen für eine höher bildende Schule. Nach der Hauptschule tun dies nur 39 %."Kinder aus NMS schaffen es besser, in höhere Schulen überzusetzen, als Hauptschüler", so Statistik-Austria-Chef Pesendorfer.

 

 

"Der Standard" vom 23.04.2015                                Seite: 9

Ressort: Inland

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

Neue Mittelschule als Medizin gegen das „Bildungsgen“

 

Statistik Austria: 46 Prozent wechseln aus der NMS an die AHS, nur 39 Prozent aus der Hauptschule

 

   Wien – Neue Mittelschule, neuer Bericht. Und diesmal kommt jene Schulform, die bis 2018 die alte Hauptschule österreichweit abgelöst haben soll, deutlich besser weg als bei der NMS-Evaluierung von Anfang März.

 

   Konrad Pesendorfer, Chef der Statistik Austria, formulierte es bei der Präsentation von „Bildung in Zahlen 2013/14“ am Mittwoch so: „Es scheinen sich teilweise deutliche Verbesserungen zu zeigen, sowohl, was die Sprachfähigkeit (von Kindern nichtdeutscher Muttersprache, Anm.) betrifft, als auch, was die Übertritte anlangt (zu höheren Schulen, Anm.).“

 

   Alles beim Alten in der AHS

 

   In Zahlen ausgedrückt: Nach dem Besuch einer Neuen Mittelschule wechselten im Schuljahr 2013/14 rund 45,9 Prozent der Kinder an eine höhere Schule. Wer im selben Zeitraum eine Hauptschule besucht hatte, wechselte nur in 39,3 Prozent der Fälle an eine höhere Schule.

 

   Für Pesendorfer sind das in Hinblick auf die NMS „sehr ermutigende Resultate“, die er freilich nicht darauf zurückführt, dass so viele AHS-Unterstufen bereits den Wandel zur Neuen Mittelschule vollzogen hätten – das taten nämlich ganze elf von rund 280 Gymnasien. Er wertet vielmehr die neuen Unterrichtsformen an der NMS als „offensichtliche Qualitätsverbesserungen“.

 

   Laut „Bildung in Zahlen“ ist die Bildungsmobilität in Österreich „nach wie vor gering“. Wer Akademikerkind und zwischen 25 und 44 Jahre alt ist, wird in 55,8 Prozent der Fälle auch zu einem Hochschulabschluss gelangen. Wessen Eltern lediglich die Schulpflicht abgeschlossen haben, der hat deutlich geringere Chancen auf einen akademischen Titel: Gerade einmal 6,6 Prozent der 25- bis 44-Jährigen erreichen hier einen Tertiärabschluss. Statistikchef Pesendorfer spricht vom „Bildungsgen“, das „in Österreich nach wie vor sehr stark am Arbeiten ist“.

 

   Was die internationale Mobilität der Studierenden anlangt, zeigt sich laut Pesendorfer: „Je höher der Bildungsabschluss, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, innerhalb von drei Jahren das Land zu verlassen.“ Insbesondere Doktoratsstudenten, zu denen explizit nicht die Absolventen der Medizinunis gezählt werden, sind ziemlich mobil: Rund 11,8 Prozent der Doktoranden suchen nach dem Studium dauerhaft das Weite.

 

   Deutsche Medizinstudenten finden sich in einem Statistiktopf mit sonstigen deutschen Master- und Diplomstudierenden: Drei Jahre nach Studienabschluss ist rund ein Viertel von ihnen aus Österreich weggezogen. (riss)

 

 

"Der Standard" vom 23.04.2015                               Seite: 11

Ressort: InlandChronik

 

Maria Sterkl

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

Die Schule in der Brigittenau, die alles anders macht

 

   Am Allerheiligenplatz im 20. Bezirk wird Schule neu ausprobiert: Hier starten Kinder mit sechs Jahren, müssen vier Jahre später aber trotzdem nicht Abschied nehmen, Hausübungen gibt es nicht, Ziffernnoten auch nicht – das zwingt auch die Eltern umzudenken.

 

   Wien – Frühling zu Mittag im Allerheiligenpark im 20. Bezirk, zwei Neunjährige führen ihre Mountainbikes zur Feier des überstandenen Schultages zum Bremsentest aus. Ein mächtiges Gebäude schaut ihnen dabei zu. Im Inneren des Hauses, das die „Integrative Lernwerkstatt Brigittenau“ (ILB) beherbergt, sind ebenfalls Neunjährige ins Spiel vertieft, doch sie haben den halben Schultag noch vor sich, und das Spiel, das sie auf Trab hält, heißt Mathematikstunde.

 

   „Wo ist die Einer-Kiste?“, fragt die Lehrerin, sie heißt „die Christa“. „Da!“, rufen die Kinder fast im Chor, und schon stehen sie dort, wo Christiana Pock-Rosei zuvor einen Holzwürfel in der Größe eines Kinderdaumennagels platziert hat. Wer Frontalunterricht gewohnt ist, verliert hier schnell den Überblick. Unterrichtet wird nicht im Klassenzimmer, sondern auf dem Gang. Die Lehrerin verteilt Würfel diverser Größen auf dem Boden und lässt raten: Welcher Würfel steht für welche Zahl? „Ich liebe dieses Spiel!“, kreischt eine Achtjährige, Tonhöhe dreigestrichenes E aufwärts, und stürzt auf den Hunderttausender-Würfel zu. Die Million ist so groß, dass vier Kinder darin sitzen können. Das tun sie auch: Nacheinander schlüpfen sie in die mit Rollen versehene Kiste, Deckel drauf, ab die Fahrt. Nur einer teilt die Begeisterung nicht: „Ich will nicht in die Kiste“, sagt Kabir. „Ich weiß“, sagt die Lehrerin. Der Bub sucht sich sein eigenes Spiel: ein Brett mit Kugeln, das nun seine ganze Aufmerksamkeit erhält.

 

   Alltag in der ILB: Hier ist man stolz, alle Bedürfnisse zu berücksichtigen – und die sind höchst unterschiedlich. 27 Prozent haben sonderpädagogischen Förderbedarf. In jeder Klasse gibt es drei Altersgruppen. Sechsjährige kommen nicht in die erste Klasse, sondern in die „Eingangsgruppe“, und bleiben dort drei Jahre lang. Viele Sprachen sind vertreten, unterrichtet wird reformpädagogisch.

 

   Wer bildungspolitischer Schlagwörter wie Gesamtschule, Ganztagsunterricht und Schulautonomie müde ist, sieht sie hier mit Leben erfüllt. Vieles wird neu ausprobiert – und, wie üblich bei Experimenten, geht es auch manchmal schief, zumal die Schule sich zwar viel vornimmt, aber nicht mehr Personal als andere Inklusionsschulen bekommt. „Die Lehrer haben ein enormes Arbeitspensum, darunter leiden auch die Kinder“, kritisiert Monika Reichwald, Mutter der 13-jährigen Sara, die nun in eine andere Schule geht, weil sie in der ILB Probleme hatte. Zwar lernte sie dort, was sonst keine Schule lehrt – „einen natürlichen Umgang mit Behinderungen“, so Reichwald –, doch in Englisch haperte es.

 

   Manche Eltern könnten zudem wenig mit der verbalen Benotung anfangen, sagt ILB-Direktor Josef Reichmayr. Wenn sie dann vorm Wechsel des Kindes in eine andere Schule zum ersten Mal ein klassisches Zeugnis in Händen halten, sei das für sie ein Aha-Erlebnis. „Sie sagen dann: ‚Das hätten wir aber gern früher gewusst, dass das Kind da nicht so gut ist‘“ – auch, wenn es zuvor kommuniziert wurde. „Ziffernnoten sind halt scheinbar eindeutig“, sagt Reichmayr. Pädagogisch seien sie jedoch „kontraproduktiv“.

 

   Lange Warteliste

 

   Die meisten Eltern dürften aber zufrieden sein: Die Warteliste für die ILB ist lang, seit einigen Jahren nimmt die Schule nur noch Kinder aus dem Bezirk auf. Doch auch die ILB ist kein gallisches Dorf im Schulsystem: Dass es für den gesamten Bezirk nur eine Schulsozialarbeiterin gibt, dass die Schulleitung wegen jeder Minianschaffung bürokratische Gipfel erklimmen muss – diese Mühen teilt die ILB mit jeder „normalen“ Schule.

 

   Die 13-jährige Sara hat in Englisch den Anschluss zu den Gleichaltrigen mittlerweile geschafft. Sie sieht aber auch deren Defizite. „Im Zeichenunterricht fragen sie nach jedem Strich, wie es weitergeht“, sagt sie. „Auf die Idee, dass sie selbst entscheiden können, kommen sie gar nicht.“

 

   p Video: derStandard.at/Inland

 

   WISSEN

 

 

 

Kurier – 23. April 2015

 

 

Neue Mittelschule nützt Mädchen und Migranten.

Neue Bildungsdaten sprechen für NMS. Von dort steigen mehr Kinder in AHS auf als aus Hauptschulen.

Ist die Neuen Mittelschule (NMS) ein Flop? Die Experten der Statistik Austria widersprechen der Darstellung der im Februar vorgestellten Studie, wonach die NMS schwächere Ergebnisse liefert als die Hauptschulen.

Nach den Erkenntnissen der Statistik Austria ist die NMS besser als bisher bekannt. In der Auswertung "Bildung nach Zahlen 2013/2014" konnten die Statistiker zeigen, dass 46 Prozent aller NMS-Schüler danach eine höhere Schule besuchen. (NMS werden in der Regel von den 10- bis 14-Jährigen besucht.) Zum Vergleich: Nur 39 Prozent der Hauptschüler besuchen danach eine Höhere Schule.

Grund für das bessere Ergebnis als bei der Studie vom Februar: Den Experten stand eine "längere Zeitreihe an Daten" zur Verfügung" – und damit "etwas stärker abgesicherte Ergebnisse", erklärte Statistik-Chef Konrad Pesendorfer: "Kinder aus Neuen Mittelschulen schaffen es besser, in höherbildende Schulen überzusetzen als Hauptschüler."

"Offensichtlich spielt die neue Unterrichtsform dabei eine wesentliche Rolle", sagt Pesendorfer. Denn trotz der Neuen Mittelschulen wechsle nach wie vor praktisch der gleiche Anteil an Volksschülern an eine AHS-Unterstufe (je nach Schuljahr 33 bis 34 Prozent) wie vor der NMS-Einführung im Jahr 2008.

Pesendorfer hebt zudem zwei Aspekte hervor:

Migranten Schüler mit nicht-deutscher Muttersprache haben eine deutliche höhere Übertrittsquote von einer NMS in eine Höhere Schule. 38,8 Prozent wechseln in eine AHS oder BHS, gegenüber 28,6 Prozent bei den Hauptschülern (Zum Vergleich: Schüler mit deutscher Muttersprache wechseln zu 49 Prozent von der NMS in eine Höhere Schule, zu 42,2 Prozent aus Hauptschulen).

Mädchen Auffällig ist zudem die deutlich höhere Wechselquote von 52,8 Prozent von einer NMS in eine Höhere Schule bei Mädchen, bei den Burschen sind es nur 39,7 Prozent.

Negative Erkenntnisse der Experten: Bildung wird nach wie vor vererbt. In der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen haben 55,8 Prozent der Kinder aus Akademikerhaushalten einen Hochschulabschluss, aber nur 6,6 Prozent jener Kinder, deren Eltern als höchste Ausbildung lediglich einen Pflichtschulabschluss aufweisen. Und der Anteil jener, die nur über einen Pflichtschulabschluss verfügen, ist mit 19,1 Prozent seit fast zehn Jahren konstant.

Bildungsministerin Heinisch-Hosek spricht angesichts der Ergebnisse dennoch von einer "insgesamt erfreulichen Entwicklung".


Nationalrat

"Bestürzender Umgang mit dem Budget"

Für eine ausführliche Grundsatzdebatte über Schule und Bildungsreform nützen die Abgeordneten die Dringliche Anfrage der NEOS an die Bildungsministerin. SPÖ und ÖVP zeigten einmal mehr ihre Differenz in Sachen gemeinsame Unterstufe. NEOS und Grüne drängten auf Lösung der strukturellen Budgetprobleme.

Das von Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek bestätigte Loch von 343 Millionen sei "dramatisch" - und der Umgang der Ministerin damit "bestürzend", konstatierte Beate Meinl-Rasinger von den NEOS. Es werde sich "nie und nimmer ausgehen", diese Budgetlücke 2016 zu stopfen, ist der Grüne Bildungssprecher Harald Walser überzeugt. "Hauptsächlich an die ÖVP gerichtet" drängte er, die seit Jahren bestehende strukturelle Unterdotierung zu beenden.

Ein paar hundert Millionen Euro für die Bildung anstelle der geplanten Steuerreform wäre das Rezept von Robert Lugar (Team Stronach) - der es generell ablehnt, angesichts von Wahlen ein paar "Steuerzuckerl" zu verteilen.

Die Bildung sei ein "riesiger Dampfer, der Kurs ändert sich nur sehr, sehr langsam", hielt SPÖ-Abg. Elmar Mayer dem Drängen der Opposition auf eine rasche Bildungsreform entgegen. Er hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die gemeinsame Schule - also "integrative Modelle" - bis 14 Jahre. Die Antwort von ÖVP-Bildungssprecherin Brigitte Jank zeigte einmal mehr den Grund für die langsame Kursänderung: Sie sei zwar auch überzeugt, dass sich in der Unterstufe etwas ändern sollte - aber in Richtung mehr Differenzierung, nicht weniger - "wir brauchen Vielfalt", sagte sie.

FPÖ-Bildungssprechers Walter Rosenkranz glaubt denn auch nicht an die von der Regierung angekündigte Bildungsreform. Denn das von Heinisch-Hosek geschilderte Vorgehen - Papiere, Gespräche mit den Ländern und Stakeholdern etc. - habe es schon unter ihrer Vorgängerin gegeben, mit dem Ergebnis, dass jetzt "sinnlose Papiere" in Schubladen lägen.

 

 

Wiener Zeitung – 23. April 2015

 

 

Bildung in Zahlen

Menschen mit höchster Bildung wandern am häufigsten ab

 

 

 

 

 

 

 

 

·         Fast 12 Prozent mit Doktoratsabschluss ziehen innerhalb von drei Jahren ins Ausland.

 

Wien. (fib) Je höher die Bildung, desto eher zieht es Akademiker ins Ausland: 4,5 Prozent der Absolventen mit Master- oder Diplomabschluss verlassen spätestens drei Jahre nach Studienabschluss das Land, bei jenen mit Doktoratsstudium sind es bereits 12 Prozent (13 Prozent Männer, zehn Prozent Frauen). Das zeigen am Mittwoch präsentierte Daten der Statistik Austria.

Am häufigsten wandern Absolventen der Geisteswissenschaften und Kunsthochschulen ab: Neun Prozent der Männer und sieben Prozent der Frauen verlassen innerhalb von drei Jahren nach dem Doktorat das Land. Oft wandern auch Mediziner, Pharmazeuten und Sozialarbeiter ab: Von ihnen kehren sieben Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen spätestens drei Jahre nach Ausbildungsende Österreich den Rücken. Sehr rasch zieht es Männer mit einem Hochschulabschluss in Gesundheits- und Sozialwesen ins Ausland: Bereits im ersten Jahr haben fünf Prozent ihren Hauptwohnsitz nicht mehr in Österreich. Lehrer hingegen dürften in Österreich stark verwurzelt sein. Nur rund 1,5 Prozent wandern nach dem Lehramtsstudium ab.

Viele der Abwandernden sind ausländische Staatsangehörige, 54 Prozent kommen aus Nicht-EU-Staaten, ein Drittel der Deutschen und ein Viertel der Menschen aus anderen EU-Ländern ziehen nach dem Doktorat ins Ausland. Mit dem Bachelor in der Tasche wandern 28 Prozent der Deutschen, 18 Prozent der anderen EU-Ausländer und 23 Prozent der Drittstaatenangehörigen, aber nur 1,5 Prozent der Österreicher ab. Ähnlich sieht es bei den Absolventen eines Master- oder Diplomstudiums aus.

Schüler der NMS wechseln öfter in AHS
Die Studie "Bildung in Zahlen" zeigt auch, dass Schülern der Neuen Mittelschule (NMS) der Übertritt in die AHS-Oberstufe besser gelingt als Hauptschülern: 2013/14 wechselten rund 46 Prozent der Absolventen einer NMS an eine Schule mit Matura, aber nur 39 Prozent der Hauptschüler.

"In der Sekundarstufe I gab es offensichtlich eine Qualitätsverbesserung, wenn man es als Erfolg betrachtet, dass Schüler verstärkt in Schulen mit Matura strömen", so Konrad Pesendorfer, Generaldirektor der Statistik Austria. Ob NMS-Schüler die Matura schaffen oder ein Hochschulstudium absolvieren, kann noch nicht gesagt werden: Die ersten NMS-Jahrgänge treten die Reifeprüfung 2016 an. Der NMS gelingt es allerdings nicht, Schüler von der AHS-Unterstufe abzuziehen: Nach wie vor wechselt ein Drittel der Volksschüler in eine AHS-Unterstufe, etwa so viele wie vor der Einführung der NMS. Anders bei den Maturanten: 53 Prozent besuchen eine AHS-Unterstufe, 42 Prozent eine Hauptschule. Keine Verbesserung zeigt sich bei der Bildungsgerechtigkeit: 56 Prozent der 25- bis 44-Jährigen aus Akademiker-Haushalten erreichen den Uni-Abschluss, aber nur sieben Prozent mit Eltern mit Pflichtschulabschluss. Diese Korrelation hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Der Anteil der Personen mit tertiärem Bildungsabschluss steigt weiter und liegt inzwischen bei 16 Prozent (1981: 4,5 Prozent). Der Anteil der 25- bis 64-Jährigen, die nur den Pflichtschulabschluss haben, liegt relativ konstant bei 19 Prozent (1981: 46 Prozent) - in den Jahren zuvor ist dieser kontinuierlich gesunken.

 

 

"Heute" vom 23.04.2015                                        Seite 4

Ressort: Politik

 

Von Uta Hauft

 

Heute Hauptausgabe, Heute Niederösterreich, Heute Oberösterreich

 

Mädchen sind die Schulaufsteiger

 

Pünktlich zum heutigen "Girls Day" steht fest: Aus allen österreichischen Schultypen wechseln Mädchen häufiger als Buben in eine weiterführende höhere Schule. Buben zieht es in eine Lehre.

 

Mädchen sind insgesamt besser ausgebildet: Das geht aus der gestern veröffentlichten Statistik-Austria-Analyse der Bildungszahlen für das Schuljahr 2013/2014 hervor. Bereits in der AHS-Unterstufe ist mehr als die Hälfte der Schüler weiblich (51,7 %), in der Hauptschule und Neuen Mittelschule hingegen weniger als die Hälfte (47,7 % bzw. 47,2 %). Der Trend setzt sich beim Wechsel in eine höhere Schulform fort (siehe Grafiken oben): Mädchen wählen eher eine weiterbildende Oberstufenform an AHS oder BHS -auch nach der Hauptschule. Von dieser Schulform wechseln 46,9 % der Mädchen in eine maturaführende Schule, während das weniger als ein Drittel der Buben (32,4 %) tut. Buben orientieren sich lieber in Richtung Lehre. In Berufsschulen sind fast zwei Drittel der Jugendlichen männlich.

 

Erstmals wurden auch Daten der Neuen Mittelschule (NMS) ausgewertet: 45,9 %des NMS-Abschlussjahrgangs besuchen eine höhere Schule. Das ist höher als jener bei Hauptschülern (39,3 %), aber deutlich unter der AHS-Unterstufe (92,6 %).Ein Beleg dafür, dass die NMS besser ist als ihr Ruf? Oder eher, dass die Hauptschule endgültig am Abstieg ist?

 

 

"Heute" vom 23.04.2015                                        Seite 4

Ressort: Politik

 

Heute Hauptausgabe, Heute Niederösterreich, Heute Oberösterreich

 

Den Schulen fehlen 343 Mio. Euro

 

Bereits im Vorjahr musste Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) die Mieten für Schulgebäude säumig bleiben -um das Budget zu retten. Auch heuer steckt das Bildungsministerium wieder tief in den roten Zahlen, wie Hosek gestern im Nationalrat einräumen musste: Es fehlen 343 Millionen Euro, so die Ministerin nach einer dringlichen Neos-Anfrage.

 

Wie das Minus aufgeholt werden könne, werde laut Hosek derzeit erarbeitet. Neos-Chef Strolz befürchtet hingegen, dass das Defizit auf 600 Millionen steigen werde.

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 23.04.2015             Seite: 2

Ressort: Politik

 

 

NMS-Schüler besuchen häufiger eine höhere Schule als...

 

   NMS-Schüler besuchen häufiger eine höhere Schule als Hauptschüler. Oberösterreich liegt mit 47,4 Prozent noch etwas über dem Österreichwert.

 

   Besonders groß ist österreichweit der Unterschied bei Schülern mit nicht-deutscher Muttersprache. An Hauptschulen schaffen es 28,6 Prozent an eine höhere Schule, an NMS 38,3 Prozent. Am höchsten sind die Übertrittsraten an AHS selbst, auch 88,4 Prozent der Schüler mit nicht-deutscher Muttersprache besuchen eine höhere Schule.

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 23.04.2015             Seite: 2

Ressort: Politik

 

 

Lichtblick für die Neue Mittelschule

 

   NMS-Absolventen haben größere Chancen auf Matura und Studium als Hauptschüler

 

   Von Jasmin Bürger

 

   WIEN. "Sehr ermutigende Resultate": Die attestiert Konrad Pesendorfer, Generaldirektor der Statistik Austria, der Neuen Mittelschule (NMS). Denn Absolventen des neuen Schultyps schaffen es nach aktuellen Zahlen der Statistiker deutlich häufiger in maturaführende Schulen (AHS und BHS) als Hauptschüler.

 

   So wechselte im Schuljahr 2013/14 fast die Hälfte der NMS-Schüler an eine höhere Schule, aber nur 39 Prozent der Hauptschüler. Groß ist vor allem der Sprung bei Schülern nicht-deutscher Muttersprache, Pesendorfer spricht von "einer deutlichen Verbesserung" in der Sekundarstufe eins, der Pflichtschule (Details siehe Grafik). Die ersten Maturanten aus einer NMS werden frühestens 2016 antreten.

 

   Für die Neue Mittelschule ist das die erste gute Nachricht seit langem: Der vom Bildungsministerium beauftragte Evaluierungsbericht hatte der NMS Anfang März ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Die Experten fanden "keine Hinweise, dass das Niveau der NMS im Durchschnitt über jenem vergleichbarer Hauptschulen liegt". Pesendorfer stützt sein Urteil zwar vor allem auf die Übertrittsraten, er verweist aber auch auf die "abgesicherteren Daten" der Statistik Austria, da diese einen längeren Zeitraum umfassen.

 

   Bei der Präsentation des alljährlichen Kompendiums "Bildung in Zahlen" zog Pesendorfer auch Rückschlüsse auf die Erfolgsfaktoren: Da sich die Schülerstruktur nicht geändert hat, also an den NMS im Wesentlichen Hauptschüler unterrichtet werden, "muss die Unterrichtsform eine Rolle spielen", so Pesendorfer. In der NMS war bisher in den Hauptfächern der Einsatz von zwei Lehrern möglich, künftig können Schulen das flexibler einteilen.

 

   Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP) sah die NMS "in sehr gutem Licht".

 

   Erfolgsstory Gymnasium

 

   Freilich zeigen die Zahlen auch, dass sich die "Erfolgsstory AHS relativ unbeeindruckt von der Einführung der NMs fortsetzt" - zumindest beim Übertritt ihrer Schüler an höhere Schulen. 93 Prozent der Schüler an AHS-Unterstufen wechseln oder bleiben in einer maturaführenden Schule.

 

   Mit der NMS sind für ihre Schüler also zwar die Chancen auf höhere Bildung gestiegen, bester Garant für Matura und Studium bleibt aber die AHS. Dazu kommt, "dass das Bildungs-Gen weiter stark am Arbeiten ist", wie es Pesendorfer ausdrückt. 55,8 Prozent der 25-bis 44-Jährigen aus einem Akademikerhaushalt haben selbst einen tertiären Abschluss, aber nur 6,6 Prozent der Kinder von Eltern mit Pflichtschulabschluss.

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 23.04.2015             Seite: 2

Ressort: Politik

 

 

Zwei Seiten

 

   Kommentar

 

   Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP) wird es freuen: endlich einmal ein gutes Zeugnis für die Neue Mittelschule. Zumindest bescheinigt die Statistik Austria dem neuen Schultyp mehr Erfolg dabei, seine Schüler auf eine weiterführende Schule mit Matura zu bringen, als dies der Hauptschule gelingt.

 

   Wie viele von ihnen dann tatsächlich die Matura machen und ein Studium beginnen, ist erst in einigen Jahren abzusehen. Das allein ist freilich auch noch kein Erfolgskriterium, und es muss auch nicht jeder Schüler einmal auf die Universität.

 

   Die Zahlen der Statistik Austria zeigen aber noch ein anderes Bild, das deutlich weniger erfreulich ist. Denn trotz des Mini-Erfolgs der NMS hat sich im Grunde an der Vererbung des Bildungsniveaus der Eltern wenig getan. Wenn der Bildungserfolg junger Menschen vor allem vom Hintergrund des Elternhauses abhängt, läuft etwas schief. Deshalb muss Bildung viel früher ansetzen, schon im Kindergartenalter. Nur so entsteht Chancengleichheit.

 

   Neue Mittelschule - besser ist noch nicht gut genug

 

 

"Vorarlberger Nachrichten" vom 23.04.2015

Ressort: VN-A

 

 

Weniger Hauptschüler wechseln in eine AHS oder BHS. Heinisch-Hosek fühlt sich bestätigt.

 

Mittelschüler drängen in Oberstufe

 

   Wien. Schüler aus Neuen Mittelschulen (NMS) wechseln häufiger an AHS-Oberstufen oder berufsbildende höhere Schulen (BHS) als Hauptschüler. Das zeigen am Mittwoch präsentierte Daten der Statistik Austria. 2013/14 gingen rund 46 Prozent der Absolventen einer NMS an eine maturaführende Schule (AHS-Oberstufe/BHS), aber nur 39 Prozent der Hauptschüler. Bei den Schülern einer AHS-Unterstufe beträgt die Übertrittsrate sogar rund 93 Prozent.

 

   Die Ergebnisse würden eine „teils deutliche Verbesserung“ zeigen, sagt der Generaldirektor der Statistik Austria, Konrad Pesendorfer. Das betreffe sowohl die Abstände zwischen Schülern mit deutscher bzw. nicht-deutscher Umgangssprache als auch generell die Fähigkeiten und den Willen der NMS-Schüler, in höhere Schulen zu wechseln. Die NMS haben es aber nicht geschafft, Schüler aus den AHS-Unterstufen abzuziehen.

 

   „Auf dem richtigen Weg“

 

   Das Schulsystem sei auf dem richtigen Weg ist, kommentierte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) die Ergebnisse. Als „wünschenswert“ für die Zukunft nannte sie ein zweites kostenfreies Kindergartenjahr.

 

 

"Tiroler Tageszeitung" Nr. 112 vom 23.04.2015               Seite: 10

Ressort: Nachrichten1u2

 

 

Schüler der Neuen Mittelschule haben längere Schullaufbahn

 

   Wien - Schüler aus Neuen Mittelschulen (NMS) wechseln häufiger an AHS-Oberstufen oder berufsbildende höhere Schulen (BHS) als Hauptschüler. Das zeigen am Mittwoch präsentierte Daten der Statistik Austria.

 

   2013/14 wechselten rund 46 Prozent der Absolventen einer NMS an eine maturaführende Schule (AHS-Oberstufe/BHS), aber nur 39 Prozent der Hauptschüler. Bei den Schülern einer AHS-Unterstufe beträgt die Übertrittsrate jedoch 93 Prozent.

 

   Gegenüber der Anfang März präsentierten NMS-Evaluierungsstudie habe man eine ?längere Zeitreihe an Daten" zur Verfügung gehabt und damit ?etwas stärker abgesicherte Ergebnisse". Die Ergebnisse würden eine ?teils deutliche Verbesserung" zeigen, sagte Generaldirektor Konrad Pesendorfer.

 

   Nach wie vor keine Verbesserung gibt es bei der Bildungsmobilität bzw. Bildungsgerechtigkeit: 56 Prozent der 25- bis 44-Jährigen aus einem Akademiker-Haushalt erreichen einen tertiären Abschluss, aber nur sieben Prozent in dieser Altersgruppe mit Eltern, die höchstens einen Pflichtschulabschluss haben. ?Das Bildungsgen ist weiter sehr stark am Arbeiten", so Pesendorfer. Diese Korrelation habe sich in den vergangenen Jahren nicht sehr stark verändert. (APA)

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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