Dienstag, 28. April 2015

2015.04.29: Newsletter Bildung

Die Presse – 29. April 2015

 

 

Mehr Schüler brauchen Deutschkurse

Die Zahl der Schüler, die kein Deutsch sprechen, ist gestiegen – nicht nur in Wien. Das führt zu einer neuen Debatte über Sprachförderung. Denn wirklich zufrieden ist damit keiner.

Wien. Und wieder wird über Schüler mit schlechten Deutschkenntnissen diskutiert. Der Anlass: Inzwischen spricht in Wien jeder fünfte Pflichtschüler mit ausländischen Wurzeln nicht gut genug Deutsch, um dem Unterricht zu folgen. Damit ist die Zahl dieser sogenannten außerordentlichen Schüler laut „Standard" in den vergangenen vier Jahren um mehr als die Hälfte gestiegen – von knapp 8000 im Jahr 2010 auf 12.000.

Während die Wiener ÖVP – es ist Vorwahlkampf – von einer „traurigen Bilanz der rot-grünen Stadtregierung" spricht, argumentiert der Stadtschulrat unter anderem mit der gestiegenen Zahl an Flüchtlingen. Tatsächlich hat es schon früher ähnliche Spitzen gegeben. So waren 2003 rund 14.000 Schüler in Wien außerordentlich. Bundesweit ist die Zahl der Schüler, die nicht Deutsch sprechen, seit 2010 von 17.000 auf 27.000 gestiegen.

Mehr Schüler brauchen also Deutschförderung. Welche Art die beste ist, darüber scheiden sich die Geister. Wie sie tatsächlich gefördert werden, ist jedenfalls extrem uneinheitlich: Kinder, die als außerordentlich eingestuft sind, nehmen in der Regel am normalen Unterricht teil, sie werden aber nicht oder nur teilweise benotet. Sie bekommen eine Deutschförderung von bis zu elf Wochenstunden – allerdings mit Betonung auf „bis zu".

Längst nicht alle im Kurs

Denn nur, wenn es gelingt, mindestens acht Schüler zusammenzufassen – auch über Klassen oder Schulen hinweg –, kommen solche elfstündigen Förderkurse zustande. Schafft man das nicht, gibt es zwar auch Förderung – integrativ in der Klasse oder punktuell außerhalb der Klasse –, aber klarerweise sind das dann weniger Stunden: Pro Schüler wird etwa in Oberösterreich mit 0,86 gerechnet. Dass es hier aber längst nicht nur in ländlichen Gegenden – mit kleineren Schulen und weniger Migrantenkindern an einem Ort – schwierig ist, zeigt ein etwas älterer Rechnungshofbericht: So besuchten in Wien 2011 nur gut 41Prozent der außerordentlichen Schüler einen elfstündigen Förderkurs. Im Stadtschulrat hat man keine aktuellen Zahlen, man streitet dieses Problem aber gar nicht ab. Schuld sei der Bund: Denn die Anzahl der Lehrer für Sprachförderung sei seit 2009 gedeckelt. Und die knapp 200 Lehrer seien nicht genug.

Debatte in Reformkommission

Wirklich zufrieden ist keiner mit der aktuellen Form der Sprachförderung – auch nicht Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ): Die Förderung für Kinder mit geringen Deutschkenntnissen soll vom Kindergarten weg neu gedacht werden, heißt es aus ihrem Büro. Wie konkret, werde in der Bildungsreformkommission diskutiert. Die Konfliktlinien sind da jedenfalls schon vorgezeichnet.

Denn während Heinisch-Hosek auch vor dem Hintergrund der neuen Zahlen wieder darauf verweist, dass Kinder mit schlechten Deutschkenntnissen integriert gefördert und bestenfalls punktuell aus der Klasse genommen werden sollen, fordert die ÖVP auch jetzt wieder die von Kritikern als „Ghettoklassen" geschmähten vorbereitenden Deutschklassen – und zwar verpflichtend für alle, die nicht genug Deutsch können. Das führte bei der jüngsten Regierungsklausur zu Diskussionen: Die ÖVP fordert nämlich eine gesetzliche Änderung der Schulreifekriterien: Nur wer Deutsch kann, soll regulär eingeschult werden – den Status des außerordentlichen Schülers könnte man dann sogar abschaffen.

Derzeit darf man Schüler zwar nicht allein wegen ihrer mangelnden Deutschkenntnisse für nicht schulreif erklären – ob sie für die Sprachförderung in eigene Klassen zusammengefasst werden, darüber entscheidet aber die Schulleitung am jeweiligen Standort. In Tirol beispielsweise gibt es bereits einige eigene „Sprachstartklassen" in der Vorschule. Die Wiener Stadtschulratspräsidentin, Susanne Brandsteidl (SPÖ), wiederum sprach sich gegen „Ausländerklassen" aus – rund zwei Drittel der in Wien kürzlich eingestuften Vorschüler haben aber eine andere Muttersprache als Deutsch. (red.)

AUF EINEN BLICK

Als außerordentliche Schüler werden Kinder eingestuft, die nach Einschätzung der Schulleitung dem Unterricht – meist wegen mangelnder Deutschkenntnisse – (noch) nicht folgen können. Sie bekommen Extraförderung und werden nicht benotet. Diesen Status können sie für zwölf Monate haben, er kann um ein Jahr verlängert werden. Schulen dürften dazu tendieren, Schüler vorsorglich als außerordentlich einzustufen: Denn ordentliche Schüler können nicht zurückgestuft werden.

 

 

Die Presse – 29. April 2015

 

 

Aufregung über Sexualerziehung ist völlig unnötig

Unterstellungen helfen beim Thema Sexualerziehung an den Schulen nicht weiter.

 

Derzeit flammt wieder heftige Empörung über unsere ohnehin kaum vorhandene Sexualerziehung an Schulen auf. Ich selbst habe das schon in den 1980er-Jahren als Mitautor des zu Unrecht berüchtigten Sexkoffers erlebt, der auch damals schon für aufgeregte Kritikerinnen und Kritiker den Untergang des Abendlandes einzuläuten drohte.

Der Grundsatzerlass „Sexualerziehung an den Schulen" wird seit 1971 immer wieder reformiert, ohne dass er bewirken würde, dass Sexualerziehung an Schulen auch stattfindet – was ich auch gut finde: Lehrerinnen und Lehrer, die zu diesen Themen weder unterrichten wollen noch es mangels Ausbildung können, sollten dazu nicht verpflichtet werden.

Der von Gudula Walterskirchen in ihrem „Quergeschrieben" vom 20.April schlechtgeredete Lovetour-Bus hingegen ist eine Einrichtung mit gut ausgebildeten „schulfremden" Fachleuten, die umfassend informieren. Zu „schlimmsten Befürchtungen" bieten diese Profis keinerlei Anlass. Auch die Eltern wird niemand Fachkundiger übergehen, wie unterstellt wird, vielmehr geht es um Vermittlung von Inhalten, die die Eltern nicht geben können oder die Jugendliche lieber nicht von den Eltern haben wollen.

Der zuständigen Ministerin kann man vieles vorwerfen, nicht aber, dass die Schule bei der Vermittlung von unverrückbaren „Werten" zurückhaltend sein sollte: Sie können die Gefühle Heranwachsender, die diesen Werten nicht entsprechen, verletzen und sie in eine Randposition bringen.

Normative Sexualpädagogik

Alle bisherige Sexualpädagogik, auch die „emanzipatorische", war stark normativ und wertend und somit problematisch. Davon müssen wir wegkommen. Eine „Sexualpädagogik der Vielfalt" dagegen kann und soll zur Toleranz gegenüber vielfältigen Formen sexuellen Erlebens führen. Stünde dahinter eine „Ideologie des Gender-Mainstreamings", die alle biologischen Unterschiede zugunsten einer „rein sozialen" Geschlechtlichkeit leugnet, hätten mich die Gegner in diesem Punkt an ihrer Seite. Deshalb aber alles, was von „gleichgeschlechtlichen Beziehungen, Anerkennung der Vielfalt von Beziehungen und Lust beim Berühren des eigenen Körpers" handelt, zu verteufeln, ist nicht nachvollziehbar.

Kritische Reflexion ist nötig

Bei Sexualität geht es nun einmal „um ,Lust' und ,Genuss'", und dass im Text nicht von „Liebe und Familie" die Rede ist, hat man uns beim Sexkoffer auch schon unterstellt, obwohl diese Begriffe zigmal vorkamen. Dass „das eigene Wohlbefinden" und „Körperkompetenz" etwas Wichtiges sind, kann auch niemand als verwerflich empfinden. Bei Themen wie „Sexualität und Medien" sowie „Pornografie und Sexting" (Verschicken erotischer Fotos) wiederum bedarf es angesichts der Überschwemmung mit sexuellen Blödheiten in den Medien dringend kritischer Reflexion. Mit „Also Porno schauen in der Schule?" hat das – außer böswilliger Unterstellung – nichts zu tun.

Es ist zudem empirisch erwiesen, dass gut informierte Kinder gegen Missbrauch und sexuelle Annäherung besser geschützt sind. Dass aber diese Art Sexualerziehung „an Kindesmissbrauch grenze", ist einfach Unsinn und – was schwerer wiegt – eine Verharmlosung des manifesten Kindesmissbrauchs an unaufgeklärten Kindern.

Aber keine Sorge, schulische Sexualerziehung wird weder öfter noch anders betrieben werden als bisher. Das ist mein Vorwurf an die Ministerin: Wer Lehrkräfte zu etwas verpflichten will, muss sie ausbilden, und sie nicht, wie Freud schon sagte, in der Badehose auf Nordpolexpedition schicken.

Josef Christian Aigner ist Professor für Psychoanalytische Pädagogik und Psychosoziale Arbeit an der Universität Innsbruck und leitet dort die Universitätslehrgänge „Sexualberatung" und „Sexualtherapie".

 

 

KLZ – 29. April 2015

 

53 Prozent mehr Schüler mit Deutschproblemen

In den letzten fünf Jahren ist die Zahl jener Schüler, die Probleme mit der deutschen Sprache haben, in Wien um mehr als die Hälfte gestiegen. Womit nun einmal mehr "Ausländerklassen" diskutiert werden.

Die Zahl der "außerordentlichen" Schüler - also der Kinder, die der Unterrichtssprache Deutsch nicht ausreichend folgen können - ist in Wien seit 2010 um 53 Prozent angestiegen. Sie dürfen am Unterricht teilnehmen, werden aber nicht benotet. Die ÖVP fordert nun eigene "Vorbereitungsklassen", für die SPÖ sind diese nicht notwendig.

SPÖ gegen "Ausländerklassen"

Im Schuljahr 2010/2011 gab es 7.900 betroffene Schüler, zuletzt waren es rund 12.100, wird in dem Bericht eine Anfragebeantwortung durch Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) zitiert. Jeder fünfte Schüler mit Migrationshintergrund wird demnach als "außerordentlicher Schüler" geführt. ÖVP-Gemeinderätin Isabella Leeb nahm dies zum Anlass, eine Qualitätsoffensive in Schulen und Kindergärten zu fordern - und eben Vorbereitungsklassen.

Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) sprach sich gegen "Ausländerklassen" aus. Sie begründete den Anstieg einerseits mit steigenden Flüchtlingszahlen, andererseits mit der Gesetzgebung. Denn es sei nicht möglich, ordentliche Schüler zu außerordentlichen umzustufen - wodurch Direktoren für Kinder mit Sprachdefiziten zunächst meist die Klassifizierung "außerordentlich" wählen.

Hundstorfer für "Crash-Kurs" vor Schulantritt

Auch SPÖ-Vertreter im Bund sprachen sich am Dienstag jedenfalls klar gegen eigene Klassen aus. Diese wären für SPÖ-Klubchef Andreas Schieder die "schlechteste Lösung", denn eine Sprache lasse sich am besten in der Umgebung anderer erlernen. Seiner Meinung nach müsse man bereits im Kindergarten ansetzen. Es brauche etwa Förderprogramme um soziale Ungleichheiten auszugleichen. Derartige Maßnahmen sollte man sich zuerst ansehen und "nicht nach Ghetto-Klassen schreien", so Schieder gegenüber Journalisten vor dem Ministerrat.

"Separat-Klassen halte ich nicht für sinnvoll", meinte auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Er kann sich etwa einen "Crash-Kurs in Deutsch" vor dem Schuleintritt vorstellen.

Wiens ÖVP-Bildungssprecherin Leeb bekräftigte in einer Aussendung hingegen ihre Forderungen. Sie sprach sich etwa für eine "ernsthafte Evaluierung" aller von der Stadt derzeit geführten Sprachfördermaßnahmen, eine intensivierte Kontrolle in Kindergärten und einer Entlastung der Lehrer durch Schulpsychologen sowie Verwaltungspersonal aus. Vorbereitungsklassen sollten für zugezogene Kinder und Jugendliche eingerichtet werden - wobei man die Lehrinhalte über das Thema Sprache hinaus auch auf gesellschaftliche und soziale Hintergründe erweitern müsse, wie Leeb befand.

Für den Wiener Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) zeigt die Debatte um außerordentliche Schüler, dass es wichtig gewesen sei, "dass Wien auf die Verdoppelung der Mittel für Sprachförderung im Kindergarten gedrängt hat". Die Zahl der Sprachförderassistenten werde nun verdoppelt, hieß es in einer an die APA übermittelten Stellungnahme. Gleichzeitig nahm er die ÖVP in die Pflicht.

Wenn ÖVP-Gemeinderätin Isabella Leeb sich bei diesem Thema wirklich engagieren möchte, könne sie "sofort etwas tun": Einerseits solle sie sich gemeinsam mit der Stadt dagegen wehren, dass Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) den Schulen 300 Mio. Euro streiche und damit auch einen Ausbau der Sprachförderung verhindere. Zudem sei auch VP-Ministerin Sophie Karmasin gefordert, denn die 15a-Vereinbarung zum letzten verpflichtenden Kindergartenjahr laufe in wenigen Wochen aus. "Gerade dieses letzte Jahr ist aber für die Sprachkompetenz und den Übergang in die Schule besonders wichtig", zeigte sich Oxonitsch überzeugt.

Die Wiener Grünen sprachen sich am Dienstag ebenfalls gegen "Ausländerklassen" aus: "Kinder in Wiener Schulen sprechen aktuell über 80 verschiedene Sprachen. Dies ist ein ungeheures Potenzial und keineswegs eine Last", befand Rathaus-Klubobmann David Ellensohn in einer Aussendung. Schüler stundenweise aus dem Klassenverband herauszulösen, etwa während sprachorientierter Fächer, machen hingegen "durchaus Sinn". Auch zusätzliche Deutsch-Intensiv-Lerneinheiten am Nachmittag sind für die Grünen denkbar.

Der Wiener FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus verlangte in einer Aussendung, die langjährigen Forderungen der FPÖ "Deutsch vor Schule" und "Deutsch als Pausensprache" "endlich zu realisieren, um die Integration in den Bildungsstätten zu forcieren".

 

 

SN – 29. April 2015

 

Zahl "außerordentlicher" Schüler in Wien stark angestiegen

Die Zahl der "außerordentlichen" Schüler - also der Kinder, die der Unterrichtssprache Deutsch nicht ausreichend folgen können - ist in Wien seit 2010 um 53 Prozent angestiegen. Sie dürfen am Unterricht teilnehmen, werden aber nicht benotet, wie der "Standard" und Ö1 berichteten. Die ÖVP fordert nun eigene "Vorbereitungsklassen", für die SPÖ sind diese nicht notwendig.

Im Schuljahr 2010/2011 gab es 7.900 betroffene Schüler, zuletzt waren es rund 12.100, wird in dem Bericht eine Anfragebeantwortung durch Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) zitiert. Jeder fünfte Schüler mit Migrationshintergrund wird demnach als "außerordentlicher Schüler" geführt. ÖVP-Gemeinderätin Isabella Leeb nahm dies zum Anlass, eine Qualitätsoffensive in Schulen und Kindergärten zu fordern - und eben Vorbereitungsklassen.

Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) sprach sich gegen "Ausländerklassen" aus. Sie begründete den Anstieg einerseits mit steigenden Flüchtlingszahlen, andererseits mit der Gesetzgebung. Denn es sei nicht möglich, ordentliche Schüler zu außerordentlichen umzustufen - wodurch Direktoren für Kinder mit Sprachdefiziten zunächst meist die Klassifizierung "außerordentlich" wählen.

Auch SPÖ-Vertreter im Bund sprachen sich am Dienstag jedenfalls klar gegen eigene Klassen aus. Diese wären für SPÖ-Klubchef Andreas Schieder die "schlechteste Lösung", denn eine Sprache lasse sich am besten in der Umgebung anderer erlernen. Seiner Meinung nach müsse man bereits im Kindergarten ansetzen. Es brauche etwa Förderprogramme um soziale Ungleichheiten auszugleichen. Derartige Maßnahmen sollte man sich zuerst ansehen und "nicht nach Ghetto-Klassen schreien", so Schieder gegenüber Journalisten vor dem Ministerrat.

"Separat-Klassen halte ich nicht für sinnvoll", meinte auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Er kann sich etwa einen "Crash-Kurs in Deutsch" vor dem Schuleintritt vorstellen.

Wiens ÖVP-Bildungssprecherin Leeb bekräftigte in einer Aussendung hingegen ihre Forderungen. Sie sprach sich etwa für eine "ernsthafte Evaluierung" aller von der Stadt derzeit geführten Sprachfördermaßnahmen, eine intensivierte Kontrolle in Kindergärten und einer Entlastung der Lehrer durch Schulpsychologen sowie Verwaltungspersonal aus. Vorbereitungsklassen sollten für zugezogene Kinder und Jugendliche eingerichtet werden - wobei man die Lehrinhalte über das Thema Sprache hinaus auch auf gesellschaftliche und soziale Hintergründe erweitern müsse, wie Leeb befand.

Für den Wiener Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) zeigt die Debatte um außerordentliche Schüler, dass es wichtig gewesen sei, "dass Wien auf die Verdoppelung der Mittel für Sprachförderung im Kindergarten gedrängt hat". Die Zahl der Sprachförderassistenten werde nun verdoppelt, hieß es in einer an die APA übermittelten Stellungnahme. Gleichzeitig nahm er die ÖVP in die Pflicht.

Wenn ÖVP-Gemeinderätin Isabella Leeb sich bei diesem Thema wirklich engagieren möchte, könne sie "sofort etwas tun": Einerseits solle sie sich gemeinsam mit der Stadt dagegen wehren, dass Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) den Schulen 300 Mio. Euro streiche und damit auch einen Ausbau der Sprachförderung verhindere. Zudem sei auch VP-Ministerin Sophie Karmasin gefordert, denn die 15a-Vereinbarung zum letzten verpflichtenden Kindergartenjahr laufe in wenigen Wochen aus. "Gerade dieses letzte Jahr ist aber für die Sprachkompetenz und den Übergang in die Schule besonders wichtig", zeigte sich Oxonitsch überzeugt.

Die Wiener Grünen sprachen sich am Dienstag ebenfalls gegen "Ausländerklassen" aus: "Kinder in Wiener Schulen sprechen aktuell über 80 verschiedene Sprachen. Dies ist ein ungeheures Potenzial und keineswegs eine Last", befand Rathaus-Klubobmann David Ellensohn in einer Aussendung. Schüler stundenweise aus dem Klassenverband herauszulösen, etwa während sprachorientierter Fächer, machen hingegen "durchaus Sinn". Auch zusätzliche Deutsch-Intensiv-Lerneinheiten am Nachmittag sind für die Grünen denkbar.

Der Wiener FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus verlangte in einer Aussendung, die langjährigen Forderungen der FPÖ "Deutsch vor Schule" und "Deutsch als Pausensprache" "endlich zu realisieren, um die Integration in den Bildungsstätten zu forcieren".

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 99 vom 29.04.2015               Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

Tausende ohne Schulabschluss

 

   Wie sich die Schulabbrecher-Quote entwickelt. Für wie viele Jugendliche es nach der Pflichtschule mit der Ausbildung vorbei ist. Und wo und für wen die Gefahr am höchsten ist.

 

   Wien. Der Anteil der frühzeitigen Schulabbrecher und der Anteil der Jugendlichen, die nach der Pflichtschulzeit keine weitere Ausbildung machen, sinken. Nach dem Schuljahr 2006/07 konnten österreichweit vier Prozent der 14-Jährigen (3906 Buben und Mädchen) keinen Abschluss der Sekundarstufe 1 – sprich: der Hauptschule oder der AHS-Unterstufe – vorweisen und damit weder eine weiterführende Schule besuchen noch ins Berufsleben einsteigen. Das Schuljahr 2010/11 endete für 3,6 Prozent oder 3321 Teenager ohne Abschluss, wobei in beiden Quoten alle Pflichtschulabschlüsse, die von den Burschen und Mädchen in den folgenden drei Jahren nachgemacht wurden, bereits berücksichtigt sind.

 

   Das ist der Antwort von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) auf eine parlamentarische Anfrage der FPÖ zu entnehmen. Sie beruft sich dabei auf die „Bildung in Zahlen"-Publikationen der Statistik Austria.

 

   Düsterer schaut es trotz Fortschritten nach dem verpflichtenden Schulbesuch aus. 2007/08 war es noch für 7,4 Prozent oder 7251 Burschen und Mädchen nach der Erfüllung der Schulpflicht vorbei mit der Ausbildung. Von jenen, die 2011/12 die Pflichtschuljahre hinter sich hatten, tauchten 6,8 Prozent oder 6275 Jugendliche in keiner weiterführenden Ausbildung auf.

 

   Höchst unterschiedlich sind die Werte in den Bundesländern und zudem überdeutlich davon abhängig, ob es sich um einheimische Teenager handelt oder um Zuwandererkinder. So sind die Schulabbrecher-Quoten in Bundesländern mit vielen Zuwanderern – allen voran Wien und Vorarlberg – mit 5,4 Prozent bzw. 4,9 Prozent mit Abstand am höchsten (aber besser als vier Jahre davor mit 5,7 bzw. 5,2 Prozent). Die niedrigsten Schulabbrecher-Anteile haben Kärnten (zuletzt 2,2 Prozent) und die Steiermark (2,3). Salzburg reihte sich mit 3,4 Prozent im Mittelfeld ein.

 

   In der Bundeshauptstadt Wien machten zuletzt 8,8 Prozent der Jugendlichen nach erfüllter Schulpflicht keine weitere Ausbildung – in Vorarlberg dagegen waren es nur 5,6 Prozent. Auf den besten Wert kam hier Salzburg, wo nur für 4,7 Prozent der Teenager nach den Pflichtschuljahren Schluss mit (Aus-)Bildung war.

 

   Filtert man die Jugendlichen mit nicht deutscher Muttersprache – deren Zahl, insbesondere in Wien, ständig steigt – aus der Gesamtstatistik heraus, verschlechtern sich die Werte massiv. Ihre Schulabbrecher-Quote lag 2006/07 bei 10,5 Prozent – und war damit mehr als zweieinhalb Mal so hoch wie die Durchschnittsquote. Bis 2011/12 sank sie auf 8,3 Prozent. Diesmal hat Vorarlberg die schlechtesten Werte: 2006/07 konnten 16,6 Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund keinen Pflichtschulabschluss vorweisen, 2011/12 waren es 13,2 Prozent. Am besten steht das Burgenland mit nicht einmal halb so hohen Werten da.

 

   Nach der Pflichtschulzeit keine weitere Ausbildung machten zuletzt 13,4 Prozent aller Migrantenkinder (2246 Burschen und Mädchen), vier Jahre davor waren es 15 Prozent gewesen. Beide Werte sind mehr als doppelt so hoch wie die jeweiligen Durchschnittswerte aller Jugendlichen. Am schlechtesten schaut es in Tirol aus, wo zuletzt 18,3 Prozent der Zuwanderersprösslinge nach der Mittelschule in keiner Ausbildung zu finden waren. Am besten lief es in Salzburg: Hier machten 2010/11 „nur" 10,9 Prozent der Jugendlichen mit nicht deutscher Umgangssprache nach der Pflichtschule keine Ausbildung.

 

   Das sollte sich in Zukunft deutlich ändern: Ab dem Schuljahr 2016/17 gilt eine Ausbildungspflicht für alle Jugendlichen bis 18 Jahre. Das heißt: Ab dann müssen alle 15- bis 18-Jährigen irgendeine Form von Ausbildung machen. Erreicht soll das u. a. dadurch werden, dass das bestehende Angebot an Weiterbildungsmöglichkeiten besser koordiniert wird und „Angebotslücken" gefüllt werden. Beteiligt am Projekt „Ausbildung bis 18" sind das Sozial-, das Unterrichts-, das Wirtschafts- und das Familienministerium. i.b.

 

 

"Österreich" vom 29.04.2015                                  Seite 15

 

Wien, CityWien

 

Streit um Ausländerklassen in Wien

 

Mehr Lehrer für Deutsch-Unterricht

 

ÖVP forderte "Ausländerklassen" - Stadtrat Oxonitsch (SPÖ) hält dagegen.

 

Bildung. Die Zahl der Schüler, die Deutsch-Nachhilfe brauchen, ist seit 2010 um 53 prozent gestiegen. rund 12.000 Kinder, die nicht ausreichend Deutsch sprechen, um dem Unterricht folgen zu können, sitzen zwar in der Klasse, werden aber als sogenannte "außerordentliche Schüler" nicht benotet.

 

Von den mehr als 100.000 pf lichtschülern haben 60 %nicht Deutsch als muttersprache. Die ÖVp-Gemeinderätin und Bildungssprecherin isabella leeb forderte jetzt "Vorbereitungsklassen"

 

für ausländische Schüler, die frisch nach wien gezogen sind. hier sollen sie nicht nur Deutsch lernen, sondern auch hilfe bei der integration bekommen.

 

Stadt setzt auf Stützlehrer. Bildungsstadtrat christian oxonitsch kontert: "Das thema zeigt, wie wichtig es war, dass wien das Geld für die Sprachförderung schon im Kindergarten verdoppelt hat und auch die Sprachföderassistenten aufgestockt hat."

 

auch Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl spricht sich gegen "ausländerklassen" aus.

 

Angriff auf Bund. oxonitsch nimmt den Bund in die pflicht, wenn es um die Verbesserung von Sprachkenntnissen der Schüler geht. oxonitsch wirft der ÖVp vor, schuld am Dilemma mit fehlenden Begleitlehrern und Förderunterricht zu sein: "Finanzminister Schelling streicht 300 mio. Euro bei den Schulen und verhindert damit den ausbau der Sprachförderung."

 

 

Der Standard – 29. April 2015

 

 

Schüler mit Deutschproblemen: Wien will mehr Geld

David Krutzler

Der massive Anstieg außerordentlicher Pflichtschüler hat eine Bildungsdebatte in Österreich entfacht

Wien - Nicht nur in Wien ist die Zahl der "außerordentlichen Schüler" in den vergangenen vier Jahren massiv gestiegen. Das sind jene Kinder mit Migrationshintergrund, die dem Unterricht in Deutsch noch nicht folgen können, Sprachförderung bekommen, aber nicht benotet werden. Im Schuljahr 2010/11 waren es in Wien rund 7900 außerordentliche Pflichtschüler, 2014/15 wurden 12.100 registriert. Das ist ein Anstieg von 53 Prozent.

Auch österreichweit wurde nach STANDARD-Informationen ein kräftiger Zuwachs von Schülern mit großen Deutschproblemen festgestellt: Laut Bildungsministerium gab es 2010/11 rund 17.000 außerordentliche Schüler. Zu Beginn des Schuljahres 2014/15 waren es rund 27.000, also um gleich 10.000 mehr als vor vier Jahren. Damit gehen aktuell 45 Prozent aller außerordentlichen Schüler in Österreich in Wien zur Schule. Im Bildungsministerium wird der alarmierende Anstieg in den vergangenen Jahren mit den steigenden Flüchtlingszahlen erklärt. Diese Entwicklung dürfte auch im kommenden Jahr anhalten.

Zusätzliches Geld

"Der Handlungsbedarf wird gesehen", heißt es aus dem Büro von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Wie diese Handlungen konkret aussehen, darüber hält sich die Regierung aber noch bedeckt. Eine Bildungsreformgruppe beschäftigt sich mit der Frage, wie mit den außerordentlichen Schülern umgegangen werden soll. Ein Subthema dabei ist der Punkt, ob und wie dafür zusätzliches Geld in die Hand genommen werden muss. Bis 17. November soll es eine Einigung zwischen SPÖ und ÖVP geben.

Gegen eigene Vorbereitungsklassen für zugezogene Kinder - wie es zuletzt die Wiener ÖVP-Gemeinderätin Isabella Leeb forderte - sprachen sich am Dienstag Vertreter der Sozialdemokraten aus. Für SPÖ-Klubchef Andreas Schieder wären diese die "schlechteste Lösung". Sozialminister Rudolf Hundstorfer hält "Separat-Klassen" nicht für sinnvoll, er könne sich aber einen "Crashkurs in Deutsch" vor dem Schuleintritt vorstellen.

Mehr Sprachförderassistenten in Kindergärten

Einig zeigten sich SPÖ und ÖVP in der Frage, dass es spezielle Förderprogramme brauche. Zudem müsse bei der Sprachförderung in Kindergärten angesetzt werden. Für Leeb geht diese Förderung nicht weit genug: Sie fordert eine Evaluierung und Verbesserung der Maßnahmen. Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) kündigte an, die Zahl der Sprachförderassistenten in Kindergärten zu verdoppeln.

Der Bildungssprecher der SPÖ Wien, Heinz Vettermann, tritt für die Aufhebung der Deckelung von Sprachförderkursen in Schulen ein. "Wir brauchen hier die Ressourcen des Bundes." Trotz des Anstiegs an außerordentlichen Schülern stehen wie im Vorjahr nur 198 Planstellen in allen Wiener Pflichtschulen für die Sprachförderung zur Verfügung. Erst 2016/17 gibt es laut Bildungsministerium neue Verhandlungen mit dem Finanzministerium.

Probleme im zweiten Jahr

Schüler können bis zu zwei Jahre als "außerordentlich" eingestuft sein. Spätestens dann muss der Spracherwerb so gegeben sein, dass sie als ordentliche Schüler eingestuft werden können. Laut Wiens Stadtschulrat sei durch die Deckelung die Sprachförderung der Schüler nur im ersten Jahr für Grundbedürfnisse sichergestellt. "Für das zweite Jahr schaffen wir es nicht, durchgängig Sprachförderkurse anzubieten", heißt es aus dem Büro von Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ).

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Der Standard – 29. April 2015

 

 

Außerordentliche Schüler: Auf dem Rücken der Kinder

Kommentar | David Krutzler

Die Regierung sollte also zügigst den kleinsten gemeinsamen Nenner erkennen und mit ihm weiterarbeiten

Es ist der nächste politische Streit, der auf dem Rücken der Schulkinder ausgetragen wird. Vor zwei Wochen war es das populistische Hickhack um die Erhöhung der Lehrerdienstzeit im Klassenzimmer. Jetzt ist es die Streitfrage, wo Deutschförderung für zugezogene Kinder passieren soll: Die ÖVP tritt bei bereits schulpflichtigen Kindern für separierte Vorbereitungsklassen ein. Die SPÖ will das nicht - spricht aber, wie Sozialminister Rudolf Hundstorfer, von einem "Crashkurs in Deutsch", den man sich vor Schuleintritt durchaus vorstellen könne.

Worin genau unterscheiden sich also diese Positionen, wenn man vom Wording einmal absieht und das offensichtliche gemeinsame Ziel, gut Deutsch sprechende Schüler, in den Fokus rückt? Nur in Nuancen. Die Regierung sollte also zügigst den kleinsten gemeinsamen Nenner erkennen und mit ihm weiterarbeiten. Denn die Entwicklung von Schülern mit großen Deutschproblemen, die als "außerordentliche Schüler" eingestuft werden, ist dramatisch: 27.000 sind es österreichweit, um 10.000 mehr als vor vier Jahren. Die Zahlen werden angesichts prognostizierter Flüchtlingswellen weiter anwachsen.

Schon jetzt sagt der Wiener Stadtschulrat, dass die Geldmittel vom Bund nicht ausreichen. Ein durchgängiger Förderkurs für Kinder mit gravierenden Deutschproblemen sei nicht gewährleistet. SPÖ und ÖVP müssen die Zeichen der Zeit erkennen und die Sprachförderung massiv ausbauen.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 29.04.2015                             Seite: 26,27

Ressort: Lokal

 

Vbg, Wi Mitte, Wi Nord, Wi Süd, Wi West

 

Seit 2010 um 53 Prozent zugenommen

 

Deutlich mehr Schüler können nicht Deutsch

 

ISABELLA KUBICEK

 

Alarmierend: Immer mehr Kinder können in Wien dem Unterricht nicht mehr folgen, es fehlen ihnen die Deutschkenntnisse. Waren es 2010 noch 7875 „außerordentliche" Schüler, sind es im aktuellen Schuljahr bereits 12.090 – ein Anstieg um 53 Prozent. Die ÖVP spricht von einem Scheitern der Bildungspolitik.

 

   60 Prozent der Schüler haben nicht Deutsch als Muttersprache. Brandsteidl (li.) ist gegen die Einführung von „Ausländerklassen".

 

   Bereits 60 Prozent aller 100.000 Pflichtschüler haben in Wien nicht Deutsch als Muttersprache. Ein Fünftel von ihnen spricht so schlecht Deutsch, dass es dem Unterricht nicht folgen kann. Diese Zahlen gehen aus einer Anfragebeantwortung von Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch hervor, die der „Standard" zitiert.

 

   Die ÖVP sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert neue Vorbereitungsklassen für zugezogene Kinder und Jugendliche. „Wenn wir jetzt nicht in die Sprachausbildung investieren, kommt das Wien teuer zu stehen", warnt ÖVP-Obmann Manfred Juraczka mit Blick auf das Sozialsystem.

 

   Die SPÖ lehnt den Vorschlag ab und spricht von Ausgrenzung. „Die ÖVP kann sich aber mit uns dagegen wehren, dass der Finanzminister den Schulen 300 Millionen Euro streicht und damit den Ausbau der Sprachförderung verhindert", kontert Christian Oxonitsch (SPÖ).

 

   Schützenhilfe erhält er von der Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl: „Ausländerklassen sind doch keine Lösung."

 

   Der starke Anstieg bei Schülern mit schlechten Deutsch-Kenntnissen ist laut Brandsteidl auch auf die größeren Flüchtlingswellen zurückzuführen: „Wenn die Schwarzen diesen Zusammenhang nicht sehen, zeigt das nur ihre Naivität."

 

   FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus verlangte dazu in einer Aussendung Deutsch als Pausensprache.

 

 

Wiener Zeitung – 29. April 2015

 

 

12.100 Schüler mit Deutschproblemen

 

 

 

 

 

 

 

 

·         Zahl der außerordentlichen Schüler um 53 Prozent gestiegen.

 

 

Wien. Die Zahl der außerordentlichen Schüler - also der Kinder, die der Unterrichtssprache Deutsch nicht ausreichend folgen können - ist in Wien seit 2010 um 53 Prozent angestiegen. Sie dürfen am Unterricht teilnehmen, werden aber nicht benotet, wie "Standard" und Ö1 berichteten. Die ÖVP fordert nun eigene "Vorbereitungsklassen", für die SPÖ sind diese nicht notwendig.

Im Schuljahr 2010/2011 gab es 7900 betroffene Schüler, zuletzt waren es rund 12100, wird in dem Bericht eine Anfragebeantwortung durch Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) zitiert. ÖVP-Gemeinderätin Isabella Leeb nahm dies zum Anlass, eine Qualitätsoffensive in Schulen und Kindergärten zu fordern - und eben Vorbereitungsklassen.

Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) begründete den Anstieg mit steigenden Flüchtlingszahlen und mit der Gesetzgebung. Denn es sei nicht möglich, ordentliche Schüler zu außerordentlichen umzustufen. Und sie sprach sich gegen "Ausländerklassen" aus. Eine Sprache lasse sich am besten in der Umgebung anderer erlernen.

"Man muss bereits im Kindergarten ansetzen"
Auch SPÖ-Vertreter im Bund ließen Ähnliches verlauten. Eigene Klassen wären für SPÖ-Klubchef Andreas Schieder die "schlechteste Lösung". Seiner Meinung nach müsse man bereits im Kindergarten ansetzen. Es brauche etwa Förderprogramme, um soziale Ungleichheiten auszugleichen. Derartige Maßnahmen sollte man sich zuerst ansehen und "nicht nach Ghetto-Klassen schreien", so Schieder. "Separat-Klassen halte ich nicht für sinnvoll", meinte auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Er kann sich etwa einen "Crash-Kurs in Deutsch" vor dem Schuleintritt vorstellen.

Oxonitsch verdoppelt Sprachförderassistenten
Für Oxonitsch zeigt die Debatte, dass es wichtig gewesen sei, "dass Wien auf die Verdoppelung der Mittel für Sprachförderung im Kindergarten gedrängt hat". Die Zahl der Sprachförderassistenten werde nun verdoppelt, hieß es am Dienstag. Gleichzeitig nahm er die ÖVP in die Pflicht: Wenn ÖVP-Gemeinderätin Isabella Leeb sich bei diesem Thema wirklich engagieren möchte, könne sie "sofort etwas tun": Einerseits solle sie sich gemeinsam mit der Stadt dagegen wehren, dass Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) den Schulen 300 Millionen Euro streiche und damit auch einen Ausbau der Sprachförderung verhindere. Zudem sei ÖVP-Ministerin Sophie Karmasin gefordert, denn die 15a-Vereinbarung zum letzten verpflichtenden Kindergartenjahr laufe bald aus. "Gerade dieses letzte Jahr ist aber für die Sprachkompetenz und den Übergang in die Schule besonders wichtig", sagte Oxonitsch.

Die Wiener Grünen sprachen sich im Übrigen ebenfalls gegen "Ausländerklassen" aus: "Kinder in Wiener Schulen sprechen aktuell über 80 verschiedene Sprachen. Dies ist ein ungeheures Potenzial und keineswegs eine Last", erklärte Wiens Klubobmann David Ellensohn. Schüler stundenweise aus dem Klassenverband herauszulösen, etwa während sprachorientierter Fächer, machen hingegen "durchaus Sinn". Auch zusätzliche Deutsch-Intensiv-Lerneinheiten am Nachmittag sind für die Grünen denkbar.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

1 Kommentar:

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