Sonntag, 31. Mai 2015

2015.06.01: Newsletter Bildung

"Salzburger Nachrichten" Nr. 124 vom 01.06.2015              Seite: 8

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

Zweite Chance für Durchgefallene

 

   Wer bei Zentralmatura nicht genügte, erhält Kompensationsprüfung.

 

   Salzburg. Über 150 Maturanten haben in Salzburg einen Fünfer auf die schriftliche Zentralmatura kassiert. Nicht nur sie, alle, die dabei durchgefallen sind, haben heute und morgen die Chance, sich ihren Fünfer auszubessern.

 

    Im Gegensatz zu früher ist das nicht mehr durch einen „Zusatz“ im Rahmen der mündlichen Matura, sondern nur durch zusätzliche mündliche Prüfungen möglich. Wie bei der schriftlichen Zentralmatura finden diese Kompensationsprüfungen österreichweit zur selben Zeit statt. Die Fragen gibt wieder das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) vor.

 

   In Deutsch, Mathematik und Englisch stehen jeweils 15 Aufgabenpakete zur Verfügung – sieben für heute, acht für morgen. Sie können jeweils tags zuvor von der Bifie-Website heruntergeladen werden. Das sind nicht viele, angesichts der rund 2000 Schüler, die allein in Mathematik ein Nicht genügend kassierten. Bis zu drei Kandidaten hintereinander bekommen jedoch dieselben Aufgaben gestellt. Ein genauer Zeitplan garantiert, dass es keine Absprachen geben kann.

 

   Die Kompensationsprüfungen bestehen aus mindestens zwei voneinander unabhängigen Aufgaben. Die Prüfung ist freiwillig. Die Note darauf und der schriftliche Fünfer ergeben die Gesamtnote. Wer sich dagegen entscheidet oder erneut durchfällt, darf zwar zur mündlichen Matura antreten, muss sich aber die schriftliche Zentralmatura in dem Fach beim nächsten Maturatermin ausbessern. -par,

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

Donnerstag, 28. Mai 2015

2015.05.29: Newsletter Bildung

Der Standard – 29. Mai 2015

 

 

Schwarz-Grün in Vorarlberg: "Unsere Vision ist ein gerechtes Bildungssystem"

Das schwarz-grüne Führungsteam Markus Wallner und Johannes Rauch will Vorarlberg zur Modellregion für die gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen machen. Basis ist ein Forschungsprojekt

STANDARD: Warum wollen Sie das Schulsystem verändern?

Wallner: Unsere Vision ist ein Bildungssystem zu bauen, das allen Kindern gerecht wird: Schwächere fördert, auf der anderen Seite aber auch zu Spitzenleistungen herausfordert, denn unserer Wirtschaft fehlen Fachkräfte. Das vorliegende Forschungsprojekt zeigt, dass es Handlungsbedarf gibt. Auf zwei Defizite im System wird besonders hingewiesen: Mängel bei der Begabtenförderung und mangelnde Chancengerechtigkeit. Die gemeinsame Schule der Zehn- bis 14-Jährigen wird nicht alle Probleme lösen können, aber mithelfen, ein chancengerechtes und dennoch leistungsorientiertes System zu schaffen.

Rauch: Die gemeinsame Schule hat eine starke soziale Komponente. Wenn es uns gelingt, mit diesem Projekt eine Weichenstellung im Bildungssystem zu erreichen, dann hat das gesellschaftliche Auswirkungen. Gelingt es nicht, laufen wir sehenden Auges in ein weiteres Auseinanderklaffen unserer Gesellschaft hinein.

STANDARD: Als die Grünen noch in der Opposition waren, haben sie das Forschungsprojekt abgelehnt.

Rauch: Ja, wir haben es sehr kritisch betrachtet. Wir dachten, es käme ohnehin nur raus, was die ÖVP will. Wir haben uns getäuscht. Das Ergebnis ist eine klare Empfehlung für eine gemeinsame Schule. Wir haben durch diese Studie gelernt, dass es für eine Systemänderung eine intensive Vorbereitung und eine längere Umstellungsphase braucht.

Wallner: Die vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass die politische Debatte in den ideologischen Schützengräben zu gar nichts geführt hat. Ich habe sehr für dieses Forschungsprojekt gekämpft, weil wir dadurch die Chance haben aufzuzeigen, welche Veränderungen notwendig sind.

STANDARD: Wie reagiert die Bundes-ÖVP auf die angekündigte Schulreform, Herr Landeshauptmann?

Wallner: Es ist Bewegung da. Das Nein zur gemeinsamen Schule war bis vor kurzem in Stein gemeißelt. Dieses ganz strikte Nein ist deutlich gelockert. Der Bundesparteiobmann hat eine gewisse Positionsänderung vorgenommen. Er hat signalisiert, dass er offen für eine Modellregion ist, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen sind.

STANDARD: Die Expertengruppe empfiehlt eine flächendeckende Systemumstellung, und keinen Schulversuch. Hat Sie das überrascht?

Rauch: Nicht wirklich. Denn ein Einzelexperiment wäre nur sehr schwer umzusetzen und wenig erfolgreich. Die logische Schlussfolgerung ist, das ganze Bundesland zur Modellregion zu machen.

Wallner: Bei der Regierungsbildung gingen wir noch von einem Schulversuch aus. Die Forschungsgruppe empfiehlt nun eine mehrjährige Umstellung des Systems. Das braucht Unterstützung von allen Seiten. Bekommen wir die, können wir in acht bis zehn Jahren ein besseres Bildungssystem haben. Für einen klassischen Schulversuch hätten wir ein Gymnasium als Partner gebraucht, das hätten wir wahrscheinlich nicht gefunden. Denn den Widerstand in diesem Bereich gibt es, das soll man nicht verschweigen.

STANDARD: Wollen Sie das Gymnasium abschaffen, wie Kritiker behaupten?

Rauch: Wenn man sich auf diese Diskussion einlässt, kommt man zu keinem Ergebnis. Wir gehen den seriösen Weg, richten uns darauf ein, dass die Vorbereitungen acht bis zehn Jahre dauern. Wir bilden jetzt eine Steuerungsgruppe aus Expertinnen und Experten, die bis zum Herbst Vorschläge zu den rechtlichen Rahmenbedingungen und zu den finanziellen Voraussetzungen macht. Am Ende, nach acht bis zehn Jahren, steht die Umstellung, dann gibt es die gemeinsame Schule. Das heißt, dass es das Gymnasium in der heutigen Langform vermutlich nicht mehr geben wird.

Wallner: Wir kämpfen gemeinsam darum, dass man Bildungspolitik nicht mit Überschriften betreibt. Die organisatorische Fragestellung steht am Ende eines Prozesses, nicht am Beginn. Jetzt müssen wir das Innenleben der neuen Schule entwickeln, in die Tiefe gehen. Pädagogik, Ganztagsschulangebote, Schulautonomie, Finanzierung und einiges mehr.

STANDARD: Welche Erwartungen haben Sie an den Bund?

Wallner: Es ist ja nicht so, dass der Bund nichts getan hätte. Die gemeinsame Ausbildung der Pädagoginnen und Pädagogen in der Sekundarstufe I wurde auf den Weg gebracht, in Fragen der Schulautonomie wiederum wird gerade ein Konzept erarbeitet. Derzeit brauche ich den Bund eigentlich nicht. Wir sind zufrieden, wenn wir jetzt einmal in Ruhe arbeiten können. Ich wünsche mir aber, dass es auf Bundesebene ein paar Leute gibt, die unsere zwei Forschungsbände genau lesen.

Rauch: Eine einmalige Situation bei uns im Land ist, dass alle Parteien für die gemeinsame Schule sind, auch die Wirtschaft, die Elternverbände, ein Großteil der Lehrerinnen und Lehrer. Mein Appell an Nationalrat und Bundesregierung: Lasst es zu, dass wir uns auf den Weg machen. Mit allen Konsequenzen.

Markus Wallner (47) ist seit 2011 Landeshauptmann von Vorarlberg und VP-Chef.

Johannes Rauch (56) führt seit 1997 die Grünen, seit 2014 als Landesrat.

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

2015.05.28: Parlamentskorrespondenz - Rechnungshof sieht Verbesserungsbedarf bei den Schulversuchen

Parlamentskorrespondenz Nr. 571 vom 28.05.2015

Themenfelder:             Bildung

Format:                            Ausschusssitzungen des Nationalrats

Stichworte:                     Nationalrat/Rechnungshofausschuss/Schule

Rechnungshof sieht Verbesserungsbedarf bei den Schulversuchen

Schulthemen im Mittelpunkt der Sitzung des Rechnungshofausschusses

Wien (PK) – Auf durchaus kritische Prüfungsergebnisse des Rechnungshofs konnten die Abgeordneten des Rechnungshofausschusses heute bei der Debatte über Schulthemen zurückgreifen. Auf der Tagesordnung standen dabei RH-Berichte über Schulversuche, die Antworten des Schulsystems auf die Herausforderung durch Schüler mit Migrationshintergrund sowie Standortkonzepte im Bereich der Bundesschulen.

Rechnungshof vermisst Evaluierung, einheitliche Kriterien und zentrale Steuerungsmöglichkeiten bei Schulversuchen

Nur durchschnittliche Noten vergab der Rechnungshof in seinem Bericht über die insgesamt 5.367 Schulversuche (III-136 d.B.), die im Jahr 2012/2013 an rund der Hälfte aller Schulstandorte in Österreich stattfanden. Schulversuche dienten häufig als Ersatz für fehlende bzw. zu starre rechtliche Bestimmungen, war da zu lesen. Auch hätte eine erhebliche Anzahl von Schulversuchen das Erprobungsstadium bereits überschritten und sei quasi dauerhaft eingerichtet. Weiters moniert der Rechnungshof, dass Schulversuche nur vereinzelt wissenschaftlich evaluiert und zum Teil ohne vorhergehende Evaluation in das Regelschulwesen übernommen wurden. Da die Bearbeitung der Schulversuche im Bildungsministerium und den Landesschulräten bzw. dem Stadtschulrat Wien nicht einheitlich erfolgte, habe das Ressort keinen gesamthaften Überblick und könne seine Steuerungsfunktion nur mangelhaft wahrnehmen, heißt es überdies im Bericht.

Auch fehle dem Ministerium jegliche Übersicht über die Höhe der Ausgaben für die Schulversuche, was der Rechnungshof mit dem Auseinanderfallen der Aufgaben-, Ausgaben- und Finanzierungsverantwortung im Pflichtschulbereich und mit der Ressourcenzuteilung an die Schulen erklärt. Schließlich ortet der Bericht bei Schulversuchen erhebliches Potenzial zur Reduktion des administrativen Aufwands und für Effizienzsteigerungen und empfiehlt, die freiwerdenden Ressourcen für die pädagogische Arbeit und zur Unterstützung und Entlastung der Schulen zu verwenden.

Heinisch-Hosek kündigt Reduktion der Zahl der Schulversuche an

Einigkeit bestand in der Debatte vor allem über die Notwendigkeit, die Zahl der Schulversuche zu reduzieren. In diese Richtung sprach sich etwa SPÖ-Abgeordnete Andrea Gessl-Ranfl aus, wobei ihr Fraktionskollege Erwin Preiner ebenso wie Hermann Gahr (V) eine verpflichtende Evaluierung einmahnte. Der Rechnungshofsprecher der Volkspartei plädierte zudem für eine längerfristige Planung bei Schulversuchen und brachte überdies das Thema Ethikunterricht zur Sprache. Angesichts der bereits 17 Jahre andauernden Versuchsphase wäre eine Übernahme ins Regelschulwesen angebracht, stellte Gahr im Einklang mit Grünen-Bildungssprecher Harald Walser und Jessi Lintl (T) fest. NEOS-Klubobmann Matthias Strolz wiederum kann sich eine Revision von Schulversuchen im Rahmen der Schulautonomie vorstellen. Für eine Übernahme ins Regelschulwesen kommen seiner Meinung nach neben dem Ethikunterricht auch die Mehrstufenklassen an den Volksschulen in Betracht. Kritik an der hohen Zahl der Schulversuche übte Christian Lausch namens der FPÖ mit der Bemerkung, die Kinder würden zunehmend zu Versuchskaninchen. Ein Dorn im Auge waren dem FPÖ-Abgeordneten auch die Kosten, insbesondere der fehlende Kosten-Nutzen-Aspekt.

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek kündigte eine Reduktion der Zahl der Schulversuche an und teilte mit, allein schon die geplante Ausdehnung der alternativen Leistungsbeurteilung auf die 3. Klasse in den Volksschulen werde über 2000 Schulversuche einsparen. Zu einem Rückgang werde auch die Übernahme der standardisierten Reife- und Diplomprüfung sowie der modularisierten Oberstufe ins Regelschulwesen führen. Zudem sollen Schulversuche betreffend bilingualen Unterricht im Rahmen der Schulautonomie gestaltet werden. Was den Ethikunterricht als Pflichtgegenstand betrifft, gab Heinisch-Hosek zu bedenken, dies würde 100 Mio. € kosten, "die nicht da sind". Sie verwies in diesem Zusammenhang auch auf das Gebot der Kostenneutralität von Schulversuchen und stellte klar, wer Ethik will, müsse ein anderes Fach streichen.

Man habe jedenfalls bereits auf die Kritik des Rechnungshofs reagiert. So seien nunmehr mehrjährige Beantragungen von Schulversuchen möglich, auch gebe es einheitliche Kriterien für Evaluierungen, betonte die Ministerin.

Rechnungshofpräsident Josef Moser untermauerte seine Kritik an dem hohen bürokratischen und finanziellen Aufwand und bemängelte zudem, die derzeitige Kompetenzlage beeinträchtige die Einfluss- und Steuerungsmöglichkeiten der Ministerin. Die hohe Zahl an Schulversuchen legte für Moser überdies die Notwendigkeit einer Schulreform nahe. - Der Bericht wurde schließlich einstimmig vertagt.

Unklare Datenlage erschwert Erfolgsmessung schulischer Sprachförderung

Zweifel äußert der Rechnungshof am Erfolg schulischer Fördermaßnahmen, die vom Bildungsressort – im Prüfzeitraum 2013 noch Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) – zur Leistungssteigerung bei Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund gesetzt wurden. Konkret sind dies allgemeine und zielgruppenspezifische Programme; Letztere umfassten insbesondere Fördermaßnahmen in Deutsch und in den Erstsprachen der Kinder und Jugendlichen sowie das Unterrichtsprinzip "Interkulturelles Lernen". Inwieweit sich der Lernerfolg von SchülerInnen mit einer anderen Muttersprache als Deutsch dadurch tatsächlich verbessert hat, lässt sich dem RH-Prüfbericht zufolge nicht klar beantworten. Immerhin gebe es keine aussagekräftigen Kenngrößen zur Zielüberprüfung, kaum Evaluierungen der Förderprogramme und nur generelle Zielvorgaben des Ministeriums, so Rechnungshofpräsident Josef Moser im heutigen Rechnungshofausschuss.

Als Beispiel führt der Bericht die Maßnahme "Deutsch als Zweitsprache" an, die seit 1992 regulärer Teil des Pflichtschulwesens ist, ohne jemals hinsichtlich Ressourcenaufwand und Wirkung bewertet worden zu sein. Der Prüfbericht informiert über die abnehmende Anzahl der Schüler mit außerordentlichem Status aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse in der Unterrichtssprache Deutsch (minus 25,7 %). Dies lässt auf erste Erfolge der sprachlichen Frühförderung in den institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen schließen. Dem Rechnungshofpräsident zufolge fehlen jedoch österreichweit verbindliche Vorgaben zur Feststellung der Sprachkenntnisse (Sprachstandsfeststellung). Da in Wien rund die Hälfte der SchülerInnen Migrationshintergrund hat – österreichweit sind es 22,1% - , lag der Fokus der Gebarensüberprüfung ( III-19 d.B.) auf diesem Bundesland.

Zusätzlich erschwert die zersplitterte Kompetenzlage im allgemein bildenden Pflichtschulwesen (Volksschulen, Hauptschulen, Neue Mittelschulen, Sonderschulen, Polytechnische Schulen, Unterstufen der allgemein bildenden höheren Schulen (AHS)) die Koordination der Fördermaßnahmen bzw. die Erfolgsmessung, zeigt der Rechnungshof auf und mahnt erneut die Konzentration der Aufgaben–, Ausgaben– und Finanzierungsverantwortung in einer Hand ein. Aufgrund länderspezifischer Dokumentationsarten erschlossen sich den RH-PrüferInnen keine eindeutigen Daten zu Ausgaben, Verfügbarkeit und Qualität der umgesetzten Förderinitiativen an allgemein bildenden Pflichtschulen. Eine derartige Datenverfügbarkeit wäre aber für eine bundesweit einheitliche Förderstrategie erforderlich, drängt der Rechnungshof auf ein standardisiertes Berichtswesen. Erfasst und verpflichtend weitergegeben werden sollten darin auf Grundlage quantifizierbarer Kenngrößen das Sprachniveau der Kinder, ihre Lernfortschritte und Ergebnisse sowie Qualität der darauf aufbauenden Fördermaßnahmen vom Elementarbereich bis zur Primarstufe. Darüber hinaus empfiehlt der Rechnungshof, die Begriffsdefinition für Schüler mit Migrationshintergrund dem internationalen Standard anzugleichen. - Der RH-Bericht wurde einstimmig zur Kenntnis genommen.

Kindergärten sollen Daten über Sprachkenntnisse der Kinder an Volksschulen weitergeben

NEOS-Abgeordneter Matthias Strolz hielt schulische Sprachförderung für ein zentrales Thema, da die Zahl der Kinder mit Migrationshintergrund steige und demnach konkrete Lösungen notwendig seien. Weiters sprach sich der Abgeordnete dafür aus, mehr Geld in die Förderung der Muttersprache zu investieren und einheitliche Verfahren zur Erhebung der Sprachkenntnisse einzuführen. Dem schloss sich Abgeordneter Andreas Hanger (V) an, der darauf hinwies, dass 22 % der schulpflichtigen Kinder Deutsch nicht von Haus aus sprechen. Elmar Mayer (S) plädierte für mehr Kostentransparenz, die trotz § 15a Vereinbarung nicht zufriedenstellend sei. Es sei nicht einzusehen, dass die Ergebnisse von Sprachstandsfestellungen der Kindergärten nicht an die Volksschulen weitergegeben werden. Es müssten die Voraussetzungen geschaffen werden, dass KindergartenpädagogInnen die erfassten Daten weitergeben dürfen. Als weiteres Problem nannte es Abgeordneter Mayer, dass Sprachförderungsmittel für Supplierstunden verwendet werden.

Abgeordneter Harald Walser (G) appellierte an die Bildungsministerin, beim Thema Weitergabe der Daten aus Sprachstandserhebungen aktiv zu werden. Walser hielt den muttersprachlichen Unterricht für notwendig, um Wertschätzung für Kultur und Sprache der SchülerInnen auszudrücken. Im Schuljahr 2010/2011 haben nur 41 % der außerordentlichen Schüler und Schülerinnen an Sprachförderkursen teilgenommen, informierte der Abgeordnete und forderte Maßnahmen zur Erhöhung der Teilnahmequote. Abgeordnete Gabriele Moser (G) sprach über pensionierte LehrerInnen, die unbezahlt Lesestunden für Kinder an Schulen halten und hofft auf eine professionelle Organisation dieses Engagements.

Perfektes Erlernen der deutschen Sprache sei unumgänglich und sollte im Vordergrund stehen, so FPÖ-Abgeordneter Christian Lausch, Ausgaben in Höhe von 14 Mio. € für muttersprachlichen Unterricht sei angesichts des sinkenden Bildungsbudgets für ihn ein "Schlag ins Gesicht". Lausch nannte Schulen im ländlichen Bereich als Vorbild bei der sprachlichen Integration. Denn dort sprechen die Schüler in den Pausen Deutsch, so der Abgeordnete, dies führe zu besserer Akzeptanz und Integration. Team Stronach-Abgeordnete Jessi Lintl nahm Bezug auf das verpflichtende Kindergartenjahr und stellte kritisch fest, dass es dennoch weiterhin Kinder gebe, die bei Schuleintritt geringe Deutschkenntnisse aufweisen.

Moser: Problem der kompetenzrechtlichen Grundlagen

Rechnungshofpräsident Josef Moser kritisierte einmal mehr die zersplitterte Kompetenzlage von Bund und Ländern sowie bundesintern, die eine höhere Intensität der Kontrollen nicht zulasse. Auf die Frage von Abgeordneten betonte Moser, dass eine indexbasierte Standortfinanzierung erst möglich sei, wenn die Ausgaben- und Aufgabenverantwortung von Bund und Ländern zusammengeführt würden. Die angesprochene Datenweitergabe sei notwendig, um Doppelerhebungen bei Sprachstandsfeststellungen zu vermeiden. Die § 15a Vereinbarung zwischen Bund und Ländern biete ein Maßnahmenpaket, deren Durchführung sei aber unklar. Zudem umfasse die Vereinbarung nicht die Weitergabe der Daten aus Sprachstandserhebungen von Kindergärten an die Volksschule. Den Lernfortschrittsbericht in Wien nannte Moser an dieser Stelle als positives Beispiel. Ein zu geringer Teil der LehrerInnen nehme an Fort- und Weiterbildungen teil, stellte RH-Präsident Moser überdies fest.

Sprachstand: Heinisch-Hosek kündigt bessere Information der Volksschule an 

Bildungsministerin Heinisch-Hosek nannte die Konzentration der Ausgabenverantwortung als wichtiges Ziel und sprach sich dafür aus, die Daten über Sprachförderung im Kindergarten von den Kindergärten an die Schulen zu übergeben – daran werde bereits gearbeitet. Die Ministerin räumte ein, dass im Schuljahr 1998/1999 Planstellen vom Bund an die Länder übertragen wurden, deren Kosten bisher nicht evaluiert wurden, sie hoffe auf Klarstellung durch die Bildungsreformkommission. Die Ministerin bedauerte, dass es nicht gelungen sei, mit dem Integrationsminister ein gemeinsames Sprachförderkonzept zu erarbeiten und betonte die Notwendigkeit, aus außerordentlichen SchülerInnen ordentliche SchülerInnen zu machen.

Elementarpädagogik sei die erste wichtige Bildungseinrichtung, sagte Heinisch-Hosek und sprach sich dabei klar für den muttersprachlichen Unterricht aus. Sie untermauerte ihre Aussage mit einem Vergleich von Familien mit türkischem Hintergrund in Schweden, Frankreich und Österreich und plädierte für ganztägige Schulformen, statt sich auf das Elternhaus zu verlassen.

Bundesschulen: Rechnungshof vermisst Überblick über Standortadaptierungen

Mangelnde Übersicht bei der Infrastruktur von Bundesschulen kritisierte der Rechnungshof in einem weiteren Prüfbericht ( III-127 d.B.). Ähnlich wie bei Sprachförderungsprojekten vermissten die RH-PrüferInnen auch bei Schulbauprojekten Indikatoren zur Messung der Erreichung von Zielen. Das aktuelle Schulentwicklungsprogramm der Regierung aus dem Jahr 2008 zielt darauf ab, die weiterführende Ausbildung an Bundesschulen, einen modernen Unterricht und ganztägige Schulformen in ländlichen Regionen sicherzustellen und Lehrerarbeitsplätze zu erweitern. Für Schulbauprojekte bis 2018 waren 1,66 Mrd. € geplant, vor allem für Sanierungen und Erweiterungen bestehender Standorte. Vorgaben des Ministeriums für das Controlling der Bauprojekte fehlte, kritisierte der Rechnungshof, auch habe das Ressort keinen ausreichenden Überblick über Umsetzung und Kosten der Adaptierungen. Zudem fehle ein Zeitplan, obwohl das Bundesministerium für Bundesschulen die Gesamtverantwortung trägt.

Dieser Befund gab dem Rechnungshofpräsidenten und den Abgeordneten in der Debatte einmal mehr Gelegenheit zur Klage über die "Vielschichtigkeit der Schulverwaltung" und die Zersplitterung der Kompetenzen. Schulkooperationen würden erschwert, weil für Bundesschulen und Pflichtschulen verschiedene Gebietskörperschaften als gesetzliche Schulerhalter fungieren. Weder bei den geprüften Landesschulräten Kärnten und Salzburg noch im Ressort lagen systematische Erhebungen zur schultypenübgergreifenden Nutzung von Schulraum vor. Direktiven des Ministeriums fehlten, eine Zusammenarbeit verschiedener Bundesschulen in Bundesschulzentren bezog sich nur auf Gebäude und beruhte auf freiwilliger Basis, stellten die RH-Prüfer fest.

Der Rechnungshof rät dem Bildungsministerium, in Schulentwicklungsprogramme konkrete Zielvorgaben und Standortkonzepte aufzunehmen. Ungeachtet regionalpolitischer Interessen sei die zunehmende Mobilität der SchülerInnen – besonders jener in der Sekundarstufe II – zu beachten und dafür Sorge zu tragen, dass ländliche Pflichtschulen, die wegen sinkender Schülerzahlen mit Strukturproblemen zu kämpfen haben, nicht noch mehr ins Hintertreffen geraten. Zur Stärkung des Controllings bei Schulbauprojekten braucht das Bildungsministerium in den Augen des Rechnungshofs ein funktionierendes Berichts– und Meldewesen mit den Landesschulräten. Je nach Schulart und Region wären die unterschiedliche Entwicklung der Schülerzahlen in künftige Infrastrukturplanungen miteinzubeziehen. Wichtig sei überdies, heißt es im RH-Bericht weiter, für ein bedarfsgerechtes Angebot an schulischer Tagesbetreuung in der AHS-Unterstufe zu sorgen – auch mittels Kooperationen mit Pflichtschulen – und bis 2019 gemäß Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz Barrierefreiheit an allen Schulstandorten herzustellen.

Ruf nach Reform der Schulverwaltung immer lauter

SprecherInnen aller Fraktionen setzten sich ausführlich mit den Mängeln bei der politischen Steuerung im Bildungswesen wegen der Kompetenzzersplitterung im Schulwesen auseinander und erkundigten sich mit zunehmender Ungeduld, allen voran Ausschussobfrau Gabriela Moser, nach Reformkonzepten, die derzeit in der Bildungsreformkommission vorbereitet werden. NEOS-Klubobmann Matthias Strolz drängte dabei auch auf Personalautonomie der Schulen und zeigte sich besorgt hinsichtlich der Erreichung der Ziele ganztätiger Schulangebote. Johann Singer (V) wies darauf hin, dass die Schülerzahlen österreichweit um 2% sanken, die Zahl der Lehrer–Vollbeschäftigungsäquivalente von 2008 bis 2013 aber um 3%  auf 30.227 im Schuljahr 2012/2013 zunahmen und die Lehrerpersonalausgaben um 13% auf 2,22 Mrd. € im Schuljahr 2012/2013 stiegen. Singer thematisierte zudem die Arbeitsplatzentwicklung für LehrerInnen und die Entlastung der PädagogInnen von Verwaltungstätigkeit.

Hinter den Controlling-Mängeln, die der Rechnungshof aufzeige, stehen vielfach menschliche Schicksale, sagte Walter Rosenkranz (F) und wies auf SchülerInnen hin, die alle Voraussetzungen bringen, aber nicht in die von ihnen gewünschte AHS aufgenommen werden können, weil dieser Schultyp "ausgehungert werde". Lose-lose-Situationen wegen der vom Rechnungshof kritisierten Kompetenzzersplitterung schilderte Rosenkranz auch im Zusammenhang mit regionelen Campusschulen, die nicht ausreichend SchülerInnen fänden, weil Nachbargemeinden sich erfolgreich gegen die Auflösung ihrer Schulstandorte wehrten. Positives entnahm Johann Hell (S) dem Rechnungshofbericht hingegen hinsichtlich der Umsetzung der Pläne für barrierefreie Schulen.

Die aus seiner Sicht stark steigenden BIG-Mieten bei den Schulen thematisierte Harald Walser (G) und erkundigte sich nach den diesbezüglichen Berechnungsmethoden, die ihm der zuständige Sektionschef des Bildungsministeriums erläuterte.

Walsers Frage an den Rechnungshofpräsidenten, ob die Zuständigkeit für das Bildungssystem auf Bundes- oder auf Landesebene angesiedelt werden sollte, beantwortete Rechnungshofpräsident Josef Moser mit der Aussage, "alle Lehrer gehören in einen Topf", wofür drei Möglichkeiten bestehen: Bund, mittelbare Bundesverwaltung oder Landesverwaltung. In jedem Fall gehe es darum, die auf Bundesebene fixierten Bildungsziele zu realisieren, eine entsprechende Qualitätssicherung zu etablieren und den notwendigen Durchgriff zuzulassen. Dazu gehöre in jedem Fall eine einheitliche Rechenschaftspflicht. Die Frage, für welche der drei Möglichkeiten man sich entscheide, sei eine politische, sagte der RH-Präsident.

Derzeit fehle es bei der Umsetzung der Standortkonzepte für die Bundesschulen jedenfalls an der systematischen Erhebung der Standortkonstellationen und an der Möglichkeit, auf die Entwicklung der Schülerzahlen zu reagieren. Angesichts knapper Budgets sei dies nötiger denn je. An dieser Stelle unterstrich Moser auch die Notwendigkeit, die PädagogInnen von Verwaltungsaufgaben zu entlasten.

Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek informierte darüber, dass innovative Standortkonzepte für Schulen auch Gegenstand der Beratungen in der Bildungsreformkommission seien. Dort werde auch über personelle, pädagogische und finanzielle Autonomie gesprochen. Im Mittelpunkt der Umsetzung des Konzepts aus dem Jahr 2008 stehe der Um- und Ausbau, wobei es auch um bessere Arbeitsplätze für LehrerInnen gehe. Steigende Personalkosten trotz sinkender SchülerInnenzahlen erklärte die Bildungsministerin mit neuen Teilungsziffern und mit der Erhaltung von Klein- und Kleinstschulen, in denen bei stark sinkenden SchülerInnenzahlen weiterhin volle Personalkosten bestehen. Mit Freude teilte die Bildungsministerin mit, dass die Barrierefreiheit bei den Schulen plangemäß bis 2019 erreichbar sei. Alle Schüler des militärischen Realgymnasiums Wiener Neustadt werden ihre Matura an der von ihnen gewählten Schule absolvieren können. Neue Schüler werden dort aber nicht mehr aufgenommen, da diese Schule nach der letzten Matura aufgelassen werde, erfuhren die Ausschussmitglieder. – Der Bericht wurde einstimmig vertagt. (Schluss)

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

2015.05.28: Bildung

OTS0177 II 28.05.2015 12:43:33

 

RH-Bericht zu SchülerInnen mit Migrationshintergrund – Mayer für besseren Übergang von Kindergarten zu Volksschule

Utl.: AK-Studie zeigt: Verschränkte ganztägige, gemeinsame Schule bringt bessere Förderung

SPÖ/Mayer/Rechnungshof/Bildung/Schule

Im heutigen Rechnungshofausschuss wird u.a. ein Bericht des Rechnungshofes (RH) zur Förderung von SchülerInnen mit Migrationshintergrund diskutiert. Der Rechnungshof verweist darin u.a. auf die zersplitterte Kompetenzlage, die die Koordination von Fördermaßnahmen erschwere. Für SPÖ-Rechnungshofsprecher Elmar Mayer bestätigt der Bericht die Forderung der SPÖ, dass der Übergang zwischen Kindergarten und Volksschule verbessert werden muss. "Wir brauchen eine intensivere Zusammenarbeit zwischen den elementarpädagogischen Einrichtungen als erste Bildungseinrichtungen und den Volksschulen. Vor allem der Informationsaustausch zwischen den Institutionen muss gewährleistet sein, damit es auch Kontinuität bei den Fördermaßnahmen gibt", so Mayer. ****

Wesentlich für den Lernerfolg von MigrantInnen sei auch, ob die Schule ihre Verantwortung für den Lernerfolg der SchülerInnen wahrnimmt. Hier schneiden verschränkte ganztägige Schulen eindeutig besser ab, wie auch die AK in einer gestern veröffentlichten Studie zum Thema Nachhilfe feststellt. An verschränkten Ganztagsschulen gaben signifikant weniger Eltern an, täglich mit ihren Kindern zu lernen bzw. für Nachhilfe zu bezahlen. "Gerade Eltern mit Migrationshintergrund können sich oft Nachhilfe für ihre Kinder finanziell nicht leisten oder verfügen selbst nicht über das nötige Bildungsniveau, um mit den Kindern umfassend zu lernen. Deshalb wird ja gerade in Österreich Bildung so stark ‚vererbt‘, weil vor allem Halbtagsschulen einen Teil der Verantwortung für den Lernerfolg an die Eltern verlagern. Mit dem Ausbau von verschränkten ganztägigen Schulen können diese Nachteile ausgeglichen werden", so Mayer. (Schluss) up/ah/mp

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APA0292 II, WI, XI 28.05.2015 12:33:19

 

Schulbücher - Karmasin möchte digitales Zusatzangebot

Utl.: Erste Schritte sollen in Arbeitsgruppe mit Bildungsministerium geplant werden

Schule/Technologie/Buchbranche/T-Mobile Austria/Wien

Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) will digitale Bildung in Zukunft nicht nur an Schulstandorten vermittelt wissen, wo sich besonders technologieaffine Pädagogen darum bemühen. "E-Books" gelte es "in die Breite zu bringen", da Österreich hier stark hinterher hinke, erklärte sie am Donnerstag in Wien. Regelschulbücher sollen Schulen bald auch digital zur Verfügung stehen.

Eine Arbeitsgruppe dazu wurde in Kooperation mit dem Bildungsministerium bereits eingerichtet, erklärte Karmasin anlässlich einer Präsentation eines von T-Mobile unterstützten Projekts zur digitalen Bildung in Österreichs Schulen vor Journalisten. Man hoffe, "bald den ersten Schritt" präsentieren zu können, denn Österreich stehe hier mittlerweile "mit dem Rücken zur Wand".

Bisher könnten Schulen viele Regelschulbücher nur in klassischer, gebundener Form bestellen. Diese wolle sie nicht ablösen, sondern digitale Zusätze anbieten. Großes Sparpotenzial sieht die für den Familienlastenausgleichsfonds (FLAF), aus dem jährlich etwa 106 Mio. Euro für die Schulbuchaktion kommen, verantwortliche Ministerin in der Digitalisierung daher auch nicht. Man müsse im Gegenteil eher Geld in die Hand nehmen. Für die Bereitstellung der Hardware, um den Schülern auch den Zugang zu E-Books zu ermöglichen, sei allerdings das Bildungsministerium zuständig.

Klar sei, dass die Digitalisierung zwar im Alltag der Österreicher, aber kaum an den Schulen angekommen ist, hieß es bei der Vorstellung des Projekts, in dessen Rahmen in den vergangenen drei Jahren fast 3.800 Schüler durch Tablets beim Lernen unterstützt wurden. Lehrer würden beispielsweise manchmal gar nicht mitbekommen, dass Schüler Diskussionen über ihre Smartphones gesondert neben dem Unterricht führen, erklärte T-Mobile-Chef Andreas Bierwirth. Oft hätten Schulen "keine wirkliche Idee, wie damit umzugehen ist". Es brauche daher Unterstützung.

Im Rahmen des Projekts "Connected Kids" versuche man, "den Gap zwischen der Mediennutzung zuhause und in der Schule zu schließen" und Wege zur sinnvollen Nutzung aufzuzeigen, erklärte Projektleiter Paul Kral. Schule habe die veränderte Realität noch nicht ganz zur Kenntnis genommen, es gelte daher, vor allem auch Lehrer von den Chancen zu überzeugen und Berührungsängste abzubauen. Der Umgang mit Tablets sei jedenfalls "weniger ein Technikproblem als ein Wischproblem", so Kral. Apps sieht der Projektleiter in einer Schlüsselfunktion: In dem Projekt habe man insgesamt 95 verschiedene Apps zum Üben, Recherchieren und zur Anregung zum kreativen Umgang mit Lerninhalten eingesetzt.

Einen eigenen Weg zur Vermittlung naturwissenschaftlicher Inhalte am Smartphone hat das Wiener Start-up "The Walzing Atoms" entwickelt. In der App "Waltzing Atoms School" (WAS) können Moleküle zusammengebaut und chemische Rätsel gelöst werden, heißt es in einer Aussendung. In einem weiteren Projekt habe man nun die digitale Chemie-Schnitzeljagd "Hunting Atoms" entwickelt, die am 30. Juni auf der Schüler-Technikmesse "YO!TECH" im Technischen Museum in Wien präsentiert wird.

(S E R V I C E - Das Projekt "Connected Kids" im Internet: http://www.connected-kids.at; "Walzing Atoms": http://waltzingatoms.com/)

(schluss) nt;aku;bei

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

2015.05.28: Newsletter Bildung

Die Presse – 28. Mai 2015

 

 

Zentralmatura: Jede Schule wird einzeln überprüft

Grundsätzlich fiel die Zentralmatura – auch in Mathematik – relativ gut aus. Doch die Ergebnisse unterscheiden sich stark nach Standort, Bundesland und Geschlecht.

Wien. Eine zufriedene Bildungsministerin sieht man hierzulande nur selten. Doch als sich Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) gestern, Mittwoch, den Fragen der Journalisten stellte, hatte sie ein breites Lächeln auf den Lippen. Sie freute sich über die vorläufigen Ergebnisse der Zentralmatura – die fielen prinzipiell ganz nach ihrem Geschmack aus.

1. Die Ergebnisse sind etwas besser als bei der alten Reifeprüfung.

Die Deutschmatura fiel den Schülern am leichtesten. Nur 3,3 Prozent waren negativ (siehe Grafik). Ähnlich gut lief es in Englisch. Mathematik hat hingegen seinem Ruf als schwierigstes Maturafach alle Ehre gemacht: Es fiel jeder Zehnte durch. Konkret schafften in Mathematik zwölf Prozent der Schüler ein Sehr Gut, 23 Prozent ein Gut, 36 Prozent ein Befriedigend und 19 Prozent ein Genügend. Im Vergleich zur alten Matura dürfte die Durchfallquote heuer damit etwas niedriger sein. Wobei der Vergleich nicht ganz seriös ist: Bisher gab es nämlich keine Statistik über die schriftliche Matura (es gab nur die Gesamtnoten). Außerdem bezieht sich das vorläufige Ergebnis nur auf eine Rücklaufquote von 96 Prozent.

2. Oberösterreich ist an der Spitze. Vorarlberg hat Aufholbedarf.

Nicht für alle Bundesländer sind die Ergebnisse erfreulich. Besonders in Mathematik gibt es nämlich große Leistungsunterschiede. Am besten ist Oberösterreich. Nur 6,3 Prozent der Maturanten waren hier negativ. Beim Schlusslicht Vorarlberg war die Durchfallquote mit 15,3 Prozent mehr als doppelt so hoch. Dort vermutet man, dass die vielen, häufig schwächeren Oberstufenrealgymnasien (ORG) den Schnitt gedrückt haben. Diese starten ja erst in der neunten Schulstufe und müssen daher mit einer heterogenen – aus Haupt- und AHS-Schülern zusammengewürfelten – Klasse arbeiten. Außerdem sei der Migrantenanteil in Vorarlbergs AHS ein vergleichsweise hoher – und Deutschkenntnisse bei den textlastigen Mathematikaufgaben durchaus entscheidend. Diese Verteidigungslinie könnte auch Wien – wo 14,2 Prozent durchfielen – für sich beanspruchen. Außerdem strömen in Wien deutlich mehr Schüler ins Gymnasium als anderswo.

3. Die Mädchen haben ein Problem in Mathematik.

Auffallend ist in Mathematik auch der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Mädchen sind deutlich häufiger negativ (12,6 Prozent) als Buben (7,6 Prozent). Das führt dazu, dass in Vorarlberg fast jedes fünfte Mädchen ein Nicht Genügend hat, aber nicht einmal jeder elfte Bub. „Leider nichts Neues", kommentiert die Ministerin. Man arbeite daran, die Geschlechterkluft zu verkleinern, das dauere seine Zeit.

4. Für manche Schulen ist es ein Desaster, für andere ein Geschenk.

Auch bei den Schulen selbst gibt es Ausreißer nach oben und unten. Die Ministerin wollte Nachrichten, wonach es etwa in Wien an einzelnen Schulen angeblich „Fünfer hagelt", zwar nicht bestätigen, und die Schulen selbst durften keine Details verraten, aber schon die Landesschulräte deuteten zuletzt an, dass die Leistungen durchaus sehr unterschiedlich sind. So soll es Schulen mit so gut wie keinen Nicht Genügend geben – und andere, in denen sehr viele Maturanten negativ abgeschnitten haben.

5. Es wird keine große Reform geben, aber kleinere Adaptierungen.

Die Bildungsministerin ist mit den Ergebnissen – auch in Mathematik– jedenfalls grundsätzlich zufrieden. Die Streuung der Noten sei optimal. So hielten sich in Mathematik Einser und Fünfer in etwa die Waage. Deshalb sieht Heinisch-Hosek keine Notwendigkeit für große Änderungen bei den Aufgaben. Lediglich in Deutsch wolle man überlegen, ob der Literatur doch wieder ein größerer Stellenwert zukommen sollte. Ansonsten dürften die Ergebnisse der Zentralmatura aber keinesfalls ohne jegliche Konsequenz bleiben. Die Ministerin versprach, dass sich die zuständigen Schulbehörden der Länder die Ergebnisse Schule für Schule und Klasse für Klasse ansehen. Sollte es auffällige Ergebnisse geben, dann müssten entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Welche das sein könnten und inwieweit ein schlechtes Abschneiden einer Klasse auch auf einzelne Lehrer zurückfallen könnte, ließ die Ministerin aber noch offen. So lange die Matura im Laufen sei, sei es fehl am Platz, schon auf Fehlersuche zu gehen.

6. Das zuständige Bildungsinstitut BIFIE wird einer Reform unterzogen.

Eine (indirekte) Veränderung könnte es für die Zentralmatura aber schon bald geben: Das Bildungsinstitut BIFIE, das bisher für die Matura zuständig war, könnte diese Aufgabe wieder an das Bildungsministerium abgeben (müssen). Das ließ die Ministerin schon Ende des Jahres anklingen. Die entsprechende Reform soll nun bald kommen.

 

 

Die Presse – 28. Mai 2015

 

 

Fünfer: Prüfungsfragen im 90-Minuten-Takt

Bei den neuen Kompensationsprüfungen können Schüler schriftliche Nicht genügend ausbessern. Für Schulen ist das auch eine logistische Herausforderung.

Wien. Die neue Matura geht nach der zentralen schriftlichen Prüfung mit einer weiteren Neuerung in die nächste Runde: Jene Schüler, die schriftlich einen Fünfer kassiert haben, können ihre negative Note am Montag und Dienstag in sogenannten Kompensationsprüfungen ausbessern. Diese ersetzen das zusätzliche mündliche Antreten, das bei einer negativen schriftlichen Note früher möglich war. Und: Die Prüfungen finden zwar mündlich statt – die Fragen werden aber (in jenen elf Maturafächern, die schon schriftlich zentral geprüft wurden) einheitlich vom BIFIE vorgegeben.

Für Mathematik, Englisch und Deutsch beispielsweise stellt das Institut jeweils 15 Aufgabenpakete zur Verfügung. Bei den rund 2000 Schülern, die etwa in Mathematik ein Nicht genügend kassiert haben (und die theoretisch alle zur Kompensationsprüfung antreten dürfen), scheint das wenig. Daher ist genauestens vorgegeben, wann die einzelnen Prüfungspakete verwendet werden dürfen. Nicht nur der Tag ist genau geregelt – es gibt Fragen für Tag eins und Fragen für Tag zwei –, sondern auch die Uhrzeit.

Genau vorgegebene Zeitfenster

So darf die Vorbereitungszeit für das erste Prüfungspaket am Montag zwischen 7.30 und 9 Uhr stattfinden. Wenn nötig kann es also für drei Schüler verwendet werden: Wenn der erste (nach 30Minuten Vorbereitungszeit und 25 Minuten Prüfung) aus der Prüfung geht, beginnt der letzte mit seiner Vorbereitung. Das Zeitfenster für das zweite Paket beginnt um 9 Uhr. Bei mehr als 21 bzw. 24Kandidaten pro Tag müssen mehrere Schüler parallel geprüft werden.

Die Kompensationsprüfungen bestehen je aus mindestens zwei voneinander unabhängigen Aufgaben. Prüfer ist der jeweilige Klassenlehrer, die Prüfungskommission besteht außerdem aus einem Beisitzer, dem Vorsitzenden der Maturakommission, dem Klassenvorstand und dem Schuldirektor. Sie bekommen die Prüfungsfragen – und auch die Lösungen –, sobald die Vorbereitungszeit startet.

Die Kompensationsprüfung ist freiwillig. Wie viele Schüler antreten, hat das Bildungsministerium nicht zentral gesammelt. Im Prinzip können sie in allen (negativen) Fächern antreten, sie vergeben damit keinen Prüfungsantritt. Als Gesamtnote können sie nach dem schriftlichen Fünfer bestenfalls einen Dreier bekommen. Wer sich gegen die Prüfung entscheidet, darf trotzdem zur mündlichen Matura antreten – muss den schriftlichen Fünfer aber beim nächsten Maturatermin ausbessern.

 

 

Die Presse – 28. Mai 2015

 

 

Jetzt in die Zukunft blicken

Auch schlechte Schulen aufs Niveau bringen.

 

Die Ministerin wusste es ein halbes Jahr vor allen: „Alle Schüler werden gute Ergebnisse einfahren", sagte Gabriele Heinisch-Hosek im Dezember. Immerhin habe die Generalprobe der neuen Matura gezeigt, „dass der Notenschnitt genauso war wie bei der alten – nicht schlechter".

Wenn das oberste Ziel der neuen Reifeprüfung gewesen sein soll, bloß keine schlechteren Ergebnisse als die alte Matura, dann ist es erreicht worden. Ob das oberstes Ziel sein sollte, sei dahingestellt. Trotzdem kann man die neue Matura jetzt auch einmal loben. Sie ist – wider Erwarten – pannenfrei verlaufen. Die Ergebnisse sind im Rahmen. Jetzt muss man zusehen, dass jene Schulen, die nicht gut abschneiden, auf das entsprechende Niveau gebracht werden. Die Daten dazu hätte man – erstmals.

 

 

Die Presse – 28. Mai 2015

 

 

Grafiken zur Zentralmatura

Die Noten in Mathematik, ein Vergleich der Bundesländer und das schlechte Abschneiden der Mädchen.

In Vorarlberg dürfte nun Mathe-Nachhilfe am Plan stehen, im Burgenland gibt es dagegen die schlechtesten Ergebnisse in Englisch.

Die Ergebnisse nach Geschlecht werden die Analysten noch weiter beschäftigen. Liegt es auch daran, dass weit mehr Mädchen als Buben (besonders in der Oberstufe) das Gymnasium besuchen?

Besonders in Mathematik wurde gezittert. Die Noten entsprechen aber den Erwartungen: Etwa gleich viele Fünfer wie Einser, die häufigste Note ist ein Befriedigend. Die Verantwortlichen dürfen aufatmen.

http://diepresse.com/home/bildung/schule/4740485/Zentralmatura_Grafiken-zu-den-Ergebnissen?direct=4740922&_vl_backlink=/home/bildung/schule/index.do&selChannel=499

 

 

"Kleine Zeitung" vom 28.05.2015                             Seite: 18

Ressort: Bundesland

 

Steiermark

 

Zentralmatura – Bilanz voll Zufriedenheit

 

Rund 10 Prozent haben im „Angstfach" Mathe einen Fleck. Insgesamt ist die schriftliche Zentralmatura aber gut ausgefallen. Die Steirer mischen teils ganz vorne mit.

 

   BERND HECKE

 

   Stell dir vor, es ist Zentralmatura und alle interessieren sich nur für die Fünfer-Quote. Stehen Bildungsreformen auf dem Prüfstand, geht es meist um die Gescheiterten, die als Warnsignal gelten. So gesehen schrillten nach der Premiere der schriftlichen Prüfungen im ersten AHS-Jahrgang der Zentralmatura die Alarmglocken keineswegs. Gestern legte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) „sehr zufrieden" die Notenbilanz dieser schriftlichen Premiere vor. Im Angstfach Mathematik haben fast 90 Prozent der Prüflinge bestanden, in Englisch schafften es 94 Prozent, in Deutsch erhielten sogar 96 Prozent eine positive Note (alle Details siehe Grafik).

 

   Ein genauer Vergleich mit den Jahren davor nach altem Maturamodus ist jetzt nicht möglich, da es keine Statistiken allein für die schriftlichen Prüfungen, sondern nur für die Maturanoten inklusive mündlicher Prüfungen gibt. Als Faustregel gilt: In Mathe haben im Schnitt zwischen zehn und 15 Prozent der Maturanten schriftlich einen Fleck ausgefasst.

 

   Für Heinisch-Hosek ist die Bilanz die Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein. Es brauche keine großartigen Änderungen bei den Aufgaben fürs kommende Jahr. Fehlersuche und Evaluierung könnten erst beginnen, wenn die Matura abgeschlossen sei. Das schriftliche Ergebnis könne sich überdies noch verbessern, da Maturanten ihre Fleck bei den Kompensationsprüfungen noch ausbügeln könnten.

 

   Bundesschulsprecher Lukas Faymann gratulierte den Maturanten zu den guten Ergebnissen: Diese seien nur möglich gewesen, weil „die Schüler durch Fleiß und Arbeit die Pannen ausgeglichen haben". Er fordert die gezielte Förderung schwächerer Schüler und die Flexibilität nach der Evaluierung bei der Zentralmatura noch nachzubessern.

 

   Die steirischen Schüler schnitten im Bundesländer-Vergleich gut ab, freut sich Landesschulratspräsidentin Elisabeth Meixner: „Unsere Maturanten liegen in Mathe mit ihrer Erfolgsquote hinter Oberösterreich auf Platz zwei." Auch der Vergleich mit der „Fleck-Quote" jener, die 2014 im Schulversuch die Zentralmatura absolviert haben, zeige, dass man heuer gut gearbeitet habe.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 28.05.2015                             Seite: 30

Ressort: Reportagen

 

Steiermark

 

Wenn die Hausübung online erledigt wird

 

Schüler absolvieren viele Aufgaben bereits auf Lernplattformen im Internet. Was das bringt und wie dort gelernt wird, ist jetzt erforscht worden.

 

   SONJA HASEWEND

 

   Noch schnell in der Pause die Hausübung vom Heft des Sitznachbarn abschreiben – das ist oft schon ziemlich alte Schule. Ihre Englischhausaufgaben zum Beispiel erledigen viele österreichische Schüler zumindest zum Teil online. Für ihre Lehrer fallen dabei keine Korrekturen an, das erledigt ein Programm. Doch wie sinnvoll ist die Arbeit mit einem Online-Lernmedium? Was wird dabei genutzt und warum? Diese Fragen will ein Forschungsprojekt der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) beantworten.

 

   Immerhin rund acht Millionen Mal wird das „Cyber Homework"-Angebot zum Englischlehrwerk „More!" im Monat aufgerufen, 380.000 österreichische Schüler aus AHS-Unterstufe und Neuer Mittelschule sowie 14.000 Lehrer sind darauf registriert (www.helbling-ezone.com).

 

   „In Spitzenzeiten sind bis zu 20.000 Nutzer an einem Tag online", sagt David Wohlhart, dessen Firma Lernsoftware für Schulbuchverlage herstellt und in Zusammenarbeit mit dem Helbling-Verlag vor neun Jahren die „e-zone" für den Englischunterricht konzipiert hat. Der Lehrende an der KPH hat gemeinsam mit Hannah Volk, Elisa Kleißner und Karl Kellner untersucht, wie auf der Plattform gelernt wird. Das Forschungsprojekt nennt sich Daleos.

 

   Große Datenmengen

 

   Geforscht wurde mit Methoden der „big data analysis", schließlich müssen große Datenmengen analysiert werden. „Das ist ein Thema, das in der Forschung immer größer wird", sagt Wohlhart. Wenn sehr viele Nutzerdaten als Grundlage vorliegen, müssen erst eigene Analyseprogramme geschrieben werden.

 

   Ergebnisse gibt es zum Beispiel zu den Nutzungszeiten: Am stärksten genutzt wird die Lernplattform demnach im Herbst, der Spitzenstand ist im Oktober. Weniger los ist im Sommersemester. Am ruhigsten ist es auf der „e-zone" am Samstag. Sonntags werden wieder mehr Hausübungen online gemacht. Sinnvoll seien diese im Bereich Hören, Lesen und Grammatik. Schreiben gehe dabei nur am Rande und Sprechen gar nicht.

 

   Die Relevanz der Ergebnisse ist laut Wohlhart auf verschiedenen Ebenen zu sehen: für die Lehrerausbildung an der KPH etwa, indem besser verstanden wird, wie Online-Lernmedien in der Schule sinnvoll genutzt werden können. Elementar für einen erfolgreichen Einsatz sei, dass die Benutzung ganz einfach sein muss, zudem als Zusatzprodukt zu einem Lehrwerk kostenlos ist und dass die Übungen für die Schüler schaffbar sein müssen, jedoch dabei nicht zu trivial sein dürfen.

 

   Nachfolgeprojekt

 

   Ein Nachfolgeprojekt läuft bereits, das auf den Ergebnissen von Daleos basiert: QualiLeso hat zum Ziel, ein ganzheitliches Qualitätssicherungssystem für Lernsoftware zu entwickeln. So sollen Lerngelegenheiten für einzelne Schüler verbessert und das Lernsystem selbst optimiert werden. Das Projekt QualiLeso wird vom Institut für Soziologie der Universität Graz in Zusammenarbeit mit Wohlharts Lernsoftware geleitet. Es läuft bis 2017.

 

 

SN – 28. Mai 2015

 

Angekündigte Desaster finden nicht statt

Von Viktor Hermann

Die Zentralmatura hatte lange einen schlechten Ruf. Erste Ergebnisse zeigen, dass dieser Ruf sehr ungerecht war.

Wer die hitzigen Debatten über die Zentralmatura in den vergangenen Jahren und Monaten verfolgt hat, musste für die erste in dieser Art durchgeführte Reifeprüfung ein wahres Desaster erwarten. Grottenschlechte Ergebnisse, massenhaft deprimierte Schülerinnen und Schüler, hysterisch-besorgte Eltern, frustrierte Lehrerinnen und Lehrer, Politiker auf der Suche nach Ausreden.

Nach Auswertung der schriftlichen Arbeiten der Reifeprüfung schaut es so aus, als wären all die düsteren Annahmen hinfällig. Im Großen und Ganzen verlief die schriftliche Matura so wie in den meisten Jahren zuvor - in manchen Bereichen ein wenig besser, in anderen ein wenig schlechter.

So wie bei allen Statistiken, die Durchschnittswerte untersuchen, ist auch diese Bilanz im Allgemeinen wenig aussagekräftig. Um Rückschlüsse auf die Methode der Zentralmatura und danach auf die Qualität der Schultypen, einzelner Schulen oder gar einzelner Lehrkräfte zu ziehen, wird man das Ergebnis der gesamten Matura eines Jahrgangs abwarten und vermutlich die Daten aus mehreren Jahren miteinander vergleichen müssen.

Dann wird man Aufschluss darüber erhalten, welche Konzepte des Lehrens und Lernens zu welchen Ergebnissen führen. Dann wird man Erkenntnis gewinnen über die Sinnhaftigkeit einer Zentralmatura, die über alle möglichen Schultypen drübergelegt wird - und über allenfalls nötige Feineinstellungen im Prüfungsbetrieb. Man wird sich anhand des Datenmaterials aus einer ganzen Reihe vergleichbarer Prüfungsergebnisse damit beschäftigen können, welche Reformen es braucht, um der Jugend des Landes (und damit unser aller Zukunft) die bestmögliche Ausbildung mit der bestmöglich vergleichbaren und deshalb auch aussagekräftigen Abschlussprüfung zu verschaffen.

Bis dahin könnten Bundesländer und Schultypen ja in einen Wettbewerb treten, der angesichts eines einheitlichen Prüfungsmodells vergleichbare Bedingungen bietet. Denn besonders gute Ergebnisse eines speziellen Schultyps könnten ja dazu führen, dass dieser Schultyp mehr nachgefragt wird. Besonders gute Ergebnisse in einem Bundesland könnten sogar die Mobilität von jungen Familien beeinflussen, die für ihre Kinder die beste Ausbildung wollen.

Am Ende einer längeren Beobachtungszeit könnte sogar ein faires und transparentes System der Leistungsbeurteilung für alle stehen: für Schulformen, für einzelne Schulen und auch für die Lehrerschaft.

 

 

SN – 28. Mai 2015

 

Zentralmatura: Wie die Bundesländer abschneiden

Bei der Zentralmatura fielen am wenigsten Schüler in Oberösterreich durch. Die Vorarlberger waren in Mathe am schlechtesten. Auch Salzburger Schüler hatten Probleme.

Bei der Mathematik-Zentralmatura haben sich laut einer ersten Detailauswertung der Noten die Einser und Fünfer in etwa die Waage gehalten. Laut einer Aufstellung des Bildungsministeriums schafften zwölf Prozent der Schüler ein "Sehr Gut", rund zehn Prozent fielen vorerst durch. Die häufigste Note war ein Dreier - 36 Prozent der Angetretenen erhielten ein "Befriedigend". Sechs Prozent rasselten in Englisch durch, drei Prozent in Deutsch. Burschen erzielten insgesamt etwas bessere Ergebnisse. Am wenigsten Schüler fielen in Oberösterreich durch.

Die Zwischen-Auswertung beruht auf einer Rücklaufquote von rund 96 Prozent, die restlichen Resultate sind noch nicht rückgemeldet worden. Ebenfalls noch nicht einbezogen wurden die Anfang nächster Woche stattfindenden neuen Kompensationsprüfungen, mit denen negative Noten ausgebessert werden können. Auch die genaue Notenverteilung (also Einser, Zweier, Dreier oder Vierer) wird erst etwas später vorliegen und veröffentlicht.

Vergleiche zu früher noch schwierig

Ein genauer Vergleich mit der "alten" Matura ist vorerst noch nicht möglich. In den früheren Jahren wurden lediglich die Noten in den Maturazeugnissen erhoben, die sich aus schriftlicher und mündlicher Matura gemeinsam zusammensetzten. Eine Art "Faustregel" besagte bisher, dass im Schnitt bei der schriftlichen Mathe-Matura rund zehn bis 15 Prozent der Schüler einen Fünfer kassierten - exakte statistische Daten dazu gibt es aber nicht.

Praktisch keine Geschlechterunterschiede gab es heuer im Fach Deutsch, wo drei Prozent der Mädchen und vier Prozent der Burschen scheiterten. Wie erwartet bessere Resultate verzeichneten die Burschen in Mathematik und - etwas überraschend - auch in Englisch. In Mathe haben acht Prozent der Burschen und 13 Prozent der Mädchen einen Fünfer bekommen, in Englisch vier Prozent der Burschen und sieben Prozent der Mädchen.

Salzburger taten sich besonders schwer

Nach Bundesländern betrachtet gab es die größten Unterschiede in der Mathematik: In Oberösterreich kassierten nur sechs Prozent ein Nicht Genügend, in Vorarlberg dagegen 15 Prozent. Am zweitschlechtesten schnitten die Maturanten in Salzburg und Wien ab (je 14 Prozent Fünfer), dann folgen fast gleichauf Burgenland, Tirol (je zehn Prozent), Kärnten und Niederösterreich (je neun Prozent) sowie die Steiermark (acht Prozent).

Auch in Englisch verzeichnete Oberösterreich die wenigsten Fünfer (drei Prozent). Die meisten Nicht Genügend lieferten hier die Burgenländer (zehn Prozent) ab, gefolgt von Kärnten, Steiermark, Salzburg und Tirol (je sieben Prozent), Wien (5,5 Prozent) sowie Niederösterreich und Vorarlberg (je fünf Prozent).

Praktisch keine Unterschiede gab es in Deutsch: Hier kamen in allen Bundesländern zwischen 96 und 98 Prozent der angetretenen Schüler durch. Ein endgültiges Ergebnis der schriftlichen Matura liegt erst nach den neu eingeführten (mündlichen) Kompensationsprüfungen am 1. und 2. Juni vor. Bei diesen können sich Schüler negative Noten ausbessern. Dafür entfällt der bisher mögliche "Zusatz" bei der mündlichen Matura - mit diesem war bei der "alten" Reifeprüfung die Korrektur einer negativen schriftlichen Note möglich.

 

"Österreich" vom 28.05.2015                                   Seite 5

Ressort: Thema

 

Wien, CityWien

 

Nur 6,5 %sind durchgefallen

 

Erfolg für Zentral-Matura

 

Wiener Schüler schnitten in Mathe am schlechtesten ab

 

Die erste reguläre Zentralmatura ist sogar etwas besser als das "alte" System ausgefallen.

 

Wien. "Ich bin sehr zufrieden." Bildungsministerin gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) atmet auf. am Mittwoch wurden die ersten Ergebnisse der schriftlichen Zentral-Matura bekannt. Durchschnittlich 6,5 Prozent der angetretenen Schüler haben einen "Fleck", das ist etwa gleich viel wie im "alten" System.

 

n Verbesserung in Mathe. ausgerechnet im "angstfach" Mathematik gibt es sogar eine Verbesserung. Mit 10,5 Prozent ist der anteil der negativen Prüfungen höher als in Deutsch und Englisch. Im Durchschnitt der vergangenen Jahre fielen zwischen 10 und 15 Prozent durch.

 

n Kaum Fünfer in Deutsch. Das beste Resultat gibt es in Deutsch. 96,7 Prozent der Maturanten schafften eine positive Klausur, 3,3 %sind gescheitert.

 

n Gute Englisch-Ergebnisse. Wenig Fünfer auch bei den Englisch-Prüfungen: nur 5,8 Prozent waren negativ.

 

n Mädchen führen in Deutsch. Während Mädchen in Deutsch deutlich besser abschnitten als die Burschen (2,9 Prozent Fleck zu 3,9 %), ist es in den anderen beiden Hauptfächern anders. In Englisch steht es 4,3 %zu 6,9 Prozent "nicht genügend" für Burschen, in Mathe 7,6 Prozent zu 12,6 %.

 

Nächste Woche zweite Chance für Fünfer

 

auch zwischen den Ländern gibt es Unterschiede: Während oberösterreichs Schüler besonders gut in Mathe abschnitten, stachen ihre Wiener Kollegen mit katastrophalem Ergebnis hervor. Schlechter waren nur die Vorarlberger -15 %fielen durch. In Deutsch führen die Kärntner, Schlusslicht ist das Burgenland. Eine Chance gibt es noch -negative Klausuren können nächste Woche ausgebessert werden.

 

 

"Österreich" vom 28.05.2015                                  Seite 16

 

Christian Ortner

 

Oberösterreich

 

Landauf, Landab

 

Ein Sieg der Geprügelten

 

Die Lehrer: faul, unmotiviert, schlecht ausgebildet, überfordert. Keine andere Berufsgruppe wird in der Öffentlichkeit regelmäßig mit einem derart vernichtenden Pauschalurteil bedacht. No na: Jeder, der selbst einmal in die Schule gegangen ist, hält sich deswegen für einen Experten. Wer dann, wie kürzlich der Wiener Bürgermeister, die Pädagogen auch noch frotzelt, hat garantiert - nicht nur an den Stammtischen -die Lacher auf seiner Seite. Nach dem Erfolg der Zentralmatura sollten diese, gerade in OÖ, erst einmal verstummen. Was hier, auch im Vergleich zu anderen Bundesländern, geleistet wurde, verdient Anerkennung - den Maturanten gegenüber, die dem Druck standgehalten haben, und den Lehrern, die sie so weit gebracht haben.

 

 

"Österreich" vom 28.05.2015                                  Seite 15

 

Kärnten

 

so erfolgreich war kein anderes Bundesland in Österreich:

 

Kärntner bewiesen ihr Können bei Deutsch-Zentralmatura

 

In Mathematik landeten Kärntner im Mittelfeld, in Englisch an drittletzter Stelle.

 

Kärnten. top-ergebnis für Kärntens schüler bei der Zentralmatura in deutsch: 98 Prozent aller maturanten wurden bei ihren schriftlichen Klausurarbeiten positiv beurteilt. damit schnitten Kärntens schüler im Fach deutsch am erfolgreichsten von allen Bundesländern ab. im mittelfeld landeten die Kärntner im Bundesländer-Vergleich im Fach mathematik: 91 Prozent kamen durch. in englisch belegten die Kärntner mit 92,8 Prozent positiver noten den drittletzten Platz. Landesschulratspräsident rudolf altersberger; "ich bin mit den ergebnissen zufrieden. Bei dem hohen durchschnittsgrad über 90 Prozent wurde gut unterrichtet und vorbereitet."

 

 

"Österreich" vom 28.05.2015                                  Seite 15

 

Oberösterreich

 

nur 4 %fielen durch

 

Maturanten aus OÖ sind die klügsten

 

Nirgendwo fiel die erste Zentralmatura so erfolgreich aus wie in Oberösterreich.

 

OÖ. Kollektives aufatmen im ganzen Land: schüler, Lehrer und verantwortliche Politiker jubelten am mittwoch über die ersten Zwischenergebnisse der Zentralmatura. die Zahlen, die das bildungsministerium auf seiner internetseite veröffentlichte, stellen den heimischen maturanten im bundesvergleich die bestnote aus.

 

Rechenkaiser. im durchschnitt wurden hierzulande 96 Prozent der schriftlichen Prüfungen aus deutsch, englisch und mathematik positiv absolviert (Details siehe Infobox). obwohl sich mathematik mit 6,3 Prozent negativen Leistungen ein wenig abhebt, ist oö auch in diesem Fach an der spitze. Zum Vergleich: in Vorarlberg scheiterten in mathe 15 Prozent. Für bildungslandesrätin doris Hummer (öVP) ist das ergebnis die Folge von "konsequenter schulentwicklung und Qualitätssicherung in oö". es beweise auch, dass das zuletzt erzielte gute abschneiden der hiesigen schüler bei den mathematik-bildungsstandards kein Zufall war. ein "Kompliment" gibt es von Hummer auch an die Lehrer.

 

Lesen Sie mehr auf Seite 5.

 

 

"Österreich" vom 28.05.2015                                  Seite 17

 

Steiermark

 

Burschen schnitten etwas besser ab

 

Steirische Schüler bei Zentralmatura gut dabei

 

Ein endgültiges Ergebnis der schriftlichen Matura liegt erst Anfang Juni vor.

 

Steiermark. "Es ist schon eine Besonderheit, wenn wir im Bundesländervergleich mit unseren positiven Ergebnissen in Deutsch und Mathematik nach Oberösterreich an zweiter Stelle liegen", freut sich Landsschulratspräsidentin Elisabeth Meixner. In Mathematik schafften 92 Prozent der steirischen Maturanten die Prüfung, in Englisch 93 und in Deutsch 97,5 Prozent. In Mathematik und Englisch waren die Burschen etwas besser, in Deutsch hatten die Mädels knapp die Nase vorne.

 

Die Ergebnisse der flächendeckenden schriftlichen Zentralmatura sind nur eine Art Zwischenergebnis -all jene, die es jetzt nicht geschafft haben, bekommen am 1. und 2. Juni die Chance, ihre Note bei mündlichen Kompensationsprüfungen auszubessern, dann werden die Ergebnisse noch einmal ausgewertet.

 

 

"Österreich" vom 28.05.2015                                  Seite 15

 

Tirol, Vorarlberg, Salzburg

 

Salzburg nur am vorletzten Platz

 

Mathe: Jeder 7. Maturant ist durchgefallen

 

Die Salzburger Maturanten schnitten in Mathematik sehr, sehr schlecht ab.

 

Salzburg. Besonders schwer taten sich die Salzburger bei der ersten Zentralmatura Anfang Mai: Insgesamt 14 Prozent kassierten in Mathematik einen Fleck. Das zeigt die Auswertung der Ergebnisse der schriftlichen Klausuren durch das Bildungsministerium.

 

Nur Vorarlberg mit 15 Prozent war schlechter, Wien erreichte ebenfalls eine 14-prozentige Fünfer-Quote. Im Österreich-Schnitt liegen Salzburger Schüler extrem schlecht: Nur 10,5 Prozent aller Schüler flogen bundesweit in Mathematik durch.

 

Ausbessern. Vom Landesschulrat Salzburg heißt es aber, dass die schriftlichen Ergebnisse nicht allzu viel aussagen, da die Schüler, die negativ abgeschnitten haben, ihre Noten am 1. und 2. Juni bei den mündlichen Kompensationsprüfungen noch ausbessern können.

 

Auch hier werden die Aufgabenstellungen vom Bundesinstitut für Bildungsforschung vorgegeben, der Lehrer stellt dann direkt die Fragen.

 

In Deutsch hingegen fielen nur 2,8 Prozent der Schüler durch -die schlechtesten Arbeiten haben die Burgenländer abgegeben. Auch in Englisch ist Salzburg im Mittelfeld in guter Gesellschaft -7,3 Prozent wurden mit "nicht genügend" beurteilt.

 

 

"Der Standard" vom 28.05.2015                               Seite: 10

Ressort: Inland

 

Lisa Kogelnik

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

Auch bei Zentralmatura sind Buben in Mathematik besser

 

   Eine erste Auswertung der Ergebnisse der Zentralmatura zeigt erneut Unterschiede zwischen Mädchen und Buben auf. Vor allem in Mathematik haben mehr Maturantinnen einen Fünfer bekommen. Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek sieht Handlungsbedarf.

 

   Wien – Burschen sind in Mathematik besser – zumindest wenn man nach den ersten Ergebnissen der schriftlichen Zentralmatura geht.

 

   Während 12,6 Prozent der Mädchen durchfielen, haben nur 7,6 Prozent der Buben die Mathematik-Matura nicht bestanden. Dieser Gender-Gap wurde bereits bei der Bildungsstudie Pisa 2012 erhoben. Damals lagen die Leistungen der Schülerinnen der neunten Schulstufe ein halbes Schuljahr hinter den Buben zurück.

 

   Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ), die auch Frauenministerin ist, will diese Ergebnisse nun „ganz genau anschauen", heißt es aus ihrem Büro gegenüber dem STANDARD. „Es gibt sicher Handlungsbedarf."

 

   Für Eckehard Quin, AHS-Lehrergewerkschafter, ist der Unterschied zwischen Mädchen und Buben durchaus überraschend. „Mädchen haben bessere Lesekompetenzen, die Mathematik-Aufgaben sind sehr textlastig."

 

   Die meisten Fünfer in Mathe

 

   Mathematik ist nicht nur das Fach mit dem größten Gender-Gap, sondern auch jenes, in dem die meisten Schüler einen Fünfer kassiert haben. Insgesamt sind nach einer Auswertung von knapp 96 Prozent aller Ergebnisse etwas mehr als zehn Prozent durchgefallen. Die Englisch-Matura bestanden rund sechs Prozent nicht, die Deutsch-Matura drei Prozent (siehe Grafik). Ihre Fünfer können sich die Maturanten bei einer Kompensationsprüfung am 1. und 2. Juni ausbessern.

 

   Grundsätzlich sind die Ergebnisse der neuen Matura nicht schlechter als jene der alten. Zwar gibt es keine Vergleichsdaten, aber als Faustregel gilt, dass früher zehn bis 15 Prozent der Schüler bei der schriftlichen Mathematik-Matura durchgefallen sind.

 

   Beim Bundesländervergleich zeigt sich, dass die oberösterreichischen Schüler besonders gut abschneiden. 93,7 Prozent haben die Matura im Mathematik bestanden, 96,6 Prozent die Englisch-Matura. Nur in Deutsch überholen die Kärntner die Oberösterreicher.

 

   Vorarlberger schlechter

 

   Am anderen Ende der Leistungsskala steht Vorarlberg. Hier sind 15,3 Prozent in Mathematik und vier Prozent in Deutsch durchgerasselt. Auch in Wien und Salzburg haben rund 14 Prozent in Mathematik nicht bestanden. In Englisch waren die burgenländischen Maturanten mit einer Durchfallsquote von knapp zehn Prozent am schlechtesten.

 

   In den nächsten Wochen werden die Ergebnisse auch auf Notenebene veröffentlicht. Bisher gibt es nur Zahlen zu Mathematik, allerdings erst nach einer Rücklaufquote von 84 Prozent. Demnach haben zwölf Prozent der Maturanten ein Sehr gut, 23,2 Prozent ein Gut, 35,9 Prozent ein Befriedigend, 18,6 Prozent ein Genügend und 10,3 Prozent ein Nicht genügend bekommen.

 

   Nicht veröffentlicht werden die Ergebnisse der Matura an einzelnen Schulen. Es werden weiterhin nur jene auf Bundesländerebene öffentlich gemacht, heißt es aus dem Büro Heinisch-Hoseks. „Unser Ziel ist nicht ein populistisches Schulranking." Bei der Zentralmatura gehe es nicht darum, „ganze Schulen öffentlich zu diskreditieren und in Verruf zu bringen". Aufgabe in den Schulbehörden der Länder werde aber sein, Schule für Schule, Klasse für Klasse die Resultate anzusehen und allenfalls bei auffälligen Ergebnissen für die kommenden Jahre Gegenmaßnahmen einzuleiten. Auch eine Evaluierung aller Ergebnisse sei nach dem offiziellen Ende der mündlichen Matura vorgesehen.

 

   Auch Lehrergewerkschafter Quin spricht sich gegen eine Veröffentlichung auf Schulebene aus. „Das würde dazu führen, dass sich Ghettoschulen bilden." Im Schulumfeld seien die Ergebnisse ohnehin bekannt.

 

   Bundesschulsprecher Lukas Faymann würde eine Liste mit den Ergebnissen jeder Schule im Sinne der Transparenz zwar gerne sehen, kann aber auch die Argumente des Ministeriums nachvollziehen. Er spricht sich dafür aus, dass Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter alle Daten einsehen und bei den Verbesserungen helfen. Zudem fordert er eine „gezielte Förderung der schwächeren Schulen mit zusätzlichen Mitteln."

 

 

"Kronen Zeitung" vom 28.05.2015                              Seite: 3

Ressort: Politik

 

Bgld, Ktn, N.Ö., O.Ö., Sbg, Stmk, Ti, Vbg, Wi

 

„Sehr zufrieden"

 

Jetzt hat die seltsame Zentralmatura doch noch funktioniert. In einigen Fächern besser (in Deutsch), in einigen schlechter (zum Beispiel in Mathematik).

 

   Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek war gleich einmal „sehr zufrieden". Vermutlich vor allem mit sich selbst. Das bisserl Selbstbeweihräucherung sei ihr vergönnt. Denn ihre Karriere als Bildungsministerin war bisher mehr von Pannen und Chaos geprägt. Da tut es sicher einmal gut, wenn in ihrem Ressort ausnahmsweise auch irgendetwas klappt.

 

   Wenig zuversichtlich stimmt einen allerdings die Erklärung der Ministerin, dass sie jetzt bei der Zentralmatura „größere Änderungen für nicht notwendig" halte. Das ist ziemlich typisch. Da geht zur Abwechslung nicht alles schief, und schon fühlt man sich als Politiker(in) wieder pudelwohl.

 

   Dabei übersieht die Frau Unterrichtsminister geflissentlich, wer eigentlich für diesen Matura-Erfolg wirklich verantwortlich ist. Klar, da wären einmal die Schüler, die sich mit einem wenig ausgereiften System rasch, wie es nur die Jugend kann, zurecht- und abgefunden haben.

 

   Und dann wären da die Lehrer und Schuldirektoren, denen Heinisch-Hosek und ihre diversen teuren Bildungsinstitute einiges zugemutet haben. Die große Leistung der Lehrer und Direktoren, die in dieser Kolumne des Öfteren schon arg hergebeutelt worden sind, kann an dieser Stelle gar nicht ausreichend gewürdigt werden.

 

   In Wahrheit haben sie die seltsame Zentralmatura bestanden. Die Politik muss ihre Reifeprüfung aber erst noch ablegen.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 28.05.2015                             Seite: 12,13

Ressort: Lokal

 

Abend, Bgld, Ktn, N.Ö., Sbg, Stmk, Ti, Vbg, Wi

 

Kollektives Aufatmen nachder ersten Zentralmatura!

 

Die Vorbereitungen waren von Pleiten, Pech und unzähligen Pannen begleitet, jetzt liegen die Ergebnisse der Hauptfächer auf dem Tisch. Und die lassen Schüler, Lehrer sowie die politisch Verantwortlichen großteils aufatmen: Unterm Strich bestanden mehr als 80 Prozent die erste Zentralmatura auf Anhieb, wobei die Schüler aus Oberösterreich die Nase vorn haben. „Nur" jeder Zehnte fiel in Mathematik durch Oberösterreichs Schüler haben Nase vorn Die Bildungsministerin ist „Sehr zufrieden"

 

    Das „Gruselfach" schlechthin! Wie erwartet, setzte es bei Mathe die meisten „Fleck", jeder Zehnte muss für eine positive Abschlussnote zur Kompensationsprüfung antanzen.

 

    Jubel unter einem Großteil der 18.000 Schülerinnen und Schüler, die heuer zur Matura antraten.

 

    Die Aufgaben wurden wie ein Schatz gehütet. In Salzburg öffneten aber Einbrecher die Latein-Prüfung.

 

   Die Vorbereitung war mehr als nur chaotisch, die Nerven lagen im Vorfeld der Klausur blank. Ein paar Bei-OLIVER PAPACEKspiele: Schummel-Alarm aufgrund der unterschiedlichen Beginnzeiten. Der Server, auf dem die vorwissenschaftlichen Arbeiten hochgeladen werden mussten, fiel mehrfach aus. Im Akademischen Gymnasium öffneten Einbrecher das Kuvert mit der Latein-Prüfung – die Aufgaben mussten österreichweit ausgetauscht werden. Wegen fehlerhafter Ausdrucke musste an mehreren AHS die Mathe-Matura unterbrochen werden. Und in Niederösterreich wurde bereits ein Lehrer suspendiert, der mehrere Arbeiten manipuliert haben soll – die „Krone" berichtete.

 

   Umso mehr sorgen die vorläufigen Ergebnisse in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch (siehe Grafik) für kollektives Aufatmen. Was freilich eher mit der Leistung der Lehrer und Schüler zusammenhängt. Vor allem beim viel gescholtenen Bildungsinstitut bifie und der nicht weniger kritisierten Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Sie zeigt sich „sehr zufrieden", vor allem auch, „dass im am meisten gefürchteten Fach Mathematik immerhin 90 Prozent beim schriftlichen Teil eine positive Note geschafft haben."

 

   Burschen in Mathe und Englisch besserDarum können sich jene, die einen „Fleck" gebaut haben, freilich wenig kaufen: Sie haben aber am 2. und 3. Juni die Gelegenheit, durch die ebenfalls zentral gesteuerten (mündlichen) Kompensationsprüfung noch positiv abzuschließen. Sonst winkt der Herbst-Termin!

 

   Ein Blick auf die Statistik zeigt: Insgesamt schnitten Oberösterreichs Schüler am besten ab, das schlechteste Ergebnis fuhren die Vorarlbergerinnen in Mathematik ein – hier fielen 20 Prozent vorläufig durch. Trotz ansprechender Ergebnisse (24% „Gut", 35% „Befriedigend") versucht das Ministerium Vergleiche zu vermeiden: So gäbe es keine Aufzeichnungen von vorangegangenen Klausurarbeiten.

 

   Noch nicht veröffentlicht wurde übrigens der Ausgang der Ergebnisse der Nebenfächer wie etwa Latein, Italienisch oder Französisch. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass sich der Notenschnitt eher heben wird.

 

 

"Kurier" vom 28.05.2015                                   Seite: 31

Ressort: Leben

 

Länder, Morgen

 

Noten für Schüler und Lehrer

 

Zentralmatura. Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek will die Ergebnisse nach Schulen und sogar Klassen auswerten

 

   von Daniela Davidovits. Die erste Zentralmatura war ein Stresstest für Österreichs Maturanten, Lehrer und für die Bildungsministerin. Alle fürchteten sich gleichermaßen vor Pannen. Angstfach Nummer eins blieb Mathematik, doch die befürchtete Fünfer-Katastrophe ist ausgeblieben. Das freut Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek: "90 Prozent der Schüler haben bestanden. Knapp 24 Prozent sind ‚gut' und 35 Prozent ‚befriedigend'. Andere werden sich hoffentlich bei den Kompensationsprüfungen noch verbessern."

 

   Große Unterschiede gibt es zwischen den einzelnen Bundesländern (siehe Grafik), aber auch zwischen den Geschlechtern sowie zwischen einzelnen Schulstandorten. So sind in Mathematik viel mehr junge Frauen (12,6%)als Burschen (7,6 %) durchgefallen. Und auch in Englisch haben Schüler etwas besser abgeschnitten als Schülerinnen. Das ruft jetzt die Kritiker auf den Plan.

 

   Auch deshalb will Heinisch-Hosek nach den mündlichen Terminen detaillierte Analysen der Ergebnisse: "Dann kann man jedes Bundesland, jede Schule und sogar jede Klasse auswerten." In weiterer Folge stellt eine solche Auswertung der schwachen Standorte auch den Lehrern ein Zeugnis aus. Heinisch-Hosek: "Ich war immer für ein Schülerfeedback, freiwillig gibt es das ja schon."

 

   Die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl geht noch einen Schritt weiter. Sie sieht keinen Grund zum Jubeln: In Mathematik fielen 14,2 Prozent ihrer Schüler durch und es "ist offensichtlich, dass es neben einer großen Anzahl an Schulen und Schulklassen mit nahezu nur positiven Noten, auch Schulen und Schulklassen mit schlechteren Ergebnissen gibt".

 

   Mängelliste Sie will den Ursachen auf den Grund gehen - etwa, ob es in diesen Klassen Mängel bei der Vorbereitung gegeben habe: "Ist dem so, muss man das Einzelgespräch mit Lehrern und Schulpartnern suchen, um Verbesserungen zu erzielen, etwa durch Fort- und Weiterbildung." Bundesschulsprecher Lukas Faymann, der heuer selbst maturiert, fordert zusätzliche Mittel für eine gezielte Förderung schwächerer Standorte. Der Schlüssel zum Erfolg liege in der individuellen Förderung. Bildungswissenschaftler Stefan Hopmann (Uni Wien) stellt die grundsätzliche Frage, ob diese Art der Zentralmatura sinnvoll sei: "Es gibt sehr viele Standorte, die sehr unterschiedliche Schwerpunkte haben. Gerade in Oberstufenrealgymnasien wird selten das Hauptaugenmerk auf die Mathematik gelegt." Zudem stelle sich die Frage, ob die Matura überhaupt die Kompetenzen prüft, die sie prüfen will, denn: "Es gibt keine eindeutige Mathematik-Kompetenz. Jeder Test repräsentiert einen bestimmten Modus, das Fach zu verstehen." Er plädiert deshalb für eine teilzentrale Matura: "Den ersten Teil kann man ruhig zentral prüfen, der zweite sollte aber von der Schule formuliert und dem Schwerpunkt des Standorts angepasst werden."

 

   Mitarbeit: Ute Brühl

 

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"Kurier" vom 28.05.2015                                   Seite: 31

Ressort: Leben

 

Wi, Abend, Länder, Morgen

 

So geht es für die Maturanten weiter

 

   So geht es für die Maturanten weiter Kompensationsprüfungen. Die Schüler, die auf eine schriftliche Prüfung einen Fünfer haben, können am 1. und 2. Juni zur Kompensationsprüfung antreten. Die Aufgabenstellungen werden bei Zentralmatura-Fächern vom Bildungsinstitut Bifie) vorgegeben, die Fragen stellt der Klassenlehrer.

 

   Wer nicht zur Prüfung antritt, der kann im Herbst erneut zur schriftlichen Matura antreten. Die meisten werden die Chance, sich den Fünfer auszubessern, aber wohl nutzen.

 

   Mündliche Prüfung Frühestens ab dem 3. Juni treten die Maturanten in zwei bzw. drei Fächern zur Mündlichen an. Für jedes Fach gibt es einen Pool von 12 bis 24 Aufgaben mit je zwei Fragestellungen - abhängig von der Wochenstundenzahl des Prüfungsfachs. Auch hier gilt: Wer durchfliegt, kann im Herbst wieder einen Versuch starten.

 

 

Wiener Zeitung – 28. Mai 2015

 

Zentralmatura

"Ups, das hätte nicht passieren sollen . . ."

 

 

 

 

 

 

 

 

·         Technikprobleme, Manipulationen, Terminkollisionen: Pleiten und Pannen rund um die Zentralmatura.

 

Wien. (ede) Im April 2008 schickte die damalige Unterrichtsministerin Claudia Schmied eine Novelle zum Schulunterrichtsgesetz (SchuG) in Begutachtung und ebnete damit den Weg für die Zentralmatura. Sollte die neu gestaltete Reifeprüfung an den AHS ursprünglich erstmals 2013/2014 stattfinden, wurde ihre Einführung nach heftiger Kritik von Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern auf 2014/2015 verschoben.

Der Aufschub um ein Jahr und zahlreiche Probeläufe in Form von Schulversuchen konnten weitere Proteste und Pannen trotzdem nicht verhindern. So demonstrierten im Dezember 2013 tausende Schüler gegen die Reform. Dann herrschte Aufregung um ungeschützte Schülertest-Daten beim Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie), und die IG Autorinnen Autoren kritisierte die Qualität der Deutschaufgaben für die Zentralmatura.

Bei "Generalprobe" fehlten Mathematikaufgaben
Mit der "Generalprobe" im Mai vergangenen Jahres gab es gleich einmal die ersten Pannen. Zuerst wurde der Notenschlüssel bei der Englisch-Matura nach oben korrigiert: Konkret mussten 63 Prozent statt der von Schülern erwarteten 60 Prozent korrekt absolviert werden, um positiv zu sein. Dann fanden an fünf Wiener AHS die Schüler in einem Mathe-Testheft nur acht statt 24 Aufgaben vor. Die Zentralmatura im Fach Mathematik musste daraufhin kurz unterbrochen werden. Im Bifie rollten in der Folge die Köpfe: Die beiden Direktoren Martin Netzer und Christian Wiesner zogen sich vorzeitig zurück.

Die Pannenserie riss auch nicht ab, als es dann wirklich ernst wurde. "Ups, das hätte nicht passieren sollen . . .": Mit dieser Fehlermeldung waren im Februar dieses Jahres manche Maturanten konfrontiert, die ihre vorwissenschaftliche Arbeit (VWA) auf die Genehmigungsdatenbank des Bildungsministeriums hochladen wollten. Die VWA ist neben der Zentralmatura und der mündlichen Prüfung ein Teil der neuen Reifeprüfung an den AHS. Diese 40.000 bis 60.000 Zeichen lange verpflichtende Hausarbeit muss in der ersten Woche des zweiten Semesters der Maturaklasse abgegeben und später präsentiert und diskutiert werden. Das Problem beim Hochladen trete nur bei großen Datenmengen auf, hieß es dazu aus dem Ministerium. Nun soll auch eine Abgabe nur an der Schule ausreichen.

Nächste Panne: Einige Maturanten sollten just zu dem Termin zur Stellung für den Grundwehrdienst einrücken, an dem zum ersten Mal österreichweit einheitlich in allen AHS die schriftliche Matura angesetzt war. Das Verteidigungsministerium beruhigte: Eine Verschiebung des Stellungstermins sei jederzeit möglich, hieß es.

Disziplinarverfahren gegen Lehrer am Militärgymnasium
Jüngster Aufreger: Am Militärgymnasium in Wiener Neustadt wurden vier schriftliche Mathematik-Maturaarbeiten nachweislich durch einen Lehrer manipuliert. Der Landesschulrat für Niederösterreich leitete ein Disziplinarverfahren ein, der Lehrer wurde suspendiert. Eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft werde geprüft, hieß es aus dem Bildungsministerium.

 

 

Wiener Zeitung – 28. Mai 2015

 

Zentralmatura

Der Gender-Effekt

 

 

 

 

 

 

 

Von Bettina Figl

 

·         Die Überraschung ist groß: Nicht nur in Mathematik, auch in Englisch bekamen Mädchen bei Zentralmatura öfter Fünfer.

 

 

Wien. Einigen Menschen bereitet das Grand Finale der Schulzeit, die Matura, noch viele Jahre danach Alpträume. Traumatisierungsgefahr bestand auch bei der heuer erstmals durchgeführten Zentralmatura. Vor allem im Vorfeld war die Unsicherheit in den Maturaklassen groß.

"Gegenläufig aller Trends"
90 Prozent der Maturanten konnten aufatmen: Sie haben trotz aller Startschwierigkeiten die standardisierte Reifeprüfung bestanden. Insgesamt schnitten Burschen etwas besser ab - und das nicht nur in Mathematik.

Zur Verwunderung aller Beteiligten sind mehr Mädchen als Burschen in Englisch durchgefallen: "Das ist gegenläufig aller Trends, dass Mädchen in Sprachen besser abschneiden", so die frühere AHS-Direktorin Heidi Schrodt. "Dass der Abstand zwischen Mädchen und Burschen bei standardisierten Mathematiktests größer ausfällt, ist bekannt. Aber ich bin erstaunt, dass das auch Englisch betrifft", sagt auch Stefan Hopman vom Institut für Bildungswissenschaft an der Universität Wien. Woran das liegt, kann derzeit nur gemutmaßt werden. Insgesamt sind im Problemfach Mathematik 10,5 Prozent der Schüler durchgerasselt, in Englisch sechs, in Deutsch drei Prozent. In Oberösterreich gab es anteilsmäßig die wenigsten Fünfer.

Diese Resultate sind nicht wirklich überraschend: Oberösterreich schnitt bei den Bildungsstandards in den vergangenen Jahren immer am besten ab. Und auch die Zahl der Fünfer hat sich kaum verschoben, wobei exakte Vergleiche mangels Daten nicht möglich sind: In früheren Jahren wurden lediglich die Noten in den Maturazeugnissen erhoben, die sich aus schriftlicher und mündlicher Matura gemeinsam zusammensetzten. Es wird aber davon ausgegangen, dass im Schnitt bei der schriftlichen Mathematikmatura zehn bis 15 Prozent der Schüler einen Fünfer kassierten.

Die zur Zentralmatura vorliegenden Daten stammen aus einer Zwischenauswertung des Bildungsministeriums von rund 96 Prozent, die restlichen Resultate wurden noch nicht gemeldet. Auch die genaue Notenverteilung - also ob Einser, Zweier, Dreier oder Vierer - wird erst später vorliegen.

Nicht nur zwischen den Geschlechtern, auch zwischen den Bundesländern gibt es große Unterschiede. Am stärksten zeigt sich das in Mathematik: Hier schnitt Oberösterreich am besten, Vorarlberg am schlechtesten ab, gefolgt von Salzburg und Wien.

Auch in Englisch verzeichnete Oberösterreich die wenigsten Fünfer, die meisten Nicht Genügend lieferten hier die Burgenländer. Kaum Unterschiede gab es in Deutsch: Hier kamen in allen Bundesländern zwischen 96 und 98 Prozent der angetretenen Schüler durch. Doch noch nicht alle haben die Reifeprüfung hinter sich gebracht. Anstatt der Nachprüfung im Herbst ("Zusatz") finden die neuen Kompensationsprüfungen bereits nächste Woche - also wenige Woche nach der schriftlichen Matura - statt.

Schummelnde Lehrer

 

Vorarlbergs Landesschulinspektorin Christine Schreiber wünscht sich, dass die Matura extern korrigiert wird: "Die Tatsache, dass derzeit der eigene Lehrer korrigiert, ist ein Problem. Die Versuchung, die Ergebnisse zu beschönigen, ist da", sagt sie zur "Wiener Zeitung". Sie nimmt damit Bezug auf einen Betrugsfall in Vorarlberg: Der Lehrer hatte zugunsten seiner Schüler "sehr wohlwollend über die Korrekturvorgaben hinweg korrigiert", so Schreiber. Der Lehrer wurde verwarnt und aus der Maturakommission ausgeschlossen.

Es war einer von zwei Betrugsfällen, die am Wochenende bekannt geworden sind: Zuvor war ein Lehrer im Militärgymnasium in Wiener Neustadt suspendiert worden, nachdem er vier schriftliche Maturaarbeiten manipuliert, hatte. Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall.

"Mit den Ergebnissen sehr zufrieden" zeigte sich unterdessen Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Große Änderungen für das kommende Jahr hält sie nicht für notwendig.

Für die Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (SPÖ) war es "recht offensichtlich, dass es neben einer großen Anzahl an Schulen und Klassen mit nahezu nur positiven Noten auch Schulen und Klassen mit schlechteren Ergebnissen gibt". Ihr oberösterreichisches Pendant Fritz Enzenhofer (ÖVP) verzeichnete dagegen auf den ersten Blick keine "echten Ausreißer". Bundesschulsprecher Lukas Faymann verlangte eine "gezielte Förderung der schwächeren Schulen mit zusätzlichen Mitteln". Außerdem müsse die Matura "schülerfreundlicher" werden.

Auch Bildungsexperten sehen Verbesserungspotenzial: Bildungswissenschafter Hopmann befürwortet die "teilzentrale Matura": Grundlagen in Mathematik werden bundesweit getestet, ein zweiter Teil - wie früher üblich - von den Lehrern vor Ort. Für ihn ist die Zentralmatura in ihrer jetzigen Form "eine Lotterie für die Schüler, ob der Lehrer den richtigen Riecher hatte". Die Germanistin Schrodt kritisiert vor allem die zentrale Deutschmatura, die von den Schülern "keinerlei Fähigkeiten zur Literaturanalyse verlangt". Sie befürchtet zudem Umsetzungsprobleme, wenn die Zentralmatura 2016 auch an allen Berufsbildenden Höheren Schulen Realität wird, da die Standards dort mitunter stark von jenen an AHS und Realgymnasien abweichen.

Börsenotierte Nachhilfe?
Dass die Zentralmatura auch ein Riesengeschäft ist, an dem Nachhilfeinstitute mitnaschen wollen, gibt Hopmann zu bedenken: "Das betrifft nicht nur Leute, die gefährdet sind durchzukommen, sondern auch jene, bei denen es um einen Vorsprung geht. Es gibt ja sehr viele verunsicherte Eltern."

Zwar sei man noch weit entfernt von Japan, wo Nachhilfeinstitute an der Börse notiert sind und die bezahlte Nachhilfe an einem renommierten Institut eher Garant für gute Noten ist als der Schulunterricht. Doch auch hierzulande gelte: "Wer glaubt, dass man durch die Zentralmatura soziale Unterschiede oder Unterschiede zwischen den Geschlechtern abbauen kann, hat keine Ahnung", sagt Hopmann in Richtung Bildungsministerin Heinisch-Hosek.

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 28.05.2015             Seite: 6

Ressort: Meinung & Menschen

 

 

Wie die gläserne Matura die Schule verändert

 

   Leitartikel

 

   Nachdem gestern die vorläufigen Ergebnisse der Zentralmatura veröffentlicht wurden, wird vorerst Ruhe in die so kontrovers geführte Debatte um die neue Reifeprüfung einkehren. Denn selbst die so gefürchtete Mathematik-Klausur haben österreichweit knapp neun von zehn Maturanten bestanden. Oberösterreich erwies sich als Musterschüler und erreichte - so wie bei der Überprüfung der Bildungsstandards - das bundesweit beste (Zwischen-)Ergebnis.

 

   Nach der teils künstlichen Aufgeregtheit vor dieser ersten österreichischen Zentralmatura tut jetzt Abkühlung Not. Unbestritten ist, dass in der Vorbereitung Pannen passiert sind: In Englisch zum Beispiel änderte das für die Matura zuständige Institut Bifie im Vorjahr kurzfristig den Bewertungsraster, in Mathematik wurde mit dem Training für die neuen Aufgaben zu spät begonnen. Viele dieser Fehler wären durch sorgfältige Vorbereitung vermeidbar gewesen, zumal der Start um ein Jahr verschoben worden war.

 

   Andererseits ist eine Zentralmatura, die auch den Prüfungsmodus neu strukturiert, eine riesige Herausforderung. Sie wird die Arbeit in der Schule nachhaltig verändern. Noch nie wurden eine Matura und deren Vorbereitung von einer kritischen Öffentlichkeit und den politischen Gegnern von SP-Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek so genau verfolgt. Nicht nur die Leistungen der Maturanten sind erstmals vergleichbar, auch die Arbeit der Entwickler ist transparent wie nie.

 

   Das gilt auch für die Lehrer. Sie mussten ihre Schüler auf die Testformate vorbereiten, auf die sie keinen Einfluss hatten und mit denen es wenig Erfahrung gibt. Hat eine Klasse besonders viele Fünfer, stehen der Lehrer, seine Kompetenzen (und auch seine Defizite) schneller und öffentlicher in der Kritik als bisher. Ein Kaschieren durch eine Matura mit leicht lösbaren Aufgaben ist nicht mehr möglich. Auch darum war die Nervosität bei vielen Professoren besonders groß. Die Zentralmatura wird somit für alle Seiten zur gläsernen Matura.

 

   Über die neue Reifeprüfung wird noch viel zu diskutieren sein. Etwa über eine österreichweit einheitliche Beginnzeit oder darüber, wie kreatives, eigenständiges Denken, das auch in die Tiefe geht, gerade in die Deutsch-Klausur besser integriert werden kann. Nachdem der erste Durchgang ohne gröbere Pannen vorbei ist, muss dies in einer sachlicheren Atmosphäre passieren.

 

   Noch nie wurden eine Matura und ihre Vorbereitung so kritisch verfolgt

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 28.05.2015             Seite: 1

Ressort: Seite 1

 

Ried,Braunau

 

Zentralmatura: Oberösterreich an der Spitze

 

   linz, wien. 89,5 Prozent der Schüler haben die Zentralmatura in Mathematik geschafft. In Englisch kamen 94,2 Prozent durch, in Deutsch 96,7 Prozent. Das ergab eine Auswertung des Bildungsministeriums. Im Ländervergleich ist Oberösterreich top: In Mathematik und Englisch hatten die heimischen Maturanten österreichweit die wenigsten Fünfer, in Deutsch liegen sie hinter Kärnten auf Platz zwei. Direktoren und Landesschulrat sind mit dem Ergebnis zufrieden. »Seite 25

 

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"Oberösterreichische Nachrichten" vom 28.05.2015            Seite: 25

Ressort: Land & Leute

 

 

Musterschüler Oberösterreich erreichte Platz eins bei der Zentralmatura

 

   Österreichweit schafften neun von zehn Maturanten die Mathematik-Klausur

 

   Von Herbert Schorn

 

   linz, wien. Positiv fällt die erste Zwischenauswertung der Zentralmatura aus: 89,5 Prozent der österreichweit 17.110 Maturanten schafften die Mathematik-Matura. In Englisch waren 94,2 Prozent positiv, in Deutsch gar 96,7 Prozent. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP). Ein Vergleich mit dem Vorjahr ist mangels vorliegender Zahlen nicht möglich.

 

   Oberösterreich erwies sich - nach guten Platzierungen bei den Bildungsstandard-Tests - einmal mehr als Musterschüler: Mit 6,3 Prozent Fünfer in Mathematik und 3,4 Prozent Nicht genügend in Englisch belegte das Bundesland jeweils den ersten Platz im Ländervergleich. In Deutsch reichte es mit 2,4 Prozent für den zweiten Platz hinter Kärnten. Landeshauptmann Josef Pühringer, Bildungslandesrätin Doris Hummer (beide VP) und Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer sprachen in einer Aussendung von einem "beeindruckenden Leistungsnachweis" der Maturanten.

 

   Drei Gymnasien ohne Fünfer

 

   Doch was macht Oberösterreich besser als andere? Es liege an der guten Vorbereitung, sagt der zuständige Landesschulinspektor Günther Vormayr. "Wir haben bereits vor vier Jahren mit dem Training angefangen. Andere Bundesländer haben unsere Konzepte übernommen." So gab es etwa Seminare, in denen Mathematik-Lehrer lernten, Übungsbeispiele zu entwerfen. Dass die Matura zu leicht gewesen sein könnte, weist der Inspektor zurück. Er verweist auf Vorarlberg, wo ein Sechstel der Schüler in Mathematik durchfiel: "Die Matura war fair."

 

   Oberösterreichs Direktoren sprechen von leicht besseren Resultaten als in den Vorjahren. In Englisch wurde - laut der einzigen vorliegenden Vergleichszahl - das Ergebnis von 2014 übertroffen: Damals schafften 92,9 Prozent die Klausur, dieses Jahr 96,6 Prozent. In drei Gymnasien musste heuer keine einzige Klausur mit Nicht genügend bewertet werden, in drei weiteren gab es je einen Fünfer. In einer Klasse hagelte es allerdings gleich elf "Fleck".

 

   Im Gymnasium Schärding gab es bei 367 Klausuren von 103 Maturanten nur zehn Nicht genügend. Direktorin Brigitte Reisinger ist damit "sehr, sehr zufrieden": "Ich freue mich über das Ergebnis." Im Linzer Peuerbach-Gymnasium wurden nur sieben Arbeiten negativ bewertet. Direktor Christian Schacherreiter: "Das Ergebnis ist etwas besser als im Schnitt der vergangenen Jahre."

 

"Vorarlberger Nachrichten" vom 28.05.2015

Ressort: VN-A

 

 

Schlusslicht bei Zentralmatura: Jede fünfte Schülerin fiel durch. Fazit sonst positiv.

 

Vorarlberger landen in Mathe auf letztem Platz

 

   Wien. Besonders für die Vorarlberger Schülerinnen ist das Ergebnis der Zentralmatura ernüchternd. Jede fünfte AHS-Maturantin fiel in ihrer Mathe-Reifeprüfung durch. Die Mädchen sind somit die größte Risikogruppe in dem oft ungeliebten Fach und bilden das Schlusslicht in ganz Österreich. Blendet man diesen Aspekt allerdings kurzfristig aus, herrscht grundsätzlich Zufriedenheit. So bewertet Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek das Ergebnis der Zentralmatura ähnlich positiv wie auch die zuständige Landesrätin Bernadette Mennel. Die Schülervertreter in Vorarlberg stellten der neuen Reifeprüfung ebenso ein passables Zeugnis aus, wenngleich es noch Verbesserungsmöglichkeiten gebe. Gerhard Rüdisser von der Lehrerinitiative erklärte, dass die Ergebnisse im Vergleich nicht viel schlechter oder besser seien als in früheren Jahren.

 

   Mathe-Schlusslicht Vorarlberg

 

   Mit der Zwischenauswertung der Zentralmatura zeichnet das Bildungsministerium ein ähnliches Bild. In Mathematik fielen österreichweit rund zehn Prozent durch, in Englisch waren es sechs und in Deutsch drei Prozent. Die Zahl der Fünfer hat sich damit kaum verschoben, wobei exakte Vergleiche nicht möglich sind: In früheren Jahren wurden lediglich die Noten in den Maturazeugnissen erhoben, die sich aus schriftlicher und mündlicher Matura gemeinsam zusammensetzen. In der aktuellen Auswertung sind die sogenannten Kompensationsprüfungen, mit denen negative Noten ausgebessert werden können, jedoch noch nicht einbezogen. Diese finden erst am 1. und 2. Juni statt.

 

   Nach Bundesländern betrachtet, gibt es die größten Unterschiede in der Mathe-Matura. In Oberösterreich kassieren nur sechs Prozent der Maturanten ein "Nicht Genügend", in Vorarlberg dagegen 15 Prozent. "Die reinen Oberstufenformen (Anm.: zum Beispiel das BORG) haben tendenziell etwas schlechter abgeschnitten. Sie machen bei uns die Hälfte aller AHS-Standorte aus, viel mehr als in den anderen Bundesländern", versucht Bildungslandesrätin Bernadette Mennel eine Erklärung für das schlechtere Ergebnis zu finden.

 

   Maßnahmen notwendig

 

   Überraschend große Diskrepanzen gab es auch zwischen Mädchen und Burschen. Österreichweit verzeichneten die Burschen mit acht Prozent an Fünfern bessere Mathe-Resultate als Mädchen (13 Prozent). In Vorarlberg wirkt das Ergebnis noch trister: Jedes fünfte Mädchen fiel in diesem Fach bei der Reifeprüfung durch. Das bereitet Mennel natürlich Kopfzerbrechen. "Wir müssen uns überlegen, wie wir diese Diskrepanz zwischen Mädchen und Burschen beseitigen können", sagt sie. Lösungen könnten etwa verstärkte Fortbildungsmaßnahmen sein. Außerdem würden die Aufgabenstellungen der Zentralmatura sowie die Schulstandorte und deren unterschiedliche Ergebnisse nach Abschluss der mündlichen Matura genau analysiert.

 

   Wo und ob weitere Fördermaßnahmen gesetzt werden müssten, würde sich dann zeigen. Wichtig sei, dass jene Schulen, die nun ein schlechteres Ergebnis vorweisen, von den besseren Standorten lernen, betont Mennel. Ob dafür zusätzliches Budget notwendig sein wird, konnte sie noch nicht sagen.

 

   Kritik an Kürzungen

 

   Auch vonseiten des Bildungsministeriums hieß es zu den VN, man müsse die Prüfung im Rahmen der Qualitätsentwicklung von Schulen abwarten. Maßnahmen und Ziele könnten erst auf dieser Basis gesetzt werden. Die Themenstellungen der Zentralmatura würden stets weiterentwickelt und ebenso die Kommunikationsprozesse weiter an die Bedürfnisse der Schulstandorte angepasst, verlautet aus dem Ressort. Das sei auch notwendig, sagt AHS-Landesschulsprecherin Amina Al-Dubai. Schließlich habe die Kommunikation zwischen Bifie, Ministerium, Direktionen, Lehrpersonen und Schülern im Vorfeld nicht immer funktioniert.

 

   Al-Dubai hat die schriftliche Matura nun hinter sich gebracht, sie lerne bereits für die mündliche. Dass die Vorbereitungsstunden gekürzt wurden, spüre sie dabei deutlich. "Es gibt Lehrpersonen, die uns freiwillig unbezahlt unterrichten." Das sei nicht selbstverständlich. Auch Gerhard Rüdisser von der Lehrerinitiative fordert, dass die Vorbereitungsstunden von den gekürzten vier wieder auf zehn bis zwölf steigen müssen. Mennel kann diesen Wunsch nachvollziehen. Im Bildungsministerium heißt es allerdings, man dürfe Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Schließlich stünden nach der neuen Regelung die Themenpakete der mündlichen Matura mit November schon deutlich früher fest als zuvor. Man werde sich das aber anschauen.

 

 

"Vorarlberger Nachrichten" vom 28.05.2015

Ressort: VN-A

 

 

Bekannte Defizite

 

Kommentar

 

   Das Bildungsministerium kann mit dem ersten Durchgang der Zentralmatura zufrieden sein. Im Bundesschnitt ist die Rate der „Nicht Genügend" gegenüber dem Vorzentralismus in etwa konstant geblieben. Bei differenzierter Betrachtung der Fünferquote zeigen sich aber die Unterschiede.

 

   Vorarlberger Maturanten liegen demnach in Mathe auf dem untersten Wissensniveau, in Deutsch auf dem vorletzten Platz. Eine voreilige Schuldzuweisung wäre unseriös, wenngleich sich ein Verdacht aufdrängt: Das schlechte Abschneiden in Mathe könnte mit Vorarlbergs Schullandschaft zusammenhängen, in der es - Gott sei Dank - vergleichsweise viele BORG mit anderen als naturwissenschaftlichen Schwerpunkten gibt. Die vielen Deutsch-Fünfer erklärt das aber nicht.

 

   Die Vorarlberger Wirtschaft jammert schon lange, sie bekäme immer schlechter ausgebildete Jugendliche als Lehrlinge, vor allem Grundlagenwissen fehle, sprich: Mathe und Deutsch. Diese zunehmende Not der Wirtschaft geht einher mit der steigenden Zahl an Familien, in denen beide Eltern nicht zuletzt aus ökonomischer Not arbeiten und sich nicht mehr so stark um den Nachwuchs kümmern können. Schulen und Lehrer müssen immer mehr und andere Aufgaben wahrnehmen. Die Etablierung einer gemeinsamen Ganztagsschule könnte hier helfen.

 

 

"Vorarlberger Nachrichten" vom 28.05.2015

Ressort: VN-A

 

 

Ernüchterndes Ergebnis der Zentralmatura: Jede Fünfte scheiterte. Resümee sonst positiv.

 

Land fällt in Mathe glatt durch

 

   Wien. Die Einführung der Zentralmatura hat die Resultate der schriftlichen Reifeprüfungen kaum geändert, zumindest was die Anzahl der „Nicht Genügend" betrifft. Zum Teil überraschend sind allerdings die Geschlechtsunterschiede: So verzeichneten zwar die Burschen – acht Prozent erhielten einen Fünfer – wie erwartet bessere Resultate in der Mathematik als Mädchen (13 Prozent), sie schnitten aber auch in Englisch etwas besser ab (vier Prozent Fünfer versus sieben Prozent). Nach Bundesländern betrachtet gab es die größten Unterschiede in der Mathematik: In Oberösterreich kassierten nur sechs Prozent der Maturanten ein „Nicht Genügend", in Vorarlberg dagegen 15 Prozent. Absolute Mathe-Risikogruppe sind die Mädchen im Ländle: Von ihnen fiel jede Fünfte durch. Landesschulinspektorin Christine Schreiber kündigte am Mittwoch an, aus den Ergebnissen der Zentralmatura lernen und sich verbessern zu wollen. Sie führte die vergleichsweise vielen Mathematik-Fünfer auf den hohen Anteil an Oberstufenrealgymnasien, also etwa das BORG, zurück. Für die Mädchen werde man spezielle Anstrengungen unternehmen müssen. Das unterstrich auch Bildungslandesrätin Bernadette Mennel im VN-Gespräch. /A3

 

 

"Tiroler Tageszeitung" Nr. 146 vom 28.05.2015                Seite: 2

Ressort: Meinung

 

 

Die erste Prüfung taugt nur für ein Zwischenzeugnis

 

   Von Marco Witting

 

   Bestanden. Immerhin. Nach der Pleiten-, Pech- und Pannenserie im Vorfeld hat die Zentralmatura ihren ersten echten Test - so sieht es vorläufig einmal aus - doch noch gut über die Bühne gebracht. Das freut die - in der Kritik stehende - Ministerin, alle beteiligten Lehrer, Eltern und vor allem die Schüler, die im Vorfeld wahrlich genug gezittert haben. Angesichts von Millioneninvestitionen in das Prestigeprojekt ist ein reibungsloser Ablauf der Zentralmatura aber auch das Mindeste, was man erwarten kann.

 

   Viel wichtiger wird sein, wie man mit den Ergebnissen der ersten Zentralmatura jetzt umgeht. Fakt ist: Nach den bisher bekannt gewordenen Ergebnissen hat sich bei der Zahl der negativen Noten nicht viel getan. Auch früher schon scheiterten über zehn Prozent an Matheaufgaben bei der Reifeprüfung. Es ist davon auszugehen, dass man heuer nicht die allerstrengsten Kriterien bei der Beurteilung angesetzt hat - auch wenn das offiziell niemand so sagen wird. Aber es bleiben Problemfelder, die sich schon jetzt herauskristallisieren. Dass Schüler aus den Oberstufenrealgymnasien schlechter abschneiden, spricht auf den ersten Blick gegen dieses System mit späterem Umstieg ins Gymnasium. Und wird, sollte sich dieser Trend in den kommenden Jahren bestätigen, den Druck in der Langform der Gymnasien nicht kleiner werden lassen.

 

   Zwar ist eine Vergleichbarkeit zwischen Schulen und Bundesländern durchaus spannend, bietet sicherlich auch fairere Beurteilungen. Andererseits wird nicht überall mit gleichen Waffen gekämpft. Dass manche zwar dieselben Maturafragen bekommen, aber deutlich weniger Stunden Mathematik im Unterricht haben, ist sicher nicht im Sinne des Erfinders. Hier braucht es neben gewissen Standardaufgaben wohl auch Platz für Vielfalt und die oft propagierte Schulautonomie. Die erste Prüfung hat die Zentralmatura bestanden. Für ein abschließendes Zeugnis ist es noch viel zu früh.

 

 

"Tiroler Tageszeitung" Nr. 146 vom 28.05.2015                Seite: 1

Ressort: Titel

 

 

Jeder Zehnte rasselte durch Mathe-Matura

 

   Innsbruck - Die Zentralmatura hat den ersten Durchlauf bestanden. Tirols Schüler schnitten dabei im Bundesschnitt ab. Jeder Zehnte kassierte aber in Mathematik einen ?Fünfer". Am besten fielen die Ergebnisse in Oberösterreich, am schlechtesten in Vorarlberg aus. Doch die einzelnen Auswertungen zeigen sowohl geschlechterspezifische als auch regionale Unterschiede. Auch wenn eine detaillierte Auswertung für die Tiroler Schulen noch fehlt: Burschen waren in Mathematik und Englisch besser, Tirols Mädchen bei der Deutsch-Reifeprüfung. Schwerer taten sich Schüler, die ein Oberstufenrealgymnasium besuchen. Sie hatten in Mathematik häufiger einen Fünfer. Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek war ?sehr zufrieden". Groß etwas ändern wird sich an den Beispielen zukünftig - zumindest in Mathematik - nicht. (TT)

 

   Mehr auf Seite 5

 

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"Tiroler Tageszeitung" Nr. 146 vom 28.05.2015                Seite: 5

Ressort: Tirol1u2

 

 

Zentralmatura hat bestanden

 

Tirol liegt bei den ersten Ergebnissen der Reifeprüfung österreichweit im Mittelfeld. Burschen waren in Mathematik und Englisch besser, Mädchen schnitten in Deutsch besser ab.

 

   Von Marco Witting

 

   Innsbruck - Damit war zu rechnen: Mathematik war für jeden zehnten Maturanten der Stolperstein. Zentralmatura hin oder her. Ansonsten hat die schriftliche Reifeprüfung österreichweit ihren Praxis-Test bestanden. Mit allerdings teilweise sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Über die Aufarbeitung dieser wird in den kommenden Tagen noch zu reden sein. Zunächst zeigte sich aber nicht nur die - im Kreuzfeuer stehende - Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP) ?sehr zufrieden".

 

   Die Tiroler Schüler liegen mit ihren Ergebnissen ziemlich genau im Bundesschnitt. 96,2 Prozent bestanden die Deutschmatura, 93 Prozent jene in Englisch, 89,8 Prozent lösten genügend Mathe-Aufgaben richtig. ?Eine genaue Auswertung haben wir noch nicht", sagte Bildungslandesrätin Beate Palfrader (VP), die aber eine genaue Evaluierung der Ergebnisse ankündigt. ?Das ist ein Entwicklungsprozess und wo es notwendig ist, wird man auch Maßnahmen setzen." Man müsse auch überprüfen, wie die einzelnen Schultypen bei der Matura liegen (es waren auch BHS-Klassen darunter), und die nötigen Schlüsse daraus ziehen. Aber: ?Die Ergebnisse sind durchaus mit den Vorjahren vergleichbar." Und darüber hinaus würden ja noch die Kompensationsprüfungen ausstehen, bei denen sich die Schüler die negative Note noch ausbessern können.

 

   Am besten schnitten die Schüler übrigens in Oberösterreich ab. Hier rasselten beispielsweise nur 6,3 Prozent durch die Mathe-Matura. In Tirol waren die Burschen im Fach Mathematik und - etwas überraschend - auch in Englisch besser. In Deutsch schnitten die Mädchen besser ab. Auch das deckt sich mit dem Bundesschnitt. Die schlechtesten Ergebnisse gab es übrigens, im Bundesländervergleich gesehen, in Vorarlberg.

 

   Hinter vorgehaltener Hand war auch zu hören, dass Schüler aus Oberstufenrealgymnasien auch in Tirol tendenziell in Mathematik schlechter abschnitten als Gymnasiasten in der Langform. Bereits bei der zur Matura-Vorbereitung zur Verfügung gestellten Modellschularbeit habe man beobachtet, dass es unterschiedliche Ergebnisse zwischen diesen beiden Schulformen gegeben habe. In Wien und eben Vorarlberg, wo es besonders viele Oberstufenrealgymnasien gibt, sind die Arbeiten auch besonders oft schlecht ausgefallen. Aus dem Ländle hieß es in einer ersten Reaktion dann auch, dass man aus den vielen Fünfern ?lernen wolle". In Tirol wolle sich Palfrader anschauen, ?ob es Schulen mit Ausreißern" gebe. Generell sei sie mit dem Ablauf aber sehr zufrieden gewesen.

 

   Größtenteils Zufriedenheit herrscht auch beim Großteil der AHS-Direktoren - wie ein Rundruf teilweise zeigte. Die unterschiedlichen Ergebnisse führte man auf ?normale Schwankungen" zurück. Viel mehr wollten und durften die Direktoren aber anscheinend nicht sagen - die Rede war von einem Maulkorb, was die Ergebnisse der Zentralmatura betrifft. Von einem ?guten Verlauf der Matura, aber einem deutlichen Mehraufwand für die Lehrer" sprach Tirols AHS-Lehrergewerkschafter Karl Digruber.

 

   Bundesschulsprecher Lukas Faymann verlangt nach der Veröffentlichung der ersten Zentralmatura-Ergebnisse eine ?gezielte Förderung der schwächeren Schulen mit zusätzlichen Mitteln". Außerdem dürfe die Matura nicht als ?fixes System" betrachtet, sondern müsse durch Verbesserungen ?noch schülerfreundlicher" gemacht werden. Ob die Matura jetzt besonders leicht oder schwer war? ?Wenn sie zu leicht war, war es aber für alle zu leicht", meinte der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer. Er als Deutschlehrer habe sich etwa eine Deutsch-Angabe angesehen, wo eine Erörterung zu schreiben war: ?Ich muss sagen: Wow, das war schon eine Herausforderung."

 

   Ein genauer Vergleich mit der ?alten" Matura ist nicht möglich. Zuvor wurden lediglich die Noten in den Maturazeugnissen erhoben, die sich aus schriftlicher und mündlicher Matura gemeinsam zusammensetzten. Eine Art ?Faustregel" besagte bisher, dass im Schnitt bei der schriftlichen Mathe-Matura zehn bis 15 Prozent der Schüler einen Fünfer kassierten - Daten dazu gibt es nicht.

 

Heute – 28. Mai 2015

Neue Matura: Resultate besser, aber einige Abstürze!

Am Mittwoch hat das Bildungsministerium das Gesamtergebnis der neuen Zentralmatura online gestellt. Erste Tendenzen zeigen, dass vor allem in Mathe Klassen sehr unterschiedlich abgeschnitten haben. In Oberösterreich (Englisch und Mathematik) sowie in Kärnten (Deutsch) war die Erfolgsquote in den einzelnen Fächern am größten. Wien wurde in Mathematik insgesamt nur Vorletzter.


Zehn Tage nach der letzten Prüfung stehen ab Mittwoch die Ergebnisse in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik fest. Sie sind, nach Bundesländern aufgeschlüsselt, auf der Website des Bildungsministeriums abrufbar. Die anderen Zentralmaturafächer müssen noch ausgewertet werden, auch die Aufschlüsselung der Noten fehlt noch.

Mathe-Matura weiterhin gefürchtet
Die Deutsch-Matura haben 96,7 Prozent, die Englisch-Reifeprüfung 94,2 Prozent der Maturanten bestanden. In Mathematik hatten viele Schüler Probleme, hier lag die Erfolgsrate bei nur 89,5 Prozent. Die Unterschiede zwischen Burschen (92,4 Prozent positiv) und Mädchen (87,4 Prozent positiv) waren in Mathe besonders markant.

Die besten Ergebnisse in Deutsch verzeichneten die Kärntner Schüler mit 98-prozentiger Erfolgsquote. Die Englisch-Kaiser (96,6 Prozent) kamen wie auch die besten Mathematiker (93,7 Prozent) aus Oberösterreich.

Im Burgenland waren am wenigsten Deutsch-Maturanten (95,9 Prozent) und auch am wenigsten Englisch-Maturanten (90,1 Prozent) erfolgreich. Die schlechteste Quote in Mathematik wurde in Vorarlberg (84,7 Prozent) erreicht, Wien lag an vorletzter Stelle (85,8 Prozent). In der Bundeshauptstadt bestanden 96,1 Prozent die Deutsch- und 94,5 Prozent die Englisch-Matura.

Kein Schulen-Ranking
Ein Ranking von "guten" und "schlechten" Schulen wird es nicht geben. Auch der Bundeselternverband sieht ein Ranking erst für notwendig, "wenn in den nächsten Jahren die Ergebnisse schlecht bleiben". In Wien wird man schlechte Ergebnisse von Klassen intern klären. "Wir werden Einzelgespräche mit Lehrern und Schulpartnern suchen", so Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl. Das Wiener Ergebnis beurteilt sie "durchaus positiv": "In Deutsch liegen wir im Mittelfeld, in Englisch etwas über, in Mathematik etwas unter dem Schnitt."

Die Detailergebnisse finden Sie auf Seite 2. Bitte blättern Sie am Ende des Artikels um!

Benotungs-Endspurt
Bis Dienstagabend wurde von den Lehrern noch ein Benotungs-Endspurt hingelegt: Am Nachmittag war die Rücklaufquote erst bei 85 Prozent gelegen, erfuhr "Heute" aus dem Bildungsministerium.

Nicht genügend

Schüler geben neuer Matura einen "Fleck"

"In Wien sind die Ergebnisse besser als früher", hieß es aus dem Stadtschulrat. Aber es gibt erstaunliche Unterschiede: "Guten Schulen mit exakt null oder nahezu keinem Fünfer stehen Schulen gegenüber, in denen es viele Nicht Genügend gibt – insbesonders in Mathe." Laut "Krone" hagelte es in vier Schulen (AHS Anton-Krieger-Gasse, Liesing; AHS Karajangasse, Brigittenau; Oberstufengymnasium Hegelgasse, City; und Waldorfschule Hietzing) Fünfer. Viele Schüler seien schon an den Angaben gescheitert.

Resultate nach Pfingsten

Heinisch-Hosek zufrieden mit Zentralmatura

Von Schul-Insidern erfuhr "Heute" außerdem, dass es an mehreren Schulen sogar klassenweise enorm unterschiedliche Ergebnisse geben soll – das sei ein Indiz für die "Qualität" der Lehrer.

Fast 20.000 Kandidaten

Fällt bei Mathe-Matura wieder jeder dritte Schüler durch?

Auch in Niederösterreich fielen die Ergebnisse von Schule zu Schule sehr unterschiedlich aus, sagte der für die AHS zuständige Landesschulinspektor Friedrich Losek. In Mathematik gebe es sogar einzelne Gymnasien, in denen kein einziger (!) Schüler negativ beurteilt wurde.

Nachprüfung Anfang Juni
Wer nicht positiv bewertet wurde, bekommt im Zuge der mündlichen Kompensationsprüfung am 1. oder 2. Juni eine zweite Chance.

 

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Neue Matura: Resultate besser, aber einige Abstürze!

Zentralmatura-Statistik (Quelle: BMBF, Rücklaufquote: 95,8 Prozent):

Ergebnisse der schriftlichen Klausurarbeiten Gesamtösterreich*

 

Deutsch

Englisch

Mathematik

positiv

96,7%

94,2%

89,5%

negativ

3,3%

5,8%

10,5%

 

männlich

weiblich

männlich

weiblich

männlich

weiblich

positiv

96,1%

97,1%

95,7%

93,1%

92,4%

87,4%

negativ

3,9%

2,9%

4,3%

6,9%

7,6%

12,6%

*Ergebnisse ohne Kompensationsprüfungen, Stand 26. Mai 2015

 

Ergebnisse der schriftlichen Klausurarbeiten Burgenland*

 

Deutsch

Englisch

Mathematik

positiv

95,9%

90,1%

90,2%

negativ

4,1%

9,9%

9,8%

 

männlich

weiblich

männlich

weiblich

männlich

weiblich

positiv

93,1%

97,6%

93,9%

87,5%

93,1%

88,4%

negativ

6,9%

2,4%

6,1%

12,5%

6,9%

11,6%

*Ergebnisse ohne Kompensationsprüfungen, Stand 26. Mai 2015

 

Ergebnisse der schriftlichen Klausurarbeiten Kärnten*

 

Deutsch

Englisch

Mathematik

positiv

98,0%

92,8%

91,0%

negativ

2,0%

7,2%

9,0%

 

männlich

weiblich

männlich

weiblich

männlich

weiblich

positiv

98,9%

97,5%

95,2%

91,2%

95,2%

88,4%

negativ

1,1%

2,5%

4,8%

8,8%

4,8%

11,6%

*Ergebnisse ohne Kompensationsprüfungen, Stand 26. Mai 2015

 

Ergebnisse der schriftlichen Klausurarbeiten Niederösterreich*

 

Deutsch

Englisch

Mathematik

positiv

96,1%

94,7%

91,4%

negativ

3,9%

5,3%

8,6%

 

männlich

weiblich

männlich

weiblich

männlich

weiblich

positiv

95,2%

96,6%

96,0%

93,7%

93,7%

89,9%

negativ

4,8%

3,4%

4,0%

6,3%

6,3%

10,2%

*Ergebnisse ohne Kompensationsprüfungen, Stand 26. Mai 2015

 

Ergebnisse der schriftlichen Klausurarbeiten Oberösterreich*

 

Deutsch

Englisch

Mathematik

positiv

97,6%

96,6%

93,7%

negativ

2,4%

3,4%

6,3%

 

männlich

weiblich

männlich

weiblich

männlich

weiblich

positiv

96,8%

98,0%

98,1%

95,7%

95,9%

92,3%

negativ

3,2%

2,0%

1,9%

4,3%

4,1%

7,7%

*Ergebnisse ohne Kompensationsprüfungen, Stand 26. Mai 2015

 

Ergebnisse der schriftlichen Klausurarbeiten Salzburg*

 

Deutsch

Englisch

Mathematik

positiv

97,2%

92,7%

86,3%

negativ

2,8%

7,3%

13,7%

 

männlich

weiblich

männlich

weiblich

männlich

weiblich

positiv

97,0%

97,3%

96,0%

90,2%

91,0%

82,4%

negativ

3,0%

2,7%

4,0%

9,8%

9,0%

17,6%

*Ergebnisse ohne Kompensationsprüfungen, Stand 26. Mai 2015

 

Ergebnisse der schriftlichen Klausurarbeiten Steiermark*

 

Deutsch

Englisch

Mathematik

positiv

97,5%

93,3%

92,0%

negativ

2,5%

6,7%

8,0%

 

männlich

weiblich

männlich

weiblich

männlich

weiblich

positiv

97,1%

97,8%

93,9%

92,8%

93,9%

90,6%

negativ

2,9%

2,2%

6,1%

7,2%

6,1%

9,4%

*Ergebnisse ohne Kompensationsprüfungen, Stand 26. Mai 2015

 

Ergebnisse der schriftlichen Klausurarbeiten Tirol*

 

Deutsch

Englisch

Mathematik

positiv

96,2%

93,0%

89,8%

negativ

3,8%

7,0%

10,2%

 

männlich

weiblich

männlich

weiblich

männlich

weiblich

positiv

94,7%

97,3%

94,1%

92,3%

94,0%

86,8%

negativ

5,3%

2,7%

5,9%

7,7%

6,0%

13,2%

*Ergebnisse ohne Kompensationsprüfungen, Stand 26. Mai 2015

 

Ergebnisse der schriftlichen Klausurarbeiten Vorarlberg*

 

Deutsch

Englisch

Mathematik

positiv

96,0%

94,8%

84,7%

negativ

4,0%

5,2%

15,3%

 

männlich

weiblich

männlich

weiblich

männlich

weiblich

positiv

95,2%

96,5%

97,6%

92,7%

91,2%

80,3%

negativ

4,8%

3,5%

2,4%

7,3%

8,8%

19,7%

*Ergebnisse ohne Kompensationsprüfungen, Stand 26. Mai 2015

 

Ergebnisse der schriftlichen Klausurarbeiten Wien*

 

Deutsch

Englisch

Mathematik

positiv

96,1%

94,5%

85,8%

negativ

3,9%

5,5%

14,2%

 

männlich

weiblich

männlich

weiblich

männlich

weiblich

positiv

95,8%

96,3%

95,7%

93,5%

88,9%

83,3%

negativ

4,2%

3,7%

4,3%

6,5%

11,1%

16,7%

*Ergebnisse ohne Kompensationsprüfungen, Stand 26. Mai 2015

 

 

Heute – 27. Mai 2015

LR Hummer: "Wir schauen bei Problemen ehrlich hin"

Oberösterreich ist bei der schriftlichen Zentralmatura im Bundesvergleich klar "Klassenbester". In Mathe fielen nur 6,3 % der Maturanten durch, in Englisch 3,4 % und in Deutsch 2,4 %.

Im "Heute"-Interview erklärt Bildungslandesrätin Doris Hummer (ÖVP), warum es das Wichtigste ist, bei Problemen in der Schule nicht wegzuschauen.

"Heute": Warum hat OÖ besser abgeschnitten als andere?
Doris Hummer: "Es gibt einige Schwerpunkte, die wir uns in OÖ gesetzt haben: etwa die standortbezogene Schulentwicklung, mehr Autonomie. Außerdem haben wir eine gute Schulpartnerschaft aus SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern und Politik. Und das Wichtigste: Wir schauen bei Problemen ehrlich hin. Wir haben gute Feedbacksysteme und damit bei der Qualitätssicherung einen anderen Level erreicht." 

"Heute": Schaut man sich jetzt intern an: Wer hat gut abgeschnitten, wer nicht, und gibt es dann Konsequenzen, z.B. Gespräche mit den betreffenden Lehrern?
Hummer: "Das ist selbstverständlich, das ist der nächste Schritt. Das erwarte ich mir von den Direktorinnen und Direktoren. Da geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um eine Analyse. Und bei Problemen kann das auch am Unterricht liegen, muss es aber nicht." 
"Heute": Es gibt keine öffentlichen Vergleiche zwischen den Schulen. Ist das gut so?
Hummer: "Von Rankings halte ich nicht viel, von Transparenz schon. Die Gefahr bei Rankings ist, dass sie bloßstellen. Und die Schulpartner kennen die Ergebnisse ja intern."

"Heute": Wie sehen Sie die Zentralmatura generell?
Hummer: "Sie ist der richtige Weg, sie bringt Fairness, Transparenz. Niemand muss sich davor fürchten. Für die Durchführungsvorbereitung gibt es aber ein klares 'Mangelhaft'."

 

 

ORF / ZIB 2 – 27. Mai 2015

 

Moderate Ergebnisse der Zentralmatura

Seit Mittwoch ist bekannt, dass die erste landesweite Zentralmatura nicht so schlimm ausgefallen ist, wie von vielen Schülern befürchtet, eher im Gegenteil: Am besten ist die Deutsch-Matura ausgegangen, mit insgesamt nur 3% Nicht Genügend. Englisch haben knapp 6% nicht geschafft und am schwierigsten war erwartungsgemäß Mathematik.

http://tvthek.orf.at/program/ZIB-2/1211/ZIB-2/9851253/Moderate-Ergebnisse-der-Zentralmatura/9851453

 

 

ORF – ZIB 20:00 – 27. Mai 2015

 

Zentralmatura-Ergebnisse veröffentlicht

Nach der Pannenserie bei der Zentralmatura schon im Vorfeld ist jetzt die Erleichterung groß. Es ist mehr oder weniger reibungslos über die Bühne gegangen und seit Mittwoch gibt es erste Ergebnisse.

http://tvthek.orf.at/program/ZIB-20/1218/ZIB-20/9849435/Zentralmatura-Ergebnisse-veroeffentlicht/9849707

 

 

ORF – ZIB 17:00 – 27. Mai 2015

 

Positive Bilanz über Zentralmatura

Das Unterrrichtsministerium zieht eine erste positive Bilanz über die neue Zentralmatura. Das bundesweite Ergebnis sei sehr zufriedenstellend, heißt es. Am schwierigsten war offenbar die Matura in Mathematik - da ist jeder zehnte Schüler durchgefallen.

http://tvthek.orf.at/program/ZIB-1700/71284/ZIB-1700/9847964/Positive-Bilanz-ueber-Zentralmatura/9847984

 

 

Der Standard – 28. Mai 2015

 

 

Wenige Probleme bei Übergang von Schule zu Arbeitswelt

Niedriger Anteil von Jungen, die weder arbeiten noch in Bildung oder Ausbildung sind – OECD-weit sind es mehr als 35 Millionen

Paris/Wien – Der Übergang von der Schule zum Arbeitsmarkt funktioniert in Österreich vergleichsweise reibungslos. Zu diesem Ergebnis kommt der am Mittwoch veröffentlichte "OECD Skills Outlook". So lag 2013 der Anteil der 15- bis 29-Jährigen, die weder in Beschäftigung noch in Bildung oder Ausbildung waren (NEET), mit rund zehn Prozent unter dem OECD-Schnitt von 15 Prozent.

Darüber hinaus war in Österreich der Anteil der NEET im Vergleichszeitraum zwischen 2008 (10,4 Prozent) und 2013 (9,6 Prozent) sogar geringfügig rückläufig. Im OECD-Schnitt stieg er dagegen von 13,7 auf 15,5 Prozent.

Beste Übertrittsrate in Luxemburg

Am geringsten war der NEET-Anteil 2013 in Luxemburg (sechs Prozent) und Island (acht Prozent), wobei der Inselstaat aber fast eine Verdopplung seiner Quote seit 2008 verzeichnete. Die Niederlande, die Schweiz, Norwegen und Schweden liegen bei rund neun Prozent, Österreich und Deutschland bei rund zehn Prozent.

Am schlechtesten sieht es in der Türkei mit 31 Prozent aus, wobei das Land am Bosporus seine Quote aber seit 2008 um mehr als zehn Prozentpunkte senken konnte. Deutliche Zeichen der Krise zeigen die Werte für Griechenland, Spanien und Italien: In Griechenland stieg der Anteil der NEET von 16 auf 28 Prozent auf den zweitschlechtesten Wert in der OECD, ebenfalls hohe Anstiege registrierten Spanien (von 16 auf 27 Prozent) und Italien (von 19 auf 26 Prozent).

Insgesamt sind im OECD-Raum mehr als 35 Millionen junger Menschen weder in Beschäftigung noch in Ausbildung oder Bildung – "noch immer mehr als vor der Krise", heißt es seitens der Organisation. Das Risiko jüngerer Menschen, in die Arbeitslosigkeit abzugleiten, sei doppelt so hoch wie das von erfahrenen Arbeitnehmern jenseits der 30.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945