Montag, 4. Mai 2015

2015.05.02: Newsletter Bildung

OTS0033 5 II 0204 NSK0001                             Sa, 02.Mai 2015

 

SPÖ/Darabos/Bildung/Matura/NMS

 

Darabos zu Blümel: ÖVP soll sinnvolle Reformen unterstützen statt torpedieren =

 

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos weist die heutigen Äußerungen von ÖVP-Generalsekretär Blümel über die Bildungspolitik von Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek vehement zurück. "Es ist höchst an der Zeit, dass sich die ÖVP, die mit ihrem Programm und der Festschreibung des differenzierten Schulsystems immer noch in der bildungspolitischen Steinzeit verharrt, in Richtung Gegenwart aufmacht. Die ÖVP soll sinnvolle Reformen endlich unterstützen statt torpedieren", betont Darabos am Samstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Der Neuen Mittelschule etwa, die der ÖVP ein Dorn im Auge ist, wurde kürzlich in einer Analyse der Statistik Austria ein positives Zeugnis ausgestellt. Bildungsministerin Heinisch-Hosek sei immer im Sinne der Schülerinnen und Schüler im Einsatz und treibe Reformen für ein modernes Bildungswesen stets voran, so der SPÖ-Bundesgeschäftsführer. ****

 

Zudem erinnert der SPÖ-Bundesgeschäftsführer daran, dass zur Umsetzung von Reformen in einer Großen Koalition immer zwei gehören: "Je beweglicher der Koalitionspartner, desto besser können wichtige Reformen umgesetzt werden", so Darabos.

 

Zur Zentralmatura sagte der SPÖ-Bundesgeschäftsführer, dass diese sehr gewissenhaft vorbereitet wurde. Kritik an unterschiedlichen Beginnzeiten sei sogar schon von der schwarzen LehrerInnengewerkschaft zurückgewiesen worden. "SchülerInnen und Lehrkräfte jetzt zu verunsichern, ist kontraproduktiv", sagt Darabos. (Schluss) bj

 

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OTS0033    2015-05-02/15:42

 

021542 Mai 15

 

 

OTS0029 5 II 0344 NVP0002                             Sa, 02.Mai 2015

 

ÖVP/Bildung/Zentralmatura/Heinisch-Hosek/Blümel

 

Blümel: Baustellen beheben, statt schönreden und Verantwortung abschieben

 

Utl.: Bestmögliche Bedingungen und Sicherheit für die Schüler –

      Mittel im Bildungsbereich sinnvoll einsetzen =

 

    Wien, 02. Mai 2015 (ÖVP-PD) "Ministerin Heinisch-Hosek muss endlich ihre Baustellen bereinigen und Lösungen statt ständiger Beschwichtigungen auf den Weg bringen. Das Wohl der Kinder muss im Mittelpunkt stehen, nicht die ständigen Pannen und Fehler", sagt ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel zu den heutigen Aussagen der Bildungsministerin im Ö1-"Journal zu Gast". Nach dem Datenleck, dem Durcheinander bei den Vorbereitungen, den fehlenden Angabeblättern beim Testlauf und Problemen beim Upload von Arbeiten, wurde bekannt, dass Österreichs Schulen zeitlich versetzt mit den Prüfungen beginnen und so über ganz einfache Vernetzung ein Austausch über die Inhalte möglich ist. "Das kann nicht im Sinne des Erfinders sein. Die Matura ist ein wesentlicher Meilenstein am Bildungsweg der Jugendlichen. Hier braucht es die bestmöglichen Rahmenbedingungen, auf die sich die Schülerinnen und Schüler verlassen können müssen. Daher Schluss mit fadenscheinigen Rechtfertigungen und endlich für Ordnung im Bildungsressort sorgen. Das ist die Aufgabe und Verantwortung der Bildungsministerin, auch wenn sie stets versucht ihre Verantwortung anderen zu geben und anderen ihre Probleme zur Lösung weitergibt", betont Blümel. ****

 

    Im OECD-Vergleich gebe Österreich mehr Geld für Kinder und Jugendliche aus als die meisten anderen OECD-Länder. "Es mangelt im Bildungsbereich definitiv nicht an Geld, sondern am richtigen Umgang damit. Gerade und insbesondere beim Thema Bildung ist es wesentlich, dass die Mittel sinnvoll und bestmöglich im Sinne der Kinder genutzt werden, statt Geld in ideologischen Projekten ohne Mehrwert zu verschleudern. Heinisch-Hosek kann ihre Verantwortung nicht einfach abgeben. Statt ständig nur mehr Geld zu fordern oder andere für die Nichterfüllung ihrer Aufgaben verantwortlich zu machen, sollte die Bildungsministerin einfach ihre Arbeit machen", so Blümel und betont: Unser klares ÖVP-Ziel lautet: Die beste Bildung für jedes Kind! Dieses Ziel können wir nur erreichen, wenn sich die Bildungsministerin endlich um Qualität, statt Ideologien kümmert."

 

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OTS0029    2015-05-02/13:36

 

021336 Mai 15

 

 

 

"Die Presse" vom 02.05.2015                               Seite: 25

Ressort: Meinung

 

Österreich, Abend, Österreich, Morgen

 

quergeschrieben

 

Warum die erste Zentralmatura extrem unfair sein wird

 

   VON Anneliese Rohrer

 

   Nicht informierte Lehrer, verunsicherte Schüler: Erfolg oder Misserfolg hängt von der Vorbereitung an den einzelnen Schulen ab. Da gibt es enorme Unterschiede.

 

   Vier Tage vor der ersten schriftlichen "echten" Zentralmatura wird wieder oder noch immer heftig darüber diskutiert. Der Sinn der Reform ist weitgehend außer Streit gestellt, ihre Umsetzung und konkrete Ausführung hingegen sind umstritten. "Fürchtet euch nicht!", könnte man den Maturanten zurufen. "Ihr müsst das nämlich so sehen: In Wahrheit geht es gar nicht so sehr um Lernen und Lehren, sondern darum, euch fünf Lektionen fürs Leben mitzugeben. Wie war das mit dem lästigen Spruch: ,Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernt ihr.'"

 

   Also dann, die erste Lektion: Das Leben ist nicht fair. Bei der Zentralmatura, so viel hat sich in den letzten Wochen und Monaten gezeigt, wird es davon abhängen, ob sich in einer Schule die Lehrkräfte besonders intensiv um die Vorbereitung darauf gekümmert haben.

 

   Da gibt es offenbar große Unterschiede zwischen den einzelnen Schulen. Von manchen erfährt man, dass es "noch nie eine so schlecht vorbereitete Matura" für die Schüler gegeben habe, von anderen, dass sie sich seit Jahren bemühen, den Schülern zu zeigen, was eigentlich auf sie zukommt.

 

   Erfolg und Misserfolg sind individualisiert. Hat eine Maturaklasse zum Beispiel eine Lehrkraft in Mathematik, die sich mit den neuen Anforderungen nicht auseinandersetzen wollte, weil sie sich "selbst nicht auskennt", dann haben die Schüler eben Pech gehabt. Soll vorkommen. Andere haben das Glück, mit engagierten Mathematikern arbeiten zu können, die sich in der Fortbildung vielleicht schon jahrelang schlaugemacht haben. Wie steht es dann mit der Vergleichbarkeit und Fairness der zentralen Reifeprüfung?

 

   Gerade das sei eben, so heißt es, ihr Vorteil. Man kann die "schlechten" Lehrkräfte eher entdecken. Na klar, es wird die Maturanten des Jahres 2015 ungemein aufbauen, dafür herhalten zu dürfen, dass in den kommenden Jahren die minder talentierten Pädagogen ausfindig gemacht werden können.

 

   Zweite Lektion: Alles ist relativ. Jahrelang wird den Schülern eingetrichtert, dass die Matura der "krönende" Abschluss ihrer Schullaufbahn sein wird. Dann aber hören sie von der zuständigen Unterrichtsministerin, Gabriele Heinisch-Hosek, dass die "Matura ja nicht alles ist" - schon gar nicht so viel, sie zu Konsequenzen zu veranlassen und ihren Rücktritt einzureichen, sollte nicht alles ohne Pannen und Pleiten funktionieren.

 

   Dritte Lektion: Auch Politiker können Unsinn reden. Spätestens seit dem "ZiB 2"-Auftritt Heinisch-Hoseks vor einer Woche sollten Junge diese Lektion gelernt haben. Minutenlang war nicht erkennbar, was die Ministerin eigentlich zu einer Prüfung mit 15 Jahren (wie in Polen) sagen wollte. Sinnentleerte qualvolle Minuten. Dafür sagte sie mindestens dreimal "das Beste für unsere Kinder" und erwähnte die Gewerkschaft ebenso oft.

 

   Vierte Lektion: Sicherheit gibt es nicht. Das ist vielleicht die wichtigste Lektion der letzten Wochen. Denn wirklich verwerflich an der Art, wie die Zentralmatura durchgeführt wird, ist die Verunsicherung von Lehrkräften und Schülern.

 

   Die meisten Schüler - außer jene von besonders engagierten Lehrkräften - haben zusätzlich zu dem normalen Stress vor einer großen Prüfung auch noch die Angst vor Unbekanntem. Wie genau das ablaufen wird, erfahren sie nicht. Diese Unsicherheit haben sie wenigstens mit manchen Lehrkräften gemeinsam. Wer nicht an einer Schule unterrichtet, die sich schon "seit 2007" (Aussage eines Direktors im ORF) darauf vorbereitet, obwohl der Beschluss erst 2009 gefallen ist, wird sich vielleicht sogar noch in den letzten Monaten von den Schulbehörden ungenügend informiert gefühlt haben.

 

   Schließlich die fünfte Lektion: Protest muss manchmal sein. Ganz so zentral, wie getan wird, ist diese Matura ja in Wirklichkeit nicht. Daher bietet sie nach wie vor Raum für ungleiche Behandlung. Wer sich also, auf die gesamte Prüfung bezogen, ungerecht behandelt fühlt, sollte an Einspruch denken. Trotzdem: toi, toi, toi!

 

   E-Mails an: debatte@diepresse.com

 

 

"Der Standard" vom 02.05.2015                               Seite: 39

Ressort: ALBUM

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

DA MUSS MAN DURCH

 

   Die KrisenkolumneVon Christoph WinderHauptsache kein Goethe. Österreich schwenkt zur Zentralmatura über.

 

   Nächste Woche kriegen wir jetzt endlich die Zentralmatura. Vieles ist offen, eines ist fix: Wenn die ersten Zentralmaturanten bei der Zentralmatura gleich gut abschneiden wie das Bildungsministerium bei der Vorbereitung der Zentralmatura, dann ist ein Notendebakel programmiert.

 

   Kritiker werfen der Zentralmatura vor, dass sie die Literatur aus den Schulen hinausbugsieren will. Das ist nicht ganz fair. Man muss mit der Zeit gehen. Drei Viertel der Jugendlichen haben nach jahrelanger Beschäftigung mit „sozialen Medien“ die Aufmerksamkeitsspanne einer Fruchtfliege. Da darf man ihnen keine dicken Romane mehr zumuten, sondern nur noch „Textsorten“, je kürzer, desto lieber.

 

   Gegen einen gehaltvollen Tweet kann der Mann ohne Eigenschaften ohnehin einpacken. Dazu passt auch, wenn die Lehramtsstudenten in Germanistik künftig die Literatur als Prüfungsgegenstand abwählen können, frei nach dem Motto: „Fragen Sie mich bitte nicht nach Goethe – ich bin nur Deutschprofessor.“

 

   Bei der technischen Abwicklung gibt’s auch ein kleines Hoppala, weil das Bildungsministerium keine einheitlichen Beginnzeiten verordnet hat, was vielleicht gewisse Schummelmöglichkeiten eröffnet. Macht nix, sagen die Experten. Dass landesweit irgendein Schüler ein Handy in die Klasse schmuggelt und Fragestellungen nach außen beamt, ist so gut wie ausgeschlossen (Jugendliche haben ja nur selten Handys). Ganz großes Ehrenwort!

 

   Wenn’s aber doch einer schaffen sollte und die Angaben um Viertel nach acht samt 20.000 Likes auf Facebook stehen, dann haben wir ein Problem. Es kann schließlich nicht eine Gruppe von privilegierten Spätbeginnern besser über die Textsorten informiert sein als die anderen Maturanten.

 

   In diesem Fall würde nur noch eine schnelle Notaktion helfen. Die Lehrer könnten etwa – Modell Untersuchungsauschuss – alle Angabezettel nachträglich schwärzen, damit jeder Schüler zuverlässig gleich wenig weiß.

 

   Eine andere, nachhaltigere Möglichkeit: Wir schaffen die ganze vermaledeite Reifeprüfung samt Bildungsministerium und Bifie gleich überhaupt ab und schicken das ersparte Geld nach Klagenfurt. Die Kärntner können das brauchen. Stattdessen führen wir flächendeckend die burgenländische Matura ein: acht Jahre Volksschule, Führerschein und Tanzkurs. Die hat auch ihre Meriten und ist logistisch nicht einmal halb so lästig.

 

 

"Salzburger Nachrichten" vom 02.05.2015                      Seite 33

Ressort: ALL wochenende

 

Alexandra Parragh

 

Österreich

 

„Matura hat Funktion verloren“

 

Nivellierung nach unten. Wir sollten uns auf die Vermittlung von fundiertem Wissen konzentrieren, sagt der Philosoph Konrad Paul Liessmann. Der Zentralmatura steht er skeptisch gegenüber.

 

Konrad Paul Liessmann kennt man als kritischen Beobachter des heimischen Bildungssystems. Weniger bekannt ist, dass der Professor für Philosophie und Ethik an der Universität Wien seine Karriere von 1979 bis 1991 als AHS-Lehrer gestartet hatte. Von der Zentralmatura war da noch keine Rede. Trotzdem beschäftigt ihn das Thema bis heute. Hätten Sie die Zentralmatura gefürchtet? Liessmann: Das kann ich schwer beurteilen. Die Aufregung bei uns war auch sehr groß, obwohl wir in etwa damit rechnen konnten, welche Aufgabenstellungen wir zu lösen hatten. Wir kannten unsere Lehrer und sie kannten uns. Die Aufregung war natürlich trotzdem da. Jetzt ist für viele noch unbekannt, wie die Zentralmatura genau verlaufen wird. Erstmals gibt es eine Trennung zwischen denjenigen, die die Aufgaben stellen und den unterrichtenden Lehrern. Durch eine Reihe von Testläufen ist das allerdings ausreichend vorbereitet worden. Ich glaube nicht, dass die Schüler heute aufgeregter sein müssen als früher. Was sagen Sie zur Zentralmatura? Ich finde, dass die Zentralmatura gewissermaßen zu spät kommt. Die Matura, die einmal die allgemeine Universitätsreife bescheinigte, berechtigt schon lange nicht mehr zu jedem Hochschulstudium. Diese Funktion hat sie verloren. Die Unis sind längst zu eigenen Aufnahms- und Eignungstests übergegangen. Ich hatte nach meiner Matura das Gefühl, jetzt kann ich studieren, was ich will. Das gilt heute nicht mehr. Grundsätzlich stehe ich der Zentralmatura ambivalent gegenüber. Ich verstehe die Intention, verlässlich standardisierte Leistungen zu messen. Tatsächlich geht es aber um kompetenzorientierte Prüfungen, und gerade die sehe ich sehr kritisch. Weshalb? Weil der Kompetenzbegriff in Österreich zu schwammig ist. Bei uns ist es nicht wie in Frankreich oder manchen deutschen Bundesländern, wo z. B. ein verbindlicher Kanon an literarischen oder philosophischen Werken für die Zentralmatura vorgegeben wird. Wissensfragen sind bei uns regelrecht verpönt. Stattdessen sollen Sozialkompetenz und Selbstkompetenz abgefragt werden, was auch immer das heißen soll. Die Vermittlung von Kulturtechniken und ein grundsätzliches Verständnis der wichtigsten Inhalte der Fächer und Disziplinen sind dabei wichtiger denn je, um sich in unserer rasch ändernden Gesellschaft zurechtzufinden. Dazu würde ich auch mathematisch-logisches Denken, Schreiben und Lesen zählen. Wobei Goethes „Faust“ gerne auf dem E-Reader gelesen werden kann. Es reicht aber für die Matura nicht, googeln zu können, wer Goethe oder Grillparzer waren. Hat eine zentrale Prüfung nicht den Vorteil der besseren Vergleichbarkeit, weil 26.000 Maturanten die gleichen Aufgaben lösen müssen? Ich fürchte, dass die Zentralmatura am Niveau nicht viel ändern wird. Es sollen ja möglichst viele diese Prüfung bestehen. Daher muss es zwingend zu einer Nivellierung nach unten kommen. Zugleich widerspricht die Zentralisierung der Autonomisierung der Schulen, die gerade vehement propagiert wird. Geplant ist ja, dass Schulen Teile der Lehrpläne selbst bestimmen dürfen. Zentral kann also nur mehr das Minimum abgefragt werden. Dennoch gilt: Je besser ausgebildet, desto niedriger die Arbeitslosenquote. Das liegt aber in erster Linie an unserem funktionierenden dualen Ausbildungssystem, an der Lehre und an den berufsbildenden höheren Schulen. Länder ohne dieses duale System kämpfen schon jetzt mit einer rasant steigenden Arbeitslosenquote von Akademikern – und dies nicht nur in den Geistes- und Humanwissenschaften. Dazu kommt, dass schon im nächsten Jahrzehnt immer mehr hoch qualifizierte Berufe durch automatisierte Systeme und „brillante“ Roboter ersetzt werden. An sich sichere Studien wie Medizin, Jus oder Informatik werden sich völlig umstellen müssen. Ich halte den Grundsatz „Je höher die formale Qualifizierung, desto sicherer der Arbeitsplatz“ daher zunehmend für einen Mythos. Wie sieht also Ihre Lösung aus? Wir sollten uns auf die Vermittlung von fundiertem Wissen konzentrieren. Bildung lässt sich heute weniger denn je auf Jobperspektiven reduzieren. Und: Wir müssen die Lehrer vor allem fachlich besser ausbilden und aufhören, sie zu beleidigen. Wieso haben Sie aufgehört, als Lehrer zu unterrichten? Ich hatte etliche Jahre eine halbe Assistentenstelle, neben der ich als Lehrer unterrichtet hatte. Aber irgendwann, spätestens nach der Habilitation, musste ich mich zwischen Schule und Universität entscheiden.

 

Konrad Paul Liessmann

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 101 vom 02.05.2015             Seite: 32

Ressort: wochenende

 

Österreich

 

Die drei Säulen der Zentralmatura. 1. Die Vorwissenschaftliche...

 

   Die drei Säulen der Zentralmatura. 1. Die Vorwissenschaftliche Arbeit muss 40.000 bis 60.000 Zeichen umfassen und bis Anfang Februar abgegeben worden sein. Das Thema ist frei wählbar. Die Palette reicht diesmal von der russischen Jugend während der Perestroika über Zusatzstoffe in der Lebensmittelverarbeitung bis hin zu Entstehungsbedingungen und Wirkungen von schulbedingtem Stress, worüber Bea Wintschnig, Maturantin im WRG Salzburg, geschrieben hat. Die VWA wird vor einer vierköpfigen Kommission präsentiert.

 

   2. Die schriftlichen Klausuren finden für alle Maturanten am selben Tag statt. Den Anfang macht Deutsch am 5. Mai, gefolgt von Englisch (6. Mai), Spanisch, Französisch, Mathematik (11. Mai) sowie zuletzt Latein und Griechisch (13. Mai). Wer nicht besteht, kann die Prüfung entweder als mündliche Kompensationsprüfung am 1. oder 2. Juni wiederholen oder im Herbst noch einmal antreten. Korrigiert werden die schriftlichen Arbeiten von den Lehrern nach einem vorgegebenen Benotungsraster.

 

   3. Für die mündlichen Prüfungen haben die Fachlehrer einer Schule gemeinsam bis zu 24 Themen mit je zwei Aufgabenstellungen festgelegt. Bei seinem Prüfungstermin zieht der Maturant zwei und entscheidet sich für eines der beiden. Schriftlich und mündlich wird getrennt voneinander beurteilt.

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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