Mittwoch, 6. Mai 2015

2015.05.05: Unterrichtsausschuss

OTS0241 II 05.05.2015 22:55:28

 

Unterrichtsausschuss billigt flexiblere Stundennutzung an NMS

Utl.: Zusatzstunden an Neuen Mittelschulen sollen künftig auf Schwerpunktfächer verteilt werden

Nationalrat/Unterrichtsausschuss/Neue Mittelschule/Heinisch-Hosek

Ab kommendem Schuljahr sollen Neue Mittelschulen (NMS) ihre wöchentlich sechs Zusatzstunden flexibler einsetzen können. Diesen Vorschlag von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek trug heute der Unterrichtsausschuss des Nationalrats mit Stimmen von SPÖ, ÖVP, Grünen und NEOS mit. Waren die vom Bund zusätzlich gezahlten Wochenstunden bislang nur für vermehrte Förderung in den Pflichtfächern Deutsch, Mathematik und einer lebenden Fremdsprache gedacht, dürfen NMS-Standorte diese Extrastunden künftig auch in selbstgewählten Schwerpunktfächern nutzen, denn "vor Ort wird am besten erkannt, was SchülerInnen brauchen", wie Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek im Ausschuss sagte.

Auf Basis von Oppositionsanträgen diskutierten die MandatarInnen überdies die Arbeitssituation von Lehrkräften, Reformvorschläge zur Schulverwaltung und Integrationsmaßnahmen an Schulen. Die Anregungen von FPÖ, Grünen, Team Stronach und NEOS wurden mangels ausreichender Unterstützung allerdings vertagt, dem Unterausschuss des Unterrichtsausschusses zugewiesen oder abgelehnt.

Neue Mittelschule: Qualitätsschub mit neuer Stundenregelung erwartet

Eine breite Mehrheit der Abgeordneten zeigte sich zuversichtlich, dass die Neue Mittelschulen mit der Möglichkeit zur flexibleren Ressourcennutzung an Qualität gewinnen. Die ausgeweiteten Möglichkeiten, wo die sechs Zusatzstunden genutzt werden, entspreche den tatsächlichen Lehr- und Lernbedürfnissen an den NMS, ist SPÖ- Abgeordnete Elisabeth Grossmann überzeugt. Mit der Novelle könnten NMS-Standorte über ihre sechs Wochenstunden für Fördermaßnahmen auch in schulautonomen Schwerpunktbereichen verfügen, um eigene pädagogischen Akzente zu setzen. Maßgeblich für den Erfolg der flexiblen Stundennutzung sei allerdings die Festigung der Grundkompetenzen in den vorgegebenen Pflichtfächern, betonte Grossmann, die in diesem Zusammenhang die Schulaufsicht besonders gefordert sieht. Für jede Neue Mittelschule ist laut Regierungsvorschlag beim Einsatz der zusätzlichen Lehrerinnen- bzw. Lehrerstunden ein begleitendes Monitoring vom zuständigen Qualitätsmanagement der Landesschulräte vorgesehen. Am Umfang der vom Bund finanzierten Zusatzstunden ändert sich nichts, weswegen laut Vorlage auch die Personalausgaben gleich bleiben.

Zustimmend äußerten sich auch ÖVP, Grüne und NEOS, wiewohl sowohl Harald Walser (G) als auch Matthias Strolz (N) vermerkten, dieser "Schritt in die richtige Richtung" führe nicht weit genug: notwendig sei eine Ausweitung des pädagogischen Konzepts der Individualisierung, so Walser und Strolz regte an, die zusätzlichen Wochenstunden in ein "Qualitätsbudget" für NMS zur autonomen Verfügung umzuwandeln. Manfred Hofinger (V) hinterfragte kritisch die Wirksamkeit des Team Teaching an Neuen Mittelschulen und empfahl, die Effizienz dieser Födermaßnahme zu evaluieren. Einzig FPÖ- Bildungssprecher Walter Rosenkranz tat die Initiative als "propagandistisch" ab, ob die Kosten wirklich unverändert bleiben, sei fraglich. Seine Fraktion verweigerte dementsprechend ebenso wie das Team Stronach die Zustimmung zur geplanten Maßnahme.

Lehrberuf: Opposition sieht dienstrechtlichen Änderungsbedarf

Die Opposition ist mit dem 2013 von SPÖ und ÖVP beschlossenen neuen LehrerInnendienstrecht nicht zufrieden und verlangt grundlegende Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Lehrberuf; ihre Anträge wurden von den Regierungsfraktionen jedoch vertagt. Konkret fordern Team Stronach (99/A(E)) und NEOS (660/A(E)) eine Umwandlung der nach Wochenstunden bemessenen Arbeitszeitenregelung für Lehrkräfte in ein Jahresarbeitszeit-Modell, wobei Klubobmann Matthias Strolz überhaupt einen Rahmenkollektivvertrag für alle dienstrechtlichen Belange urgiert.

Das Team Stronach will darüber hinaus die berufsbedingten psychischen und physischen Belastungen von Österreichs Lehrkräften wissenschaftlich erhoben sehen (892/A(E)). Eine aktuelle Studie zur psycho-sozialen Lage des Lehrkörpers sei absolut notwendig, erklärt Team Stronach-Bildungssprecher Robert Lugar im Antrag mit Hinweis auf das erhöhte Burn-out-Risiko dieses Berufsstandes.

Die Elementarpädagogik als Grundstock, auf dem die LehrerInnen ihren Unterricht aufbauen, thematisierten die NEOS mit einer Forderung nach qualitativ höherwertiger Ausbildung von KindergartenpädagogInnen. Entsprechender Antrag (631/A(E)) von Beate Meinl-Reisinger (N) sieht vor, Österreichs Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik (BAKIP) zu Berufsbildenden Höheren Schulen für Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsberufe mit Bachelorabschluss umzugestalten und weiterführende Masterlehrgänge der Elementarpädagogik zu ermöglichen.

Schulverwaltung: Vorschläge von Bildungsregionen bis Schulverbände

Zum Dauerthema Reform der Schulverwaltung behandelte der Ausschuss heute Anträge von FPÖ und NEOS auf zeitgemäße Anpassung der schulischen Administration. Im Detail schlagen die NEOS vor, Bildungsregionen zu schaffen, in denen statt der einzelnen Schulbehörden ein "Bildungsservice" neben Schulen auch elementarpädagogische Einrichtungen bei der Qualitätsentwicklung und -sicherung betreut (925/A(E)). Mit eigenem Budget ausgestattet würde demnach das Bildungsservice Projekte definieren, in denen besonders die pädagogische Kooperation zwischen den Standorten der Region gefördert wird, sodass ein fließender Übergang vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe II entsteht. In einem modernen Bildungssystem bräuchten Schulen außerdem mehr Autonomie, um Talente und Bedürfnisse der SchülerInnen besser adressieren zu können, heißt es in einem weiteren Antrag (926/A(E)) von NEOS-Bildungssprecher Matthias Strolz, der von Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek fordert, bis Ende dieses Jahres eine "Nationale Umsetzungsstrategie zur Schulautonomie" vorzulegen.

Dem langfristigen Erhalt von Klein- und Kleinstschulen in ländlichen Regionen widmet FPÖ-Mandatar Wendelin Mölzer seinen Antrag (914/A(E)). Damit diese Standorte nicht aufgrund sinkender SchülerInnenzahlen geschlossen werden, sollten künftig auch mehr als zwei Schulen in Schulverbänden von einer einzigen Direktion geleitet werden können, meint er.

Die Anträge wurden mit Stimmen von SPÖ und ÖVP vertagt.

Sprache: Knackpunkt am Integrationsort Schule

Mit gesellschaftspolitischen Aufgaben der Schule befasste sich der Ausschuss heute ebenfalls anhand von Anträgen der Opposition. Sprache taucht in den unterschiedlichen Forderungen von FPÖ, Grünen und NEOS als Kernelement von Integrationsbemühungen immer wieder auf.

So weisen die NEOS auf den Mehrwert von Mehrsprachigkeit in der Gesellschaft hin und empfehlen muttersprachliche Wahlpflichtfächer, gerade für Sprachen aus Nachbarstaaten bzw. traditionellen Zuwanderungsländern und aus der Europäischen Union (559/A(E)). Durch Unterricht in ihrer Erstsprache würden die Kinder maßgeblich beim Erwerb weiterer Sprachen unterstützt, zeigen die AntragstellerInnen Matthias Strolz und Beate Meinl-Reisinger auf. Zur Förderung der sprachlichen und kommunikativen Kompetenz von SchülerInnen mit Migrationshintergrund drängt FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz wiederum darauf, dass Deutsch in Schulen mit dieser Unterrichtssprache auch in Gesprächen außerhalb der Schulstunden, also als "Pausensprache", verpflichtend wird (1041/A(E)). Eine dahingehende Verordnung der Ministerin würde - unter Berücksichtigung der Rechte sprachlicher Minderheiten Österreichs, wie im Antrag betont wird - laut Rosenkranz maßgeblich zur erfolgreichen Integration beitragen.

Die Grünen setzen sich dafür ein, die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS) analog zu anderen autochthonen Minderheitensprachen als Unterrichtssprache an Schulen gesetzlich zu verankern, bilinguale Lehrpläne Deutsch-ÖGS zu erstellen und die Gebärdensprache in die PädagogInnenausbildung aufzunehmen (831/A(E)). Trotz verfassungsrechtlicher Anerkennung der Gebärdensprache und der Ratifizierung zahlreicher internationaler Abkommen zu diesem Thema werde die visuelle Sprache gegenüber der gesprochenen immer noch diskriminiert, erklärt Grünen-Behindertensprecherin Helene Jarmer ihren Vorstoß.

Neben sprachlichem Verständnis sehen die Grünen auch das Wissen über verschiedene Religionen und allgemein verbindliche Grundwerte als entscheidenden Faktor in einer pluralistischen Gesellschaft, wie sie in ihrem Antrag auf verpflichtenden Ethik- und Religionenunterricht ab der ersten Schulstufe (886/A(E)) verdeutlichen. Der konfessionelle Religionsunterricht soll nach Walsers Vorstellung statt als Pflichtfach als Freigegenstand angeboten werden. Gesellschaftspolitisch bedeutend wertet der Grüne Bildungssprecher außerdem Schülerzeitungen, da diese Jugendmedien mit ihren Themen die Interessen ihrer LeserInnen gezielt ansprechen. Zur finanziellen Absicherung ruft Walser die Bundesregierung auf, eine Förderschiene für periodisch erscheinende Schülerzeitungen einzurichten (905/A(E)).

Die FPÖ erhielt für ihren Antrag auf Deutschverpflichtung an Schulen eine klare Absage von den restlichen Fraktionen, die Forderung der Grünen nach Fördersicherheit für Schülerzeitungen will die SPÖ-ÖVP- Mehrheit im Unterausschuss weiterbehandelt wissen. Die beiden übrigen Grün-Anträge vertagten die Regierungsfraktionen. (Schluss Unterrichtsausschuss) rei

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OTS0239 II 05.05.2015 22:42:33

 

Heinisch-Hosek: Vorbereitungsarbeit zur Zentralmatura zeitigt Erfolg

Utl.: Bildungsministerin bekräftigt im Unterrichtsausschuss den reibungslosen Ablauf der neuen Reifeprüfung

Nationalrat/Unterrichtsausschuss/Zentralmatura/Heinisch-Hosek

Zum heutigen Auftakt der Zentralmatura, die an allen allgemeinbildenden höheren Schulen (AHS) noch bis 13. Mai läuft, zog der Unterrichtsausschuss des Nationalrats am späten Nachmittag ein erstes Resümee über die neue Reifeprüfung. Je nach Fraktion fielen die Schlussfolgerungen allerdings unterschiedlich aus. Während die SPÖ den Verlauf der Reifeprüfung als sehr erfolgreich bewertete, kamen von der Opposition einige Kritikpunkte, die vom Aufgabenniveau bis zum Umfang der Vorbereitungsstunden reichten. Seitens der NEOS wurde allerdings Zurückhaltung bei den politischen Kommentaren zur Zentralmatura in der jetzigen Phase eingemahnt, zumal Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek festhielt, es gebe aktuell keinen Hinweis auf Unregelmäßigkeiten beim Prüfungsablauf. Ein Überbrückungsplan der Grünen zur schriftlichen Reifeprüfung, mit dem sie mögliche Unsicherheiten bei der Bewertung von Klausurarbeiten ausräumen wollen, wurde von den Regierungsfraktionen vertagt.

Neben der teilstandardisierten Reifeprüfungen beschäftigte die Abgeordneten in der Aussprache mit Heinisch-Hosek auch mögliche Änderungen im Lehrberuf sowie die Finanzierung des Schulwesens. Vorschnelle Ankündigungen wollte Heinisch-Hosek hier nicht geben und wies auf laufende Arbeiten zu diesen Thematiken durch die Bildungsreformkommission mit VertreterInnen von Bund und Ländern hin.

Reformen im Bildungswesen beschäftigten die MandatarInnen auch bei der Diskussion über bildungspolitische Vorhaben der Europäischen Union, etwa hinsichtlich Maßnahmen zur Senkung der Schulabbruchsrate, Vermittlung digitaler Kompetenzen und internationaler Erfahrungsaustausch im Rahmen des EU-Förderprogramms Erasmus +. Der diesbezügliche Bericht des Bildungsministeriums wurde SPÖ, ÖVP, Grünen, Team Stronach und NEOS mehrheitlich zur Kenntnis genommen.

Neue Reifeprüfung hat erste Hürde genommen

Ihr Ministerium und das Bildungsforschungsinstitut (BIFIE) hätten aufgrund der Unsicherheiten in den letzten Jahren die Vorbereitungen auf die Reifeprüfung massiv verstärkt, unterstrich Bildungsministerin Heinisch-Hosek bei der Aussprache mit den Abgeordneten den aus ihrer Sicht guten Start der Zentralmatura. Pannen würden nunmehr durch mehrere Sicherheitsvorkehrungen abgewendet, beispielsweise könnten Schulen bei fehlerhaften oder fehlenden Angaben Ersatzbeispiele online herunterladen und es gebe rund um die Uhr direkte Unterstützung für die LehrerInnen. Die Anregung von Grünen- Jugendsprecher Julian Schmid, zwecks Verbesserung des Informationsflusses die Anzahl der Vorbereitungsstunden für MaturakandidatInnen zu erhöhen, replizierte Heinisch-Hosek mit dem Verweis auf die 2012 getroffene Übereinkunft mit der Lehrergewerkschaft, wonach die bestehende Stundenregelung ausreichend ist.

Auf Detailfragen von Schmid und FPÖ-Bildungssprecher Walter Rosenkranz erläuterte BMBF-Sektionschef Christian Dorninger, man habe das Beurteilungsschema zur Klausurbenotung für die heurige Matura gründlich überarbeitet und die Grenze zwischen Genügend und Nicht Genügend klar festgelegt, wobei LehrerInnen bei Zwischennoten darüber durchaus noch die Möglichkeit hätten, sich auf der Notenskala zu bewegen. Taschenrechner als Hilfsmittel zur Mathematikmatura seien ebenso erlaubt wie Rechtschreibprogramme bei elektronisch verfassten Klausurarbeiten, solange keine Autokorrektur damit einhergeht. Einen "Notfallplan" der Grünen zur Abmilderung noch bestehender Unsicherheiten bei der Benotung von Klausurarbeiten vertagte die Ausschussmehrheit von SPÖ und ÖVP (890/A(E)).

SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann zeigte sich äußerst zufrieden mit dem heutigen Beginn der Zentralmatura. "Mythen wurden gebildet, Horrorszenarien vorab gezeichnet, in teilweise unverantwortlicher Weise", beschrieb sie die Anspannung im Vorfeld. Dank intensiver Vorbereitungen auf die Reifeprüfung sei jedoch alles gut gegangen. Weniger positiv äußerten sich die Freiheitlichen entgegen dem Appell von NEOS-Klubobmann Matthias Strolz, alle Fraktionen sollten ihre Kommentare zur Reifeprüfung mit Bedacht wählen und kein politisches Kapital daraus schlagen. So meinte Gerald Hauser (F), "die Pleiten-, Pech- und Pannenserie" von Ministerium und BIEFI hätten fraglos die Verunsicherung unter allen der Betroffenen geschürt, zumal bei der Probematura im Vorjahr immerhin 30% der SchülerInnen durchgefallen seien. Walter Rosenkranz hinterfragte speziell das Anspruchsniveau der Deutschmatura und monierte das Fehlen von Literaturfragen.

Bildungssystem: Reformvorhaben trotz Budgetnot

Die geplante Dienstrechtsnovelle des öffentlichen Dienste beschäftigte die Abgeordneten heute ebenfalls - LehrerInnen machen ja den größten Teil der öffentlich Bediensteten aus. ÖVP- Bildungssprecherin Brigitte Jank etwa erkundigte sich nach der aktuell kolportierten Arbeitsstundenerhöhung für LehrerInnen, die ihrer Meinung nach mit Anpassungen am Arbeitsplatz Schule einhergehen muss. Im Detail bezog sie sich auf zusätzliches Verwaltungspersonal bzw. Fachkräfte für den nicht-pädagogischen Bereich, die LehrerInnen bei ihrer Tätigkeit entlasten sollen. In diesem Zusammenhang brachten Matthias Strolz (N), Gerald Hauser (F), Harald Walser (G) und Robert Lugar (T) die prekäre Budgetlage des Bildungsressort zur Sprache, wobei der Team-Stronach-Bildungssprecher mögliches Sparpotential bei der Entlohnung von Vor- und Nachbereitungszeiten der LehrerInnen ortete. Hauser verlangte wiederum, im Rahmen der Finanzausgleichsverhandlungen den Pflichtschulerhalt von den Gemeinden an den Bund zu übertragen. Schon seit Jahren verlange der Gemeindebund als Schulerhalter eine Kostenentlastung, zumindest in Form einer Vorsteuerabzugsberechtigung bei Investitionen in Schulbauten. Strolz wünschte sich nicht nur in pädagogischen und personellen Belangen, sondern auch in Finanzierungsfragen mehr Schulautonomie und warnte generell vor einer "Verländerung" der gesamten Schulverwaltung. Damit erhielte nur die Landespolitik mehr Einfluss, ohne effektiven Nutzen für das Schulwesen, so der NEOS- Bildungssprecher.

Bundesministerin Heinisch-Hosek fasste die Budgetproblematik ihres Ressorts mit dem Schlagwort "Unterdotierung" zusammen und betonte, deswegen müssten alle VerantwortungsträgerInnen gemeinsam nach Lösungen der Budgetnot suchen. Bis 2019 stünden für ihren Bereich immerhin fast 700 Mio. € im Bundesfinanzrahmen bereit, weitere Gespräche über eine weitergehende Mittelausstattung ständen noch an. Dennoch treibe sie geplante Reformprojekte entschlossen voran, wie die Aufstockung der Schulsozialarbeit oder den Ausbau der Tagesbetreuung, die bis 2018 einem Drittel aller SchülerInnen angeboten werden soll. Zuvor hatte Abgeordnete Andrea Gessl-Ranftl (S) die Investitionen von 400 Mio. € in Ganztagsschulen bis 2018 gelobt. Wichtig sei zudem eine Ausweitung der Sprachförderung für außerordentliche SchülerInnen, nicht zuletzt um die Schulabbruchsquote in Österreich von den derzeit 7 % auf 6,5 % in den nächsten Jahren zu senken, wie Österreich dies als eigenes Bildungsziel im EU-2020-Wachstumsprogramm definiert habe.

Die derzeit öffentlich diskutierten zwei zusätzlichen Unterrichtstunden habe nicht sie verlautbart, hielt Heinisch-Hosek fest, sie werde aber mit der Gewerkschaft "in der gebotenen Kollegialität" Gespräche darüber aufnehmen. Grundsätzlich halte sie eine derartige Arbeitszeiterhöhung unter Berücksichtigung verbesserter Rahmenbedingungen für zumutbar.

Als Positivbeispiel für zielführenden Mitteleinsatz führte die Ministerin die Beteiligung am EU-Bildungsprogramm Erasmus + an: Nicht nur würden 100% der bereitgestellten Gelder von Österreich abgeschöpft, sondern auch Restmittel aus dem entsprechenden EU-Topf würden genutzt. Insgesamt hätten bereits rund 1.200 Jugendliche bzw. ein Viertel aller Schulen an internationalen Ausbildungsprogrammen im Rahmen von Erasmus teilgenommen, berichtete sie Elisabeth Grossmann (S), und begrüßte die Ausweitung des Projekts auf Lehrlinge und Erwachsene.

Elmar Mayer (S) und Asdin El Habbassi (V), die nach dem Umsetzungsstand des Unterrichtsfachs "politische Bildung" fragten, informierte Heinisch-Hosek, mit hoher Wahrscheinlichkeit werde ab Herbst ein entsprechendes Pflichtmodul ab der sechsten Schulstufe eingeführt. Auch bei der Vermittlung digitaler Fertigkeiten sei Österreich im internationale Vergleich gut unterwegs, richtete die Ministerin Eva-Maria Himmelbauer und Hermann Gahr (beide V) aus, besonders in der Berufsbildung. Die Sorge von Brigitte Jank (V) und Anneliese Kitzmüller (F), der Ministerialerlass zum Sexualunterricht an Schulen sei zu wenig an das Alter der Kinder angepasst, versuchte Heinisch-Hosek auszuräumen, indem sie auf die Einbindung von Elternverbände die Unterrichtsgestaltung hinwies. (Fortsetzung Unterrichtsausschuss) rei

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