Sonntag, 10. Mai 2015

2015.05.09 - 11.: Newsletter Bildung

Morgenjournal – 11. Mai 2015

 

Spannung vor Mathe-Zentralmatura

Julia Schmuck, Thomas Srb

Heute steht der Höhepunkt bei der Zentralmatura auf dem Programm: die Klausuren in Mathematik. In keinem anderen Fach fallen im Regefall mehr Schüler durch. Bei einer Probe-Schularbeit für die Zentralmatura sind im Dezember ein Drittel der Arbeiten mit "Nicht Genügend" beurteilt worden.

 

 

ORF – 11. Mai 2015

 

Zweite Zentralmatura-Woche beginnt mit Mathematik

Mit dem Fach Mathematik startet heute die zweite und letzte Zentralmatura-Woche. Gleichzeitig wird damit der Höhepunkt der Prüfungswochen erreicht: In keinem anderen Fach werden im Regelfall bei der Reifeprüfung so viele Nicht genügend verteilt. Bei einer Probeschularbeit im Dezember erhielt fast ein Drittel der Schüler eine negative Note.

Morgen steht das Fach Italienisch auf dem Programm. Abgeschlossen wird die Zentralmatura am Mittwoch mit Latein und Griechisch. Jene Schüler, die im Fach Latein in der sechsjährigen Form antreten, erhalten dabei Ersatzaufgaben: Bei einem Einbruch in eine Salzburger Schule waren in der Vorwoche die ursprünglich vorgesehenen Aufgaben geöffnet worden.

 

 

Die Presse – 11. Mai 2015

 

 

Mathematik: "Schüler haben Niveau vorgetäuscht, das sie nicht hatten"

Am Montag steht mit Mathematik das am heftigsten diskutierte Fach an.

Wien. Was den Spannungsfaktor angeht, ist die Mathematikklausur, der sich rund 19.100 AHS-Schüler heute stellen, der Höhepunkt des ersten Durchlaufs der Zentralmatura. Kein anderes Maturafach sorgte für ähnliche Kontroversen wie Mathematik. Während die einen einen regelrechten Fünferregen befürchten – nicht zuletzt, weil eine Probeschularbeit im Winter sehr schlecht ausgefallen ist –, beklagen die anderen, dass das Mathematikniveau sinken werde, weil komplexere Aufgaben im Unterricht fehlen würden.

Einen Niveauverlust kann Mathematikdidaktiker Werner Peschek nicht erkennen. Die komplexen Aufgaben, die Maturanten früher angeblich gekonnt hätten, hätten sie gekonnt, weil sie zuvor zehnmal in genau dieser Form geübt worden seien. So hätten sie zum Teil kein Verständnis dafür, was eine Exponentialfunktion eigentlich macht– aber kein Problem, Halbwertszeiten auszurechnen. „Das hat nichts mit mathematischem Können zu tun", sagt Peschek, der an der Konzeption der Matura beteiligt war.

Die Zentralmatura stelle durch ihren Fokus auf Kompetenzen, auf Verständnis zumindest halbwegs sicher, dass wesentliche – „zugegebenermaßen einfache" – mathematische Grundlagen bei allen Maturanten vorhanden seien. „Insofern mag es sein, dass es jetzt leicht ist", sagt der Didaktiker. „Aber ich hätte gern, dass die Maturanten zumindest das Leichte können." Ohne diese Basis könne man nicht eigenständig mathematisch tätig sein.

In eine ähnliche Kerbe schlägt die frühere AHS-Lehrerin Christa Koenne: Bisher sei Mathematik oft Routineleistung gewesen. Maturanten hätten gerechnet ohne zu wissen, was sie eigentlich taten. „Sie erzählen bei der Matura das Blaue vom Himmel, aber verstehen es eigentlich nicht. Man hat sie dazu angeleitet, ein Niveau vorzutäuschen, das sie nicht hatten." Das sei jetzt nicht mehr möglich. „Die Schüler werden vielleicht weniger punktuelle Höhen erreichen. Aber Schule bedeutet Allgemeinbildung. Und wer diese Fächer dann studiert, hat noch Zeit genug, sich mit den Höhen zu beschäftigen."

An Realgymnasien leichter

Koenne sagt aber auch: Die Mathematikmatura für alle AHS einheitlich zu gestalten sei ein Fehler gewesen. Die Zahl der Unterrichtsstunden sei je nach Schulform völlig unterschiedlich. Ein neusprachliches Gymnasium habe viel weniger Mathematik als ein Realgymnasium. „Das sollte sich in der Matura wiederfinden", fordert Koenne. Was die derzeitige Konstellation bedeutet? Unter anderem, dass die Matura für die Schüler an Realgymnasien leichter geworden ist. „Es wäre skurril, wenn es nicht so wäre."

Das ist aber nicht der Grund, warum Didaktiker Werner Peschek nicht mit dem befürchteten Fünferregen rechnet: Man dürfe sich von den Ergebnissen der Probeklausur nicht irritieren lassen – es sei üblich, dass solche Testläufe schlechter ausfallen als die echte Matura. „Ich bin überzeugt, dass der Österreich-Schnitt gut sein wird." Allerdings nicht an allen Schulen.

„An fünf bis zehn Prozent der Schulen wird es größere Probleme geben, wenn die Matura ehrlich und objektiv durchgeführt wird." Peschek forderte als „Notfallaktion" schon einmal provokant, die Notenschlüssel für diese Schulen hinunterzusetzen. „Dafür hat es viel Kritik gegeben. Aber: Was macht man mit einer Klasse, die mehr als 50 Prozent Fünfer hat?"

Da hier Überlegungen offenbar fehlen würden, befürchtet er, dass schlechte Resultate so weit als möglich verhindert werden: „Es gibt viele Möglichkeiten, die Objektivität zu unterlaufen – auch bei der Zentralmatura." Es gibt keine Fremdaufsicht bei den Prüfungen, korrigiert wird zwar auf vorgegebener Basis, aber von den Lehrern selbst und in einer mündlichen Kompensationsprüfung können Fünfer ausgebessert werden. „Wenn man hier kaschiert und Sachen unter den Teppich kehrt, wird es aber keine Verbesserungen geben." (beba/j.n.)

AUF EINEN BLICK

Zentralmatura. Heute stellen sich rund 19.100 AHS-Maturanten der zentralen Mathematikmatura. Insgesamt dauert sie 270 Minuten. Den ersten Teil bilden 24 sogenannte Aufgaben, bei denen die Schüler Grundwissen und Grundfertigkeiten nachweisen müssen. Der zweite Teil besteht aus vier bis sechs umfangreicheren Aufgaben.

Noten. Für eine positive Note müssen zwei Drittel der Aufgaben im ersten Teil richtig sein – unabhängig von der Punktezahl in Teil zwei. Im zweiten Teil können aber extra gekennzeichnete Ausgleichspunkte gesammelt werden.

 

 

Die Presse – 11. Mai 2015

 

 

Sexualpädagogik an den Schulen: Po-Grapschen ist noch harmlos

Sexuelle Belästigung von Kindern an Schulen ist kein Straftatbestand, sondern von der Ministerin gewollt. Eine Online-Umfrage soll dies im Nachhinein legitimieren.

 

Ein neunjähriges Mädchen kommt völlig aufgelöst aus der Schule nach Hause. Am Vormittag war Sexualkunde auf dem Programm gestanden. Ein Arzt war eingeladen worden, die Eltern zuvor im Detail nicht informiert. Das Mädchen berichtet, welchen Ekel es empfunden habe, als es ein Kondom über eine Banane ziehen musste.

Aber das ist noch nichts gegen das, was in Deutschland in manchen Bundesländern seit Einführung der neuen Sexualpädagogik Kindern zugemutet wird. Dort wurden in Kindergärten „Kuschelhöhlen" eingerichtet, wo Kinder zur Masturbation ermuntert werden. In Volksschulen werden Sexspielzeuge verteilt und alle möglichen Sexualpraktiken detailliert geschildert, was die Kinder teils schwer verstört und teils zur Nachahmung animiert.

Nach heftigen Protesten von Eltern und Lehrern hat Baden-Württemberg seinen Entwurf zurückgezogen. Auch in Österreich hat sich der Widerstand der Eltern bereits formiert, es gibt inzwischen eine eigene Protestplattform.

Während Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek die Strafbestimmungen für sexuelle Belästigung unter Erwachsenen verschärft haben wollte, will sie mit ihrem neuen Erlass zur Sexualerziehung Kinder dazu verpflichten, sich derartigen Dingen in der Schule auszusetzen. Die Sexualpädagogin Tabea Freitag spricht von „sexueller Belästigung von Schülern". Dass so dem Missbrauch an Kindern nicht vorgebeugt, sondern durch Gewöhnung an derlei Praktiken sogar der Weg geebnet wird, erscheint logisch.

Es ist unbestritten, dass ein fundierter Sexualkundeunterricht für Jugendliche eine wichtige Ergänzung zur Sexualerziehung im Elternhaus darstellt. Doch was der aktuelle Entwurf vorsieht, geht weit darüber hinaus und betrifft bereits Volksschulkinder. Auf Anordnung der Lehrer sollen die Kinder folgende Dinge erlernen: „Vergnügen und Lust beim Berühren des eigenen Körpers (frühkindliche Masturbation)", „Entdecken des eigenen Körpers und der eigenen Genitalien", „Sexuelle Gefühle (Nähe, Lust, Erregung) als Teil allgemeiner menschlicher Gefühle". Manche Dinge, die an sich positiv und natürlich sind, werden durch die völlig ungeeignete Umgebung in ihr Gegenteil pervertiert. Dem Entwurf liegen die Ideologie des Gender Mainstreaming, also der Auflösung der Geschlechter, und die fragwürdige Sexualpädagogik des umstrittenen deutschen Sexualpädagogen Uwe Sielert zugrunde.

Meine Kolumne am 20. April zur Sexualerziehung hat eine von mir noch nicht erlebte Flut an Reaktionen empörter Eltern ausgelöst. Der Pädagogik-Professor Josef Christian Aigner hat in einer Replik (29. 4) gemeint, die Aufregung sei völlig unnötig. Seine Begründung: Sexualerziehung finde an den Schulen ohnehin kaum statt, und dies sei auch gut so. Die Lehrer seien nämlich nicht für diese Art von Unterricht ausgebildet, sollten deshalb auch nicht dazu verpflichtet werden.

Viele Lehrer haben offenbar ein Gespür dafür, dass dieses Thema zu heikel ist, um Kinder in dieser Form damit zu konfrontieren. Daher greifen sie gerne auf externe „Experten" zurück. Aber auch das geht oft gründlich schief.

Abgesehen vom Inhalt des Erlasses ist die Vorgehensweise der Bildungsministerin ein demokratiepolitischer Skandal: Zuerst verkündete sie eine neue Art der Sexualerziehung. Dann setzte sie eine Kommission ein, die einen Entwurf erarbeitete. Diesen verschickte sie mit einer absichtlich kurzen Frist an einige Institutionen. Und jetzt erst lässt sie eine Online-Umfrage unter Lehrern, Eltern und Schülern durchführen. Durch manipulative Fragestellung soll offenbar im Nachhinein ihr eigenmächtiges Vorgehen legitimiert werden.

Wenn die Ministerin etwas ändern will, so sollte sie Energie und Geld für die Ausbildung der Lehrer verwenden, damit diese einen sinnvollen und werteorientierten Sexualkundeunterricht für Jugendliche adäquat umsetzen können.

E-Mails an:debatte@diepresse.com

Zur Autorin:

Dr. Gudula Walterskirchen ist Historikerin und Publizistin. Sie war bis 2005 Redakteurin der „Presse", ist seither freie Journalistin und Autorin zahlreicher Bücher mit historischem Schwerpunkt. Eines davon:
„Bomben, Hamstern, Überleben. Österreich 1945."

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 108 vom 11.05.2015             Seite: 11

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

Zentralmatura nicht objektiv"

 

   Heute steht mit Mathematik das Angstfach vieler Maturanten an. Die Objektivität durch den Kreuzerltest sei nicht gegeben, sagt selbst der Entwickler der neuen Mathe-Matura.

 

   Alexandra Parragh. Marian S. Metana Wien, Salzburg. Noch nie war Schummeln so einfach wie bei der heutigen Mathematik-Zentralmatura. Denn ein Teil der Prüfung ist ein Multiple-Choice-Test, bei dem lediglich der richtige Lösungsbuchstabe angekreuzt, der Rechenweg aber nicht beschrieben werden muss.

 

   Gewiefte Schüler könnten also die Matura auch mit einigen Tricks bestehen. Das weiß selbst der Entwickler der neuen Mathe-Matura, Werner Peschek. „Es gibt keine Prüfungsart, die vor dem Schummeln sicher ist." Er wolle nichts unterstellen, aber ihm hätten schon Lehrer gesagt, dass sie mit den gleichen Kugelschreibern, die auch die Schüler für das Kreuzerl nehmen, korrigieren werden. Ein Kreuzerl beim richtigen Feld ist damit schnell gemacht. Trotzdem ist für Peschek die neue Zentralmatura ein Fortschritt. „Es wird viel tiefer gehendes mathematisches Wissen gefragt und nicht nur das bloße Ergebnis", sagt er.

 

   Dass die neue Matura zu einer objektiveren Beurteilung führt, glaubt er nicht. „Die Zentralmatura ist nicht objektiver als andere Prüfungen." Denn wo ein Wille, da auch ein Weg.

 

   Er wäre dafür, dass nicht die Klassenlehrer die Matura beurteilen, sondern Lehrer aus anderen Schulen. „Dadurch würde man wirklich viel Manipulation abfangen."

 

   Erleichtert wird das Schummeln zusätzlich dadurch, dass der Maturastart von Schulstandort zu Schulstandort variiert. Eineinhalb Stunden liegen zwischen jenen, die mit der Mathe-Prüfung um halb acht Uhr anfangen, und jenen, die um neun Uhr starten. Insgesamt dauert die Mathe-Matura 270 Minuten.

 

   Möglich wäre freilich auch, dass ein Lehrer oder gleich der Direktor die Aufgaben vorab an die Schüler weitergibt. Rechtsexperten warnen davor. Direktoren und Lehrer, die die Zentralmatura in dieser Weise torpedieren, könnten sich wegen Verletzung eines Amtsgeheimnisses nach § 310 Strafgesetzbuch strafbar machen. Schließlich hat das Bildungsministerium in einem Erlass festgeschrieben, dass sie bei der Zentralmatura zur Verschwiegenheit verpflichtet sind.

 

   Das wissen auch die Schüler. Sie könnten sich folglich als Beitragstäter schuldig machen, wenn sie ihrerseits die Matura-Aufgaben weiterverbreiten. Das ist gleichermaßen strafbar. Abgesehen davon, dass es Folgen haben kann, wenn Schüler beim Schummeln erwischt werden. Ihre Mathe-Matura wird gar nicht oder nur teilweise benotet, sodass der Betroffene im Herbst noch einmal antreten oder die Kompensationsprüfung Anfang Juni ablegen muss. So streng wie in Deutschland, wo schummelnde Schüler einen Fünfer bekommen, ist man in Österreich nicht.

 

   Johannes Schwaighofer, Salzburger Landesschulsprecher und selbst Maturant am Borromäum, geht nicht davon aus, dass heute im großen Stil geschummelt wird. „Ich glaube, dass für die meisten Schüler Schummeln zu zeitaufwendig ist."

 

   Fest steht, dass auch zur neuen Mathe-Matura viele Schüler mit einem mulmigen Gefühl im Magen gehen. In keinem anderen Fach fallen mehr Schüler durch. Im Dezember gab es bei einer Probeschularbeit rund ein Drittel „Nicht genügend". Peschek glaubt, dass die Matura besser ausfallen wird. „Die Schüler waren beim Probedurchlauf nicht motiviert."

 

   Er hat übrigens auch in der Schule getrickst: „Ich habe die ganze Oberstufe in Mathe geschummelt, um meinem Freund zu helfen. Dafür habe ich bei ihm in Latein abgeschrieben."

 

 

Österreich – 11. Mai 2015

 

 

Zittern vor der Mathe-Matura

Das so unbeliebte Fach Mathematik ist die Feuertaufe für Ministerin Heinisch-Hosek.

Im Goethe-Gymnasium in Penzing ist alles vorbereitet: Die Kartons mit den Matura-Aufgaben sind im Safe versperrt, heute früh öffnet Direktor Hubert Kopeszki die Fragen für die 78 Schüler der vier Maturaklassen. „Es ist klar, die neue Mathe-Matura verlangt neue Formate, das muss geübt werden", sagt er zu ÖSTERREICH.

19.200 Gymnasiasten treten heute bei der ersten Mathematik-Zentralmatura an. Sie wird in zwei Teilen abgehalten und dauert 270 Minuten (siehe rechts). Die Spannung bei Schülern, Lehrern und Verantwortlichen ist groß. Die Reifeprüfung heute ist die Feuertaufe für die neue Zentralmatura und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ). Die Vorzeichen stehen nicht günstig:

  • Peinliches Ergebnis. In keinem anderen Fach gibt es so viele Fünfer wie in Mathe. Bei der Probe-Zentralmatura im Dezember schafften nur zwei Drittel ein positives Ergebnis. 32 % der Arbeiten waren negativ. „So ein Ergebnis wäre jetzt eine Katastrophe", sagt der Mathematiker Rudolf Taschner. Er ist besonders gespannt. Auch sein Sohn tritt heute in Wien zur Matura an.
  • Pannen in erster Woche. Zudem zittert das Bildungsministerium vor neuen Pannen. Am Dienstag landeten Fragen der Deutsch-Matura in Wien bei Medien, bevor die Zeit abgelaufen war – die Staatsanwaltschaft ermittelt. Und bei einem Einbruch in Salzburg wurden Aufgaben der Latein-Matura aufgerissen.

Passiert so etwas wieder oder ist die Negativ-Quote extrem hoch, wird sich Heinisch-Hosek verantworten müssen. Sie gibt sich optimistisch: „Es war positiv, dass es Probeschularbeiten gab. Alle sind gut vorbereitet. Ich glaube, dass auch Mathematik gut zu bewältigen ist."

"Ein Ergebnis wie bei der Probe-Klausur wäre eine Katastrophe"

ÖSTERREICH: Was hat sich im Fach Mathematik in Form der Zentralmatura gegenüber früher verändert?
Rudolf Taschner: Ich habe zwei alte und zwei neue Maturafragen verglichen. Mein Fazit: So stark hat es sich gar nicht verändert. Ich wäre dafür, dass der erste Teil als Zentralmatura geführt wird und der zweite Teil vom Lehrer selbst bestimmt wird.

ÖSTERREICH: Bei der Probeklausur gab es ein Drittel Fünfer. Warum?
Taschner: Würde sich dieses Ergebnis wiederholen, wäre das eine Katastrophe. Die Beispiele sind sehr lang, man muss gut lesen können, es war kompliziert formuliert. Die Schwierigkeit ist jetzt, die Frage richtig zu verstehen.

ÖSTERREICH: Warum?
Taschner: Mathematik ist ein blödes Fach. Der Unterricht müsste dahin verändert werden, dass Fehler, die gemacht werden, korrigiert werden. Ich finde, man sollte ganz anders unterrichten.

Wie die neue Mathe-Matura funktioniert und wann die Schüler durchkommen

Die Mathematik-Matura dauert 270 Minuten und ist in zwei Teile zu je 24 Punkten gegliedert:

Teil 1: Grundwissen. Im ersten Teil müssen die Schüler Grundwissen unter Beweis stellen. Sie müssen keine „darüber hinausgehende Eigenständigkeit" zeigen. Die Aufgaben werden als „gelöst" (1 Punkt) oder „nicht gelöst" (kein Punkt) gewertet.

Teil 2: Umfassende Aufgaben. Dieser Teil besteht aus vier bis sechs umfangreichen „Typ-2-Aufgaben" (mit bis zu 6 Unteraufgaben). Pro Unteraufgabe gibt es bis zu zwei Punkte. 150 Minuten Zeit.

Für ein „Genügend" müssen im ersten Teil zwei Drittel der Punkte erreicht werden – unabhängig von der Punktezahl im zweiten Teil. Im zweiten Teil können „Ausgleichspunkte" gesammelt werden, die im ersten Teil angerechnet werden.

J. Prüller

 

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So funktioniert Mathe-Zentralmatura

 

270 Minuten Zeit für zwei Teile Mathematik-Matura

 

Wie die neue Mathe-Matura funktioniert und wann die Schüler durchkommen.

 

Wien. Die Mathematik-Matura dauert 270 Minuten und ist in zwei Teile zu je 24 Punkten gegliedert:

 

Teil 1: Grundwissen. Im ersten Teil müssen die Schüler Grundwissen unter Beweis stellen. Sie müssen keine "darüber hinausgehende Eigenständigkeit" zeigen. Die Aufgaben werden als "gelöst"(1 Punkt) oder "nicht gelöst"(kein Punkt) gewertet.

 

Teil 2: umfassende aufgaben. Dieser Teil besteht aus vier bis sechs umfangreichen "Typ-2-Aufgaben"(mit bis zu 6 Unteraufgaben). Pro Unteraufgabe gibt es bis zu zwei Punkte. 150 Minuten Zeit.

 

Für ein "Genügend" müssen im ersten Teil zwei Drittel der Punkte erreicht werden -unabhängig von der Punktezahl im zweiten Teil. Im zweiten Teil können "Ausgleichspunkte" gesammelt werden, die im ersten Teil angerechnet werden.

 

 

Wiener Zeitung – 9. Mai 2015

 

 

Zentralmatura

"Surprise" bei Reifeprüfung

 

 

 

 

·         Französisch-Matura lief ohne Probleme ab.

 

Wien. Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) zog am Freitagnachmittag ein zufriedenes Zwischenresümee über den Ablauf der ersten vier Tage der Zentralmatura. Für die nächste Woche anstehenden Klausuren sei sie ebenfalls "vorsichtig positiv" gestimmt, erklärte sie bei einem überraschenden Besuchs bei Französisch-Maturanten in Wien.

"Riesiger Umbruch"

Bei der Zentralmatura handle es sich tatsächlich um einen "riesigen Umbruch". Die täglichen Berichte, in denen das Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) darüber informierte, ob alle Schulen die jeweils nötigen Aufgabenhefte erhalten haben, habe sie mit "positiver Nervosität" erwartet, so Heinisch-Hosek. Es sehe bisher danach aus, dass es mit Blick auf die kommenden Jahre keine großen Änderungen im Ablauf brauche. Auch für die Mathematik-Klausuren am Montag gab sie sich optimistisch.

Sie freue sich vor allem für die Schüler, dass alle Angaben dort waren, wo sie sein sollten, so Heinisch-Hosek. Man dürfe auch nicht vergessen, dass sich die Rolle der Lehrer bei der schriftlichen Matura von der des Prüfers in Richtung eines "Begleiters" verschiebe und somit auch "eine neue Qualität" erfahre.

Notfallpläne bei Einbruch

Der Einbruch im Akademischen Gymnasium in Salzburg in der Nacht auf Donnerstag, im Zuge dessen ein Kuvert mit Latein-Aufgabenheften geöffnet wurde, habe zwar Auswirkungen auf den Ablauf der Prüfung, räumte die Ministerin ein. Jeder wisse allerdings, was nun zu tun sei. Was in so einem Fall geschieht, sei "immer klar gewesen", genau dafür gebe es die elektronischen Notfallpakete.

Dass am Dienstag Angaben zur Deutsch-Matura frühzeitig am Online-Portal der Tageszeitung "Die Presse" veröffentlicht wurden, weist für die Ministerin darauf hin, dass vielleicht noch nicht überall genug "Sensibilität" für den Umgang mit heiklen Daten da sei. Die Aufarbeitung dieser Vorkommnisse im Rahmen einer Sachverhaltsdarstellung liege nun aber bei der Staatsanwaltschaft.

Dass im Zuge des "Riesenprojekts" Zentralmatura auch die Lehrer und Schulen indirekt am Prüfstand stehen, sei mittlerweile kein Problem mehr, erklärte die Schulleiterin des GRG Stubenbastei in Wien-Innere Stadt, Nina Hochleitner. Viele Lehrer seien "stolz auf ihren Unterricht und auch gespannt, wie die zentral abgeprüften Ergebnis ausschauen und ob sich das mit ihrer Sicht deckt".

Die erste Matura-Woche habe an ihrem Schulstandort "sehr gut funktioniert", auch das Feedback von den Maturanten war "immer entspannt". Die Deutsch-Matura sei als guter Einstieg und die Textwahl als stimmig empfunden worden, so die Direktorin, die zugab, dass der Aufwand für die Schule ob der erstmaligen Durchführung der Zentralmatura höher als in den Jahren zuvor sei.

Auch am GRG Stubenbastei stand heute die Zentralmatura in Französisch an. Österreichweit setzten sich rund 2.200 Schüler mit den zentral vorgegebenen Aufgaben in den vier Kompetenzbereichen Leseverständnis, Hörverständnis, Sprachverwendung im Kontext und Schreiben auseinander. Die Wiener Schüler, die vier Jahre Französisch-Unterricht hatten und die entsprechende Prüfung ablegten, empfanden vor allem die Aufgaben zur Lesekompetenz als verhältnismäßig schwierig. "Dafür war der Teil zur Sprachverwendung im Kontext einfach", erklärte ein Schüler. Die oft als herausfordernd empfundenen Höraufgaben seien "okay" gewesen, so der Tenor.

Laut Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) wurden auch heute keine fehlenden bzw. unvollständigen Angaben gemeldet. Die Französisch-Aufgaben können ab morgen Früh unter http://go.apa.at/deXLYIaD heruntergeladen werden.

Beeindruckt ob der Gelassenheit und der "reifen Annäherung" der Schüler an die Reifeprüfung zeigte sich Heinisch-Hosek, die anschließend mit den Schülern für Selfies posierte und Glück für die am Montag anstehende Mathematik-Matura wünschte. Der Ausblick darauf löse jedenfalls am meisten Nervosität bei Lehrern und Maturanten aus, erklärten die Schüler.

 

 

Heute – 11. Mai 2015

 

 

Fällt bei Mathe-Matura wieder jeder dritte Schüler durch?

Die Zentralmatura am Montag in Mathematik könnte zur Zitterpartie werden. Denn bei der letzten Probeschularbeit im Dezember kassierte ein Drittel der Schüler ein "Nicht genügend".


19.164 Kandidaten treten am Montag an. Die Mathe-Matura dauert 270 Minuten und besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil ist ein "Multiple Choice"-Test zum Ankreuzen – dafür haben alle 120 Minuten Zeit.

Im zweiten Teil gibt es vier bis sechs umfangreichere Aufgaben, bei denen die Anwendung von mathematischem Wissen geprüft wird (150 Minuten).

Pro Aufgabenblock gibt es 24 Punkte. Positiv ist, wer im ersten Teil 16 Punkte erreicht – oder 13 Punkte plus 3 "Ausgleichspunkte" im zweiten Teil.

 

 

Heute – 11. Mai 2015

 

Politische Bildung wird ab Herbst Pflicht

SPÖ-Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek will ab dem kommenden Schuljahr Politische Bildung als Pflichtmodul einführen. Damit will sie die Bedeutung dieses Fachs stärken. Vor allem aber sollen es junge Leute dadurch leichter haben, sich in die Gesellschaft einzubringen.


Um den Stellenwert der Politischen Bildung zu erhöhen, wird derzeit das Unterrichtsprinzip, mit dem Politische Bildung auf allen Schulstufen und in allen Schulformen verankert ist, überarbeitet. Ab Herbst soll die Politische Bildung im Rahmen des Geschichte und Sozialkunde-Unterrichts als Pflichtmodul ab der 6. Schulstufe aufsteigend eingeführt werden.

"Damit stellen wir die Politische Bildung auf neue Beine", freut sich die Bildungsministerin.

Mit diesem Schritt setzt Heinisch-Hosek eine Maßnahme aus dem Regierungsprogramm um.

 

 

"Vorarlberger Nachrichten" vom 11.05.2015

Ressort: VN-A

 

 

Heute müssen sich AHS-Kandidaten dem schwierigsten Fach stellen.

 

Vor Mathe-Zentralmatura herrscht große Spannung

 

   Wien/Bregenz. (VN-hk) Noch im vergangenen Jahr gab es während der laufenden Zentralmatura vom Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation & Entwicklung (BIFIE) Informationen über den Verlauf der Klausurarbeiten. Heuer ist das ganz anders. „Wir dürfen überhaupt nichts mitteilen und mussten das mit einer Unterschrift bekräftigen", brachten die VN auf Anfrage bei einem dort für Fragen von Lehrern und Eltern zuständigen Experten in Erfahrung.

 

   Im Bildungsministerium herrscht hochgradige Nervosität wegen möglicher Pannen bei jenem bildungspolitischen Unternehmen, das wie kaum ein anderes in die Kritik geraten ist. Hochgradige Nervosität dürfte bei den Schülern vor allem heute herrschen. Denn heute ist Mathematik-Zentralmatura, jenes Fach, bei dem ein Probelauf im vergangenen Dezember ordentlich in die Hose ging. 30 Prozent aller Achtklässler in Österreich schrieben damals einen Fünfer, in Vorarlberg waren es sogar 40 Prozent.

 

   Entscheidender Teil eins

 

   Mathematik-Fachgruppenleiter Eduard Engler (63) sieht die Situation vor dem heutigen Prüfungstag jedoch gelassen. „Es hat sich seit dieser Probeschularbeit viel getan. Schüler und Lehrer haben sich die damaligen Erfahrungen zunutze gemacht und sich sehr gewissenhaft auf die heutige Klausur vorbereitet", berichtet der erfahrene Mathematik-Lehrer. Entscheidend für „Sein oder Nichtsein" in der Mathe-Matura ist vor allem Teil eins. In diesem geht es in insgesamt 24 Aufgaben um ein „allgemeines mathematisches Verständnis", wie sich Engler ausdrückt. „Wer dort in ausreichendem Ausmaß positiv bleibt, ist durch", erklärt der Mathematiker.

 

   Für Teil eins haben die Schüler 120 Minuten Zeit. Teil zwei beinhaltet Aufgaben mit komplexeren Inhalten. „Aber auch dort finden sich vier Fragen, die zur ersten Kategorie gezählt werden. Ich bin zuversichtlich, dass es ein zufriedenstellendes Gesamtergebnis gibt", glaubt Eduard Engler.

 

 

"Tiroler Tageszeitung" Nr. 129 vom 10.05.2015               Seite: 12

Ressort: Tirol12u13

 

 

Schulabsolventen von anno dazumal können sich für Zentralmatura erwärmen

 

Die reformierte Reifeprüfung ist nach mancher Panne gestartet. Trotz der Kritik im Vorfeld begrüßen Tiroler Schulexperten den Beginn der neuen Ära.

 

   Von Markus Schramek

 

   Innsbruck - Zentralmatura! Sie hält Österreichs AHS-Schüler in Atem. 20.000 von ihnen müssen heuer erstmals die selben schriftlichen Aufgaben zur selben Zeit lösen.

 

   Zwischenbilanz nach einer Woche? Deutsch und Englisch problemlos, jetzt folgen Mathe und Latein. Bei der antiken Sprache muss zum Notfallplan gegriffen werden. In einer Salzburger Schule gerieten die streng geheimen Maturatexte in die Hände von Dieben. Jetzt werden für die Klausuren am Mittwoch neue Aufgaben auf digitalem Eilweg nachgereicht. In Tirol sind 42 Kandidaten und sechs Schulen betroffen.

 

   Lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt? War das frühere System - jede Schule legt selbst ihre schriftlichen Maturathemen fest - wirklich schlechter? Die TT hat Persönlichkeiten befragt, die einst selbst maturierten und seither der Schule verbunden blieben. AHS-Direktoren, Hochschulrektoren oder einfach Schulinsider erinnern sich an die eigene Schulzeit. Die Befürworter der Zentralmatura sind unter ihnen klar in der Mehrheit (siehe Zitate ganz unten).

 

   Margret Fessler, Direktorin des Gymnasiums in der Au in Innsbruck, hat 1972 in Linz mit gutem Erfolg maturiert. Am Rande der schriftlichen Deutschmatura ist damals ordentlich der Rauch aufgegangen. ?Ich habe am Klo meine erste Zigarette geraucht, weil fast alle eine rauchen gegangen sind. Mir ist total schlecht geworden", erinnert sich die Schulleiterin. Vor lauter Coolsein wäre die schriftliche Arbeit fast danebengegangen.

 

   Das Maturamodell des Jahres 2015 sieht Fessler als gerechter an. Unzufrieden ist sie mit den Regeln für die Fremdsprachen. ?Da sind die Inhalte irrelevant geworden, das Kulturverständnis zur Nebensache und die Schulbücher todlangweilig."

 

   In Schwaz ist Direktor Kurt Leitl (eigene Matura 1975 am BRG Landeck mit Auszeichnung) für die Organisation der Zentralmatura verantwortlich. Er hält den Unterschied zwischen der schriftlichen Matura alt und neu für gar nicht so dramatisch.

 

   Als ?großen Gewinn" sieht der Schwazer Schulchef die vorwissenschaftliche Arbeit. Diese müssen die Kandidaten als Teil der neuen Matura schon vor den Prüfungen einreichen. AHS-Schulinspektor Thomas Plankensteiner (Matura 1973 am Akademischen Gymnasium Innsbruck mit Auszeichnung) sieht das gleich: ?Durch die vorwissenschaftliche Arbeit lernen junge Menschen inhaltlich und methodisch viel für die weitere Ausbildung."

 

   Der einzige größere Einwand zum Modell der Zentralmatura beim TT-Rundruf kommt von Uni-Rektor Tilmann Märk (Matura 1962 am Akademischen Gymnasium Ibk.). Das Oberhaupt der Hochschule bedauert, dass durch vorgegebene Maturathemen nicht mehr auf einzelne Klassen eingegangen wird.

 

 

"Kleine Zeitung" vom 10.05.2015                             Seite: 40

Ressort: Graz Zentrum

 

Graz

 

Mathe – oder „die größte Hürde der Matura"

 

Die ersten Tage sind für die Zentralmaturanten gut verlaufen. Morgen steht die Mathematikklausur an. Und die sorgt für „Respekt".

 

   MICHAEL KLOIBER

 

   Puuuh – das war ein Aufatmen am Freitag. Die Zentralmaturanten haben die erste Woche der neuen Reifeprüfung hinter sich gebracht. Und das, wie man so schön sagt, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Warum? Weil manches einfacher war als erwartet. Und anderes die Matura doch recht schwierig gemacht hat.

 

   Was zum Beispiel? „Der Lärm", sagt Mimi Hladik aus der 8C des BG/BRG Lichtenfelsgasse, die von der Kleinen Zeitung seit Beginn des Schuljahres begleitet wird. Dafür können die Zentralmatura-Macher freilich nichts. Und doch: „Teilweise war es sehr schwierig, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und die Hintergrundgeräusche auszublenden. Wir hörten andere Schüler in der Turnhalle und laufende Kollegen am Gang – das war hart", betont Hladik. „Das stimmt – nach dreieinhalb Stunden konnte man sich kaum noch konzentrieren", ergänzt auch Klassenkollegin Mary Williere.

 

   Inhaltlich verbreiteten die Aufgaben jedoch Freude: „Besonders Deutsch, das war leichter als gedacht! Die Textsorten waren sehr human zusammengestellt", betont Mary Williere. „Da war wirklich für jeden etwas Schaffbares dabei." Englisch hingegen gestaltete sich schon schwieriger – vor allem der Hörtext sei für viele nicht einfach zu verstehen gewesen: „Aber das war machbar." Johannes Greimer freut sich auch über die zeitliche Komponente: „Fünf Stunden sind klarerweise anstrengend – aber wir hatten genügend Zeit, die Aufgaben zu erledigen."

 

   Rechnen als große Sorge

 

   Die „größte Hürde der Matura" sehen die baldigen Schulabgänger allerdings in Mathematik. Morgen, Montag, geht es ums Rechnen: „Da ist im Vorfeld ja einiges schiefgelaufen – etwa bei unseren Probearbeiten. Wir haben die Texte teils nicht verstanden. Daher mache ich mir hier schon etwas Sorgen", sagt Nina Celedin. Deshalb bereitet sie sich besonders gut vor: „Ich konzentriere mich auf die Grundkompetenzen, die sind ja wirklich das Entscheidende!"

 

   Eine andere Taktik hat da Johannes: „Ich verwende die Übungen, die auch auf der Bifie-Webseite zu finden sind – und rechne meine Schularbeiten aus der 7. und 8. Klasse durch." Und Mary betont: „Für Mathematik lerne ich schon mehrere Stunden täglich. Insgesamt glaube ich aber, dass wir gut auf die Zentralmatura vorbereitet sind – meine Nervosität hält sich deshalb auch in Grenzen!" Schlaflose Nächte könnte es wegen des Rechnens dennoch geben. Man habe eben schon „Respekt vor der Mathematik".

 

   Alles in allem: Die Panik vor Mathe und die Konzentrationsschwierigkeiten in langen Klausuren – das kennen schon die letzten Generationen von Maturanten. Der Auftakt zur Zentralmatura lief abseits dieser Sorgen besser als erwartet. „Rückblickend ging bisher alles glatt", sind sich die Schüler einig. Bisher. Denn: Um es quasi mit den Worten des Pink Panther – die Maturanten werden ihn aus ihrer Kindheit kennen – zu sagen: Heute ist nicht aller Tage, morgen geht's weiter – keine Frage . . .

 

 

"Kleine Zeitung" vom 10.05.2015                             Seite: 38

Ressort: OSTSTEIER

 

Oststeirer

 

Von guten Ideen und schlechten Umsetzungen

 

Die fünf Gymnasiasten im Wordrap über Zentralmatura, Lernen und „Owizahn".

 

   MATURA-ABC

 

   Abschreiben: „Es ist nicht empfehlenswert bei der Matura abzuschreiben".

 

   Bifie: „Das Bifie hätte für das neue Matura-System auch die Meinungen der Schüler einholen können".

 

   Chancen: „Durch die Zentralmatura sind die Chancen auf einen guten Erfolg bei der Reifeprüfung sehr geschrumpft".

 

   Deutsch: „Mit Deutsch wurde die Premiere der Zentralmatura gut überstanden".

 

   Englisch: „Bis jetzt die schwerste Matura, und wenn Mathematik auch so wird, dann gute Nacht".

 

   Feiern: „Unsere Motivation, die Matura zu bestehen".

 

   Geprüft fürs Leben: „Wird man nicht, da Sachen abgefragt werden, die man nie wieder braucht".

 

   Hausverstand: „Braucht man bei der Matura nicht".

 

   Intellekt: „Braucht man bei der Matura".

 

   Job: „Diese Matura bringt im Job maximal in Deutsch was".

 

   Klassengemeinschaft: „Zeigt sich besonders durch die Zentralmatura".

 

   Lernen: „Wird immer intensiver".

 

  Mathematik: „Das Fach ist Nervenkitzel pur".

 

   Noten: „Werden sicher nicht mehr so gut ausfallen wie früher".

 

   Owizahn": „Man sollte es zwar nicht tun, aber es passiert hin und wieder".

 

   Professor: „Die Professoren versuchen uns während der Matura so gut es geht zu unterstützen".

 

   Quellenangabe: „Habe ich das erste Mal bei meiner vorwissenschaftlichen Arbeit gebraucht".

 

   Reife: „Zeigen wir, aber nicht das Bifie".

 

   Stress: „Stress haben wir während der Matura genug".

 

   Theorie: „Theorie kann man lernen, ist aber in der Praxis oft unbrauchbar".

 

   Universität: „Ist unser Ziel, sofern wir die Matura schaffen".

 

   Vorwissenschaftliche Arbeit: „Sollte in Zukunft einheitlicher sein, da wir das Gefühl hatten, Versuchskaninchen zu sein".

 

   Wissen: „Wichtig, um die Matura zu schaffen".

 

   X-Achse: „Müssen wir bei der Mathe-Matura einzeichnen".

 

   Y-Achse: „Ist in der Mathematik eine Ordinate".

 

   Zentralmatura: „Eine gute Idee, wurde aber schlecht umgesetzt".

 

 

"Österreich" vom 10.05.2015                                   Seite 6

Ressort: Politik

 

Interview: Debora Knob

 

Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg

 

Zentralmatura

 

Heinisch: »Ich war nervös«

 

Ministerin zieht 1. Bilanz -auch Mathe sollte gut klappen

 

In ÖSTERREICH gibt Ministerin Heinisch-Hosek zu: auch sie war etwas nervös.

 

Wien. Jetzt noch Mathematik, Italienisch und Latein - dann ist die erste Zentralmatura geschafft. Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek zieht in Österreich die Bilanz der ersten Matura-Woche.

 

ÖSTERREICH: Ihre Bilanz der ersten Matura-Woche?

 

GaBRIELE HEInISCH-HoSEk: Die erste Woche ist gut gelaufen -dafür möchte ich mich beim BIFIE, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und natürlich bei den Lehrerinnen und Lehrern bedanken. Für die endgültige Bilanz ist es aber zu früh.

 

ÖSTERREICH: War die Nervosität bei Ihnen groß?

 

HEInISCH-HoSEk: Ich habe bei Schülerinnen und Schülern, mit denen ich gesprochen habe, ein Aufatmen gespürt. Was mich betrifft: Ich hatte eine gewisse -positive - Grundnervosität.

 

ÖSTERREICH: Wie klappt das Krisenmanagement nach dem Diebstahl in Salzburg?

 

HEInISCH-HoSEk: Sehr gut. Es war immer klar, dass es einen Plan B mit Ersatzaufgaben gibt. Sollte es da zu Problemen kommen, wird es auch einen Plan C geben.

 

ÖSTERREICH: Die größte Hürde ist aber Mathe am Montag.

 

HEInISCH-HoSEk: Es war sehr positiv, dass es Probeschularbeiten gab. Ein halbes Jahr vorher wusste jeder: Wo stehe ich? Alle sind gut vorbereitet. Ich glaube, dass auch Mathematik gut zu bewältigen sein wird.

 

 

"Oberösterreichische Nachrichten" vom 09.05.2015             Seite: 2

Ressort: Politik

 

 

Matura-Nervosität bei Heinisch-Hosek gesunken

 

   Bildungsministerin zieht "vorsichtig positive" Zwischenbilanz über die neue Zentralmatura

 

   WIEN. Mit der Französisch-Klausur ging am Freitag an Österreichs Gymnasien die erste Prüfungswoche mit der neuen Zentralmatura zu Ende. Auch die gestrige Aufgabenverteilung verlief ohne Pannen.

 

   Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SP) nutzte die gute Nachricht für einen Überraschungsbesuch am Wiener Gymnasium Stubenbastei, wo erleichterte Maturanten nach ihrer Klausur von Heinisch-Hosek vor allem eines einforderten: Selfies zur Erinnerung.

 

   Über den Ablauf der bisherigen Matura zeigte sich Heinisch-Hosek zufrieden, auch für die nächste Woche noch anstehenden Klausuren - Mathematik am Montag - sei sie "vorsichtig positiv" gestimmt, sagte Heinisch-Hosek.

 

   "Positive Nervosität" habe auch sie in dieser Woche verspürt, die täglichen Berichte des für die Durchführung der Zentralmatura zuständigen Bildungsforschungsinstituts hätten diese aber zunehmend minimiert.

 

   Politische Bildung kommt

 

   Angekündigt hat die Ministerin gestern die Ausweitung der Politischen Bildung an Schulen. Ab Herbst soll diese als sogenanntes Pflichtmodul ab der sechsten Schulstufe im Geschichte-Unterricht verankert werden.

 

   Außerdem soll das Unterrichtsprinzip Politische Bildung überarbeitet werden.

 

   Pflichtmodule sind Lehrplanbestandteile, die im Unterricht durchzugehen sind. Diese werden derzeit von einem Expertenbeirat erarbeitet. Anders als etwa an Hochschulen bedeutet ein Pflichtmodul aber nicht, dass Schüler dieses verpflichtend mit einer Prüfung abschließen müssen, um in dem Fach positiv benotet zu werden.

 

 

"Der Standard" vom 09.05.2015

Ressort: SEITE 1

 

RAU

 

Bundesland Abend

 

Maturathema

 

   Liebe MaturantInnen, das Leben vor euch ist ein einziges blassgrünes Teletubbies-Land mit sanften Hügeln und infantilen, freundlichen Wesen, die immerzu winke, winke machen. Die Wirklichkeit ist eine fürsorglich heruntergedimmte, von allen bösen Schadstoffen gereinigte Sphäre, in der euch nichts so Beunruhigendes wie Sex, Gewalt oder Tod in eurer heilpädagogisch zertifizierten inneren Balance verunsichern darf.

 

   Jedenfalls wenn es nach den Auswahlkriterien für eure Maturathemen geht. Jürgen Horschinegg, Direktor des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie), erklärt im Standard-Gespräch, dass für die Zentralmatura manche Themen gemieden werden. „Sex, Kriminalität und Tod dürfen zum Beispiel nicht vorkommen." Die Schüler sollen „nicht emotionalisiert" werden.

 

   Ah, deshalb wird klassische Literatur an den Schulen immer seltener! Faust z. B. eine ganz schlimme Geschichte von intellektueller Depression, Einnahme bewusstseinsverändernder Substanzen, Verführung einer Minderjährigen, arglistiger Täuschung, Totschlag und Kindsmord.

 

   Dafür gab es heuer bei der Englisch-Zentralmatura die lustige Geschichte vom Neos-Politiker Niko Alm und seinem Nudelsieb als Symbol seiner Pseudoreligion „Pastafari". Welcher Bildungspolitiker hält das für ein relevantes Thema? Aber es hat jedenfalls nix mit Sex, Gewalt oder Tod zu tun.

 

 

"Der Standard" vom 09.05.2015                               Seite: 40

Ressort: Kommentar

 

Michael Völker

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

zentralmatura

 

Für die Schule lernen wir

 

   Die großen Pannen sind ausgeblieben, das politische Überleben von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek ist damit vorerst gesichert. Ihr Schicksal war an jenes der Zentralmatura geknüpft worden, die derzeit Schüler in ganz Österreich zu absolvieren haben. Die Pannenserie im Vorfeld (vorwiegend technischer Natur) ließ das Schlimmste befürchten. So dick kam es nicht: Es gab einen Einbruch in einer Salzburger Schule, bei dem auch das Kuvert mit den Aufgaben geöffnet wurde, und es gab voreilige Medien, die die Aufgaben noch am Prüfungstag online stellten. Beides sind Fälle für Polizei und Staatsanwaltschaft, die Vorkommnisse liegen aber eindeutig nicht im Wirkungs- und Verantwortungsbereich der Ministerin. Die kann erst einmal durchatmen.

 

   Die Ergebnisse der Zentralmatura werden Ende Mai vorliegen, dann wird man wissen, wie hoch die Quote derjenigen liegt, die bestanden haben. Über die Qualität der Matura und die Leistung der Geprüften wird diese Quote aber nur bedingt etwas aussagen.

 

   Die Einführung von Mindeststandards normt die Schüler. Das bringt zwar eine Objektivierung und eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse mit sich, bedeutet aber auch, dass das gleiche Raster über alle Schüler drübergelegt wird. Auf Stärken, Neigungen und Interessen wird keine Rücksicht mehr genommen. Die Aufgaben dürfen nicht zu schwer und nicht zu leicht sein – für alle. Das bedeutet zwangsläufig eine Nivellierung nach unten, man orientiert sich an den Schwächsten.

 

   Die Schüler sind nicht länger Individuen, sondern Positionen in einem Raster. Ein Lehrer wie John Keating im Club der toten Dichter muss in diesem System samt seinen Schülern scheitern. Mag sein, dass das eine allzu romantische Vorstellung von Unterricht, von Lernen und Erfahren, von Herausforderungen und dem Vermitteln von Wissen und einer Ahnung vom Leben ist, aber die nüchterne Wissensabfrage und das normative Kreuzerlmachen, wie das bei der Zentralmatura über Strecken zu bewerkstelligen ist, zeigt einen ganz tristen Abklatsch dessen, wofür Schule da sein könnte – und müsste.

 

   Für die Schule lernen wir, nicht fürs Leben. Da passt gut ins Bild, was den Schülern bei der Matura nicht zugemutet werden darf: Sex, Kriminalität und Tod. Damit fallen 90 Prozent der Literatur flach und vieles, was das Leben bestimmt und die Menschen bewegt, ob man will oder nicht.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 09.05.2015                             Seite: 18

Ressort: Lokal

 

Sbg

 

Landesschulsprecher Johannes Schwaighofer kennt Vor- und

 

Zentralmatura macht Schülern keine Angst mehr!"

 

Salzburgs Landesschulsprecher Johannes Schwaighofer sprach mit der „Krone" über die Vor- und Nachteile der heuer erstmals österreichweit eingeführten Zentralmatura. Die Schüler waren anfangs skeptisch, trotz der Erfahrungen mit der Englisch-Zentralmatura in den Vorjahren. Das hat sich aber jetzt geändert.

 

   Voll konzentriert: Schüler beim Ausfüllen ihrer Matura-Arbeit. Handys sind dabei verboten.

 

   Landesschulsprecher Johannes Schwaighofer mit Taschenrechner und Mathebuch: Er ist auf die Matura am Montag gut vorbereitet.

 

   Herr Schwaighofer, welche Fächer sind jetzt bereits absolviert worden ?

 

   „Losgegangen ist die Matura am Montag. Wir haben Deutsch und Englisch hinter uns. Am Freitag war Französisch dran. Bisher ist alles reibungslos verlaufen. In Englisch gab es an meiner Schule, dem Borromäum, sowieso schon seit Jahren die Zentralmatura als Schulversuch. Die Lehrer haben sich mit ihrem Stundenplan gut da-rauf eingestellt. Es gab nur ein Problem bei der Höraufgabe in Englisch. Da waren die Hintergrundgeräusche so laut."

 

   Gibt es auch noch Fächer, in denen keine Zentralmatura gemacht werden muss?

 

   „Ja sicher. Das sind spezifische Fächer wie Informatik, Bildnerische Erziehung und so was. Da geben die Lehrkräfte die Literatur vor, reichen die Aufgaben dann beim Landesschulrat ein und wenn von dort ein Okay kommt, passen die Aufgaben. Bei der mündlichen Matura werden im Herbst Themen-Pools bekanntgegeben und per Zufallsprinzip ausgelöst."

 

   Vor Mathematik zittern noch viele, oder?

 

   „Ein bisschen. Bei Mathematik ist es noch am wenigsten klar, wie es ausschaut. Da gibt es einen A- und einen B-Teil. Zu A gehören Grundkompetenzen. Da werden Verständnisfragen gestellt. Hier muss man zwei Drittel richtig haben für eine positive Arbeit. Im B-Teil gibt es komplexere Aufgaben mit mehreren Rechenschritten. Da kann man noch Punkte machen."

 

   Was ist noch neu bei der Zentralmatura?

 

   „Man muss eine vorwissenschaftliche Arbeit schreiben und präsentieren. Das finden die Schüler gut."

 

   Welche Fächer sind denn bei jeder Matura Pflicht?

 

   „Mathematik, Deutsch und eine lebende Fremdsprache, sei es Französisch, Spanisch, oder was die Schule eben anbietet. Mündlich muss man auf jeden Fall in einer Fremdsprache maturieren. Die anderen Fächer sind von den Schulschwerpunkten abhängig."

 

   Was sehen Sie als Vorteil, was als Nachteil an der Zentralmatura?

 

   „Es ist ein guter Ansatz, weil so alle dasselbe Bildungsniveau haben. Bei den Schulschwerpunkten ist die Zentralmatura aber nicht fair. Denn wenn eine Schule auf Fremdsprachen und die andere auf Mathematik spezialisiert ist, kann man den Schülern nicht dieselben Aufgaben geben."

 

   Ist Schummeln ein Thema?

 

   „Nein, da gibt es strenge Regeln. Und wir haben auch keine Angst vor der Zentralmatura."

 

   MANUELA KAPPES

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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