Mittwoch, 13. Mai 2015

2015.05.13: Bildung

 

APA0433 II, XI 13.05.2015 15:04:13

 

Matura: Schüler erleichtert

Utl.: Lehrervertreter: "Reifeprüfungszeugnis wird weniger wert"

Oberstufe/Österreich

Erleichtert zeigte sich Bundesschulsprecher Lukas Faymann in einer ersten Bilanz der am Mittwoch mit den Klausuren in Griechisch und Latein beendeten ersten österreichweiten Zentralmatura an den AHS. "Ich bin froh, dass der schriftliche Teil halbwegs gut und ohne Probleme abgelaufen ist und eine faire Matura geboten wurde", so Faymann zur APA. Verbesserungsbedarf sieht er noch im Fach Deutsch.

Dort seien die Aufgabenstellungen sehr eng gewesen, meinte Faymann. Wenn man sämtliche formalen Vorgaben eingehalten habe, wären aufgrund der Wortzahlbeschränkung "eigene kreative Ansätze kaum möglich gewesen". Das treffe natürlich vor allem gute Schüler.

Nicht ganz trennen will Faymann die Zentralmatura von den anderen beiden Reifeprüfungsteilen: Einen wirklich "groben Schnitzer" habe es mit den Problemen beim Hochladen der Vorwissenschaftlichen Arbeiten (VWA) gegeben. Wie sich die Kürzung der Vorbereitungsstunden für die noch ausstehende mündliche Matura auswirke, wisse man wiederum noch nicht. Aufgrund der geänderten Erstellung der Aufgaben dafür sei es durchaus möglich, dass es statt weniger mehr Vorbereitungsstunden brauche.

Gemischt sieht der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft an den AHS, Eckehard Quin (FCG), die Zentralmatura-Premiere. "Operativ ist sie sauber über die Bühne gegangen", so Quin zur APA. "Meines Wissens hat es keine größeren Schwierigkeiten gegeben." Man habe sich hier offenbar große Mühe gegeben.

"Der andere Bereich, der auch zurecht immer wieder kritisiert wurde und wird, ist das grundlegende Konzept dahinter", betonte der Lehrervertreter. Aufgrund der unterschiedlichen Leistungsstärke der Schüler müsse das Niveau "notgedrungen tief angesetzt werden": "Man kann ja nicht ganze Klassen gesammelt scheitern lassen."

Das Leistungsniveau an den einzelnen Schulen sei in Österreich unterschiedlich und hänge von Faktoren wie der Bildungsaffinität der Eltern oder dem sozioökonomischen Hintergrund der Familien ab, so Quin. Mittelfristig würden sich die Schulen daher darauf konzentrieren, was für die positive Absolvierung der Matura ausreichend sei. "Deshalb wird in Summe das Niveau sinken. Wahrscheinlich erreichen sogar mehr Leute das Mindestniveau, aber weniger kommen weit darüber hinaus."

"Im Schnitt ist das Niveau für ein 'Genügend' sicher gesunken", meinte Quin. "Ich glaube aber nicht, dass es mehr 'Sehr Gut' geben wird, weil dafür muss man eine Menge leisten." Generelle Entwicklung für den Gewerkschafter: "In Summe wird damit natürlich das Reifeprüfungszeugnis weniger wert sein."

(schluss) aku;nt;bei

APA0407 II, XI 13.05.2015 14:40:17

 

Matura - Heinisch-Hosek: "Gut gelandet"

Utl.: Bifie-Chef mit logistischem und organisatorischem Ablauf zufrieden: Arbeiten schon am nächsten Durchgang

Oberstufe/Österreich

Zufrieden zeigte sich Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) in einer ersten Bilanz der am Mittwoch beendeten ersten österreichweiten Zentralmatura-Klausuren an den AHS: "Die neue Matura ist gut gelandet, die bisherigen Rückmeldungen zeigen ein durchwegs erfreuliches Stimmungsbild", so die Ministerin in einer der APA übermittelten Stellungnahme.

"Es hat sich gezeigt, dass die Schulen auf die neue Matura gut vorbereitet sind", meinte die Ministerin. "Die organisatorische Abwicklung verlief gut, auch mit den Aufgabenstellung bei den Klausuren waren die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte zufrieden." Man sei sich des großen öffentlichen Interesses bewusst und bemüht, erste Ergebnisse bald bekannt zugeben. Gleichzeitig müssten aber die organisatorischen Abläufe an den Schulen berücksichtigt werden - von der Korrektur der Arbeiten über das Erstellen von Beurteilungsvorschlägen, die Begutachtung durch die Vorsitzenden bis hin zum Beschluss der Noten durch die Kommissionen.

Jürgen Horschinegg, Leiter des für die Zentralmatura zuständigen Bifie-Standorts Wien, sah "aus unserer Sicht zwei Drittel der Wegstrecke gut bewältigt". Das letzte Drittel bestehe in der Übermittlung der bereits fertig erstellten Kompensationsprüfungen für jene Schüler, die die Zentralmatura nicht positiv absolviert haben. Diese finden dann am 1. und 2. Juni statt.

Logistisch und organisatorisch sei man mit dem Ablauf zufrieden, so Horschinegg zur APA. Man habe von den Schulen kaum Rückmeldungen über Probleme bekommen. "Wir werden jetzt noch Diskussionen über die inhaltlichen Komponenten haben. Das kennen wir auch aus anderen Ländern, dass öffentlich und in den Fachcommunities die Aufgabenstellungen diskutiert werden. Das ist ein normaler Prozess und führt auch zur Weiterentwicklung der Reifeprüfung - es ist auch schön, wenn die Leute einmal über Bildungsinhalte diskutieren."

Die Entwicklung der Aufgaben sei auch nie wirklich abgeschlossen, meinte Horschinegg. "Wir sind immer am Nachjustieren." Schon jetzt arbeite man parallel an der Erstellung der Aufgaben für den nächsten Matura-Haupttermin im Frühjahr 2016. Mit der vollständigen Einbeziehung der berufsbildenden höheren Schulen (BHS) sei der logistische Aufwand dann noch größer: Insgesamt müssen dann Aufgaben für rund 43.000 Maturanten konzipiert und ausgeliefert werden.

(schluss) aku;nt;dru

APA0336 II, XI 13.05.2015 13:32:24

 

Matura: Erste gesammelte Resultate nach Pfingsten

Utl.: Kompensationsprüfungen am 1. und 2. Juni - Mündliche Matura in frühestens zwei Wochen

Oberstufe/Österreich

Mit dem Abschluss der schriftlichen Matura am Mittwoch ist die Reifeprüfung noch nicht vorbei: Die Schüler können bei einer negativen Note noch Kompensationsprüfungen machen, alle haben außerdem noch die mündliche Matura vor sich. Die gesammelten ersten Ergebnisse der Zentralmatura in den wichtigsten Fächern werden nach Pfingsten veröffentlicht, hieß es aus dem Bildungsministerium.

Die Schüler selbst erhalten spätestens zehn Tage nach der jeweiligen Prüfung Bescheid, ob sie eine negative Note erhalten haben. Innerhalb von drei Tagen müssen sie dann bekannt geben, ob sie eine Kompensationsprüfung machen wollen. Mit einer solchen höchstens 25-minütigen mündlichen Prüfung können am 1. und 2. Juni negative Noten ausgebessert werden. Sie werden in Fächern mit Zentralmatura vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) erstellt und vom Fachlehrer der jeweiligen Klasse sowie einem Beisitzer abgenommen.

Die ersten gesammelten Ergebnisse der Zentralmatura werden dann vom Bildungsministerium nach Pfingsten bekannt gegeben. Sie enthalten eine Aufstellung über positive bzw. negative Noten nach Geschlecht und Bundesland für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch. Darin noch nicht aufgelistet sind die konkreten Noten sowie die Ergebnisse der ja erst später stattfindenden Kompensationsprüfungen. Die endgültigen Ergebnisse der schriftlichen Reifeprüfung werden daher erst nach diesen Prüfungen feststehen und bekannt gegeben.

Zur mündlichen Matura dürfen auch alle Schüler antreten, die schriftliche Matura bzw. Kompensationsprüfung nicht geschafft haben. Sie können den mündlichen Teil ganz normal absolvieren und nur die schriftliche Prüfung bei einem der nächsten Maturatermine nachholen. Angesetzt werden dürfen die mündlichen Reifeprüfungen frühestens in zwei Wochen. De facto starten sie aber erst Anfang Juni - in Wien steht die erste mündliche AHS-Matura am 8. Juni am Programm.

Erste Einblicke in die Ergebnisse aller drei Matura-Säulen (Vorwissenschaftliche Arbeit, schriftliche bzw. mündliche Matura) werden laut Ministerium zu Beginn der Sommerferien veröffentlicht. Vergleichswerte zu Vorjahren gibt es dabei jeweils nicht: Bisher seien die Resultate aufgrund der unterschiedlichen Reifeprüfungen nicht zentral erfasst worden. Die Statistik Austria habe lediglich Daten über alle Reifeprüfungen des jeweiligen Jahres (also Haupt- und Nebentermine zusammen) veröffentlicht.

(schluss) aku;nt;ks

APA0287 II, XI 13.05.2015 12:33:20

 

Gesamtschule: Vorarlberg präsentiert Projekt-Ergebnisse am 22. Mai

Utl.: Landesrätin Mennel bekannte sich im Landtag zur Weiterentwicklung der Schule der Zehn- bis 14-Jährigen

Landtag/Unterstufe/Schule/Vorarlberg

Das Vorarlberger Forschungsprojekt zur Gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen ist abgeschlossen. Am 22. Mai werden Ergebnisse und Empfehlungen präsentiert, erklärte Schullandesrätin Bernadette Mennel (ÖVP) am Mittwoch in der Aktuellen Stunde des Vorarlberger Landtags. In der Debatte selbst lagen die Parteien hinsichtlich einer Modellregion zur Gesamtschule nah beieinander.

Das Land hat in seiner Forschungsinitiative zur Gemeinsamen Schule umfangreiches Datenmaterial zusammengetragen. Im November 2013 nahmen rund 19.500 Lehrer, Eltern und Schüler an einer Befragung teil. 1,8 Millionen Einzeldaten zum Ist-Zustand der Schule und zu Weiterentwicklungs- und Änderungswünschen wurden gesammelt und aufbereitet. Im Projekt setzten sich Expertengruppen unter anderem mit rechtlichen und organisatorischen Fragen sowie pädagogischen Konzepten einer Gesamtschule der Zehn- bis 14-Jährigen auseinander.

In ihrem Regierungsübereinkommen haben sich Vorarlberger ÖVP und Grüne im Herbst 2014 darauf verständigt, zunächst das Projektende abzuwarten. Anschließend soll aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen ein "Vorschlag für einen regionalen Schulversuch 'Gemeinsame Schule'" entwickelt werden, wie es im Regierungsprogramm heißt.

Mennel sprach am Mittwoch von einem "in Breite und Tiefe einzigartigen Projekt", an dem 30 Fachleute zweieinhalb Jahre gearbeitet hätten. Sie bekenne sich zur Weiterentwicklung der Schule der Zehn- bis 14-Jährigen, Schnellschüsse werde es aber keine geben. Gleichzeitig stellte sie fest, dass diese Weiterentwicklung "kein finanzielles Nullsummenspiel" sein werde. Da sei auch der Bund gefordert.

SPÖ-Bildungssprecherin Gabriele Sprickler-Faschlunger appellierte an die ÖVP, eine Modellregion für ganz Vorarlberg zu schaffen. "Sie haben die Chance, Bildungsgeschichte in Österreich zu schreiben", stellte sie fest. Mit dem Einlenken von ÖVP-Bundesparteichef Reinhold Mitterlehner - er hatte beim ÖVP-Landesparteitag am vergangenen Samstag erklärt, einer Modellregion nicht im Weg stehen zu wollen - "hat sich die Tür einen Spaltbreit geöffnet", so die Abgeordnete. Allerdings brauche es dazu auch eine Änderung des Schulorganisationsgesetzes, wonach die Schulstandorte über einen solchen Versuch abstimmen dürften. "Sonst warten wir noch 30 Jahre", sagte SPÖ-Chef Michael Ritsch.

Ebenfalls eine historische Chance sah Daniel Zadra (Grüne), der wie Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) den 22. Mai abwarten wollte, um dann mit den Ergebnissen weiterarbeiten zu können. Christoph Waibel (FPÖ) dauerte dies zu lange. "Wir haben uns in Vorarlberg bereits auf einen Schulversuch zur Gemeinsamen Schule verständigt, das braucht man nicht hinauszuschieben", betonte er. Martina Pointner (NEOS) unterstrich die Notwendigkeit einer weitgehenden Autonomie für die Schulen.

Einig zeigten sich die Parteien darüber, dass eine Weiterentwicklung stattfinden müsse. Die Situation beim Wechsel von der Volksschule ins Gymnasium/Neue Mittelschule sei ungerecht, unbefriedigend und untauglich. Ebenso Konsens gab es darüber, dass ein Systemwechsel viele Jahre dauern werde.

(schluss) jh;ast;ks

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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