Dienstag, 19. Mai 2015

2015.05.19: Bildung

ORF – 19. Mai 2015

 

Französische Lehrer streiken gegen Schulreform

Mit einem Streik haben Lehrer in Frankreich gegen eine umstrittene Schulreform protestiert, die auch in Deutschland für Unmut sorgt. Landesweit gaben Lehrer heute keinen Unterricht, in Dutzenden Städten waren Demonstrationen geplant.

Laut dem Erziehungsministerium beteiligte sich an den öffentlichen Mittelschulen rund jeder vierte Lehrer an dem Streik, eine Gewerkschaft sprach von mehr als jedem zweiten. Der Streik ist eine Feuerprobe für die junge Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem, die das Amt im vergangenen August angetreten hatte.

Weniger Latein und Griechisch

Die Sozialistin will die französische Mittelschule (College) reformieren, eine vierjährige Gesamtschule zwischen Volksschule und Gymnasium. Hintergrund ist das schlechte Abschneiden der Schüler in internationalen Vergleichstests. Für Ärger sorgen unter anderem Pläne, den Latein- und Griechischunterricht in seiner bisherigen Form abzuschaffen.

Reformiert werden soll auch das Deutschangebot an den Mittelschulen: Allgemein soll mit der zweiten Fremdsprache ein Jahr früher begonnen werden als bisher, und zwar in der siebenten Klasse. Weitere zentrale Punkte der Reform sind mehr Autonomie für die Colleges, eine Verstärkung der Einzelbetreuung von Schülern und ein Ausbau des interdisziplinären Angebots.

 

 

APA0241 AA, CA 19.05.2015 12:12:03

 

Französische Lehrer protestieren mit Streik gegen Schulreform

Utl.: Auch Zukunft von Deutschunterricht sorgt für Streit

Lehrende/Schule/Bildung/Frankreich

Mit einem Streik haben Lehrer in Frankreich gegen eine umstrittene Schulreform protestiert. Landesweit gaben Lehrer am Dienstag keinen Unterricht, in Dutzenden Städten waren Demonstrationen geplant. Laut dem Erziehungsministerium beteiligte sich an den öffentlichen Mittelschulen rund jeder vierte Lehrer an dem Streik, eine Gewerkschaft sprach von mehr als jedem Zweiten.

Der Streik ist eine Feuerprobe für die junge Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem, die das als politischer Schleudersitz bekannte Amt im vergangenen August angetreten hatte. Die Sozialistin will die französische Mittelschule (Collège) reformieren, eine vierjährige Gesamtschule zwischen Volksschule und Gymnasium. Hintergrund ist das schlechte Abschneiden der Schüler in internationalen Vergleichstests. Für Ärger sorgen unter anderem Pläne, den Latein- und Griechischunterricht in seiner bisherigen Form abzuschaffen und die Sprachen in interdisziplinären Kursen zu antiken Sprachen und Geschichte der Antike zu unterrichten.

Reformiert werden soll auch das Deutschangebot an den Mittelschulen: Allgemein soll mit der zweiten Fremdsprache ein Jahr früher begonnen werden als bisher, und zwar in der siebenten Klasse. Im Gegenzug sollen aber spezielle Sprachenzüge gestrichen werden, in denen zwei Fremdsprachen - häufig Englisch und Deutsch - bereits ab der sechsten Klasse unterrichtet werden. Die Klassen gelten zwar als Erfolgsmodell, für die sozialistische Regierung profitieren aber mit nur rund 15 Prozent der Schüler zu wenige von dem Angebot.

Die Pläne haben auch die deutsche Regierung auf den Plan gerufen, die befürchtet, in Frankreich könnte als Folge der Reform die Zahl der Deutschschüler sinken. Vallaud-Belkacem bekräftigt dagegen, mit der Reform werde der Deutschunterricht gestärkt.

Premierminister Manuel Valls betonte am Dienstag, die Reform werde umgesetzt. "Ich bin zuversichtlich, dass diese Reform wie geplant umgesetzt wird." Ein entsprechendes Dekret werde "so schnell wie möglich" veröffentlicht. Weitere zentrale Punkte der Reform sind mehr Autonomie für die Colleges, eine Verstärkung der Einzelbetreuung von Schülern und ein Ausbau des interdisziplinären Angebots.

(schluss) jeg

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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