Montag, 18. Mai 2015

2015.05.19: Newsletter Bildung

Die Presse – 19. Mai 2015

 

 

Matura „normal bis gut“

Zum Teil soll es auch Schulen mit kaum Fünfern bzw. mit sehr vielen Fünfern geben.

Wien. Sieht man von einem Einbruch in einem Salzburger Gymnasium ab, nach dem für die Lateinmatura Plan B in Kraft treten musste, ist die erste echte Zentralmatura an den AHS ohne Pannen verlaufen. Ersten Einschätzungen zufolge dürfte es auch bei den Noten nicht allzu dramatisch werden, wie ein Rundruf der Austria Presse Agentur zeigt.

Die erste Zentralmatura dürfte „normal bis gut“ ausgefallen sein, meint AHS-Direktorensprecher Wilhelm Zillner – über seine eigene Schule darf er (noch) keine Auskunft geben. „Ich habe nirgendwo gehört, dass es völlig außerhalb der Norm war.“ Auch aus einem der Landesschulräte hieß es, dass die Noten voraussichtlich „eher gut, sicher nicht schlechter“ ausgefallen seien. Wobei das nicht überall so klingt: Eine andere Schulbehörde sprach von eher uneinheitlichen Resultaten: So soll es Schulen mit so gut wie keinen Fünfern geben – und zugleich andere, in denen sehr viele Maturanten negativ abgeschnitten haben.

„Wenige Einser, viele Dreier“

Offiziell sind die Noten noch nicht: Die Beurteilungskonferenzen an den Schulen finden erst im Lauf der Woche statt. Zum Teil haben die Schüler aber schon erfahren, welche Note sie zu erwarten haben. „Was wir gehört haben, dürfte es weniger Einser und Zweier als früher geben, aber auch wenige Fünfer und entsprechend viele Dreier“, heißt es aus der Bundesschülervertretung.

Wer einen Fünfer hat, kann diesen am 1. und 2.Juni in einer sogenannten Kompensationsprüfung – ebenfalls mit zentralen Fragen – ausbessern.

 

 

Die Presse – 19. Mai 2015

 

 

Wie amerikanische Gerichte schwindelnde Lehrer bestrafen

Durch einen Gesetzesverstoß der Lehrerschaft machte eine öffentliche Schule in Atlanta einen großen Sprung nach vorn. Die US-Justiz reagierte drakonisch.

Ein Schulleiter ist in Wien von seinem Amt dispensiert worden, so brüllen es die Gazetten. Kein „Gott Kupfer“, kein Tyrann sei er gewesen, im Gegenteil. Als Grund für die Abberufung wird gesagt, er habe Schüler begünstigt und bei Notenvergaben ein Auge zugedrückt. Da aber ungesetzliche Veränderungen von Noten den Verdacht einer Dokumentenfälschung nahelegen, müsse die Schulbehörde die Staatsanwaltschaft informieren.

Wenn die Berichte so stimmen, sind sie aus mehreren Gründen interessant. Erstens, weil einem Schulleiter nicht „schwarze Pädagogik“ vorgeworfen wird, sondern die Begünstigung von Schülern. Zweitens zeigt es, wohin eine Fixierung der Schule auf Tests und Noten führen kann. In den USA gibt es dazu gerade ein aktuelles Lehrstück. In Atlanta, Georgia, hat ein Prozess gegen ein Lehrerteam bundesweite Schlagzeilen gemacht. Fotos von Lehrerinnen und Lehrern, die in Handschellen dem Gericht vorgeführt werden und mehrjährige Haftstrafen antreten, sind für die US-Öffentlichkeit neu.

Was haben diese Pädagoginnen und Pädagogen verbrochen? Sie arbeiteten in öffentlichen Schulen der Stadt. In Zuwanderervierteln, wo mehr als 70 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze leben und viele Väter und Mütter kaum alphabetisiert sind. Dort sollten die Schülerinnen und Schüler bei standardisierten Tests dieselbe Punkteanzahl erreichen wie die behüteten Kinder in den üppig ausgestatteten Villenvierteln der Stadt.

Wenig überraschend schnitten sie schlechter ab. Nur ein Viertel der armen Kinder erreichte die Leistungen der weißen Oberschichtkids. Die Lehrer der öffentlichen Schulen fühlten sich im Stich gelassen. Da überdies ihre Vertragsverlängerung von den Testergebnissen der Schülerinnen und Schüler abhängt, haben die Pädagogen etwas Ungesetzliches getan.

Sie gruppierten die Kinder so, dass bessere den schwächeren beim Ausfüllen der Testbögen helfen konnten. Sie öffneten die Kuverts mit den zentralen Fragestellungen und bereiteten ihre Klassen gezielt auf die Prüfung vor. Und sie verbesserten die ausgefüllten Schülerarbeiten mit denselben Schreibgeräten, welche die Kinder benützt hatten. Als Ergebnis dieses Betrugs machte die Schule im nationsweiten Ranking einen Sprung nach oben. Die Eltern begannen, stolz auf die Schule ihrer Kinder zu sein, und die Lehrerschaft wurde plötzlich ermutigt.

Ein klarer Gesetzesverstoß hatte die Motivation aller verbessert. Hier wäre es nun klüger gewesen, die Manipulationen einzustellen. Ein weiterer Betrug wäre auch nicht mehr nötig gewesen. In Untersuchungen hatte man nämlich herausgefunden, dass sich durch die verbesserte Schulatmosphäre die Leistungen der Kinder tatsächlich gesteigert hatten. Leider setzte man jedoch das Spiel fort, so lang, bis eine Lokalzeitung den Schwindel aufdeckte.

Die US-Justiz reagierte drakonisch. Die Lehrerinnen und Lehrer kamen in Handschellen vor das Gericht. Ende April stand das Urteil fest: Elf von zwölf Angeklagten, Lehrerinnen und Lehrer, Testkoordinatoren und Administratoren, wurden verurteilt. Der Strafrahmen betrug bis zu 20 Jahre Haft, davon drei unbedingt.

In der Zwischenzeit stellte die Schulbehörde fest, dass den Kindern durch das Vergehen der Lehrer kein Schaden entstanden wäre. Zur selben Zeit melden große Zeitungen, dass nicht nur in Atlanta, Georgia, sondern vermutlich in 37 weiteren US-Bundesstaaten die Ergebnisse zentraler Test von Lehrern „verbessert“ worden seien.

Die Conclusio ist einfach: Betrug bleibt Betrug, egal ob beim Handel, beim Sport oder in der Schule. Nachdenklich machen sollte uns aber das, was seit den 1970er-Jahren als Campbell's Law bekannt ist: dass jede Evaluation, von der Strafe abhängt, Menschen früher oder später korrumpiert und damit die Qualitätskontrolle selbst wertlos macht. Oder: Je länger man der Illusion anhängt, allein durch strafbewehrtes Kontrollieren die Leistungen der Schulen anzuheben, desto größer wird die Ernüchterung sein.

E-Mails an: debatte@diepresse.com

Zum Autor:

Kurt Scholz war von 1992 bis 2001 Wiener Stadtschulratspräsident, danach bis 2008 Restitutionsbeauftragter der Stadt Wien. Seit Anfang 2011 ist er Vorsitzender des Österreichischen Zukunftsfonds.

 

 

KLZ – 19. Mai 2015

 

Zentralmatura fiel "normal bis gut" aus

Kein einheitlicher Trend, aber eine erste Tendenz gibt hinsichtlich der Noten bei der Zentralmatura: Weniger Einser und Zweier, aber auch wenige Fünfer, so eine erste Bilanz von Schülervertretern.

Die in den beiden Vorwochen erstmals an den AHS österreichweit durchgeführte Zentralmatura dürfte tendenziell "normal bis gut" ausgefallen sein. So lauteten bei einem Rundruf der Austria Presse Agentur erste Einschätzungen aus einzelnen Landesschulräten bzw. von Schüler- und Direktorenvertretern. Allerdings soll es zum Teil auch "gute" Schulen mit kaum einem Fünfer und "schlechte" mit vielen "Nicht genügend" geben.

Offiziell sind die Noten allerdings noch nicht. Die Beurteilungskonferenzen an den Schulen finden erst im Lauf der Woche statt. Zum Teil haben aber die Schüler schon erfahren, ob sie positiv oder negativ sind bzw. welche Note sie ungefähr zu erwarten haben. "Was wir gehört haben, dürfte es weniger Einser und Zweier als früher geben, aber auch wenige Fünfer -und entsprechend viele Dreier", hieß es aus der Bundesschülervertretung gegenüber der Austria Presse Agentur.

"Normal bis gut"

AHS-Direktorensprecher Wilhelm Zillner erwartet eher unspektakuläre Ergebnisse. Über seine eigene Schule dürfe er keine Auskunft geben - was er aus Gesprächen mit einigen anderen Direktoren herausgehört habe, dürfte die neue Matura "normal bis gut" ausgefallen sein. "Ich habe nirgendwo davon gehört, dass es völlig außerhalb der Norm war."

In den Landesschulräten hält man sich mit Bewertungen ebenfalls zurück. Aus einer Schulbehörde hieß es jedoch, dass die Ergebnisse voraussichtlich "eher gut, sicher nicht schlechter" ausgefallen seien. In einer anderen hieß es wiederum, dass die Resultate zum Teil uneinheitlich seien: "Gute" Schulen mit praktisch keinen Fünfern würden "schlechten" mit zahlreichen negativen Noten gegenüberstehen.

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 114 vom 19.05.2015              Seite: 2

Ressort: Innenpolitik

 

Österreich

 

Weniger Einser, aber auch weniger Fünfer

 

   Unspektakulär: Nach der Zentralmatura sind die ersten Resultate da.

 

   Wien. Offiziell sind die Noten zwar noch nicht, aber eine erste Tendenz gibt es bereits – und demnach dürfte die erste Zentralmatura unspektakulär ausgefallen sein. „Was wir gehört haben, dürfte es weniger Einser und Zweier als früher geben, aber auch weniger Fünfer“, hieß es aus der Bundesschülervertretung am Montag. Zum Teil haben die Schüler bereits ihre Noten erfahren – vor allem jene, die eine negative Beurteilung haben. Denn sie müssen sich nun auf eine zusätzliche mündliche Prüfung einstellen.

 

   Den allgemeinen Trend bestätigt auch Matthias Hofer von der Lehrergewerkschaft. Auch in Mathematik dürfte der Notendurchschnitt tendenziell besser sein, da das Niveau offenbar heruntergeschraubt wurde, wie er sagte. Freilich gibt es Ausreißer. Die SN erfuhren vom Musikzweig eines Wiener Gymnasiums, in welchem in einer achten Klasse nur drei von 16 Mathematikklausuren positiv sein sollen, in einer anderen zehn von 17.

 

 

"Österreich" vom 19.05.2015                                   Seite 9

Ressort: Politik

 

Wien

 

Matura: Erste Resultate sind »gut«

 

Wien. Aufatmen nach der ersten Zentralmatura: Sie soll tendenziell "normal bis gut" ausgefallen sein -das besagen zumindest die ersten Einschätzungen von Landeschulräten sowie Schüler- und Direktorenvertretern. Offiziell sind die Noten allerdings noch nicht. Die Beurteilungskonferenzen finden erst im Lauf der Woche statt.

 

 

Wiener Zeitung – 19. Mai 2015

 

 

Standardisierte Reifeprüfung

Maturaergebnisse "normal bis gut"

 

 

 

 

 

 

 

 

·         Schülervertreter: Weniger Einser und Zweier, aber auch wenige Fünfer.

 

Wien. Die in den beiden Vorwochen erstmals an den AHS österreichweit durchgeführte Zentralmatura dürfte tendenziell "normal bis gut" ausgefallen sein. So lauteten bei einem APA-Rundruf erste Einschätzungen aus einzelnen Landesschulräten bzw. von Schüler- und Direktorenvertretern. Allerdings soll es zum Teil auch "gute" Schulen mit kaum einem Fünfer und "schlechte" mit vielen "Nicht genügend" geben.

  Offiziell sind die Noten allerdings noch nicht. Die Beurteilungskonferenzen an den Schulen finden erst im Lauf der Woche statt. Zum Teil haben aber die Schüler schon erfahren, ob sie positiv oder negativ sind bzw. welche Note sie ungefähr zu erwarten haben. "Was wir gehört haben, dürfte es weniger Einser und Zweier als früher geben, aber auch wenige Fünfer -und entsprechend viele Dreier", hieß es aus der Bundesschülervertretung gegenüber der APA.

  AHS-Direktorensprecher Wilhelm Zillner erwartet eher unspektakuläre Ergebnisse. Über seine eigene Schule dürfe er keine Auskunft geben - was er aus Gesprächen mit einigen anderen Direktoren herausgehört habe, dürfte die neue Matura "normal bis gut" ausgefallen sein. "Ich habe nirgendwo davon gehört, dass es völlig außerhalb der Norm war."

  In den Landesschulräten hält man sich mit Bewertungen ebenfalls zurück. Aus einer Schulbehörde hieß es jedoch, dass die Ergebnisse voraussichtlich "eher gut, sicher nicht schlechter" ausgefallen seien. In einer anderen hieß es wiederum, dass die Resultate zum Teil uneinheitlich seien: "Gute" Schulen mit praktisch keinen Fünfern würden "schlechten" mit zahlreichen negativen Noten gegenüberstehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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