Mittwoch, 20. Mai 2015

2015.05.20: Bildung

 

APA0331 II, XI 20.05.2015 13:16:49

 

Lehrerausbildung: Wenig Anmeldungen an der PH Salzburg

Utl.: Erst 69 Interessenten für bis zu 150 Plätze an der PH Salzburg - Aufruf gestartet - Lehrermangel droht: 40 Prozent der Lehrer über 50 Jahre alt

Schule/Grundschule/Studenten/Salzburg

Die Volks- und Sonderschulen steuern auf einen Lehrermangel zu: Mit Beginn der neuen Lehrerausbildung im Herbst drohen an der Pädagogischen Hochschule (PH) Salzburg die Studierenden auszubleiben. Bisher gab es dort 69 Anmeldungen, Platz wäre für 120 bis 150. Auch in anderen Bundesländern, wo bereits umgestellt wurde, seien die Zahlen teilweise eingebrochen, sagte Rektorin Elfriede Windischbauer.

Der Grund sei naheliegend: Die Ausbildung dauert um ein Jahr länger, also acht Semester bis zum Bachelor. Anschließend muss innerhalb von fünf Jahren noch berufsbegleitend ein einjähriges Master-Studium absolviert werden, weil ansonsten die Lehrberechtigung erlischt. Bisher reichte ein sechssemestriges Studium bis zum fertigen Lehrer. Außerdem sind künftig zwei Wochenstunden mehr zu absolvieren. Dazu komme, dass das Ansehen des Berufes in der Bevölkerung nicht sehr hoch sei. Zwischenrufe wie jener des Wiener Bürgermeisters Michael Häupl (SPÖ) seien da alles andere als dienlich, sagte Windischbauer am Mittwoch bei einem Pressegespräch.

Die PH Salzburg hat sich nun entschlossen, kräftig die Werbetrommel zu rühren, um die freien Plätze noch bestmöglich aufzufüllen. Außerdem wurde die Anmeldefrist bis zum 24. Juni ausgedehnt. Und das nicht unbedingt im eigenen Interesse: "Bei weniger Studierenden blieben dem Stammpersonal mehr Ressourcen für die Forschung", sieht die Rektorin durchaus auch einen eigenen Vorteil in der Entwicklung. Der Aufruf erfolge vielmehr im gesellschaftlichen Interesse: In der Bildungsregion Mitte (Salzburg und Oberösterreich) sind 42 Prozent der Lehrer über 50 Jahre alt. Viele würden in den kommenden Jahren in Pension gehen. Zudem gibt es mit der Umstellung der Lehrerausbildung in drei Jahren ein Jahr lang keine Absolventen. "Die Chancen für Anfänger sind gut", so Windischbauer.

Schmackhaft machen will man den Lehrerberuf in Salzburg mit dem Argument einer verbesserten Ausbildung, weil auf viele Bereiche nun näher eingegangen werden könne, etwa Medienpädagogik, Deutsch als Zweitsprache oder die Vertiefung in Schwerpunkten. Und die Masterausbildung sei in Salzburg so ausgelegt, dass sie mehr als Berufsbegleitung der Junglehrer in den schwierigen ersten Jahren zu betrachten sei. "Jetzt machen das viele halt freiwillig." Außerdem werde es auch Blockveranstaltungen in den Sommerferien geben. "Ich bin überzeugt, dass es machbar ist", sagte Vizerektorin Elisabeth Seethaler.

Ein Argument soll auch das höhere Einstiegsgehalt sein: Abgänger der neuen Ausbildung verdienen anfangs 2.512,10 Euro, im alten Modell waren es 2.182,00 Euro. Die Gehaltskurve flacht dann im neuen Dienstrecht ab und endet bei 4.483,10 und liegt damit unter dem früheren Niveau (4.663,00 Euro).

Sehr zufrieden ist man in Salzburg mit den Anmeldungen für die Lehrerausbildung für die Neue Mittelschule. Hier wird heuer zum allerletzten Mal ein dreijähriger Lehrgang starten.

Eines machte Windischbauer aber klar: Auch wenn die Anmeldungen für das Primärstufenstudium so stark zurückgegangen sind, will man bei der Qualität nicht nach unten nivellieren. Die Kriterien bei der Auswahl der Interessenten und die Eignungstests werde es weiterhin in gewohnter Form geben.

(schluss) bn;fn;nt;spu

APA0238 II, CI, XI 20.05.2015 12:01:15

 

AK-Studie: Nachhilfebedarf steigt leicht, Pro-Kopf-Kosten stagnieren

Utl.: 57 Prozent der Eltern von Volksschulkindern lernen fast täglich mit dem Nachwuchs - GRAFIK

Schule/Sozialpartnerschaft/AK/Österreich

Der Bedarf an Nachhilfe für Schulkinder ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, die Pro-Kopf-Kosten stagnieren praktisch. Das zeigt eine am Mittwoch präsentierte Erhebung der Arbeiterkammer (AK). Insgesamt benötigen rund 230.000 Kinder private Nachhilfe. Ein Drittel aller Eltern bzw. 57 Prozent der Eltern von Volksschülern lernen außerdem fast täglich mit ihren Kindern.

Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Ifes von Mitte März bis Ende April 3.347 Haushalte mit rund 5.600 Schulkindern. "Im Großen und Ganzen" habe sich in den vergangenen fünf Jahren, in denen das Ifes das AK-Nachhilfe-Barometer durchführt, nicht viel an den Werten geändert, so Studienautor Gert Feistritzer bei einer Pressekonferenz in Wien.

Demnach gaben heuer insgesamt 23 Prozent (2014: 21 Prozent) der Haushalte (230.000 Kinder) an, private Nachhilfe zu brauchen: 13 Prozent (2014: zwölf Prozent) setzten dabei auf bezahlte Nachhilfe und sechs Prozent (2014: fünf Prozent) auf unbezahlte (etwa durch Nachbarn, Freunde etc.). Die restlichen vier Prozent konnten sich keine bezahlte Nachhilfe leisten bzw. fanden niemand für unbezahlte Lernarbeit mit dem Nachwuchs, so der Leiter der Abteilung Bildungspolitik in der AK, Kurt Kremzar.

Die Pro-Kopf-Kosten für bezahlte Nachhilfe sind praktisch gleich geblieben bzw. minimal gesunken - und zwar von 666 Euro im Jahr 2014 auf 657 Euro. Aufgrund des leichten Anstiegs der Haushalte mit privater Nachhilfe sind die Gesamtausgaben aber von 109 auf 119 Mio. Euro gestiegen. Der Bedarf an bezahlter Nachhilfe steigt übrigens mit dem Alter der Kinder: In der Volksschule sind es vier Prozent der Kinder, in der AHS-Oberstufe sowie den berufsbildenden mittleren und höheren Schulen rund ein Viertel.

Nachhilfe bedeutet aber nicht, dass Eltern sich zurücklehnen können: Immerhin ein Drittel aller Eltern gab an, so gut wie täglich mit ihren Kindern zu lernen - in der Volksschule beträgt dieser Prozentsatz sogar 57 Prozent (Neue Mittelschule: 35 Prozent, AHS-Unterstufe: 23 Prozent). Eltern, die private Nachhilfe bezahlen, lernen genauso oft mit ihren Kindern wie in der Vergleichsgruppe ohne Nachhilfe.

Am häufigsten erhalten die Kinder Nachhilfe im Fach Mathematik (67 Prozent), gefolgt von den Fremdsprachen (44 Prozent) und Deutsch (22 Prozent; Mehrfachnennungen möglich). Umgekehrt ist es in der Volksschule: Dort dominiert Deutsch (70 Prozent).

Grund für die Nachhilfe ist laut Kremzar nicht die Verhinderung bzw. Ausbesserung einer negativen Note, sondern die Verbesserung von Noten an sich. Oft gehe es dabei darum, den Übertritt in die nächsthöhere Schule zu schaffen - also etwa die Berechtigung für den Besuch einer höheren Schule zu erlangen.

"Lichtblicke" sind für Kremzar die verschränkte Ganztagsschule sowie die Gratis-Nachhilfe in Wien. An verschränkten Ganztagsschulen gaben signifikant weniger Eltern an, täglich mit ihren Kindern zu lernen bzw. für Nachhilfe zu bezahlen. In Wien wiederum haben sich die Gesamtausgaben für Nachhilfe im Gegensatz zum allgemeinen Trend leicht verringert - das dürfte Folge der mit Beginn des Schuljahrs eingeführten kostenlosen Nachhilfe an den Volksschulen sein. Der Effekt sei aufgrund des geringen Nachhilfe-Anteils an Volksschulen aber noch nicht so groß, genaue Auswirkungen sehe man erst in den Folgejahren.

Die AK fordert unter anderem den Ausbau von Ganztagsschulen: "Die klassische Halbtagsschule nimmt zu wenig Verantwortung für den Lernerfolg der Kinder wahr", so Präsident Rudi Kaske. Eine Schule, die mehr hilft, sei auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit: "Schulerfolg darf nicht davon abhängen, wie gut Eltern selbst ihren Kindern beim Lernen helfen können oder wie viele sich bezahlte Nachhilfe leisten können."

(GRAFIK 0597-15)

(schluss) aku;nt;spu

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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