Dienstag, 19. Mai 2015

2015.05.20: Newsletter Bildung

Die Presse – 20. Mai 2015

 

 

UNO-Schule: Viele Nationalitäten, weniger Geld

Die Regierung hat eine Entscheidung getroffen: Die umstrittene Finanzierung der Vienna International School läuft weiter. Sie wird aber deutlich gekürzt. Ein Lokalaugenschein.

 

Wien. Benvenuti, Dobrodošli, Witamy, Velkommen: Nicht nur die Sicherheitskontrollen, sondern auch die Begrüßungsplakate in der Vienna International School (VIS) lassen erahnen, dass es sich hier um keine gewöhnliche österreichische Schule handelt. Die Schüler kommen aus Ländern wie Neuseeland und Qatar, die Lehrer aus Ghana oder Holland. Finanziert wird die vorwiegend für Kinder von UNO-Bediensteten vorgesehen Schule – zum Teil – vom österreichischen Staat. Und zwar seit 1978. Die Frage war zuletzt aber: Wie lange noch?

Das ist seit gestern, Dienstag, – aus österreichischer Sicht – geklärt. Die Regierung beschloss im Ministerrat eine neue Regelung. Die teils umstrittene Finanzierung der VIS geht weiter. Die Zuwendungen werden aber deutlich geringer. Bisher bekam die International School jährlich 5,1 Millionen Euro und war von Mietzahlungen in der Höhe von etwa 2,5 Millionen Euro befreit. Innerhalb der nächsten vier Jahre soll die Förderung schrittweise auf jährlich zwei Millionen Euro reduziert werden. Konkret soll es für die Zeit von Mitte 2014 bis 2016 acht, 2017 drei und ab 2018 zwei Millionen Euro geben. Außerdem wird das Geld nicht mehr direkt an die VIS überwiesen. Die Förderung fließt als „Bildungsbeitrag" an die Vereinten Nationen und von dort weiter an die Schule.

Als „guten Trick" bezeichnete das zuletzt der grüne Bildungssprecher Harald Walser. So könnten mögliche rechtliche Schwierigkeiten – staatliche Beihilfen dürfen nämlich keine bestimmten Unternehmen begünstigen – umschifft werden. Genau eine solche Bevorzugung sah Walser. Anders als in den 1970er-Jahren gebe es heute nämlich auch andere internationale Schulen in Wien, die Kinder von UNO-Mitarbeitern aufnehmen und sich dementsprechend eine Förderung verdient hätten.

„Lösung besser als gar nichts"

Für die VIS selbst gibt es seit Auslaufen des bisherigen Vertrages im Juli 2014 nun endlich wieder Geld und auch Klarheit: „Die potenzielle neue Lösung ist besser als gar nichts. Wir sehen ein, dass in Zeiten angespannter Budgets überall gespart werden muss und werden unseren Beitrag dazu leisten", sagt Direktor Peter Murphy.

Die Kürzungen treffen die Schule, die als gemeinnütziger Verein aufgestellt ist, dennoch hart. Die bisherigen staatlichen Zuschüsse machten rund 20 Prozent des Budgets aus. Der Rest kam vorwiegend aus dem eingehobenen Schulgeld. Im Schnitt sind pro Jahr und Kind 12.300 Euro fällig. Das könnte angesichts der staatlichen Kürzungen noch mehr werden.

Der Andrang ist derzeit jedenfalls noch ungebrochen hoch: 375 Kinder stehen auf der Warteliste. Mehr als 100 davon sind Kinder von UNO-Mitarbeitern. Die werden bei der Aufnahme grundsätzlich auch bevorzugt. Dementsprechend kommen von den rund 1400 Kindern zwischen drei und 18 Jahren, die derzeit die Vienna International School besuchen, 55 Prozent aus Familien von UNO-Mitarbeitern. 22 Prozent der Kinder stammen aus Familien, in denen die Eltern bei anderen internationalen Organisationen und Unternehmen beschäftigt sind, 13 Prozent kommen aus Diplomatenfamilien. Nur sechs Prozent sind Österreicher.

Und so kann allein die Schülerstatistik beeindrucken: Die Schüler kommen aus 104 verschiedenen Ländern und sprechen 73 verschiedene Sprachen. Unterrichtssprache ist Englisch – für viele Kinder die Dritt- oder Viertsprache. Und dazu kommt noch Deutsch, ein Pflichtfach. Als Freifach kann dann auch noch die Muttersprache am Nachmittag gelernt werden. Externe Lehrer decken hier die gesamte sprachliche Bandbreite ab.

Von Stricken bis Zumba

Die Anforderungen, die eine solch heterogene Schülerschaft mit sich bringt, könnten „normale" österreichische Schulen gar nicht erfüllen, zeigt sich die medial viel kritisierte VIS selbstbewusst. Die Schule habe nicht nur ein internationales Curriculum, das den Schülern die Fortsetzung der Ausbildung im Ausland ermöglicht (wenn ihre Eltern wegen ihres Jobs den Wohnsitz erneut wechseln), sondern auch viele Aktivitäten abseits des Unterrichts: Judo, Tennis, Stricken, Zumba, Programmieren oder Orchester.

„Wir sind ein Home away from home für die Kinder", zitiert Volksschullehrer Chuck Prato (45) – selbst aus New York – das Motto der Schule. Nicht umsonst war den Vereinten Nationen das Vorhandensein einer Schule für die Ansiedlung des UNO-Standorts schon in den 1970er-Jahren wichtig. Nun wird sich zeigen, wie die Organisation auf die Kürzungspläne der österreichischen Regierung reagiert.

 

 

Die Presse – 20. Mai 2015

 

 

Schulreform: Französische Lehrer streiken

Auch die Zukunft des Deutschunterrichts sorgt für Streit an den Schulen.

Paris. Mit einem Streik haben Lehrer in Frankreich gegen eine umstrittene Schulreform protestiert. Landesweit gaben Lehrer am Dienstag keinen Unterricht, in Dutzenden Städten waren Demonstrationen geplant. Laut dem Erziehungsministerium beteiligte sich an den öffentlichen Mittelschulen rund jeder vierte Lehrer an dem Streik, eine Gewerkschaft sprach von mehr als jedem zweiten.

Der Streik ist eine Feuerprobe für die junge Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem, die das ähnlich wie in Österreich als politischer Schleudersitz bekannte Amt im vergangenen August angetreten hatte. Die Sozialistin will die französische Mittelschule (Collège) reformieren – eine vierjährige Gesamtschule zwischen Volksschule und Gymnasium. Hintergrund ist das schlechte Abschneiden der Schüler in internationalen Vergleichstests. Für Ärger sorgen unter anderem Pläne, den Latein- und Griechischunterricht in seiner bisherigen Form abzuschaffen und die Sprachen in interdisziplinären Kursen zu antiken Sprachen und Geschichte der Antike zu unterrichten.

Weniger Deutschunterricht

Reformiert werden soll auch das Deutschangebot an den Mittelschulen: Allgemein soll mit der zweiten Fremdsprache ein Jahr früher begonnen werden als bisher, und zwar in der siebenten Klasse. Im Gegenzug sollen aber spezielle Sprachenzüge gestrichen werden, in denen zwei Fremdsprachen bereits ab der sechsten Klasse unterrichtet werden.

Premierminister Manuel Valls betonte am Dienstag, die Reform werde umgesetzt. Ein entsprechendes Dekret werde „so schnell wie möglich" veröffentlicht. Weitere zentrale Punkte der Reform sind mehr Autonomie für die Colleges und eine Verstärkung der Einzelbetreuung von Schülern.

 

 

"Die Presse" vom 20.05.2015                               Seite: 12

Ressort: Bildung

 

Österreich, Abend, Österreich, Morgen

 

Sturz eines Direktors

 

   Dokumentenfälschung. Wie der Eintrag eines Wahlpflichtgegenstands eine Karriere beenden kann.

 

   Wien. Der Direktor eines katholischen Privatgymnasiums am Rande Wiens war nicht einmal eineinhalb Jahre im Amt, als er Ende April unter großer Medienaufmerksamkeit gekündigt wurde. Es folgten wilde Spekulationen - sie reichten von verkauften Schulplätzen bis zur Abzweigung von Schulgeldern. Die Vorsitzende des Schulvereins, Schwester Maria Elisabeth Göttlicher, stellt gegenüber der "Presse" klar: "Er hat ein falsches Zeugnis ausgestellt. Das war der Grund und sonst nichts."

 

   Demnach hatte vor zwei Jahren ein Schüler den Wahlpflicht-Gegenstand Informatik zwar besucht, war aber nicht angemeldet. Später war er zwar angemeldet, doch zwei Jahre reichten nicht, um zur mündlichen Matura anzutreten. Der Direktor fertigte also ein Duplikat des Zeugnisses der sechsten Klasse an.

 

   Göttlicher zweifelt nicht daran, dass der betreffende Schüler das Fach besonders gut beherrscht. Sie ist sich auch sicher, dass der Direktor sich nicht bestechen ließ. Trotzdem falle das neu ausgestellte Zeugnis unter Dokumentenfälschung, Die Causa wurde daher dem Stadtschulrat übermittelt, der die Staatsanwaltschaft verständigte. Die Frage, ob der Schüler tatsächlich an der Übung in der sechsten Klasse teilnahm oder sie nur sporadisch besuchte, dürfte dabei eine Rolle spielen.

 

   Rückkehr als Lehrer

 

   Der Direktor dürfte in dem Gefühl gehandelt haben, keinem Schaden zuzufügen. Nun soll er wieder als Lehrer an einem öffentlichen Gymnasium arbeiten - denn die Kündigung bezieht sich nur auf seine Tätigkeit als Schulleiter. Seit einer knappen Woche ist er aber wegen eines Nervenzusammenbruchs im Krankenstand.

 

   Eine "Hinrichtung" seien die Medienberichte gewesen, sagt er. Wegen der Amtsverschwiegenheit dürfe er sich zu seinem eigenen Fall nicht äußern, er müsse alle Spekulationen hinnehmen. "Meine psychische Energie ist aufgebraucht." (rovi)

 

 

"Kleine Zeitung" vom 20.05.2015                              Seite: 4

Ressort: Politik

 

Steiermark

 

AKTUELL

 

   Lehre mit Matura flexibel

 

   WIEN. Die duale Berufsausbildung soll mit einer im Ministerrat beschlossenen Novelle flexibler werden. Machen Jugendliche die „Lehre mit Matura", kann sich die Lehrzeit in Zukunft um den Zeitraum verlängern, den Kurse zur Berufsreifeprüfung in Anspruch nehmen. Diese Maßnahme mache die duale Berufsausbildung attraktiver, erklärten Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP).

 

 

"Kleine Zeitung" vom 20.05.2015                              Seite: 6

Ressort: Politik

 

Steiermark

 

Sexualerziehung darf nicht verstaatlicht werden"

 

Eltern protestieren gegen Erlass zur Sexualerziehung an Schulen. Familienministerin Karmasin gegen Verstaatlichung von Aufklärung.

 

   WIEN. Der geplante neue Grundsatzerlass von Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek zur Sexualerziehung sorgt für Aufregung. Der derzeit vorliegende Erlass stammt aus dem Jahr 1990. Der Stellenwert des Elternhauses war in diesem Erlass noch unbestritten: „In einer Elternversammlung ist vor allem in der Grundschule die Sexualerziehung in Elternhaus und Schule aufeinander abzustimmen. Die Aussprache mit den Eltern hat im Rahmen einer Klassenelternberatung stattzufinden."

 

   Eine verpflichtende Einbindung der Eltern sieht der neue Erlass allerdings nicht mehr vor. Eine solche Einbindung fordert aber der Familienverband wie auch Familienministerin Sophie Karmasin. Sie kritisiert vor allem auch die Vorgehensweise von Heinisch-Hosek. „Sie war mit dem kurzen Zeitraum zur Stellungnahme nicht klug. Das schürt Ängste", fordert sie einen Neustart.

 

   Täglich erhält Karmasin Briefe, Mails und Anrufe verärgerter Eltern. Sie könne, sagt sie, diesen Ärger nachvollziehen. „Erziehung und natürlich auch Sexualerziehung sind Verantwortung der Eltern und dürfen nicht in die Institution ausgelagert werden. Es darf keine Verstaatlichung der Sexualerziehung geben."

 

   Auf Kritik stößt auch, dass der Begriff „Familie" keinen Stellenwert mehr hat und es nicht Aufgabe der Schule sein soll, eine bestimmte Wertehaltung zu vermitteln. Im Unterrichtsministerium wird wiederum auf die Notwendigkeit eines neuen Erlasses verwiesen. Aufgrund der Vielfalt an Familienbildern könne nicht eine einzige Wertehaltung vermittelt werden. Es würden aber die eingegangenen Stellungnahmen noch berücksichtigt.

 

   CARINA KERSCHBAUMER

 

 

"Kleine Zeitung" vom 20.05.2015                              Seite: 6

Ressort: Politik

 

Steiermark

 

VON MENSCH ZU MENSCH

 

Wer soll wie aufklären?

 

Pornokompetenz im Schulunterricht? Der Streit über den Erlass zur Sexualerziehung war programmiert.

 

   Soll ein 10-Jähriger oder erst ein 14-Jähriger die Sexualpraktiken von Homosexuellen vermittelt bekommen? Oder soll das nur ein Thema sein, wenn Schüler fragen? Na ja, welcher Schüler wird fragen: „Herr Professor, könnten Sie etwas über die Sexualtechniken von Lesben erzählen?" Entweder weiß er es längst oder es interessiert ihn nicht. Wie jene Zehnjährige, die im Unterricht lernte, dass sich zwei Lesben befriedigen, indem sie sich mit der Zunge lecken. Ob das Aufgabe der Schule ist?

 

   Eine Frage, auf die jene Eltern mit Nein antworten, die gerade gegen den geplanten Erlass zur Sexualerziehung der Unterrichtsministerin protestieren. Weil Familie darin nur mehr eine Nebenrolle hat und sie den Passus ablehnen, nach dem Schule „nicht bestimmte Werte vorzugeben hat".

 

   Womit klar ist, worum es geht. Oder wogegen. Gegen Sexualität auf der Ebene sportlichen Lustgewinns. In Zeiten, in denen oft schon jeder dritte Elfjährige gewollt oder ungewollt mit Pornografie konfrontiert wird, dürfte der Wunsch vieler Eltern verständlich sein, Sexualität im Kontext mit bestimmten Werten zu vermitteln.

 

   Bleibt die Frage, welches Signal der Erlass aussenden will. Der Wunsch einer Leserin an die Ministerin? „Lassen Sie Werte vermitteln, alles andere wird ohnehin auf allen Kanälen geliefert."

 

   Womit sie recht hat. Aber gerade deshalb wäre auch die Vermittlung einer nüchternen Distanz, die Sexualpädagogen „Pornokompetenz" nennen, sinnvoll. Und sinnvoll wäre, jenen Ort, der in allen Umfragen immer noch Spitzenwerte erhält, nicht als Retrobegriff in der Mottenkiste zu versenken: den Sehnsuchtsort Familie.

 

   Sie erreichen die Autorin unter

 

   carina.kerschbaumer@kleinezeitung.at

 

 

"Salzburger Nachrichten" Nr. 115 vom 20.05.2015             Seite: 22

Ressort: wetter

 

Österreich

 

Einheitsbrei Zentralmatura

 

Die Wut auf die Unterrichtsministerin...

 

   Einheitsbrei Zentralmatura. Die Wut auf die Unterrichtsministerin muss wohl grenzenlos sein, dass man ihr nicht einmal den geringsten Erfolg gönnt. Anders ist es nicht zu erklären, dass die ordnungsgemäße Abwicklung der Matura in Deutsch sogar von damit befassten Lehrer/-innen sabotiert wird, wenn die Themen bereits aus dem Internet abrufbar sind, während die schriftliche Prüfung noch läuft.

 

   Vielleicht wollte man aber die Ministerin ganz einfach nur vorführen, um sie auf diese drastische Weise auf die Störungsanfälligkeit des „Systems Zentralmatura" hinzuweisen. Denn es lässt sich ganz einfach nicht wegdiskutieren, dass durch die große Zahl der von der Zentralmatura betroffenen und der damit befassten Personen auch die Missbrauchsanfälligkeit steigt.

 

   Dabei muss man nicht einmal an die kriminelle Energie von Einbrechern denken, für die Prüfungsaufgaben bei einer Reifeprüfung vermutlich schwer zu Geld zu machen sein werden. Ausschließen sollte man freilich auch die Möglichkeit nicht, dass es sich bei dieser Art von Einbrüchen um Auftragsdiebstähle handeln könnte. Den Laien ist es bisher verborgen geblieben, warum sich Heinisch-Hosek diesen Einheitsbrei Zentralmatura überhaupt antut. Zur Qualitätssicherung der Reifeprüfung müssten sich einfachere und schon deshalb effektivere Wege finden lassen. Franz Frühwirth 3852 Gastern Zentralmatura – Gleichmacherei Als Maturant des Jahrgangs 1960 stellen sich bei mir bei der Zentralmatura die Haare auf. Das ist doch eine Gleichmacherei wie in einer sozialistisch gelenkten Planwirtschaft! Man kann doch nicht alle Schüler über einen Kamm scheren.

 

   Man hat die Wahl zwischen verschieden schweren Schulen und damit einen Spielraum an Kreativität und Individualität, gute Lehrer haben diesen Spielraum genutzt. Die Schüler schätzen Lehrer, die auf ihre Individualität Rücksicht nehmen. Mich wundert auch, dass sich die Lehrer das Misstrauen gefallen lassen, das in der Organisation des Maturaablaufs deutlich wird.

 

 

"Der Standard" vom 20.05.2015                                Seite: 6

Ressort: Inland

 

Bundesland, Bundesland Abend

 

Weniger Geld für Uno-Schule

 

Vienna International School sieht „Minimalvariante"

 

   Wien – Die Vienna International School (VIS) in Wien-Donaustadt soll künftig geringere Förderungen vom Bund erhalten. Das hat der Ministerrat am Dienstag beschlossen. Die Zuschüsse sollen außerdem nicht mehr direkt an die Schule, sondern an eine internationale Organisation fließen. Statt wie bisher rund fünf Millionen Euro pro Jahr sollen 2016 acht, 2017 drei und ab 2018 zwei Millionen Euro bezahlt werden.

 

   Über dieses Vorhaben muss erst mit den in der Uno-City angesiedelten Organisationen, allen voran die Uno, verhandelt werden.

 

   Die VIS ist eine in unmittelbarer Nähe zur Uno-City gelegene Privatschule mit internationalem Lehrplan und durchschnittlich 12.300 Euro Schulgeld pro Jahr. Rund 55 Prozent der Schüler kommen aus Familien von Uno-Mitarbeitern, 35 Prozent aus Familien von Mitarbeitern anderer internationaler Organisationen bzw. Diplomaten. Für die Uno ist das Vorhandensein einer Schule für die Kinder ihrer Mitarbeiter ein wichtiger Faktor für die Ansiedlung eines Uno-Standorts. Daher schlossen sie Verträge mit dem Bund zur Förderung der Schule – der letzte ist aber im Juli 2014 ausgelaufen. Demnach hat die VIS mit ihren 1400 Schülern 5,1 Millionen Euro erhalten. Außerdem stellt der Bund der Schule Gebäude und Grundstück unentgeltlich zur Verfügung, was weitere rund 2,5 Millionen Euro ausmacht.

 

   Kritik daran kam vor allem von Oppositionsparteien: Mit den direkt an die Schule ausbezahlten Fördermitteln würden auch Kinder von Nicht-Uno-Mitarbeitern finanziert und zudem andere internationale Schulen mit ähnlichem Angebot benachteiligt.

 

   VIS-Direktor Peter Murphy sieht eine „Minimalvariante. Die potenzielle neue Lösung ist besser als gar nichts. Wir sehen ein, dass in Zeiten angespannter Budgets überall gespart werden muss, und werden unseren Beitrag dazu leisten." (APA)

 

 

"Heute" vom 20.05.2015                                       Seite 11

Ressort: Österreich

 

Von Jörg Michner

 

Heute Hauptausgabe, Heute Niederösterreich

 

Studie zeigt, dass sich Schüler zu sehr von Mobiltelefonen ablenken lassen

 

Bessere Noten dank Handyverbot!

 

Viele Schulen in ganz Österreich haben bereits Mobiltelefone verboten -jetzt geben ihnen Forscher recht: Handys lenken zu sehr ab, der Notenschnitt sinkt. 16-jährige Schüler hätten ohne Handy im Schnitt 6,1 % bessere Ergebnisse erzielt, lautet das Resultat von Forschern der "London School of Economics". Das entspreche ungefähr dem Effekt einer zusätzlichen Unterrichtswoche im Schuljahr.

 

Vor allem schwächere Schüler und solche aus Familien mit niedrigen Einkommen profitieren -bei ihnen stiegen die Noten um 14,2 %. Bei besseren Schülern gab es kaum einen Effekt.

 

In Österreich hatte als erstes das Gymnasium Gainfarn in Bad Vöslau (NÖ) Ende 2012 ein Handyverbot eingeführt, mehrere folgten.

 

Das Unterrichtsministerium überlässt es dem Ermessen der jeweiligen Lehranstalt, ein derartiges Verbot einzuführen.

 

 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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