Mittwoch, 20. Mai 2015

2015.05.21: Newsletter Bildung

"Österreich" vom 21.05.2015                                  Seite 10

Ressort: Politik

 

Wien, CityWien

 

AK-Studie: In Volksschule lernen 57 % der Eltern mit Kindern

 

Nachhilfe kostet 660 € pro Schüler

 

Wien. Bereits ein Viertel der Kinder braucht private Nachhilfe, ergibt eine brandaktuelle AK-Studie. Insgesamt sind das 230.000 Kinder (23 % der Haushalte). Für jedes Kind werden pro Kopf rund 660 Euro ausgegeben. Ebenfalls brisant: Ein Drittel aller Eltern bzw. 57 Prozent der Eltern von Volksschülern lernen außerdem fast täglich mit ihren Kindern.

 

 

"Österreich" vom 21.05.2015                                  Seite 23

 

Wien, CityWien

 

aK: »Förderung 2.0« entlastet Familien

 

Gratis-Nachhilfe spart Familien jetzt 87 Euro

 

AK-Studie: 36 %der Wiener Schulkinder nahmen im Vorjahr Nachhilfe in Anspruch.

 

Bildung. Im Schnitt geben die Wiener Familien 665 Euro pro Jahr für private nachhilfe aus -im Vorjahr lagen die Kosten dafür noch bei 752 Euro. das zeigt jetzt das aktuelle nachhilfe-Barometer der arbeiterkammer (aK).

 

AK: Lob für Wien. Im Vergleich zu 2014 gingen also seit dem Start der gratisnachhilfe die gesamtausgaben aller betroffenen Wiener Familien um knapp eine halbe million Euro zurück, jede Familie sparte also im durchschnitt 87 Euro für nachhilfe, errechneten die Studienautoren.

 

"das aK-nachhilfebarometer zeigt sehr deutlich, dass Wien mit dem Projekt Förderung 2.0 und der gratis-nachhilfe für Sechs-bis 14-Jährige genau auf dem richtigen Weg ist", sagt Bildungsstadtrat Christian oxonitsch (SPÖ).

 

15.000 Volksschüler und 9.000 Schüler an der aHS-Unterstufe und den nmS nehmen mittlerweile die gratis-nachhilfe in anspruch.

 

Wien investiert jährlich 20 millionen Euro in dieses angebot, das für oxonitsch die Vorstufe für eine echte ganztagsschule ist. am gefragtesten sind die Fächer deutsch und mathe.

 

 

"Der Standard" vom 21.05.2015                                Seite: 1

Ressort: SEITE 1

 

Bundesland, Bundesland Abend, Niederösterreich, Wien

 

657 Euro für Nachhilfe

 

Lernhilfe kostet Eltern immer mehr

 

   Wien – Im Schuljahr 2014/2015 geben Eltern 119 Millionen Euro für die Privatnachhilfe ihrer Kinder aus. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ausgaben um zehn Millionen Euro gestiegen. Das ergab eine Umfrage im Auftrag der Arbeiterkammer. Durchschnittlich werden 657 Euro pro Kind und Jahr für Nachhilfe ausgegeben.

 

   Ein Drittel aller Eltern gab an, so gut wie täglich mit ihren Kindern zu lernen – in der Volksschule beträgt dieser Prozentsatz 57 Prozent. Am häufigsten erhalten die Kinder Nachhilfe im Fach Mathematik, gefolgt von Fremdsprachen und Deutsch. Und: Eltern, die private Nachhilfe bezahlen, lernen genauso oft mit ihren Kindern wie die Vergleichsgruppe ohne Nachhilfe. Ein Drittel der Befragten gab an, vom Lernstress belastet zu sein. (red) Seite 9, Kommentar Seite 40

 

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Der Standard – 21. Mai 2015

 

 

Eltern gaben 119 Millionen Euro für Nachhilfe aus

Die Chance, Privatnachhilfe zu bekommen, hängt massiv vom Einkommen der Eltern ab

Ohne private Nachhilfe könnten viele Schüler und Schülerinnen in Österreich die Lernziele nicht bewältigen. Etwa jedes fünfte Kind ist hierzulande auf Nachhilfe angewiesen, ergab eine Studie des Meinungsforschungsinstituts Ifes im Auftrag der Arbeiterkammer. Für das "AK-Nachhilfe-Barometer" wurden rund 3.350 Haushalte mit 5.600 Schulkindern befragt.

Im Schuljahr 2014/15 gaben Familien in Österreich 119 Millionen Euro für Nachhilfe aus. Gegenüber dem Vorjahr sind die Nachhilfekosten damit um zehn Millionen Euro gestiegen. Von einer Million Schulkinder nahmen 130.000 bezahlte Nachhilfe in Anspruch, rund 60.000 hatten das Glück, auf unbezahlte Nachhilfe zurückgreifen zu können. Für 40.000 Kinder hätten die Eltern gerne Nachhilfe gehabt, konnten sich diese aber nicht leisten oder fanden keine passende Unterstützung.

Eine Frage des Einkommens

Die erhobenen Zahlen zeigen deutlich: je höher das Einkommen der Eltern, desto eher haben die Kinder eine Chance, bezahlte Nachhilfe zu bekommen. Mehr als 60 Prozent der 119 "Nachhilfemillionen" haben Familien berappt, die über ein Monatseinkommen von mehr als 2.500 Euro netto verfügen.

Lediglich etwa 13 Millionen Euro für Nachhilfe wurden im vergangenen Jahr von Familien bezahlt, die ein Monatseinkommen von weniger als 1.600 Euro netto haben. In dieser Gruppe befinden sich überdurchschnittlich viele Alleinerziehende und Zuwanderer, wie Ifes-Studienleiter Gert Feistritzer dem STANDARD erklärt.

657 Euro werden durchschnittlich pro Kind und Jahr für Nachhilfe ausgegeben, wobei mit 849 Euro die AHS-Oberstufe am kostspieligsten war. Aber nicht nur Geld, sondern auch sehr viel Zeit investieren Eltern in den Schulerfolg ihrer Kinder. Sieben von zehn Eltern helfen ihren Kindern mindestens einmal pro Woche beim Lernen, wobei Alleinerziehende weniger Zeit für die Lernbeaufsichtigung haben. Vor allem Volksschulkinder sind auf die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen. Die Hälfte der Eltern von Volksschulkindern lernt täglich mit ihnen.

Hilfe von Bildungsabschlüssen abhängig

Je höher die Schulstufe ist, desto schwerer fällt es Eltern mit niedrigeren Bildungsabschlüssen, ihren Kinder zu helfen. 20 Prozent jener Eltern, die eine Pflichtschule absolviert haben, und 50 Prozent der Eltern mit Hochschulabschluss an, es sei "leicht", die Kinder beim Lernen zu unterstützen.

Am häufigsten erhalten die Kinder Nachhilfe im Fach Mathematik (67 Prozent), gefolgt von Fremdsprachen (44 Prozent) und Deutsch (22 Prozent; Mehrfachnennungen möglich). Umgekehrt ist es in der Volksschule: Dort dominiert Deutsch (70 Prozent).

Nachhilfe wird etwa zu gleichen Teilen regelmäßig während des Schuljahres und anlassbezogen – etwa vor Schularbeiten – in Anspruch genommen wird. In den meisten Fällen werden übrigens Lehrer, gefolgt von Nachhilfeinstituten und Studenten für die bezahlte Nachhilfe engagiert.

"Nach einem Arbeitstag muss zu Hause oft noch mit den Kindern gelernt werden, das bringt Stress in die Familien", kritisierte Arbeiterkammerchef Rudi Kaske, der sich einmal mehr für den Ausbau der Ganztagsschule aussprach.

 

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"Der Standard" vom 21.05.2015                               Seite: 40

Ressort: Kommentar

 

Katrin Burgstaller

 

Bundesland, Niederösterreich

 

Hoher Nachhilfebedarf

 

Sieger- und Verliererkinder

 

   Kinder, deren Eltern über niedrige Bildungsabschlüsse verfügen und zugleich auch noch wenig verdienen, haben es im österreichischen Schulsystem besonders schwer. Ihren Eltern fehlt öfter als der „Bildungselite" das Wissen, um sie beim Lernen zu unterstützen – und auch das nötige Kleingeld, um teure Nachhilfe zu bezahlen.

 

   Schuld an der Misere seien die Eltern, weil sie ihren Erziehungsauftrag nicht ausreichend erfüllen. Schuld seien die Kinder selbst, weil sie sich nicht konzentrieren. So lautet mehr oder weniger direkt die Analyse konservativer Kräfte, die sagen: Jeder ist seines Glückes Schmied.

 

   In Wahrheit handelt es sich um einen Systemfehler, in dem Verlierer- und Siegerkinder bereits in der vierten Volksschulklasse definiert werden. Ein System, das Schwache sehenden Auges zurücklässt, wenn sie eben nicht mithalten können. Und um ein System, in dem Lehrer, sollten sie ihrer großen Verantwortung nicht gerecht werden, keine ernsthaften Konsequenzen zu erwarten haben.

 

   Viele Pädagogen zeigen mit modernen Unterrichtsmethoden, in zeitgemäßen Schulmodellen und mit viel Engagement vor, wie man den Nachhilfebedarf der Schüler reduziert. Die Politik müsste den Mut und den Willen haben, ebendieses Engagement flächendeckend zu forcieren. Und natürlich auch die nötige Infrastruktur – Sozialarbeiter inklusive – bereitstellen.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 21.05.2015                              Seite: 8

Ressort: Wirtschaft

 

Abend, Bgld, Ktn, N.Ö., O.Ö., Sbg, Stmk, Ti, Vbg, Wi

 

Eltern geben heuer 120 Millionen Euro für Privatstunden aus

 

Mathe, Englisch & Co.: Kosten für die Nachhilfe explodieren

 

Wien. – Für die private Nachhilfe ihrer Kinder müssen die Eltern heuer tief in die Tasche greifen: 120 Millionen Euro werden sie laut Ifes-Studie für Förderstunden ausgeben, das sind zehn Millionen mehr als im Vorjahr. Am größten ist der Lern-Bedarf im Fach Mathematik, gefolgt von Fremdsprachen und Deutsch.

 

   230.000 Schüler brauchen Nachhilfe – 20.000 mehr als im Vorjahr

 

   Die Zahl der Schüler, die private Nachhilfe benötigen, ist um 20.000 auf 230.000 gestiegen. Alarmierend: Bei 100.000 Kindern haben die Eltern nicht genug Geld, um für die Unterstützung zu bezahlen. Sie organisieren sich entweder Gratisnachhilfe oder eben gar keine – worunter die Noten stark leiden.

 

   Arbeiterkammer-Präsident Rudi Kaske, der die Studie in Auftrag gab: „Immer mehr Familien müssen ins Lernen ihrer Kinder investieren. Einkommensschwache Haushalte sind hier sehr benachteiligt." Er fordert die Verbesserung desVERGIL SIEGL Unterrichts und zweckgebundene Mittel für den Förderunterricht an Schulen.

 

   Die Schulfinanzierung solle sich an der sozialen Lage der Kinder orientieren. Kaske plädiert für den Ausbau von Ganztagsschulen.

 

 

"Kronen Zeitung" vom 21.05.2015                             Seite: 24

Ressort: Lokal

 

Stmk

 

Steirer geben schon 11,5 Millionen € aus

 

Nachhilfe-Wahnsinn: Kosten immer höher

 

GERALD SCHWAIGER UND GERHARD FELBINGER

 

Dieses Thema kommt alle Jahre wieder, und immer wieder ist es für einen Aufreger gut: die Kosten für die Nachhilfe (siehe auch Bericht auf Seite 8). Die sind heuer in der Steiermark wieder kräftig gestiegen! Sage und schreibe 11,5 Millionen Euro buttern Eltern mittlerweile in die schulische Extra-Betreuung ihrer Kinder.

 

   Das Meinungsforschungsinstitut IFES hat im Auftrag der Arbeiterkammer ein brandaktuelles „Nachhilfebarometer" erstellt. Und die Ergebnisse sind – aus bildungspolitischer Sicht – ernüchternd: Nicht nur, dass mehr als ein Viertel der Kinder schon Lernunterstützung benötigt, nein, auch die Kosten dafür klettern ins beinahe Unermessliche.

 

   Im Durchschnitt geben die Eltern pro Schuljahr 578 Euro aus, in Summe sind es schon 11,5 Millionen Euro in der Steiermark. „Im Vergleich zum Jahr davor ist das wieder eine Steigerung um vier Prozent oder 2,5 Millionen Euro", rechnet Kammerpräsident Josef Pesserl kopfschüttelnd vor.

 

   Weitere Daten und Fakten aus der Studie: 67 Prozent der Eltern sind gezwungen, mit ihren Kindern zu lernen, 50 Prozent so gut wie jeden Tag. Ein Viertel der Befragten ortet hohe Belastungen angesichts mit dem Nachhilfe-Wahnsinn verbundener Konflikte, und neun Prozent können sich Lern-Hilfe gar nicht leisten.

 

   Pesserl: „Unser Bildungssystem muss sich ändern!"

 

 

Kurier – 21. Mai 2015

 

Armutszeugnis: Jedes vierte Kind braucht Nachhilfe.

Eltern investieren heuer 119 Millionen Euro, um den Nachwuchs zu unterstützen.

Österreich zählt zu den reichsten Ländern weltweit, dennoch benötigen 230.000 Kinder Nachhilfe. Fast jeder vierte Schüler (23 Prozent) braucht also Unterstützung. Dieses Armutszeugnis hat die Arbeiterkammer (AK) gestern dem Schulsystem ausgestellt. Das triste Urteil, das auf einer Befragung von mehr als 3300 Eltern (März/April 2015) basiert, erstaunt Außenstehende insofern, als drei Viertel aller Befragten ohnedies fast täglich mit ihren Kids lernen oder zumindest die Hausübung kontrollieren.

130.000 (von 230.000) Kinder und Jugendliche bekommen bezahlte Nachhilfe (siehe Grafik). Mütter und Väter investieren dafür heuer 119 Millionen Euro – zehn Millionen mehr als 2014. Pro Kind sind es im Schnitt 657 Euro. 60.000 Kinder werden kostenlos unterstützt (von Verwandten, Bekannten, Gratis-Nachhilfe-Einrichtungen). 40.000 Schüler würden Hilfe brauchen, die Eltern haben aber kein Geld für Nachhilfe, und ein Gratis-Angebot ist nicht vorhanden.

Angstfach Mathematik

Die meisten Kinder müssen im "Angstfach" Mathematik (67 Prozent) zusätzlich gefördert werden, viele auch in Fremdsprachen (Grafik).

Hauptmotiv für die Nachhilfe ist, dass eine Note verbessert oder eine Nachprüfung verhindert werden soll.

50 Prozent der Nachhilfe-Schüler werden das ganze Jahr über neben der Schule noch unterrichtet, der Rest nur vor wichtigen Schularbeiten oder Tests.

AK-Präsident Rudolf Kaske fordert angesichts der seit fünf Jahren nahezu unverändert hohen Zahlen einmal mehr den Ausbau von Ganztagsschulen: "Die klassische Halbtagsschule nimmt zu wenig Verantwortung für den Lernerfolg der Kinder wahr." Es gehe auch um soziale Gerechtigkeit: "Der Schulerfolg darf nicht davon abhängen, wie gut die Eltern selbst ihren Kindern beim Lernen helfen können oder wie viele Eltern sich bezahlte Nachhilfe leisten können."

Bildungsexperte Andreas Salcher plädiert im KURIER-Gespräch auch für mehr Ganztagsschulen. "Ich trete dafür seit Jahren ein. Es müssen aber echte Ganztagsschulen sein." Unterricht und Freizeit sollten also über den ganzen Tag verteilt und die Kinder auch nachmittags von Lehrern betreut werden. So könnten die Schüler individueller gefördert werden.

Salcher meint, es müsste aber auch die Lehrer-Ausbildung verbessert werden. "In Mathematik gibt es ein massives pädagogisches Problem. Viele Lehrer sind zwar fachlich gut ausgebildet, haben aber nicht gelernt, wie sie ihr Wissen rüberbringen."

 

 

"Heute" vom 21.05.2015                                        Seite 6

Ressort: Wirtschaft

 

Von Wolfgang Bartosch

 

Heute Hauptausgabe, Heute Niederösterreich, Heute Oberösterreich

 

Eltern geben für Nachhilfe schon 119 Millionen Euro aus

 

Österreichs Eltern müssen heuer bereits 9 % mehr in die private Lernhilfe für ihre Kinder stecken als 2014. Denn: Laut Umfrage im Auftrag der AK benötigen immer mehr Kids Unterstützung. Bereits 230.000 Sprösslinge (2014: 210.000), also fast jedes vierte Schulkind, brauchen im heurigen Jahr wegen Leistungsproblemen privaten Beistand. 40.000 davon müssen allerdings

 

aus Kostengründen ohne auskommen. Das zeigt das am Mittwoch präsentierte, alljährlich erstellte AK-Nachhilfe-Barometer. Aktuell betragen die Kosten pro Fall im Schnitt 657 €. In Summe sind es rund 119 Millionen (2014: 109 Millionen), die für Nachhilfe-Lehrer ausgegeben werden.

 

Die meisten Probleme gibt's in Mathematik (67 %der Fälle), gefolgt von Fremdsprachen (44 %) und Deutsch (22 %im Gesamtschnitt, 70 %in Volksschulen).

 

Ausgaben 2015 pro Haushalt/Kind Bundesland Haushalt Kind Wien 882 €825 €Niederösterreich 697 €608 €Steiermark 578 €540 €Kärnten 742 €710 €Oberösterreich 613 €546 €Salzburg 593 €519 €Tirol 633 €602 €Vorarlberg 844 €771 €Burgenland*-Gesamt 716 €657 €* wegen geringer Fallzahlen nicht ausgewiesen

 

 

"Vorarlberger Nachrichten" vom 21.05.2015

Ressort: VN-A

 

 

6,5 Mill. Euro für Nachhilfe

 

   Feldkirch. Wie eine Eltern-befragung zeigt, ist der Bedarf an Nachhilfe in Vorarlberg nach wie vor extrem hoch. Jeder Fünfte greift auf das oft kostspielige Angebot zurück. Allein im Land werden jährlich 6,5 Millionen Euro dafür ausgegeben. /A6

 

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"Vorarlberger Nachrichten" vom 21.05.2015

Ressort: VN-A

 

 

6,5 Millionen Euro allein in Vorarlberg; jeder Fünfte nimmt Nachhilfe in Anspruch.

 

Millionen fließen in Nachhilfe

 

Nachhilfe im Land

 

   Feldkirch. (VN-sas) Und wieder führt eine Eltern-Befragung vom Institut für empirische Sozialforschung (IFES) vor Augen, dass der Bedarf an Nachhilfe ungebrochen hoch ist – auch in Vorarlberg. Laut Umfrage gab ein Fünftel der Eltern an, für den Nachwuchs bezahlte Nachhilfe in Anspruch zu nehmen – dieser Wert veränderte sich im Vergleich zum vergangenen Schuljahr nicht.

 

   Rund die Hälfte der befragten Eltern ist durch bezahlte Nachhilfe stark oder spürbar belastet. „Ein Alarmzeichen, weit über schulische Belange hinaus", findet Gerhard Ouschan, Leiter des Bildungsbereiches der Arbeiterkammer Vorarlberg, kritische Worte. Denn wenn berücksichtigt werde, dass selbst 13 Prozent der Schüler aus Familien mit einem Haushaltsnettoeinkommen von 1600 Euro netto oder weniger bezahlte Nachhilfe in Anspruch nahmen, „wird sehr deutlich, welche Belastung dies für diese Familien bedeutet".

 

   Zweiter Platz bundesweit

 

   Der Umfrage zufolge beläuft sich die Gesamtbelastung für Nachhilfe für die davon betroffenen Haushalte im Land pro Schuljahr durchschnittlich auf 844 Euro. Mit dieser Summe steht Vorarlberg nach Wien – in der Bundeshauptstadt werden pro Schuljahr im Schnitt 882 Euro ausgegeben – auf dem unrühmlichen zweiten Platz. Insgesamt geben die Eltern bis Ende des laufenden Schuljahrs in Vorarlberg 6,5 Millionen Euro für Nachhilfe aus. Österreichweit sind es 119 Millionen Euro.

 

   Bemerkenswert sei, so Ouschan, die Zunahme von bezahlter Nachhilfe von Schülern der AHS-Unterstufe in den vergangenen drei Jahren. Während es im Jahr 2013 noch elf Prozent der Schüler waren, so seien es im aktuellen Schuljahr 18 Prozent.

 

   „Fünfer" verhindern

 

   Generell gelte übrigens: Für 29 Prozent der Schulkinder wird Nachhilfe für eine Nachprüfung organisiert – oder dafür, um eine negative Note zu verhindern. Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent erhöht, weiß Ouschan. Und Mathematik sei nach wie vor jenes Fach, für das im Durchschnitt am häufigsten Nachhilfe organisiert werden muss. Bemerkenswert sei auch, dass der Befragung zufolge jeder zweite Elternteil auch über die Nachhilfe hinaus mit seinen Kindern lernen und die Hausübungen kontrollieren muss. Viele Eltern würden sich nicht nur fachlich schwer tun, dies zu bewältigen, sondern sich dadurch auch „zeitlich sehr belastet" fühlen.

 

   Forderungen der AK

 

   Die AK Vorarlberg hat ein „Forderungs-Paket" zusammengestellt: So will Ouschan nicht nur die „Sicherstellung des Ausbaus von Ganztagsschulen mit verschränktem Unterricht unter strenger Qualitätskontrolle" gewährleistet wissen, sondern auch die Information der Eltern, was unter verschränkter Ganztagsklasse zu verstehen ist. Mit erster Forderung einher gehe auch der Ausbau qualitativ hochwertiger Förderangebote an den Schulen. Denn: „Das Nachhilfe-Monitoring zeigt ganz klar, dass Nachhilfe durch die Ganztagsschule eingedämmt werden kann."

 

   Auch fordert Ouschan neben der Aufwertung der frühen Bildungsjahre eine Neuausrichtung der Schulfinanzierung unter Berücksichtigung der Entwicklung einer qualitativen, ergebnisorientierten Schulautonomie.

 

   „Eine indexbasierte

 

   Mittelverteilung soll sicherstellen, dass alle Kinder die gleichen Chancen erhalten – unabhängig vom sozialen Status der Familie."

 

   » Insgesamt geben die Vorarlberger Eltern bis Ende des laufenden Schuljahres 6,5 Millionen Euro für Nachhilfe aus. Im Schnitt sind das 884 Euro.» In 78 Prozent der Fälle bringt Nachhilfe den gewünschten Erfolg. Interessanterweise ist die unbezahlte Nachhilfe mit 86 Prozent aber erfolgreicher als die bezahlte Nachhilfe (73 Prozent).» Mathematik ist jenes Fach, für das am häufigsten Nachhilfe gegeben werden muss (63 Prozent).

 

 

"Tiroler Tageszeitung" Nr. 140 vom 21.05.2015                Seite: 4

Ressort: Tirol1u2

 

 

Eltern zahlen acht Mio. ? für Nachhilfe

 

   Innsbruck - Einmal mehr schlägt die Tiroler Arbeiterkammer Alarm und fordert entsprechende Fördermaßnahmen für Schüler. Insgesamt werden in diesem Schuljahr 2014/15 - inklusive Sommer 2014 - rund acht Millionen Euro für Nachhilfe ausgegeben, um zwei Mio. Euro mehr als noch im Jahr zuvor, heißt es in der AK-Studie ?Nachhilfe in Tirol 2015". Österreichweit sind es 119 Millionen Euro. Jede vierte Tiroler Familie mit Schulkindern musste im zu Ende gehenden Schuljahr einen Nachhilfelehrer engagieren. Betroffene Haushalte gaben dafür im Schnitt rund 633 Euro aus, um 14 Euro mehr als noch im Vorjahr. AK-Präsident Erwin Zangerl regt deshalb schulische Fördermaßnahmen mit kleineren Lerngruppen und individueller Förderung an und spricht sich aber auch für mehr Zeit zum Üben bereits im Regelschulbetrieb aus. ?Notwendig sind zudem der Ausbau der ganztägigen Schule mit verschränktem Unterricht sowie eine Ursachenforschung beim ,Angstfach' Mathematik." (TT)

 

 

Heute – 21. Mai 2015

 

Kärntner Eltern protestieren gegen Schulzusammenlegungen

Nach wochenlangen Verhandlungen hat Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) dem Land Kärnten  den dringend benötigten Kredit über 343 Millionen Euro zugesichert. Am Mittwoch wird der rettende Millionenvertrag der Kärntner Landesregierung präsentiert, am Donnerstag soll dieser unterschrieben werden. Eltern laufen bereits jetzt gegen geplante Zusammenlegungen von Schulen als Sparmaßnahme Sturm.


"Wir haben es geschafft, in langen, schwierigen Verhandlungen letztlich einen Kompromiss zu erzielen, der Kärnten zwar vieles abverlangt, der Kärnten und seiner Bevölkerung aber Luft zum Atmen lässt", sagten Landeshauptmann Peter Kaiser Kaiser und Finanzreferentin Gaby Schaunig (beide SPÖ) nach der Einigung.

"Härterer Sparkurs diktiert"
Kaiser betonte die Wichtigkeit der Einigung für Wirtschaft und Beschäftigung und hofft nun, dass die negative Stimmung einer "Aufbruchsstimmung weichen" kann. Schaunig verwies auf den hohen Preis für den Erhalt des Kredits: "Wir werden den Gürtel nicht um ein weiteres, sondern um mehrere weitere Löcher enger schnallen müssen, denn der Bund hat uns einen noch härteren Sparkurs diktiert".

Bereits kurz nach der Einigung protestierten Kärntner vor der Landesregierung in Klagenfurt gegen geplante Einsparungen. Es handelt sich um Eltern, denen die Zusammenlegung von Schulstandorten in den Gemeinden ein Dorn im Auge ist. Bis 2018 könnten 20 Kleinschulen geschlossen werden, dagegen wurden laut "ORF" 6.000 Unterschriften gesammelt.



 

 

 

 

 

Andrea Steiner
Büro Kurt Schober
SPÖ-Parlamentsklub
Tel.: 01/40110-3945

 

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